Allgemein

Entscheidung Rechercheförderung (Juni 2022)

Till Eulenspiegel lebt und schreibt seine Memoiren! In drei Projektphasen: Wer war Till Eulenspiegel? – Eine Spurensuche in Literatur, Kunst, Film, Musik und Geografie. Wer die Wahrheit sagt, muss ein schnelles Pferd besitzen. – Warum sehnen wir uns nach Wahrheit und können sie nicht ertragen? Lebenserinnerungen eines Unsterblichen – eine Annäherung!

Die interdisziplinär arbeitende Performancekünstlerin Andrea Simon begibt sich auf die künstlerische Untersuchung des Kleinsten, dort wo fast nichts mehr zu sehen, hören, spüren ist. In einem Logbuch sammelt sie Grundlagen für ein späteres hybrides Performanceprojekt und erkundet dafür auch neue digitale Techniken wie z.B. NFT Präsentationen.

Das Große im Kleinen erzählen. Kinder bekommen diffus und emotional alles mit was Erwachsene beschäftigt. Christiane Ahlhelm möchte herausfinden wie beängstigende Themen, Kinder in ihrem Alltag beschäftigen und mit welcher Grundhaltung sie ins Leben gehen und ins Theater und was das möglicherweise für einen Einfluss auf die Geschichten hat.

Wie kann Michael Leopold die Elemente des Schwarzlicht-Theaters in sein bestehendes Abendprogramm integrieren? Als Zauberkünstler, der theatral und genreübergreifend arbeitet, hat ihn die Idee des Schwarzlicht-Theaters schon immer fasziniert. Die Frage stellt sich ob es möglich ist ohne großen technischen Aufwand, etwa mit einer transportablen Konstruktion, den Anforderungen gerecht zu werden.

This is a sonic documentation of the developing „HongKongers“ diasporic community in Germany. Voices within the “wall” (the political prisoner) and outside the “wall” (The diaspora) will come forth in such temporal/psychological space, seeking a dialectic relationship on survivor’s guilt, distance and time. We are all witness of time, an excalve of our own, but we are not alone.

„(NOT) CHALLENGING ENOUGH“ ist ein biografisches performatives Solo-Wagnis welches sich mit der Vielfältigkeit von Über- und Unterforderung beschäftigt. Marilyn’s Körper dient als transformierendes Instrument und spielt parallel mit Drag, Gender, Bananen, Grenzen, Frust, Hingabe und Abstraktion.

“Graceless-Reclaiming Lesbian Histories” is a solo research which examines the own lesbian identity of Rachael Mauney, juxtaposed with the biographies of revolutionary lesbian artists and activists. This project employs the ongoing artistic practice „The Archaeological Body“ to continue developing the act of queer storytelling as both performative and political resistance.

Der Krieg in der Ukraine hat viele Frauen zur Flucht gezwungen. Ihre Berichte und die Auswirkungen des Krieges: Verzweiflung, Entsetzen, Trauer, Heimweh, ungelöschte Wut, Angst um zurückgebliebene Männer und Söhne – all das wird in diesem Projekt recherchiert, dokumentiert und übersetzt werden. Diese Frauen haben es verdient, gehört zu werden, ihnen wird eine Stimme, ein Gesicht gegeben.

„Die Unvollendete – die Schriftstellerin Brigitte Reimann“ – Variationen der heutigen Sicht auf die DDR-Schriftstellerin und einer künstlerischen Kraft, die sich in jeder Form von Einengung ihren Weg sucht.

Hymnen nicht für Nationen, sondern für den gemeinsamen, größeren Körper: unseren Planeten. Um den gesellschaftsrelevanten Inhalten von Klima- und (planetarer) Körperpolitik mehr Raum zu geben, bedarf es einer guten Melodie, es bedarf einer mitreißenden Zukunftsmusik!

Entwicklung eines Theaterstück zum Thema Mutterlosigkeit & Mutterliebe über mehrere Generationen. Woher kommt der Begriff Mutter? Was bedeutet es Mutter zu sein? Was bedeutet eine Mutter für ein Kind, für das Leben? Was bedeutet es eine Mutter im Krieg zu sein? Wie viele Generationen braucht es, um die Mutterlosigkeit aufzuarbeiten? Was passiert, wenn eine Mutter keine Mutter sein kann oder will? 

Wie verändert sich der Blick auf Kunst und Theater nach zwei Jahren im digitalen Raum? Was passiert mit der eigenen künstlerischen Position, wenn es nun wieder zurück auf die „echte“ Bühne geht? In ihrem Recherchevorhaben „Hybrid – Künstlerisches Arbeiten nach dem Digitalen?“ vergleicht Ruby Behrmann ihren künstlerischen Zugang vor und in der Pandemie und entwirft neue Hybride Konzepte. 

„Latex statt Silikon?“ – Mehl statt Kleister? Leichtentzündlich, gesundheitsschädlich, umweltgefährlich. Mit dieser Recherche möchte Veronika Maurer ihren Materialraum durchforsten und umweltschädliche Stoffe deklarieren, um diese durch nachhaltige Materialien ersetzen zu können. Zudem möchte sie externe Berater*innen heranziehen.

Ausführliche Recherche zu vergessenen hessischen Mundartautor*innen, deren Werke und Biografien in Form einer (musikalischen) Lesung wieder einem breiteren Publikum zugänglich gemacht werden sollen.

In der zeitgenössische Zirkusrecherche „Das obere Prozent“ möchte Stefan Bauer zirzensische Bilder finden, welche Ressourcenknappheit präsentieren und dabei ein Gefühl der inneren Anspannung im Auge des Betrachters hervorrufen. In dieser Recherche wird mit der Zirkusdisziplin der Laufkugel und dem gleichzeitigen Erschweren des Balancierens durch äußere Einflüsse auf dieser gearbeitet.

In der Recherche wird Julla Kroner sich dem Vergleich von Videospielen als performativer Akt zu Live-Performances widmen. Aus dem immersiven Theater kommend, gleicht diesem die Herangehensweise von Open-World Computerspielen. Computerspiele und Theater kommen seit den letzten Jahren mehr und mehr zusammen und können sich hier gegenseitig durch Austausch befruchten.

Ausgehend von dem partizipativen Science-Fiction Theatertext „Futur Eins: Leben auf dem Mars“ möchte Rike Reiniger sich, mit dem beantragten Recherche-Stipendium, ein Regiekonzept für eine Umsetzung als szenisches Ereignis im digitalen Raum oder als digitale Inszenierung im analogen Raum entwickeln.

„Aesthetics of Access im Zeitgenössischen Zirkus“ – Barrierefreiheit als Impuls für Innovation im künstlerischen Prozess. Erforschung von neuem Vokabular der „ästhetischen Zugänglichkeit“, damit Kunst für jeden Menschen erlebbar wird. A.-Katharinas Spezialisierung liegt im Bereich Inklusion und Diversität. Durch Perspektivwechsel möchte sie ermutigen inklusiver zu denken und zu handeln.

Die drei Monate sollen für eine intensive Erforschung des körperlichen Ausdrucks, der Arbeit mit und Herstellung von Masken, genutzt werden. Ziel der Recherche ist es, künstlerische Ausdrucksmittel zu erforschen, die ohne oder nur minimal mit dem gesprochenen Wort auskommen. Die erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten sollen dann in weiteren Arbeiten zur Entfaltung kommen.

„moving puppets“ Figurentheater Andrea Stoykow… : Von „moving puppets“ zu Puppet Movie! – Recherche zu technischen Voraussetzungen, dramaturgischen Anforderungen und Kosten-Nutzen-Kalkulation, um einerseits, bereits im Repertoire vorhandene, andererseits aktuell geplante Neuproduktionen von „moving puppets – Figurentheater“ in ein filmisches Format zu transformieren.

Wenn die Klimakrise auch eine Krise der Kultur und deshalb eine der Imagination ist, dann hat darstellende Kunst die Aufgabe, solche Imaginationsdefizite zu heilen. Die Recherche „Proportionen des Desasters“ geht einen Schritt in Richtung dieses Heilungsprozesses. 

Maike Tödter möchte sich mit „What the fuck (?)“ einer Recherche zu den Überschneidungen von sexueller Bildung und den Darstellenden Künsten widmen. In Gesprächen mit Kolleg*innen aus unterschiedlichen Bereichen geht Tödter vor allem der Frage nach hybriden Räumen und den Chancen in Kollaborationen von Performance und Sexueller Bildung nach.

In „Der Fehler meines Lebens: Regretting motherhood“ setzt sich Alexandra Lukas sich künstlerisch mit Frauen auseinander, die ihre Mutterschaft bereuen. Aus dem gewonnen Material soll ein Konzept für eine Performance entstehen. Mutterschaft erzeugt eine Menge innerer Widersprüche, und einer davon kann sein: Auch wenn ich mein Kind liebe, verspüre ich Reue. 

Die Recherche beschäftigt sich mit der NS-Geschichte von Theater- und Rundfunkhäusern: Personen in Leitungsfunktionen und deren Biografien während und nach dem Nationalsozialismus; künstlerischen Entscheidungen und der Einfluss des Nationalsozialismus auf die Spielpläne dieser Häuser und die Ästhetik von deren Inszenierungen im dritten Reich; Die Schicksale jüdischer Mitarbeiterinnen. 

Seit geraumer Zeit ist die Arbeit mit Video häufig Teil der choreografischen Arbeit von Marie Zechiel. Beginnend als Dokumentation ihrer Probenergebnisse bis zum Choreografieren für Filmproduktionen. Während der Förderung möchte Marie an ihren eigenen Videofähigkeiten arbeiten, Live- und Online-Kurse besuchen, sich literarisches Fachwissen aneignen und sich mit Filmprofis vernetzen. 

In meinem Recherche-Stipendium befasse sich Dominik Burki mit dem Thema Fake News, politische Manipulation und Verschwörungserzählungen und erarbeite daraus ein Konzept, auf dessen Grundlage die Entwicklung einer Theaterproduktion für Jugendliche entsteht. Eine Suche nach den Hintergründen, nach Lösungsansätzen, was jede*r dagegen tun kann und eine Entwicklung eines Konzeptes für die Bühne.

„ANFANGSVERDACHT“ untersucht die Vorgänge rund um den Abhörskandal im Umfeld des Leipziger Fußballclubs BSG Chemie und wirft dabei einen Blick auf die Hintergründe, die beteiligten Personen, die juristische Aufarbeitung und die resultierenden gesellschaftspolitischen Fragen. Es entsteht eine Text- und Material-Sammlung, auf deren Basis eine begehbare Audioinstallation produziert werden kann.

Das Jungfernhäutchen gibts gar nicht. Und auch nicht nur Mann und Frau. In unseren Köpfen ist das aber so verankert. Wurde uns auch so beigebracht. Wie kann heutige sexuelle Aufklärung aussehen und diese Mythen und deren Enstehungsgeschichten einem jungen Publikum näher gebracht werden? Diesen Fragen stellt Dawn sich in der Recherche und macht einen deep-dive bis in die Anfänge des Patriacharts.

Jasmin Gehrandt untersucht in ihrer Recherche künstlerische Freiräume in Gefangenschaft. Sie erforscht Gefängnis und Theater als ineinander verschachtelte, heterotopische Orte und widmet sich der Bedeutung, Funktion und Wirkung von Kunst hinter Gittern.

Glück gehabt! Ist das positive Endergebnis eines Zufalls. Anhand von unterschiedlichen szenischen Elementen lote ich diesen Spruch aus. Der Ansatz der ergebnisoffenen Recherche ist das Hinterfragen und Analysieren mehrerer Perspektiven. Die Aussage „Glück gehabt” nutzt Laila Rosato als dramaturgisches Element innerhalb einer interdisziplinären Performance und entwickele dazu ein Panorama.

The goal of this research project is to adapt and develop the acrobatic practice to outdoor environments, and create a vocabulary of acrobatics and movement which responds to the limitations and new possibilities of outdoor spaces. With this in mind Imogen Huzel wishes to continue expanding and refining the own movement vocabulary by pushing herself in new directions

Auch wenn es Menschen gibt, die das eigene wirtschaftliche Interesse verneinen, die Klimakatastrophe ist wissenschaftlich fundierter Fakt. Wie kann Kinder- und Jugendtheater junge Menschen dabei unterstützen, sich auf diese Katastrophe vorzubereiten oder sie größtmöglich abzuwenden?

Lachen über Bewegung und Geste …mit all unserer Hoffnung, dem Scheitern, dem Humor und der Poesie. Ausgehend von der Zusammenarbeit mit Menschen aus unterschiedlichen Teilen der Welt, wird der Fokus auf den Humor gesetzt. Konkret: Bewegungshumor und Geste im kulturübergreifenden und kulturspezifischen Kontext – die Gemeinsamkeiten und die Unterschiede.

„Hilfe, mein Papa glaubt, die Erde ist eine Scheibe“ – Recherche und Entwicklung eines Konzeptes für eine Theater-Perfomance über Verschwörungsmythen für Kinder ab 12 Jahren. Die Coronakrise hat viele Menschen verunsichert. Verschwörungsmythen und deren Verbreiter haben Hochkonjunktur. Wie erkenne ich Verschwörungserzählungen und was kann ich dagegen tun?

Kulturell-ethnische Vielfalt in Deutschland jenseits von Migration, ist kein Thema in der öffentlichen Kommunikation. Rechercheziel ist: sechs – acht Expert*innen des Alltags aus der Lausitz zu finden, die obersorbisch, wendisch und deutsch sind und die die Diversität dieser Landstriche teils abbilden, um mit „Unser Land“ über deutsch -sorbische Beziehungen, theatral zu arbeiten.

Über zwei Jahre Corona haben Kinder besonders hart getroffen und sie gesellschaftlich oft vereinzelt. Mit dieser Recherche soll ein interaktives Theatererlebnis entstehen, in dem sie gemeinsam eine Geschichte erzählen, sie bebildern, das Ganze als Buch drucken und mit nach Hause nehmen können. Die Recherche betrifft die Spielform, die technische Realisation und gruppenpädagogische Bereiche

Die Geräusche der Würfe, die Rhythmen der Fänge, die Musik der Performance. Wie klingt Jonglage? Der Jongleur und Musiker Andrea Baccomo möchte seine zwei Disziplinen zu einem Ganzen machen. „Do Re Mi Trick“ sollte ein visuelles Jonglierkonzert sein, in dem die Jonglage weder eine Reaktion auf die Musik noch die Musik auf die Jonglage ist, sondern das eine gegenseitige Folge des Anderen ist.

Gustav Schüler (1868 – 1938). Ein Dichter, nur seiner Zeit, oder auch unserer? Ein Dichter aus dem Oderbruch, nur für das Bruch, oder auch darüber hinaus? Ziel der Recherche ist, das umfangreiche Werk dieses heute vergessenen Dichters zu studieren. Einen Ansatz zu suchen, der es möglich macht, mit dem erarbeiteten Material eine Bühnenproduktion zu entwickeln, die ihn im Heute erlebbar macht.

In der „Der Fall Fritz Rößler“ erarbeitet Felix Forsbach ein dokumentarisches Theaterstück über einen ranghohen Nazi, der 1945 unter falschem Namen seine eigene Frau heiratete, seine eigenen Kinder adoptierte und in den Bundestag einzog. Fritz Rößler war bis an sein Lebensende Nationalsozialist. Die künstlerische Auseinandersetzung mit den Kontinuität deutscher Nazis ist Inhalt des Projekts.

Eine Recherche zu Prozessen verdeckter Weitergabe von NS Ideologie durch Anekdoten im familiären Rahmen, anhand einer Erzählung aus dem Umfeld meiner Familie aus dem Jahre 1946, mit dem Ziel einer Untersuchung der Funktion der Erzählung und ihrer Elemente im ideologischen Umbruch der Nachkriegsjahre, in welchem sich rechtes Gedankengut „verkapselte“ und so unheilvolle Kontinuitäten erzeugt.

Wie wird Komik mit dem Körper erzeugt und wann wird aus Spaß ernst – und umgekehrt? Ist es dann noch Kunst? Simone Kieltyka macht sich auf die Suche nach subtilem und skurrilem Bewegungswitz und dem Überraschenden im Zeitgenössischen Tanz und dessen Inszenierung.

Trauer sucht Raum – wie kann man von und über Trauer(n) mit allen Sinnen lernen? Gesucht werden ästhetischen Strategien, die performative Kunst mit der Trauerkulturarbeit zu einem neuen Format verbinden. Ziel der Recherche ist es ein Format zu (er)finden, das stärkend auf ein generationsübergreifendes Publikum wirkt und die ästhetische Erfahrung als Ressource in der Zukunft zur Verfügung steht.  

Theater ist Kommunikation. Oft sind die Rollen von Sender und Empfänger fixiert. Aber wie funktioniert interaktives Theater? Wie viel Einfluss soll das Publikum haben? Wie kann ich eine Botschaft senden und dabei offen für Veränderung bleiben? Wie bewege ich mein Publikum dazu, mich zu bewegen? Eine Recherche über Grenzen und Möglichkeiten von Publikumsbeteiligung.

Immersion. Ein Buzz-Word? Eine Zustandsbeschreibung? Ein Phänomen der Mixed-Reality? „DIVING BRAIN“ – Phänomene kognitiver, sinnlicher und technischer Wahrnehmungen zur Zustandsuntersuchung der Immersion.

„Das wäre noch zu erzählen“ – Auf der Suche nach neuen und alten Geschichten für Kinder. Die Welt hat sich verändert. Rasant. Auch für die Kinder. Mit welchen Geschichten begegnet Stefan Becker den Kindern, die viele Fragen haben. Über den Krieg, die Folgen der Pandemie, Vereinsamung, Flüchtlinge, den Klimawandel und die Rettung der Welt. Um nur einige zu nennen.

„Capture, move and play“ ist eine künstlerische Recherche und konzeptioneller Entwurf zum Thema Bewegungschöre. Es erforscht die Heterogenität dieser Bewegungen, sucht nach verdrängten Choreografien und Geschichten, konzipiert eine interaktive Audioperformance für ein junges Publikum, in der ein spielerisches Miteinander, eine choreografische Gemeinschaft entsteht, die Nähe und Distanz verhandelt.

Weiterentwicklung eines Konzeptes für ein künstlerisches Reise-Büro namens TRIPSTER ARTISTS, welches Urlaubstrips in die Umgebung anbietet. Während der Reise im Viertel werden die Auswirkungen der Klimakrise auf den Tourismus und umgekehrt thematisiert. Recherche sucht nach aktuellen Erkenntnissen/Fakten, Ideen aus Psychogeographie, Topophilie und möglichen künstl. Formaten jenseits der Didaktik.

In „HaNeu 23“ beschäftigt sich K. Stegemann mit der Geschichte der ehemaligen Chemiearbeiter-Stadt Halle-Neustadt. Als sozialistische Stadt-Utopie war die Planstadt Ha-Neu nach der Wende als sozialer Brennpunkt und Nazi-Hochburg verschrien. Nun erfindet sie sich neu. Vor Ort recherchiert K. Stegemann die politisch-ideologischen Dimensionen in Stadtgestaltung und Alltagsleben von der DDR bis heute

Welche Rolle spielen Held*innen für die westliche Gesellschaft? Sind sie Schuld am dystopischen Zustand der Welt? Nach der Recherche wird Sören Hornung Interviews mit „den Held*innen der Gesellschaft“ und auch mit Soldat*innen führen, um ein Jugendtheaterstück zu konzipieren, welches das Helden- und Männlichkeitsnarrative dekonstruiert und lustvoll nach lebensbejahenden Alternativen sucht.

Die Synthese von Materialtheater und dokumentarischem Theater ist hier Forschungsgegenstand. Ulrike Kley experimentiert mit dem Rohstoff „Zucker“ in verschiedenen Aggregatzuständen. Von japanischer Zuckerkunst bis zum chemischen Liveexperiment. Anhand von Quellentexten und „privaten Zuckergeschichten“ entstehen fiktive Figuren, die das süße Luxusgut mit den bitteren Aspekten kontrastieren.

Wie kann ein Theaterformat aussehen, dass sich mit der Weitergabe transgenerationaler Traumata auseinandersetzt? Dabei die persönliche mit der politischen Dimension verknüpft? Und gleichzeitig ein breiteres Publikum interessiert? Geöffnet wird ein Karton mit Feldpost an die Mutter der Künstlerin, der seit 77 Jahren verschlossen ist. Es beginnt die Arbeit zu den „Blinden Flecken“.

In “THE MOUNTAIN OF TONGUES” Aslan investigates how to step into places and times with the Queerness intact. Aslan imagines altered versions of places and histories that are as Queer as Aslan is. The focus is the Caucasus, a region Aslan is drawn to for its languages and landscapes yet is notorious for its violent Queerphobia. Aslan will attempt to travel there without travelling.

„Jodeldie und Ukulei“ – Eine Recherche im Bereich Zeitgenössischer Zirkus für einen heutigen Moritatengesang. Wie kann Jodelgesang, Ukulelenspiel und artistisches Manipulieren mehrerer Hula-Hoop Reifen zu einem wilden Crossover verbunden werden. Es handelt sich hier um die Vorarbeit für ein Solostück über die entsetzliche Odyssee einer ganz gewöhnlichen Wanderniere.

Diese Recherche sucht Wege, um mittels Artistik als Sprache Tabus zu überwinden. Konkret das Tabu, über die Beteiligung und Täterschaft der eigenen Familie im Nationalsozialismus zu sprechen. Darauf aufbauend sollen Konzepte gesucht werden, wie die darstellenden Künste, hier exemplarisch die Luftartistik, einen Beitrag zur sich verändernden Erinnerungskultur in Deutschland beitragen könnten.

Was rieten / raten uns unsere Mütter zum Thema Daten und Flirten? Mama 1: „Zieh Dir ein Strickjacke an und darunter etwas sexy aussehendes. Dann geh zur Party und wenn Du einen Jungen interessant findest, dann zieh die Strickjacke aus.“ Mama 2: „Hab immer ein Kondom dabei, man weiß nie wann es passiert.“

Ellen Hesse möchte ein Konzept für eine Inszenierung für die Allerkleinsten zum Thema „Fliegen“ entwickeln, die ihnen ein erstes Theatererlebnis ermöglicht, das ihren Bedürfnissen und ihrer Wahrnehmungsfähigkeit entspricht. Mit technischen und szenischen Experimenten mit diversen Flugobjekten und Theaterfiguren möchte Hesse die visuellen Ausdrucksmöglichkeiten des Fliegens erforschen.

Bisherige Vermittlungsformate für Seh- und Hörbeeinträchtigte wie Übersetzung in Gebärdensprache, Untertitel und Audiodeskription werden von der Schauspielerin, Musikerin und Ausstatterin künstlerisch weitergedacht. Inspiriert von Interviews mit Betroffenen entsteht ein Konzept, das das Theatererlebnis für ein mixed-abled Publikum gleichberechtigt erfahr- und erlebbar macht.

Der Ruf nach mehr Diversität im Kulturbereich muss auch Menschen mit Behinderungen meinen! Um Zugangsbarrieren für Künstler*innen abzubauen, ist es notwendig, dass Felicia Daniel sich fortbildet, um ein Wissen über deren Lebensrealitäten zu haben. Gebärdensprachnutzer*innen werden doppelt diskriminiert. Daniel möchte Kenntnisse in DGS vertiefen, um diese Diskriminierung nicht fortzuschreiben.

Die Recherche untersucht das globale Phänomen systematischer Vergewaltigungen als Kriegswaffe. Anhand von Interviews mit Betroffenen aus der Ukraine, Bosnien, Ruanda, dem Irak u.a. sowie Aufzeichnungen von deutschen und russischen Soldaten im Zweiten Weltkrieg und Interviews mit Expert*innen von Organisationen wie Medica Mondiale entsteht die Textfassung für eine künstlerische Umsetzung.

Öffentliche Schwimmbäder sind der Spiegel einer Stadt, eines Viertels, einer Gesellschaft, von Gewohnheiten und Gebräuchen. Sie sind ein Identifikationsort für unterschiedlichen Communities und wirken Gemeinschaft bildend. Können Theater/ Festivals mit ähnlichen Strukturen zur Bildung von Gemeinschaft arbeiten, wie Schwimmbäder? Können Tanzfestivals zu Identifikationsorte in einer Stadt werden?

In der performativen Klanginstallation steht die Manipulation von fliegenden Objekten im Mittelpunkt. Der Traum vom Fliegen wird hier künstlerisch in Szene gesetzt. Kinetische Kunst wird hier als Ausdrucksform, in der die Bewegung als integraler ästhetischer Bestandteil des Kunstobjekts Beachtung findet, eingesetzt.

