Allgemein

Entscheidung Prozessförderung (November 2021)

Ausgewählte Vorhaben

„Die magische Care:Maschine“ ist ein facettenreiches, supersubjektives Musiktheater Epos, in dem Paradeiser Productions der Komplexität des Geflechts Subjekt – Objekt auf den Grund geht. Das Ensemble stellt die Gretchen-Fragen des Spätkapitalismus: Sind diese Beziehungen auch Liebe? Können also Objekte auch Subjekte sein? Sind Gefühle zu Objekten echt? Sind sie Spiel? Macht das einen Unterschied?

„IKARUS – F**KED UP“ ist die zweite Inszenierung, in der Flying Fox Theater/ Platypus Theater mit Illustrator Jonathan Bachmann eng zusammenarbeiten. Die Motive und Figuren des Ikarus-Mythos bilden den Hintergrund für das turbulente Familiendrama. Eine Geschichte über jugendliche Depression und existentielle Identitätsfragen unserer Zeit mit Dädalus und Ikarus als moderne Vater-Sohn-Kombination.

„CATS of FRANKFURT“ ist glanz&krawalls erstes Musical. Ausgehend von Andrew Lloyd Webbers Klassiker „Cats“ fragen sie: Wie können wir Tieren nahekommen, ohne sie zu vermenschlichen? Können wir uns andere Lebewesen anders als verkappte Menschen vorstellen? „CATS of FRANKFURT“ ist eine anarchische Musical-Show über unser Ausgesetzt-Sein in einer hyperindustriellen Gegenwart.

Im Rahmen der beantragten Förderung möchten Stange Produktionen erproben, wie sie ihre Arbeitsweise ökologischer gestalten können – und sie sich dabei gleichzeitig künstlerisch weiterentwickeln. Dafür möchten sie aus den Überresten einer bereits abgespielten Produktion ein neues Theaterstück für Kinder und Jugendliche entwickeln, das sich mit dem Thema Depression auseinandersetzt. 

“Im/mediations: 9x9x9” is a durational performance/ installation involving nine performers, each captured using a nine-camera surveillance system, and rematerialized via projection mapping onto nine unique surfaces. Over the course of nine hours, close-up images and biodata from performers will be mixed and reimagined to explore tension within hybrid and collective bodies.

Entwicklung einer mobilen Musiktheaterproduktion von TUKI Bühne und dem ATZE Musiktheater. Der Produktion geht eine intensive Recherchearbeit mit Kita-Kindern voraus, aus der das Produktionsteam die Inspiration für die Produktion schöpft. Themen und Perspektiven der Kinder werden aufgenommen und fließen direkt in den künstlerischen Prozess mit ein. Aus Theater mit Kindern wird Theater für Kinder.

Mit dem Projekt „our displaced stories“ gehen Sermola Performans einen Schritt weiter und verbinden die visuelle, virtuelle mit der praktischen Welt der Performance. Sie suchen eine Erweiterung des bespielbaren Raums und eine Vermischung der verschiedenen Räume und Ebenen. Eine Suche nach einem hybriden Raum. Dabei bleibt der Fokus trotzdem auf alternativen Geschichten und Räumen.

Ein Portier denkt sein Leben sei ein Theaterstück, das sich mit dem Thema Arbeit als Erfüllung oder als Rolle, als Überlebensnotwendigkeit oder als Chance, als Scheitern und als gesellschaftliches Abbild, anhand der Geschichte um den unglücklichen New Yorker Portier, Eddie, auseinandersetzt. Er mutiert zu einem Antihelden seines eigenen Lebens.

„Marionetten/Cyborgs/Maschinen.HybridDrama“ ist das Versuchslabor, in dem die Verbindung von Robotern mit der Fadenmarionette in unterschiedlichsten Spielmöglichkeiten erprobt wird.

Die Wirklichkeit ist in einer, von Massenmedien geprägten Gesellschaft, zunehmend nur noch eine Konstruktion. Ausgehend vom Attentat auf die Tennisspielerin M. Seles 1993 in Hamburg, will Demjan Duran den wachsenden Medienkonsum und seinen gesellschaftlichen Einfluss kritisch hinterfragen. In einer Märchenhaften Bildwelt performen Akteur*innen gegen ihr medial konstruiertes Ich. 

In „The FarNear“, das Kat Válastur für 2022 mit 8 Performer*innen entwickeln möchte, wird es um Möglichkeiten von physischer und emotionaler Nähe gehen: Wie können wir in Zeiten, in denen sich die Nähe in der Krise befindet, berühren und uns berührt fühlen? Es geht um den Versuch, die sie trennende Wand im Raum zu überwinden, um einen Weg zu finden, miteinander zu kommunizieren.

Die mehrmediale Formation Chez Company wird in einem öffentlichen Arbeitsprozess „Kommunikation“ thematisieren und neu entwerfen. Aus den Erfahrungen der Turbokommunikation des digitalen Zeitalters stellen sie fest: Es fehlt etwas! In hybriden Salons und mit der Erfindung eines künstlerischen Kommunikationstools entwerfen sie ein performatives interaktives Format. 

Die Bedeutung der Inszenierung wird wesentlich durch die Untersuchung des zeitgenössischen Zirkus im öffentlichen Raum und der Musik Wagners gegeben. Die Artisten und Sänger verwenden „absichtslos“ Theorien, sie stellen sie aus, wie geliebte Gegenstände, wiederholen sie, machen Kontingenz transparent. Das Dilemma und die Herausforderung: Identität mit allem Ernst, aller Traurigkeit und Witz.

„Remagen“ ist eine experimentelle Musiktheateruraufführung von Mascha Corman (Komposition) und Friederike Felbeck (Libretto, Inszenierung). Die Figuren begegnen sich auf unterschiedlichen Zeitebenen – in der Nacht der Flutkatastrophe an Rhein und im Ahrtal vom 14. auf den 15. Juli 2021 und Ende der 1940er Jahre, als eine junge Kriegskindergeneration sich in ein neues glänzendes Leben aufmacht.

„Im Bau“ ist eine Reihe von ortsspezifischen, künstlerischen Interventionen, in denen Roman Škadra die langwierige körperliche Arbeit und Isolation thematisiert. Durch die vielfältige Anwendung von Kettlebells, begleitet von dem Musiker Alex Lempert, werden Daueraktionen und Installationen geschaffen. Es soll herausgefunden werden, welches Format das beste Potenzial für die Weiterentwicklung hat.

Inklusion? Mit welchen, in der öffentlichen Debatte tabuisierten, Wünschen, Ängsten und Barrieren müssen wir uns auseinandersetzen, um keinen Menschen zu behindern? „Grüße von Übermorgen“ geht dem mit einer performativ intervenierende Video- und Audioszenografie nach. Eine Einladung sich im Dialog den radikalen Folgen der inklusiven Transformation unserer Gesellschaft zu stellen.

As part of the development process, Richard Hancock and Litsa Kiousi will produce a printed artists publication. This would further expand upon the ideas they are investigating and allow for a further method of dissemination beyond the live performance; specifically engaging formats which consider the limitations and possibilities of the post-pandemic world.

Das Konzept „Inklusives Theater für alle, immer und überall“ wird weiter verbessert, Kompetenzen in Akrobatik, Pantomime und Gebärdensprache erweitert und die Entwicklung eines mobilen Bühnenbildes und eines körpernahen Sound-Designs angestrebt. Das Ziel ist eine moderne Interpretation von „Der Zauberer von Oz”, in dem die Themen Inklusion, Teilhabe und Nächstenliebe im Vordergrund stehen.

Ein Saal-Publikum mit gezückten Smartphones und ein zugeschaltetes Online-Publikum begegnen sich im Chat. Thematisch angefeuert wird der immersive Kommunikationsfluss von Dantes Fegefeuer-Sünden: Eitelkeit, Neid, Geiz, Sexsucht, Trägheit, Zorn und Gier bilden das emotionale Erregungsmaterial, um die sozialen Strukturen der Kommunikationsform Chat auszuloten und kritisch zu hinterfragen.

“Lessons for Cadavers” asks questions about the complex relationship between living and dying in the contemporary world and its current necropolitics. Together with three dancers, the choreographer Michelle Moura explores, physical states between aliveness and lifelessness, between still and animated to generate bodies that are uncanny, vulnerable, sculptural and in transit.  

Mit „ARBEITSTEILUNG IST KLASSE!“ wollen Sebastian Rest, Ekaterina Trachsel und Stephan Mahn üben, während des Einlasses unseres Tanzwerks „ARBEIT IST KLASSE!“, für jede*n Zuschauer*in einen Stuhl des Modells Sedia 1 (Enzo Mari) in unter einer Minute zu montieren. Mit der Bühnen- und Kostümbildnerin Anne Ferber wollen wir eine Theater-Arbeitskleidung entwerfen. 

Um 15:36 Uhr des 23.06.21 ereignet sich auf der Autobahn 7, genau 6 Kilometer vor dem Elbtunnel ein Unfall, an dem 10 Fahrzeuge aus 5 europäischen Ländern aus beiden Richtungen beteiligt sind, eine sogenannte Karambolage. In der anschließenden Untersuchung stellt sich die Frage nach der europäischen Identität im buchstäblichen Aufeinanderprallen unterschiedlicher Nationalitäten neu.  

„Radix“ ist eine nomadische Performanceserie von Berlin bis an die Oder. In zwei Pilzkostümen zeichnen Stefanie Wenner und Thorsten Eibeler an jedem Ort ein Bild, das sich auf die slawischen Migrationsgeschichte vor 1300 Jahren bezieht. Die Pilze malen mal mit Licht, mal mit Pflanzen, mal mit dem Traktor. Alle Aktionen sind im Freien und suchen die Zusammenarbeit mit lokalen Akteur*innen. 

Wie wollen wir zuhören, uns erinnern, kollaborieren, kämpferisch sein, von Konflikten lernen, uns verweigern, uns ausliefern, tiefer gehen, Schwarz (queer, be:hindert, jüdisch) bleiben, langsamer werden, ruhen, atmen? 2022 forscht das multi-abled Kollektiv POLYMORA Inc. aus diversen marginalisierten Perspektiven zu Consent Culture und lädt im Juni zu einer barrierereduzierten Ausstellung ein. 

„MOLIÈRE. MACHT. MELATONIN.“ Ist eine traurig-schöne überbordende Theater-Trilogie, frei nach Molière, die relevante Zeitfragen der Kunst- und Kulturbranche stellt. Wie sieht es aus mit der Geschlechterfrage innerhalb der Kulturbranche, Machtstrukturen in Theater und Kunst, Abhängigkeitsverhältnissen von Künstler*innen – heute und damals – sowie der Realität von freiberuflichen Künstler*innen?

Spielbare feministische Traumsequenzen im massively multiplayer online game VRChat. „shhh, the performance has started” nutzt die provokative VR-Welt „…dreams about girls” auf VRChat, um über eine Eventserie mit Spieler*innen auf der Plattform in Austausch über das Erlebte zu treten. Auf welche Art können VR-Publikum und analoges Publikum erfahren, dass sie zur selben Zeit am selben Ort sind?

In der Performance „Symbiosen“ geht es um Mikroorganismen auf menschlichen Körpern und brüchige Individualität. Als Team aus darstellender und visueller Kunst, Literatur und Naturwissenschaft wollen Eva Hintermaier und Simon Kalus biologische mit künstlerischen Vorgängen verschalten und Performende sowie Zuschauende als individuelle Kollektive und deren verästelte Beziehungsgewebe betrachten.

Die drei Protagonist*innen wollen die „perfekte“ Bestattung zu kreieren. Doch womit üben? Überflüssige Gebrauchsanleitungen, veraltete Weltanschauungen, Falschinformationen und Müllberge; abgeschnittene Haare und aufoktroyierte Körperbilder sowie lebenswichtige Unterlagen der Rente, die es nicht geben wird, landen unter der Erde. Alles mit Leichtigkeit, Humor, Tiefe, Tanz, Musik und Gesang. 

Hysterisches Globusgefühl bearbeitet den Begriff der Schönheit und will das Schöne neu erfahren. In einem dunklen Raum entzieht es sich und dem Publikum den visuellen Sinn und erschafft eine Komposition aus Geräuschen, Gerüchen und Bewegungen. In der Beschäftigung mit der Sehnsucht nach dem Schönen wird gefragt, ob Schönheit außerhalb von Machtstrukturen und Glücksversprechen gedacht werden kann.

„XBPMMM“ ist eine interaktive Multimedia Installation an der Schnittstelle zwischen Performance und Digitaler Kunst, die sich mit der Normierung und Quantifizierung von Körpern innerhalb einer Verwertungs- und Leistungsgesellschaft auseinandersetzt. Sie fragt, wie sich der konstante, maschinell anmutende Funktionsanspruch und die hypermediale Normierung von Körpern auf deren Wahrnehmung auswirken?

Das Tanzstück „commonnorm“ schafft Illusionen und verleitet das Publikum, Vorstellungen von Normalität zu hinterfragen. Wir experimentieren mit optischen Täuschungen, delikaten Körperlichkeiten und dynamischen Bühnen- und Klangräumen. Die Durchschnittlichkeit wird zum Ausgangspunkt der Choreografie, von hier aus geht es auf eine Entdeckungsreise zu den Ambivalenzen im Leben und in der Kunst.

Die Zukunft ist im Angesicht der ökologischen Krise präsenter denn je. Wie können wir über diese Zukunft nachdenken? Warum wird Kassandra nicht geglaubt, aber männlichen Propheten schon? Ist eine solidarische Rettung der Welt möglich? Vielleicht ist der Schlüssel dazu das „Lieben”. In einer Überschreibung der Kassandrafigur erforscht „Im Herzen der Krähen“ eine intersektionale Zukunft.

KOMA&Ko produzieren Performances für Bühnen, Offspaces und öffentliche Räume zwischen Freiburg und Dresden. Nun wollen sie die Vermittlung der eigenen Arbeit in den Fokus nehmen und die Performance Akademie „PEAK!“ als Modellprojekt entwerfen. „PEAK!“ soll zukünftig die eigenen künstlerischen Arbeiten begleiten, 2022 erfolgt die erste Umsetzung im Rahmen der Produktion COMPOST COMPOSING.

Fast überall ist die Apokalypse schon angekommen. An manchen Orten lässt sie sich noch leugnen. Willkommen bei der „Society Intact“. Hier sitzen MANN und FRAU noch aufrecht am Esstisch. Sie wollen allen nur das Beste, wenn der Preis nicht zu hoch ist. Sie offenbaren ihre Ängste und Obsessionen und pellen sich gegenseitig Schicht für Schicht ihre bürgerliche Hülle ab. Was bleibt übrig? 

Das Gesundheitswesen als System zunehmender Profitorientierung ist das Thema von „Die Krebsmafia – Vor dem Fremden in mir“. Eine Gegenüberstellung einer Recherche der Journalist O. Schröm zum korrupten Handel mit Krebsmedikamenten, deren Wirksamkeit niemand mehr garantiert, und der Krebstagbücher C. Schlingensiefs als Schilderung der Ängste und Wünsche, Wut und Verzweifelung eines Krebspatienten. 

„Alex” von Antonio Cerezo, ist ein Solostück, das sich mit Geschlechterrollen (Gender Roles) und der damit zusammenhängenden Diskriminierung in der Kindheit beschäftigt. Konzipiert ist es für die junge Zielgruppe 6+ und setzt Elemente aus dem Papiertheater, der Lichtkunst und der Live- Musik ein.

Wie verändern einschneidende, persönliche oder kollektive Erfahrungen, wie die Pandemie unser Empfinden, Denken, Handeln? Auf Basis bereits abgeschlossener Recherchen entwickelt das Liquid Penguin Ensemble mit „Land(e)scape . Expeditionen“ eine Wander-Performance für kleine Publikumsgruppen, mit live performten Anteilen als auch mit immersiven Audio-Zuspielungen und Fotografie arbeitet.

