Residenzförderung
Date of the jury meeting: 23 April 2025
Projects funded: 62
Laura Waltz und Beka Tcharbadze erforschen in „Breath’In You” (AT) ~ Phase I die Übertragung digitaler Bewegungslogiken aus der Puppenspieltechnik auf den menschlichen Körper. Zwischen Tanz, Animation und Puppenspiel entsteht ein Raum, in dem physische und digitale Verkörperungen choreografisch neu verhandelt werden.
In Kooperation mit dem Meta Theater erforschen Jennie Boultbee & Sara Koluchová von Mai bis August die Verbindung von Nonsens-Literatur und Tanz. Inspiriert von dem Film Tausendschönchen und Becketts Happy Days entwickeln sie eine surreale Bewegungssprache durch experimentelle Formate, dokumentieren Prozesse und reflektieren Tanz als Strategie zur Bewältigung gegenwärtiger Unsicherheiten.
120 OCHSEN–DER WEG
Auf den Spuren eines Mythos
Der Cast der deutsch-tschechischen Inszenierung 120 OCHSEN - EINE NATIONAL-MYTHOLOGISCHE TRAVESTIE macht sich nach dessen Uraufführung zu Fuß auf den Weg von Prag nach Leipzig. Sie beschreiten die Route der, als Tribut an den sächsischen Herzog Heinrich gezahlten, 120 Ochsen. Ein multimediales szenisches Reisetagebuch über (zeitliche) Grenzen hinweg
Die chinesische Choreografin Wen Hui widmet sich gemeinsam mit dem Videokünstler Rémie Crépeau und der Tänzerin Patscharaporn Distakul dem Körper als Archiv und Träger von kollektiven und individuellen Erinnerungen. In Interviews mit Menschen ab 60Jahren fragen sie, wie sich politische Kippmomente in Biografien einschreiben und wie sich über den Blick zurück ein Denken an Morgen formen kann.
In "A Crash is as Good as Resisting a Pull" widmen wir uns der Rhythmisierung unserer Leben durch Arbeit und versuchen, Ideen von gut genutzter Zeit mit ambivalenten Impulsen des Durchhaltens, Aufhörens und Verzögerns zu beugen, zu dehnen oder zu knicken. In Berührung, beschreibender und fiktonaler Bewegungserzählung und Gesang erforschen wir Zugangsästhetiken zwischen Tanz- und Hörstück.
Die Residenz der Gruppe um die persischen Autor:innen Amineh Arani, Mohammad Kamal Alavi und dem Regisseur Stefan Otteni dient als geschützter Raum, um eine künstlerische Sprache im Exil zu entwickeln und neue Erzählformen, hybride Formate zwischen Text, Körper und Bild zu erforschen – nicht in fertigen Produktionen, sondern in prozesshafter Arbeit, mit Raum für Diskurs, Scheitern, Begegnung.
Regisseur Stefan Hermann und Dramaturgin/Autorin Nora Giese realisieren ein künstlerisches Forschungslabor zum Thema “Performative Interventionen”. Dabei gehen sie der Frage nach, ob und wie Theater eine besondere Form des Aktivismus darstellen kann, die Handlungsoptionen eröffnet und Menschen dazu inspiriert, sich für progressive politische Veränderungen zu engagieren.
Die Residenz basiert auf Texten von Wole Soyinka und Louisa Yousfi. Larry Macaulay entwickelt daraus einen theoretischen Rahmen, der mit Jesseline Preach musikalisch-performativ weitergeführt wird. Moaeed Shekhane ergänzt diesen um visuelle Ebenen. Ziel ist eine performative Verbindung von postkolonialem Theater und integrationskritischem Denken.
Das NMT erforscht mit Raphaëlle Oskar und Alex.Fassberg die historischen Geschlechterverhältnisse durch die Linse der Transition und Wahrnehmung von N.O. Body aka Karl M. Baer. "Aus Eines Mannes Mädchenjahren" von Karl M Baer beschreibt die Kindheit und Jugend von Karl, der intersex war und Anfang des 20. Jahrhunderts in Lemberg als Mädchen erzogen worden war.
Klassismus ist ein gesellschaftliches Phänomen, das oft unsichtbar bleibt, weil Betroffene keine Möglichkeit zur Teilhabe und Stimme haben, während diejenigen mit Privilegien die Diskriminierung nicht erleben. Wir wollen die sichtbaren und unsichtbaren Formen von Klasse verhandeln und greifbar machen, Bewusstsein schaffen und neue Perspektiven eröffnen.