Es soll zum Thema „Freundschaft“ geforscht werden. Es soll eine Stückentwicklung vorbereitet und konzipiert werden. Mit dem Ziel eine professionelle Bühnenproduktion mit Profis und Laien Darsteller*innen zu inszenieren. Teil der Recherche ist es zwei kostenfreie Workshops anzubieten, in denen man gemeinsam mit Laien und professionellen Darsteller*innen zu dem Thema forscht und in den Austausch tri

„Der BELT“ ist eine Meerenge. Nun entsteht der Fehmarnbelt-Tunnel zwischen Deutschland und Dänemark. Es ist Nordeuropas größtes Infrastrukturprojekte. Was bedeutet dieses Bauprojekt für die Region, die Natur und den Menschen beider Länder? Diese Recherche dient der Generierung von Inhalten, um zukünftige theatrale Konzepte im ländlichen Raum mit Bürgerbeteiligung zu entwickeln. 

Von Lieblingsrefrains über Doomscrolling zu Generationenfolgen – Zyklische Dramaturgien sind Teil von Kunst und Alltag. Wie wirken sich die Eigenschaften der Loops in all ihren Erscheinungsformen und verschiedenen Medien auf die erzeugten Strukturen aus? Zyklischen Dramaturgien untersucht das Spektrum von grober Wiederholung über Selbstreferenz zu abrupter Einmaligkeit

„Crip Time“ (Krüppelzeit) ist eine aktivistisch umgedeutete Formel, die darauf hinweist, dass kranke und/oder behinderte Menschen für vieles im Leben mehr Zeit einplanen müssen. Diese Recherche untersucht, welche transformativen Praktiken sich für den Burnoutbetrieb Tanz- und Theater aus dem Prinzip „Crip Time“ ableiten lassen. Das Ziel ist eine Veröffentlichung der Ergebnisse.  

Die Recherche dient der Arbeit am Theaterstück „Wolfi, Wanja und der wilde Wald“, das von einer Freundschaft zwischen Kind und Wolf erzählt, von Grenzüberschreitungen – und dabei auch mit Genregrenzen spielt: Realistisches mischt sich mit archetypischen Erzählungen, mit Fantastischem und Surrelem, so dass Schwarz-weiß Strukturen aufgebrochen werden und Raum für Utopien des Miteinanders entsteht. 

„Alcoholic Sunrise“ entwickelt Geschichten zur Überwindung der Stigmatisierung von an Alkoholsucht erkrankter Menschen. Öffentliche wie strukturelle Stigmata, Ausgrenzung und Abwertung schaden die Betroffenen zusätzlich, verstärkt Suchtprobleme und erschwert den Zugang zur Therapie. Sie sorgen für zunehmende Vereinsamung und Spaltung. Die Geschichten sollen mit der Band Cafe 612 realisiert werden.

Im Rechercheprojekt „Körperhüllen“ werden durch experimentelle Materialuntersuchungen und anhand von Kostümmodellen innovative Stoffe und nachhaltige Textilien in ihrem Verhalten, auch in Betracht eines tragenden Körpers, getestet und dokumentarisch festgehalten. Das Kostüm bildet die Hülle der zum Ausdruck gebrachten Körper. Dabei spielt die Stofflichkeit des Kostümes eine substanzielle Rolle.

Die Recherche geht um Nachhaltigkeit beim Licht im Theater, Energieeinsparungen über Nutzung von LED Technik beim Theaterlicht. Ein Konzept für kleine und mittlere Bühnen auch unter dem Blickwinkel des künstlerischen Lichtdesigns.

Bei „Dividue“ beleuchtet Artist Oscar Kaufmann die Facetten seines Menschseins mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz und Algorithmen. Kann moderne Technologie uns dabei helfen, uns selbst besser zu verstehen, oder hat sie zu viel Einfluss auf unsere Entwicklung? Bei interaktiven Projektionen verschwimmen die Grenzen zwischen den Impulsen des Akrobaten und Tänzer und den Reaktionen des Computers.

„Back to save the world“ ist ein Performance-Rechercheprojekt über die Dekonstruktion und Rekonstruktion der Darstellung des menschlichen Körpers, mit Bezug auf Scham und Privilegien in Hinblick auf die Geschlechtsidentität. Super-Scham-Menschen mit Frankenstein-Körpern sind die Träger der Perspektive auf ein derzeit vernebeltes Thema und sie sind zurück, um die Welt zu retten.

Die Auseinandersetzung mit der Venus von Pankow, die mehr als nur eine vergessene Skulptur ist, sondern die Tragik ihres einstigen Eigentümers W.J.Kotescky (1888-1949) in sich trägt. Wie funktioniert heute Gedenken? Eine Recherche zu Thema Mittel und Methoden zur kostüm- und bühnenbildnerischen Tätigkeit im urbanen Raum in Zusammenhang mit einer Intervention des NaturTheater Kollektiv NordOst.

In dem Recherchevorhaben „Demontage WEST“ widmet sich der freie Bühnen- und Kostümbildner Johannes Weilandt den politisch-ideologischen Dimensionen West-Berliner Kunst im öffentlichen Raum zwischen 1945 und 1989.

Das Rechercheprojekt „Schöner Widerstand! Neue Kunst-Protest-Strategien“ befasst sich mit den Schnittstellen zwischen der Kunst und dem Protest und untersucht mögliche effizientere Kunst – Protestformen. Der Fokus des Projekts liegt auf der Kernfähigkeit der Kommunikation und Einflussnahme der darstellenden Künste in Bezug auf aktuelle politische und ökonomische Krisen.

Die Frankfurter Universitätspsychiatrie war in der NS-Zeit in Euthanasieprogramme verwickelt. Jan Deck möchte bei der Recherche mehr über die NS-Geschichte des Instituts herausfinden, aber auch vieles was die Praxis seiner Arbeit betrifft. Dazu wird Deck neben Fachliteratur auch auf Archive zurückgreifen. „unWERT“ soll ortsspezifisch für die Jüdischen Kulturwochen Frankfurt 2023 produziert werden.

Katharina Peter erforscht mit „Kriegsalbum“ ein Familiennarrativ, das durch den Fund alter Fotoalben als Lüge entlarvt wurde. Opa war kein Opfer, sondern ein Nazi. Als Performerin wird sie zur Erzählerin ihrer eigenen Geschichte und eignet sich dabei einen Abgrund an, den die bundesrepublikanische Gesellschaft gerne verleugnet und der dennoch oder deshalb die Täter/Opfer-Diskurse bis heute prägt.

„Half way through und noch lange nicht fertig“ – Nur ICH sein genügt nicht, genügte nie! Und ich befürchte , ich habe mein ICH auf halbem Wege verloren, aber ich bin noch lange nicht fertig mit mir selbst. Eine physisch akrobatische Suche nach mir Selbst, nach dem „Untendrunter“ und eine Begegnung mit meinem verschütteten Ich mit den Mitteln des neuen Zirkus und des physischen Theaters.

Ziel der Recherche ist es eine mögliche poetische Umsetzung zur Unterstützung des Gedenkens an die Euthanasie-Ereignisse von 1942-1945 in einer Kleinstadt zu erkunden. Zukünftig könnten weitere Projekte, die auf sinnliche, leicht zugängliche Art und Form, historische Ereignisse im öffentlichen Raum sichtbar machen, durchgeführt werde

Das Rechercheprojekt „simp lEl ment“ geht der Botschaft des Minimalismus auf den Kern und lässt ihn durch Tanz erfahrbar werden. Die Essenz dabei ist es, das was da ist, tiefer und vielfältiger zu nutzen. Dabei soll zum Ausdruck kommen, dass alles was wir brauchen, in uns steckt und die wahre Erfülltheit in der Erkenntnis und dem Sichtbarmachen dessen liegt.

The „Big Mourning of the Stars“ geht vom Paradigmenwechsel in der Wissenschaft aus, einer grundlegenden Veränderung und untersucht welche Bedingungen notwendig sind, um diesen Wandel herbeizuführen. Dabei entsteht ein Vergleich mit dem Gefühl der Trauer und der Idee des kollektiven Future Griefs, welche als Sehnsucht oder Erwartung dessen, was noch nicht geschehen ist, erlebt werden. 

„Maßlose Wahrheit“ untersucht karnatisches Singen und Kalari als Praktiken einer nicht objektiv beschreibbaren Kunstpraxis. Statt der westlichen Obsessionen der Vermessung zu folgen wird gemeinsam mit zwei Kollaborateuren ein Erfahrungsraum jenseits des Rationalen geöffnet, der Wahrheit nicht als gedachte, sondern als erfahrene begreift.

Wenn wir geboren werden, sind wir voller Motivation und Neugier, unsere Umgebung zu erkunden. Das ist die Basis der Kreativität. Minako Seki möchte neue schöpferische Impulse finden und mit Hilfe von Embodiment und somatischer Arbeit die Wechselwirkung von Körperlichkeit und Psyche erforschen. Seki möchte Interviews mit Künstlern führen, um andere Ansätze kennenzulernen, die Kreativität fördern.

„Sagt, was ich gestehen soll“ ist eine Recherche zur europ. Hexenverfolgung und politischen Dimensionen der „Hexe“, die eine Verbindungslinie zu heutigen Femiziden sucht. Ziel ist, eine feministische Performance für den öffentlichen Raum Kölns zu konzipieren. Dabei soll auch die lokale Geschichte aufgegriffen werden. Ein Bestandteil ist die Auseinandersetzung mit touristischen Formaten zum Thema.

This research will be working with topological spaces and impossible objects. Using this modules to explore what exist in the corners of our perception, giving space to the unknown aspects of life. By dancing in the studio and social forms like Breakdancing, build the foundations in terms of compositions, structure and movement vocabularies and to reflect different notions of being.

Der „Mythos von Sisyphos“, aber auch frühe Prosa mit ihrem Bekenntnis zu Materialität und Sinnlichkeit sollen die Grundlage für eine Recherche bilden, wie eine Interpretation des existenzialistischen Freiheitsbegriffs mittels Materialtheater und Marionettentechnik entstehen könnte, die das Illustrative hinter sich lässt und das Drama der Drahtpuppe dem menschlicher Absurdität entgegenstellt.

Vorbereitung einer Bühneninszenierung aufgrund von Feldpostbriefen aus der Ukraine im 2. Weltkrieg. Ein Offizier, Nationalsozialist und Christ, schildert Begegnungen mit „Kameraden“, Einheimischen, Juden, Frauen – Texte zwischen Hass, Frömmigkeit und Großmachtfantasien. Ziel ist, den Menschen eine Stimme zu geben, dramatische Texte zu erstellen, mit Parallelen zum aktuellen Krieg in der Ukraine.

Viviane Podlich erforscht das Zeitalter des digitalen Puppenspiels mit Laptop und Smartphone und erstellt mit den heutigen Möglichkeiten von Motion-Capturing und Computergrafik Animationen in Echtzeit. Dabei untersucht sie analoge und digitale Techniken für Puppen und Bühnenbilder für Live-Videostreams. 

Minimalismus im Theater im Öffentlichen Raum wird untersucht. Wie kann Minimalismus im Theater im Öffentlichen Raum entstehen? Welche Voraussetzungen sind für Minimalismus nötig? Wie kann die Intensität des „Minimalen“ genutzt werden? Recherche nach Produktionen und Austausch mit Kolleg*innen. Die gesammelten Erfahrungen sollen theatral umgesetzt werden und fließen in eine Bühnenfigur.

Bei „CHOREOGRAPHING nouvelles époques“ werden die Überschneidungen von Malerei, Geschichte und der Tanzgeschichte erforscht-wie zahlreiche ästhetische Kategorien, wie flächige Körper- und Raumkonzepte, das „Malerische“ Abwesenheit als Ästhetik, wichtige kunsthist. Kategorien (gesell./politisch). Es sollen so die Grundlage für neuartigen choreographischen Positionen geschaffen werden.

In einer Metropole wie Berlin findet eine Transformation des Raums statt und nicht zuletzt durch eine voranschreitende Gentrifizierung verändert sich rasant das Stadtbild. Ausgehend von Henrie Lefevebres Theorie der sozialen Produktion, erforscht das Projekt durch bildnerische Zeugnisschaft die Veränderung Berlins.

„NIEMIEC“ untersucht die Realität von, in Deutschland aufgewachsenen, Menschen mit Einwanderungsgeschichte und das damit verbundene Gefühl von Entwurzelung, sowie Erfahrungen mit Diskriminierung und Stereotypisierung. Interviews werden tänzerisch übersetzt. „NIEMIEC“ fragt dabei, wo kulturelles Erbe in Körper und Geist in der heutigen Gesellschaft seinen Platz findet.

Der Choreograf Clébio Oliveira fragt sich was es bedeutet, sich als lateinamerikanisch zu verstehen und welche Spuren politische Umwälzungen und autoritäre Regimes in unseren Biografien und Körpern hinterlassen? Welchen Einfluss haben Repression und kollektives Aufbegehren auf das Leben von Lateinamerikaner*innen in Berlin und wie lässt es sich in zeitgenössischen Tanz und Performance übersetzen?

Capoeira als postkoloniale Forschung in den Künsten. Die Stärke des Widerstands und des aufmerksamen Miteinanders als grundlegendes Werkzeug für die Arbeit auf der Bühne. Wie können wir, ausgehend von diesem kulturellen System Capoeira, Brücken bauen, für Dekolonisierung, Resilienz und Austausch? Wie bewegt sich der tanzende Körper im „Capoeira-Zustand“?

Mit einem System aus Kameras, Sound- und Bewegungssensoren untersucht Nona Siepmann den Einfluss von digitaler Interaktion auf Körpersprache. Auf der Suche nach neuen Bewegungsmustern und performativen Formen mit synästhetischem Design sollen die Möglichkeiten der Interaktion des natürlichen Körpers mit dem technologischen System recherchiert werden.

„Muppet Madness“ setzt sich mit unterschiedliche Bildern der psychischen Gesundheit in Form von kurzer Animationsfilmen auseinander. Mit Puppen und Animation werden Geschichten Menschen erarbeitet, die als jugendliche unter psychische Erkrankungen und seelische Krise gelitten haben.

„Panoptikum OST“ ist eine Recherche-Reise. Sie startet im so genannten Osten und begibt sich über bekannte und unbekannte historische Erfahrungen der DDR in die Tiefen der heutigen rechten Ideologie weiter zu den Narrativen der Opfer und der Täter*innen bis hin zu der Frage, was dieser „Osten“ eigentlich ist. Rechts ist kein ostdeutsches Problem. Rechts ist ein deutsches Problem.

Matts Johan Leenders setzt sich in seiner Recherche „Wir sind, was wir singen“ mit den Fußball-Fangesängen Europas und ihrer Bedeutung für die Identität der Anhänger*innen auseinander. Er sucht nach dem, was ein ganzes Stadion zum Singen bringt, aber auch zum lautstarken Anfeinden des „Gegners“ führt.

Kunst kann zur politischen Teilhabe bewegen und muss akut dazu genutzt werden, politische Räume für Auseinandersetzung zu ermöglichen. Aber was bedeutet politische Teilhabe und wie wird sie erlebt von Menschen, die in Deutschland leben, aber auf staatlichen Ebene nicht wählen dürfen? Interviews mit Migrant*innen und Geflüchteten, sowie medienhistorischen Analyse werden diese Fragen untersuchen. 

Was ist das theatrale Potential eines fahrtüchtigen, zugelassenen Trabants? Es soll ein Format gefunden werden, das mittels dieses materiellen Zeitzeugnisses den Alltag in der späten DDR erfahrbar macht und Ost-Deutschen die Möglichkeit bietet, ihrer Erfahrungen zu erzählen. In diesem Rechercheprojekt sollen insbesondere ehemalige Fahrer*innen illegaler Taxis gefunden und interviewt werden.

In einer artistischen Auseinandersetzung wird das Thema Geburt und Körperwahrnehmung erforscht. In Hinblick, einerseits auf die ungeahnte Kraft und Inspiration dieses Neuanfangs und andererseits die gesellschafts- und selbstkritische Wahrnehmung des weiblichen Körpers nach der Geburt.

Recherchevorhaben zur Entwicklung von Projekten des dokumentarischen Theaters, Entwicklung von Konzepten, Arbeit in Netzwerken, Anhäufung und Systematisierung von Wissen als Grundlage für spartenübergreifende Projekte mit hohem künstlerischen Ansatz. 

Ist es möglich spannende Geschichten über eine utopische und enkeltaugliche Welt zu erzählen, die so attraktiv sind, dass wir diese Welt dann entstehen lassen wollen? Das Verhalten der meisten Menschen lässt sich nicht durch Vorträge von Fakten verändern, es geht um eine Idee im Kopf für die wir Feuer fangen müssen, eine Zukunft die uns begeistert, in die wir uns verlieben.

„Plötzlich POC?“: Eine Recherche darüber, wie Erfahrungen mit dem Wechsel des sozialen Status von der Wahrnehmung als Weiße in Brasilien zur Wahrnehmung als „POC“ in Deutschland in eine interaktive Performance umgesetzt werden kann. Die Recherche dient der Vorbereitung von Szenen, Spielen und Interaktionen mit dem Publikum.

Das Fundament des künstlerischen Schaffens basiert auf Verbindungen mit Institutionen, Kolleg*innen, Theaterhäusern, Publikum, einem künstlerischen Team oder aus zufälligen Begegnungen, die sich aus unterschiedlichen Kontexten herauskristallisierten. In der Recherche möchte Silvia Jedrusiak das Potential und die Kraft dieser Verbindungen näher erforschen, vertiefen, stärken und neu befördern.

Jasper Tibbe möchte einen Schritt aus der von Projektlogik geprägten Theaterarbeit zurücktreten und mit dem aktuellen Forschungsstand in dem Kulturwissenschaften sowie Entwicklungen und Politik und Popkultur aktuelle und historischen Bilder und Konzepte von Männlichkeiten für die eigene Theaterarbeit überprüfen.

Kaleidoskop der kleinsten potentiellen Keimzelle des Terrors „Familie“. Mit und nach Corona. Alle kommen zu Wort und wie ein Kaleidoskop gedreht, fallen die Muster und Farben unterschiedlich aus. Die Funktion in der Familie löst sich in diesem Kaleidoskop auf, weil die Funktion ein Korsett ist, Mutter, Vater, Kind ist nicht mehr interessant, sondern der Inhalt jedes Denkenden.

„Side Effects“ – Basierend auf Caroline Criado-Perez` Buch „Unsichtbare Frauen“ erforscht Eva-Maria Damasko mit Klanginstallationen das Thema Gender Data Gap. Was für Auswirkungen hat es auf Frauen, wenn alles Männliche als universell und alles Weibliche als Randerscheinung gesehen wird? Und damit eben in seiner Gänze nicht gesehen wird? Wie kann das Unsichtbare hörbar gemacht werden?

Die Recherche setzt sich mit der verschwiegenen und zum Teil unbewältigten Vergangenheit unserer Großelterngeneration am Beispiel der eigenen Familie auseinander. In Interviews wird nach wahren und möglicherweise falschen Erinnerungen aus der Nazizeit gesucht. Aus dem Material soll eine Textsammlung für eine theatrale Auseinandersetzung zum Thema der persönlichen Mitverantwortung entstehen.

Veronica Compagnone möchte Licht und Schatten-Experimente für junges Publikum führen. Dieses Stipendium würde eine Forschung ermöglichen, die darauf abzielt, das Werden von Formen im Schattentheater zu erforschen und diese Kunst dank technologischer Erweiterungen neu zu erfinden Auf diese Weise könnte man die traditionelle Schattentechnik aus Performativer Sicht überdenken.

Operette: heute angestaubter Setzkasten und biedermeierliche Heile Welt – Cocktail aus Glitzer, grenzwertigen Dialogen, Naivität und Happy End. Doch dieses Genre war in seiner Intention nie romantische Verklärung von Heiler Welt, sondern hochpolitische, schnellreagierende künstlerische Intervention mit den Mitteln ihrer Zeit. Die Recherche will ein Erster-Hilfe-Schock zur Wiederbelebung sein.

„Verzeih!, das Unmögliche.“ Wann und was haben Sie verziehen? Unter welchen Umständen? Was hatte Sie dazu bewogen? Bereuen Sie es? Würden Sie es wieder tun? Was waren die Konsequenzen? Was wäre der Kampf gewesen, hätten Sie sich gegen das Verzeihen? Hatten Sie in Freundschaften weniger verziehen als in der Familie und Partnerschaft und wenn ja warum?

Performancekonzept über erwachsene Nichtschwimmerinnen. Nicht-Schwimmen-Können bedeutet zu ertrinken. Frauen sind in besonderer Weise betroffen. Gründe können traditioneller, kultureller, sozialer Art sein. In Interview-Duos kommen freischwimmende Kinder ins Gespräch mit betroffenen Frauen für eine dokufiktive Performance am Badesee. Hintergründiges Spaßbaden mit antidiskriminierender Absicht.

Als Theaterregisseurin realisiert Gudrun Herrbold biografisch-dokumentarische Theaterprojekte und lehrt diese Theaterform an Universitäten. Herrbold möchte sich interdisziplinär weiterbilden und recherchieren, welche aktuellen neurologischen Erkenntnisse es in Bezug auf individuelle und kollektive Erinnerung gibt und welche ästhetischen Formate andere Kunstformen in diesem Zusammenhang entwickeln.

„THEATER & THE AUTHORITY OF SOUND“ erforscht die politische Dimension von Klang im Theater. Ausgehend von Praktiken des Zuhörens und der Erforschung des Klangkörpers und einstigen Kommunikationsmittels der Glocke werden Fragen und widerständige performative Praktiken entwickelt und in performativen Übungen im öffentlichen Raum und im Theater erprobt.

Can scenography be a host in the biological sense? In this period of research Pons will conceive a series of scenographies that can host, accommodate hybrid forms of performance and explores possible narratives based on scenography. These rooms should function like living organisms, nourishing, sheltering different smaller organisms, parasites, symbionts: the performers, visitors and works.

Fotos, Texte, Tanz und Skulpturen. Elena Schmidt erforscht aus einer queeren, nicht-binären, trans-Perspektive, ob und wie ist es möglich ist, sich von den Besetzungen des rassistischen Kapitalismus der patriarchal organisiert ist auf intersektionale Weise zu befreien. Wie können Körper jenseits herkömmlicher Kategorien und hierarchischer Beschreibungsversuche gelesen und beschrieben werden?

„Your phone is too big for your hand, your doctor prescribes a drug that is wrong for your body, in a car accident you are 47% more likely to be injured. If any of that sounds familiar, chances are you‘re a woman“ Basierend auf dem Buch von Caroline C. Perez, soll es eine Recherche zur Konzeption einer Installation geben, die als Thema den Gender Data Gap in den Mittelpunkt setzt.

Ökologische Nachhaltigkeit ist eines der dringlichsten Themen unserer Zeit. Auch Kostüm- und Bühnenbildner*innen streben nach einer ökosensibleren Praxis. Doch es fehlen Vorbilder und Praxisbeispiele: Mit diesem Vorhaben werden Entwicklungs- und Entscheidungsprozesse reflektiert, bebildert und veröffentlicht zur Schaffung alternativer, ökologisch informierter kollaborativer Performanceprozesse.

„NEUE BELEUCHTUNGSKONZEPTE FÜR ALTERNATIVE SPIELORTE“ Dietrich Körner möchte neue Formen der Beleuchtung für alternative Spielorte im Zusammenspiel mit einer möglichen Dramaturgie entwickeln. Einfache, handhabbare und effektvolle Möglichkeiten sollen konzipiert werden, auf die bei der Umsetzung von Theaterperformances außerhalb der klassischen Bühnenräume individuell zurückgegriffen werden kann.

Bäume – Wälder im Allgemeinen – üben eine starke Faszination auf den Menschen aus. Für das ökologische Gleichgewicht spielen Wälder weltweit eine nicht zu ersetzende Rolle. Laut dem neusten Stand der Forschung verfügen Bäume über eine komplexe Art der Kommunikation. Was für eine Geschichte würde ein Baum erzählen, wenn er der einzige Performende auf einer Theaterbühne wäre?

In „#yodo – you only die once“ recherchiert Michaela Schulz zu den Themen Sterben,Tod,Trauer und Sorgearbeit (STTS). Durch Gespräche mit Expert*innen aus Erfahrung und ihrer eigenen performativen Suche möchte Sie eine eintätige Messe kreieren: The Fair of Death. Mit Hilfe von verschiedenen Attraktionen will sie dem Publikum die Berührungsängste nehmen und für eine Entabuisierung der STTS sorgen.

Mit Vertreter*innen der jungen und alten Generation aus Burkina Faso, Deutschland, Polen und Russland initiiert Plate Dialoge sich fremder Menschen, die sich via Sprachnachrichten über Ohnmacht oder Handlungsspielräume angesichts globaler Krisen austauschen. Aus dem Material entwickelt Plate eine polyphone Sprachkomposition, die versucht, unsere Vorstellungen von Globalität zu erweitern.