Die Wolkenforscher*innen entdecken in einem experimentellen und explorativen Prozess das reale und fiktive Phänomen Wolken und gestalten eine partizipative Theaterinstallation, die von einer Performerin und Kita-Kindern bespielt wird. Aus dieser Projektarbeit entwickeln wir ein Tool für den Kita-Alltag – eine Forscher*innenkiste, die in Kitas autark von Pädagog*innen genutzt werden kann. 

Wie empfindet ein Stein die Welt? Und was passiert, wenn wir das Prinzip der Fürsorge weit über die Grenzen der Kernfamilie hinaus ausdehnen, über die Grenzen von Spezies, bis hin zu etwas scheinbar Leblosem, wie zum Beispiel einem Stein? Der Versuch einer Annäherung zweier Lebenswelten als Plädoyer für Fürsorge, zu anderen Menschen und zur Natur und zu allem was uns umgibt.

„A Western Story“ ist zeitgenössischer Zirkus über Burn-out und Leistungsdruck. Zwei Artist*innen als Cowboys. Revolverduell auf staubiger Straße. Möge der Stärkere gewinnen, das hat Tradition in der westlichen Gesellschaft. Parkour, Aerial Rope, Lasso-Tricks, Messerwerfen. Trash wird bewusst zur Überspitzung eingesetzt und befragt: Vor wem müssen sich die Cowboys eigentlich beweisen?

„Under my gaze“ ist ein Tanzduett zwischen Renae Shadler und einer großen Sonnenskulptur (Aerocene), die den unsichtbaren Materialien, die uns umgeben, einen Körper verleiht. Dieses Duett, das auf dem Berliner Tempelhofer Feld aufgeführt wird, schlägt eine ethischere Zusammenarbeit mit der Atmosphäre vor, da sich die beiden Körper und das Publikum in Bezug zur immensen Kraft der Sonne bewegen.

„Invasionen“ – Krieg im Osten ist eine Tanztheater-Lectureperformance, in der historische Fakten mit performativen Elementen verschmelzen. Das Projekt stellt sich durch Tanz und Theater der anthropologischen Frage nach der Notwendigkeit des Krieges in der menschlichen Evolution. Es werden globale Themen wie Ausgrenzung und Rassismus lokal verhandelt und in einen regionalen Kontext gesetzt.

Mit dem Projekt „The Weather Report“ wollen Ariel Efraim Ashbel and friends die Theaterbühne erstmals verlassen und in und mit Räumen arbeiten, die nicht spezifisch für Theater und Performance ausgelegt sind. Dabei sollen nicht nur räumliche Parameter geweitet werden, sondern in dem Versuch mit zeitbasierten Formaten zu experimentieren, auch die zeitlichen.

Mit „Außer Balance“ schafft Futur II Konjunktiv einen installativen Raum zur Erforschung kollaborativer Kommunikationsnetze, wie wir sie bei Pilzen und Pflanzen finden, im Kontrast mit dem Kommunikationssystem Verwaltung. Wie verlaufen Fäden und Verbindungen, was wird getauscht, werden Positionen eingenommen, gibt es politisches Handeln? Und wo ist die Macht in der Pilz-Nation der Bindestriche? 

Das Kollektiv PATIENT ZERO macht sich auf die Suche nach alternativen Familienstrukturen im Kontext der bis heute andauernden AIDS-Epidemie: Mit dem Ziel, den Diskurs um AIDS und HIV ausserhalb marginalisierter Gruppen zu verorten, werden Gespräche mit Betroffenen zu queeren Familien- und Care-Modellen geführt und zu einer Tonspur verdichtet, welche als Grundlage für eine Drag-Performance dient.

„KRONPRINZEN“ widmet sich landwirtschaftlichen und handwerklichen Familienbetrieben an der Westküste Schleswig-Holsteins. Welche Rolle spielen Tradition, Verantwortung und Eigentum? Wie steht es um das Verhältnis von Freiheit und Zwang, von Selbst- und Fremdbestimmung? Welche Macht übt das Patriarchat aus? Wer ist eigentlich Teil der Familie? Es entsteht ein Interviewbasiertes Stationentheater.

„Planet of Dream“ beschäftigt sich mit Ohnmachtszuständen und dem daraus resultierenden körperlichen Kontrollverlust. Es ist eine performative Arbeit in einer Glaskapsel in Form einer mobilen gläsernen Vitrine im öffentlichen Raum. Eine Kollaboration von und mit Tanja Kodlin, Ramon Graefenstein, Elisa Kühnl und Shushanik Droshakiryan.

„BODO“ befasst sich musikalisch und thematisch mit dem Dilettantismus als kreative Kraft und ästhetische Strategie. In einer Welt voller Expert*innen soll eine Lanze für den Dilettanten gebrochen werden, der nicht nur den Mut hat, Fach- und Genre-Grenzen zu überschreiten, sondern im Gegensatz zum Spezialisten auch immer weiß, dass er nichts weiß und gerade dadurch besonders innovativ sein kann.

„You are already in the thing that you call for – and that calls you!” (Fred Moten) Was bedeutet künstlerischer Access im Tanz in der Praxis? „MAKIN KIN“ ist ein queerfeministischer Tanz und Choreografie Labor, in dem sich Künstler*innen mit und ohne Behinderungen aus dem zeitgenössischen und Urbanen Tanz treffen und zu künstlerischer Praxis, Access und Intersektionalität kollaborieren. 

Der „CLUB OF WHAT IF“ ist ein Club für experimentelle Pen&Paper-Rollenspiele, Live Action Role Play, Worldbulding und kollektives Imaginieren. In ihm soll in einem stetigen Collective-Research-Prozess mit diesen Spielen experimentiert werden und eigene erfunden und werden. Er sucht nach Verbindungen dieser Spiele hin zu aktuellen Diskursen im Tanz und befragt die Genealogien dieser Spiele.

„STILL:E“ ist eine künstlerische Recherche von Gitta Roser mit zwei Performerinnen mit und ohne Behinderung. Das Thema Stille soll in seinen unterschiedlichen Zuständen und Erscheinungsformen erforscht und auf körperlichen Ausdrucksmöglichkeiten mit diversen Körpern untersucht werden. In dem Prozess werden zudem eine Klangkünstlerin und ein*e Videokünstler*in eingebunden. 

Mit einer slow-motion-Choreografie und einem besonderen Bühnenbild kreiert Yolanda Morales einen Raum der Begegnung, Transformation und Kontemplation. Der Axolotl, mit seiner psychomagischen Ästhetik, eröffnet darin dem Publikum eine fiktive Welt, die mit einer realen Gesellschaft kontrastiert wird. Die Psyche und das Bewusstsein des Publikums sollen dadurch entfesselt und erweitert werden. 

Eine Theaterserie zum Asylrecht wird mit einem transnationalen Team als immersive Filminstallation neu imaginiert. Zwei Teile und ein Bühnenprozess sollen dem Ersten folgen, der mit Mitteln des Theaters, sowie des Films produziert wurde. Der Fokus liegt nicht auf den Fluchtgeschichten sondern auf der Arbeit der Jurist*innen. So wird ein ehrlicherer Umgang mit dem Thema angeregt. 

„Bodies of Water“ untersucht verschiedene Aspekte von Verflüssigung – auf politischer, abstrakter und materieller Ebene. Das Bewegungsmaterial Sliding stellt den Ausgangspunkt der choreografischen Recherche dar, da mit einem mit Wasser befüllten Boden gearbeitet wird, der keinen Halt mehr zulässt. Dabei begibt sich die Choreografie auf die Suche nach dem transformativen Potenzial von Wasser.

„Maria Cencaru“ ist der Wunsch, eine Kindheitserinnerung neu zu erleben. Als Kind in Malaysia nahm Raymond Liew Jin Pin an einer Talentshow teil und gewann den dritten Preis, obwohl Crossdressing und Homosexualität in Malaysia nach wie vor illegal oder tabu sind. Zusammen mit einer queeren südostasiatischen Diaspora werden Bewegungen der Unterdrückung erforscht. 

„I Love EU?“ ist eine Stellungnahme zur EU in der Form einer mehrsprachigen Performance aus den unterschiedlichen Perspektiven des globalen Nordens, des globalen Südens und der EU-Bevölkerung selber. Die initiale Konzeptentwicklung und die Recherche-Arbeit wurden durch die #TakeCare Förderung 2021 ermöglicht.

Eben noch haben wir die mächtigste Frau Deutschlands im Vogelpark Marlow mit Sittichen posieren sehen, schon ist sie im Ruhestand. Während Olaf und Armin versuchen, auf legalem Wege die Macht an sich zu reißen, entwickelt das stonekollektiv mit Hilfe ihrer Kindheitsheldin Sailor Moon ein alternatives, machtkritisches Szenario, das ihre lang ersehnte Veränderung in Deutschland umzusetzen wagt.

Der Klimawandel verändert die Meeresströme und macht Wellen zum elementaren Akteur. Vor den Wellen fliehen die Menschen, Tiere und Pflanzen als neues „Wir“ auf Berlin zu. Wie kann angesichts des beschädigten Planeten aus Wut und Verzweiflung Handeln werden? Welche kollektiven Lebensformen werden dabei neu erfunden? Das Hörspiel in Bildern „Wie Wellen” blickt aus der Zukunft auf das Heute zurück.

„Spuren der Hasenheide“ geht der Geschichte des Volkspark als Gründungsort der deutschen Turnbewegung auf den Grund und hinterfragt aus queerer und antifaschistischer Perspektive die Verschränkungen von Choreographie und Ideologie. Als choreographischer Audio-Walk fragt „Spuren der Hasenheide“ nach der Bedeutung des gemeinsamen Bewegens im öffentlichen Raum, damals, wie heute.

Zusammen mit ihrem Zwillingsbruder, Aljoscha Tischkau, wird Joana Tischkau das performative Potential ihrer beiden Körper nutzen, um Familiengeschichten neu zu erzählen und mit gängigen Darstellungen zu brechen. Auf der Bühne gehen sie durch eine Vielzahl historischer, mythologischer und pop-kultureller Bilder von Familie und deren medialer Inszenierung, ebenso wie durch ihre eigene Biografie.

Mira Hirtz und Maximilian Grünewald entwickeln vier innovative Formate der performativen Wissenschaftsvermittlung, die den interdisziplinären Diskurs, um das Konzept des Anthropozäns, moderieren und zugleich einem breiten Publikum vermitteln. Mithilfe ihrer institutionellen Partner nutzen sie die Möglichkeiten der Darstellenden Künste um neue Narrative für ein neues Erdzeitalter zu entwickeln.

„GESTURES OF HORIZON“ ist eine künstlerische Auseinandersetzung mit der Arbeit von Maria Reiche, der Erforscherin der peruanischen Nazca-Linien. An der Schnittstelle von Performance, Tanz und Klangkunst entsteht auf der Bühne ein Archiv, das aus einem ungewöhnlichen Leben Zukunftsperspektiven heraus arbeitet.

Eine interdisziplinäre Gruppe von Künstler*innen kommt zusammen, um eine kollaborative Form von Intelligenz zu trainieren. Durch das Verweben von improvisierten Codes aus Klang, Tanz, Textilien & Sprache entsteht in ihrer rhythmischen Oszillation ein sensorisches, intelligentes Netzwerk. Auf der Suche nach einem künstlichen Bewusstsein erkundet das Projekt so die spirituellen Dimensionen der KI.

Das Theaterprojekt „Werwolfkommandos“ beschäftigt sich, ausgehend vom Gerichtsprozess um die Ermordung Dr. Walter Lübckes, mit dem Thema rechter Gewalt in Deutschland und den Formen prozessualer Aufarbeitung. Ein Stücktext, basierend auf Direktzitaten aus drei Strafprozessen zu rechten Gewalttaten, trifft auf Interviews mit Prozessbeteiligten und sucht nach historischen Parallelen.

In „Ad Absurdum“ werden Kysy Amarante Fischer, Rafaella Marques da Silva und Jaika Bahr die Konzepte moderner Gesellschaften und Geschlechterverhältnisse mit dem Werk von Clarice Lispector konfrontieren, um dabei komplexe Aspekte von Gender-Performativität zu untersuchen. Wie schaffen wir es die Korsetts zu sprengen, in denen unsere Identität, unsere Fantasien und Sexualität eingeschnürt sind?

Sechs Kinder lassen vor den Augen des Publikums die Welt kollabieren. In Echzeit produzierte Blockbuster-Szenen veranschaulichen die Visionen der Kinder über die Zukunft der Erde. Szenarien werden auf, weiter und umgebaut. Die Kamera wird neu fokussiert und mit analogen Effekten werden unglaubliche Bilder auf die Leinwand projiziert. Eine Performance für die ganze Familie. 

Zwei Tänzerinnen, eine Sängerin und ein Publikum. Endlich können wir uns wieder begegnen! Doch wie berühren wir uns nach der Pandemie? Isolation war gestern – doch was ist JETZT? Wie können wir die Distanz überbrücken, eine gemeinsame Sprache finden? Gal Fefferman und Julia Hagen übersetzen das Brückenbauen in Interdisziplinarität, wollen mit und voneinander lernen – in Kontakt kommen.

„Degrowth and Desire“ stellt das omnipräsente Wachstumsimperativ in Gesellschaft und Wirtschaft in Frage. Elf Kunstschaffende starten weltweit eine gemeinsame Suche nach möglichen alternativen Modellen, Konzepten und Praktiken für eine nachhaltigere Zukunft auf der Basis von individuellem Begehren. 

Bei einem Spaziergang, kommst Du an einer Kirche vorbei. Die Tür steht offen. Du schaust hinein, weil gerade die Zeit dazu reicht. Der Kirchenraum ist groß, leer und wenig beleuchtet. Das Licht fällt in schmalen Streifen durch die hohen Fenster. Die eigenen Schritte hallen. Du setzt Dich auf eine der leeren Kirchenbänke. Du hast einen Moment Ruhe. Die Vorstellung beginnt.

„TGIF – The Great Identity Flush“ ist eine Theaterperformance über die Macht von Geschlechteridentitäten. Es ist eine Performance, die einen, mindestens verwirrenden, Blick auf normierte Sexualität wirft und diese ad absurdum führt. Seh-, Lebens- und Sexualgewohnheiten werden herausgefordert, um erneut, und doch so notwendig, die Lebensweisen und Liebesformen des Mainstream zu hinterfragen.

Die erste Probenphase von „The Post-Queer Dilemma“ ist eine Auseinandersetzung mit dem post-queeren Körper im Tanz. Eine Reihe von Versuchsanordnungen werden angelegt, um den post-queeren Körper räumlich und temporär zu situieren und choreografieren. Die Proben unter der Leitung von Guy Marsan werden im Herbst 2022 stattfinden. 

Die Videokünstler Benjamin Krieg und Phillip Hohenwarter wollen in einem Forschungsprozess das gemeinsames künstlerisches Instrumentarium für ihre Videoarbeit in Theater- und Performanceräumen erweitern und mit fernsteuer- und programmierbaren PTZ-Kameras neue visuelle Strategien entwickeln und diese mit ihrem Team in einer laborartigen Situation in den Lake Studios Berlin probieren und prüfen.

„Parc Fiction“ ist ein App-basierter, multimedialer Stadtspaziergang in Hamburg, bei dem das Publikum in die Hafenstadt Beirut versetzt wird. Visuell und narrativ werden beide Hafenstädte überblendet, die durch strukturelle Ähnlichkeiten und ökonomische Beziehungen miteinander verbunden sind. Was wenn die große Explosion von 2020 nicht in Beirut, sondern in Hamburg passiert wäre?

