Produktionsförderung (09/2025)

Date of the jury meeting: 04 November 2025

Projects funded: 23

[GN-z33/6°] ist eine Solo-Performance von BENSON A'KUYIE, die Afrofuturismus, queere Schwarze Identität und Empowerment in Bewegung übersetzt. Zwischen Krump, westafrikanischen Tanztraditionen, Stimme und Projektionen entsteht eine vibrierende Landschaft, in der Wut zur Kraftquelle wird und Zukunftsbilder von Heilung und Zugehörigkeit körperlich erfahrbar werden.

Creep ist ein interdisziplinäres Performance Theaterstück für junges Publikum ab 16 Jahren. Im Zentrum steht die Auseinandersetzung mit der inneren kritischen Stimme in uns und Wegen zu mehr Selbstakzeptanz.

WUNDER?! äöü stechen mit voller Wucht ein Loch in die Oberfläche unserer krisengebeutelten Welt. Was tritt hervor? Welche Nöte, Ängste und Katastrophen verlangen ein Wunder? Zwischen Glauben, Wissenschaft, Erfahrung, (Theater-)Magie und Popkultur entsteht eine poetische Performance über das, was der Ratio entgleitet – kritisch, lustvoll und voller Staunen.

Im inklusiven RambaZamba Theater wird Kästners Klassiker von 1931 radikal auf sein zeitloses, universelles Potenzial hin befragt. Durch die Überlagerung von Text und Musik (21 downbeat) entsteht ein Kaleidoskop der Großstadt, in dem ihre in Sprache und Körper unendlich vielfältigen Bewohner:innen sich darin erproben, auf dem Vulkan zu tanzen – der offenbar einmal mehr auszubrechen droht.

Uta Lindner und ein Team von Künstlerinnen adaptieren das Bilderbuch „Die besten Beerdigungen der Welt“ für Kinder ab 4 Jahren mit Mitteln des Puppen- und Objekttheaters sowie Elementen der Performance und Musik. Das Stück in Kooperation mit dem Theater o.N. wird an dessen neuem Spielort, einer ehemaligen Leichenhalle, gezeigt.

Wohin steuert die Zukunft des technologischen Fortschritts – und damit verbunden die der Menschheit? In EXPIRED (AT) befragt Theater Titanick am Beispiel der Pflege alter Menschen die Versprechen einer zunehmend posthuman gedachten Gesellschaft. Die Produktion im öffentlichen Raum lotet mit künstlerischen Mitteln den Zwiespalt aus, den das Technisch Mögliche bietet.

Das Kollektiv KGI untersucht in Kooperation mit Stella Leder die digitale Transformation antisemitischer Muster. Mit innovativer VR-Multiplayer-Technologie erlebt das Publikum die Geschichte von Miami und Barbara Brenner zwischen Gaming-Welten und dörflicher Gewalt. Ein Mixed-Reality-Theaterstück über "Gefühlserbschaften des NS" im digitalen Zeitalter.

FREIHEIT:SIMSON | CHOFESH:SHIMSHŌN ist eine dokumentarisch-performative Theaterinszenierung über die wechselvolle Geschichte der Simson-Werke in Suhl – von ihren jüdischen Ursprüngen bis zur heutigen rechten Vereinnahmung. In einer immersiven Werkhallenlandschaft treffen Archivmaterial, Mopeds, Musik und zwei Chöre aus Zeitzeug*innen und Jugendlichen aufeinander.

Anlässlich des 30-jährigen Bestehens der Sophiensaele entwickelt die Gruppe Ariel Efraim Ashbel and friends eine abendfüllende musikalische Performance sowie eine begehbare Installation, die sich mit der historischen Bedeutung des Ortes für das jiddische Theater Berlins zu Beginn des 20. Jahrhunderts beschäftigt.

Das Letzte Kleinod realisiert ein Dokumentartheater über die Stahlindustrie. HÜTTENWERK erzählt von den sozialen Bedingungen in beiden Teilstaaten, die innerdeutschen Wirtschaftsbeziehungen und die gravierenden Entwicklungen nach dem Fall der Mauer. Das Stück fährt mit tonnenschweren Stahlprodukten als Eisenbahntheater durch mehrere Bundesländer.

It’s a (wo)MAN’s World ist eine interdisziplinäre Performance zwischen Oper, Drag und K-Pop. Inspiriert von einer wahren Spionagegeschichte, hinterfragt das FLINTA*-Team um Olivia Hyunsin Kim / ddanddarakim westliche Männlichkeitsbilder und die Unsichtbarkeit asiatischer Körper auf deutschen Bühnen – radikal, verspielt, politisch und mit Queerer Power.

IWantToBeFamous is a roller–disco–inspired performance about fame, bacteria, and digital culture. Blending dance, roller skating, and TikTok aesthetics, it reveals how visibility is shaped by microbiomes and algorithms. With humour and intensity, Pinkmetalpetal Productions fuses science, subculture, and choreography into a playful reflection on desire and control.