Am 12.Mai veröffentlichte die NASA das erste Bild und eine Sonifikation des schwarzen Loches Sagittarius A*. Die Recherchearbeit soll vor dem Hintergrund philosophischer Kosmologien und Konzepte erforschen, unter welchen ästhetischen Gesichtspunkten Himmelsereignisse für den Menschen wahrnehmbar werden können. Hieraus soll ein Konzept für eine Klanginstallation und Performance entwickelt werden

Eine Recherche zu den Möglichkeiten einer Theatersprache für ein komplett nicht-visuelles Bewegungs- und Objekttheater, in der sich Blinde/Sehbehinderte und Sehende auf „auf Augenhöhe“ begegnen. Wie lassen sich Theatererlebnisse mit anderen Sinnen als den Augen erzeugen?

Claude Cahun (1894-1954) ist surrealistische*r Küstler*in, jüdisch e*r Widerstandskämpfer*in, gender-queere*r Vorfahr*in. Cahun schreibt 1930: „Nicht Frau, nicht Mann, sondern Neutrum ist das Geschlecht, das mir am ehesten entspricht.” Cahuns Texte sind bis heute, bis auf wenige Ausnahmen, nur im französischen Original vorhanden. „CAHUN ÜBERSETZEN“ soll das ändern.

Im Recherchezeitraum wird Magdalena Mitterhofer anhand von Archiven des Villaggio Eni und Pasolini´s Petrolio eine Sammlung von Material erstellen, die mir in der Produktion und Auswertung des experimentalen Spielfilms „Corte“ helfen soll. Als Teil der Premiere des Films soll die Recherche außerdem als Buch herausgegeben werden. Dies geschieht voraussichtlich im Sommer 2023.

„Fôli Kan“ ist eine Recherche über den Umgang mit Rhythmen in westlicher „Neuen Musik“ und den dazu gehörenden tänzerischen Werken. Ausgehend von einem Rhythmusverständnis der westafrikanischen Kultur sollen die Überschneidungen und Schnittstellen zwischen beiden Genres erforscht werden um so Hinweise für eine erweiterte choreografische Praxis zu bekommen.

“Jargon Rituals” is an exploration and celebration of the diasporic jargon language Yiddish. Built from a process of dissecting and embodying Yiddish without learning it, the work identifies specific gestures, intonations, emotionalities, etc., to build a new vocabulary. With this work, the aim is to imagine a new jargon space between the Yiddish world of the past and a radically diasporic future.

Erforscht wird das Essen auf der Bühne – nicht als störende Requisite, sondern als szenografisches Mittel. Über die visuelle Ebene hinaus füllt es mit seinen Aromen ganze Atmosphären. Daraus ergibt sich die Möglichkeit für eine immersive und performative Szenografie. Welche Dynamiken sich aus Verfallsprozessen ergeben und ob ein Bühnenbild genießbar sein kann: Das will diese Recherche erkunden.

Entwicklung zeitgemäßer Festivalformate für den ländlichen, strukturschwachen Raum. In strukturschwachen Regionen fühlen sich Menschen von kulturellen Angeboten abgeschnitten, oft entsteht eine Abwehrhaltung gegen einmalige, von außen landende „Kultur Ufos“. Die Herausforderung: Angebote und Formate entwickeln, die als Bereicherung und tatsächliche Teilhabe empfunden werden.

Mit Ausbruch des Ukraine Krieges kontaktiert eine dt. Schauspielerin erstmals über Social Media ihren Halbbruder in der Ukraine. Sie begleitet ihn nun täglich online u. schafft es, ihn nach Europa in Sicherheit zu bringen. Die umfangreiche Kommunikation, die das Kennenlernen, den Krieg u. die Flucht genau dokumentiert, soll aufgearbeitet u. übersetzt werden und Basis werden für ein Theaterstück.

Die Recherche beschäftigt sich mit Bewegungspotentialen und Assoziationen des schwangeren, tanzenden Körpers und pränatal gesehen denen des Kindes im Inneren. Neurowissenschaftliche Erkenntnisse aus der Entwicklungspsychologie und das Tabu-Thema des Kindstodes fließen in die Untersuchungen ein. Entwickelt werden erste choreografische Sequenzen und Scores im Hinblick auf ein mögliches Projekt.

Als und an was arbeiten wir in Zukunft? Ist „Arbeit haben“ das gleiche wie „einen Beruf haben“? In welchem Beruf verdient man mehr, als Schornsteinfeger oder Steuerfahnderin? Und was ist wirklich wichtig: Dienstwagen oder 4-Tage-Woche? Was ist ein Beruf mit Zukunft? In verschiedenen Interviews sollen u. a. Kinder zu ihrem Traumberuf und ihrer Vorstellung der Berufe ihrer Eltern befragt werden.

Am Anfang steht ein komplizierter und etwas purgativer Gedanke: Können wir Gewalt anders denken, sie umkehren, die Initiative ergreifen? Die Untersuchung fragt nach den möglichen Folgen des Schreibens, der Vorstellung oder der Inszenierung von Gewalt. Kann Choreografie uns dazu bringen, persönliche und politische (Gewalt) anders zu denken und von einem zarten Ort aus zu denken und zu praktizieren.

„Samantha 82“ ist eine Widmung an alle Frauen, die in Kriegsgebieten leben und erzählt von der Rolle den Humor im Bosnienkrieg in den 90er Jahren spielte. „Samantha 82“ ist eine Lippenstiftmarke, die in den 1990er Jahren in Bosnien Leben rettete. Dies soll ein humorvolles Dokument über die Überlebensstrategien von Frauen aus Bosnien wahrend des Krieges sein.

Sibin Vassilev interessiert es, die Beschränkung eines vordefinierten Klang-Raums aufzuheben indem die Darsteller*innen selbst die Klang-Räume bewegen und modellieren können. Wenn sie mit ihren Bewegungen Klang-Fragmente in Echtzeit durch den Raum schleudern, werden sie selbst zu Choreograf*innen und gestalten den physischen wie auch den klanglichen Raum mit. 

„StadtRAUM“ – Krieg, Flucht, Klimawandel. Welches ist das drängendste Thema in Ingolstadt, dem am wenigsten Raum gegeben wird? Dieser Frage wird durch Interviews der Bevölkerung sowie durch Recherche im Stadtmuseum nachgegangen. Der Prozess wird fotografisch, filmisch und mit Hilfe von Tonaufnahmen festgehalten. Die Ergebnisse fließen dann in die Entwicklung eines Theaterstückes ein.

„Reflexion I Streuung I Absorption“ ist eine künstlerische und emanzipatorische Recherche an der Schnittstelle zwischen Performance- und Lichtkunst, welche einerseits das Phänomen Licht in Wechselbeziehung zum bewegten Körper untersucht und andererseits als Künstlerin ein Aneignen von Fähigkeiten aus dem immer noch männlich dominierten Metier der Lichttechnik und des Lichtdesign ermöglicht.

The research is based on oracle cards as a tool to create movement. How do they activate the subconscious and intuition when Petracca improvises directly after a card is chosen? Petracca wants to explore M.Cunningham’s studies on chance operations as well as the diverse methods of oracle cards. 

„Flüssige Anatomien“ recherchiert, skizziert, choreographiert, experimentiert (mit) Körper(n) jenseits der festen Materie und diesseits ihrer Wasser. Den Körper nicht von seiner Grenze, Form, Individualität her zu denken sondern von seinem Fließen ist das Ziel und Wagnis dieser Recherche. Das Vorhaben ist auch ein politischer Versuch unser materiell geprägtes Denkens zu hinterfragen.

In „Remote Control“ trifft die neueste LED Technologie auf zeitgenössischen Zirkus und Tanz. Das Cyr Wheel verwandelt sich vom einfachen Zirkus Aparat zum Musiker, Lichtdesigner und technologischen Dirigenten auf der Bühne. Ziel ist es zu untersuchen, was passiert wenn das Objekt sich die eigene Musik zur Untermalung der Bewegungen erstellt und darauf gleichzeitig durch LEDs reagiert.

„Schrei _ Eine Poesie der Erschöpfung“ ermöglicht eine echte Erfahrung, in Auseinandersetzung mit der Intimität tiefer Schwingungen in der physischen Begegnung von Mensch und Objekt erforscht. Ausgehend vom spekulativen Spektrum der Schrei Recherche soll die Studie die Atmung des Emotion des physischen Lebens vorbereiten und damit ein neues Paradigma für die Zusammenleben entwickeln.

In den vergangenen Jahren immer mehr Tänzer*innen und Choreograf*innen experimentieren mit den neuen Möglichkeiten, die Virtuelle, Erweiterte und Gemischte Realität (VR / AR / MR) bieten. Das Ziel der Recherche ist eine praktische und theoretische Erforschung von Kuratieren von Tanzstücken in VR, AR und MR. Dabei werden die Aspekte der Präsentation, Vermittlung und Kompetenzaufbau beachtet.

Ziel des Projektes „Virtual Reality im Musiktheater“ ist es eine technische und künstlerische Basis zu erarbeiten von der aus theatrale XR-Projekte entwickeln werden sollen. Nora Krahl wird sich 3D und VR Programme aneignen, Mikroprojekte erstellen und an und mit denen verschiedene theatrale Settings und künstlerische Ideen ausprobieren und entwickeln.  

Yalda Younes wonders what would happen if, rather than exhaling, we inhale as we speak? In today’s age of polarized, redundant discourses, this research playfully examines the physical, sonic, psychological and emotional impact of inhale-speech on both speaker and listener(s).

Durch die Recherchearbeit soll das Theaterstück „Irgendwas ist immer“ entstehen. Das Dialogstück soll den Alltag in der DDR der 80er Jahre lebendig machen – mit all seinen Licht- und Schattenseiten, mit den gemütlichen Nischen, die man gefunden hatte, aber auch mit allen faulen Kompromissen, die man eingegangen ist, um über die Runden zu kommen.

Wie könnte eine künstlerische Intervention aussehen, die eine Mischung aus Kettenbrief, Flaschenpost, Liebesbrief und Stiller Post ist? In Vorbereitung einer zukünftigen theatralen Installation möchte Barbara Lenartz herausfinden, welche Möglichkeiten der Postweg für ein Pre-Inszenatorisches Involvieren der Besucher und möglicher Protagonisten bereit hält. 

„Meine Gefühle würden mit mir durchgehen“ ist eine performative Recherche zu queerem Bewegungsmaterial im Berlin der 20er Jahre. Trans Lebensformen in Berlin vor 1933 sind mystifiziert – aber was waren ihre konkrete Praxen, ihre sozialen, choreographischen Bewegungen, die bis unter die Haut gingen? Eine poetische Annäherung, kritisch fabulierend in der Gerüchteküche des queeren Archivs.

Es sollen Snap Chat Linsen aus ihrem ursprünglichen Social Media Kontext herausgelöst werden, um sie live auf der Bühne einzusetzen. Strack möchte untersuchen, welche Bühnen- und Technikinstallation geeignet ist, um Snapsterpieces live und in Echtzeit zu produzieren und projizieren, und wie Strack sie im Rahmen einer Performance als ästhetisch-künstlerisches Mittel einsetzen kann.

KI, AR, VR & Co: Neue Distributionswege, Projektionsmöglichkeiten und Darstellungsmittel für das zeitgenössische Tanztheater als Medienkunst – Vorhandene Technologien erforschen, an ihre Grenzen führen und ihre Auswirkungen beleuchten.

Wie empfinden Kinder digitales Theater, wenn sie das „normale” Theater noch nicht richtig kennen? Welche Einflüsse haben die Erfahrung der Isolation und digitalen Interaktion auf sie als Zuschauende? Wie können ihre Wahrnehmung der Realität mit der virtuellen Welt verbunden werden? Eine Recherche nach einer neuen Form, einer neuen Erzählweise und einer neuen digitalen Dramaturgie im Kindertheater.

Für Perspektiven des digitalen Theaters braucht es ein Denken der Schnittstelle zwischen dramaturgischen Prozessen und technischem Wissen. Über die Beschäftigung mit Technologie (VR/AR/Motion Tracking) und gezielte Fortbildung in Coding und Software (Unity, Unreal) können neue Inhalte entstehen. Es reicht nicht, Technik bedienen zu können, man muss sie verstehen, um neue Verbindungen zu sehen.

Von der germanischen Kultstätte zum bizarren Sexualmord über das „Gesetz zur Verhinderung erbkranken Nachwuchses“ und den gefechtsbereiten Hochbunkern der DDR sowie der neukultischen Gemeinschaft „Lebenspark- Tollensesee“ – der Ort Alt Rehse über dem Tollensesee lässt nichts aus an deutscher Geschichte – diese Tour de Force präsentiert in einem Puppenspiel des historischen Grauens.

SFB – shameful body – erforscht schambehaftete Körperteile als Ausgangspunkt für neues tänzerisches Vokabular. Bewegungsqualitäten, die aus den jeweiligen Körperteilen hervorgehen, werden in Relation oder in Kontrast mit anderen Körperteilen gesetzt. Somit schafft die Künstlerin innovatives tänzerisches Material, abweichend von ihrem persönlichen Stil und Trends im zeitgenössischen Tanz.

Steffi Hensel recherchiert zum Freundschaftsbegriff und dessen politischer Instrumentalisierung in der DDR. Dabei analysiert sie visuelle und textliche Freundschaftspropaganda, arbeitet in Archiven und führt Interviews mit Zeitzeugen. Diese historischen Funde setzt sie in Verbindung zu aktuellen Debatten um Aktivismus, Freundschaft und Allyship, auf deren Basis ein neues Theaterstück entsteht.

Neele Buchholz ist eine gefeierte Tänzerin mit Down-Syndrom. Nach einer Festanstellung hat sie sich 2022 selbstständig gemacht und will langfristig als freischaffende Künstlerin arbeiten. Die Strukturen des Arbeitsmarkts der freien darstellenden Künste sind oft nicht inklusiv und stellen für Buchholz große Hürden dar. Mit einer „Anleitung für Gelingensbedingungen“ will sie Barrieren abbauen. 

„while bodies are“ ist anschauen, berühren, chillen, du, empfinden, fühlen, Glück, hinwenden, ich, jodeln, klatschen, lauschen, muckeln, nacheifern, ordnen, prokrastinieren, quengeln, rollen, schnuppern, tasten, umarmen, verbinden, Wind, xy, Zeit. „while bodies are“ ist ohne Alter, mit diversen Fähigkeiten ausgestattet, klein und groß, mit Haut und Haar im Hier und Jetzt.

In der Recherchearbeit „LOST and FOUND“ untersucht die Puppenspielerin Franziska Dittrich, wie Wirkmechanismen des Vergessens und Prozesse des Verschwindens durch das Theater der Dinge sichtbar gemacht werden können. Die Recherche bildet die konzeptionelle Grundlage für eine Solo-Objekttheaterinszenierung.

Kerschkewicz wird mit zwei Fokussen recherchieren: Auf einer textlichen Ebene analysiert und dekonstruiert sie Erzählmuster des Topos Liebe. Außerdem tritt sie in einen Wissensaustausch zu Fragen inklusiven Arbeitens und barrierearmer Aufführungen sowie ÖA. Erkenntnisse der Recherche fließen in die Produktion „School of Love“ des Kollektivs „Frauen und Fiktion“ mit dem Ensemble Klabauter ein.

Eine Recherchephase in zwei Teilen, zur Evaluation und Neuaufstellung des künstlerischen Schaffens. Im ersten Teil beschäftigt sich Gabriele Reuter mit dem künstlerischen Forschungsbegriff im eigenen interdisziplinären Kontext von Stadtforschung und Choreografie; im zweiten Teil evaluiert sie die eigenen Arbeitsstrukturen und -weisen, mit machtkritischem Blick auf Zugang und Perspektivenvielfalt.

Im Rechercheprojekt „MENSCH:NATUR:GEIST“ setzt sich die Figurenspielerin Verena Volland mit dem Themenbereich „Waldgeister und Fabelwesen“ auseinander und entwickelt Theaterfiguren, die dem Phantasieraum Wald entspringen und die Hybridität von Waldgeistern einfangen. Als Inspiration dient die Beschäftigung mit Waldgeistern in Mythologie und Volksgauben als auch der Wald selbst.

„LOST_not_FOUND“ – Warum halten wir an bestimmten Traditionen fest, während wir andere wissentlich ignorieren oder gar sabotieren? Welche Tradition gilt uns als schützenswert? Wie transformieren Traditionen ins Heute? Geht es um Integration oder um Ausgrenzung? Ein Kostüm erschafft eine neue Identität. Traditionen und Erinnerungen werden verschnitten, modernisiert, konserviert und transformiert.

Samuel Hof beschäftigt sich mit den Themen Nacht, Schlaf und Traum. Während der Tag aktiv genutzt wird, bewusst und hell erleuchtet, steht die Nacht für das, was sich kaum begrifflich fassen lässt. Aus dem Alltag gefallen, intensivieren sich nachts die Aufmerksamkeit und die Gefühle. Hof spielt mit einer performativen Praxis, die sich auf diesen nächtlichen Zustand des Menschen bezieht.

Eine theatralische Erkundung der griechischen Mythen, die wissenschaftliche Experimente, Magie, Gesang und Online-Folgeaktivitäten mit einbezieht. Das Projekt bietet die Gelegenheit zu erforschen, warum die griechischen Mythen für junge Menschen noch relevant sind, wie sie helfen können, unsere Beziehung zur Natur zu reparieren, was einen Helden ausmacht, und wer die wahren Helden von Heute sind.

Im Rahmen der Rechercheförderung möchte Jost von Harleßem mit Hilfe von bildgenerierenden KI-Algorithmen Bühnen- und Kostümbildentwürfe erstellen und in 3D-Modelle adaptieren. Die Ergebnisse setzten die Arbeit zu spekulativen Szenographien fort, die unter www.thisplaydoesnotexist.com gesammelt werden.

Seit der Jahrtausendwende hat die Verhaltenssucht stark zugenommen. Jede freie Sekunde ist eine Gelegenheit, sich (digital) stimulieren zu lassen. Folgend, welche sind die Auswirkungen der Hypermedien auf das Individuum in der Gesellschaft? Und wie werden Bewegung und Komposition angesichts unserer verkürzten Aufmerksamkeitsspanne durch diese Systemstrukturen beeinflusst?

“I was (not) Heiner Müller” is a lecture performance project. A performer questions the heritage of the German play-write from the perspective of someone who survived a dictatorship, and going through the process of recreating identity after living in four different countries in the last 30 years.

Mit einer experimentellen Erforschung des Spielmaterials HEMD setzt sich die Figurenspielerin Angelika Maria Gök mit der Symbolik des Panzerhemds im Märchen „Die wilden Schwäne“ auseinander. Die Kraft des Unbewussten steht im Mittelpunkt. Im Spannungsfeld von Vulnerabilität und Resilienz werden die aus Hemden gestalteten Räume, Figuren, Kostüme spielerisch in Interaktion mit Kindern ausprobiert. 

„REM – Radical Eye Movement“ untersucht das Spannungsfeld von Schlaf als Objekt der Selbstoptimierung einerseits und des Kontrollverlustes und der Subversion andererseits und fragt, wie Schlaf als Protestform der Vorstellung, Aktivität sei für Widerstand unabdingbar etwas entgegensetzen kann. Und inwiefern ist Schlaflosigkeit Teil und Notwendigkeit gegenwärtiger politischer Geschehnisse?

Eine Recherche über die Geschichte von Alois Brunner, einem hochrangigen Nazi-Offizier, der für mehr als 100.000 Deportationen von Juden in Ghettos verantwortlich war und einer der Architekten der Endlösung war. Im Jahr 1954 konnte er zunächst nach Ägypten und dann nach Syrien fliehen, wo er bis zu seinem Tod im Jahr 2010 versteckt lebte.

Jasmina Music, Schauspielerin und Künstlerische Leiterin des HER.STORY Kollektives möchte mit der Förderung einen künstlerischen Prozess aus Recherchen und Produktion in Verbindung von Folklore Tanzformen und zeitgenössischen Konzepten durchführen, sowie Interviewmaterialien von Frauen, die in drei Generationen in Dortmund leben. Begriff „herstory“ beschreibt die Auseinandersetzung mit Geschichte.

Ziel ist es, dem weißen exotisierenden Blick auf ostasiatische/koreanische Kultur in dem Medium Kostümbild einen positiv umgedeuteten Yellow Gaze entgegenzustellen, den stereotypen, auf kultureller Aneignung basierenden White Gaze auf ostasiatische Kostüme zu untersuchen und ein diverses neu kontextualisiertes Gegenbild samt einem Tool für kulturelle Visualisierungstrategien zu entwickeln.

James Batchelor’s project „Echoes of the Expressive Dance“ explores his embodied dance history, as he traces a lineage through his childhood dance teacher in Australia to Vienna’s lost avant garde of the early twentieth century. This new period of research will study rare archives of the influential expressive dancer Hilde Holger’s teaching methods, filmed in the final years of her life.

Ziel der Recherche soll eine körperliche und musikalische Auseinandersetzung und eigene Aufarbeitung des „Krieg gegen den Terror“ in Afghanistan sein. Die Rückkehr der Taliban zeigt, dass selbst 20 Jahre nach Beginn der militärischen Intervention viele Konfliktherde nicht an Aktualität eingebüßt haben. Ein mögliches Endergebnis kann daraufhin eine multiperspektivische Stückentwicklung werden.

Mehrfachzugehörigkeit. Dieses Wort passt nicht. Es ist eine nicht-Zugehörigkeit. Eine Zugehörigkeit zu einer ständigen Zwischenposition. Mixed-race, multiracial, halb-halb, postmigrantisch. Diese Worte sollen zerlegt, geehrt, dekonstruiert und neue gefunden werden. Das Dazwischen soll untersucht und als Superkraft entdeckt werden. Ambiguität als Zuhause. Wie kann man davon erzählen?

In der Recherche „Weightless moments – Aerial Dance” verlässt Miriam Röder den sicheren Untergrund des Bodens. Stattdessen begibt sie sich in die Vertikale, um eine neue körperliche Erfahrung zu erleben. Sie verfolgt das Ziel die Möglichkeiten ihres Körpers im vertikalen Zustands auszuloten und im nächsten Schritt neues Bewegungsrepertoire und künstlerische Ausdrucksweisen zu entwickeln.

„Desire Machine“ ist der Prototyp einer (sozialen) Wunscherfüllungsmaschine. Als Eins-zu-Eins-Performance, die die Menschen zu ihrem Alltag hinzubuchen können, um sich Wünsche erfüllen zu lassen.

Kann ich mich in eine KI verlieben? Kann eine KI wütend auf mich sein? Kann mich eine KI trösten? Können wir zusammen lachen? Kann KI meine Seele berühren? „TOUCH“ erforscht die Interaktionsmöglichkeiten zwischen menschlichen Akteuren und emotionaler künstlicher Intelligenz im künstlerisch – performativen Kontext.

Hannah Sampé geht der Frage nach, welche künstlerischen, somatischen und performativen Ansätze wir einem normativen Umgang mit Begehren entgegensetzen können? Und was können wir hetero-patriarchalen Strukturen von internalisierter Scham entgegensetzen, die uns daran hindern unsere Bedürfnisse zu spüren, zu äußern, mit ihnen Räume einzunehmen? 

„Iridescence“ möchte Techniken ausloten, die während einer Aufführung mit Schauspieler*innen und Publikum interagieren. Wie können bspw. Bewegungs- und Klangdaten der Darstellenden und Zuschauenden erfasst, übertragen und schließlich in eine Kunstform umgewandelt werden? Neue Arbeitsweisen sollen so erschlossen und eine neue Ebene erforscht werden, die Bühnenvorgänge datenbasiert erfahrbar macht

„A new romance“ – das Recherchevorhaben beschäftigt sich mit ausgewählten Liedern der Epoche der Romantik des 19. Jahrhunderts. Luise Lein arbeitet daran, diese in ein neues Format der Aufführungspraxis zu setzen. Der Begriff der Romantik soll inhaltlich in einen aktuellen, gesellschaftlichen Kontext gesetzt und musikalisch durch moderne Klangwelten und Arrangements widergespiegelt werden.

„Easternfuturisms“ untersucht künstlerische Praktiken, die die Zukunft (Ost)Europas neu entwerfen. Eine paradoxe Mischung aus Unter- und Überschätzung gegenüber der eigenen Bedeutung hat den aktuellen rechtsextremen Trend in Mittel- und Osteuropa angeheizt. Das Projekt will auf diese populistischen Erzählungen reagieren und schlägt alternative Visionen für den postsowjetischen Block vor. 

Das Rechercheprojekt „ODERTANZ“ beschäftigt sich mit den Herkunfts-Volkstänzen der Menschen im Oderbruch um sich auf die Suche zu machen nach einem gemeinsamen verbindenden Volkstanz aus den diversen kulturellen Einflüssen in der Region, die teils nicht mehr sichtbar sind. „ODERTANZ“ recherchiert die verschiedenen Tänze, analysiert sie und untersucht sie auf Parallelen und Ergänzungen.