Fünf Künstler*innen erforschen neue Formen für einen eindrucksstarken ersten Kontakt mit Tanz und Theater für die Allerkleinsten (ab 3 Jahren) und neue kreative Ansätze der ästhetischen Bildung im Übergangsbereich von Aufführung und Interaktivität.
Durch Tanz, Musik und Spiel werden Kinder ermutigt die Welt wahrzunehmen und von sozialisierten Normen entkoppelt zu gestalten.
„Crossing Realities“ erforscht, wie Storytelling in Cross-Reality-Umgebungen gestaltet werden kann, um gewinnbringende kollektive Erfahrungen für ein partizipierendes Publikum zu schaffen. In einem Bühnen-Setting, das physische Elemente mit digitalen XR-Technologien verbindet, werden narrative Strategien entwickelt und interaktive Erzählformate in hybriden Realitätsräumen ausprobiert.
Körper im ungewöhnlichen Raum
Ausgangspunkt der Künstlerresidenz ist die künstlerische Auseinandersetzung mit
Entführungen junger Frauen in Afrika – am Beispiel des tragischen Schicksals der im Jahr
2014 in Chibok, Nigeria, entführten Mädchen.Unser Interesse dabei, ist die Möglichkeit, gesellschaftliche und emotionale Dimensionen
menschlicher Tragödien künstlerisch erfahrbar zu machen.
Molière in Abidjan – eine ungewöhnliche Kombination? Nicht unbedingt. La Fleur greift die in der Elfenbeinküste bis heute gültige Behauptung auf, dass Molière dem Ideal französischer Kultur entspreche, und prüft ihre Tauglichkeit. Neben einer historischen Recherche über die Ballett-Komödie «Der Bürger als Edelmann», geht es um das Verhältnis von Geldgebern und Künstlern damals wie heute.
Tauchen Sie ein in die Höhle der Fragen, einen magischen Klang- und Erlebnisraum!
Tut es mir gut, was ich tue? Wo will ich eigentlich hin? Warum bin ich hier?
In Aktionsworkshops beleuchten wir individuelle Lebensfragen und Wünsche. In Anlehnung an die Thüringer Ilsensage entsteht ein magischer Ort der zu einer Reise ins Innere lädt: spielerisch verführt er unsere Lebensrealität zu reflektieren
Wie kann ein Figurentheater für die Allerkleinsten aussehen? Wir entwickeln verschiedene Settings, die ein aktives Zusammenspiel von Puppe, Puppenspieler*in und Kindern im Alter von 1 – 3 Jahren ermöglichen. Wie können Puppe und Puppenspieler*in für die Kinder greifbare Interaktionspartner*innen werden? Expert*innen der frühkindlichen kulturellen Bildung begleiten uns.
Falling Birds reimagines Chekhov’s Three Sisters as a contemporary reflection on identity, agency, and societal expectations. Rather than waiting passively for salvation, we ask: What forces shape our ability to move forward? Through breaking, contemporary dance, and acting, we examine tradition and power structures, questioning how identity and self-determination can be reclaimed today.
Videospiele in einzigartigen performativen Settings zu präsentieren ist das Markenzeichen des Berliner Kollektivs Fantasia Malware. Während der Residenz im HAU im Jahr 2025 planen sie die Erforschung und Entwicklung von drei Methoden zur Verwendung von Videospielen in Performances: Game as Loop, Game as Instrument & Game as Guide.
„Spiel mit dem Schrecken, welche Geister wecken? Agieren aus Verstecken, das Fürchten fürchten, unter Decken, Dunkelheit schmecken, was lauert in den Ecken, unter Tischen, im Haus, die Geister winden sich heraus“ Wir erarbeiten eine begehbare Installation zum Thema Geisterbahn. Musikalisch, textlich, spielerisch, bauend stürzen wir uns in die Recherche zum Umgang mit Geistern.
Wir erforschen ensemble- und spartenübergreifende Arbeitskonzepte zur Entwicklung von Werken in den performativen Künsten. Das Liquid Penguin Ensemble arbeitet dazu erstmals mit der fabrique autonome des acteurs zusammen. Es geht um theoretischen und praktischen Austausch, um das wechselseitige Vermitteln von Techniken und die Erprobung von Konzepten als Basis für die künftige Zusammenarbeit.
