Konzeptionsprojekte Erfahrungsberichte

 

Projekte 2016

 

PORTS (November 2016 in Hamburg)
geheimagentur

„PORTS – Vom Recht auf Meer“ führt die Auseinandersetzung der geheimagentur mit dem Hamburger Hafen, der Seefahrt und den Möglichkeiten eines Denkens und Handelns vom Meer aus weiter, die schon 2014 mit „Essay upon Projects“ angerissen und mit „Ein Kreuzfahrtterminal“ 2015 vertieft wurde. Während bei „Ein Kreuzfahrtterminal“ noch die gemeinsame Intervention vor Ort im Hafen im Zentrum stand, ging es bei PORTS um eine internationale Perspektive auf das Thema: Vier Teams der geheimagentur gingen im Sommer 2016 auf Reise in Hafenstädte – Lagos, Venedig, Hong Kong und New York – um dort alternative Praktiken der Hafennutzung zu erforschen. In Lagos und Hamburg wurde der von Geflüchteten organisierte Seehandel zwischen diesen beiden Orten in den Blick genommen, in Venedig trafen wir Akteure des zivilgesellschaftlichen Widerstands gegen die Kreuzfahrtindustrie, in New York nahm die geheimagentur am „Battle of Mau Mau Island“, einer jährlichen Regatta der radical seafarers, teil, und in Hongkong entdeckten wir schwimmende Spielcasinos im südchinesischen Meer. Als Rahmen für diese unterschiedlichen Themen, Inhalte und Materialien gründete die geheimagentur die Hamburg Port Hydrarchy (HPH), auch mit dem Ziel, die Erkenntnisse und Erfahrungen für den Hamburger Hafen nutzbar zu machen.

Die HPH unterteilt sich für PORTS in vier Departments – Cruiseology, Paralogistics, Sky Luck und Radical Seafaring – und darin drückt sich auch eine für uns andere Struktur kollektiven Arbeitens aus. Die Departments erarbeiteten ausgehend von den Recherchereisen weitgehend autonom Performances für PORTS, wobei die einzelnen Ideen immer wieder ins Kollektiv zurückgetragen und dort diskutiert wurden. Auf diese Weise kann eine breit angelegte und formal abwechslungsreiche Bearbeitung des Themas erreicht werden.

Gleichzeitig entwickelt das Kollektiv einen gemeinsamen Rahmen und Abschluss für die unterschiedlichen Ansätze – die Struktur des Abends spiegelt so die Arbeitsweise wieder: Aufführungsort war die MS Stubnitz, und nach einer gemeinsamen Begrüßung durch die HPH an Deck konnte sich das Publikum frei über das Schiff bewegen und an vier Stationen in jeweils 20-minütigen Performances von der Arbeit der Departments erfahren.

Zum Abschluss lud die HPH zur Hauptversammlung, um die stadtpolitische Entwicklung der konkreten Umgebung der MS Stubnitz (Baakenhöft/Baakenhafen) in den Blick zu nehmen, und mit der Vision eines Free Port Baakenhöft auch die Möglichkeiten einer Fortsetzung und konkreten Anwendung der Erfahrungen aus PORTS in weiteren hafenprojekten zu skizzieren.

Trailer: http://www.geheimagentur.net/