„SUPERBAND“ ist die Recherche zum Thema Konzeptalben, verbunden mit einer kritischen Auseinandersetzung bezüglich der digitalen Distributionsverfahren von Musik. Ziel wird es sein, verschiedene Konzeptalben hinsichtlich ihrer thematischen und stilistischen Dichte zu analysieren sowie ein Konzept für ein eigenes Album zu erstellen und es auf eine performative Umsetzung hin zu prüfen.

„TINY STAGES“ ist ein Projekt über die Mobilisierung der Performing Arts. Nach einer breit angelegten Recherche zu den in den letzten Jahren entstandenen beweglichen Bühnen für den Außenraum soll das kuratorische Konzept für ein Festivalcamp entwickelt werden, auf dem sich diese neuen Architekturen und ihre künstlerischen Projekte versammeln.

Bernadette Hengst möchte die professionelle Orchestrierung für Streich- und Blasinstrumente lernen, um künstlerisch neue Wege zu gehen und Theatermusik mit einer zusätzlichen Instrumentierung zu erweitern. Da das Budget für Theatermusik oft klein ist, kann ich dann unabhängiger von Arrangeur*innen vor allem in performativen Stadt- und Dorfprojekten partizipativen Songs für Orchester arrangieren.

„Tigone-19“ beschäftigt sich mit den Bestattungsritualen und dem globalen Phänomen des Leichenraubs in der Pandemiezeit, des zwecks heimlicher würdevoller Bestattung begangen wird. Unter Berücksichtigung von Schwerpunkten in Sophokles‘ „Antigone“, wird die Frage der moralischen Entscheidung, die gegen des Gesetztentschluss besteht, und die daraus resultierenden Konsequenzen neu zu überdenken.

Was verbindet die polnische Art Déco Künstlerin, Tamara Łempicka und die amerikanische Pop-Künstlerin, Madonna? Wie haben sie die letzten Frauengenerationen geprägt? Eine Hymne der Neuen Frau, über die Widersprüchlichkeit individueller und kollektiver Nachahmungs- Narrative und gemeinschaftlichen Frauen- Wunsch nach Freiheit und größerer gesellschaftlicher Wahrnehmung und Veränderung.

Eine einsame Imbissstube mitten in den Bergen wandert in den Ausstellungsraum. Ein Licht im Inneren der Imbissstube geht an, das rosa Grundlicht aus, es rauscht, ein Telefon klingelt. Wer gehört hier dazu? Wir alle vielleicht? In der Recherche „NEXT STOP: IMBISSSTUBE“ entwickelt die Bühnenbildnerin Hanna Naske ein Raumkonzept für einen multisensorischen interaktiven Raum.

Immer wieder kommt es vor, dass Natur auf der Bühne abgebildet werden sollen. Nun ist der Bühnenraum das genaue Gegenteil einer natürlichen Umgebung, da dort alles von Menschen gestaltet wurde. Lässt sich diese Künstlichkeit unterlaufen? Was könnten Materialien sein, die selbstständig agieren und so einem Gefühl für ein nicht-menschliches Außen, einem unbeherrschbaren Gegenüber Raum geben?

„WUTPROBE“ ist eine musikalische Forschungsarbeit zum Thema weibliche Wut: Wut ist raumgreifend. Steph Krah verschafft sich Raum mit Wut. Und Gehör. Welchen Menschengruppen dieser Raum zugestanden wird und welchen nicht, entscheidet über ihre Sichtbarkeit und gesellschaftlichen Einfluss. Untersucht werden unter anderem die Körperlichkeit und die Musikalität des Wütens.

Das Vorhaben untersucht die Umsetzbarkeit einer Bühnenfassung/ Adaption des Buches „Das Mädchen auf dem Motorrad“, erschienen im Zuckersüß – Verlag, für Kinder ab 4. Dabei setzt die Recherche auf Probelesungen in Kitas und auf künstlerische Forschung mittels Postkarten aus „Woanders“, Reisetagebüchern und Wege ins „Woanders“ durch Rechercheverbündete: Familien, Kinder und interessierte Erwachsene.

In dieser Recherche zum Thema „Stimmverlust“ möchte Ann-Kathrin Quednau folgenden Fragen nachgehen: Was bedeutet es seine Stimme zu verlieren? Wie lässt sich mit dem Thema szenisch umgehen? Welche Darstellungsweisen gibt es? Ziel ist mit Mitteln der experimentellen Musik und Performance und Motiven aus Literatur und Film die Veränderungen, die ein Stimmverlust mit sich bringt, zu erforschen.

„The Real World“ ist eine Recherche, die auf einem Untergenre des Reality-Fernsehens basiert, die sogenannte strukturierte Realität. Forschungsgegenstand ist, wie sich Realität und Fiktion in diesem Genre sich gegenseitig beeinflussen und in welchem Verhältnis sie zur Darstellung des Selbst stehen, nicht nur in den sozialen Medien sondern auch jenseits des Bildschirms.

Die Recherche geht der Frage nach, inwiefern Depressionserfahrungen verkollektiviert werden können. Obwohl depressive Menschen oft Ausgrenzung erfahren, gerät das Tabu negative Gefühle in unserer Gesellschaft zu teilen, mehr und mehr ins Wanken. Aber können negative Gefühle auch ansteckend sein, sodass man sich nicht gegenseitig empowert? Wie sähe eine Utopie kollektiver Depression aus?

„Non-Binary“ aims to investigate the history of gender non conforming individuals and their artistic and cultural fingerprint. The aim is to inquire how this historical knowledge can bring Telmo Branco closer to the body as a non-binary dancer and actor. Special focus will be given to the concept of queer pleasure as a trigger for authenticity and genuine gender expression.

Hat sich die Sache mit dem Vatersein erledigt? Sind die Frauen einfach zu patent und die Väter überflüssig gemacht? Hier kommen Väter zu Wort und werden befragt: Wie müsste der „richtige“ Vater sein? Wie war der eigene Vater, wie sehen sie ihre Vaterrolle? Eine Sammlung von Geschichten über Söhne und Väter aus dieser und damaliger Zeit, die etwas zeigen über unsere Geschichte und wer wir sind.

Mit dem Recherchevorhaben möchte Rebecca Scott einen Raum schaffen, in dem verschiedene Stimm- und Bewegungstechniken ausprobiert werden können – frei von Präsentations- und Aufführungsdruck, um der Visualisierung des inneren Prozesses einer Figur näher zu kommen. Arbeitsvokabular soll erweitert und vertieft werden.

In der Rechere wird Nina Weber sich mit dem internationale Agrarhandel auseinandersetzte und wie dieser koloniale Koninuitäten produziert.

Wie fühlt sich Zusammengehörigkeit an in Zeiten von Isolation? „FORREST WAVES“ ist eine Recherche an der Schnittstelle von Soundart, Storytelling, immersiver Performance und Mental Health. Dabei soll das Konzept für einen Audiowalk entstehen, der über Sounds, Geschichten und ritualähnliche Momente Menschen ein stärkendes Gefühl von Gemeinschaft und Verbundenheit empfinden lässt.

Die Recherche „Motion Hybrid“ beschäftigt sich mit der Studie von zeitgenössischen Tanz Choreopgraphien für die Kamera. Wie können Video und Tanz miteinander verschmelzen, damit die Bewegung sowohl im Tanz als auch im filmischen Medium durch Kameraarbeit und Montage zentrales Element der ästhetischen Gestaltung wird?

Durch eine intensive Literaturrecherche und Interviews mit Circusschaffenden entsteht eine Materialsammlung für eine eigene Geschichtsschreibung des Circus (unter Berücksichtigung der verschiedenen Sparten). Diese ist die Grundlage für die performativ künstlerische Umsetzung eines geplanten Stückes für Bildungseinrichtungen (Zirkusschulen, circuspädagogische Einrichtungen, Schulen) und Festivals.

Was ist Szenografie überhaupt – und was wäre eine neue Szenografie? Ist sie zwingend narrativ? Ist Zeit ein essenzieller Faktor? Ist szenografischer Raum materiell oder ephemer? Welche neuen Themen, Technologien und Formate gibt es? Wie definieren sie die Rolle der Zuschauenden? Gibt es Unterschiede zur Installationskunst? Eine Recherche von den Randbereichen des Theaters zu neuen Kunstformen.

Wie steht es eigentlich um unserer Liebesfähigkeit, wenn wir nicht einmal unseren Planeten genügend lieben, um ihn vor der Klimakatastrophe zu schützen? Gibt es eine Guerillataktik der Liebe, die so weit reicht, dass sie den Planeten schützt? Oder müssen wir Elon Musk kidnappen, seine Raketen annektieren, und eine Zelle Liebender auf den Mars schicken um den Neuanfang zu wagen? Eine Recherche.

Melanie Sterba begibt sich auf die Suche nach dem Unabgegoltenen, was pandemiebedingt nicht verwirklicht werden konnte. Welche Projektideen gingen mit der Zeit verloren? Sie möchte alte Projektanträge sezieren und mit ehemaligen Teilnehmer*innen sprechen, um die losen Enden zu entdecken, die von heute aus betrachtet in neue Richtungen führen. 

Durch Begegnungen mit Künstler*innen und Institutionen die künstlerische und soziale Arbeit mit Menschen mit Behinderungen und generell mit Menschen, die von einer bestimmten „Norm“ abweichen, zusammenarbeiten, möchte Ciprian Marinescu Mechanismen und Sensibilitäten entwickeln, die ihn ermöglichen können, Inklusion in seinen zukünftigen Projekte als Künstler, Kurator und Dramaturg anzuwenden.

Kostüm-Bild-Geschichte(n) ist ein Projekt, das Kostümbildner*innen zu ihren Erfahrungswerten und Kompetenzen interviewt, und die so gewonnenen Erkenntnisse auf Instagram veröffentlicht. Ergänzt durch historisches Bild- und Archivmaterial entsteht hier ein digitales Mosaik eines faszinierenden Berufs, von dem Kostümbildner*innen, wie auch andere Theaterschaffende profitieren.

„Jede ist für sich“ – Recherche über kreative Impulse für theatralische Prozesse mit Menschen, die an Demenz erkrankt sind. An Demenz erkrankte Menschen leben augenscheinlich in anderen Welten. In Welten, in denen Orte unvermittelt wechseln und die Zeit ihre Linearität verloren hat. Beeinflusst diese Krankheit damit das Assoziationsvermögen? Wie inspirieren diese Welten eine Theaterinszenierung?

In der künstlerischen Recherche widme sich Carla Juliane Petzolt zeitgenössischen tänzerischen Inszenierungen, die gesellschaftspolitische Themen behandeln. Die Erkenntnisse zu den künstlerischen Strategien will sie in das eigene tänzerische Schaffen übertragen, um als politische Künstlerin die eigene politische Tanzästhetik zu entwickeln.In der künstlerischen Recherche widme sich Carla Juliane Petzolt zeitgenössischen tänzerischen Inszenierungen, die gesellschaftspolitische Themen behandeln. Die Erkenntnisse zu den künstlerischen Strategien will sie in das eigene tänzerische Schaffen übertragen, um als politische Künstlerin die eigene politische Tanzästhetik zu entwickeln.

Auf der Suche nach Ritualen für den Anfang, das Willkommen heißen, den Übergang, das Ende, den Abschied: Eine Suche nach alten, fast vergessen Ritualen, bekannten, aber verbesserungswürdigen Ritualen, noch nie praktizierten, aber einleuchtenden Ritualen, nach utopischen Ritualen entsteht am Ende der Forschungsarbeit ein „Archiv der Riten zum täglichen Gebrauch“

„Hör den Kindern einfach zu…“ ist ein Rechercheprojekt zur Frage, was die Jüngsten der Gesellschaft in Krisenzeiten zu erzählen haben und welcher Mittel sie sich dafür bedienen. Auf einer Reise durch verschiedene Kindergärten werden in vertrauensvollem Rahmen Geschichten gesammelt und gegebenenfalls in ein Kamishibai-Theaterstück umgesetzt.

Kleine Ausreiser – wenn Kinder ausreisen. Julia Vater kehrt von einer Reise nach Westberlin nicht zurück, ihre Mutter stellt einen Ausreiseantrag auf Familienzusammenführung. Erinnerungen an den Knoten im Pionierhalstuch, einen geschmuggelten Goldhamster und an Mutproben. Und darüber, wie gut es ist, dass jemand fragt: Was bewegt dich? Was hat euch aus eurem Land vertrieben?

„Prost, Emanziaption! – berauschtes Reenactment“ erforscht den belegten Zusammenhang zwischen Emanzipation und wachsendem weiblichen Alkoholismus. Durch Interviews mit betroffenen, erfolgreichen Frauen entsteht ein neuer Blick auf die Nebenwirkungen der Emanzipation, ohne sie als solche in Frage zu stellen. Welchen Preis hat weiblicher Erfolg?

Die Tanzkünstlerin Ariel Hayun möchte eine Bewegungsforschung durchführen, in der sie verschiedene Tanztechniken und Vermächtnisse kombiniert, wobei das Becken der Protagonist ist. Während der Forschung möchte Ariel ihr Wissen über Twerking und Bauchtanz vertiefen, um zu untersuchen, wie das befreiende Potenzial beider Tänze in unser tägliches soziales Leben übertragen werden kann.

Jonas Schiffauer plant eine Recherche, die die eigene Disziplin der Jonglage im Hinblick auf gesellschaftliche Tendenzen einzuordnen versucht. Welchen Beitrag kann Zirkus, und spezifischer die Jonglage, in einer zunehmend fragmentierten Gesellschaft leisten? Dabei will Schiffauer auf die dem Wort Zirkus innewohnenden Kreisform als inklusives Element eingehen und choreographisch untersuchen.

Noor Inayat Khan, Galina Romanowa – sie bezahlten ihren Widerstand gegen das Dritte Reich mit dem Leben. Galina Romanowa, die als Ärztin in Berliner Lagern Zwangsarbeit leistete und ukrainische Zwangsarbeitende zum Widerstand mobilisieren wollte, wurde in Plötzensee hingerichtet. Khan starb im KZ wie andere SOE-Agentinnen. Maja Das Gupta möchte den Blick auf den nicht-deutschen Widerstand von Frau

Diese Recherche untersucht die strukturellen Probleme von Künstler*innen mit Kind(ern) in einer patriarchalen, neoliberalen Gesellschaft. Betrachtet werden künstlerische Arbeiten & Arbeitsstrukturen von Performancegruppen, die diese sichtbar machen und nachhaltige Veränderung anstreben. Konkret wird eine Residenz vorbereitet, die Raum für Austausch und Entwicklung künstlerischer Ideen bieten soll.

„The Feminist Alliance of Idiots“ hat die Sichtbarkeit und Verstetigung von feministischer Clownspraxis zum Ziel. Dabei soll sich das künstlerische und politische Potential von weirden, witzigen, feministischen Bühnenclowns in der Öffentlichkeit entfalten. Durch Bandenbildung und gemeinsame Trainings, eigene Fortbildung und die Erarbeitung einer feministischen Comedynight in München.

Wir werden alle – im Idealfall – alt. Umso mehr verwundert es, wie Alter und alte Menschen in der Gesellschaft verdrängt werden. Johannes Birlinger will herausfinden, wie es in den darstellenden Künsten um Inklusion von alten/alternden Menschen steht und welche Probleme und Potentiale der Einsatz von Technologie für barrierefreies Kunstschaffen und -erleben mit sich bringt.  

Home? Was sind die Themen von wohnungslosen Menschen? Mit welchen Stigmata und Zuschreibungen sind Wohnungslose konfrontiert? Auf welche Art und Weise lässt sich das Thema Wohnungslosigkeit in Szene setzen? Ziel dieser Recherche ist es den Blick auf das Thema Wohnungslosigkeit zu sensibilisieren und künstlerische Ansatzpunkte und Impulse für eine zukünftige Produktion zu finden.

Recherche zu Person und Umfeld des Stammesoberhaupts Rudolf Duala Manga Bell, der 1914 in Kamerun von deutschen Kolonialbeamten nach einem Scheinprozess ermordet wurde. Fokus der Recherche liegt auf dem historischen Kontext und den Spuren vom geistigen Erbgut dieses Verbrechens, die in die Gegenwart reichen. Darauf aufbauend Suche nach einer angemessenen performativen Form.

Was ist ein Narrativ und was macht es aus? Wie kann eine Übersetzung von der Musik in die Performance gelingen? „MONO (UN) LOGISCH“ ist eine Untersuchung von musikalischer und performativer Praxis. Wie agiert ein Körper, der beides verbindet? Ziel ist, aus der Musik heraus neue Räume für Text-, Sprach- und inhaltsbasierte Performances zu eröffnen.

Irrationale Szenarien vermischen sich mit einer harten Realität, in der Jugendliche gewalttätig sind und gemacht wurden. Gewalt, die von den eigenen Familien, der Umgebung, durch Politik, Krieg oder dem Strafsystem begangen wurden werden befragt. Wer ist eigentlich nicht gewalttätig? In der Recherche werden diese Themen mit Jugendlichen im Strafvollzug bearbeitet und in Kurzfilmen verbildlicht.

„Mutter werden, Mutter sein“ beschäftigt sich mit den herausfordernden Umständen von Mutterschaft und hinterfragt gängige Vorstellungen und Bilder der „Mutter“.

Die Erzeugung von 3-dimensionalen Formen für Bühnenbild, AR- und VR-Projekte kann sehr zeitaufwändig sein. Mit „The Endless City“ sollen die Möglichkeiten erforscht und Grundlagen erarbeitet werden, um algorithmisch drei-dimensional Architektur und Stadt-Situationen zu erzeugen, die sich gut als Elemente für Theaterproduktionen und experimentelle AR/VR-Formate eigenen.

Die Recherchearbeit soll sich auf die beeindruckende und klangvolle musikalische Welt der Opernchöre beziehen. Der Wunsch, dieses sehr konkrete, aber spezielle musikalische Feld zu bearbeiten, kommt aus der Beobachtung, dass Chormusik Menschen unterschiedlichen Alters und sozialen Hintergrundes gleichermaßen anspricht. Wie lassen sich Opernchöre in Bewegungssprache transformieren?

„Noras, Imported“ ist eine Recherche, in der Visnja Sretenovic sich mit der Merkwürdigkeit Partnervermittlung zwischen osteuropäischen Frauen und deutschen Männern auseinandersetze. Ausgehend von Ibsens „Nora“ Sretenovic sucht nach modernen Noras und analysiere die kommerzielle Nutzung der Stereotypen von Agenturen, die diese Transaktionen ermöglichen.

In dem Forschungsprojekt „VIBIN WITHIN THE BACTIVERSE“ wird auf akustischer Ebene dem bakteriellen Universum nachgefühlt. Jule Kriesel möchte sich mit den bakteriellen Vorfahren verbünden, Emotionalem Kompostieren (V. Wombone) nachsinnen und die Potentiale von Fermentation als Sozialer Praxis erforschen. In welchen Frequenzen lernen wir uns kennen?

Geschichten immer wieder neu zu erzählen ist eine Kernaufgabe des Theaters. Wie, wenn dies auf Materialien übertragen werden würde? Die Kreislaufwirtschaft birgt eine neue Kraft – sowohl in der künstlerischen Darstellung, Projektion und Kontinuität räumlicher Prozessualität und der eigenen Geschichtlichkeit, als auch in der Möglichkeit eines Weg in eine ressourcenschonende Theaterbühnenzukunft.

Unlearn: Body Songs – eine Recherche zur Dekolonialisierung zeitgenössischer Kunst – spürt kolonialistische Erbschaften in der – ja! – Neuen Musik auf. Wo Rekontextualisierungen zwingend nötig sind, werden die passenden musiktheatralen Antidote gefunden. Dabei entsteht etwas völlig Neues: Entlernen als diskursives Theater – neue Kontexte für ein neues Publikum.

„MARKED“ experimentiert mit der Verbindung von abstrakter Kunst und zeitgenössischen Zirkus. In improvisierten Painting Sessions bewegt sich Anke van Engelshoven an Strapaten und malt mit ihrem Körper und durch ihre Bewegungen mit Farben auf eine Bodenleinwand. Emotionen und intuitive Bewegungsabläufe werden zu persönlichen Spuren, die sich in großflächigen Bildern manifestieren.  

„Composing the Transhuman“ beschäftigt sich mit der Frage nach der Verarbeitung und dem Nutzen von Körperdaten. In der Recherche werden Bewegungsdaten von Performer*innen ausgewertet und die Interpretation der Daten selbst zum Thema der Untersuchung. Die Erweiterung des körperlichen Ausdrucks durch Sonifikation der Bewegungen wird untersucht und Körperdaten als künstlerisches Material erforscht. 

„Vorwärts in die Vergangenheit!“ Heelemanns vielfach erprobte, performative Vort-Ort-Inszenierungen werden in ein neues Medium übersetzt. Für das „Quartier der Moderne” (Weimar) wird sie inhaltliche, technische Recherchen realisieren und ein Konzept für einen Audio/Video-Walk entwickeln. Der historisch sensible „Nicht-Ort“ ist Bühne für eine mediale Zeitreise zwischen Realität und Fiktion.

Neue dramaturgische Ebenen durch den Einsatz von immersiven Audio-Schnittstellen in narrativen Räumen und dem Live-Theater. Ziel der Recherche ist es neue Erlebnisebenen im Theater durch den Einsatz von Audio-Technologien zu schaffen.

„Stories of a taxidriver – autohistoria in mehreren Sätzen zu drei Stimmen“ ist der Versuch, inspiriert von den Werken der feministischen Theoretikerin und Autorin Gloria Anzaldúa, die autohistoria des Vaters von Zandile Darko aufzuzeichnen. Die Multivokalität – Deutsch, Englisch, Twi – die diese Recherche hervorbringt, ist Teil einer Praxis, die nicht immer versucht eindeutig lesbar zu sein. 

Eine Zeitreise durch die Geschichte meiner Familie und Kindheit, eine Klassenfahrt vom Arbeiter*innenkind zur Künstler*in. Elvira Schlegel sucht nach Kunstschaffenden in der RD Community um uns zu verbinden, handlungsfähiger zu machen. Schlegel möchte ihrer Herkunft einen Raum geben, um den strukturellen Ungerechtigkeiten einen Namen zu geben und diese durch Actiontheater zu verkörpern.

Eine kritische Auseinandersetzung mit der Rhythmischen Sportgymnastik – ausgehend von persönlichen und autobiografischen Erfahrungen. Hinterfragung und Untersuchung ihrer Trainings- und Verhaltensnormen, vor allem in Bezug auf den aktuellen Diskurs zum weiblichen Körper im Tanz. Kann es eine selbstbestimmte und feministische Rhythmische Sportgymnastik geben und wie würde diese aussehen?

„Die Ungehörten“ ist ein Recherche-Labor, in dem sich Franziska Winkler mit der Erfahrung Tauber Menschen in Erziehungsheimen der 60er – 80er auseinandersetzt und die Ästhetiken der gebärdensprachlichen Performance Art erforscht. Ziel dieser Recherche ist es, herauszufinden wie eine performative Inszenierung, ein neues Medium der Auseinandersetzung mit der Tauben Erinnerungskultur darstellen kann.

Verschiedene Partituren bestimmen die Vorgehensweisen der Choreografien in ihren Tanzinterpretationen. Es entstehen choreographische Miniaturen aus der Graphik, der Wortbeschreibung und der Semantik der jeweiligen Partitur. Zwei Kompositionen der Neuen Musik, der Barockmusik und der Neumen der Alten Musik stehen in einem neuen vertanzten Zusammenhang miteinander und im Vergleich nebeneinander.

„Natura Naturans“ ist ein Recherche- und Konzeptionsprojekt, das sinnliche und ästhetische Qualitäten aus der Natur filtert und in ein szenisches Musikstück übersetzt. Dabei wird aus dem künstlerischen Kern dokumentierter Natur-Beobachtung heraus, musikalische, tänzerische oder performative Szenen entworfen, die sich später live mit den Videominiaturen verknüpfen.

Mit dieser Recherche versucht Nora Elsayed sich, alle vorangegangenen Kapitel ihrer Arbeit so zu kombinieren, dass sie die Modi des Miteinanders in Tanzaufführungen über verschiedene Zeiträume hinweg analysieren kann, wie sie die unterschiedlichen Transformationen des Miteinanders innerhalb der deutschen Gesellschaft darstellen können, helfen zu erforschen Unterschiede zwischen der Art und Weise.

In einer Gesellschaft, die das Individuum in ihr Zentrum stellt, scheint es, dass Traditionen wie der Volkstanz ihre Relevanz verlieren. Doch irgendwo werden sie noch am Leben erhalten, wozu? Welche Kraft kann noch heute vom Volkstanz ausgehen? Welche Ängste löst er aus? Und ist der Berliner Club oder das Fußballstadion die neue Volkstanz-Arena?