This research residency explores the intersection of gaming, dance, and hyper-melancholy. It examines how movement, memory, and identity dissolve in the digital age, where the body exists as presence and absence. Led by Brig Huezo, the project merges motion-tracking, dance, and digital design to question how emotions and grief are digitized and reimagined in virtual spaces.
In der Flausen-Residenz mit dem Arbeitstitel “Handmusik”, erforschen die Figurenspielerinnen Lara Epp und Anniek Vetter die Musikalität des traditionellen Pulcinella-Handpuppenspiels. In einem weiteren Schritt werden sie die gewonnenen Erkenntnisse auf das zeitgenössischen Figuren- und Objekttheaters übertragen, und das rhythmische Spiel in all seinen Facetten erkunden.
Fünf Künstler*innen suchen im Wald vor der Theatertür nach dem Selbst - oder zumindest nach Wegen da hin. Dabei werden Philosophie und Moral genauso zu Rate gezogen wie das Totholz, die Basis des neuen Lebens. Ebenso gesammelt und geforscht wird mit den Klängen des Waldes und der Waldtiere. Was gefunden wird, soll als Nährboden für kommende Projekte dienen.
Die geplante Residenz bietet der M.over Company eine Forschungsphase, in der sich die Choreografin Mandy Unger gemeinsam mit 2 Tänzer*innen mit Identitätskonstruktionen auseinandersetzt. Die Residenz dient als Experimentier- und Denkraum, in dem ein autobiografischer Zugang zum Körper als "Identität in Bewegung" sowie neue choreografische Methoden erprobt werden sollen.
Wir möchten Kinder unter 6 Jahren durch visuelle Eindrücke im Kindertheater ansprechen. Dabei erforschen wir den Einsatz immersiver Lichttechnologien, die junge Zuschauer besonders fesseln. Im Rahmen einer Recherche am Hamburger Sprechwerk untersuchen wir, wie Lichtkompositionen die Wahrnehmung und Konzentration von Kindern beeinflussen und welche praktischen Aspekte berücksichtigt werden müssen.
Die Residenz „Kai, der Roboter“ dient der Stückentwicklung eines intermedialen Kindertheaterprojekts um einen ausgedienten Roboter, der seinen Platz in der Welt sucht, für Kinder ab drei. Brit Bartuschka (Schauspielerin/Theaterpädagogin) und Karl-Heinz Stenz (Medienkünstler/Regisseur) entwickeln Stoff und Handlung, Dramaturgiekonzept, sowie Ästhetik und medientechnische Umsetzungsoptionen.
In „Karaoke – but make it a ritual" erforscht TachoTinta neue Ausdrucksformen für migrantische Trauerrituale. Die Residenz transformiert Karaoke-Elemente in einen Raum des gemeinsamen Erlebens. Stimme, Soundscapes, visuelle Projektionen und Bewegung verschmelzen dabei zu einem künstlerischen Dialog über migrantische Erfahrungen – eine Neuinterpretation von Trauer und Gemeinschaft.
„Karussell der Zeit – Vertiefende Forschung zu Tanz, Zeit & Stadtparcours“ geht der Frage nach, wie choreografische und klangliche Mittel die Wahrnehmung von Zeit im öffentlichen Raum beeinflussen. Untersucht werden die die Wechselwirkungen von Körper, Zeitlichkeit und urbanem Raum und wie Bewegung die individuelle und kollektive Zeiterfahrung prägt und welche Narrative entstehen.
Für unsere kommenden Produktionen möchte Omnivolant sich am Koreanischen Fangstuhl und am Schwungseil mit den Themen Angst und generationsübergreifende Kommunikation auseinandersetzen. Wie wird die Urangst des Fallens und Stürzens als Parabel für die gesellschaftliche Angst von verschiedenen Generationen wahrgenommen und wie wird gemeinsam darüber kommuniziert - oder eben auch nicht?
Klangwelt der Milpa erforscht die Klänge von Mais, Bohnen und Kürbis – den „drei Schwestern“ der Milpa. Ziel ist ein musikalisches Klangarchiv, das traditionelle Praktiken mit zeitgenössischer Klangkunst verbindet. Es entsteht eine poetische Brücke zwischen Natur, Technologie, Erinnerung und gemeinschaftlicher Ökologie.
