Forschungsprogramm zur Förderungsituation in den Freien Darstellenden Künsten

„Mehr Zeit und Raum“ forderte das 2. Bundesforum des Fonds Darstellende Künste und des Bundesverbands Freie Darstellende Künste im Herbst 2019 in Berlin und listete die Baustellen auf, an denen kulturpolitisch weiter zu arbeiten wäre.

Seit Frühjahr 2020 hat sich die Situation in den Darstellenden Künsten extrem verändert. Zwei Seiten prägen das Bild: einerseits Stillstand der Bühnenarbeiten bis zum existentiellen Notstand für Künstler*innen, andererseits neue (digitale) Formate, künstlerische Recherchen und innovative Konzeptentwicklungen unter den veränderten Bedingungen. Maßnahmenpakete wie #TakeThat des Fonds Darstellende Künste und weitere Förderprogramme von Bund, Ländern und Kommunen sollen Existenzen sichern, künstlerisches Arbeiten unter veränderten Vorzeichen ermöglichen und den Neustart Kultur gewährleisten.

Das kann auch die Stunde sein, um über die Potentiale der Theaterlandschaft und ihre Reform nicht nur nachzudenken, sondern auch neu zu konzeptionieren.

Unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Wolfgang Schneider, Kulturwissenschaftler und Vorstandsvorsitzender des Fonds Darstellende Künste, initiiert der Fonds ein wissenschaftliches Forschungsprogramm zur Förderung in den Freien Darstellenden Künsten. Interdisziplinär besetzt, untersucht ein Team von Wissenschaftler*innen von unterschiedlichen Universitäten Wirkmechanismen und Potentiale kulturpolitischer Instrumentarien. Jede einzelne Studie des Programms korrespondiert mit Desideraten im System der Kulturförderung und orientiert sich darin an den verschiedenen Förderprogrammen des Maßnahmenpakets #TakeThat, die ihrerseits als Reaktion auf identifizierte strukturelle Reformbedarfe konzipiert wurden – seien diese der aktuellen oder der schon länger bestehenden Situation geschuldet.

Erste Einblicke in ihre Forschungsarbeiten gewähren die Wissenschaftler*innen bei der dreitägigen Fachkonferenz „Bundesforum 2021“ im September. Die finalen Ergebnisse und damit verbundene Handlungsempfehlungen werden bei einem Symposium im November 2021 vorgestellt.

Übersicht der Teilstudien

Förderung von künstlerischen Produktionen unter veränderten Vorzeichen

Kai Van Eikels
Prof. Dr. Kai van Eikels | Ruhr-Universität Bochum |

Kai van Eikels ist Philosoph, Theater- und Literaturwissenschaftler. Nach Gastprofessuren in Gießen, Berlin und Hildesheim ist der derzeit als Akademischer Oberrat am Institut für Theaterwissenschaft der Ruhr-Universität Bochum. Seine Forschungsschwerpunkte sind anarchische, selbstorganisierte Kollektivformen; Kunst und Arbeit; Politiken des Performativen; Synchronisierung, Zeit und Materialität; Cuteness. Veröffentlichungen u.a. „Die Kunst des Kollektiven. Performance zwischen Theater, Politik und Sozio-Ökonomie“ (2013); „Art works – Ästhetik des Postfordismus“ (mit dem Netzwerk Kunst + Arbeit, 2015); „Synchronisieren. Ein Essay zur Materialität des Kollektiven“ (2020);
Theorie-Blog: https://kunstdeskollektiven.wordpress.com

Foto: privat

Recherche, Projekt, Konzept –

Kurz- und mittelfristig wirkende Förderungen künstlerischer Arbeitspraxis im Vergleich

Philipp Schulte
Prof. Dr. Philipp Schulte | Hessische Theaterakademie, Frankfurt/Main |