Wie kann Feedback als integraler Bestandteil der Kuration und Konzeption von Veranstaltungen, inbesondere von Festivals, der darstellenden Künste, genutzt werden um neue Publikumsgruppen zu erreichen? Wie können Inhalte mittels Feedbackmethoden einem breiten Spektrum an Menschen vermittelt werden, ohne dabei den fundierten Diskurs aus den Augen zu verlieren? Was wird bereits getan, was fehlt?

Die Recherche „Weiß Cis Männlich sucht?!“ beleuchtet die Vorherrschaft des Patriarchats. Mittels Interviews, Studien und Selbstreflexion werden verschiedene Archetypen weißer Cis Männer als Bühnencharaktere angelegt. Hartnäckige Strukturen werden durch mögliche, neue Bewegungsmuster aufgezeigt und gebrochen.

„Just do it – PLAY!“ – Eine Recherche und Konzeptentwicklung für ein partizipatives Musiktheater bei dem Zuschauer und Performer gemeinsam agieren und zu einem Klang- und Performance-Körper werden.

This research aims to develop strategies and gain knowledge to make my artistic process and projects accessible for performers with visual impairments. To encourage a dialogue between visual impaired and non-impaired (performers) and to exchange and consider the sensorial experience of dance from the perspective of a visual impaired.

Entwicklung einer dramaturgischen Grundlage für eine partizipative Performance zu kollektivem Sprechen über sexualisierte Gewalt in queeren Beziehungen. Im Zuge der Recherche möchte Anja Franke mit Betroffenen sprechen, verschiedene partizipative und interaktive Performance Formate ergründen. Dabei schaut Franke insbesondere auf das Verhältnis zwischen queerer Stimmen und Körper zu dem Thema.

Tatjana Kautschs Großmutter war ein Mysterium. Bis zu ihrem Tod 2011 schwieg sie über ihre Flucht und über Ihre Familie, die sie in Russland 1943 zurückgelassen hat. Ein Buch mit ein paar wenigen Informationen hinterließ sie ihrer Enkelin. Nun 10 Jahre nach ihrem Tod beginnt die Spurensuche: Ölgemälde mit offensichtlich russischen Erinnerungen sind der Aufhänger.

Alle Klappmaulpuppen bestehen hauptsächlich aus Schaumstoff, also aus Kunststoff. Dietmar Bertram will sich damit beschäftigen, wie die Puppen nachhaltiger und ökologischer hergestellt werden können. Dazu ist eine aufwendige Materialrecherche notwendig; für alle Materialien, aus denen einen Puppe besteht, soll nach einer grünen Alternative gesucht werden.

Seit neuestem ist Ruschka Steininger ständig in der Natur. Aber da ist keine Idylle, sondern ein viel zu trockener Boden, Sturmschäden, Artensterben. Wo sind die Diskurse , wo die Kunst, die dazu vor Position bezieht? Mit diesem Recherchestipendium möchte Steininger gegen den Verdacht arbeiten, dass das Theater als Umschlagplatz für Diskurse seine Relevanz nur im Urbanen entfalten kann.

Musicals sind eine sehr lebendige Form der darstellenden Kunst, die sich in der freien Szene weiterentwickeln muss. Lars Linnhoff möchte Orte bespielen, die wir nicht mit Musicals in Verbindung bringen und neue, immersive Konzepte entwickeln: in unterschiedlichen Räumen oder in der Natur. Wie funktionieren Site-Specific-Musicals? 

Das Recherchevorhaben „movement of hierarchy“ erforscht die formalen Bewegungsabläufe der Bundeswehr und sucht nach Möglichkeiten, diese in eine künstlerische Choreografie zu übertragen. Um Ideen ausgehend von der Wirklichkeit eines/einer Berufssoldat*in zu entwerfen, sollen Soldat*innen der Bundeswehr bezüglich der alltäglichen Formaldienstpraxis befragt werden.  

„Raumrecherche 3.0“ – Die Digitale Revolution, ein Umbruch in der Menschheitsgeschichte? Metaversum, eine virtuelle Parallelwelt, die irgendwann gleichberechtigt neben der Wirklichkeit existieren soll? Wenn in Zukunftsprognosen von zwei gleichberechtigten Welten die Rede ist, sollen beide Welten mitgestaltet werden können.

Dieses Projekt soll die Vielfalt des weiblichen Stimmausdrucks zum Ausdruck bringen. Isabella Forster möchte mit dieser Recherche Stimmen finden, die sie als angenehm und weiblich wahrnimmt. Dabei soll es mehr um die Wirkung der Stimme gehen als um die Frage, wer diese benutzt. Dieser erweiterte Blick wird die Grundlage für ihre Auseinandersetzung als trans Frau mit ihrer Stimme auf der Bühne

A 20-minutes solo live performance will represent some aspects of the relationship between dance and politics. Improvisation will be the thematic movement generation and it will be implemented as a live composition act. Metaphorically, A4 blank papers will represent the bureaucracy and a fake social media account will represent the utopian character of the soloist. 

As a trans woman, death has touched the community many times. Chartreuse Coleman Pester will engage in a period of researching and crafting a community dance ritual practice honoring deceased trans individuals. This body-based practice will be an offering of care for the dead, an act of remembering, and a process of building an ephemeral collective altar for sharing stories of trans ancestors. 

„DARK ROOM“ is a space of intimacy and darkness, researching the intersections between photography and queer desire. In photography, Dark Room is where latent images in a film are made visible. In a bar or nightclub, it is where latent desire manifests in erotic encounters. The project explores visual and tactile realms in gay-queer intimacy. Being in the dark: what is hidden and what is revealed?

In ihrer Recherche setzt sich Silvana Mammone mit der Rolle auseinander, die Kunst als kulturelle Praxis in der erneuten Annäherung von Mensch und Natur spielen kann. Welche Ebenen – sinnlich, philosophisch, politisch-aktivistisch – kann Kunst berühren, und wie? Hierzu erforscht sie neue Methoden und Inhalte, um schließlich Wege zu entwickeln, sie in urbanen Kontexten zu verwirklichen. 

Das Erbe der SAG Wismut im Erzgebirge ist gewaltig: mehrere Milliarden Tonnen radioaktiver Rückstände, tausende Akten über Strahlenbelastung und inzwischen fast vergessene Dörfer. Die Recherche legt Flözschichten von menschlichen Erfahrungen frei, die das Erbe des Uranabbaus in der Region hinterlassen hat. Im Fokus: die fast vergessene Kunstsammlung der Wismut mit ihren mehr als 4.000 Kunstwerken.

Thematisiert wird das Nicht-Beschreiben des Inhalts der Gesänge der Sirene aus der homerische Odyssee als Auslassung und füllt diese Leerstelle mittels spekulativer und fabulierender feministischer Praktik. Ein ermächtigender Sirenen-Gesang wird kreiert, indem sich die Sirenen von den Zuschreibungen als Femme Fatale und exotisiertes Objekt befreien und ihr Dasein als Mischwesen zelebrieren. 

Der Klimawandel verändert Lebensräume und beeinflusst planetare Systeme, dieses Projekt möchte anhand des sich verändernden globalen Wasserkreislauf (geo)politische Entscheidungsprozesse in der Arktis und Subarktis recherchieren, der Frage nachgehend, wie diese das empfindliche Ökosystem und die Lebensweise der lokalen Bevölkerung der Sami beeinflussen und verändern. 

Eskalierender SA- Terror, der sich vor 89 Jahren ereignete, unzählige Opfer forderte. Wie präsent ist die Zeit der Machtübergabe an die Nazis? Was geschah mit Angehörigen der entführten, gefolterten, ermordeten Nachbarn- Frauen, deren Namen nirgendwo genannt werden? Wie wirkt der Schrecken bis in die 4. Generation? Entwicklung einer Figurentheater- Performance zur Köpenicker Blutwoche 1933.

Das Erbe der SAG Wismut im Erzgebirge ist gewaltig: mehrere Milliarden Tonnen radioaktiver Rückstände, tausende Akten über Strahlenbelastung und inzwischen fast vergessene Dörfer. Die Recherche legt Flözschichten von menschlichen Erfahrungen frei, die das Erbe des Uranabbaus in der Region hinterlassen hat. Im Fokus: die fast vergessene Kunstsammlung der Wismut mit ihren mehr als 4.000 Kunstwerken.

Practice-as-Research: „Inspiring Ageing Bodies“ ist ein fundiertes, auf die Bedürfnisse von älteren Tänzer*innen ausgerichtetes zeitgenössisches Tanztrainingskonzept. Bereits erfolgreich praktizierte Zugänge zu Körper, Ausdrucks- und Leistungsfähigkeit werden analysiert, systematisiert und mit aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen in Bezug auf Methodik und Didaktik abgeglichen.

Egal welche der Krisen und Konflikte unserer Zeit man anschaut, liegt als Lösung tiefgreifende Veränderung von Strukturen zugrunde. Wie können die neuesten Erkenntnisse von Neurowissenschaftler*innen zu Veränderung in die performative Praxis eingebunden werden? „YESSISTANCE“ forscht zum Thema von verkörpertem Widerstand.

Das Vorhaben ist eine Recherche über das „Schreiben des Selbst“: Autobiographien, Autofiktion, Memoiren. Ein Eintauchen in ein Genre, das uns hilft, uns von uns selbst zu distanzieren um eine Geschichte zu erzählen: Unsere eigene. Wie können wir uns von uns selbst distanzieren, unsere Realität darstellen? Wie können wir uns definieren? Wie hinterlassen wir eine Spur in dem Raum, den wir bewohnen?

Umfassende Recherche zum Thema Hörspiel zu machen in Vorbereitung auf die konkrete Adaption von das Theaterprojekt „The Land of Milk(y) and Honey“: Israelis in Berlin als Hörspiel. Was macht ein Hörspiel aus? Wie unterschiedet es von einer Audioaufnahme von Text? Was für eine Rolle spielt Musik und andere Töne? Wie unterschiedet sich die Spielweise? Wie geht man vor mit solche eine Adaption?

Über das Tierhafte im Menschen, der Entstehung des Rauschhaften und Bewegungsmuster des Außer-sich-seins, möchte Stephanie Felber den inneren Gesetzen kollektiver Dynamik in Gruppen, auf den Grund kommen. Welche sozialen Mechanismen des Zusammenfindens bestimmter Anlässe, lassen die Benimmregeln ins Wanken geraten und was lockt dabei eine Seite des einzelnen hervor? 

Utopia bedeutet vieles. Wir erarbeiten eine Laborsituation für das Theater, als Ausgangspunkt für den „Entwurf einer besseren Welt“. Wir gestalten eine Theatersituation, in die immersiv eingetaucht wird, die Mischung ist aus Realität und Utopie, dokumentarisch veranlagt und fiktiv überspitzt, geprägt durch die Entscheidungen des Publikums. Die Konstruktion/ Dekonstruktion einer besseren Welt. 

Wie kann „Indierock ohne Mackerschweiß“ (Missy Magazin) funktionieren und schließlich auf der Theaterbühne auch von cis-männlich gelesenen Personen zur Aufführung gebracht werden? In seiner Recherche untersucht Felix Scheer zeitgenössischen, englischsprachigen Gitarren-Pop und -Rock auf sein aufrührerisches und verunsicherndes Potenzial hin.

Bilder von Kindern und Erwachsenen müssen diverser, kämpferischer werden im Theater für Kinder – dafür kann es die Forschung des Feminismus gebrauchen und in Anspruch nehmen. Es geht nicht nur um Inhalte, sondern auch um Ästhetiken – die Recherche befasst sich mit der Rezeption von feministischen Ansätzen für das Theater für Kinder und der Erstellung eines Leitfadens, im Sinne einer Erweiterung.

In der Recherche Foto/Performance möchte Daniel Ladnar versuchen, performative Präsentationsmöglichkeiten für fotografische Projekte zu finden, die über die etablierten Formate (wie Ausstellung oder Buch) hinauszugehen und performative Set-Ups zu entwickeln, in denen Fotografie ein eigenständiges Ausdrucksmittel sein kann und nicht nur Dokumentation eines Prozesses oder einer Aufführung.

Utopia bedeutet vieles. Wir erarbeiten eine Laborsituation für das Theater, als Ausgangspunkt für en „Entwurf einer besseren Welt“. Gestaltet wird eine Theatersituation, in die immersiv eingetaucht wird, die Mischung ist aus Realität und Utopie, dokumentarisch veranlagt und fiktiv überspitzt, geprägt durch die Entscheidungen des Publikums. Die Konstruktion/ Dekonstruktion einer besseren Welt

In dieser Recherche soll eine Reihe von Interviews mit progressiven jüdischen Aktivist*innen geführt werden, deren Texte die Basis für ein neues Tanzsolo bilden, bei dem eine Symbiose aus Sprache und Bewegung geschaffen und der Körper als Kristallisationspunkt benutzt wird, um die Vision eines queeren, progressiven, aktivistischen Judentums in die Zukunft zu führen.

„Power, sensory experience and soft touch“ ist der zweite Teil der choreografischen Vortragsreihe Worlding, die sich mit der Frage befasst, wie wir „mehr-als-menschliche“ Beziehungsmethoden einsetzen können, um unsichtbare Barrieren zu überwinden, die Macht und Privilegien kennzeichnen. Die Forschung wird Szenografie, Tanz, Umweltforschung und zwischenmenschliche Techniken kombinieren.

„The Water Runs Through Us: A Research Cascade“ – A research project about rebuilding, remembering, and reimagining our relationships with water, the earth and the many species we share it with. Research cascades through: a book-research-body, movement of water in Berlin, oral histories of peoples experiences with water, a water portal, natureculture stewardship UBI.

Der Schauspieler Jonas Schlagowsky möchte durch seine Recherchearbeiten die Revolutionsbewegung des Oktobers 2019 im Libanon und seine gesellschaftlichen Auswirkungen bis heute untersuchen. Besonderer Fokus liegt dabei auf Zusammenhängen zwischen der libanesischen Theaterszene und der Revolutionsbewegung. Durch eine Reise in den Libanon plant er eine Vernetzung mit der Kulturszene vor Ort.

In der Recherche „Der ländliche Raum – Zukunftsperspektive für Theaterschaffende?“ werden die Chancen und Herausforderungen beim Kuratieren eines Theaterprogramms auf der schwäbischen Alb beleuchtet. Es wird nach erfolgreichen Theatermodellen recherchiert, aber auch Bürger*innen werden in Workshops ermutigt über ihre Bedürfnisse an ein „Theater auf der Alb“ nachzudenken und diese zu kommunizieren.

Welche besonderen künstlerischen Möglichkeiten bieten mehrsprachige Inszenierungen? Wie werden fremdsprachliche Texte auch ohne Übertitelung verstanden? Gelernt wird von Forschungsliteratur, Bühnentexten und gegenwärtigen Inszenierungen. Gesucht wird der Austausch mit mehrsprachig arbeitenden Künstler*innen. Skizziert werden szenische Experimente. Eine Recherche in Performance und Schauspiel.

Wo kommst du her? Ein Satz als Auslöser des Gefühls der Fremdheit – bei Menschen mit Migrationsgeschichte. Doch es geht oft nicht nur um Erfahrung von Fremdheit. Die Situierung der eignen Biografie zwischen verschiedenen politischen und wirtschaftlichen Systemen, verbunden mit tiefen Transformationserfahrungen sind hier im Gespräch miteinander. Wer ist eigentlich in wessen Heimaten unterwegs?

Mit „Materienzirkus – Zirkusmaterie“ möchte Kolja Huneck tief in die Forschung mit Objekten und Materialien eintauchen und alchemistischen Zirkus entdecken. Wo liegen die zirzensischen Potentiale von Materien wie Eis, Wachs, Ölen, Bitumen, Granulaten, Pulvern und Flüssigkeiten? Wie können diverse materielle Qualitäten eine Symbiose mit Jonglage eingehen und wie kann diese szenisch sichtbar werden?

Das Projekt adaptiert die japanische Erzählung „JIGOKUMON“ von Ryunoske Akutagwa für eine musiktheatrale Inszenierung mit dem neuen digitalen Medium Virtual Reality. Vor dem Hintergrund des Selfie-Selbstdarstellungsrausches wird durch die VR der Abgrund zwischen nach außen zu erfüllenden, gesellschaftlichen Erwartungshaltungen und Komplexen inneren emotionalen Zuständen direkt erlebbar. 

Anja Willutzki untersucht anhand von Interviews die Biografien von Nachwendekindern und deren Lebensbedingungen in den 1990er Jahren und Nullerjahren in Ostdeutschland. Ziel ist es, diese Geschichten mit den Mitteln und Formen des Dokumentartheaters künstlerisch zu verarbeiten und einen Projektentwurf zu skizzieren.

„Mangelware – Altersdiskriminierung von Frauen in darstellenden Berufen“ – Für ältere Schauspielerinnen sind Rollenangebote Mangelware. Das Theater bildet dadurch eine Realität ab, die jenseits der Bühne nicht existiert. Die Recherche beschäftigt sich mit den Ursachen dieses Ungleichgewichtes und befragt Schauspielerinnen nach ihren Erfahrungen, Strategien und Lösungsvorschlägen.

Wieder Krise, wieder Kritik bezieht sich auf das Zeitschriftenvorhaben von Walter Benjamin und Bertold Brecht 1930, welches nie realisiert wurde, wovon aber Redaktionsprotokolle erhalten sind. Es erforscht die Möglichkeit des „handelnden“ Denkens als politische und kulturelle Grenzüberschreitung. Welche der von ihnen angesprochenen Themen und Methoden lassen sich auf die heutige Zeit übertragen?

„LIVE“ is an interdisciplinary research project that combines theater and photography, proposed by theater maker and researcher André Felipe. Working on the concept of queer temporalities, the project includes research on photographic archives of the Latin American LGBTQ+ community in the 20th century, with a special focus on the exile of people belonging to this community in Europe.

Anna Bartholdy erforscht, ob und wie Mütter von Kindern mit Behinderungen, die im künstlerischen Kontext arbeiten, ihren Platz in der Gesellschaft und im Arbeitsleben (wieder) finden können und befragt, wie eine utopische Gesellschaft aussehen würde, in der dies möglich ist.

Das Studium des Films durch seine Neuimplementierung auf der Bühne mit Licht und Bewegung, wobei sowohl der Film als auch Theater aus ihrer Komfortzone herausgeführt werden. Ein Versuch, herauszufinden, wo die Vorstellungskraft des heutigen Publikums liegen kann und wie eigenwillig die Träume von Theater und Film im Vergleich dazu wirklich sind. 

In „Wie bewegt (man) Oper?“ erarbeitet Regisseurin Theresa von Halle neue Werkzeuge für ihre Arbeit im Bereich partizipativen Musiktheaters. Aus unterschiedlichen Genres trägt sie Beteiligungsformen für Bürger*innen, choreographische Verfahren und kollektive Kreativitätstechniken zusammen, um Laien und Profis in der Entstehung neuer Opern als Künstler*innen in den Prozess einzubinden

„performer not found“ ist eine Recherche zu multimedialen Techniken im zeitgenössischen Musiktheater für ein junges Publikum und beschäftigt sich insbesondere mit der Abwesenheit von menschlichen Performer*innen und setzt den Fokus auf nicht menschliche Akteur*innen auf der Bühne.

„Staging Materiality – Julia B. Laperrière“ will revisit her past choreographic works in order to develop a methodology and discourse around the use of objects and the way we constitute our relationship to matter. She will then develop further movement ‚material‘ with metal, ropes and using the idea of suspension, as groundwork for future stage productions “Dangereuses” and “The Tower”.

Die Reflexion zum Thema Mensch-Tier Beziehung mittels Maskenkreation, Bewegung, Körper und Bild stehen im Zentrum der Recherche, geleitet von der Frage „Können wir Tiere als gleichberechtigte Wesen betrachten?“. Diese Material-und Maskenforschung schafft die Basis für die an die Recherche anschließende Kreation einer Soloperformance sowie die Konzeption eines Workshop-Formates.

In der Recherche wird Anna Natt die Monster der Vergangenheit untersuchen und sie den Monstern der Gegenwart gegenüberstellen, um neue Performance-Konzepte zu entwickeln. Als Ausgangspunkt wird sich Natt an Büchern orientieren, die Repräsentationen und Konzepte der Monstrosität erforschen, sowie die Art und Weise, wie wir über Queer-Theorie, die Kategorie des Menschlichen überdenken.

Der Puppenspieler und Performer Max Howitz möchte in drei Monaten das neueste und wichtigste über künstliche Intelligenz (KI) erfahren und die Kollaborationsmöglichkeiten mit K.I. in seiner Theaterarbeit erforschen. Dabei wird Howitz eine möglichst optimistische Perspektive einnehmen und sich auf das utopische, statt auf das dystopische Potential der KI fokussieren.

Das abgeschottet Sein während der Pandemie hat bei vielen Menschen zu einer Entfremdung vom eigenen Körper geführt. Gleichzeitig lag in der Absenz von realer gelebter Körperlichkeit aber auch eine Chance performative Akte von Zuschreibungen nicht so prägend wahrzunehmen. Rentz möchte sich im Rahmen der Rechercheförderung Fragen des tänzerischen Körpers als gelebtem Ort von Möglichkeiten widmen.

Wo ist der Kasper heute und in Zukunft? – Wie viele Leben hat der Kasper? Früher war der Kasper der komische Held des Kaspertheaters auf fast allen Märkten und Fest zu sehen. Früher, das war vor über 300 Jahren bis hinein ins 20. Jahrhundert. Wo ist der Kasper? Wie ist er heute? Eine Reise zu verschiedenen Kasperspielern in Deutschland könnte da Aufschluss geben. Auch zum Kasper in mir.

In dem neuen Rechercheprojekt „The Shape Of Devotion“ beschäftigt sich die Berlin-basierte Tänzerin und Schreiberin Louise Trueheart mit den Mechanismen von dem Glauben durch eine komparative Studie über Tanz und glaubensbasierten Praxen. Daraus resultierend möchte Louise mehr Bewusstsein für unseren Bezug zu Glauben wecken, und die Resultate mit einer neuen Publikation und Performance teilen.

In „Barock Queenz“ taucht der Countertenor und Darsteller Georg A. Bochow in einen Traum von barockem Drag ein. Die Kastraten des 18. Jahrhunderts streiten sich mit heutigen Dragqueens – ein KNALL! Und es entsteht eine neue Welt der genderfluiden Ästhetik. Prächtige Figuren tanzen mit barocken Gesten zu elektronischen Barockbeats, ihre makellosen Koloraturen zeichnen einen leuchtenden Regenbogen.

„RE/ASSEMBLING“ beschäftigt sich mit künstlerischen Formen der Versammlung und Begegnung jenseits der Ko-Präsenz der Beteiligten. Solche Formate waren zentral für die künstlerische Arbeit der letzten Jahre – bereits vor der Pandemie, bereits bevor Versammlungen zeitweise unmöglich wurden. Welche neuen künstlerischen Versammlungsformen braucht es jetzt, nach der Erfahrung der Pandemie?

Inszenierung durch Licht ist ein wichtiger Bestandteil der künstlerischen Praxis von Michael Kleine. Er möchte möglichst unterschiedlichen Traditionen und Techniken aus verschiedenen kulturhistorischen Epochen nachgehen, bei denen Licht als Inszenierungstechnik bzw. als Mittel zur Manipulation der Wahrnehmung verwendet wurde. Die Recherche soll möglichst breit angelegt sein.

Wovon reden wir, wenn wir von Veränderung reden? Wie kann man sie herbeiführen und umsetzen? Wie gelingt gewollte Transformation? Und vor allem: Welche Rolle kann Theater dabei spielen? Ziel der Recherche ist die Auseinandersetzung mit dem Diskurs der Transformatik. Methoden und Inhalte werden im Hinblick auf ihre Übertragung für die partizipative Theaterarbeit mit jungem Publikum überprüft. 

„El principio (the beginning“) is a research that aims to dwell into post-apocalyptic narratives through a Latin American feminist perspective to develop a theatre play on a collective imaginary on a beginning.

Ein Versuch, die Geschichte aus der Sicht der Frauen* darzustellen, ist ein Beitrag zu einer umfassenderen Betrachtung des Zeitgeschehens, insbesondere im Zusammenhang mit Kriege, der Polarisierung der Gesellschaften und dem Erstarken rechter und nationalistischer Haltungen in Polen und Deutschland. Frauengeschichten, Krieg, Kunst und Aktivismus oder den anonymen Heldinnen ein Gesicht geben. 

Im Rahmen der Recherche soll die Idee und die bereits entwickelten Ansätze eines Feedbacktools weiter ausgebaut werden. Ziel ist es verschiedene Feedbackmethoden für Künstler*innen und Kulturinteressierte aufgearbeitet frei und barrierearm auf der Website des Flugwerks zugänglich zu machen. 

Kintsugi lehrt Unvollkommenes wertzuschätzen und es entsteht eine neue Wahrnehmung der Schönheit des Vergänglichen. In der Recherche thematisiert der Artist, Joschka Schneider, seine Verletzung und sucht die artistische Auseinandersetzung. Dabei möchte er eine Bewegungsqualität und Darstellungsform entwickeln, die das bisher „Versteckte“ und den vermeintlichen Makel integriert.