In ihrem interdisziplinären Labor experimentieren Baumann&Stelzer&Jung mit KÖRPER, HUMOR UND MATERIAL als performative und choreographische Elemente. Mit einem Fokus auf die Erforschung ihrer künstlerischer Schnittstellen, sowie Humor als Bindeglied zwischen den Arbeitsweisen, möchte die Gruppe neue Methoden und Formen der Interaktion zwischen Künstler:innen, Material und Publikum entwickeln.
Die beteiligten Künstler*innen Juliet Meding, Friederike Falk befassen sich im Rechercheprojekt MACHT/THEATER/STAAT mit dem Thema Souveränität und Kunst. Sie recherchieren zu historischen Figuren, erproben künstlerische Strategien und Übersetzungsmöglichkeiten und entwickeln Texte und Songs für die Bühne.
In ihrer Residenz erforschen performing:group und Marie-Lena Kaiser Nähe als choreografische Strategie. Wie verändert sich unser Verhältnis zu Nähe im Laufe des Lebens? Wie zeigt sich Nähe auf der Bühne, ohne Grenzen zu verletzen? Durch körperliche Recherche, Improvisation und Gespräch sucht das Team nach neuen Zugängen für eine inklusive, poetische Tanzsprache.
„The way we act to the crisis is a part of the crisis.“ (Bayo Akomolafe)
MONSTRUM nimmt das Monster ernst – als Spiegel unserer Zeit. Eine performative Untersuchung darüber, wie Schweigen Gewalt nährt, wie Körper Erinnerung tragen – und wie Transformation im Dazwischen beginnt.
"Obscenas" (ABA NAIA) erforscht die Entweihung der Bühnenpraktiken, indem Text und Tanz in zwei Soloarbeiten verschmelzen. Die Residenz vertieft unsere interdisziplinäre Arbeitsweise und entwickelt neue Formen, die 2026 in eine Stückentwicklung münden. Wir setzen uns mit der Unsichtbarmachung von Künstler*innen auseinander und untersuchen die Aneignung einer "obszönen" Position als Widerstand.
"Something in the Air" ist ein choreografisches Duett von Anna Semenova-Ganz und Tanya Chizhikova. Seit 2019 arbeiten sie mit Kollektiven und lösen gemeinsam kreative Aufgaben. In der Residenz formulieren sie ihre Arbeitsmethoden und machen sie mit OFFENE CHOREOGRAFIE sichtbar – einem Handbuch, das kollektive Prozesse strukturiert und für andere zugänglich macht.
PRESERVE – CALL FOR ATTENTION explores the body in crisis—caught between growth and decay, silence and overload. It reflects on numbness as a response to a world of constant alarms, mirroring natural disasters with inner turmoil. Through sounds and movement, it asks: what calls for our attention when feeling becomes too much to bear?
„Prismatische Körper“ ist ein choreografisches Forschungsprojekt, das den Körper als Prisma versteht – zwischen physischer Präsenz und digitalen Erweiterungen. Im Zusammenspiel mit Motion Tracking, Algorithmen und sensorischem Feedback entstehen neue körperliche Perspektiven und Formen der Wahrnehmung im analogen wie digitalen Raum.
„Queer Be-erdigung“ ist ein performatives Residenzprojekt zu kollektiver queerer Trauer, Erinnerung und Heilung. Verlust wird künstlerisch erfahrbar gemacht – nicht nur als Tod, sondern auch als Bruch von Freiheit, Identität und Zugehörigkeit. House of Brownies schafft Räume für Resilienz, Gemeinschaft und Transformation.
Simone Dede Ayivi und Kompliz*innen widmen sich der Frankfurter Nachkriegszeit aus Schwarzer Perspektive und suchen nach Quellen, die uns Einblick in die Vorgänge geben, die dazu führten, das Kinder Schwarzer US-Soldaten und weißer deutscher Zivilistinnen behördlichem Rassismus ausgesetzt waren und häufig nicht in ihren Familien aufwachsen konnten.
Überwachungskameras sind das Auge der Autorität, aber auch der Gesellschaft. Durch Ermächtigung können Individuen Kontrolle zurückgewinnen, Machtverhältnisse umkehren, wie z.B. bei öffentlich gemachter Polizeigewalt. Ziel der Recherche ist die Beschäftigung mit visuellen Überwachungstechnolgien und -strategien, ikonographischen Bildern und die choreografische Analyse überwachter Körper.
RETROMANIA ist eine interdisziplinäre Residenz der go plastic company, die Vaporwave als ästhetische und inhaltliche Form digitaler Nostalgie erforscht. Im Fokus stehen Körper, Erinnerung und Zugänglichkeit. Zwischen Choreografie, Sound, Text und Textil entsteht ein immersives Rechercheprojekt, das 2026 in eine neue Bühnenproduktion münden soll.