LOVE INC. ist eine immersive Performance über Romance Fraud und „Pig Butchering“, der härtesten Form von Online-Betrug, in dem die Opfer bis auf den letzten Cent ausgeblutet werden. Das Projekt lädt die Zuschauer:innen in ein begehbares Scam-Compound ein, sucht nach den Geschichten hinter Opfern und Täter:innen und macht das Vorgehen der Scammer:innen in 1:1 Performances am eigenen Leib erfahrbar.

„Männer rollen“ ist ein interdisziplinäres Tanzstück zu Männlichkeit, Handwerk und Machtverhältnissen. Umgeben von genormten Paletten feiern wir körperliche Arbeit und hinterfragen Normen. Gemeinsam mit einem queeren, intergenerationellen Cast bringen wir Männerbilder, Europaletten, Kabeltrommeln und Körper in Bewegung und erzählen auf kraftvolle Weise verletzliche Geschichten von Männlichkeit.

Nami ist eine Tanzperformance von Mutter und Tochter, die sich um einen gemeinsamen Weg, eine gemeinsame Vergangenheit und die Bereitschaft zur Veränderung dreht. Beide teilen den selben Mangel – ein existenzielles Fehlen an mütterlicher Liebe – und sind auf der ständigen Suche nach der „Wärme einer Mutter“, die sie nie erfahren haben. Sie bahnen sich einen Weg zu Resilienz und Akzeptanz.

Das multimediale Dokumentarstück skaliert die europäische Debatte um Sicherheit und Abschottung auf das menschliche Maß persönlicher Schicksale. In einer Kombination aus dokumentarischen Filmaufnahmen, performativen Szenen und Reenactments in Virtual Reality, untersucht das Stück Dynamiken des Widerstands.

Die Wahl ist der Sturm, der die gesellschaftliche Ordnung erschüttert. Menschen werden durchgeschüttelt, in existentielle Angst versetzt, stürzen in Unsicherheit. Nach dem Sturm aber: eine Insel, ein Raum der Neuordnung. Hier beginnt die eigentliche Auseinandersetzung – mit Trauma, Angst und der Frage, ob Vergebung oder Verhärtung möglich ist. – „Der Sturm“ als Metapher für den politischen Moment.

Mit SANCHA LAURA unternimmt Hauen und Stechen eine performative Recherche über den Minnesang: mit der Macht und Ohnmacht der weiblichen Stimme und inspiriert von Irmtraud Morgners opulent-wildem Montage-Roman Leben und Abenteuer der Trobadora Beatriz nach Zeugnissen ihrer Spielfrau Laura von 1974 wandern sie durch die Zeiten, durch Geschlechterrollen, durch die Oper und nach Ostdeutschland.

Was würden Alltagsgegenstände erzählen, die in den 1920er Jahren hergestellt oder erfunden wurden? Und was denken sie über uns Menschen? Sechs Objekttheater-Spezialist:innen, deren Beruf es ist, scheinbar tote Materie zum Leben zu erwecken, leihen den Dingen ihre Stimme um mehr über das Leben vor hundert Jahren zu erfahren. Ein partizipatives Theaterprojekt für Jugendliche und Erwachsene.

Mit „There is no picture of my parents and me (until there was)“ vollendet Darko Radosavljev seine Trilogie über verkörperte Erinnerungen und Erzählungen und Mythen über Arbeit und Familienidentitäten. In einem Raum, in dem Körper und Erinnerungen sich begegnen, entwickelt er eine choreographische Annäherung an das seit seiner Kindheit fehlende Familienbild.

Matter of Facts Studio, ein Kollektiv hörender Künstler:innen, zusammen mit den Tauben Choreograf:innen Rita Mazza und Dodzi Dougban entwickeln ein experimentelles Musiktheater, inspiriert von der Tiefsee. In polyrhythmischen Räumen erforschen Taube und hörende Künstler:innen neue Kommunikationsformen zwischen Schwingungen, Licht und Bewegung – jenseits akustischer Dominanz.

„Unravel“ (AT) von Lina Gómez ist eine choreografische Reise in die Weite des Erbes. Im Dialog mit den Stimmen ihrer Großmütter und inspiriert von afro-brasilianischen sowie afro-kolumbianischen Traditionen entfaltet sie eine Topographie von Erinnerungen, Rhythmen und Fiktionen – ein Erbe, das Generationen, Körper und Zukünfte verwebt.

Das Projekt erzählt mit den Mitteln des Tanztheaters Geschichten über das Wetter und macht so ein großes Thema wie den Klimawandel für Kinder erfahrbar. Dabei gehen wir von traditionellen Tänzen verschiedener Kulturen aus, welche sich thematisch bereits mit dem Wetter und der Natur beschäftigen. Diese Tänze haben zu jeder Zeit das Verhältnis der Menschen zu ihren lokalen Umwelten abgebildet.