In the last 4 Dr. Salvador Marino years has been developing robotic prostheses specifically created to develop dance performances. These prostheses are unique designs, able to track the dancer’s movements to develop coextensive corporeality between the guest and host bodies. Planned is to archive a new prototype of the prosthesis, to increase the connectivity with the host body.

„Denial, Dignity“ researches the intersection of privilege, colonialism, and patriarchy, as well as the power of dignity that breathes in our bodies. The research is based on the context of the personal and political happenings around the Statue of Peace (Friedensstatue) in Berlin.

Eine figurentheatrale Recherche zum Thema Mode, Aktivismus, Sexismus und Identität in queerfeminitischen Salons 2022. Die Geschichte der Salons für marginalisierte Gruppen werden wiederbelebt und als öffentliche Recherche verstanden. Kleidermode als patriarchale Unterdrückungsidee wird durch Diskurs, Drag und Figurentheater auf den Kopf gestellt, persifliert, verlernt und spielerisch aufgelöst.

In „Care und Kokon“ setzt sich Hanna Lenz mit szenografischen Repräsentationsformen von Care-Arbeit auseinander. Sie geht der Frage nach, was die Räume im Privaten wie im Öffentlichen erzählen und wie diese Erzählungen in theatrale Räume transferiert werden können.

Zweite Phase einer umfassenden, praxisorientierten Forschungs- und Archivierungsarbeit zum Sichtbar- und Zugänglichmachen der Praxen von zeitgenössischen Pionier*innen im Tanz, deren Arbeitsschwerpunkt im Freien liegt. Ausarbeitung der Archivierungs- und Publikationsformate, umfassender Forschungsantrag und Recherche am Lebensmittelpunkt von Fine Kwiatkowski (IT) und Helen Poynor (UK).

Yvonne Dicketmüller erforscht in ihrem #takeHeart Stipendium Sounds für die Integration in eine ganz spezielle Theaterform: das Crankie. die Puppenspielerin arbeitet seit 2021 mit der kleinformatigen Bühne und erkundet nun, wie sie ihre Crankie-Inszenierungen auf klanglischer Ebene ausgestalten kann. Sie arbeitet sich dazu in die Tools der Folley Artists ein und experimentiert mit Synthesizern.

Deepfakes – Nacktbilder, Sprachaufnahmen oder Videos. Fast jeder handelsüblicher PC verfügt über genug Rechenleistung, um ein authentischen Deepfake zu erstellen – erschreckend, wie faszinierend. „DEEP THEATRE“ möchte sich mit der Möglichkeit beschäftigen, dass der Deepfake zu einem Bindeglied zwischen den technischen Möglichkeiten und sinnlicher Inhaltlichkeit im digitalen Theater wird.

Im Ramen der Recherche werden zwei Ausbildungsorte, die Schule der Hexen in Wien und der Studiengang wxtch craft an der Kunstuniversität in Den Haag untersucht. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie sich das jeweilige Verständnis von Hexerei als Form wiederständiger (kollektiver) Praxis und Wissensgenerierung definiert und ob sich dieses Wissen auf kollektive Stückentwicklung übertragen lässt.

Wie muss ich mich verhalten, was muss ich kennen, was anziehen, um mich zugehörig zu fühlen? Auch im Theater ist der Klassismus allgegenwärtig. Wie kann ein Theater für alle entstehen? Die Dramaturgin Lena Carle nähert sich in Gesprächen und Vorstellungsbesuchen mit vielen verschiedenen Menschen der Frage, wie das Theater einladen und ein diskriminierungsfreier Raum für alle werden kann.

Im künstlerischen Recherchevorhaben „Die perfekte Welle“ widmet sich Christine Kristmann dem Topos Meer. Sie untersucht inhaltlich und performativ unseren Sehnsuchts-Urlaubsort auf das Verhältnis Mensch/Natur, sein gesellschaftliches und utopisches Potential, sowie wie viel davon noch übrig bleibt, wenn wir den uferlosen Blick über unendliche Wellen aus Mikroplastik schweifen lassen.

„Eine Frau hat einen Hintergrund. Sie trägt ihn immer mit sich herum. Er ist kaum sichtbar. Fast würde sie sagen, unsichtbar.“ Caro Mendelski ist Tochter polnischer Migranten, die in den 80er Jahren nach Deutschland geflohen sind. Das Projekt beschäftigt sich mit Antislawismus und damit Strukturen offen zu legen, die ein Verdrängen einfacher machen, als das Ausleben einer komplexen Identität.

Wer staunt, wirkt naiv und komisch. Aber wer staunt, hinterfragt. Franziska Pack möchte eine clowneske Figur kreieren, die neue Perspektiven auf heteronormative Rollenbilder wirft, die nicht-binär ist und sich wundert, dass es Gender-Normen überhaupt gibt. Pack möchte der Welt zurufen: Verzweifelt nicht an Begriffen und Pronomen, there is just clown! 

Jonas Feller beschäftigt sich mit Raumdramaturgien und interaktiven Szenografien, um sein dramaturgisches Handwerkszeug zu erweitern. Das Bauen von Dramaturgien – insbesondere Dramaturgie für Interaktion und Teilhabe – wörtlich nehmend, frage er, wie ein haptisch-handwerklicher Dramaturgieansatz ausgehend vom Raum als Ergänzung der meist geistig-denkenden Dramaturgiepraxis aussehen kann

Theaterwissenschaftlich-praktische Recherche in öffentlichen Salons zu Deklamation, Aktivismus, Sexismus und Identität. Wie drückt sich die Unterdrückung marginalisierter Gruppen, Frauen* und LSBTTIQ+-Community in Texten und Texturen aus? Ausgangspunkt ist die Deklamationskunst von Sophie Albrecht (1756-1840). Deklamation wird als Ausdrucksmittel und Werkzeug für Aktivist*innen ins Heute geholt.

“Erasing Myself“ is a series of conceptual artworks created by an Anonymous artist. The artist’s statement declares: “How much of the value of an artwork is the name of the artist? If Andy Warhole was a nobody, would anyone have paid millions for his art? The bigger the name, the more the name can change how we perceive the art. “To see we must forget the name of the thing we are looking at”

Mit dieser Recherche möchte Frauke Havemann, im Bereich Video-Schnitt und Farb/Bildbearbeitung, ihre technischen Fähigkeiten verbessern und ihr künstlerisches Arbeitsspektrum erweitern. Inhaltlich und ästhetisch interessiert es sie, die durch digitale Bildgestaltung möglichen besonderen Wirkungskräfte auf die Betrachtenden zu erforschen und kritisch zu reflektieren.

Ziel ist die Entwicklung eines Theaterprojektes für Kinder zum Thema Nachhaltigkeit. Anhand der sinnlichen Darstellung von der Rohstoffgewinnung über Erfindungen und diverse Arbeitsschritte soll die Entstehung eines Kleidungsstückes aufgezeigt und damit die Wertschätzung und der Nachhaltige Umgang der Kinder damit befördert werden. Die Kinder sollen möglichst aktiv einbezogen werden.

Untersuchungen zu Handlungsabsichten zwischen Künstler*in und posthuman artist*. Befragen von Grundlagen des Verstehens sowie Fragen über die Zukunft menschlichen und AI Selbstverständnisses in transmedialen Echtzeitperformances.

Tilman Kanitz möchte sich die Frage stellen, ob eine Kommunikation zwischen der Show und ihrem Ort in einer Weise, die nicht vornehmlich durch uns geschaffen wird, möglich ist. Eine Bühne im non-urban Space bleibt immer zu einem Teil unverfügbar. Sie wird uns gegeben, bei günstigen Bedingungen, wenn es nicht stürmt oder Wildschweine kommen. Sie ist nicht garantiert.

In dem Rechercheprogramm „angst“ geht David Lindermeier der Frage nach, warum wir Menschen Angst haben und woher diese kommt. Er möchte Erfahrungen mit Angst, körperlich und stimmlich in einem Solostück performativ darstellen und herausfinden, wann uns Angst und infolgedessen auch oft Ausgrenzung begegnen und dabei das Stück „Jagdszenen aus Niederbayern“ von M. Sperr miteinbeziehen.

Für die Erarbeitung eines Konzeptes zur technisch autarken Umsetzung des literarischen Stoffes „Rigo und Rosa“ von Lorenz Pauli werden Recherchen im technischen, dramaturgischen und inhaltlichen Bereich durchgeführt. Ziel ist die direkte Integration der Licht- und Tontechnik sowie anderer technischer Effekte in das Bühnengeschehen einer Figurentheaterproduktion. 

„The Fluid Space Of Everything & Beyond“ beschäftigt sich mit dem post-identitärem Körper, der durch fluide, mehrdeutige Identifkationen geprägt wird und wie Zuschreibungen in unterbewussten Bewegungen manifestiert sind. Und wie Situationen & Atmosphären als Räume zukünftiger Wahrnehmungsmöglichkeiten geschaffen werden können, in denen Identitäten vielschichtig und uneindeutig sein können.

In „Deutschland.Nirgendwo“ soll der unbeachtete Einfluss der rabbinisch-talmudischen Tradition auf die Kulturgeschichte der deutschsprachigen Moderne untersucht werden. Es soll untersucht werden inwieweit von einer strukturellen antisemitischen Appropriation in dem Sinne gesprochen werden kann, dass judaistische Kulturtechniken übernommen werden ohne diese jedoch als solche kenntlich zu machen.

In the context of this research grant, Alexandar Hadjiev would like to pay special attention to the development of digital art. The goal is to explore and try himself at the NFT marketplace to see if it is possible to use this platform as a serious and suitable place for conceptual art.

Erntet man eigentlich mit alleinerziehend oder alleinstehend mehr Bedauern? Was ist los mit den Frauen von #birthstrike? Und warum sagt niemand zu einer fünfjährigen, die meint sie will mal Mama sein: „Wart ab, das kann sich noch ändern.“. Isabella Sedlak untersucht in ihrer Recherche viele kritische Stimmen zum Thema Elternschaft, Kinderkriegen und -aufziehen und menschliche Reproduktion.

The research project aims to decentralize the epistemological tensions pertaining to scientific knowledge making and sharing. Herewith, honouring dialogical and ancestral indigenous methodologies in it’s variety embodied ritualistic, origins and entirety. We’re concerned with illuminating the biological, metaphysical, and psychological significant practices contributing to holistic wellness.

Mit „INCORPORA“ untersucht Kaloan, ein brasilianischer Performer, die Idee des Körpers in Trance als dekoloniale Praxis. Wie funktioniert die Beziehung zwischen Klang und einem Körper in Trance? Was sind die Körperhaltungen, die durch einen Körper in Trance entstehen? Wie kann man die normativen Grenzen, die dem Körper gesetzt sind, überschreiten und Unterschiede durch Trance bejahen?

Die Recherche „Voyage, Voyage“ untersucht Berichte europäischer Geistlicher über Begegnungen mit indigenen Nordamerikaner*innen im 17.Jahrhundert sowie das populäre Genre der Reiseliteratur im 18.Jahrhundert und den Einfluss, den diese Werke auf die Entwicklung der europäischen Aufklärung und speziell auf die Begriffe der Freiheit und der Ungleichheit genommen haben.  

Wie kann Dafna Narvaez Berlfein ein Werk schaffen, das weiße Männlichkeit in Frage stellt, ohne sich von den westlichen Konstruktionen zu lösen, die in der Kulturgeschichte dargestellt wurden? Berlfein möchte Tools zur Dekonstruktion archetypischer Inszenierungsformen erforschen, um aus einer feministischen dekolonialen Perspektive neue poetische Strategien der Repräsentation entwickeln zu können.

In 3 Phasen beschäftigt sich Nico Franke mit verschiedenen Aspekten dieser Frage: Wie können im Theater Konsequenzen hergestellt werden, die über die Aufführung hinaus gehen? Über Theorien der Sozialpsychologie, Gespräche mit Politiker*innen, Aktivist*innen und Aktionskünstler*innen entwickelt er einen Baukasten, aus dem Formate und szenische Begleitungen politischer Prozesse entspringen.

Recherche zur fortschreitenden Technisierung von Bühnenperformances. Wie kann Technik eine Performance bereichern, ohne dass sie Daniel Kalex als Bühnenperformer in den Hintergrund stellt? 

Wie können authentische Erzählformen angesichts des mit den fundamentalen gegenwärtigen Krisen verbundenen allgegenwärtigen Todes in inklusiv-partizipativer, genreübergreifender Perspektive entwickelt werden? Was sind Gelingensbedingungen einer inklusiv-partizipativen Ensemblearbeit? Welche genreübergreifenden Erzählformen sind für eine komplexe und mehrperspektivische Welt künstlerisch geeignet?

In dieser Recherche geht es um die Auseinandersetzung mit der Musik der Gastarbeiter, die als Gäste nach Deutschland kamen und geblieben sind. Diese Musik, die Gastarbeiterlieder, ist genauso Teil der deutschen Kultur wie die großen Kompositionen der Klassik, Romantik und der Gegenwart und darf nicht in Vergessenheit geraten. 

Das Theaterstück „Die Junipolizei“ präsentiert die Vorstellung eines Polizeitheaters als subversive ästhetische Praxis. Erforscht werden historische Korrespondenzen zwischen Polizei- und Theaterarbeit bei Friedrich Schiller sowie in aktuellen Theaterstücken und Musiktheater- und Tanzproduktionen. Dort relevante ästhetische Verfahren werden im eigenen Schreibprozess erprobt und kritisch befragt.

Das Rechercheprojekt „ANPASSUNGSSTÖRUNG“ will die gesellschaftlichen Ursachen und Zusammenhänge von postnataler Depression untersuchen und mit Hilfe von Erkenntnissen aus der Disability Justice-Bewegung nach möglichen Auswegen suchen. Die Recherche dient als Vorarbeit für eine dokumentarisch-biografische Stückentwicklung.

„3M0T1NG“ spekuliert darüber, wie das tanzende, sich spiegelnde Gesicht, ausgehend von der virtuellen Vorstellung des Blickkontakts, komplexe Bilder wiedergeben könnte, die sich von „wahren“ Gefühlen/Ausdrücken lösen und auf einen transindividuellen Zustand von Präsenz und Zeit verweisen. Der Forschungsprozess wird durch persönliche Online-Zoom-Gespräche mit der Philosophin Erin Manning begleitet.

In Schwingung und Resonanz als Methode einer neuen Tanzpraxis möchte Gaëtane Douin die Schwingung- und Resonanzfähigkeit des Körpers durch Atem- und Stimmarbeit erforschen. Welche Körper- und Bewegungsqualitäten werden geschafft? Lässt sich daraus ein Bewegungspraxis herausleiten? Lässt sich daraus eine Tanzpraxis entwickeln? 

Anna Müller untersucht Bekleidung der Krieger und intensiviert in ihr die Anteile des Anti-Kriegers: der Schwäche, der Konfliktvermeidung, der Angst, der Sorge um den Körper anhand über Bekleidung vermittelter Überlebensstrategien: Tarnung, Abschreckung und Panzerung. Von Schlitztrachten der Landsknechte, über Tierwelt, heutiges Militär bis zu von M. experimentell hergestellten Anti-Kampfanzügen.

Welche Strategien performativer Kunst erzeugen in ländlicher Region Aufmerksamkeit/ Neugierde, aber schaffen trotzdem eine Basis für tiefgehende Theaterarbeit? Die Recherche „Für ein zeitgenössisches Provinztheater!“ von Regisseur Heiko Michels (Limited Blindness) erforscht und entwickelt Konzepte für ein progressives wie integratives Theater im ländlichen Raum.

„SICK WOMAN THEATRE“ hinterfragt wie ableistisch die Produktionsverhältnisse der Freien Szene (immer noch) sind. Das Recherchevorhaben erarbeitet künstlerisch-politische Interventionen und einen Forderungskatalog, der die konkreten Bedürfnisse von Theatermacher*innen mit chronischen Krankheiten und Behinderung sammelt. „SICK WOMAN THEATRE“ enttabuisiert chronische Krankheit und Behinderung.

Recherche zum Thema Hatespeech, die auf die Entwicklung von Optionen sozialer künstlerischer Intervention in sozialen Netzwerken zielt. Interviews mit Betroffenen ageistisch-sexistischer Übergriffe, Mitleser*innen und die Beschäftigung mit Motiven der Hater bilden einen Materialpool von persönlichen Aussagen, Bildern, filmischen Sequenzen, der der Entwicklung theatraler Antwort-Formate dient.

„#loveisnottourism“ untersucht die Fernbeziehungen in der globalen Welt in Form einer performativen Installation. Ada Mukhina sucht nach persönliche Objekte, die Geschichten erzählen, und die als offizielle Beweise der Liebe bei Behörden gelten können. Der Titel bezieht sich auf eine globale Basisbewegung, die sich der Wiedervereinigung binationaler Paare während der Pandemie verschrieben hat.

„Memedrama“, untersucht die Möglichkeit einer Dramaturgie, die den langen historischen Weg des Melodramas und den jüngsten, jedoch unwiderstehlichen Aufstieg von Memes in unserer Gesellschaft verbindet. Beides sind Formen der Massenkommunikation, handeln von gesellschaftlichen und privaten Affekten, die ein großes Potenzial zur gesellschaftlichen Veränderungen haben.

Das Opern-Repertoire ist voll von sexistischen, rassistischen, ableistischen und klassistischen Klischees. Sind diese Werke noch zu retten? Wo auf der Welt wird Musiktheater so geschrieben, inszeniert und praktiziert, dass ein diskriminierungsfreier Raum entstehen kann? Carla Wierer begibt sich auf die Suche nach Transformation im Musiktheater und Rückeroberung der Oper. 

Das Ziel ist, konzeptionelle und künstlerische Grundlagen zu erarbeiten für Darbietungen im Theatern für Kinder, Jugendliche und Familien, mit Magie, Illusion und theatralischen und visuellen Effekten. Es sollen die künstlerischen, persönlichen Voraussetzungen geschaffen werden für die Entwicklung interaktiver Theatererlebnisse für Familien, die sie selbst erfahren lässt „Ich kann zaubern“.

Weishaupt beschäftigt sich mit dem persönlichen und gesellschaftlichen Verlieren. Zunächst über Interviews mit Expert*innen und Sammeln von verlorenen Objekten. Anschließend möchte Weishaupt die Ergebnisse musikalisch mit Hilfe des historischen Stehgreif-Genres der Moritat aufarbeiten. Aber wie kann man künstlerisch gelingend einer Welt des Verlierens begegnen? Oder darf es einfach nicht gelingen?

In dem Projekt „INTERNET IMPERIAL“ möchte Khatami die monopolistische Wirkungskraft des Internets mit den derzeitigen weltweiten antidemokratischen/ autokratischen Tendenzen zusammen denken und darüber recherchieren, wie es konkret aussehen würde, wenn unsere Daten in „die falschen Hände“ geraten und ähnlich dem chinesischen Modell des Social Scorings verwertet würden.

Drag in ländlichen und urbanen Räumen, genderqueere Performances, Lyrik und Lip Syncs – wie geht das zusammen? Mit welchen performativen Mitteln lässt sich das Interesse an dieser Kunstform verstetigen und erweitern, ohne Klischees zu bedienen? Alexander Lehnert untersucht als „Audrey Naline“ physische und virtuelle Spielformen und Interaktionsmöglichkeiten seiner Drag-Performance.

Saverio Cantoni is working on a multi-sensorial performance that aims to bring access into an artistic experience, dismantling structural ableism beliefs that regard accessibility as a set of particular, preset interventions. Unfolding personal experiences, Saverio is building a narrative that will create a participative performance, deconstructing stereotypes around non-normative sensing.

Inspired by Adrienne Maree Brown’s “Emergent Strategy”, this research focuses on understanding how to create and nourish long-lasting relationships between authors and programmers in the field of contemporary circus and performing arts. It aims to address the current needs of the Berlin-based community, and to find strategies that to bring cohesion, dialogue and longevity to our work.

„Performing Diasporas“ ist eine theoretische und eine praktische Forschung und die Förderung der Debatte über intersektionalen Feminismus im künstlerischen Bereich. Afrodiasporische Tanz/Theater Workshops mit sogenannten Migrantinnen / Flüchtlingsfrauen* bilden die Basis zur Entwicklung eines neuen Dialogs zwischen Diaspora und Darstellender Kunst.

In „GESAMMELTES SCHWEIGEN an Berliner Institutionen“ macht Dominik Hallerbach sich auf die Suche nach verschwiegenen Geschichten in Berliner Häusern mit Paternoster-Aufzug. Gemeinsam mit Vertreter*innen der Häuser soll im nächsten Jahr eine Performance-Reihe entstehen, in der der Paternoster das Tonband ist, auf dem wir das Schweigen über Krieg und Nationalsozialismus hören.

„TRANS_TRAUMA_FM“ ist ein Forschungsrahmen als Teil der künstlerischen Entwicklung eines neuen Lecture-Performance-Konzepts von Ariel Orah. Das Projekt konzentriert sich auf das Aufspüren gemeinsamer kollektiver und sozialer Traumata zwischen den Generationen in Südostasien und den baltischen Staaten.

In der Recherche werden die akustischen Welten der Reinigungskraft Frau H. dokumentiert und aufgezeichnet. Aus dieser musikalischen Spurensuche werden Neukompositionen entwickelt, die von den gesammelten Sounds/Klängen/Rhythmen ausgeht, diese überschreibt, verdichtet und damit kommentiert. Was ist der Rhythmus der Erzählung über das eigene Leben? Was kann Musik in diesem Leben erfahrbar machen?

In dem Stipendium möchte Jan Philipp Stange sich mit dem Aspekt der Aufmerksamkeit auseinandersetzen, als einer spezifisch menschlichen Fähigkeit, sich Dingen zuzuwenden. Persönliche Erfahrungen möchte er gerne mit der aktuellen Diskussion um den Wandel von Aufmerksamkeitsökonomien verknüpfen. Besonders interessiert ihn die Rolle der Aufmerksamkeit im Theater sowie für die demokratische Kultur.

In „Machine of (Des)Illusion“ geht die Künstlerin Nana Melling den Ursprüngen filmischer Affekte auf den Grund und bringt das Gerüst der großen Illusionsmaschine zum wanken. Es ist der Versuch die Konventionen des Films als System veränderbarer Variablen zu begreifen und Risse/Leerstellen in die geschlossene Narration einzufügen .Ein performativ-filmisches Spiel mit Wirklichkeit und Fiktion.

In „Cracks 2.0 – die Lücken im System“ erörtert der Performer Malte Scholz die Risse, Lücken und Löcher, die der Suizid in uns allen hinterlässt. Er lässt Experten aus der Suizidforschung zu Wort kommen und trifft sich mit Hinterbliebenen in sogenannten „Death Cafes“. Seine zentrale Frage, ob der Suizid nicht bloß ein Einzelfall wäre, sondern ein gesellschaftliches Symptom, treibt ihn an.

Die Recherche untersucht Versionen des Tante-Emma-Ladens als Dritter Ort in ländlichen Räumen und soll als Grundlage für die (Er)findung der Kunstfigur „Tante Emma 2.0“ dienen. Welche Aspekte von Tante-Emma-Läden sind heutzutage in weiblich* geführten Orten der Zusammenkunft präsent? Wie würde der ideale Dorfladen aussehen und was gäbe es dort zu kaufen und erleben? Wer begegnet sich dort? 

Szenografisch soll das Schloss Berlin-Buch untersucht werden, das 1964 von der SED gesprengt wurde. Welche konkreten architektonischen Elemente dieser Leerstelle können dafür genutzt werden, um Inszenierungen von Macht zu diskutieren? Kann die Natur des Schlossparkes einen Kontrapunkt bieten? Langfristig wird diese Recherche Teil einer vielschichtigen und partizipativen soziokulturellen Arbeit.

#takeheart soll es Aline Benecke ermöglichen, fabulierte Geschichten der Performance „ELLE EST LOIN …“ zu verschriftlichen. Zudem sollen selbstentwickelte Methoden, mit denen Benecke via Performance und mit archivarischen und fehlenden Fotografien in Beziehung zu marginalisierten Biografien tritt, zu einer dekolonialen, Schwarzen feministischen artistic research Methode ausgearbeitet werden.

Betrachtet werden Geschichte und Entwicklung der Astronomie und Raumfahrt, ergänzt durch Ausflüge in die Astrologie. Perspektiven wie: Verortung über Einzigartigkeit, Einsamkeit, und Sonderlichkeit. Was ist dieses Bedürfnis nach Expansion? Wie finden wir Wege und woran orientieren wir uns? Entsteht aus Begreifen und Entdecken ein Recht auf das Entdeckte? 