„Rituales de Fantasía“ ist eine choreografische Recherche von Luisa Fernanda Alfonso und Estefanía Álvarez Ramírez über die lateinamerikanische Quinceañera-Tradition. Durch Tanz und Performance werden sie die Zeremonie neu interpretieren, indem sie populäre Rituale der Party, wie den „Vater-Tochter-Tanz“ und die „letzte Puppe“, erforschen und versuchen, unsere Traditionen radikal neu zu erfinden.
During their residency, Perel and Dina Maccabee ask how therapeutic practices can serve as foundational to collaboration and art-making. By studying the work of a.o. neuroscience educator Sarah Peyton through readings and practical exercises, the artists enter a dialogue about the influence of trauma, trust and safety on collaborative art-making and participatory performance.
„Rückkehr“ ist ein Forschungsprojekt, inspiriert von Pavel Prjashkos Stück «Черная коробка» («Blackbox»). Es symbolisiert das Erbe totalitärer Regime – Systeme der Kontrolle, Gewalt und Repression, die die Gegenwart weiterhin prägen. Woher kommt das Verlangen, in die Kindheit, in die Vergangenheit zurückzukehren? Was wirkt realer – das auf Film festgehaltene Leben oder der gegenwärtige Moment?
Ein Heldenprojekt des DU & ICH THEATER-KOLLEKTIVS -
SCHAM VERSUS GROßARTIGKEIT - Können DU & ICH die Welt retten?
Die weltbewegende Antwort lautet: Klar. Wenn wir uns ihr zumuten. Un-verschämt und wider die Scham, die uns davon abhält, unser Potential zu entfalten. Mit den Mitteln des Theaters, der Kunst und der Musik rücken DU & ICH der Scham zu Leibe und gedenken, so Großartiges zu bewirken.
„Tanzfunkeln“ erforscht, wie sich Bewegung, Klang und Licht zu künstlerischen Erfahrungsräumen für Kinder von 0 bis 3 Jahren verbinden lassen. Inspiriert von Clubkultur, Musik und Licht schaffen wir Räume des gemeinsamen Entdeckens. Ziel ist es, sinnlich-künstlerische Erfahrungsräume zu schaffen – und auch die Erwachsenen zu einer neuen Wahrnehmung von Tanz, Bewegung und Zusammensein einzuladen.
Anhand der Person, der Romanfiguren und Motive Neil Gaimans wird erforscht, wie mit den non-verbalen Mitteln Tanz, Musik und Projektion das menschliche Bedürfnis des Fabulierens und Verdichtens – also des „Erzählens an sich“ künstlerisch verarbeitet und ausgedrückt werden kann.
„The Burn Out” ist eine Recherche zum zeitgenössischen Gesellschaftsphänomen Burnout und eine Annäherung mit konzertant-musikalischen Elementen an das Thema. Die Gruppe bedient sich an eigenen Erfahrungen wie an der Kunstform des Medleys. Die Entwicklung ästhetischer Formen für den speziellen Zugang für taube Menschen zum Format findet dabei besondere Beachtung.
Nach Jahren fest am Theaterhaus Jena organisiert sich das Theaterkollektiv Post Paradies neu in freien Produktionszusammenhängen und arbeiten an ihrer neuen Vorstellung "The Pitch - How to make a play that saves us?" (AT), in der es um eine rasante Roadshow geht, in der die Truppe versucht, das Publikum in Berlin zu erobern und sich selbst, das Theater, Europa und die Demokratie zu retten.
Tedious Work, a performance group framing itself as a participatory stadium-band also for smaller audiences, will start a discursive research about interdisciplinary art in or about toilets. The research, first installations and performances will start in E-Werk Freiburg’s facilities and then extend to surrounding toilets. Local groups will be interviewed and games & art-scores developed together.
neco_nart denkt Rückzug nicht als Flucht, sondern als Form des Streiks. In der Residenz zu Too Lonely for This World to Stay the Same... erforschen wir Vereinzelung als globale widerständige Praxis zwischen Sound, Sprache und Geste – eine Sezession aus einer Welt, die Sichtbarkeit fordert, aber kein Zuhören kennt. Performativ, politisch, zart – und nicht verfügbar.
