GLOBAL VILLAGE KIDS Digital (10/2025)
Date of the jury meeting: 13 November 2025
Projects funded: 5
Wir sind permanent online, wir posten, kommentieren, schicken Emojis und Nachrichten – und doch erleben viele, wie Kommunikation an der Oberfläche bleibt. Chats werden missverstanden, Emojis fehlgedeutet, Kommentarspalten kippen ins Toxische. Digitale Räume können Nähe stiften, aber ebenso schnell Isolation und Vereinzelung verstärken. Die „leere Stimme“ ist damit ein Symbol für unsere digitale Gegenwart: Digitalität ist nicht nur Technik, sondern ein Erfahrungsraum, in dem wir uns begegnen – oder verlieren. Das Projekt „Die Leere Stimme“, das sich an Jugendliche von 12 bis 18 Jahren in Wuppertal (Nordrhein-Westfalen) richtet, sensibilisiert die Teilnehmer*innen für die Mechanismen digitaler Kommunikation und ermutigt sie zugleich, Sprache bewusst einzusetzen: als Werkzeug für Resonanz, für Zuhören und für menschliche Nähe, auch in einer Welt aus Chats, Posts und Emojis.
Das Projekt bietet Jugendlichen zwischen 12 und 16 Jahren in Apolda (Thüringen) eine kreative und kritische Auseinandersetzung mit Künstlicher Intelligenz (KI) in Verbindung mit Kunst und Handwerk ist. Ziel ist es, den Jugendlichen neue künstlerische Werkzeuge an die Hand zu geben, mit denen sie eigene Ideen in Sprache fassen, in visuelle Motive übersetzen und schließlich in bewegte Sequenzen verwandeln können. Ausgewählte Motive werden erneut in handwerklich gefertigten Objekten umgesetzt. Der praktische Umgang mit Holz bietet ein Gegengewicht zur schnellen, digitalen Arbeit und eröffnet Erfahrungsräume, in denen Geduld, Teamarbeit und Materialverständnis gefragt sind. Damit schafft das Projekt eine Brücke zwischen digitalen Technologien, kreativer Fantasie und realem Material.
Das Projekt widmet sich gemeinsam mit Jugendlichen zwischen 14 und18 Jahren in Halle (Sachsen-Anhalt) dem sinnlichen Wahrnehmen und künstlerischen Ausdruck. Die Jugendlichen erforschen ihre Umwelt mit künstlerischen Mitteln – etwa durch Hören mit Richtmikrofonen, Sehen durch Kaleidoskope oder Erkunden mit verbundenen Augen. Darauf aufbauend folgt die Reflexion: Wie nehme ich wahr? Was macht das mit mir? In Gesprächsrunden, Interviews, Zeichnungen oder Klangcollagen setzen sich die Jugendlichen mit inneren Bildern und äußeren Wirkungen auseinander. Ein zentrales Ziel ist das Empowerment: Eigene Ideen, Wünsche und Zukunftsbilder werden sichtbar gemacht – durch Schreiben, Collagieren, Zeichnen oder den Einsatz von KI-Tools. Begleitend wird die Entwicklung der Jugendlichen in Interviews dokumentiert.
,,Hugging the City/Embrace the Streets" ist ein künstlerisches Medien-Performance-Projekt, das sich mit Gesten von Nähe, Körperlichkeit und Raumwahrnehmung beschäftigt. Jugendliche zwischen 12 und 18 Jahren in Hamburg erforschen darin die Bedeutung und Wirkung von Umarmungen – im Alltag, im künstlerischen Ausdruck und im öffentlichen Raum. Die Jugendlichen übertragen diese Erfahrungen in choreografische Miniaturen. Dabei spielt der Stadtraum eine zentrale Rolle – ob enge Gasse, offener Platz oder versteckte Nische: Der Ort beeinflusst die Geste, und die Geste verändert den Ort. Die Ergebnisse werden in Form einer digitalen Ausstellung sowie über QR-Codes festgehalten.
Jede Linie beginnt mit einem Impuls. Ein Gedanke, ein Gefühl, eine Erinnerung – etwas, das aus dem Inneren kommt und im ersten Strich sichtbar wird. Im Projekt ,,Lebendige Linien“ setzen sich Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 18 Jahren in Dortmund (Nordrhein-Westfalen) analog und im digitalen Raum damit auseinander. Die Linien werden gesammelt, gefilmt, animiert und verweben sich zu dreidimensionalen Welten, die mit VR-Brillen betreten werden können: Räume aus Linien, Farben und Formen, die sich bewegen, atmen, aufeinander reagieren. Wer sie betritt, erlebt die Gefühle und Gedanken der Kinder und Jugendlichen nicht von außen, sondern mitten in ihnen – umgeben von ihren Wellen.