„Because I Have Something to Say: An Exploration into the Queer Voice“ wird die drei Komponenten der Stimme erforschen, mit der Absicht, diese Erkenntnisse in die laufenden choreografischen und Bewegungspraktiken einfließen zu lassen. Die Stimme gibt künstlerischen Meinungen eine Plattform und gibt die Möglichkeit, eine Perspektive und Wissen über Dinge zu haben, die wichtig sind.

Wie kann ein Kostüm ein Publikum durch eine partizipatorische Performance führen, die die Überschneidungen ihrer Identität(en) untersucht? Inspiriert von der Figur des „Monsters“ von Donna Haraway wird Anne Fidler die Rolle von Kostümen in Performance-Kontexten untersuchen, die mit Individualität und Kollektivität spielen.

Wie bekommt man das Dorf ins Theater oder: wie das Theater ins Dorf? „weltbühne X dorf“ ist eine Recherche-Reise zum ländlichen Publikum in Niederbayern. Mittels detaillierter Umfragen wird ein Kriterienkatalog erstellt und anhand dessen ein erstes Konzept entwickelt, wie das innovative, urbane Theater auch in dörflichen Regionen als Format der Begegnung wirken kann.

Simone Dede Ayivi geht ins Praktikum. Sie schaut Kolleg*innen über die Schulter und guckt sich dabei ordentlich was ab. Hoffentlich nur Gutes. Nach zehn Jahren Simone Dede Ayivi und Kompliz*innen ist es an der Zeit, die eigenen Arbeitsweisen zu überprüfen und herauszufinden, ob das nicht auch anders geht. Dafür besucht sie Kolleg*innen auf ihren Proben.

„Tertiary Protentions – Digital Other” beschäftigt sich mit der Interaktion eines menschlichen Musikers mit einer KI-Maschinen Musiker*in. Nicola L. Hein entwickelt die klangliche und gestische Echtzeitinteraktion mit einer Maschinen Performer*in, welche mit multi-kanal Audio und Videobild (d.h. surround Videoprojektion) interagiert. Klang, Sensordaten und Video-Input fundieren die Interaktion.

„Facing the white cultural bureaucracy“ is a research which aims to detail, expose and reflect on bureaucratic practices within cultural institutions that reproduce systems of oppression. One of the main field of study is the participatory dance and research project „Moving the Forum“, which brought artists and participants from the general public inside the Humboldt Forum.

Mit „Lust auf Land“ sollen eigene Erfahrungen der Kulturarbeit auf dem Land in einen breiteren Kontext gesetzt werden. Unter Einbeziehung kulturwissenschaftlicher und künstlerisch-praktischer Arbeiten soll untersucht werden, wie ein künstlerischer Austausch auch über die Grenzen der Soziokultur hinaus funktionieren kann und wie häufig gemachte Fehler dabei vermieden werden können.  

Ist Fußball Krieg oder Freude am Spiel? Reden wir über Fußball, wenn Krieg herrscht und sprechen von Krieg, wenn wir Fußball spielen? „Fußballkrieger“ ist eine Rechercheprojekt über die Sprache des Fußballs, im Spannungsfeld zwischen nationalen Konflikten, lokaler Fankultur und internationalem Support.

Die Griechischen Millennials sind die erste Nachkriegsgeneration, die ärmer ist als ihre Eltern. Ihre Spuren sind deutschlandweit verstreut. Ziel der Recherche ist, die Migration von jungen Menschen aus Griechenland nach Deutschland zu dokumentieren, so dass daraus das Material für eine neue performative Arbeit entsteht.

Thomas Kaschel nutzt die Rechercheförderung 2022 um die verschiedenen politischen Strömungen der Klimabewegung im Raum Lützerath zu untersuchen, die Geschichte der Landnahme durch Konzerne zu analysieren und herauszufinden, welche Formen des politischen Intersektionalismus hilfreich sind, um einen erfolgreichen zivilen Widerstand gegen profitbasierte Enteignung zu organisieren.

Performances mit zunehmend digitalen Inhalten bieten neue Formen, das Publikum einzubinden. Aus den mannigfaltigen Anwendungen ergibt sich ein Bedarf, bestimmte technische Grundlagen zu erforschen. Wie kann das neue interaktive Theater aussehen? Für die Recherche sollen ebenso menschliche Gewohnheiten im Umgang mit Interfaces als auch die Technik und ihre Software untersucht werden.

„UNSER*deutsch – Unlearning Mehrheitsgesellschaft“ geht den Spuren deutscher Kolonialherrschaft im Pazifik nach und erinnert an die Kinder, die in einer Missionsschule eine eigene Sprache erschufen, Unserdeutsch. Die Geschichte der Vunapope mixed-race community dient als Vorbild zur Erarbeitung künstlerischer Ausdrucksformen, um die Selbsterzählung minorisierter Gruppen zu zentrieren.

Im Rahmen der Recherche plant Ksenia Ksenia Ravvina die oppositionellen Journalist*innen und Künstler*innen zu treffen, die Russland nach dem Einmarsch der russischen Truppen in die Ukraine aus Protest verließen oder vertrieben wurden, um ihre Geschichten zu sammeln und zu erzählen. Ravvina denkt, es ist wichtig, dass ihre Stimmen gehört werden. Das Material zum Stücktext werden.

Die Künstlerin Katharina Speckmann macht eine Pandemie-Inventur und packt in „Strategien der Krise oder YOU NEVER WANT A SERIOUS CRISIS TO GO TO WASTE“ einen Notfallkoffer mit Werkzeugen und Strategien zur Krisenbewältigung für künstlerisch arbeitende Teams und überführt diese am Ende in eine Ideensammlung für eine zukünftige Performance mit dem Arbeitstitel „STYX“.

In „Maps of Unruly Edges“ führt Lucie Schroeder ihre Recherche zu Phänomenen an den Rändern des Wahrnehmbaren weiter. Mithilfe von somatischen Praktiken untersucht sie, wie die Landschaft, in der wir aufgewachsen sind, unsere Wahrnehmung und unser Selbstbild beeinflusst. Dabei sammelt sie Material für eine Hommage an queere Identitäten außerhalb der ableistischen Norm von eindeutiger Lesbarkeit.

Mit der Premiere endet für Bühnenbildner die Beteiligung an freien Produktionen, die KollegInnen finanzieren sich damit oft jahrelang. Mein Vorhaben ist die Suche und Erprobung von Möglichkeiten, weiterhin an der Wertschöpfungskette beteiligt zu bleiben. Erste Ideen möchte ich praktisch ausprobieren und evaluieren, meine Ergebnisse in Fachmedien, Berufsverbänden und Websiten veröffentlichen.

Als Pantomimin sucht Flick den Ursprung des Komischen in der Bewegung. Von da möchte Flick eine Geschlechter-sensible Komik entwickeln, die kritisch im Bezug auf Geschlechterstereotypen und Verallgemeinerungen ist. Kann Komik durch die Vermeidung von Figur und Geschlecht eine Leerstelle schaffen, die Raum lässt für neue Interpretationen und verschiedene Identitäten?

In der Recherchearbeit „How to disappear completely“ beschäftigt sich Faraz Baghaei mit der Frage wie das Individuum trotz der Omnipräsenz von Überwachungsmechanismen unsichtbar werden kann. Grundlage für diese Recherchearbeit bieten der Roman „Der Unsichtbare“ von H.G.Wells und das anarchistische Handbuch „How to disappear in america“. Ziel ist es Material für eine Performance zu generieren.

„Das Humor-Labor“ wird eine Recherche über die Komödie und wie sie im Theater funktioniert. Vor allem in Krisenzeiten ist es wichtig den Humor zu behalten, weil es eben die kritische Distanz schafft die man benötigt um das Leben nüchtern zu betrachten. Das Humor-Labor nimmt diesen Spaß ernst und versucht eine Bestandsaufnahme der Komödie zu machen und sie damit aufzuwerten.

Trans-eating, Pepe Dayaw Joseph Michael Patricio proposes to write a score of improvised performance, based on cooking as an art form or a form of play. The scope of the auto-ethnographic reflections come from two fruitful hands-on research experiences engaged on performative processes based on cooking: Nowhere Kitchen & the Sari-Sari Project. Both practices employ migrant methods of improvisation

„Ich sehe was, was du nicht siehst“ schlägt eine Brücke zwischen der abgeschlossenen Recherchearbeit „Unsichtbare Armut“ und einem künstlerischen Konzept. Die dokumentarische Recherche ist nun abgeschlossen, aber wie verfährt man weiter? Das Recherchevorhaben soll eine engere emotionale Bindung zu den Protagonist*innen der Geschichten herstellen und sie Teil am künstlerischen Konzept haben lassen.

Die Pharaonin Hatshepsut, die Mächtigste aller Pirat*innen Ching Shih oder die mongolische Prinzessin und ungeschlagene Wrestlerin Khutulun: Erfinderische, mutige, widerständige Frauen, die hier und heute viel zu wenig bekannt sind. Diesen Persönlichkeiten und ihren inspirierenden Geschichten soll im Rahmen des intersektional-feministische Musicalprojektes „Nasty Women“ eine Bühne gegeben werden

Kooperation statt Konkurrenz. Das können wir Frauen* gar nicht mal so gut. Die Recherche sucht ungewöhnliche Motive: Splattermotive. Wie blutig und gewaltig sind die Fantasien der anderen Frauen, wenn klar ist, dass erst in 217 Jahren Männer* und Frauen* gleiche Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben werden, bliebe es beim aktuellen Reformtempo. Welche Bilder erzeugt all die unterdrückte Wut?

„Access and Exhaustion“ ist eine künstlerische Recherche zu Verantwortlichkeit und Zugänglichkeit als relationale Praxis. Die Arbeit untersucht Praktiken und Werkzeuge, mit deren Hilfe wir das Vokabular und die Vorstellungskraft unserer Beziehungskompetenz durch die Erfahrung von Pluralität und Verbundenheit erweitern können, um zu einer weiteren Ökologie des Wissens zu werden.

„Kartographien für einen anderen Garten“ is an atmospheric audio dance performance that weaves past, present, and imagined landscapes for meandering audiences. We’ll wait for the sunset in the garden and walk among organic matters, invisible presences, and other vibrant subjects. In the face of mass extinction, how can we ally with hummus, worms, and ash to soothe and weave a potential repair?

“[The Second Body]“ is a hybrid dance and technological research project investigating the relationship of our digital presence and the concept of liveness in live performance. The project would first focus on the interactive media software Isadora, developing a better skill base with it, and would secondly focus on how it can be better implemented as a choreographic tool.

Um eine Optimierung und Professionalisierung der Konstruktion von Masken, sowohl intern als auch extern, zu erreichen, braucht es Zeit und viel Forschung. Der Bau unserer Masken von „El Cuco Projekt“ fand bisher immer im Rahmen einer Produktion statt, d.h. zusammen mit allem, was zur Entstehung eines Stückes gehört, einschließlich Bühnenbild, Proben, Dramaturgie usw. 

Essengewohnheiten sind entscheidend für die Definition von Gemeinschaft, die Beziehungen zwischen Menschen und für die Kommunikation zwischen Lebenden und Toten. Der Platz einer Person im sozialen System zeigt sich darin, was, wie viel und mit wem man isst. Diese Recherche will in die Ethnologie des Essens vertiefen und die Vorlage einer Reihe von performativen Workshops erschaffen.

Mehrere Plattformen sind bereits verfügbar, um die Sichtbarkeit der Forschung zu gewährleisten: die Wiki-Seite gangplank.group, Beschreibung mit Querverweisen zu den Forschungsthemen, das Github-Repository für die Veröffentlichung von Software-Tools und mein eigener Vimeo-Kanal für die visuelle Dokumentation. Die Diffusion in den sozialen Medien wird von den involvierten Musiker*innen betrieben.

„THE LOST TUNES OF RWANDA-URUNDI“ sucht nach Melodien, die übrig geblieben sind nach Jahrzehnten der kolonialen Segregation und Vertreibung in Ruanda und Burundi, und nach dem, was die Kolonialherren für immer genommen haben. Ausgehend von Aufzeichnungen des Berliner Phonogramm Archivs werden verloren geglaubte Melodien und Bräuche zurück an lokale Künstlergruppen in Ruanda und Burundi gegeben.

How far can the lines be blurred between movement research and sound design? Between juggling and musical composition? Between living body and electronic instrument? Challenging the illustrative tendencies between performance and music, “The Listening Body” is a search for a methodology of connecting sound and movement in a holistic, interdependent performative practice. 

Frauke Materlik untersucht in ihrem Projekt „Performance-Landschaft“, inwieweit der ländliche Raum Schleswig-Holsteins eine Bühne für die Entwicklung von Performance-Kunst und ein Ort für ein zukünftiges Festival sein kann. Die Region zwischen Wattenmeer und Hinterland fungiert hierbei als Labor. Zentral ist der Austausch mit Kolleg*innen und die Initiierung eines überregionalen Netzwerkes.

“Expanding Inscriptions“ is a transdisciplinary practice at the intersection of dance, visual art, new media and writing. By considering words, images, movements, sounds, breath and pixels as plural modes of inscription, this practice reconfigures choreo-graphy as deep inscription into various lived spaces: psycho-physical, socio-political, artistic, scientific, philosophical, technological.

„Ways of being together“ möchte Improvisationstechniken, sowie den informellen Austausch unter darstellenden Künstler*innen in Bezug auf Improvisation in den Mittelpunkt stellen. Neben einer persönlichen Weiterbildung in diesem Bereich sollen Austauschtreffen, sowie eine öffentliche Performanceplattform gestaltet werden, die sich im Anschluss kontinuierlich weiterentwickeln darf.

Der Dramaturg Lucien Strauch erforscht in einer interdisziplinären Recherche das Phänomen „Applaus“. Er fragt nach den Ursprüngen der Beifallsbekundung im Theaterkontext, nach regionalen Konventionen und gegenwärtigen Trends dieser hochkomplexen Interaktion. So entsteht ein Glossar der Spielarten von Applaus, das die hintergründigen Mechanismen kontingent erscheinender Vorgänge sichtbar macht.

In „Deads/Debts in the Sea“ beschäfigt sich Raha Emami Khansari mit mythischen Seeungeheuern und den Ungeheuerlichkeiten kolonialer und aktueller Meerespolitik. Sie spürt den Toten am Meeresgrund auf und der (Erb-)schuld, die sich damit an die Oberfläche schwemmt. Daraus generiert sie Texte, Klang- und Bewegungsmaterial und konzipiert eine Serie von performativen und auditiven Interventionen.

Kitsch unterhält, strengt an, tröstet, provoziert, behauptet und verführt. Daher scheint er sich hervorragend für eine theatrale Auseinandersetzung zu eignen. So soll die Notwendigkeit von Kitsch im menschlichen Leben recherchiert und eine inszenatorische Auseinandersetzung mit der Theatralität von Kitsch vorbereitet werden. Futter bietet der riesige (Plastik-)Blumenstrauß der Kulturgeschichte.

Mutter und Luftartistin sein? (Wie) geht das? In Gesprächen mit Müttern, Literatur- und Bewegungsrecherchen widmet sich Miriam Kienle der Frage nach dem gleichzeitigen Muttersein und künstlerischem Schaffen als Tänzerin und Luftartistin. Was sind die Herausforderungen, was sind Lösungsansätze und kann sich beides vereinbaren lassen oder sogar gegenseitig bereichern? 

“Revolutionary Dances” is a movement practice that springs from questions about the role of activism, rebelliousness, heroism, feminist empowerment and ability to implement change in everyday contemporary life. It favours activity and forwardness over contemplation and seeks to situate dance as a transformative tool in counter-acting stagnation and doubt.

„Bin ich (nicht) Theater?“ ist ein Recherchezyklus, der sich mit Ausschlussmechanismen sowie Zugangsmöglichkeiten vom und zum Theater beschäftigt. Ziel ist es, Perspektiven von Menschen verschiedener Hintergründe zu sammeln, um schließlich mögliche strukturelle, ästhetische oder inhaltliche Ansätze zu finden, wie die eigene Theaterarbeit größeren oder anderen Zugang verschaffen kann als bisher. 

„DER DEICH“ ist die Suche nach Verbindungen von zeitgenössischem Tanz und lyrischem Klang. Die Choreographin Malin Gebken geht aus von einem bestehendem Körper an Bewegungsmaterial und forscht nach Synergien und Kontrasten zu sprachlicher und klanglicher Lyrik inspiriert vom Landschaftsmonument Deich. Recherche-Gegenstand sind weiterhin Inszenierungsansätze am Außenraum Deich und in Innenräumen.

Die Tier- u. Pflanzenwelt, die Maria Sybilla Merian nach ihrer Surinam-Forschungsexpedition 1705 beschreibt, droht von der Erde zu verschwinden: das Insektensterben schreitet voran… Wie viele Schmetterlingsarten wird es in Zukunft geben? Die Raupe wird zum farbprächtigen filigranen Falter – Wie kann ein künstlerisches Konzept für das Kinder- und Jugendtheater zum Thema Metamorphose aussehen?

Krümel hat so große Angst vor seinem unweigerlichen, baldigen Tod, dass Jonathan für ihn eine tröstliche Geschichte erfinden muss. Eine Analyse des Impulses, Unbegreifliches und Lücken, die Schicksalsschläge hinterlassen, mit eigenen Narrativen und Phantasien zu füllen – teilweise auch im Sinne einer Komplexitätsreduktion – ist Thema der Recherche.

Wie kann es im öffentlichen Raum möglich sein, einen geschützten Bühnenraum für die Performerin zu erzeugen und die Fragilität des Körpers zu zeigen? Wie kann man das Publikum in die Intimität des Spiels einladen, ohne Ausschlüsse und Zugangskontrollen zu etablieren? Ohne die Performerin sexistischen und anderen Übergriffigkeiten auszusetzen? Eine Suche nach dem Safe-Space im öffentlichen Raum.

Die Recherche konzentriert sich auf das Potenzial der Dramaturgie, die Zukunft vorauszusagen. Sie kombiniert die Methode des autobiografischen Storytelling mit philosophischem Denken und Schreiben. Es beschreibt die Praktiken, die im Kontext des Tanzes bereits stattfinden oder die in naher Zukunft stattfinden werden. Wie können wir in unserer apokalyptischen Gegenwart von Kultur und Tanz träumen? 

Kinder haben vielleicht einen einfacheren Zugang zu experimentellen Theaterformen haben als manch theatergeübte*r Erwachsene*r. Vorbildung, die oft eher Vorurteil ist, steht ihnen nicht im Weg. Wie lassen sich komplexe künstlerische Ansätze klar und verständlich formulieren? Wer gehört in einen solchen „Kanon“, wie lässt sich eine Geschichte erzählen, die nicht männlich und weiß dominiert ist?

Die Protestbewegung Letzte Generation arbeitet statt mit Protestmärschen mit Stillstand: Sie kleben sich auf die Straße und halten den Verkehr an und wollen mit ihren Protestaktionen die Geschwindigkeit der politischen Entscheidungen beschleunigen. Kann Stillstand wirklich Geschwindigkeit erhöhen? Auch auf der Bühne? Wie sähe eine Choreografie des Stillstands, eine Bewegung des Verharrens aus?

Space is an unknown territory, where we’ve been trying to reach for decades. We cannot comprehend the ultimate order of the universe, but only assume, what it is, by devotion of unimaginable effort and time. Getting to know the universe is our long-cherished wish, as like getting to know our Inner World. Although every attempt has been complex, in outer space, we look for our inner world. 

Diese Recherche beschäftigt sich mit der Interaktion zwischen Pilzen und Menschen. Ziel ist eine Interaktion auf Augenhöhe, bei der Pilze als Akteure in künstlerischen Prozessen agieren. Eine Performative Praxis im Austausch mit Pilzen soll entwickelt werden und der kulturhistorische Zusammenhang zwischen Mensch und Pilz soll recherchiert werden.

In welchen Schubladen denken wir? In welchen Schubladen bewahren wir Vorurteile auf, um sie dann in einem anderen Moment aus unseren Schubladen zu verbannen? Ab wann fangen wir an, in Schubladen zu denken? Ist das anerzogen? Angewachsen? Kann das weg? Eine Schubladen-Recherche, die sich mit den Themen Vorurteile und Diskriminierung auseinandersetzt und die Objekte mit zum Spielen auffordert. 

Patrick untersucht die Erfahrung des Angestarrtwerdens aus queerer Perspektive. Im Selbstversuch dokumentiert er, wie sich der Blick des Gegenübers verändert, wenn gesellschaftliche Erwartungen unterlaufen werden. Mit Blick auf die Historie queeren Empowerments nähert er sich autobiographischem Material, auf der Suche nach einer Ästhetik, welche die Perspektive der Angestarrten versinnlicht. 

Die Recherche setzt sich mit Schiedsrichter*innen des Fußballspiels und ihrer möglichen gesellschaftlichen Repräsentation auseinander. Die Dichotomie von Richtig und Falsch, Fair und Unfair kulminiert in der Person des*der Schiedsrichter*in. Sorgen sie mit ihrem Handeln für Gerechtigkeit? Inwiefern kann der Fußball als ein „Zukunftslabor“ für eine Gesellschaft gesehen werden? 

„LOST IN VATERSPRACHE“ beschäftigt sich mit dem Verlorengehen von Vatersprachen. Welche Bedeutung hat der Verlust von Bulgarisch für mich und meine Geschwister? Wie ergeht es Freund*innen ohne Vatersprache? Was sind die Beweggründe der Väter und was sagen die Mütter dazu? Die sprachliche Lücke in uns selbst und in den Beziehungen zu unseren Vätern ist Ausgangspunkt meiner künstlerischen Forschung.

This is a research project about voice as a performance tool. My aim is to take an extensive training in singing and voice work, as well as, to research the relationships between voice, body and identity. “Voice is the body of words” (Itziar Okariz), what can voices reveal about bodies and their context, and how can speech become a somatic practice of meaning making? 

„Mein herzliches Beileid“ – Ohne Übertreibung kann der Wandel der Bestattungskultur der Gegenwart dramatisch genannt werden. Bestatten und Trauern verändern sich mit der Zeit. Wo stehen wir gerade? Auf Grundlage der Einblicke eines Trauerredners wird eine aktuelle Materialsammlung dieser Frage unternommen, die eine weiterführende künstlerische Verarbeitung ermöglicht.

In the new research, Waves, Alexander will work with Nairobi and Berlin based sound artist, KMRU to create a new embodied form of experiencing, producing and understanding tonalities of expression from Afro-Diasporic and plural perspectives. Alexander understand body knowledge and movement research as access to a cultural archive that circulates memories and visions connecting echoes of time.

Durch Social Media hat sich die Wahrnehmung von Video und Film auf der Bühne geändert. In seinem Recherchevorhaben „Cause to Play” untersucht Michel Wagenschütz die Aufführungspraktiken des Cosplays und deren Erweiterung durch soziale Medien. Das wechselseitige Verhältnis von Technologien und Körper in der Produktion von bewegten Bildern und deren Rezeption steht dabei im Vordergrund. 

Ausgehend von dem Motiv der „Hexe“ stellt (K)EIN HEXENWERK eine kritische Auseinandersetzung mit politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Zusammenhängen dar, die die Zuschreibungen weiblicher Körper im Wandel der Zeit aufzeigt. Wie werden Diskurse um Hexenverfolgung, Unterdrückung und Diffamierung Teil eines künstlerischen Austausches, bei dem wir uns von stereotypen Bildern abgrenzen?

Bronwen Pattison explores her artistic potential as a contemporary circus performer who is pregnant. Her research looks into how this life-changing experience can be translated through the language of aerial acrobatics, in what ways the restrictions of pregnancy can inspire new creative possibilities, and how current perceptions of the pregnant performer can be transformed. 

„Lessons from another prepper“ ist ein Recherchevorhaben, das sich mit Krisenvorbereitung und nicht-ableistischen Perspektiven auf Verrücktheit auseinandersetzt.

Ausgangs- und Mittelpunkt von Sonia Frankens tänzerischer Performancearbeit unter dem Label El Cuco Projekt ist das Spiel mit naturalistischen Tiermasken. „IMAGINATION“ widmet sich neuen Strategien um eine tänzerische Bewegungssprache zu etablieren, die mit Tiermasken diverse Körper in Bewegung generiert, welche zugleich das Potential einer Gestalt, Figur, Skulptur, Malerei und Cartoon innehaben. 

Lisa Fütterer möchte sich auf musikalisch bespielbare Räume spezialisieren, Räume, deren Materialien und Objekte im erweiterten Sinne als Musikinstrumente genutzt werden. Sie möchte sich mich zum einen mit den physikalischen Grundprinzipien des Instrumentenbaus und der Raumakustik beschäftigen und zum anderen Beispiele für hybride Werke aus Raum und Musik, Skulptur und Klang untersuchen.

Entwicklung einer spezifischen dekolonialen performativen Praxis, welche einen neuen Zugang zur Auseinandersetzung mit Schwarz und adoptiert sein ermöglicht.

