Entscheidung GLOBAL VILLAGE PROJECTS

Ausgewählte Vorhaben

„Landkante“ ist die antirassistische Kulturabteilung vom Jahrmarkttheater. Der Plan ist, damit eine breite Zielgruppe zu erreichen. Landkante III produziert mit einem diversen Team hierzu ein eigenes Stück. Wer hält es nicht für unbedingt notwendig, im Jahr 2021 die Vergangenheit aufzuarbeiten? Was wird das für eine Zukunft sein? Und welche Rolle spielt darin ein Theater im ausgebauten Kuhstall?

In „Drag Space“ erforscht das House of [blænk] (Lady Liberty Lestrange, Miss Jen da Faque, Moana Parks, Miss Galaxia & Fräulein V) bekannte Techniken und Ästhetiken von Drag und beziehen sie spannungsvoll auf den Ort Burg Hülshoff. Zwischen Space-Ästhetik und Country-Outfits suchen sie das Gegenteil des Konkurrenzprinzips von „Drag Race“: einen Raum, in dem alle lernen, sich respektvoll zu lesen.

Kennen Sie sie noch: Die Plätze, an denen man als Dorfkind wilde Bandenlager im Gestrüpp errichtet hat? Wo die Kaugummiautomaten mit den steinharten Kugeln hingen? Die Plätze zum Schlittenfahren und zum heimlichen Rauchen? Aber ist man überhaupt ein richtiges Dorfkind, wenn die Eltern nicht „von da“ sind? Bei diesem Audio-Spaziergang erleben Sie Kindheit und Jugend, früher und heute, ganz neu.

Das Welttheater von Nütterden ruft: Jede:r ist willkommen. Auf einem performativen Spaziergang wird ein Dorf auf seine Gemeinschaftsfähigkeit hin untersucht, Brauchtum und Diskurs gehen hier für ein Wochenende Hand in Hand und Nütterden wird zum Modell einer Dorfgemeinschaft für das 21. Jahrhundert.

Ein spartenübergreifendes Theater- und Tanzprojekt in Ostwestfalen, das im Freien stattfinden soll. Mit Laien und Künstler:innen aus Bielefeld, Hiddenhausen, Bünde und Spenge. Thema werden alte und regionale Legenden und Märchenfiguren sein, die zeitgenössisch künstlerisch bearbeitet werden.

In der „Neonazistadt Demmin“ fand im Mai 1945 der größte Massensuizid der deutschen Geschichte statt. Nach einer Recherche mit der GVV-Förderung entwickelt das Institut für Widerstand im Postfordismus einen performativ-installativen Reigen im Demminer Stadtraum, der die unterschiedlichen Vereinnahmungen der Geschichte sichtbar macht.

DRUCK MACHT KUNST präsentiert „Guldenberg“, den neuen Roman von Christoph Hein in einer sehr szenischen Lesung.
Im Städtchen Guldenberg ist die Welt anscheinend noch in Ordnung. Bis im Alten Seglerheim eine Gruppe minderjähriger Migranten untergebracht wird. Christoph Hein porträtiert mit der ihm eigenen Präzision die Seele dieser ostdeutschen Kleinstadt.

 

In einem Videowalk vermischen sich Realität und Virtuelles, Vergangenes und Gegenwärtiges. Besucher:innen bewegen sich alleine, geführt von dem Video auf ihrem Smartphone, durch die baufällige Paulsen-Villa im Ortskern der Kleinstadt Brunsbüttel. Virtuelle Erzählung und reale Gegenwart zeigen die Geschichte der ehemals prächtigen Villa als Symbol für das Aussterben vieler ländlicher Ortskerne.

Die buehnen dautenheims begründen und eröffnen 2021 einen neuen Produktionsort für Theater: ein gläsernes, mediales Opernhaus auf einer Waldlichtung. Monologe für Schallplatte, Stream und Live-Publikum werden wöchentlich in Naturkulisse, auf der reinen Waldbühne entstehen. Produziert werden so Aufführungen und zugleich Aufzeichnungen, wie sie der heutigen Fluktuation von Schauspiel entsprechen.

Mit „FLEISCHWELTEN“ setzt sich das Syndikat mit Genderinszenierungen ruraler Räume anhand von Grillkulturen auseinander. Wie wird das Tier behandelt, was ist der Versammlungsanlass, wer bestimmt, wann das Fleisch gut ist? Ziel ist es später ein Grillfest zu inszenieren, auf dem sich Gäste und Kompliz:innen begegnen und zwischen Szenen und Hörspielsituationen von Grill zu Grill wandern.

Zu welchem Land gehören wir jetzt eigentlich? Wochern ist ein kleines Dorf, idyllisch im Dreiländereck gelegen. Es war schon immer und ist immer noch „Grenzland“. Das Theaterprojekt will sich genau mit diesem Thema auseinander setzen. Welche Grenzen gab und gibt es heute noch? Und ist aus dieser wechselvollen Geschichte eine „Frontier Society“ entstanden? Ein Dorfspaziergang der anderen Art!

