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Sonderprogramm GLOBAL VILLAGE LABS

Global Village Labs, Fonds Darstellende Künste, Sonderprogramm

Ein Pilotprojekt für Darstellende Künste im ländlichen Raum

Der Fonds Darstellende Künste möchte die ländliche Kunstproduktion in den Darstellenden Künsten befördern und dabei insbesondere  internationale Zusammenhänge in den Blick nehmen. Ziel ist hierbei der wechselseitige Austausch zwischen Wissenschaft, Kunst und Gesellschaft. Hierfür fördert der Fonds Darstellende Künste unter dem Titel GLOBAL VILLAGE LABS Labore von Künstler*innen(-gruppen) aus dem ländlichen Raum, die auch auf dem Land realisiert werden.

DAS SONDERPROGRAMM
GLOBAL VILLAGE LABS richtet sich mit dem Pilotprojekt gezielt an Akteur*innen im ländlichen Raum, die ein künstlerisches Forschungsvorhaben mit globaler Perspektive realisieren möchten. Dies kann geschehen durch die Einbeziehung internationaler Gäste, Künstler*innen oder Referent*innen, durch die Verbindung von globalen Themen mit örtlichen Erfahrungen und Gegebenheiten, durch die Einbeziehung von interkulturellen Kompetenzen vor Ort oder die aktive Mitwirkung/Einbindung einer interkulturellen Zielgruppe.

WAS WIRD GEFÖRDERT?
Gefördert werden mehrtägige Laborvorhaben, in denen der gegenseitige Austausch von regionalen wie internationalen Aspekten zwischen Wissenschaft, Kunst und Gesellschaft im Mittelpunkt steht. Regional vorhandene interkulturelle Perspektiven können einbezogen und weiterentwickelt werden oder Recherchen erfolgen, in denen globale Fragen anhand lokaler Symptome im ländlichen Raum aufgegriffen und Vernetzungen von Akteur*innen im ländlichen Raum geschaffen werden. Darüber hinaus sind öffentliche Impulse im Rahmen des jeweiligen Labors für die oder mit den Bewohner*innen der Region gewünscht. Der internationale Aspekt kann auch über Einbeziehung der vorhandenen interkulturellen und translokalen Kompetenzen der Bewohner*innenschaft in das Labor einfließen.

WER KANN SICH BEWERBEN?
Auf die GLOBAL VILLAGE LABS können sich langjährig tätige künstlerische Einrichtungen, Ensembles oder Künstler*innen(-gruppen) aus dem ländlichen Raum  oder Akteur*innen aus Kleinstädten (bis 20.000 Einwohner*innen) unter besonderer Einbeziehung des ländlichen Raums bewerben.

WIEVIEL KANN BEANTRAGT WERDEN?
Für die Realisierung können Förderungen in Höhe von 10.000 bis 20.000 Euro beantragt werden, eine Kofinanzierung ist nicht zwingend erforderlich. In begründeten Ausnahmefällen können bei besonders aufwendigen Vorhaben auch 25.000 Euro beantragt werden.

WIE FUNKTIONIERT DIE ANTRAGSTELLUNG?
Der Fonds Darstellende Künste hat aufgrund der kurzfristigen Antragsfrist eine einfache, unbürokratische Antragsstellung auf den Weg gebracht und leistet eine organisatorische wie auch fachliche Beratung im Antragsverfahren. Die Anträge sehen die Kurzbeschreibung einer Kernidee für die Gestaltung und Durchführung eines mehrtägigen Labors sowie Angaben zu den Antragsteller*innen und ihrer bisherigen Tätigkeit vor.
Anträge können ausschließlich online auf unserer Homepage gestellt werden.

Bitte lesen Sie vorab die Regularien. Füllen Sie anschließend das Online-Formular aus.

FRISTEN, ENTSCHEIDUNG UND REALISIERUNGSZEITRAUM (WICHTIG!)
Der Antragszeitraum ist vom 25. Juli bis zum 25. August 2019. Am 10. September 2019 entscheidet eine Fachjury darüber, welche Vorhaben realisiert werden (die Jurymitglieder werden im Laufe der Antragsfrist auf der Homepage des Fonds bekannt gegeben). Die Vorhaben müssen zwischen dem 15. September 2019 und dem 15. Dezember 2019 realisiert werden. Sie müssen an Orten im ländlichen Raum stattfinden.
Der Fonds ermöglicht dieses kurzfristige Pilotprojekt, in Zusammenarbeit mit der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, auch um Rückschlüsse auf kommende Fördermöglichkeiten im ländlichen Raum für den Bereich der Darstellenden Künste zu ziehen.