Philipp Schulte ist Professor mit Schwerpunkt Szenographie- und Performancetheorie an der Norwegischen Theaterakademie (Fredrikstad), Gastprofessor für Szenographie an der Hochschule für Gestaltung Karlsruhe sowie Geschäftsführer der Hessischen Theaterakademie (Frankfurt/M.). Er studierte Angewandte Theaterwissenschaft in Bergen (Norwegen) und Gießen, wo er 2011 promovierte. Nach der Promotion arbeitete er acht Jahre lang als wissenschaftlicher Mitarbeiter in Gießen. Seit 2012 leitet er von ihm konzipierte Internationale Festivalcampus- und Akademieformate (Ruhrtriennale, Theaterformen Hannover/Braunschweig, KunstFestSpiele Herrenhausen (gemeinsam mit Antonia Rohwetter)). Als freier Autor und Dramaturg arbeitete er u. a. für das zaungäste ensemble (Frankfurt/M.), Liam Al-Zafari (Oslo), Mamoru Iriguchi (Edinburgh), Andreas Bachmair (Amsterdam), Mathias Max Herrmann (Hannover) und das inklusive Performancekollektiv I Can Be Your Translator (Dortmund). Er hat zahlreiche Aufsätze und Bücher veröffentlicht. Schulte lehrte und lehrt Theatertheorie an unterschiedlichen Universitäten und Kunsthochschulen in Deutschland und Norwegen.
Foto: Dirk Rose

Förderung von Kooperationen

Veronika Darian
Prof. Dr. Veronika Darian | Universität Leipzig |

Veronika Darian ist Juniorprofessorin für Gegenwartstheater in historischer Perspektive mit den Schwerpunkten Transmedialität und Transkulturalität am Institut für Theaterwissenschaft der Universität Leipzig und Vorstandsmitglied des dortigen Centre of Competence for Theatre. Nach einem Studium der Musik- und Theaterwissenschaft, Germanistik und Italianistik in Bonn und Leipzig promovierte sie zum „Theater der Bildbeschreibung“ (München 2011). Weitere Publikationen (Auswahl): „Gestische Forschung. Perspektiven und Praktiken“ (Mithg., Berlin 2020), „Die Praxis der/des Echo. Zum Theater des Widerhalls“ (Mithg., Frankfurt/M. 2015) und „Mind the Map! – History Is Not Given“ (Mithg., Frankfurt/M. 2006). Sie forscht, publiziert und lehrt, zunehmend auch kollaborativ, insbesondere zu Fremdheitsforschung, theaterwissenschaftlicher Alter(n)s- und Dingforschung, Biographie und Narration in Theater, Tanz und Performance, Theater in Gesellschaft(en) in Transformation und „Schauplätzen des Eigensinns“. Die Teilstudie zur Förderung von Koorperationen bearbeitet sie zusammen mit Dr. Melanie Gruß und Verena Sodhi, B.A., mit denen sie u.a. schon zusammengearbeitet hat für die Evaluation des Bündnisses internationaler Produktionshäuser.
Foto: privat

Melanie Gruß
Dr. Melanie Gruß | Universität Leipzig |

Melanie Gruß ist seit 2018 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Theaterwissenschaft der Universität Leipzig und am Tanzarchiv Leipzig e.V. Sie studierte Theaterwissenschaft, Psychologie und Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft in Leipzig und Paris. Mit der Dissertation „Synästhesie als Diskurs. Sehnsuchts- und Denkfigur zwischen Kunst, Medien und Wissenschaft" promovierte sie 2015, unterstützt durch ein Stipendium des Freistaates Sachsen. Ihre Forschungsschwerpunkte sind die Theater-, Tanz- und Kulturgeschichte der Moderne, Verknüpfungen von Bewegungs- und Wissenskulturen sowie Schnittstellen zwischen den Künsten, Medien und Wissenschaften. Neben der Lehre am Institut für Theaterwissenschaft ist sie aktuell in diverse Projekte eingebunden (Evaluation des Bündnisses internationaler Produktionshäuser, Aufbau der NFDI4culture, Tanz digital) und arbeitet an einem eigenen Forschungsprojekt zur Geschichte des Tanzarchivs Leipzig und der Tanzforschung in der DDR.
Foto: privat

