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Initialförderungen 2017 / Förderrunde 2

Fonds Darstellende Künste vergab 2017 insgesamt 6 Initialförderungen in der Förderrunde 1

Das Kuratorium des Fonds sprach sich für die folgenden Initialförderungen aus:

Auf der Suche nach einer neuen Form der Bewegungssprache für den Tanz setzt die Choreografin und Performerin Kat Válastur ihren Körper in ihrer Recherche Keine Vorstellungen, nur Körper: Auf der Suche nach einem neuen Gift verschiedenen „Giften“ aus. Z.B. dem harten Klang eines Schlagzeug-Beats und provoziert eine Reaktion des Körpers, die zu tranceartigen Zuständen und über den reinen Stimulus hinausgeht. Die Versuchsanordnungen befreien den Körper aus seinem Alltag und damit verbundenen (sozialen) Konventionen und Tabus.

David Brandstätters Suche Musik spiegeln Blicke riskieren (AT) gilt einer Kompositionstechnik, in der Musik und Performance sich zu einem Klangkörper verweben lassen, sich beeinflussen und voneinander profitieren. Mit Shifts – art in movement geht er so der Frage nach. worin die Unterschiede bzw. etwaige Gemeinsamkeiten in den elektroakustischen und klassischen Kompositions- wie Interpretationstechniken im zeitgenössischen Tanz bestehen.

Gabi da Droste erforscht in einfachAUFSTEHEN das Aufstehen auf körperlicher, mentaler und emotionaler Ebene und als politisch-gesellschaftliche Dimension. Wann stehe ich für was auf? Warum bleiben wir (gemeinschaftlich) sitzen? Ist Aufstehen als Revolte ein Phänomen der Jugend? Wo genau im Körper steckt diese Revolte? Wo die Wut, die Angst, Macht und Ohnmacht? Mittels performativ-partizipativer Strategien, die vor allem Tanz, Bewegung und Performance fokussieren, untersuchen und erfindet sie künstlerische Formate für junges Publikum als interaktive Performance zwischen Performern und Theaterbesucher, zwischen Sitzenbleiben und (Mit-)machen, Zuschauen und Gaffen.

1F TH3N 3L53, If-then-else, steht unter Software-Programmierer*innen für die Basisstruktur (Syntax) jedes Codes und Algorithmus’. Diese Syntax ist, vereinfacht gesagt, die Grundlage des Netzes und unserer digitalen Kommunikation. Diese Zukunftsmodellierung haben Programmierer*innen mit Künstler*innen gemein, die Kunstwerke wie benutzbare Modelle kreieren. Beide entwerfen ein irgendwann eintretendes Live-Szenario, das für Besucher*innen erlebbar wird und in dem sie sich und ihrer Handlungen bewusst werden. Cornelius Puschke schafft eine programmatische Umgebung, in der diese Situationen und Interventionen, die mit den Codes der Theatralität und Performance arbeiten, dem Publikum vorgestellt werden.

Das Schloss Bröllin findet mit mehreren Akteuren im Brölliner Freiluft-Labor „KunstAcker“ in Versuchsanordnungen Den Boden bereiten (AT) heraus, wie die immense Bedeutung des Bodens über die Künste sinnlich erfahrbar zu machen ist. Über Recherche und experimentelle Arbeit werden die Teilnehmenden mit den Themen und dem Material forschen, um den Boden für Inszenierungen zu bereiten. Der Boden selbst wird mit Hilfe von mobilen Erd-Objekten Thema, Bühne und Mitspieler zugleich. Neue Ausdrucksformen einer gesellschaftlichen Anbindung an den Boden und die fundamentale Bedeutung von Boden für den Tanz im animistischen Westafrika, der weltweiten Wiege des Tanzes, werden untersucht.

Ein popkulturelles Forschungslabor queerer Identität HOLY CHICKS&GLORY DICKS: Die Chicks* forschen an lnszenierungsstrategien von Expert*innen, die ihr Geschlecht oder ihre sexuelle Orientierung im Beruf/Alltag herausstellend performen. Die Stipendiat*innen der flausen-Residenz suchen bei Sexworkern und Queeren Menschen, die ihr Gender nicht definieren. Inwieweit wird diese persönliche oder politische Entscheidung verkörpert? Eine lustvolle Suche nach Alternativen zum heteronormativen Geschlechterbild beginnt: Wie können popkulturelle Strategien, die nicht-heteronormative Identitäten feiern, auf Performer*innen-Körper übertragen und als neu gedachter Mainstream performt werden? Wie kann mit queerer oder sexualisierter Selbstdarstellungspraktik im theatralen Rahmen experimentiert werden, um Identität neu zu denken?