„WOLF HOUR“ verhandelt Intimität, Erinnerung und Verlust durch die Linse queerer Erfahrung. Queere Narrative und Geschichten aus dem Nahen Osten vorzustellen, indem es Fragen der reinen Identitätspolitik und Stereotypisierung in Richtung eines Prozesses der Verkörperung verschiebt. Dabei werden queere Gesten und Sprechweisen nicht bloß als Verhalten, sondern als Handlungen verwendet.

Die immersiv-partizipative Performance „Planetarische Versicherung” wird eine erfahrungsbasierte Auseinandersetzung mit den Themen Handlungsfähigkeit, Klimakrise und Versicherung der Zukunft sein. In einem leerstehenden Bürogebäude, in immersiven Räumen, werden kollektive Handlungsstrategien des Publikums initiiert, für ein inklusiv-klimabewusstes Verhalten und für das Sicherstellen der Zukunft. 

„Die Physiker – Die Physiker*innen“ ist ein Projekt zur Erarbeitung eines Inszenierungskonzeptes für das Theaterstück „Die Physiker“ von Friedrich Dürrenmatt. Der Theatertext wird konstruktiv veruntreut, indem unter Heranziehung historischer und örtlich gegebener Recherche dem Theatertext eine heutige, aktuelle und weibliche Perspektive gegeben wird.

Mit „Die Steuer-Erklärung“ entwickeln hannsjana ein szenisches Manifest für die finanzielle Umverteilung. Mit dieser „Erklärung“ im doppelten Sinn kämpfen sie sich in Begleitung von drei schönen Elstern humorvoll und musikalisch durch Formulare und Anlagen. Ohne vor der Komplexität zu kapitulieren, ermitteln sie so den Wert feministischer künstlerischer Arbeit und finanzieller Solidarität.  

Der Tod eines geliebten Menschen ist eine lebensverändernde Erfahrung. In zwei parallelen Prozessen, wird der Tod und das Sterben als transformative Kraft im Leben thematisiert. Zwischen den Akteur*innen der beiden Prozesse wird es einen ständigen Dialog und Austausch geben, der hoffentlich neue Entwicklungen und Praktiken entstehen lässt.

Basierend auf der Geschichte der jungen Britin Anna Campbell, die 2018 aus England nach Syrien ging, um gegen den sogenannten Islamischen Staat zu kämpfen, wird in der experimentellen Oper „Dikke Bleek“ die aktive Entscheidung des Verschwindens verhandelt und ausgehend von den Texten ihres Kriegstagebuch ein Raum geschaffen, in dem getrauert, glorifiziert und geruht werden kann.

In öffentlichen Werkstatteinblicken an neu gestalteten und ungewohnten Plätzen kann die Entstehung des neuen Stücks „Stay @Home, Rapunzel“ beobachtet werden. Schon von weitem sind die eigens für das Märchen mit Salat bepflanzten Fenster zu sehen und die Klanginstallationen zu hören! Übergroße Figuren führen ihr Publikum in ausgewählte Feinschmeckerorte.

Mit „Manni und die Demenz*ionen“ entwickelt sich ein begehbares Kinderstück mit generationsübergreifendem Potenzial zum Thema „Demenz“. Wie kann ein junger Mensch Demenz begreifen? Wie ist ein Umgang damit möglich? Über interdisziplinäre Künste und sinnliche Vermittlung werden in künstlerischen Beteiligungsprozessen vielfältige Zugänge für ein junges Publikum geschaffen. 

Die Circus-Company ANALOG wendet sich mit „OPENING 2“ gezielt dem Thema Neubeginn zu. Bei der neuen Ensemble-Show geht es aber um mehr, als die Rückkehr von Akrobat*innen und Musiker*innen auf die Bühne: Im offenen Prozess soll die gemeinschaftliche Kreation des „Neuen” im Kollektiv erkundet werden. Im Fokus stehen dabei persönliche Geschichten, die den Austausch mit dem Publikum fördern.

„Insel der Orgeln – die große Transformation“ von Cora Frost, Rudy van Dogen und der Frostfamilie ist eine Familienaufstellung. Es wird ein interdisziplinäres Happening erarbeitet, welches nach erlebten und erträumten Familien, nach Lebens- und Überlebenskonzepten sucht. Es öffnet sich eine Welt, wie sie längst sein könnte, in der jede Person so Familie leben darf, wie sie es sich wünscht.

Sophia Maria Keßen, Josef Panda, Josef Villao Crespo, Felicitas Arnold begrüßen Menschen in ihrem Zuhause, lassen sich einladen und begegnen fremden Wohnungen und Wohnsituationen. Sie laden dazu ein, entlang einer Chronik von Ein-, Um und Auszügen, in Geschichten von Wohnträumen und Mietalbträumen einzutauchen, in fiktiven und realen Wohnräumen zwischen Installation und Performance. 

Nach dem Kippen kommt der Fall. Und was passiert dazwischen? Constantin Hochkeppel und Collaborators balancieren auf der Grenze zwischen Gesellschaftskritik und Verschwörungstheorie, wagen einen Tanz mit dem frustrierten Underdog, stechen in die Filterblase, schauen in den Abgrund und verschieben die Perspektiven, bis keine*r mehr weiß, was fake und was real ist. 

Wie sehr muss die Natur durch den Körper gehen, damit der Mensch spürt, dass er nur ein Teil von ihr ist? Diese Leitfrage steht zu Beginn des Probenprozess von „Im Wald//und alle tiere rufen: dieser titel rettet die welt auch nicht mehr (monkey gone to heaven)“. Das inklusive Ensemble des Klabauter-Theater spürt gemeinsam mit Vasna Aguilar der Verbindung zwischen Körper und Natur nach. 

Die menschliche Gesellschaft hat sich in den letzten Jahrhunderten stark verändert und der Prozess der Modernisierung hat das Leben jedes Einzelnen tiefgreifend beeinflusst. Es gibt sehr unterschiedliche Meinungen darüber, ob wir heute und in Zukunft besser leben als früher. Aber auch in einer zukünftigen Welt, bleibt die Frage: Was macht uns Menschen aus? Dieser Frage geht „!Bladerunner!“ nach.  

In einem praktischen Versuchs-Rahmen wird der Frage von gesellschaftlicher Teilhabe alter Menschen an digitaler Strukturierung von Wirklichkeit nachgegangen. Geplant sind Workshops, die das höhere Alter als Spektrum auszuloten, sowie eine Reihe partizipativer Abendveranstaltungen, die sowohl der thematischen Recherche dienen, als sich auch einem intergenerationellen Publikum öffnen. 

„UNITY FOREVER“ ist ein choreografisches Gruppen-Projekt, das virtuelle Köper, Raum und Landschafts-Ästhetiken und die darin enthaltenen Unsterblichkeits-Phantasien aufgreift und in einer Videoarbeit münden lässt. Als Installation wird es an einen realen, begrenzten Naturort (Parks, Gärten) oder inszenierten (Theater)Raum transportiert, um so eine dialektische Wirkung zu erzeugen.

„DIGITAL ISLAND“ überträgt die Theaterarbeit von Futur3 in einen interaktiven Web-Comic. Als Neuinterpretation der erfolgreichen Produktion SHIT ISLAND, findet die ambivalente Geschichte des deutschen Kolonialismus und sein Nachwirken bis in die Gegenwart, mit DIGITAL ISLAND erweitertes Gehör. Durch die Theatralisierung des Web-Comic erhält Theater für ein neues Publikum eine langlebige Form.

„goodbye“ ist ein Tanzstück in der Dunkelheit, eine Reise, auf der wir uns durch gefühlte Begegnungen und durch Einblicke in persönliche Erinnerungen bewegen. Leichte Silhouetten, sanfte Düfte, Atem und Gesten werden gesammelt, um den Tanz anders zu erleben. Die Arbeit richtet sich an die Trauer, die Atmosphäre suggeriert eine transformative Auseinandersetzung mit der Vergangenheit.

„DISPLACED PERSON“ sind performative Intervention zum Thema Zwangsarbeit in Düsseldorf im Dritten Reich. Ein Geflecht von Routen und persönlicher Geschichten, die miteinander verwebt, ein vielfältiges Bild über west- und osteuropäische Geschichte, sowie deren Eindringen in die Zeitgeschichte Deutschlands und der Stadtgeschichte, zeichnet.

Geplant ist ein künstlerischer Findungsprozess für eine Performance, die neues Terrain betritt: Luftakrobatik (Vertikaltuch), in Verbindung mit theatralen Elementen, trifft auf Text und Musik sowie auf den ungewöhnlichen Auftrittsort „Kirche“. Ziel ist es, sich tiefgründig und vielfältig mit dem Thema auseinanderzusetzen, um ein ausdrucksstarkes künstlerisches Ergebnis zu erreichen. 

„21 Views on Flashdance“ bündelt 21 Perspektiven auf das Thema Fleisch in einer installationsartigen Bühnenperformance und forscht künstlerisch zwischen ernüchternder Realität und fantastischer Vision.

„All Eyes On Us“ ist über 200 Jahre geballte Bühnenenergie. Vier Frauen um die 50 stellen sich, analog zu den Bremer Stadtmusikanten, die Frage, was ihr (Bühnen-)Leben wert ist. Eine musikalisch-performative Auseinandersetzung über die Wirksamkeit von Frauen und ihre Bühnenpräsenz jenseits gesellschaftlicher Objektivierung und für eine lustvolle „Authentizität“ im Theater und Musik-Business.

Im interdisziplinären, performativen Forschungslabor „divina hysterika: laboratorium #1“ untersucht die Performerin Melanie Schmidli, gemeinsam mit künstlerischen Kollaborateurinnen, das irrsinnigste Crossover der Kultur- und Krankheitsgeschichte des 19. Jahrhunderts: Den Theaterstar Sarah Bernhardt und die Klinikstars „Hysterikerinnen“.

Ausgehend von Giacomo Casanovas utopischem Roman „Icosameron“ zielt das Projekt „Protokosmos“ auf die Recherche und Entwicklung einer neuen, zeitgemäßen Unterwelt als immersives Musiktheater. Hierdurch sollen die Notwendigkeit und Möglichkeiten von Parallelwelten als Bezugsgröße realen Handelns und gesellschaftlichen Zusammenlebens künstlerisch ausgelotet und erfahrbar gemacht werden.

„Menschen im Hotel” ist ein immersives, begehbares Theatererlebnis und eine partizipative Performance basierend auf dem gleichnamigen Roman von Vicki Baum. Das Theaterkollektiv Chapeau Club überträgt das Werk aus den 1920er Jahren ins Jetzt, mit dem Fokus auf die Themen Intimität vs. Öffentlichkeit, sowie Einsamkeit vs. Gemeinsamkeit. Kunst ist dazu in der Lage, Realität zu transformieren.

„Menschen im Hotel” ist ein immersives, begehbares Theatererlebnis und eine partizipative Performance basierend auf dem gleichnamigen Roman von Vicki Baum. Das Theaterkollektiv Chapeau Club überträgt das Werk aus den 1920er Jahren ins Jetzt, mit dem Fokus auf die Themen Intimität vs. Öffentlichkeit, sowie Einsamkeit vs. Gemeinsamkeit. Kunst ist dazu in der Lage, Realität zu transformieren.

Das Musiktheaterkollektiv FrauVonDa konzentriert sich in „THEIRLAND“ in einem schonungslosen Prozess der Introspektion auf, in jedem Menschen angelegte, Überlebensstrategien, die aus psychologischer Sicht, sowohl durch reale, als auch durch gefühlte, Bedrohung ausgelöst werden: ein Prozess, der aus unserer Sicht, aktuell von hoher gesellschaftspolitischer Relevanz ist.

Den Ausgangspunkt der Stückentwicklung für Sprechtheater „Bitte ein Bitcoin“ stellt eine utopische Mining-Farm im Iran, die – getarnt als Badelandschaft und überdimensionaler Rutschturm – zugleich eine Lösung zum Kühlen der speziellen Mining-Computer, sowie zur Umgehung der US-Sanktionen bietet, die den Iran in den wirtschaftlichen Zusammenbruch zu stürzen drohen.

„Digi play Dance“ ist von dem Liedtext „Ziggy Stardust“ von David Bowie inspiriert. Wird die neue digitale Technologie ein Messias für darstellende Künstler*innen? Oder entsteht ein unbeherrschbares Chaos, das die darstellenden Künste zerstören wird? Ohne es zu probieren und damit zu spielen, werden wir es auch nie erfahren. Aus „Ziggy play Guitar“ wird „Digi play Dance“. 

Mit der interaktiven, digitalen Plattform „OXFORD HYPERSPACE“ wird ein Beitrag nachhaltige Erinnerungskultur geleistet und eine demokratische, multiperspektivische Erzählung der Garnisonsgeschichte Münsters geschaffen. Die Verknüpfung des Aufführungsorts der Theaterinstallation mit seiner virtuellen Entsprechung schafft eine Reziprozität zwischen analoger Aufführung und digitalem Archivraum.

Mit der interaktiven, digitalen Plattform „OXFORD HYPERSPACE“ wird ein Beitrag nachhaltige Erinnerungskultur geleistet und eine demokratische, multiperspektivische Erzählung der Garnisonsgeschichte Münsters geschaffen. Die Verknüpfung des Aufführungsorts der Theaterinstallation mit seiner virtuellen Entsprechung schafft eine Reziprozität zwischen analoger Aufführung und digitalem Archivraum.

A research and first rehearsal phase of “The Replaced“, resulting in a work in progress showing. A group of artists made a piece and now gives it to group of other artists to comment and make something new out of it. Exploring the usually hidden act of replacement and questions around cultural appropriation and representation, through identity both on the level of nationality and profession.

„Mein Herz aus Stein“ ist eine dokumentarische (interdisziplinäre) Performance zum Thema fehlende Solidarität in Krisenzeiten und dessen Folgen für das Zusammenleben in der europäischen Gemeinschaft. Gemeinsam mit Künstler*innen aus den Sparten Tanz, Musik, Theater und Videokunst soll ein Plädoyer für eine radikal solidarische Gesellschaft entstehen.

„ALLES OFFEN – Die Rasenden“ verknüpft das Kulturerbe des antiken Chores mit der Bespielung eines anderen Kulturerbes, das in besonderer Weise von Corona betroffen ist: Einzelhandel, Clubs, Galerien und Kaufhäuser. „DIE RASENDEN“ ist ein Performancerundgang, der das Publikum an verschiedene Orte führt. Angeleitet vom Novoflot-Webradio mit Uraufführungen von H. Chisholm, A. Kühne und A. Anissegos.

X„Modus Operandi“ untersucht die wechselseitige Beeinflussung von Polizeiarbeit und Polizei-Fiktionen. Um dieser auf den Grund zu gehen, führt das Team um den Autor und Performer Jakob D‘Aprile Interviews mit Polizeischüler*innen. In Rollenspielen erlernen sie die Rolle der/s Polizist*in. Mit den Mitteln des Theaters erforscht MO, wie die Simulationen einer reflektierten Polizei aussehen könnten.

„Alle anderen Jungen …“ ist eine Performance, die sich mit nicht-binären Gesten der Pop-Kultur beschäftigt und sich diese als Empowerment-Posen aneignet. Die Prozessförderung soll den Akteur*innen den intensiven Dialog und Probenprozess ermöglichen.

„Hard times in liquid era“ recherchiert Quanten-Phänomene und ihre Erfahrbarkeit durch Kunst. Komplexe quantenmechanischen Prozesse und Paradoxa werden auf Körperlichkeiten der, die Performer behauptet und auf choreographische Strategien übertragen, um das Verhältnis von sinnlich wahrnehmbaren Bildern, sowie Komik und Unheimliches, zu untersuchen. 

Die Klänge des zerfallenden Alpengipfels Hochvogel werden zu Taktgebern eines transdisziplinären Prozesses in dem eine Gruppe aus Praktiker*innen und Theoretiker*innen choreografische Methoden als Sprungbrett zu neuen Formen des Wissens in Zeiten des ökologischen Wandels befragt und die Ergebnisse in ein experimentelles Audio-Format überführt. 