Verena Sodhi
Verena Sodhi | Universität Leipzig |

Verena Sodhi absolvierte eine Ausbildung zur Bühnentänzerin und Tanzpädagogin am Ballettförderzentrum in Nürnberg mit dem Schwerpunkt klassisches Ballett. Aktuell studiert sie im Masterstudiengang Theaterwissenschaft transkulturell an der Universität Leipzig. Sie arbeitet seit 2019 für das Tanzarchiv Leipzig e.V. u.a. an der Evaluation des Bündnisses internationaler Produktionshäuser, sowie als studentische Hilfskraft am Institut für Theaterwissenschaft. Seit mehreren Jahren unterrichtet sie Kurse in klassischem Ballett, Kindertanz und Modern Jazz. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der Tanzforschung und -vermittlung, sowie zeitgenössischen Theater- und Performanceformaten.
Foto: privat

Förderung von Diversität

Özlem Canyürek
Dr. Özlem Canyürek (angefragt) | Universität Hildesheim|

Özlem Canyürek hat in Istanbul Soziologie, Kulturmanagement und Kulturpolitik studiert. 2021 promovierte sie in Kulturwissenschaften und Ästhetische Praxis am Institut für Kulturpolitik der Universität Hildesheim mit einer Arbeit über „Cultural Diversity in Motion. Rethinking Cultural Policy and Performing Arts in an Intercultural Society“, unterstützt durch das Doktorandenprogramm von ZBI (Zentrum für Bildungsintegration – Diversity und Demokratie in Migrationsgesellschaften). Ihre Forschung beschäftigt sich mit der Aufgabe und Rolle der Kulturpolitik zur Aktivierung von Diversität. Derzeit arbeitet sie als freiberufliche Kulturpolitikforscherin und Dozentin. Sie ist Ansprechpartnerin für den intersektionalen Diversitätsrahmen des Netzwerks PostHeimat, gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes. Sie ist Mitglied der GLOSACI.
Foto: Jens Schmidt

Förderung von Nachhaltigkeit

Maximilian Haas
Dr. Maximilian Haas | Universität der Künste Berlin |

Maximilian Haas ist Theater-/Medienwissenschaftler sowie Dramaturg und lebt in Berlin. Er ist Postdoktorand am DFG-Graduiertenkolleg „Das Wissen der Künste“ an der Universität der Künste Berlin. Haas studierte Angewandte Theaterwissenschaft an der Justus-Liebig-Universität Gießen und wurde mit einer praxis-basierten Dissertation zum Thema „Tiere auf der Bühne: Eine ästhetische Ökologie der Performance“ an der Kunsthochschule für Medien Köln promoviert. Seine wissenschaftliche Forschung umfasst die Theorie und Praxis von Dramaturgie im zeitgenössischen Tanz und Theater, die Ästhetik performativer Künste, die Methodik und Epistemologie künstlerischer Forschung, Science und Animal Studies sowie ökokritische Diskurse. Das aktuelle Projekt befasst sich in performancetheoretischer Hinsicht mit ästhetischem Wissen und künstlerischem Handeln im neuen Klimaregime. Haas war an der Volksbühne am Rosa Luxemburg-Platz Berlin und den Berliner Festspielen engagiert und kollaborierte dramaturgisch mit Künstler*innen wie Hannah Hurtzig (Mobile Academy Berlin), Lucie Tuma, Martin Nachbar und Jeremy Wade. Mit Margarita Tsomou kuratiert er seit 2018 die Diskursreihe „Burning Futures: On Ecologies of Existence“ am Berliner HAU Hebbel am Ufer.
Foto: Foto: Elise Von Bernstorff

Sandra Umathum
Prof. Dr. Sandra Umathum | Hochschulübergreifendes Zentrum Tanz Berlin |

Sandra Umathum ist Theater- und Performancewissenschaftlerin, Dramaturgin und seit 2020 Professorin für (Angewandte) Theorie Tanz, Choreografie, Performance am Hochschulübergreifenden Zentrum Tanz Berlin (HZT). Von 2010 bis 2012 war sie Gastprofessorin für Dramaturgie an der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig und von 2013 bis 2018 Professorin für Theaterwissenschaft und Dramaturgie an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin. Sie promovierte mit „Kunst als Aufführungserfahrung“, einer Studie über intersubjektive Erfahrungen in der Ausstellungskunst (transcript 2011) und ist Mitherausgeberin u. a. von „Disabled Theater“ (diaphanes 2015) oder „Postdramaturgien“ (Neofelis 2020). Zu ihren Forschungsschwerpunkten zählen Theorie und Praxis des Gegenwartstheaters und der Performance, Relationen von Darstellender und Bildender Kunst seit den 1950er Jahren, Performance & Disability, Performance und/als Dokumentation, Schießen (mit der Waffe und mit der Kamera) sowie neue Formen und Praktiken der Dramaturgie. Im Rahmen von Impulse Theater Festival kuratierte sie 2018 die „Akademie des Prekären #2: Unsichere Begegnungen“ (studiobühne Köln). Außerdem war sie Ko-Kuratorin von „Dirty Debüt“, einer Veranstaltungsreihe zur Unterstützung junger Performance Künstler*innen (Sophiensaele Berlin, 2018/19; Ballhaus Ost, 2020).
Foto: privat