A Map of Empty Space – eine Karte unerschlossener Gebiete – ist eine szenische Arbeit mit musikalischen und literarischen Mitteln, die aus der Erkundung und Aktivierung historisch und aktuell relevanter Orte in und um das Dorf Rosow im Nordosten Brandenburgs entwickelt wird. Giuliana Kiersz (ARG) , Ben Osborn (UK) und Alex Stolze (D) beleben vergessene Geschichten und Gebiete künstlerisch neu.

Einsteigen und losfahren, ohne sich zu bewegen. Wir sehnen uns nach Reisen, neuen Orten und Erfahrungsräumen. Der „Travel Pit“ beschleunigt uns in Städte und Landschaften und entschleunigt uns in Literatur- und Kunsträume. Die KulturKolchose Lehsten geht auf einen Roadtrip durch Sound, Sprache, Stille, Bilder und die Welt die sie umgibt. Eine Tiefenforschung und ein sinnliches Erleben, wie doch alles zusammenhängt.

„Let’s talk- künstlerische Intervention“ ist die Entwicklung eines Tanztheaterstückes über Polarisierung und der zunehmenden Unfähigkeit zum Dialog. Sehr persönlich setzen sich zwei Tänzerinnen mit politischen, gesellschaftlichen und persönlichen Haltungen auseinander. Unterstützt werden sie durch einen Bewegungschor, der sich aus einer diversen Gruppe regionaler Menschen zusammensetzen soll.

„Urcylium“ ist ein immersives Theater, inspiriert von den Wundern der Pilze und den riesigen, voneinander abhängigen Netzwerken, die sie bilden. Großer Garten Ensemble stellt sein Heimatdorf Gerswalde als Bühne und seine Bewohner als Schauspieler neu vor. Durch Workshops und ortsspezifische Interventionen wird das kreative Spiel genutzt, um Menschen wieder mit der Welt um sie herum zu verbinden.

Verborgene Welt, Erholungsraum, Kommunikationsnetzwerk für Bäume und Tiere – der Wald ist vieles und steht kurz vor dem Kollaps. Seine Zukunft ist lokal und global eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Für „3 WOODS“ erkundet das kanadische Künstlerduo Mia & Eric die Verhältnisse zwischen Mensch und Natur im pfälzischen Maxdorf mit interdisziplinären Mitteln sowie der Hilfe lokaler Expert:innen.

Bach – als Gegenentwurf zur kulturellen Ausgrenzung. In einer Zeit der politischen Extreme: Säuberung des kulturfremden, wollen ProArtiSt bewusst einen künstlerischen Gegenentwurf im öffentlichen Raum-Kirche transferieren. In seiner schonungslosen Verletzlichkeit setzt „reBachLoaded“ dabei die humanistische Kraft der Musik Bachs frei und verbindet sie mit urbanen Bewegungsformaten zu einer innovativen Raumerkundung.

Das künstlerische Projekt „Erzähl mir was, Graben-Neudorf“ befasst sich mit Migrationsgeschichten in der Gemeinde Graben-Neudorf. Durch den Fokus auf biografische Erzählungen wird der Vielfältigkeit der Menschen im Ort einen Ausdruck verliehen. Das auf Partizipation ausgelegte Projekt umfasst drei Phasen: Postkartensammlung, Postkartenausstellung und abschließende performative Fahrradtouren.

Polarisierung, Populismus und Rechtsruck sind Tendenzen weltweit, die oft mit kleinen Dörfern im „Hinterland“ assoziiert werden. In einer Tour mit sechs historischen LKWs und einem mobilen Zeltdach schafft Zirkus Zansiba temporäre Orte des Zusammenkommens und bietet Anlässe, sich mit Zukunftsvisionen des eigenen Dorfes auseinanderzusetzen. In einem wachsenden Archiv werden diese analog und online zugänglich gemacht.

Klimakonferenz in New York. Wochenlang hat es geregnet. Der Freiheitsstatue steht das Wasser bis zum Hals. „Ein paar Grad plus“ handelt in einer Art Fabel von der Klimaerwärmung, ist sozialkritisch, satirisch und politisch. Gutes Marionettenspiel erreicht den Zuschauenden auf der emotionalen, seelischen Ebene. Es kann verzaubern und so vielleicht zum Nachdenken über das eigene Handeln anregen.

Inspiriert aus dem Einblick in die künstlerische Vorstellung von Tanz, wie sie von alteingesessenen Oberaudorfer Bürgern formuliert wird, kreieren neu hinzugezogene (vormals städtische) Künstlerinnen eine Choreografie, die in bewegten Bildern und unterschnitten mit Aufnahmen aus dem Leben der Bürger eine gemeinsame künstlerische Sprache sucht, und findet?