„Erdbeben ungesagt” ist eine multimediale, mehrsprachige Performance, die die japanische Lautmalerei für „Beben“ als Linse für Beobachtungen nimmt. Durch die freie Interpretation des Textes und die Kamera entdecken Jingyun Li, Saori Hala, Cynthia-ël Hasbani neue Bewegungen, ihre Kontexte und reflektieren über ihre, durch Sprachen gestaltete, Weltsicht.

In einer energischen Bestandsaufnahmen präsentieren und performen Künstler*innenmütter ihre Forschung über die Verbindung von Mutterschaft, Künstlerdasein, Lohnarbeit und Care Work. Sie sind in ihrer Rolle als Darstellerin und Mutter Projektionsfläche gesellschaftlicher und persönlicher Erwartungen. So werden strukturelle Ungleichheiten in der Gesellschaft aufgedeckt und performativ sichtbar.

Das Savoy in Berlin, glamouröses Grandhotel und Sehnsuchtsort für den Ausstieg aus den eigenen biographischen Festschreibungen. Ort der Verwandlung, verbunden mit dem Versprechen absoluter Intimität und Diskretion. Wir erobern das momentan leerstehende Gebäude und eröffnen mit allen Künsten & eben so viel Sinnen eine weitläufig begehbare Wunderkammer einer irritierenden Neujustierung von Realität.

Die Tanzperformance „Mirrordrome” hinterfragt ein Phänomen, das in der Kunstszene heute hochgehalten wird: Innovation. Im selben Atemzug setzt es sich mit Repräsentationen des Menschen auseinander. Dieses Streben nach allem, was neu ist, kann vielleicht darauf zurückgeführt werden, dass Kunstschaffende eine gänzlich neue Form für den Menschen finden möchten. 

In „No Exit Horror Family Show“ trifft die Familie als Institution sozialen Lebens auf das Genre des Horrors. Die Produktion von PINSKER+BERNHARDT verknüpft radikale Setzungen einer Horror-Show mit einem generationsübergreifenden Cast, einer Post-Punk-Band aus Objekten und richtet sich an ein Publikum ab 11 Jahren. Mit humorvollem Blick wird das Bild der ewig glücklichen Familie entzerrt.

Inwieweit können unsere Träume, frei von Zensur des rationalen Geistes, zu unserem Bühnentext, zu unserem Skript werden und unsere Handlungen vorgeben? Inwieweit ist es möglich, dadurch zu neuen Narrationen zu kommen? Diese Fragen stehen im Zentrum des ergebnisoffenen Prozess „ARBEIT AM TRAUM“, einer dramaturgischen, videotechnischen, utopischen Recherche von She She Pop und Kollaborateur*innen.

In „LESBIAN VAMPIRE FANTASY“ entwickeln CHICKS* gemeinsam mit Performer*innen, lesbischen und queeren Expert*innen verschiedenen Alters aus Leipzig ein feministisches Performance-Vampirinnen-Musical für Jugendliche und Erwachsene: Ein lesbischer Teenietraum, intergenerationales Punkkonzert, Ost-West Popmedley, Outingballade und queerfeministischer Sprechgesang! Wir werden zu Vampirinnenlegenden! 

„Votary“ ist ein ergebener Anhänger. In der Bühnenperformance für 4 Tänzer*innen von Gustavo Gomes geht es um den Prozess der Abgabe von Verantwortung an eine externe Form des Selbst, der binären Kodierung. Der choreografische Prozess & das Kuratieren der Bewegung werden abgegeben. Bewegung, Licht, Musik, die Nutzung des Raums werden durch die, binär kodierte, Konstellationen von 0 und 1 bestimmt.

Das Museum für wohnungslose Türen sucht Zugänge zu verlorenen Wohnungen. Was bleibt von einer Wohnung im Gedächtnis? Mit mündlicher Geschichtsschreibung dokumentiert das Museum erinnerte Reize, Geräusche, Gerüche, Berührungen. Es befragt individuelle Geschichten als kollektive Erfahrung. Über ein temporäres Monument, ein Happening und ein Radiofeature schafft das Museum neue Erinnerungsorte.

Anke Retzlaff (künstlerische Leitung, Schauspiel, Gambe), Paul Jumin Hoffmann (Regie) und Peter Florian Berndt (Musik) tauchen in die Welt eines aufrührerischen Hamsters ein und entwerfen einen musikalischen Theaterabend zum Thema Freiheitskampf, für den persönliche Geschichten von Menschen aus aller Welt in einer Telefonzelle gesammelt und einbezogen werden.

„TROTZ DER DINGE“ sammelt Berliner Biographien, die von Einsamkeit geprägt sind, sucht nach Darstellungsformen und verbindet sie in einer theatralen Installation mit partizipativen Elementen. Neben den Biographien bilden „Wunschkonzert“ von Franz Xaver Kroetz und „Trost der Dinge“ von Daniel Miller die Grundlage für diese Auseinandersetzung mit großstädtischer Vereinzelung von PRINZIP GONZO.

„In The Depths“ ist eine choreografische Prozession durch den öffentlichen Raum, die sich der Auseinandersetzung mit der Dunkelheit, dem Unbekannten und Ungewissen, sowie Formen seiner Artikulation – Trauer, Verlust, Unheil und Angst widmet. Durch das Insistieren auf radikale Langsamkeit und den Langsamen Gestus entsteht hierbei eine idiosynkratische choreografische Sprache.

Ein Mehrgenerationen-Theaterexperiment: Drei Schauspielerinnen nabeln sich digital ab und erkunden am eigenen Leibe, wie sie die politische Anatomie des Netzes durchdringt, wie weit ihr Prestige ohne Bits und Bytes noch reicht. Dabei helfen ihnen Jugendliche, die schon im Mutterleib das Schnurren von Handys kannten, und alte Damen, die noch Fernsprecher mit Wählscheibe auf der Anrichte haben. 

How real is the virtual? How virtual is the real? Welcher Zusammenhang herrscht zwischen Fortschritt und Katastrophe? In einer hybriden VR Installation erkunden OBLIQUE SENSATIONS Untiefen und Versprechen neuer und alter Technologien. „Der Einbeinige Läufer“ ist eine interaktive Adaption des gleichnamigen Stücks von Katharina Schmitt zwischen CAR- Simulator, VR-Gemälde und interaktivem Hörstück.

Eine immersive Welt, in der ein Diskurs zu Sexualität und Identität stattfindet, erkundbar durch VR-Brillen und kopräsente Begleitung, empowert junge Menschen zu kreativen, kompetenten Fragesteller*innen ihrer selbst. Queer Theory und intersektionale Sexualpädagogik bieten wertvolle Orientierungspunkte für versinnlichtes Wissen und Anregung zur Selbstreflexion.

In the intermedia hybrid de_coding „GAME OVER“, which moves between dance and sound performance, the world of video gaming is scrutinized in terms of content and philosophy as well as aesthetics. The performance is aimed at young people from the age of 10 years old and ties up with those parallel worlds that are particularly fascinating for them.

Innovation, Live-Moment und Interaktion sind Stärken von Theater. Inspiriert durch zwei historische Theaterarchitekturen, dem Rundumblick des antiken Amphitheaters und den Perspektiven der barocken Guckkastenbühne, erweitert um innovative Augmented-Reality-Werkzeuge, geht „TTT – test track trace“ neuen Pfaden der Bühnenraumproduktion, durch Einsatz von Medientechnik und Digitalisierung, nach.

Der Mensch hört bevor er sieht. Die gesprochene Sprache ist von zentraler Bedeutung, wenn es um diskrimierungs- und gewaltfreie Räume geht, vor allem in der Kunst. „Huch! Was? Eine Stimmidentitätspolitik?“ geht darum bei der Stoffauswahl, der Besetzungspolitik oder Inszenierung von Bildern, auch bei dem Gebrauch von Sprache, (repressive) Strukturen zu erkennen, offen zu legen und zu ersetzen.

Während des Prozesses sollen emotionale Extreme auf tänzerische Weise erkundet und ein fiktionales Witwenhaus mit sieben Frauen kreiert werden. Ein tragisch, komisches Tanztheater, welches von einem Ort erzählt, wo das Ausleben von Gefühlen erlaubt ist. Wie heftig kann man Zittern, bevor der Körper kollabiert oder sich wandelt? Und wer gibt zuerst nach, Körper oder Geist?

„Zusammen!“ ist ein musikalisches Frischlufttheater für Kinder ab einem Jahr und ihrer Begleitung. Die Produktion ist eine vielseitig einsetzbare Inszenierung (ganzjährig & pandemie-tauglich spielbar). Draußen, Drinnen, KiTa oder Wiese: Wir bringen das Theater zu den Menschen vor Ort. Spielerisch werden dem Publikum, mit dem Thema Freundschaft, Angebote für ein gelungenes Miteinander gemacht. 

„ContentContent“ erforscht die Normalität, in Bezug auf die zeitgenössische Kultur. Es ist ein Performance-Stück als digitale Serie, die Live-Musik, den Einsatz von Sprache, Tanz und Videokunst umfasst, und die durch den postmodernen Dschungel verschlungener Systeme und kultureller Memes reist, in dem die Performer entweder Experten, Forscher, Gefangene oder Überlebende sind.

„TOBOSO“ entwirft in einem Ausstellungsformat, dem historischen Phänomen folgend, eine Wunderkammer. Durch performative Bespielung und der ständig möglichen Interaktion der Betrachtenden wollen sie in der Komposition mehrerer Zimmer Raum schaffen für das, was wundervoll erscheint. So suchen sie nach den Verbindungen von Installativem und Performativem, von individuellem und gemeinsamem Erleben.

Was ist die Zukunft der Oper und gibt es überhaupt eine Zukunft? Kann die Oper als Kunstform für ein jüngeres Publikum ansprechender und attraktiver sein, wenn sie sich mit den Elementen des modernen Raps mischt? Es soll eine Herangehensweise entwickelt werden, bei der sich eine klassische Oper mit den Elementen des Raps mischt und daraus etwas Drittes entsteht.

Die Open-Air-Performance „luftikus“ greift die Erfindung des Mobiles von A. Calder auf und überrascht Menschen jeden Alters mit Klang- und Spielinstallationen an ungewöhnlichen Orten. Die vorgefertigten Installationen werden im Spiel des Performers um Fundstücke des Alltagsraumes erweitert. Das Publikum wird zum Teil des gemeinsamen Spiels und erlebt sich inmitten eines Gesamtkunstwerkes.

Auf nach Brandenburg! Das Berliner Kollektiv für zeitgenössische Oper*ette tutti d*amore verlässt die Comfort-Zone der Großstadt und macht sich mit einem zur Wanderbühne umgebauten Wohnmobil auf den Weg in verschlafene Ortschaften. Inspiriert von den Wandergruppen der Commedia dell’arte möchten wir einen überregionalen Kulturaustausch zwischen Stadt und Land ins Leben rufen. 

In „Auge in Auge/Drohnen Dialoge“ von Maximilian Rambaek, bewegen sich drei Drohnen, ausgestattet mit einem Miniprojektor, der wie ein Auge wirkt, in dynamischer Verbindung mit einer performenden Person im Raum. Aus dieser Dynamik heraus, entsteht eine Beziehung zueinander. Ein Dialog, erzählt in drei Episoden über Hoffnung, Träume und Sorgen in einer von Technik beherrschten Welt.

Kampfansage: Wir Alten sind nicht Erinnerung sondern Gegenwart! Wir leben befreit vom Zwang, später einmal groß werden zu müssen, weil wir kaum ein „Später“ haben. Wir haben „Jetzt“. Wir können Fahrrad fahren, ohne zu treten, es geht von allein. Also lasst uns zusammenkommen, um mit unserer Waffe „Freiheit“ zu spielen! In unseren Körpern ist die Liebe zum Theater gespeichert – Dancing for future!

Inspiriert von Irmgard Keuns Roman „Kind aller Länder“ starten andcompany&Co. und die Bühnenbildnerin Hila Flashkes eine Recherchereise nach Ostende, wohin Keun zuerst floh. Ein Pop-Up-Bühnenbild wird entwickelt, um Keuns bildhafte Sprache z.T. wörtlich umzusetzen und die Erinnerung an das antifaschistische Exil mit der gegenwärtigen Debatte über Flucht und Migration zu verbinden.

„Invasive Memories” ist eine interaktive VR Performance und filmische Medienkunst Arbeit, welche die Zuschauer*innen in die flüchtige Erinnerungswelt einer zunehmend dementen Person versetzt. Die Zuschauer*innen haben durch ihren Blick interaktiv Einfluss auf die Geschichte und werden selbst erfahren, wie flüchtig Erinnerungen sein könne, wenn diese vor ihren Augen verschwinden und verschmelzen.

Die Compound Company transferiert mit „Open Source – Cypher als choreografisches Konzept“ urbane Trainings- und Entwicklungsformate in den Bühnenkontext. Ausgangspunkt sind Jams, Cypher, u.a. im Sinne eines permanenten interaktiven Austauschs von Kompetenzen. Die zugrundeliegenden Konzepte werden erforscht, durch zeitgenössische Methoden ergänzt und so neue choreografische Ansätze entwickelt.

Den künftigen künstlerischen Produktionen von CocoonDance werden intensive Recherche-Arbeiten vorausgehen, indem die renommierte Kompanie ihre über Jahre entwickelte Kultur der Co-Autorenschaft und spezifische Arbeitsweise auf diverse Gruppierungen außerhalb der Theater und Kunstinstitutionen ausweiten wird. Im Dialog werden dafür neue Formen von Wissenstechniken entwickelt und erprobt.

Dem gegenseitigen (Ver-)Formen von Material und Körper und dessen queeren Potential soll die Arbeit „STEEL“ – bestehend aus Performance und Skulpturen – nachgehen und mit Bildwelten um Arbeit und Geschlecht verknüpfen, stets auf der Suche nach queeren Bildern industrieller Arbeit.

In ihrer neuen immersiven Arbeit „The Councils of the Pluriversal“ verbindet Luiza Prado neue Technologien, performative Praktiken und traditionelle Rituale um sie gemeinsam mit internationalen Gastkünstler*innen in einem gemeinsamen Erfahrungsraum zu erproben, zu verschmelzen und zu modifizieren, um auf diese Weise pluriversale Artikulationsutopien zu entwickeln.

„Folkosis“ ist ein kollektives Diskursformat zu Fragen von Aneignung und Sichtbarkeit an der Schwelle von Neudiversität und Folklore. Aufhänger für die performative Annäherung ist die Auseinandersetzung mit den Aneignungspraktiken der Surrealisten und die dem Manifest „Anticultural Positions“ von Jean Dubuffet.

In Anlehnung an das Märchen „Die Bremer Stadtmusikanten“ geben katze und krieg Konzerte im öffeantlichen Raum der umliegenden Dörfer von Köln. Durch ihr improvisiertes, verspieltes und performatives Musizieren versuchen sie während der Konzerte Menschen zur Partizipation anzuregen, um schließlich auch Teil der Band zu werden und am nächsten Tag mit ihnen in ihrem Tourbus weiterzureisen.

These: Wenn wir die Reichen verstehen, verstehen wir uns. Wenn wir den Reichen helfen, helfen wir uns! Wohlstandsprivilegien, Erbe und Umverteilung sind Anlass, um sich künstlerisch in die Welt der Reichen zu begeben und herauszufinden, ob und wie den Reichen zu helfen ist. Das wirvier-Kollektiv forscht interdisziplinär für ein partizipatives Großvorhaben im öffentlichen Raum.