Förderung der Freien Darstellenden Künste im sozialräumlichen Kontext

Micha Kranixfeld
Micha Kranixfeld, M.Sc. | Universität Koblenz-Landau |

Micha Kranixfeld studierte Kulturwissenschaften in Hildesheim und Urban Design in Hamburg. Er ist Mitglied von SYNDIKAT GEFÄHRLICHE LIEBSCHAFTEN und FRL. WUNDER AG, mit denen er forschende Kunstprojekte in sozialen Feldern entwickelt. Für Festivals und Tagungen entwirft er Wissens- und Gesprächsformate. Nach Lehraufträgen an der FH Dortmund ist er seit 2020 als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Koblenz-Landau beschäftigt. Im Rahmen des BMBF-geförderten Projekts DO_KiL werden dort künstlerische Residenzen als Formate Kultureller Bildung in ländlichen Räumen erforscht.
Foto: Tony Franz

Künstliche Intelligenz als Innovationspotential in den Freien Darstellenden Künsten?

Hilke Berger, Global village ventures, Fonds Darstellende Künste
Dr. Hilke Marit Berger | CityScienceLab/HafenCity Universität Hamburg |

Hilke Marit Berger ist Stadtforscherin und beschäftigt sich an der Schnittstelle von Kulturwissenschaften und Stadtplanung mit der Verbindung technischer Fragestellungen und gesellschaftlichen sowie kulturellen Entwicklungen. Ihr Forschungsinteresse gilt Praktiken der Teilhabe, Co-Creation und kollektiver Stadtgestaltung im Bereich künstlerischer Praxis und Politik. In ihrer aktuellen transdisziplinären Forschung untersucht sie das kollaborative Potential von Mixed Reality Anwendungen (vor allem VR und AR) für Partizipationsprozesse der Stadtplanung. Sie ist als Jurorin in diversen Kontexten und Beiräten tätig, entwickelte, koordinierte und arbeitete für mehrere künstlerische und wissenschaftliche Projekte, für Festivals, Theater, Universitäten und Behörden in Leipzig, Berlin und Hamburg. Sie hält international Vorträge und publiziert. Aktuell ist sie als Wissenschaftlerin im CityScienceLab der HafenCity Universität Hamburg (eine Kooperation mit dem Media Lab des MIT Cambridge / USA) tätig und hier u.a. für das Forschungsprogramm verantwortlich.
Foto: Elisa Braun

Förderung einer Kunst der Vermittlung: Das Publikum im Digitalen

Henning Mohr
Dr. Henning Mohr| Kulturpolitische Gesellschaft, Essen |

Henning Mohr leitet seit Januar 2020 das Institut für Kulturpolitik der Kulturpolitischen Gesellschaft. In seiner Tätigkeit setzt er sich intensiv mit den Grundzügen einer innovationsorientierten Kulturpolitik auseinander. Vorher arbeitete er als Kultur- und Innovationsmanager, u.a. für das Deutsche Bergbau-Museum Bochum und die Zukunftsakademie NRW. Zwischen 2012 und 2016 promovierte Henning Mohr am DFG-Graduiertenkolleg „Innovationsgesellschaft heute“ (TU Berlin, Institut für Soziologie) über die Innovationspotentiale künstlerischer Prozesse.
Foto: Helena Grebe

Stadt, Land, Bund – Vorschläge zur Abstimmung der Förderinstrumentarien im politischen Mehrebenensystem

und

Förderung von Theaterentwicklungsplanungen

Thomas Schmidt
Prof. Dr. Thomas Schmidt | Hochschule für Musik und Darstellende Kunst, Frankfurt/Main|

