Allgemein

Initialförderungen 2017 / Förderrunde 1

Fonds Darstellende Künste vergab 2017 insgesamt 7 Initialförderungen in der Förderrunde 1

Das Kuratorium des Fonds sprach sich für die folgenden Initialförderungen aus:

Langenfelder Lichtenberg erklären den für Journalist*innen auf den Auslandseinsatz in Krisengebieten vorbereitend gespielten Krieg in Hammelburg zum Zentrum ihrer künstlerischen Recherche Preenacting Reenactments. Sie untersuchen, wo und wie Journalist*innen dem Krieg im Heimatland begegnen, wie sich Bilder von Krieg in der Gesellschaft konstituieren und versuchen den im Spiel erlernten Krieg dokumentarisch begreifbar zu machen.

Quast&Knoblich beleuchten Mimikry als Methode neu, indem sie hierauf die Werkzeuge des traditionellen Darstellens anwenden. Dabei wollen sie in zwei Blöcken erstens die Improvisation als Mittel und als rhetorische Technik erlernen und zweitens das Mittel der Synchronisation (Einfühlungstechniken, Charakterdarstellung z.B. im Method Acting) erlernen und sie als Technik der Mimikry, die etwas sprechen macht, was nicht sprechen kann, befragen.

Das SÄCHSISCHE SCHWEIZ kollektiv beschäftigt sich in FARBE mit der Möglichkeit des Erreichens von Dimensionserweiterungen auf der Bühne. Dabei arbeiten sie ohne Hilfe neuer digitaler Illusionstechniken oder 3D-Brille. Mit dem Einsatz von Farben und Kontrasten an Objekt und Körper wollen sie die Wahrnehmung verändern und mit Licht, Schatten, Spiegel oder Videoprojektion verzerren und verschwinden lassen.

In einem Rechercheprozess dokumentieren satellit produktion Gespräche zwischen Ehepartnern, die in interkulturellen Ehen leben. Den Fokus legen sie dabei auf diese fünf Themen: Umgang mit Traditionen, Praktizieren von Glauben, Bedeutung von Heimat, Definition von Geschlechterrollen und Vorstellung von Familie. Love, international (AT) sucht dabei nach einem möglichst breiten und repräsentativ ausdifferenzierten Spektrum an Menschen aus verschiedenen kulturellen und sozialen Kontexten.

Im Rahmen ihrer Fleetstreet-Residenz möchten das Institut für angewandtes Halbwissen, ausgehend von drei Jahren gemeinsamer Arbeits-Erfahrungen, ein erstes selbstgestaltetes Zuhause entstehen lassen – um Eindringlinge einzuladen. Im Rahmen musiktheatraler Settings kollaborieren sie im wöchentlichen Rhythmus mit anderen Künstler*innen, um gemeinsam skizzenhafte Situationen und Performances zu kreieren und so künftige (Zusammen-)Arbeitsweisen auszutesten.

In ihrem interdisziplinären [tänk] Rechercheworkshop wird Anna Kpok mit einem Videokünstler an einem interaktiven Bühnenraum forschen, der die Zuschauenden zu den entscheidenden Akteuren des Geschehens macht. Anna Kpok geht weiter in Richtung interaktives Theater, in dem die Zuschauer*innen zu den Produzent*innen der Geschehnisse werden und die klassische Hierarchie des Theaters aufgehoben wird. Sie nehmen damit zugleich Bezug auf unsere Gegenwart, in der es uns zunehmend schwerfällt, die Konsequenzen unserer Handlungen zu erkennen.

Die COSTA COMPAGNIE arbeitet sich in 360-THEATER in die technischen und künstlerischen Möglichkeiten von 360°-Video-Aufnahmen und von Virtual Reality ein, um aus den praktischen Erfahrungen konzeptionelle Strategien für deren Einbindung in die freien darstellenden Künste zu erarbeiten. So sollen u.a. die dokumentarischen Aufnahmen einer 360°-Kamera in einen Rundhorizont auf der Bühne projiziert werden, in welchem sich die Performer*innen und das Publikum gemeinsam befinden.