In „FIRE IS RAGING“ geht es darum, Strategien der Inspiration und gegenseitigen Durchdringung zu entwickeln. Die Idee dazu resultiert aus dem Bedürfnis, Nachhaltigkeit zu thematisieren und dabei der Notwendigkeit gerecht zu werden, nachhaltige, zukunftsweisende Strategien für die künstlerische Arbeit zu entwickeln.

Wieso existiert gerade in Deutschland der rigide §218 seit 150 Jahren, der Schwangerschaftsabbruch kriminalisiert? Was bedeutet diese Kriminalisierung für die Generation unserer Großmütter, Mütter, Tanten und die jetzige Generation? Eine Interview-Recherche für die Textfassung und Konzeption einer dokumentarischen Neuinszenierung.

„rumräumen“ ist ein partizipatives Tanztheaterstück für ein junges Publikum. Es führt Kinder spielerisch-forschend an komplexe Fragestellungen heran: Was konstituiert Raum? Was ist das Verhältnis von Raum und Grenzen? Wie beeinflussen Räume Bewegungen, welchen Einfluss haben Bewegungen auf Raum? Das Publikum wird aufgeteilt und erlebt in den jeweiligen Räumen die unterschiedlichsten Szenarien.

Ausgangspunkt für die Recherche und inhaltliche Erarbeitung des Tanzstücks „Fo:No“ ist das Verhältnis von Stimme, Körper und Identität, sowohl in ihrer tatsächlichen als auch in ihrer negativen Form. Sprechen wir von Stimme, ist ihr Gegenteil die Stille oder Dysphonie. Das Gegenteil von dem virtuosen Körper ist der statische. Und das Gegenteil von Identität ist der Verlust von Eigentümlichkeit.

Die zeitgenössische Inszenierung mit Puppen „Ronja Räubertochter“ ist eine Eigenproduktion der ARTISANEN anlegt für Kinder ab 5 Jahren. Sie widmet sich einer starken Mädchenfigur, die in ihrer Welt sämtliche Regeln durchbricht und für Gerechtigkeit kämpft und somit alte Rollenmodelle in Frage stellt. Hochaktuell, phantasievoll, zeitlos, faszinierend.

In „AUS DER HAUT FAHREN“ stellen sich fünf Tänzer*innen zwischen 15 und 55 Jahren dem Phänomen Wut. Wut als Impulsgeber, als treibende Kraft wird auf der körperlichen Ebene dekonstruiert und untersucht. Ein lustvolles und unbequemes Spiel mit einer konfrontativen Lebensenergie. Eine performative Auseinandersetzung mit dem „hässlichen“ Gesicht der Wut. Die Bühne als Crashroom und Versuchslabor.

Die Biografie eines vergessenen kauzigen Literaturstars aus der Provinz. Jean Paul Richter (1763-1825), ein Zeitgenosse Goethes und Schillers, wandert als Figurentheater auf die Bühne. Eine Selberlebensbeschreibung zwischen Satire, Ironie und romantischen Gefühlen, Poesie und Humor. Ein Leben zwischen Rokokoschlössern und den kargen Dörfern Oberfrankens. Ein Blick in das skurrile Leben von J.P.

In dem Kindertheaterprojekt „FUN CHALLENGE“ werden vier Schauspieler*innen aus der Kindertheatergruppe Show and Tell zusammen mit den jungen Zuschauer*innen digital inspirierte Mashups auf der Bühne erschaffen – Theatermomente aus TikTok Videos, Mikroerzählungen, Bilder und Bewegungen, in denen Gedanken, Geschichten und Aussagen über Spaß neu kombiniert, performt, projiziert und diskutiert werden.

Das Markus&Markus Theaterkollektiv begibt sich in die düsteren Abgründe der Ressourcendeals: In einem Fischerdorf wurde ein Strand geklaut. Die Spuren des Sandes führen über eine Baustoff-Firma in Hannover über ein Architektenbüro in Bremen zu einem Luxus Resort. Porträtiert wird eine Kette von Menschen, die über den Rohstoff Sand miteinander verbunden sind.

Warum hat sich der ehemalige Bundeswehrsoldat Jan L. in Brand gesteckt vor dem Springbrunnen eines Einkaufszentrums? Dieser Frage geht Petra – Produktmanagerin und Schulfreundin von Jan L. – in ihrem Videoblog nach. Sie redet mit Personen, die Jan L. gekannt haben, und versucht die Logik des Lebens und Sterbens des Soldaten sowie ihrer eigenen und auch unserer Existenz zu begreifen.

Zum Heinrich-Schütz-Jahr 2022 wird das Tanz- und Musiktheater „SCHÜTZ Universum“ entwickelt, das die Klangwelt des Barockkomponisten in gegenwärtig bewegte Bilder übersetzt. Inhaltlich setzen tristan Production sich mit dem 30jährigen Krieg und dem (un)möglichen Wandel von menschlichem Verhalten auseinander. Schütz‘ Zeit am dänischen Hof aufgreifend, arbeiten sie mit einem deutsch-dänischen Team.

„Uns ist es wichtig, dass in unserer Gesellschaft nicht nur ein paar wenige Stimmen zu Wort kommen, sondern dass alle unterschiedlichen Sichtweisen in einen Austausch miteinander treten“, Kollektiv four rooms. In einem abendfüllenden Tanztheaterstück, welches im Societaetstheater im April 2022 uraufgeführt wird, verhandelt four rooms die Themenkomplexe Meinungsfreiheit und Kommunikationskultur.

Kriemhild erzählt: Wie wurde aus Liebe Leid? Das Epos der Nibelungen wird in konzentrierter Form aus der Sicht der Kriemhild gespielt. Kriemhild, die Schauspielerin Kerstin Dathe, ermächtigt sich selbst und berichtet von ihrem Leben, ihren Konflikten. Ihre Gegner sind Puppen, die sie führt. Kriemhild nimmt uns mit auf eine Reise der dunklen Gefühle.

In „MÜLL“ (AT) setzt sich STUDIO URBANISTAN in einer performativen Audiotour für sieben bis zehn Menschen ab zehn Jahren mit der Bedeutung unseres Mülls für den Klimawandel auseinander und macht die unbekannten lokalen und globalen Wege des Abfalls sicht- und erfahrbar. Eine Heimsuchung all dessen, was lieber unsichtbar bleibt.

Wird die Veränderung des gesellschaftlichen Miteinanders immer schneller? Und verschwinden immer mehr Dinge? Gefühle? Umarmungen? Gesten der Verständigung? Berufe, Wikipediaeinträge und das Theater? „Mond“ ist eine Recherchereise auf der Spur des Verschwindens. Es ist Audiowalk, Videokonferenz und interaktives Spiel, lässt das Theater verschwinden und wieder neu auferstehen.

Die gruppe tag möchte ein Konzept zur Nutzung des Konferenz-Tools gather.town als virtuelle Bühne entwerfen. Dabei kommen die Plattform gather.town als auch das Programm Twine zum Einsatz, um Prototypen für ein immersives Digitaltheater auf gather.town zu schaffen.

Vier tanzende Marionetten inspirierten Heinrich von Kleist zu seinem epochalen Aufsatz „Über das Marionettentheater“. Wie diese heute verlorenen Marionetten ausgesehen haben müssen, ist aus Kleists Beschreibungen nachvollziehbar. Das Vorhaben möchte die Marionetten nach historischen Vorbildern rekonstruieren.
Kleist denkt den Roboter voraus. Was war sein Startpunkt?

Theater ÖTTE plant zusammen mit Theater- und Umweltpädagog*innen den Arbeitsprozess für eine Freiflächeninszenierung zum Thema Umwelt für Grundschüler*innen zu beginnen. Recherchearbeiten, genreübergreifende Diskurse und interdisziplinäre theatrale Formen sind zu kombinieren und die Arbeitsergebnisse gegebenenfalls zu einer Freiflächeninszenierung zusammen zu führen.

„Project 6*4“ ist eine 24-stündige Online-Gedenkperformance, die an die friedliche Massendemonstration der Student*innen auf Tiananmen erinnern, die am 4. Juni 1989 mit militärischer Gewalt niedergeschlagen wurde. Ming Poon arbeitet mit Choreografie als Werkzeug des Widerstands und nutzt den digitalen Online-Raum als einen potenziellen politischen Raum des Widerstands und der Solidarität.

„Labyrinth“ ist eine Klang- und Rauminstallation, bei der die Verbindung zwischen dem Haptischen und dem Akustischen erlebbar gemacht wird. Die Installation lädt dazu ein, in den abgelegenen Ecken des Sichtbaren nach Unsichtbarem zu suchen; einen Ort durch Anfassen kennenzulernen und sich durch Hören, Reagieren und Interagieren anzueignen. Das Projekt richtet sich an ein altersgemischtes Publikum.

Ein Theater-Upcycling als musikalisch-performative Inventur.
Bühnenbilder, Kostüme, Texte, Instrumente, Arbeitsmethoden, Menschen und ihre Geschichte und Geschichten: Alles wird auf seine Notwendigkeit geprüft oder entsorgt. In einer performativ-inszenierten Inventur soll sichtbar werden, welche Ressourcen wir verbraucht, welchen Fußabdruck wir hinterlassen haben und was von uns verbleiben soll.

Ein vererbter Elfenbeinzahn ist Ausgangspunkt für eine performative Suche nach Verantwortung in einer Gesellschaft, deren koloniales Erbe bis heute in Museen, Kellern und Körpern haust. Vier Performerinnen – Schwarz, of color und weiß – wollen dem Zahn einen würdigen Platz und dem Publikum Anlass zur Auseinandersetzung geben: Wo stehen wir im Umgang mit kolonialer Vergangenheit? Wo wollen wir hin?

Toto Koopman und Erica Brausen, eine wahre Liebesgeschichte nach dem Tod. Toto, Spionin, Muse, Model und KZ-Häftling eröffnet eine multimediale Galerie im Jenseits, eine Rooftop-Bar mit Traumblick über die Dächer von Berlin. Erica, ihre Liebhaberin, bestellt den Spät-Modernisten Francis Bacon ins Glashaus. Er soll ein Live-Stream-Triptychon zum Thema Liebe und Wiedergeburt gestalten…

„Faultier“ ist eine Recherche für ein theatrales zeitgenössisches Zirkusstück. Als sympathische Allegorie für Langsamkeit und Ästhetik entgegen der Unterhaltungsbranchen möchten Florian Bögner und Zinnia Nomura das Leben des Faultiers mit dem Leben von Artist*innen und Künstler*innen vergleichen. Wie werden die Lebensräume bedroht? Was gibt es für Strategien zum Überleben?

„LichtQuellen“ (AT) ist eine Stückentwicklung des Theater Maren Kaun mit Figuren, Objekten, Licht, Schatten und Spiegelungen für Kinder ab vier Jahren. Der Charakter Eine*r setzt sich intensiv mit kleinen Dingen auseinander. Ausgehend von diesen kleinen Dingen und ihren Details wird die Welt um ihn herum nach und nach immer größer und zeigt gleichzeitig, wie sehr alles ineinander verwoben ist.

Die Theaterform der vertikalen Bühne wird mit den Themen Klimawandel und Artensterben verschnitten, das Spannungsfeld Mensch-Natur erforscht und so eine neue Fassadeninszenierung von Grotest Maru entwickelt. „GLOBAL AMAZONIA“ soll das Publikum mitnehmen auf eine sinnliche Reise, bei der mit Naturerlebnissen operiert und zugleich die Bedrohung dieser Natur sichtbar gemacht wird.

„JOY“ entwirft einen fantastischen Raum. Einen Raum, der sich nicht an der Norm paternalistischer Herrschaftsstrukturen orientiert, ein Raum jenseits von Gleichberechtigung: Jenseits von Grenze und Markierung, jenseits der Idee territorialer Erfassung, jenseits von Inbesitznahme, jenseits von Konkurrenz. Jenseits unserer selbst. Um dann die Frage zu stellen, wer sind wir in einem solchen Raum.

„GROWING Third Skin“, ein Arbeitsprozess in Hinblick auf die Neuproduktion „Third Skin“ (2023) von Ana Lessing Menjibar. In dieser Arbeit fließt ihre interdisziplinäre Expertise aus den Bereichen der Choreografie, des Flamencos, der bildenden Kunst und der Musikkomposition zusammen, um basierend auf ihrer Familiengeschichte eine auto-fiktionale Performance zu entwickeln.

Entwicklung eines Schattentheaterstücks für Kinder anhand der Erzählungen „Wo ist mein Hut?“. In „Wo ist mein Hut?“ geht es um Verwandlungen, Täuschungen, Lüge und Wahrheit. Ideale Sujets für das Spiel mit Schatten, das geheimnisvoll sein kann und schnelle Verwandlungen ermöglicht. In der Stückentwicklung wird DAS WEITE THEATER Ästhetiken des Schattenspiels sowie eine neue Palette an Lichtern ausl

Drei Frauen, drei Geschichten und nun sind sie die vermeintlich letzten Überlebenden auf dieser Welt. Was geschieht, wenn man auf jegliche Intimsphäre verzichten muss, ums pure Überleben kämpft und zudem gezwungen ist, Oberflächlichkeiten und Konkurrenz zu überwinden? „RETURN“ ist ein zeitgenössisches Zirkusstück über die Komplexität und den Zusammenhalt von weiblichen Freundschaften.

Wasser und Salz, mit den Grundbestandteilen der Tränenflüssigkeit erzählen die Figurenspieler*innen Lehmann, Wenzel, Kley in dieser Kindertheaterinszenierung von der transformatorischen Kraft des Weinens und begeben sich auf die Suche nach der Kostbarkeit in jeder geweinten Träne.

Thermoboy FK möchten herausfinden, was passiert, wenn Männer als Objekte des Interesses und Begehrens eines weiblichen Blicks dargestellt werden. Die Leipziger Autorin Johanna Maxl schreibt für und über die Theatergruppe einen Text, angelehnt an den Roman „The Virgin Suicides“ von Jeffrey Eugenides. Übersetzt wird die Geschichte in eine filmhafte, düster-melancholische Bühnenerzählung.

„Das chorische Schon-da“ ist der Versuch, das Element des Chores im Stadtbild der Gegenwart aufzuspüren und zu reinszenieren. Durch mehrere Eingriffe entstehen verschiedene „Szellen“ (Szenen-Zellen), die wie die versprengten Einzelstücke des verlorengegangen Chorischen aufgesammelt werden und durch eine Wieder-Zusammenführung in Galerie und Theater eine gemeinsame Narration erzeugen.

Wie kann Abwesenheit spürbar gemacht werden, ohne eine Bühne gänzlich leer zu lassen? Wie sehr können Körper sich verdichten und zu einer Masse werden?
Ausgehend von diesen Fragen und Marcus Steinwegs „Metaphysik der Leere“ umkreisen KIESECKER | HOESS die Bedeutung von Leere und Dichte innerhalb des choreografischen Arbeitens und präsentieren das Ergebnis im Tollhaus Karlsruhe.

In der Reihe „Unter dem Pflaster“ entwickeln sieben Berliner Künstler*innenteams verschiedener Disziplinen neue Arbeiten für den Glaspavillon im Milchhof Berlin. Die Projekte beschäftigen sich mit den Merkwürdigkeiten des Verschwindens und Auftauchens von körperlichen und sozialen Erfahrungen und machen sie, vermittelt durch die gläserne Pavillonarchitektur, für das Publikum transparent.

„Als ich zwölf war, verbrachte ich ganze Wochenenden im Zimmer, um Musik zu hören. Zunehmend wurde wichtiger, was man hörte und wie man darüber sprach. In bierfinanzierten autonomen Jugendzentren entstand Musik, die es sonst nirgendwo zu hören gab.“ Janis Fisch und Thomas Schröder begeben sich zurück in die JuZe ihrer Vergangenheit, deren Geist sie bis heute begleitet. Geht es anderen auch so?