Thomas Schmidt ist seit 2010 Professor für Theatermanagement an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt/Main. Er leitet den gleichnamigen Masterstudiengang zur Ausbildung von Studierenden für Management-Aufgaben an Theatern und Orchestern, in freien Gruppen und Festivals. Thomas Schmidt hat Literatur, Sprachen und Wirtschaftswissenschaften studiert und wurde zu Programm und Spielplangestaltung im Theater promoviert („Die Regeln des Spiels“ VS Springer). Er hat zahlreiche Publikationen zu Theatermanagement und - reform, Organisationsentwicklung und Kulturpolitik, u.a., 2017 „Theater, Krise und Reform“ und 2019 die Studie „Macht und Struktur im Theater“ publiziert. Schmidt hat einige Jahre in einer freien Company gearbeitet, er war Produzent und Dramaturg und schrieb Texte für fünf Uraufführungen, von denen einige ausgezeichnet wurden. 2003 wurde Schmidt als Geschäftsführender Direktor und Co-Intendant, und später Intendant an das Nationaltheater Weimar berufen.
Foto: privat

Kanon der Förderung der Freien Darstellenden Künste auf Bundesebene

Julius Heinicke
Prof. Dr. Julius Heinicke | Universität Hildesheim|

Julius Heinicke ist Professor für Kulturpolitik und Inhaber des UNESCO-Lehrstuhls „Cultural Policy for the Arts in Development“ an der Universität Hildesheim. Von 2017-2020 war er Professor für angewandte Kulturwissenschaften an der Hochschule Coburg im Projekt „Coburger Weg“, das 2019 mit dem Genius Loci-Preis des Stifterverbands ausgezeichnet wurde. Nach dem Studium der Kultur- und Theaterwissenschaften promovierte er an der Humboldt-Universität zu Berlin über Theater und Politik in Zimbabwe und forschte und lehrte danach vier Jahre lang am Institut für Theaterwissenschaft der Freien Universität Berlin. Seit 2017 leitet er des Forschungsprojekts „Schnittstellen zwischen Hochkultur und Kultureller Bildung“ und habilitierte sich 2019 mit der Schrift „Sorge um das Offene: Verhandlungen von Vielfalt mit und im Theater“, erschienen im Verlag Theater der Zeit.
Foto: DieHoffotografen

Johanna Kraft
Johanna Kraft | Universität Hildesheim |

Johanna Kraft arbeitet seit 2020 bei der LKJ Baden-Württemberg als Bildungsreferentin im FSJ Kultur. Von 2015 - 2019 studierte sie den Master Kulturvermittlung an der Universität Hildesheim mit dem Schwerpunkt Internationale Kulturpolitik und Arts Education.
Foto: Henry Cyrenius

Regionale Perspektive(n): Landesverbände der Freien Darstellenden Künste

Aron Weigl
Dr. Aron Weigl | EDUCULT, Wien |

Aron Weigl ist Geschäftsführer des Forschungs- und Projektinstituts EDUCULT – Denken und Handeln in Kultur und Bildung, mit Sitz im MuseumsQuartier Wien. In dieser Funktion betreut er Studien, Evaluationen und Konzeptentwicklungen in den Bereichen Kultur, Bildung und Politik vor allem in Österreich, Deutschland und der Schweiz sowie europaweit. Dabei stehen insbesondere Fragestellungen an den Schnittstellen dieser Bereiche im Fokus. Unter anderem entstanden so beispielsweise die Studie zu Förderstrukturen Kultureller Bildung in Bezug zu den freien darstellenden Künsten (Bundesverband Freie Darstellende Künste 2018), die Evaluation des Theaterfestivals „Politik im Freien Theater“ 2018 in München (Bundeszentrale für politische Bildung 2019) und das Nutzungs- und Betriebskonzept für das neue Kinder- und Jugendtheater in Frankfurt (Kulturamt Frankfurt am Main 2020). Aron Weigl hat an der Universität Hildesheim zum Thema Auswärtige Kulturpolitik promoviert und ist Mitglied des wissenschaftlichen Beirats der Internationalen Konferenz für Kulturpolitikforschung.
Foto: EDUCULT

Die Teilstudie erfolgt in Zusammenarbeit und im Auftrag des Bundesverbands Freie Darstellende Künste, gefördert durch den Fonds Darstellende Künste.