GIBT ES BEISPIELE FÜR EINE INHALTLICHE AUSGESTALTUNG?
Globale Fragestellungen zu Themen wie Klima, Migration, Rechtsruck, Digitalisierung u.a. können unter dem jeweiligen örtlichen Blick thematisiert werden und ggf. lokale Symptome aufzeigen/aufgreifen. Hierfür ist eine Zusammenarbeit mit internationalen künstlerische wie wissenschaftliche Aktiven und mit Bewohner*innen gewünscht.
Beispiele: Den Komplex Klima betreffend wäre es denkbar, die durch Trockenheit in den letzten Jahren unter Druck geratene Landwirtschaft mit persönlichen Berichten der Menschen aus ganz anderen Teilen der Welt und mit einer völlig anderen Perspektive auf das Klima zusammen zu bringen.
Oder Fragen rund um das Thema Digitalisierung, deren Entwicklung ländliche Gebiete immer öfter doppelt trifft – mangelnder Netzausbau/Abgehängtheit einerseits, das Verschwinden der sozialen Räume/die Vereinzelung andererseits – könnten analoge Gemeinwesen-Projekte, etwa „Zeit- oder Dienstleistungstauschbörsen“, wie sie im skandinavischen Raum existieren, gegenübergestellt werden. Oder gilt es, aus wieder anderer Perspektive gedacht, auf dem Dorf Modelle für die Metropolregionen dieser Welt zu entwickeln und zu fragen, wie partizipatorische Teilhabe am Gemeinwesen durch Viele eigentlich praktisch aussehen kann?

WARUM DIESES THEMA?
Eine zeitgenössische Kunstproduktion setzt voraus, die eigene lokale Realität auch immer in ein weltoffenes Verhältnis zu setzen und eine Haltung zu dem über das Einzelinteresse Hinausgehende zu entwickeln. In diesem Sinne geht es darum, die Kunstproduzent*innen aus dem ländlichen Raum als Expert*innen mit ihren teils avancierten Themenfeldern und ganz eigenen Erfahrungsräumen sichtbar werden zu lassen. Die Darstellenden Künste auf dem Land können in ihrer Kontextualisierung eine sehr eigene Analyse, Konzept- und Kunstentwicklung betreiben, die wiederum auch Impulse für städtische Kunstproduktionen geben kann.
Diese Fertigkeit kann in den mehrtägigen Laboren erprobt werden, die zumindest teilweise auch anderen Interessierten zur Teilnahme offenstehen. Die Labore können zur Entwicklung von konkreten Projektvorhaben für den Zeitraum 2020/21 führen.
Sie werden dokumentiert und ein gegenseitiger Austausch zwischen den künstlerischen Initiator*innen der jeweiligen Labore soll gewährleistet werden, um eine mittelfristige Netzwerkbildung für Darstellende Künste im ländlichen Raum voranzutreiben. Wir bitten die Initiator*innen der Labore hierfür im Kosten- und Finanzierungsplan auch ein Budget für den Besuch von ein bis zwei anderen Laboren einzuplanen.

Das Dorf als Ort der zukünftigen Kunstproduktion, in dessen aktuellen Gefügen immer auch ein Teil der Welt sichtbar wird: Village Global – Global Village!

KONTAKT

Christina Röfer
Projektleitung
Sonderprogramm „Konfiguration“
Sonderprogramm „GLOBAL VILLAGE LABS“

Fonds Darstellende Künste
Lützowplatz 9
10785 Berlin
030 26392950-14
projekt@fonds-daku.de
www.fonds-daku.de

(in der Geschäftsstelle Mo-Fr 10.00-16.00 Uhr erreichbar)

Micha Kranixfeld
Fachliche Begleitung

 

Der Fonds Darstellende Künste hat die Ausschreibung in enger Koordination mit den Mitgliedsverbänden Bund Deutscher Amateurtheater (BDAT) und der Bundesarbeitsgemeinschaft Spiel und Theater (BAG) entworfen.