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HOMEBASE Förderungen

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Jenseits von tagespolitischen Herausforderungen wird die anhaltende Einwanderung unsere Gesellschaft nachhaltig prägen. Die Ausgestaltung des künftigen Miteinanders ist eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung, zu der Kulturschaffende und Künstler*innen mit ihren spezifischen Kompetenzen wertvolle Beiträge leisten können. Um dieses Engagement gezielt zu unterstützen, stellt die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien zusätzliche Mittel für die Kulturförderfonds des Bundes zur Verfügung.

Das Programm HOMEBASE – Theater für die kommende Gesellschaft des Fonds Darstellende Künste ist für die Jahre 2016 und 2017 mit bis zu 300.000 Euro ausgestattet. Ziel des Programms ist es, die Kreation neuer, identitätsstiftender Narrative für die kommende Gesellschaft mit den Mitteln des Theaters zu unterstützen. Der Begriff HOMEBASE steht dabei zum einen im Wortsinn für den Ausgangspunkt einer Suchbewegung, zum anderen als Platzhalter für zeitgemäße, im Wandel begriffene Formen und Praktiken von Heimat.

Gefördert werden Projekte, die Selbstreflexion und neue Perspektiven ermöglichen, indem sie Fragen von Herkunft und Zugehörigkeit, von Eigenem und Fremdem, neu verhandeln. Der Fokus der Förderung liegt explizit auf dialogorientierten und interkulturellen Ansätzen: Ob mit Geflüchteten und Asylsuchenden, mit Bürgern mit Migrationshintergrund oder mit Künstler*innen aus den Fluchtländern – im Zentrum der Vorhaben soll der Austausch stehen.

Die Strukturen und Arbeitsweisen der Freien Szene sind in besonderer Weise für diese Formen künstlerischer Auseinandersetzung geeignet. Mit partizipatorischen, dokumentarischen und kollektiven Ansätzen hat sie in den letzten Jahrzehnten erfolgreich theatrale Instrumente entwickelt und etabliert, mit denen sie direkt an die soziale Wirklichkeit vor Ort anknüpft. In Arbeiten im Stadtraum, mit Communities und Laien, in neuen Allianzen und zu lokalen Themen kommentieren Theater- und Performancegruppen gesellschaftliche Verhältnisse und begleiten gesellschaftlichen Wandel. Die inhaltliche Auseinandersetzung mit Fragen von Herkunft und Migration spielt hier seit langem eine ebenso wichtige Rolle wie die Zusammenarbeit mit Künstler*innen aus anderen Kulturräumen sowie die Einbindung und Ansprache von Menschen mit Migrationshintergrund und/oder ohne deutschen Pass.

In der Gesamtschau der beim Fonds Darstellende Künste beantragten Projekte findet diese Affinität seit Jahren Niederschlag. Die aktuelle Allgegenwärtigkeit der Fluchtthematik hat diese Entwicklung noch verstärkt und lässt für die Zukunft einen weiteren Anstieg vermuten. Mit dem Programm HOMEBASE – Theater für die kommende Gesellschaft möchte der Fonds Darstellende Künste den Künstler*innen bundesweit gezielt Freiräume eröffnen, um ihr Engagement in diesem Feld zu erproben, zu realisieren und zu verstetigen. Um den sehr unterschiedlichen künstlerischen Erfahrungswerten und der projektbezogenen Arbeitsweisen der freien Darstellenden Künste gerecht zu werden und gleichzeitig nachhaltig wirken zu können, werden sowohl projektvorbereitende Recherche- und Konzeptionsphasen als auch die Realisierung von Projekten unterschiedlicher Größenordnung gefördert.

Das Programm HOMEBASE ist als einmaliges Sonderprogramm durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien im Projektjahr 2016 vergeben, die ausgewählten Projekte der ersten und zweiten Förderrunde laufen noch bis 2017. Der Fonds wird das Projekt evaluieren und strebt eine Weiterführung der Förderung in Sonderprogrammen für die kommenden Jahre an.
Im Programm HOMEBASE ist eine Antragstellung nicht mehr möglich.

 


 

HOMEBASE – Theatre for the Coming Society

Continued immigration will have a lasting effect on our society going beyond everyday political challenges. How our future co-existence will be shaped is a pan-societal challenge to which cultural professionals and artists, with their specific competencies, can make valuable contributions. In order to offer targeted support for this commitment, the Federal Commissioner for Culture and the Media has provided additional resources to the Federal Cultural Promotion Fund.

The programme HOMEBASE – Theatre for the Coming Society by the Fonds Darstellende Künste is endowed with up to €300,000 for 2016 and 2017. The aim of the programme is to support the creation of new, identity-generating narratives for the coming society with the resources of the theatre. On the one hand, the term HOMEBASE literally stands for the starting point of a search, on the other hand as a placeholder for contemporary, changing forms and practices of home.

HOMEBASE promotes projects that enable self-reflection and new perspectives by renegotiating questions of origin and belonging, of “mine” and “theirs.” The focus of the grant is explicitly on dialog-oriented and intercultural approaches: whether with refugees and asylum seekers, citizens with immigration backgrounds or with artists from refugee countries, the focus of the projects should be exchange.

The structures and methods used by the independent scene are particularly suited to these forms of artistic discussion. With participatory, documentary and collective approaches, it has successfully developed and established theatrical instruments with which it has directly tied into social reality on the ground in recent decades. In work in the urban space, with communities and amateurs, in new alliances and on local topics, theatre and performance groups comment on social conditions and accompany social change. Analysis of the content of issues of origin and migration has long played an important role in this, as has cooperation with artists from other cultural regions as well as including and addressing people with immigration backgrounds with or without German passports.

This affinity has been reflected for years in the overall projects applied for with the Fonds Darstellende Künste. The present ubiquitousness of the refugee situation has reinforced this development and suggests a further increase in future. With the programme HOMEBASE – Theatre for the Coming Society, the Fonds Darstellende Künste would like to open up targeted leeway to artists nationwide in order to explore, realise and consolidate their commitment in this field. In order to do justice to the different artistic experiences and the project-specific working methods of the independent performing arts while making a lasting impact, project-preparatory research and conceptual phases as well as the realisation of projects of different magnitudes are promoted.

HOMEBASE is a unique special programme offered by the Federal Commissioner for Culture and the Media in project year 2016. The projects selected for the first and second funding rounds will continue until 2017. The fund will evaluate the project and aspires to continue the support with special programmes in coming years.
Applications are no longer being accepted for the HOMEBASE programme.