Leitung & Koordination

Wolfgang Schneider, Fonds Darstellende Künste, Vorstand
Prof. Dr. Wolfgang Schneider | Wissenschaftliche Leitung & Vorstandsvorsitzender Fonds Darstellende Künste |

Wolfgang Schneider war Gründungsdirektor des Instituts für Kulturpolitik der Universität Hildesheim und Inhaber des UNESCO-Lehrstuhls „Cultural Policy for the Arts in Development“ (2014 – 2020). Er war der erste Leiter des Kinder- und Jugendtheaterzentrums in der Bundesrepublik Deutschland, Vorsitzender des Theaterbeirates Niedersachsen, Mitglied des Beirates Tanz und Theater des Goethe-Instituts und als Sachverständiges Mitglied der Enquete-Kommission „Kultur in Deutschland“ des Deutschen Bundestages Berichterstatter u.a. für das Kapitel Theater. Er ist Vorsitzender des Fonds Darstellende Künste e.V., persönliches Mitglied der Deutschen UNESCO-Kommission, Vertrauensdozent der Friedrich Ebert-Stiftung, Mitglied des Bundesvorstandes des Kulturforums der Sozialdemokratie, Mitglied des Vorstandes der Initiative für die Archive des Freien Theaters e.V., Mitglied des Internationalen Theater-Instituts, Mitglied des Rates für darstellende Kunst und Tanz im Deutschen Kulturrat, Ehrenmitglied der ASSITEJ Deutschland und der Schweiz, sowie Ehrenpräsident der Internationalen Vereinigung des Theaters für Kinder und Jugendliche. 2018 wurde er wegen seines ehrenamtlichen internationalen Engagements vom Bundespräsidenten mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse ausgezeichnet. Zahlreiche Veröffentlichungen zur Theaterpolitik, Herausgeber u.a. von „Theater und Schule. Handbuch zur kulturellen Bildung“ (2009), „Theater und Migration. Herausforderungen für Kulturpolitik und Theaterpraxis“ (2011), „Theater entwickeln und planen. Kulturpolitische Konzeptionen zur Reform der Darstellenden Künste“ (2014), „Theatermachen als Beruf. Hildesheimer Wege“ (zusammen mit Julia Speckmann, 2017); „Partizipation als Programm. Wege ins Theater für Kinder und Jugendliche“ (zusammen mit Anna Eitzeroth, 2017), „Performing the Archive. Studie zur Entwicklung eines Archivs des Freien Theaters“ (zusammen mit Henning Fülle und Christine Henniger, 2018), „Theater in der Provinz. Künstlerische Vielfalt und kulturelle Teilhabe als Programm“ (zusammen mit Katharina Schröck und Silvia Stolz, 2019); „Theater in Transformation. Artistic Processes and Cultural Policy in South Africa“ (zusammen mit Lance Lebogang Nawa, 2019).
Foto: Isa Lange

Thomas Renz
Dr. Thomas Renz | Wissenschaftliche Beratung |

Thomas Renz ist Kulturwissenschaftler. Seit 2020 forscht er am Institut für Kulturelle Teilhabeforschung in der Stiftung für Kulturelle Weiterbildung und Kulturberatung in Berlin zu Fragen der strategischen Publikumsentwicklung von Kulturorganisationen. Von 2017-2020 wirkte er als kaufmännischer Geschäftsführer und künstlerischer Leiter des Stadttheaters Peiner Festsäle. Von 2010 bis 2017 lehrte und forschte er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Kulturpolitik der Universität Hildesheim. Nach Abschluss seiner Promotion 2015 über Nicht-Besucherforschung hat er mit der ‚jazzstudie2016‘, dem ‚Report Kirche und Musik‘ und der Studie „Zur Lage des Kinder- und Jugendtheaters in Deutschland“ breit diskutierte Untersuchungen zur sozioökonomischen Situation von Kulturschaffenden durchgeführt.
Foto: Colya Kareche

Kontakt:
Björn Frers (Projektkoordination)
bjoern.frers*fonds-daku.de
+49 (0) 30 6293126-33