„Archives of Collapse“ ist eine performative Rauminstallation zum Thema KOLLAPS. In der Pandemie haben viele von uns erlebt, dass stabil Geglaubtes kollabierte. Die Arbeit widmet sich dem fragilen Spannungsfeld zwischen Zerstörung und Neuanfang. Mit einem interdisziplinären Ensemble wird ein lebendiges, sich wandelndes Archiv zu Momenten des Kollaps entwickelt – sinnlich, physisch, transformativ.

„Dear Chris“ ist eine Performance, eine Melange aus Selbst- und Weltanalyse, aus Punk und Pop. Durch eine weibliche Figur wird eine besondere Perspektive auf weibliche Lust, Verletzlichkeit, Sehnsucht, Schuldgefühle, Kunst und Geschlechterungleichheit thematisiert. In dieser One-Woman-Show werden diese Themen gesprochen, gesungen, getanzt sowie in filmische und musikalische Landschaften übersetzt.

„DEINE WAHL! Dance on demand. Der empathische Körper Vol. 3“ thematisiert in einem interaktiven Setting das empathische Verhalten im theatralen Raum. „DEINE WAHL“ startet das Experiment eines sozialempathischen Austausches, in dem das Publikum die Regeln verhandelt und über die Interaktion mit den Sounddesigner*innen die Dynamik des Stücks steuert. Die Grenzen der Empathie werden ausgelotet.

„PapierRollen – ich du und all die anderen“ ist ein Theaterduo für Kinder ab drei Jahren. In konsequenter Reduktion auf das Material Papier spielen Theater GOBELIN mit der Macht und Kraft von Rollenbildern und laden ein zur freien Entdeckung von Identitäten, fernab von Zuschreibung, Kategorisierung und festgefahrenen Geschlechterbildern.

Freaks und Fremde entwickeln in der Gedenkstätte Bautzner Straße ein Theaterprojekt, das basierend auf Eugen Ruges Roman „METROPOL“ untersucht, was Menschen zu glauben bereit und imstande sind, wie ein totalitäres System Menschen, ihre Ideale und ihr Handeln formt. An einem Ort der Erinnerung untersucht die Compagnie mit Sprache, Objekt, Tanz und Sound eine Bruchstelle europäischer Geschichte.

„SUBMERGENCE“ (AT) ist eine interaktive Videoinstallation zwischen Performance und Dokumentarfilm, die kiribatische Seefahrer zu Wort kommen lässt, die aufgrund pandemiebedingter Einreiserestriktionen seit einem Jahr im Hamburger Hafen festsitzen.

Ein Künstler*innen-Team begibt sich auf die Reise in Hamburgs ländlichen Räumen und will wissen: Was sind die Themen der Hamburger Lebensmittelerzeuger*innen? Was wollten sie den Städter*innen schon immer mitteilen? Und wie könnten sich diese Äußerungen künstlerisch artikulieren und eine theatrale Kraft entfalten? Aus Recherchen und Interviews vor Ort entsteht ein Text- und Realisierungskonzept.

Woher kommt die Wut, und woher die Gewalt? Und warum jetzt? Waren sie vorher schon da? Warum sind sie erst jetzt laut? In Interviews und Erfahrungsberichten untersucht „Abgewickelte Kinder?“ den Ausbruch rechter Gewalt auf ostdeutschen Straßen und sucht ihn in den Familiengeschichten des untergegangen antifaschistischen Staats, am Arbeitsplatz, im Fußballverein und im Jugendklub.

In „Nur hier kann man hier sein“ entwickeln Künstler*innen, Raumexpert*innen und Schüler*innen künstlerische Strategien, um den (Stadt)Raum rund um das Regenrückhaltebecken am Tempelhofer Feld zu erforschen. Mittels performativer Methoden nehmen sie am Theater der Stadt teil, verändern es und schaffen eine interaktive Performance. Eine Kooperation von TUSCH Berlin und Floating (University) Berlin.

Theater FIGURO thematisieren die Unterschiede zwischen dem Ordnungssinn bei Menschen und Insekten. Dabei suchen sie Parallelen zwischen dem natürlichen Verhalten der Insekten und den sozial-politischen Prozessen in unserer Gesellschaft und bringen sie unter Betreuung angesehener Wissenschaftler*innen in Form von Tanz, Musik, Projektionen und Material- und Figurenspiel.

„MIRA KI Reloaded“ ist ein choreografischer Dialog mit einem KI-Modell in Form einer speziell dafür konzipierten Smartphone-Applikation. „MIRA“ interessiert, wie und ob durch den Einsatz dieser KI das Gefühl der eigenen Autonomie beeinflusst wird und die Grenzen im künstlerischen Prozess intellektuell und physisch erweitert werden können. Im Prozess wird ein interaktives Bühnenkonzept entwickelt.

„Agora 2022“ möchte in die Köpfe unserer Mitmenschen auf der Straße Berlins hineinschauen, hineinhorchen. Wie denken wir? Philosophieren wir? Glauben wir? Inmitten einer europäischen Großstadt wird in Begegnungen mit Menschen auf der Straße nach den geistigen Spuren der antiken Agora gesucht, um uns in Verbindung zu setzen mit jener Zeit Europas, die als Wiege unserer Demokratie und Kultur gilt.

Auf Basis eines seit Jahrzehnten existierendem Lautsprechersystems in dem Dorf Volkartshain entwickelt das Künstlerinnenkollektiv Studio Studio die Dorffunk-Sendereihe „coram publico!“. Die in der Region sehr brisanten Fragen um das Verhältnis von privatem und öffentlichem Raum kleiner Gemeinschaften sollen so eine künstlerische Ausdrucksform finden.

„APAL“ ist ein künstlerisches Projekt und Experiment, das darauf abzielt, eine antikapitalistische Struktur zu schaffen, die auf den Prinzipien der Selbstversorgung, der Selbstorganisation und der Gegenseitigkeit beruht, und einen Raum für Künstler*innen mit asiatischen Hintergründen für kreative Forschung, Austausch, Experimente und Zusammenarbeit zu schaffen.

„Ich will nach Hause./ Bloß, gibt’s das noch: Zuhause?“ Die Marc Sinan Company will das Langgedicht „FREDY NEPTUNE“ für die Bühne adaptieren. Unter der Regie von Mizgin Bilmen agieren David Bennent und Jelena Kuljić in dieser zeitlosen Geschichte über Flucht und Vertreibung. Marc Sinan komponiert die transmediale Kammeroper.

„Digital Caves“ (AT) ist das Pilotprojekt des Artistic Intelligence Network, unter dessen Schirm langfristig und international mit den Mitteln von Performance und Theorie durch Neue Technologien hervorgerufene Veränderungen gestaltet und reflektiert werden. „Digital Caves“ (AT) fragt in Performances und Talks nach den Sozialen Medien als Orten der Wissenserlangung und der politischen Teilhabe.

Künstlerische Recherche über die letzten Tage der DDR und die chaotischen und gewaltvollen Jahre, die der Wiedervereinigung folgten: die sogenannten Baseballschlägerjahre. In Form einer interdisziplinären, szenischen Musikperformance, bei der Musik und biografische Erzählungen einer Zeitzeug*innenband miteinander verwoben werden, spannen WESSER/MECKERT den Bogen bis ins Heute.

Gob Squad planen mit „Deep Neighbourhood“ aus dem eigenen Theater- und Kunstkontext herauszutreten und stattdessen in unterschiedlichen Nachbarschaften Berlins präsent zu sein. Durch leicht zugängliche Rituale und Spielaufbauten wie z.B. Kochen, Spielen oder Geschichtenerzählen wollen sie zufällig Zuschauende involvieren und mit ihnen in einen wechselseitig initiierten Austausch und Dialog treten.

Titel, die zu einem Stücktext verdichtet werden und eine Mehrkanal-Rauminstallation mit performativen Live-Momenten: Anknüpfend an eine linke Kulturtradition von Heine über Schleef bis Schlingensief befragt die FHS mit „2×241 TITEL DOPPELT SO GUT WIE MARTIN KIPPENBERGER“ die mediale Omnipräsenz faschistoider Ästhetik und das Erstarken der Neuen Rechten.

„Das AMT“ beschäftigt sich mit den vielfältigen Absurditäten und Demütigungen, die der Sozialstaat für die, die auf seine Leistungen angewiesen sind, bereithält. Interviews mit Betroffenen werden zu einem Musical verarbeitet. Nach dem Motto: „Aus Scheiße Gold machen“ wünscht die Theaterwerkstatt Pilkentafel, dass das Amt seinen Schrecken verliert, weil seine Lächerlichkeit deutlich wird.

Das vom Festspielhaus Hellerau koproduzierte Projekt für Bühne und Videoformat „Demise of a vertical figure“ problematisiert das globale Thema „Post-Wahrheit“, also das Phänomen, dass die Begriffe Fakt und Meinung miteinander verschwimmen.
„Demise“ wird von einer queeren Besetzung zu brasilianischer Funkmusik getanzt und folgt dem Fokus des Choreografen Joao auf kommunikative Probleme.

Basierend auf den Wünschen von Kindern soll eine experimentelle Eröffnungsperformance für den neuen Standort entstehen. Im nächsten Jahr wird das FUNDUS THEATER/Forschungstheater (FT) wieder eröffnet. Dies nimmt es zum Anlass zu fragen: Was soll auf dieser neuen Bühne geschehen? Was wünschen sich Kinder – von der Welt und vom Theater? Und dann versuchen das Theater, das möglich zu machen.

„AUDIENCE ARCHITECTURES“ ist eine künstlerische Recherche über die performativen Qualitäten des Zuschauer*innenraums. Rotterdam Presenta möchten im kommenden Jahr eigene Architekturen des Schauens entwickeln, die zu ihren Strategien des Zeigens passen und die das Zuschauen als aktiven ästhetischen Vorgang und als Teil der performativen Situation ernstnehmen.

Die Tanz- und Soundperformance „Dingsda“ widmet sich der Beziehung von Menschen und Dingen und richtet sich an die kleinsten Theater-Zuschauenden ab 2 Jahren. Drei Performer*innen erforschen die Welt der Dinge: Sie wird ertastet, erlebt und mit Hilfe elektroakustischer Programme akustisch erfahrbar. Ein Tour-Version macht es möglich, das Stück auch für nicht-professionelle Räume zu adaptieren.

intakt laden das Publikum ein, gemeinsam mit ihnen die Eisfläche des Kölner Lentparks zu betreten. Während sie sich über das Eis bewegen, erleben sie live und über Kopfhörer FrauenGeschichte(n) von Schwarzem (Über)leben und weißer Selbstermächtigung. Ein Wechselspiel von Hören und Sehen, Vergangenheit und Gegenwart, das ein vielstimmiges Bild der globale Verflechtungsgeschichte entstehen lässt.

„AYRTH?“ ist Entwicklungsprozess für ein immersives, interaktives Format für Menschen, die sich als Frauen identifizieren. Auf der Suche nach einem neuen Mythos für Frauen* des 21. Jahrhunderts begegnen sich Kunstschaffende und Teilnehmende, um eine weniger Anatomie-fokussierte Bildsprache zu finden, um Femininität/Weiblichkeit zu symbolisieren und neue Geschichten zu erzählen.

Mit „Horror Vacui – Das Fest“ verortet sich ein zweijähriger feministischer Schreibprozesses im Rüschhaus des Center for Literature. Künstler*innen verschiedener Sparten kommen zusammen, um den kollektiv und digital entstandenen Bühnentext zu zerstückeln und sich in ihn einzuweben. Im Herbst 2022 können Sie den Text und seine Bearbeitungen in den Räumen von Annette von Droste Hülshoff begehen.

Eine Prozess-Unternehmung für eine Bandmaschine, künstliche Schatten und unentdeckte Räume.
In einer immersiven Arbeit werden physikalische Gegebenheiten wie Gravitation, mechanische Wellen (Klang), Schatten (Abwesenheit von Welle-Teilchen) und Zeit mithilfe von historischen und zeitgenössischen Steuerungselementen sowohl von vier Performer*innen als auch dem Publikum komponiert.

Mit „In ghosts we trust“ widmet sich OutOfTheBox dem Phänomen „Ghost Work“: In einer „Working Simulation“ thematisieren sie digitale Ungleichheit und soziale Fragestellungen von digitaler Plattform Arbeit. Basierend auf Interviews übersetzen sie die algorithmische Verfasstheit von Arbeitsabläufen in ein performatives Setting und ermöglichen mittels eigener Software neue Wahrnehmungssituationen.

Ein Familiendrama über Mütter und Töchter in einer Campingplatz-Trash-Idylle. Und eine lustvolle Auseinandersetzung mit dem Wunsch, sich aus der Einsamkeit der eigenen Vergangenheit zu befreien und in einem Akt der Verschwesterung endlich mit den Erblasten vorangegangener Muttergenerationen aufräumen zu können. Ein Schau- und Puppenspiel in und um ein vollfunktionsfähiges Wohnmobil.

Die interdisziplinäre Installationsperformance setzt sich mit dem Fragenkomplex der unbegreiflichen Dimension von Katastrophen auseinander. Im Frühling 2021 genau zehn Jahre nach der Katastrophe reiste Naoko Tanaka in jene Zone in Fukushima, die immer noch nur eingeschränkt betretbar ist. Wie wirkt sich diese Zerstörung in unserem geistigen Raum fort, in den unsere Worte nicht mehr hinein reichen?

„ANAL.IZANDO“ ist das Emporheben des Anus – ein Zelebrieren des Anus, auf physischer wie auch nicht-physischer Ebene, als das nicht- binäre Element par excellence dieser Arbeit.

„DIE BAUSTELLE DER SINNE“ lässt sich in Einzelteile zerlegen, die in Überseecontainer passen – die ersten sieben begehbaren und erlebbaren Räume des für die Zukunft geplanten, überall platzierbaren „Containermonstrums“ machen den Versuch unter die Haut gehende Bedürfnisse, die sich innerhalb der Pandemie zugespitzt haben, mit künstlerischen und theatralen Mitteln zu bedienen und zu befriedigen.

Das „RAUM-ZEIT-KÖRPER-Labor“, ausgestattet mit Motion Capture, Green Screen, HTC VR, etc. bietet ein Jahr lang den Projektbeteiligten und vielen Gästen eine Plattform zur technisch-dramaturgischen Erforschung von körperlichen und immersiven Erfahrungen. Sie ordnen Erkenntnisse, transformieren sie künstlerisch und machen sie der Öffentlichkeit zugänglich.

Eine Soloperformance, die das Scheitern zelebriert, die Lüge und die Leere. Ein Bollwerk gegen die therapeutische Leistungskultur. Eine Hommage an die Menschlichkeit und den ewig kindlichen Wunsch nach Applaus. Kurz hatten wir gehofft, die globale Pause wäre unsere Rettung. Das einfache Glück. Doch was nützte uns das, wenn uns niemand dabei zusah! Schweißnass lagen wir auf der Couch. Rasend still.

Sechs Tänzer*innen zwischen 20 Und 70 Jahren verhandeln Tatsachen und Fiktionen von Zeit-losigkeit und einer zeitlosen Existenz. Eine begehbare, teils pneumatische Szenografie für Publikum und Tanzende wird den Raum fragmentieren. Projektionen verwandeln die Szenografie in eine lebendige Gestaltungsplattform und absurde Fiktion. Eine Audiodeskription als barrierefreier Zugang ergänzt das Format.

Eben war der Körper noch kantig und hart, schon öffnet sich eine Klappe und ein weiches und rundes Etwas sucht sich seinen Weg in den Raum. In der Tanz- und Objekttheaterperformance für alle ab zwei Jahren suchen die drei Performer*innen die mehrschichtige Auseinandersetzung mit „Form – Musik – Bewegung“ und den drei geometrischen Grundformen „Kreis – Quadrat – Dreieck“.