Das Phänomen „Grenze“ – wird genauer unter die Lupe genommen: geografisch, sozial, körperlich, politisch und visuell. Ausgehend von soziologischen, feministischen, postkolonialen und intersektionalen Theorien untersuchen wir Grenzen als soziale Zustände – fluide, verhandelbar, performativ. Wie kann Bühne ein Labor sein, in dem Grenzdynamiken sinnlich erfahrbar und neu gedacht werden?
Matter of Facts Studio erproben mit Rita Mazza und Dodzi Dougban eine künstlerische Zusammenarbeit in Hinblick auf eine künftige gemeinsame Musiktheater-Produktion. Als Imaginationsraum dient dabei die Tiefsee mit ihren extremen Existenzbedingungen und daran angepassten Lebensformen - neue Kommunikationsformen entstehen zwischen Körpern, neue Bewegungs- und Wahrnehmungsweisen werden probiert.
Theatermacherin Asja Maghoub, Performerin Ricarda Walter und Komponist/Gitarrist Sidney Corbett entwickeln Gehversuche „Deutscher Schäferhunde“ für eine performative und musikalische Intervention am Rhein in Mannheim. Wo und wie bewegt sich dieser Deutsche Schäferhund zur Komposition „Rhein-Metall“ (AT) im Spannungsfeld zwischen Waffe, Gefährte und Grenze?
Das Projekt „Walking With Stardust“ erinnert an die afroamerikanische trans Künstlerin Angie Stardust, die queere Geschichte Hamburgs prägte. Vier Künstler*innen entwickeln gemeinsam einen performativen Walk mit Performance, Klang und Bild. Geplant ist eine Recherchephase mit Romy Haag als Zeitzeugin im Juni 2025.
Nach der Wiedervereinigung Deutschlands 1990 stand das Land vor der Herausforderung.Wie entwickelte sich das neue Deutschland in den 90ern, welche politischen Ereignisse, soziale Entwicklungen und kulturelle Strömungen beeinflussen unsere Gesellschaft bis heute? In der Recherche sollen markante Punkte des Jahrzehnts herausgearbeitet und über eine künstlerische Umsetzung dieser geforscht werden.
Mit „Wir spucken auf Hegel“ fragen Barletti/Waas sich heute: was haben wir als Theaterschaffende eigentlich getan, damit es nicht so wird, wie es ist? Sie untersuchen die Rolle von freiem Theater als politische Geste. Geplant ist ein Happening als Gegenentwurf: keine Welterklärung, sondern ein Eintauchen in die Widersprüchlichkeiten, in die sich verstrickt, wer heute Stellung beziehen möchte.
"Ist denn sonst noch jemand wach? Wird es jemals wieder Tag? Es ist 4:18 Uhr in der Nacht. Exakt zu dieser Zeit, exakt an diesem Ort: 7 Menschen in 7 Wohnungen sind hellwach. Finden keinen Schlaf."
Das Kollektiv 4:18 sind junge Künstler:innen aus Hamburg. Wir folgen diesen 7 Figuren in ihre Einsamkeit. Was hält sie wach? Warum sind so einsam? Werden sie einen Weg aus der Einsamkeit finden?
Selma und Johann, beide um die siebzig sind frisch verstorben und treffen auf Wolke Nr. 007 zusammen. Sie haben noch eine Aufgabe zu erfüllen, ehe sie vom Leben loslassen müssen oder eben auch dürfen. So werden sie in Momente ihres Lebens zurückreisen, um ihre Unzulänglichkeiten oder auch ihre Stärken zu begreifen. Ein emotionaler Parkour des Lachens und des Weines, in Richtung Zukunft.
äöü vertiefen ihre künstlerische Forschung zu Wundern, die sie im Rahmen einer Residenz bei PACT Zollverein im Frühjahr 2025 begonnen haben. Sie entwickeln Texte aus Interviews, entwerfen szenische Skizzen aus Improvisationen und machen sich auf die Suche nach Second-Hand-Objekten. Das gesammelte Material bildet die Grundlage für ihre nächste Performance, die in 2026 entstehen soll.
In Zusammenarbeit mit dem FFT Düsseldorf setzen sich die Akteur*innen von pulk fiktion mit den eigenen Biografien auseinander und erforschen soziale und kulturelle Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland. Persönliche Erfahrungen der Sozialisation stehen im Fokus, um sie zukünftig in eine theatrale Sprache zu übersetzen und die Auseinandersetzung mit jungem Publikum zu treten.