Der Karnevalist Karl Küpper demonstrierte im Dritten Reich mit seiner Kunst Ungehorsam gegenüber dem Regime. THE BEAUTIFUL MINDS e.V. entwickelt ein Stück, bei der ein Ensemble aus Profi- und Amateurkünstler*innen die Biografie Küppers mit verschiedenen Formen des humoristischen Widerstands verknüpft und fragt, welchen Preis man für den eigenen zivilen Ungehorsam bereit ist zu zahlen.

Inwiefern können wir die Gefühle der Unterdrückten oder der Unterdrückenden nachvollziehen und verstehen?
Sind die Erzählungen reich genug, um solche Erfahrungen in Gänze zu transportieren?
„The Checkpoint الحاجز“ ist ein Labor, wo verschiedene Experimente zum Thema Machtmissbrauch mit 15 Teilnehmenden durchgeführt werden. Über die Erzählungen hinaus wird das Thema Macht erforscht.

„Käte und Olly (und Lucie)“ recherchiert nach dem Leben dreier als Jüdinnen verfolgter Frauen und macht daraus ein theatrales Experiment: Wie lassen sich traumatische Erlebnisse und deren versuchte Überwindung gestalten, in Szene setzen? Am Ende dieses Prozesses lädt Vajswerk zum Zuschauen an zwei authentische Orte und zum Zuhören im Podcast.

Der Tod ist universal. Doch wie mit dem Sterben umgegangen wird, ist individuell und kulturell verschieden. Der Tod wird dennoch meist gefürchtet. Es ist die Angst vor dem Unbekannten, die uns davon abhält, uns mit dem Tod näher auseinanderzusetzen. „Maranasati“  möchte das Thema des Todes auch im Westen enttabuisieren und die Menschen zu einer Auseinandersetzung mit ihrem eigenen Selbst einladen.

Mit „Die Rote Zora und Ihre Bande“ entsteht ein Stück, dass sich frei macht von technischen Zwängen von Theaterräumen. Es kommt seinem Publikum entgegen, spielt auf der Straße und steht damit für eine lebendige Theaterpraxis. Es ergreift Partei für Toleranz und soziale Gerechtigkeit, weist darauf hin, dass die Schwachen geschützt werden müssen und dass jede*r dazu einen Beitrag leisten kann.

„O Mother, Where Art Thou?“ ist ein künstlerisches Ritual, das ein neues Verständnis der Mutterrolle eröffnet. Mittels Stimme, Gesang, Imagination und Text wollen vier Berliner Künstler*innen Schnittpunkte von Kunst und Mutterschaft erforschen, um damit einhergehende Tabus aufzubrechen. Kann ein Ritual das Verhältnis von Mutterschaft und Kunst transformieren und beide Rollen bereichern?

Im Rahmen von „Back to the Future“ möchte Przemek Kaminski einen Teil seiner choreografischen Vergangenheit, seines Archivs und seiner Dokumentationen wieder aufgreifen, neu betrachten, das Medium verändern und erneut präsentieren.

Ausgestattet mit einer VR Brille begegnet man in einem realen Hotelzimmer Thomas und Klaus Mann. Das Spannungsverhältnis zwischen Vaterliebe und unterdrücktem Begehren, zwischen realem und ersehntem Ich steht im Zentrum der digital-analogen Installation. Das Hotelzimmer wird zur Bühne für die intime Begegnung des Vaters mit seinem toten Sohn, mit seinem geliebten alter ego, das ihm hier erscheint.

„Radio-Choreography“ ist eine interdisziplinäre künstlerische Recherche, die die Transformation von Tanz in Klang erforscht und choreografische Praktiken für das Radio entwickelt. „Radio-Choreography: Sonic Encounters“ erweitern diesen Ansatz durch die Entwicklung einer Multikanal-Klanginstallation und das Format „Radio-(Non-)Konferenz“.

„#Beautifulgreenfields“ ist ein hybrides, immersives Theaterexperiment, das in einem Greenscreen-Raum die Frage nach unserem veränderten Verhältnis zum Imaginären und Irrationalen im digitalen Zeitalter stellt. Das digitale Publikum nimmt als Co-Creator Einfluss auf die Spielhandlung, das analoge Publikum erlebt den gesamten Schaffensprozess, das Bühnenbild wird live per Computer entworfen.

Die geheimagentur sucht nach neuen Wegen der Fiktionalisierung – und zwar dort, wo die großen Geschichten entstehen: in Hollywood. Geheimagentur-Projekte werden in Film-Treatments übersetzt und weitererzählt. Die fiktiven Handlungen werden mit dokumentarischen Materialien in Verbindung gesetzt und szenisch präsentiert. Zudem wird der Versuch dokumentiert, die Treatments nach Hollywood zu bringen.

„do white“ ist eine Tanz-Performance für sehende und sehbeeinträchtigte Zuschauer*innen und arbeitet an der Schnittstelle von visueller und sprachlicher Verständigung. Mit der Prämisse, dass Tanz mehr als etwas zum Anschauen ist, fragt die Produktion „do white“ nach Möglichkeiten der Wahrnehmung sinnlicher Aspekte und möchte Kommunikationsvorgänge zwischen Körper und Text erforschen.

„Würde und Liebe“ ist eine autobiografische Solo-Performance über die häusliche Altenpflege. Für Deutschland und Japan, eine fortschreitend alternde Gesellschaft, ist die Altenpflege ein allgemein relevantes Thema. Eine zeitgenössische Butoh-Tänzerin versucht mit einem lebensgroßen Objekt, die Realität und die Utopie des Lebens mit Pflegebedürftigen darzustellen.

Mit „PETRA PAN“ machen sich die AZUBIS das Genre Weihnachtsmärchen zu eigen und brechen in gewohnt lustvoller Manier mit alten Klischees, entwerfen neue Rollenbilder und fragen ihr generationsübergreifendes Publikum, was sie an Familie eigentlich gerne noch behalten wollen. Ein glitzerndes Schattentheater, das die Zuschauer*innen zu jeder Zeit hinter die Kulissen schauen lässt.

Berlins social/community art – Rechercheprojekt: Wie kann es sein, dass eine so diverse Stadt in diesem Feld kaum spannende Ausdrucksformen produziert und prominent präsentiert und dass partizipative Kunstformen bis dato ästhetisch wenig fortschrittlich und vor allem unterfinanziert sind? Welche Form von social/community art sind vorzufinden und in welchen Punkten braucht es dringend ein Update?

Sarah Buser und Team entwickeln einen hybriden, interaktiven, narrativen Kosmos, in dem Besuchende zu Spielenden werden. In einem theatralen Setting machen sie sich physisch und virtuell gemeinsam auf die Suche nach Spuren der Bedeutung und rekonstruieren mithilfe von location based Augmented Reality und einer virtuellen 3D-Umgebung vergangene Geschehnisse einer Fiktion.

„Virtual Senses“ verbindet die darstellende Kunst mit der virtuellen Realität in Form einer Eins-zu-Eins-Performance. Die Bewegung des*der Tänzer*in wird digital aufgenommen und live in die Virtuelle Realität gestreamt, die dem Publikum vor das Auge gebracht wird. So entsteht eine neue und digitale Aufführungssituation mit ganz neuen Erfahrungspotenzialen.

With a new module for the Social Muscle Club training program the Club invites ten artists for an intensive ten days together exploring life “In the loop”. They will use each other to help with their mutual practices. Two central questions will be asked during this process: What do I have to give? What do I need? Each artist chooses a personal topic. Some of us have more to give. Some of us need more.

„Halt mich auf“ erforscht neue perzeptive Kontexte und untersucht hierfür eine mediale Mehrstimmigkeit entlang der analog-digitalen Schnittstellen, die Schauspiel mit hybriden Ausdrucksformen und optischer Täuschung konfrontieren. Grundlage dafür ist das gleichnamige Stück von Annika Henrich rund um vier Existenzen zwischen Vereinzelung und Liebessehnsucht, Prekariat und Gentrifizierung.

Die Idee vom „global village“ soll in „Tales of the Pavement“ (AT) als Strategie zur Ermächtigung im urbanen Wandel wirken. Aus einem kollektiven Arbeitsprozess mit Ehrenamtlichen vor Ort resultiert real und digital ein Gesellschaftsspiel, das Ortswissen und Tatkraft bündelt, um im virtuellen Dialog mit ähnlichen Plätzen in der Welt ein nachhaltiges Netzwerk kreativer Impulse zu erschaffen.

Das Denkmal hat ein Problem: Es ist unbeweglich. Indem es nicht auf sein Publikum zugehen kann, verpasst es Chancen, Menschen dazu zu bringen, einem Gegenstand oder einer Person zu gedenken. Maria Isabel Hagen und Christopher Hahn performen Denkmäler und beziehen das Publikum mit ein, lassen sie Teil des Denkmals werden und laden so zu nachhaltigem Gedenken für das jüdische Leben in Hamburg ein.

„ORGANISMO“ ist ein Arbeitsprozess um die implizite und explizite verkörperte Erinnerung daran, wie Gemeinschaft und Kollaboration Individuen zusammenführen und sie als ein Lebewesen mit einem Lebenszweck zusammenarbeiten können. Die Ensemblearbeit um Maraña bringt ein kollektives Momentum mit sich, das einer Kunstinstallation aus Faden und Maschen auf multidimensionale Weise Leben einhaucht.

Club Chimaere verschmelzen live verschiedene Datensätze aus den Feldern der Prognosemärkte, Klimaforschung, Datenforensik, Stenografie und Wahrsagerei. Spielerisch erforschen sie Strategien des Prognostizierens und schaffen eine dokumentarisch-musikalische Landschaft, in der Algorave, Neue Musik, Dokumentarfilm und Lecture als Orchester zusammenfinden und Expert*innen gastieren.

Kommando Himmelfahrt widmet sich in drei Arbeiten dem Verhältnis zwischen historischer Aufklärung und ökologischer Krise. Bedingt die eine die andere? Hat die Aufklärung den Menschen endgültig einem nachhaltigen, zyklischen Lebensmodell entfremdet? Oder bietet sie zugleich das Instrumentarium zur Bewältigung dieser Krise an – mit ihrer spezifischen Mischung aus Wissenschaft und Tugend?

„Die Versammlung“ ist eine Serie von barrierearm und hybrid gestalteten Arbeitstreffen im Schaudepot für die Darstellenden Künste, ein inszeniertes Fest und eine ebensolche Pressekonferenz im Theater Rampe. Ziel ist die Vorstellung einer tatsächlich vielfältigen zweiten Spielzeit im Schaudepot sowie die kritische Begleitung aller sonstigen Programme dort.

Mit „GET LOCAL! – Theater der kurzen Wege“ soll eine Struktur für lokale, künstlerisch anspruchsvolle und möglichst CO2-neutrale Produktionen mit Kiezbewohner*innen im äußersten Südosten von Berlin entstehen. An dem Prozess sind das Schlossplatztheater (Köpenick) und das KAHO (ehem. Theater Karlshorst) beteiligt sowie ein Team aus Berliner Künstler*innen.

Das Theater mit Puppen Stephan Rätsch plant die Inszenierung einer besonderen Gemeinschaftsproduktion: „Ernst Barlach“ – Leben und Werk. Umgesetzt mit einer Tanztheater Regisseurin, einem Komponisten und einer Sängerin, ausgestattet von Stephan Rätsch wird das Stück für Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen sehenswert. Die Geschichte spiegelt die Suche Barlachs nach einer menschlichen Kunst.

Das Solostück „Boal“ bringt den Facettenreichtum und die Verflechtungen der biografischen, wie auch theatralen Entwicklung eines der bedeutendsten Theatermacher, Augusto Boal, auf die Bühne. Warum soll das Publikum nur im dunklen Saal sitzen, wenn es doch um deren Themen auf der Bühne geht. „Schluss mit einem Theater, das die Realität nur interpretiert; es ist an der Zeit sie zu verändern!“

Es ist Katja Kettner ein Bedürfnis den Raum zu befragen. Nach seiner Wirkung auf den Körper, nach seiner Gestalt und nach seiner Poesie. Was kann ein leerer Raum erzählen? Wie verorten wir unsere Erfahrungen? Das Spiel verschiedener Räume bildet den Rhythmus der Performance und stellt das Entstehen in den Vordergrund. Ein fragiler Prozess, der Authentizität, dem Raum geben werden soll.

„Plan B“ ist Schattentheater, MonsterMarionettenShow und das Debüt eines Genres: B-Theatre. Ein Genre, das erforscht und eigentlich erst entwickelt werden will. Ausgehend von B-Movies spielt „Plan B“ mit deren Low-Budget-Ästhetik, Sound und Spezialeffekten aus Eigenproduktion. Ein Projekt zwischen Filmrollen, Licht und Schatten. Und natürlich mit einem Monster, das eine Stadt in Atem hält.

Zum sechsten Teil der Duo-Reihe „Die Stadt im Klavier VI – Accento“ der Tänzerin Yui Kawaguchi und der Pianistin Aki Takase stößt die Künstlerin Gabi Schillig. Durch eine dialogische Analyse des Klaviers unter architektonischen Aspekten entwickeln sie ein Bühnenkonzept, das sowohl klanglich als auch visuell mit Klavier und Körper interagiert, um ein Porträt der abstrakten Stadt heute dazustellen.

Die Recyclingpyramide – Kreisläufe aus Energie und Materie, aber auch von Geschichte, Erinnerungen, Denk- und Aktionsweisen. Genau diese Prozesse stehen auf dem Prüfstand der Recherche des inklusiven Teams über Wiederverwertbares aus der Gesellschaft, auf der Bühne und in der Kunst. Ein Jahr gewidmet der Suche nach Neuem aus Altem und dem Wert von kulturellen Wurzeln in einer bunten Gesellschaft.

Das KULA Lab 22, als Ort des künstlerischen Experimentierens, ermöglicht es 20 Künstler*innen aus Deutschland, Europa und darüber hinaus, vier Wochen lang neue Formen und Schauspielstile für ein mehrsprachiges, europäisches Theater zu entwickeln und zu fragen, wie sie sich im Spiel der unterschiedlichen Sprachen, Nationalitäten und Identitäten ergänzen, Vertrauen schaffen und Gemeinschaft stiften.

“Presencia” (working title) focuses on the absence of bodily touch from a choreographic and performative point of view. It is a process of developing a piece for a gallery space with two dancers: Brit Rodemund and a dancer she will invite. The process looks into the aesthetics, poetics and sonoric environment of non-touch between the performers, and between the performers and audience.

Wäre Ulrike Meinhof nicht tot, hätte sie bestimmt viele Follower. „lieber wütend als depressed“ versucht, im Spiegel der Vergangenheit die Überforderung heute zu sehen. Das Stück unterzieht linken Aktivismus einer Prüfung, indem es ihn mit der Radikalität der RAF vergleicht. Durch fünf Räume des Damals und des Heute wandeln die Zuschauer*innen. Sie entscheiden: Revolution oder Resignation?

„Alles aufs Spiel“ basiert auf einer Recherche mit soziologischem Charakter und zielt auf eine künstlerische Übersetzung ab, die der Gesellschaft auf offene und partizipative Art und Weise die Thematiken Femizid und Feminizid näherbringt. Das Projekt will ein Tabu brechen, Diskussionen über Fakten und Gründe des Feminizids anregen und ein interaktives Inszenierungsformat entwickeln.

“Homecoming — Greatest Hits!” is a constellation of digital and hybrid artworks created by ONCE WE WERE ISLANDS in collaboration with Ballhaus Ost and ten Queer artists. An EP, publication, photographs, and short films all respond to Damiá, a Queer language, to engage in questions of Queer identity and Queer belonging. This archive of a potential future asks Who are we? and Who could we be?

„PRACTICE“ ist eine Arbeit von bücking&kröger für zwei Tänzer*innen (Florian Bücking und Raisa Kröger), die sich mit Techniken des Wiederholens und „Übens“ als Form der Krisenbewältigung beschäftigt. Besonders wichtig für das Projekt ist die enge Verbindung von inhaltlicher Thematik und präziser Körperarbeit – damit knüpfen bücking&kröger an ihre vorangegangene Arbeit zu Krisenhaften Körpern an.

„TENNIS“ inszeniert das Theater als Sportarena und befragt verinnerlichte Barrieren aus der Perspektive von „class“ und „dis/ability“. Wie sich eine Arbeitertochter mit schwachen Nerven trotzdem Inklusion verschafft, erforscht Angela Alves & Team mit viel Vorstellungskraft auf dem Tennisplatz, einem Ort der Privilegien und mentalen Stärke, der theatral und tänzerisch ausgeschlachtet wird.

This work-in-process presentation of “THE DENBY VARIATIONS” features an excerpted, stripped-down performance inspired by the language of Edwin Denby’s dance criticism. To open a dialogue with the audience on how we perceive, process, and linguistically embody dance, they will be invited to write a collective poem in response to the performance. We will also expose the work’s generative process.

In „Recircling“, einer interdisziplinären Bühnenproduktion, widmet sich das künstlerische Team dem physikalischen Energiebegriff. Vor dem Hintergrund der globalen Erschöpfung von Energieressourcen liegt der Fokus dabei auf sich selbst erneuernden Energien. Wie kann man die Prinzipien der erneuerbaren Energiegewinnung durch die Körper und andere künstlerische Modalitäten erfahrbar machen?

In „The Thing That’s Killing Me“ erklettern, erstürmen und revoltieren die Performerinnen der Glitch AG das Patriarchat all der Dinge, von denen sie nicht mitgedacht wurden. „Undinge“ werden in den Bühnenraum geholt, in unzweckmäßige, ungewohnte Größen, Farben, Materialitäten und Funktionsweisen überführt und in einer Performance ohne Text und Sprache ihrer alltäglichen Unzulänglichkeit entlarvt.

Neudegger, Kenner und Jokisch untersuchen die Strukturen und Wirkmechanismen von Popmusik und binden Erkenntnisse der Neurowissenschaften und Bewusstseinsforschung mit ein. Wer und was prägend für einen massentauglichen Sound ist und inwieweit wir unbewusst angelegten akustischen Mustern folgen. Eingebettet in eine Radioshow und angelehnt an das Format der Lecture-Performance.

Das transmediale Musiktheater „FRAME“ kommentiert die Wahrnehmungsveränderungen und -manipulationen in einer komplexen, digitalisierten, medial geprägten Welt. Reagierend auf jüngste gesellschaftliche Erfahrungen soll aus dem kommentierenden, dokumentierenden, kontextualisierenden Spiel in Interaktion mit Akteur*innen und Publikum ein experimentelles hybrides Theaterformat entwickelt werden.

„Die Beute“ ist ein immersives Theaterprojekt, welches die Diskussion zum kolonialen Erbe Deutschlands im Zusammenhang mit Raubkunst aufgreift.

Was ist Lust in Verbindung mit Tanz, Tanz in Verbindung mit Lust? Lust am Ausdruck, an Verlautbarung, die kulturell propagierte Lust am Tanzen oder durch Tanz, der Tanz als bewegendes mitreißendes Moment, der versammelnde, verbindende, berührende Tanz. Und immer immer so weiter… „Lust“ unterbricht die Kette euphorischer Zuschreibungen und macht da weiter, wo die Adjektive brüchig werden.

„Bird Dances“ von Kareth Schaffer und Construction Company ist eine choreografische Recherche über die Migration von Vögeln und von Menschen im Nordosten Deutschlands. Die Entwicklung und Erprobung unterschiedlicher Tänze auf der Basis von Vogelbewegungen und -gesänge steht im Zentrum des Rechercheprozesses, die mit unterschiedlichen Community Groups durchgeführt werden.

Unter der Leitung des Choreografen und Filmemachers Grégory Darcy entsteht auf der Grundlage der Gebärdensprache in Zusammenarbeit mit Tänzer*innen mit und ohne Behinderung eine tanz-theatrale Vorstellung, die sowohl für Hörende als auch Gehörlose verständlich ist, um Brücken zwischen Menschen mit und ohne Behinderung zu bauen. Auch die Komposition der Musik wird hieran angepasst.

Das Trio „HORIZON PROBLEMS“ ist die Weiterentwicklung von Judith Försters künstlerischer Forschung zu choreografischen Weltentwürfen, queer-feministischen Zukunftsvisionen und immersiven Landschaften aus Körpern, Bewegungen und Objekten. Inspiriert von dem Science-Fiction- Roman „The Dispossessed“ widmen sich Judith Förster und ihr Team kritisch den Projektionen menschlichen Lebens auf dem Mars.

Was ist Musik? Woraus besteht das? Wie entsteht das? Wie geht das? Machen Menschen Musik? Oder macht Musik Menschen? „MUSIK“ wird eine musikalische Theaterperformance und theatrale Forschungsreise für Kinder und Jugendliche zwischen 8 und 12 Jahren von niedlich&GROSS™.

Die Künstlerinnen Clara Gracia und Laila Rosato entwickeln mit „Mnemoshop“ ein poetisches Straßentheater als site specific Intervention für zwei Performer*innen. Eine Marktschreierin verkauft an einem mobilen Marktstand Erinnerungen von spanischen Migrant*innen aus leeren Marmeladengläsern auf dem Wochenmarkt des Boxhagener Platzes. Eine Hommage an die Erinnerung und Reminiszenz an das Ankommen.

Folge Zwei der Live-Infotainment-Show „DA WAR DOCH WAS“. Dieses Mal: „Die Sache mit den Bäumen“. Moderatorin Bobby Kim präsentiert Dokumentationen, investigative Reportagen und empfängt crazy Showacts. Armada Theater sensibilisiert mit einer Mischung aus Performance, Live-Kamera und Miniaturen- und Objekttheater für die komplexen Zusammenhänge rund um den Baum. Bitterböse und humorvoll.

„Spuren der Erinnerung“ ist eine multimediale filmisch-tänzerische Untersuchung zur kolonialen Vergangenheit in „Deutschsüdwestafrika“. Aufnahmen von deutscher Monumentalarchitektur, Archivmaterial und Tondokumente werden in einer Laborsituation Schicht und Schicht freigelegt, bearbeitet und gesampelt, um auf einer digitalen Bühne kontinuierlich ergänzt und neu vernetzt zu werden.

Wem gehört die Stadt? Wer richtet über ihre Architektur? Ausgehend vom 100. Geburtstag des Hamburger Denkmalschutzgesetzes prüfen die Künstler M.Böhler + M.Lohmann das skandalöse Vorgehen der Politik in deutschen Großstädten und visionieren mit Künstler*innenkollegen eine transdisziplinäre Intervention, um die Missstände städtebaulicher Entwicklung auf humorvolle Weise ins Rampenlicht zu rücken.

„Play/ Games/ Under fragility“ wird eine mehrere Räume umfassende bespielbare Installation. Eine Installation, die ihre Besucher*innen zum Spielen und Spiel verleitet. Gefragt wird nach den Regeln des Spiels im jeweiligen Genre, der Anzahl der Regeln, dem Brechen der Regeln, dem Finden neuer Regeln und dem Spielen.

The piece “404” integrates technology and live performance with music, visuals and dance. The dance is generated by interactive commands from the public, and the movements are then processed using motion capture tools to form the basis for audio and generative visuals. Using feedback loops, the team seeks to highlight the reflective nature of humanity’s contemporary relationship to technology.

„REVISION“ (AT) ist eine performative Reflektion des Lübcke/I.-Prozesses: Aus einer Sammlung von Interviews mit im Gericht ungehörten Zeug*innen und Sachverständigen, Aufnahmen und Texten wird eine multiperspektivische Rauminstallation, die die gesellschaftliche und justizielle Aufarbeitung rechten Terrors re-vidiert, wieder und neu betrachtet.

Ein leeres Blatt, eine leere Leinwand, ein*e Musiker*in ohne Instrument. Frauke Aulbert und Michiko Saiki begeben sich in diesem neuen Musiktheater-/ Performanceprojekt auf völlig neues Terrain. Mit „tabula rasa“ erarbeiten sie neue musikalische Ausdrucksmöglichkeiten ihrer Körper, die sowohl akustisches als auch visuelles Instrument sein können.

Eingriffe in die Natur des Körpers gehen nicht leicht vonstatten. Wovon träumen Menschen, die mit technisch erweiterten, reparierten, optimierten oder verwandelten Körpern leben? Wie sehen sie in die Zukunft? Wie sieht die Welt aus, in der sie leben wollen?

„RHEINREFLEXE“ ist ein dokumentarisches, partizipatives und ortsspezifisches Video- und Performanceprojekt über Anpassungsfähigkeit, historische, gesellschaftliche, sowie ökologische Zusammenhänge und gegenwärtige Zukunftsfabulationen. Es nimmt die Auswirkungen von technischen Eingriffen in natürliche Räume für Mensch und Natur unter die Lupe und erforscht Wechselwirkungen vor Ort in Dettenheim.

„Castle Heldenplatz 3D“ macht mit den Mitteln der Virtual Reality jeden beliebigen Spielort zum Burgtheater und möchte anhand der skandalträchtigen Premiere von Thomas Bernhards „Heldenplatz“ 1988 am Burgtheater den Diskurs der Cancel Culture und mit ihm Teilhabe, Meinungs- und Kunstfreiheit untersuchen. Eine multiperspektivische Reflexion über das Partizipationsimperativ im Theater entsteht.

Mit der Produktion von drei NFT-Videovignetten folgt die Choreografin und Performerin Dani Brown ihrem Interesse an digitalen, neue Kunstmärkte erschließenden Formaten sowie Fragen nach Vermittel- und Vermarktbarkeit ihrer eigenen Ästhetik. Das Material der Videos entstammt ihrer Choreografie „THE PRESSING“ (UA 2022), einer Performance, die die Vulva als Ausgangspunkt von Bewegung versteht.

Am Ende der holozänen Epoche wagt Recherchepraxis den Neuentwurf eines Landschaftstheaters. Sechs Expert*innen, die beispielhaft an den neuen Landschaften des Lausitzer Kohlereviers arbeiten, werden in diesem künstlerischen und sozialen Experiment zum Ensemble. Im Spannungsfeld von Praxis, Kunst, Wissenschaft und Landschaft entwerfen sie eine gemeinsame Produktion.

In „Der Kassandra-Code“ geht es darum, alte gängige Frauenbilder aus ihrer Verkrustung zu lösen und Ihnen eine zeitgemäße neue Sichtweise zu geben. Anhand der mythologischen Figur Kassandra in Begegnung mit Gula findet das weibliche Kollektiv eine andere Betrachtungs- und Darstellungsweise der prophetisch ungeliebten und ungehörten Seherin.

Wer sagt denn, dass künstliche Intelligenz sich am Menschen orientieren soll? Tiere verfügen auch über erstaunliche intellektuelle Fähigkeiten. „Animal Intelligence“ (AT) untersucht diese u.a. beim Oktopus und beim Raben – und rüttelt in einer immersiven Performance am anthropozentrischen Weltbild. Das Publikum schlüpft Tieren unter die Haut. Wie fühlt es sich an, wie denkt es sich so als Krake?

In „Season of the BITCH“ widmen sich Çakey Blond dem medialen Phänomen der weiblichen Antagonistin. In der royalen Kulisse der Burg Hülshoff lassen sie ihre eigene Version heißgeliebter Biester aufeinandertreffen. Catwalk und Cat-Fight werden unentscheidbar. Mit wem fiebern die Zuschauenden mit? Lässt sich das „Böse“ im zeitgenössischen Kontext überhaupt genussvoll feiern?

Eine orientalfuturistische Weltraumreise zwischen der sterbenden Erde und der queeren Utopie „Planet Lubunya“, ein Sci-Fi-Musical mit multidisziplinären Performances und Livemusik mit der Istanbuler Opernsängerin Kübra Uzun, der Berliner Bauchtänzer*in Prince Emrah und vielen weiteren Acts. Zwischen Häkelspitze und Cyborg-Parasiten wird Cruising im All wieder zu einem utopischen Überlebensversuch.

Mit der Produktion „DIE STRASSE“, nach Motiven des gleichnamigen Romans von Cormac McCarthy, bringen die Künstler*innen einen dystopischen Stoff auf die Bühne, der jedoch nicht ohne Hoffnung bleibt.
Wie könnte die Welt nach dem Ende der Welt aussehen und wie erhalten wir, trotz scheinbarer Ausweglosigkeit, das, was wir lieben.

In einem Clash aus Schillers „Die Räuber“ und zeitgenössischen medialen Darstellungen dieser Landschaft und ihrer Figuren widmet sich „Forest Fiction“ der Frage nach der Aktualität der Waldsymbolik. Das Ensemble erforscht, welche Konflikte, Freiheitskämpfe und Rivalitäten vor diesem Hintergrund ausgetragen werden und welche ästhetischen Schlussfolgerungen sich daraus für die Bühne ergeben.

„CONSENS“ von Melli Müller in Kooperation mit Konstantin Heuer.
Eine interaktive Ausstellungs-Installation zwischen Intimität und technischen, zweckorientierten Berührungen.

Scenic Circus entwickeln, ausgehend vom künstlerischen Wirken der Zirkusdirektorin Paula Busch, eine 90-minütige Produktion, die die Frage nach der eigenen Freiheit in einer unsicheren Lebenssituation aufgreift. Dafür experimentieren sie in ihrem Zirkuszelt mit den Elementen, die schon Paula Busch neu miteinander verband: Sprechtheater, Artistik und Live-Musik.

Für „Wilde Wege“ (AT) (ab 7 Jahren) löst das echtzeit-theater die Trennung zwischen Bühne und Publikum auf und nimmt die jungen Besucher*innen mit auf eine Entdeckungsreise in den Wald. Die Arbeit bewegt sich auf der Schnittstelle zwischen Erzähl- und Objekttheater sowie site specific Formaten und macht die vom Menschen unbemerkten Abläufe des Waldes mit künstlerischen Mitteln sichtbar.

Simon (34) ist ein unauffälliger, homosexueller Mann, der alltägliche Diskriminierungen des lieben Friedens willens gerne weglächelt. Eines Tages spricht er sich laut gegen Alltagsdiskriminierungen seines Umfelds aus. Fortan findet er sich in einem ungeahnten Schlachtfeld heteronormativer Unterdrückung, politischer Korrektheit und queerem Aktivismus und muss auch eigene Vorurteile hinterfragen.

Dating-Profile, Avatare, Roboterbegleiter – was passiert, wenn die Simulation als real wahrgenommen und erlebt wird? In ihrer Performance fragt Dragana Bulut, in welcher Weise sich unser Verlangen und unsere Beziehungsmodelle medial und technologisch konstruieren. Was sind die Alternativen?

Können wir unsere Zukunft sehend begreifen? Die Daten und Fakten allein mit unserem Sehsinn aufnehmen? Ein Tanzstück über die Herausforderungen unserer Zukunft. Daten und Fakten werden zu Tanz. Tanz wird in Hörbares, Fühlbares, Riech- und Schmeckbares übertragen. Nicht nur für seheingeschränkte Menschen.

LaPoesia tourt mit einem Zirkuswagen durch Dörfer und lässt dort, in Kooperation mit den Dorfgemeinschaften, Kulturtage entstehen. LaPoesia beschäftigt sich mit den Menschen und ihrem Zusammenleben, mit allen wertvollen Ecken und Kanten. Mit „LaPoesia entdecken“ reflektiert das Ensemble, recherchierend und probend, für zukünftige Produktionen und entwickelt die partizipativen Elemente weiter.