Cécile Bally is currently conducting research for a new body of work focusing on how video games allow us to rethink the notion of communities, and the rules, bugs and boundaries of the world we experience.

„Don’t go there“ erforscht öffentliche Räume in performativer Recherche. Der weibliche Körper wird einerseits als Störfaktor andererseits als angepasstes Objekt inszeniert und während der performativen Erkundung analysiert. Audiovisuell reaktive Programme und KI gestützte Software werden auf ihre Einsatzmöglichkeiten für die Darstellenden Künste untersucht.

Eine Recherche für eine (Outdoor-)Performance anhand von Fragebogen, Interviews und Workshops mit Frauen* zu den Themen Menstruation, Zyklus, Verhältnis zur eigenen Körper*in sowie Blut um Menschen (menstruierende und nicht-menstruierende) für das Thema zu sensibilisieren und zum Austausch anzuregen. Es ist an der Zeit, dass wir mit Tabus brechen und natürliche Prozesse normalisieren. 

Drogensüchtige Obdachlose sind eine im Stadtbild sehr sichtbare Gruppe. Ihr Leben findet öffentlich statt. Und doch gehören sie zu den Gruppen, die im gesellschaftlichem Gespräch selber kaum zur Sprache kommen. Dieses Missverhältnis ist der Ausgangspunkt von Pedro Martins Beja´s Recherche. Er ist auf der Suche nach einer Bühnensprache die nicht nur über diese Menschen spricht, sondern mit ihnen

Eine sinnliche und nach Sinn suchende Forschung zur (Un)sichtbarmachung der weiblichen Brust. Die Forscherin begibt sich anhand des Tanzes auf die Suche der physischen und emotionalen Befreiung des weiblichen Körpers. Der Busen als Ort der Zuschreibung von außen. Ebenso die Frage nach der Akzeptanz und dem Bewusstsein zum eigenen Körper. Der BH als Einengung oder Stütze der weiblichen Freiheit?

Fuck, ich bin Mutter! Und das schon 21 Jahre! Willkommen in der Mutter-Hölle! In der Arena von „Mama Furia“ beginnt eine explosive autobiographische Wut-Sinn-Suche über das Fürsorgedasein. Öffnet die Schleusen und verbindet die Kanäle! Muttersein kannst du nicht rückgängig machen und die Wut auf Gesellschaft, Bürokratie und Patriarchat scheint grenzenlos. Nutzen wir sie! 

Jakob Boeckh wird an verschiedenen Modi von Illusion – wie dem Erscheinen und Verschwinden, Entfalten und Umdeuten, Schweben und Scheinbar-zum-Leben-Erwachen forschen, um es reflektierter, und pointierter in der eigenen Arbeit einsetzen zu können; sowohl durch eine eingehende theoretische Beschäftigung als auch szenisch experimentelle Tryouts.

„god mode“ beleuchtet die Faszination des Betrugs. Dabei soll die Cheat-Kultur im Computerspiel mit Motiven des Manipulierens im realen Leben gegenübergestellt und auf mögliche Sinn stiftende Schnittmengen untersucht werden. Perspektivisch geht es um die Entwicklung eines theatralen Spielformats, bei dem die Besucher*innen analog wie digital die Unantastbarkeit des „Gottmodus“ erspüren können.

Wie tolerant ist die schwule Community? – eine Tanz- Videoinstallation. Schwule Männer erwarten naturgemäß Toleranz von ihren Mitmenschen im Allgemeinen und noch mehr von ihrem schwulen Umfeld. Bei genauerem Hinschauen wird aber klar, dass es durchaus Intoleranz innerhalb dieser Minderheit gibt. Müssten nicht die Außenseiter am meisten Toleranz üben?

Das Schwinden der Angst vor Hunden, die Nora Haakh seit früher Kindheit begleitet, wird zur Metapher für das zunehmend (selbst-)bewusstere Navigieren im stark gegenderten sozialen Feld unausgesprochener Hierarchien und normalisierten Dominanzverhaltens, erlaubt das Reflektieren eingeübter Rollenmuster und schwieriger Gefühle und die Erweiterung von Spielräumen in Grünflächen und Gesellschaft. 

Johannes Fast möchte mit Spielformen des Objekttheaters experimentieren und Gegenstände auf ihre inhärenten Bewegungsmuster, Sprache und ihre Eigenschaften als Protagonisten eines Stücks hin untersuchen. Dabei setzt Fast auch eine Kamera ein und arbeitet mit filmischen Techniken. Mit praktischer und theoretischer Recherche möchte er der Objekttheatergruppe Salon Ute neue Impulse geben.

„Mit dem kleinen Finger tanzen“ – Wie kann inklusives Theater inklusiver werden? Eine Recherche zu der Frage: Wie „anders“ müssen wir denken und arbeiten, wenn wir in der Theater-Praxis aus der Exklusivität herauskommen wollen, die ganze Gesellschaft im Blick behalten und deren Sinn für und Lust an Inklusivität steigern möchten?  

Protest ist ein Zeiten überdauerndes Phänomen, das Menschen für oder gegen eine bestimmte Sache miteinander verbindet und voneinander trennt. Marlen Schumann interessiert die Beweggründe einzelner Menschen, welche Nuancen aufzeigen, die in einer Bewegungsrecherche entdeckt werden. Ziel ist es eine choreografische Sammlung zu erstellen, als Grundlage für einen möglichen Probenprozess.

Offene Körper – Tanzdramaturgie und (kin)ästhetische Wahrnehmung ist eine Recherche zum Körper der Zuschauenden. Literaturrecherchen, Aufführungsbesuche und Erinnerungsprotokolle sowie Gespräche mit Zuschauenden sollen mögliche Grundlagen für eine Perspektive schaffen, die vom (offenen) Körper der Zuschauenden ausgeht und künstlerische Prozesse dahingehend informiert und inspiriert.

Ein Spieltraining mit jungen ukrainischen Geflüchteten. Erkundung der gelebten Erfahrungswelten und der neuen Realität. Eine Möglichkeit zur Selbstfindung, eine gemeinsame Reise ins unbekannte mit den Mitteln der Kunst. Diese Recherche soll die Möglichkeit zur Reflexion und Bewältigung des Ankommens im neuen Land bieten. Das Thema Ankommen ist der Gegenstand meines künstlerischen Interesses.

Einen akustischen und performativen Garten erstellen und so über die Rolle in der Natur und in der Umwelt künstlerisch zu reflektieren ist das Ziel. Choreographie – als Komposition mit Lebewesen – wird hierbei kodifiziert entlang dreier Zweige: Landschaftsgestaltung, Technologie und Performance. 

Der Theaterstar Sarah Bernhardt und die Klinikstars „Hysterikerinnen“ – ausgehend von diesem irrsinnigen, synergetischen Crossover der Kultur- und Krankheitsgeschichte des 19. Jahrhunderts, wird die Performerin Melanie Schmidli mit „divina hysterika: Kreischende Weiber“ eine feministisch-performative Komposition für einen vielstimmigen Chor der wütenden Frauen* entwickeln.

„Die Menschen auf der Straße sind hungrig, sie sagen: Los, erzähle uns eine großartige Geschichte, gib uns Nahrung, etwas Wunderbares, so dass wir uns wieder in das Leben verlieben können!“ (Brother Blue). „Das Feuer des Schamanen in der Stadt“ ist eine experimentelle Recherche – intuitiv, kreativ und leidenschaftlich – über die heilende Wirkung von Straßenkunst in der Fülle ihres Potentials.

„Fliegen und Balance in anderen Höhen“ ist eine Recherche, bei der neue Bewegungen und künstlerische Ausdrucksformen am Chinesischen Mast entwickelt werden sollen. Ziel der Artistin ist es, neue Möglichkeiten auf, am, unter und mit dem Chinesischen Mast zu finden, die aus ihrer anderen Disziplin Partnerakrobatik inspiriert sind.

Recherche zum Thema Wahrnehmung, Akzeptanz, Krankheit, Anderssein. Was ist normal? Kann ein Theaterstück über eine Krankheit Motivation sein? Wollen Schauspieler*innen mit Morbus Parkinson auf der Bühne agieren und ihre Symptome in die Darstellung einfließen lassen oder fühlen sie sich vorgeführt? Gibt es eine Ensemble- und eine Publikums-Inklusion für ein Crossover-Projekt zu diesem Thema?

Kollektiv! Nächste Generation. Rainer Frank, Mitgründer des ersten Jenaer Theaterhauskollektives, trifft eine komplette Generation später, auf das neu entstehende Kollektiv junger Theaterleute. Und das, von Jena aus agierende, niederländische Schauspielkollektiv WUNDERBAUM. Eine Recherche, wie die künstlerische Praxis, Theater im Kollektiv zu entwickeln, generationenübergreifend funktioniert!

Wirtschaftsthemen scheinen unsexy, aber da sie massiv unser Zusammenleben beeinflussen, ist es extrem relevant, diese Themen verständlich, interessant und unterhaltsam darzustellen. Grade durch AR und VR können mit analogem Theater so komplexe, wie abstrakte ökonomische Vorgänge nachvollziehbar und zugleich künstlerisch innovativ darstellbar sein. Robert Griess will sich dem stellen. 

Die Entwicklung eines Konzepts für eine integrative, partizipatorische Tanzaufführung, bei der der Entstehungsprozess und die Aufführung, die Rolle des Zuschauers und des Ausführenden zu einer einzigen Einheit verschmelzen. Eine Struktur, die es den Menschen ermöglicht, sich wohl zu fühlen, zu kreieren, zu teilen und auszudrücken.

Malte Andritter möchte durch eine Künstlerresidenz an Schulen an der Westküste Schleswig-Holsteins ein Exempel setzen und somit Weichen für neue Strukturen von künstlerischen Prozessen an Schulen in Schleswig-Holstein stellen. 

„Fiktive Körper – Tanz, Körper und Zukunft“ ist eine choreografisch-tänzerische Bewegungs-Recherche zum Thema Tanz, hybride Körper und Science Fiction. Durch theoretische Recherchen sowie der praktischen Entwickelung von Bewegungsstudien, beschäftigt sich Florian Bücking mit hybriden Organismen und deren Potentiale für die Generierung von vielfältigen Körper- und Bewegungsbildern. 

„Der Salon der Illusion“ ist eine Recherche zu Körper- und Bühnenillusionen zwischen Tanztheater und Zauberei. Er verhandelt die Frage, wie experimenteller Tanz, Zauberkunst, Physical Theater und Performance miteinander verbunden werden können, um einen geheimnisvollen Kosmos zu kreieren, der Erwachsenen Geschichten zum Aufwachen erzählt und Zauberei als vollwertige Kunstform erfahrbar macht.

Wie improvisiert man richtig? Thomas Seher möchte verschiedene Zugänge und Formen der kollektiven Improvisation im Spannungsfeld von Live-Musik und Tanz erforschen und erproben. Welche kreativen Übungen und außermusikalische Mittel können Theatermusiker*innen und Performer*innen helfen um frei sowie gezielt das akustische und visuelle Geschehen auf der Bühne zu beeinflussen? 

Die Recherche ist der erste wichtige Schritt für die Realisierung eines Inszenierungsprojekt über die aktuelle Situation geflüchteter Kinder aus der Ukraine in Deutschland. Das Inszenierungs-Konzept wird auf Grundlage der Rechercheergebnisse erstellt, wobei wesentliche Fragen zu Format und ästhetischer Umsetzung zu klären sind, sowie z.B. die Einbeziehung ukrainischer Künstler und ihrer Sprache.

Erarbeitung eines Lehrkonzepts für das Spiel mit dem Körper und der Maske im Theater. Björn Leese möchte die Erfahrungen der letzten 25 Jahren als Maskenspieler bei mehr als 1500 Vorstellungen auf der Bühne analysieren. Auf Basis dieser Analyse möchte er neue praktische Etüden und Spielansätze entwickeln für das Unterrichten von Maskenspiel und physischem Theater. 

Gegenstand der Recherche „Brüchige Systeme“ ist die Frage, wie wir mit Unsicherheiten und Krisen umgehen und wie sich diese Erfahrungen auf unsere Beziehungssysteme auswirken. Inter-generative Tanzworkshops basierend auf dem Konzept der RSVP-Cycles nach Anna Halprin, bieten unterschiedlichen Generationen die Gelegenheit neue performative Handlungsspielräume zu entwickeln.

Die Jugend von heute! Jede Generation muss sich diesen Vorwurf anhören. Wer ist die Jugend von heute? Drei verschiedene Generationen, ihre Geschichten, Perspektiven, Ängste und Träume. Aydemir’s „Ellbogen“, Meyer’s „Als wir träumten“ treten in Interaktion mit der Jugend einer Epidemie. Literatur, Theater, Biografie und Fiktion verdichtet zu einer partizipativen Recherche.

Freundschaft in finsteren Zeiten: Was verstehen wir heute unter Freundschaft? Welche Konzepte und Praktiken von Freundschaft brauchen wir heute in Zeiten gesellschaftlicher Spaltungen und des Heraufziehens eines neuen Kalten Krieges? Und welche Aufgabe kommt den darstellenden Künsten dabei zu, traditionelle Vorstellungen von Beziehungsformen zu reflektieren und zu dekonstruieren?

Tanz spielt Musik und Lautsprache malt Lichtbilder – Hinter diesen zwei Themen stehen verschieden Vorhaben, die eine ähnliche Idee verfolgen. Eine interdisziplinäre Recherche für ein verdrehtes Musiktheater.

„Ich glaube an das Alter, lieber Freund, Arbeiten und Altwerden, das ist es, was das Leben von uns erwartet“, schreibt Rainer Maria Rilke. Arbeiten und Altwerden. Was heißt das für einen Tänzer? Was heißt das für jemanden, dessen Arbeitsplatz sein Körper ist – einen Menschen, dessen Identität so substantiell an seine Beweglichkeit, seine Kraft, und den Willen seiner Glieder gebunden ist?

Eine Reise in die digitale Steinzeit, zu den Ursprüngen der interaktiven Fiktion, auf den Spuren der Proto-VR: Eine Recherche über Textadventures als kollaboratives World-Building-Tool für Theatertexte. Eine Untersuchung zur Einbindung nicht-linearer Spiellogiken in szenische Vorgänge. 

„Wer in meinen Garten schaut, schaut in mein Herz!“ schrieb ein Nachbar auf ein Schild und hing es an den Zaun des mit Betonplatten gestalteten Vorgartens. Was geht in uns vor, während wir das Stück Natur vor der Tür gestalten und verwalten? Lassen sich angesichts der Vorgärten Rückschlüsse auf die Persönlichkeit der Hausbewohner*innen ziehen? Und wieso basteln Urban Gardener Samenbomben?

„Gay“ stand früher für „fröhlich“. Dabei haben gerade Jugendliche, die merken, dass sie schwul, bi oder queer sind, oft wenig zu lachen. Doch inwieweit hat sich die Lage verbessert? Wie geht das, gay UND happy zu sein? Dazu will Stefan Hornbach queere Menschen unterschiedlicher Generationen befragen und einen vielstimmigen Text für die Bühne entwickeln. 

Recherche für ein Sommertheater 2023 im Theater an der Angel. „Ein Venezianischer Maskenball auf der Glücklichen Insel“ – ein 300 jähriges Fest.

Die Afrikanische Diaspora beeinflusst und prägt die Kkulturelle Entwicklung seit jeher und trifft auch in Deutschland auf eine stetig wachsende Wahrnehmung im sogenannten Mainstream. Im Vordergrund steht die Frage nach schwarzen Identitäten bzw. die Frage von schwarzen Künstler*innen: Wer bin ich überhaupt, wenn ich anders bin, als das weiße Narrativ? Was bedeutet Schwarz sein in der der Kunst?

„Touched by sound“ – Wie wird Klang spürbar? Auf welchen Wegen lassen sich Klänge in haptische Sinneseindrücke verwandeln, und erschließt sich so eine Möglichkeit, Musiktheater auch für inklusives Publikum sinnlich zu bereichern? Welche Bedeutung hat das Spüren in einer zunehmend kontaktärmeren Welt und wie wirkt es sich im Rahmen eines gemeinschaftlich erfahrbaren theatralen Ereignisses aus?

Karina Liutaia erforscht, wie das „Cradle-to-Cradle“ Prinzip im Ausstattungsbereich realisiert werden kann, sodass „neue“ Ausstattungen fortan wortwörtlich aus „Abfällen“ vorheriger Produktionen entstehen. Ein kontinuierlich wachsenden Wissensfundus, in Form eines digitalen Handbuchs, soll disziplinübergreifend innovative Herangehensweisen und deren technische Umsetzung sammeln und Akteur*innen ve

What would it take to open a performance and dance house in Space? When shall we start planning our first Mars tour? Shall we stop by the Moon for a few shows? How to explore out of planet possibilities through real time virtual technologies?

Im Recherchevorhaben „The Black Sea Chronicles“ soll es darum gehen, daran zu forschen, wie man eine moderne, postkoloniale Erinnerungskultur mit innovativen performativen Mitteln umsetzen kann. Im Vordergrund steht dabei die Geschichte der Ukrainedeutschen. Es soll eine ausführliche Arbeitsphase in der Bibliothek und im Archiv des Museums für Russlanddeutsche Kulturgeschichte in Detmold erfolgen.

Mittels einer Zeitreise in das Jahr 2022 treffen Personen aus der Zukunft mit Theatermacher*innen aus der Jetzt-Zeit aufeinander. Wie sieht das Theater der kommenden Zeiten aus? Ausgehend von aktuellen Fragestellungen zum Theater von Morgen entwirft Magdalena Schnitzler ein performatives interdisziplinäres Panorama im Sinne einer site specific durational Performance im öffentlichen Raum.

Was bleibt von Identität und auf welche Weise verändert sich Bewegungssprache als human being? Also wie transformiert sich dieser erst einmal geistige Prozess der Neuzuordnung von Identität auf Bewegungscode? Schafft die kognitive Transformierung auch eine sichtbare körperliche Verwandlung?

Die Recherche wendet sich dem Wert (oder Nicht-Wert) der Dinge zu, um alle Lebensbereiche des Menschen diesen Dingen zuzuordnen und ihn „zu verwerten“. Das Ziel ist der Entwurf von Zukunftsszenarien, in denen die Verbindung von Produkten und Erleben mit dem Ideal eines scheinbar ganzheitlichen Lebenssystems der Zukunft vom Publikum getestet werden kann. 

Jacqueline Reddingtons künstlerische Tätigkeit baut auf ihrem Interesse für digitale/technologische Themen und Formen auf und bedient sich dieser im analogen Kontext des Theaters. Im Rahmen der Rechercheförderung studiert sie Camming-Culture und analysiert diese auf ihre Formate und Mittel, um daraus Inspiration und Potenzial für Zukünftige theatrale Formate zu schöpfen. 

MEME? Was soll das sein und wie funktioniert das? Wagner fragt mal das Internet. Und versteht die Beschreibung nur, wenn Wagner das Internet selbst versteht. Für einen transgenerativen Wissensaustausch möchte Wagner sich deshalb mit Eltern und Großeltern über die Transformation von Kunst und Technik unterhalten, um gemeinsam eine analoge Übersetzung von Memes zu probieren.

In ihrer Recherche beschäftigt Thalia Schoeller sich mit der Bedeutung künstlerischen Ausdrucks und professioneller Anerkennung, Anerkennung durch Erwachsene, im Kinder und Jugendalter. Dafür befasst sie sich sowohl mit herkömmlichen Theatervermittlungsformaten, als auch mit experimentelleren Jugendangeboten und digitalen Bühnen, wie Instagram, Youtube oder Tiktok.

Tanz und Inklusion – Mein „BewegGrund“. Gemeinsam tanzen, mit und ohne Behinderung – Inklusion leben! Menschen mit und ohne Behinderung sollen Möglichkeiten aufgezeigt werden, kulturgetreue und „regelkonforme“ Tanztechniken und Bewegungsabläufe des urbanes Tanzes zu erlernen, um diese dann in einem weiteren Schritt in einer Form der Improvisation zu manifestieren.

Liegt im Porno das Potential zu queerer Selbstermächtigung? Iacopo Loliva setzt sich mit Pornografie und Intimität auseinander: Er untersucht den Porno als ein kulturelles Phänomen. So beschäftigt er sich mit Strategien, obszöne Körperlichkeit in den Bühnenraum zu übersetzen – abseits reiner Reproduktion –, und sucht nach Fragilität in den Körpern der Darsteller*innen. 

Materialkreisläufe Bühnenbild. Die Masse menschengemachter Materie überschreitet die globale Biomasse. Etwa die Hälfte der abgespielten Produktionen wird unrecycelt entsorgt. Beides finde ich erschreckend. Es müssen Lösungen für eine bessere Recyclingquote im Theaterbereich gefunden werden. Untersucht werden Voraussetzungen für eine Plattform für Material-Kreislaufwirtschaft.

Durch die performative Arbeit mit aufblasbaren Kostümen und Objekten erforscht und hinterfragt Antje Cordes mit „soft feelings_low res“ die emotionalen Dynamiken, die durch den Konsum von Bildern „von der Welt in der Krise“ innerhalb digitaler Filterblasen entstehen. Überwältigende Empathie ist hier immer nur eine Scroll-Bewegung von emotionaler Indifferenz und dem nächsten Katzenvideo entfernt

Der öffentliche Raum als Austragungsort für Theater erfordert neue bildnerische Ansätze. Hanna Zimmermann möchte mit einer Erforschung von, für Projektion geeigneten Orten und Nicht-Orten, einer, sich dazu verhaltenden, Bildrecherche und eigenen Bildern einen visuellen Experimentierkasten anlegen und durch die Erweiterung der Projektionstechnik eine neue Arbeitsweise entwickeln.

Mit der Recherche möchte Elisa Müller die Arbeit am Genre Horror vertiefen, um die Aspekte der aktuellen Arbeiten – einerseits die inhaltliche Auseinandersetzung mit dem, was uns beunruhigt wie z.B. Klimakatastrophe und Wiederkehr von traumatischen Vergangenheiten und andererseits die Arbeit mit eher bildhaften, räumlichen und objekthaften Schreibweisen – weiter zu zuspitzen.

Welche Reise hat mein Kakao zurückgelegt? Wo kommt mein T-Shirt her? Und welche Geschichten hat das Spielzeug aus Taiwan zu erzählen? In der Recherche beschäftigt sich Petra Jeroma, ausgehend vom Hamburger Hafen, mit Nachhaltigkeit und Globalisierung und erforscht, wie sich daraus Inszenierungsstrategien für ein junges Publikum ab 6 Jahren entwickeln lassen. 

Die Milch macht’s! Von wegen – kaum ein anderes Lebensmittel, an dem sich die Gemüter so entzünden, dass so sehr das Spannungsfeld zwischen Klimabewusstsein und globalisierter Wirtschaft, zwischen dem Streben nach Tierwohl und der Angst vor Versorgungsengpässen verdeutlicht. In einer Recherche im Format eines „True Crime Podcast” untersucht Anna Winde die aufgeheizte Stimmung rund um die Milch.

Was bedeutet es, die eigene Biographie nicht mittels Anekdoten und Bildern zu erinnern, sondern anhand im Körper gespeicherter Berührungen? Wie wirken Berührungen in Lebensläufen nach – auch jene, die vorenthalten wurden, die fehlen, die zum Glück nicht stattfanden? Um tiefe und banale, körperliche und nicht körperliche Berührungen zu archivieren, lädt Olivia Wenzel zu Gesprächen ein. 

This is a research on how the violence of digital colonialism can be transformed into means of resistance by connecting it to native performance practices, by claiming this violence and transforming it, with a bit of acid humour, into a trigger for the scene. The intention is to assert these means as a co-directing tool, abolishing the understanding that digital is less real than physical.

„Reduktion im theatralen Erzählformat“ – Wieviele materielle Mittel braucht es, um Kinder mit einer Geschichte, theatral zu fesseln? Gelingt es, rein mit darstellerischen Mitteln und wenigen Objekten, belastbare Phantasiegebäude zu modellieren? Wie weit lässt sich diese Reduktion fortführen? Welche Rolle kann dabei Improvisation und Zuschauerbeteiligung spielen?

In der Praxis der Meteor-Manipulation (einer alten chinesischen Disziplin) hat Vincent Kollar oft mit der Verwendung von Flüssigkeiten experimentiert. Mit diesem Antrag möchte er diese Forschung erweitern und das Potenzial der Verwendung von Wasser als symbolisches Element erkunden, um über die Bedeutung dieser kostbaren Ressource zu sprechen.

Bestattungsriten, die für westeuropäische Sichtweisen verstörend wirken können, haben in ihrem kulturellen Kontext eine tiefe versöhnende Wirkung. Das Recherchevorhaben „Die beste Beerdigung der Welt“ befasst sich mit den vielfältigen Schattierungen menschlicher Bestattungskultur und untersucht, wie die künstlerische Auseinandersetzung mit diesem Thema in einem Tanztheaterprojekt aussehen kann.

Das Recherchevorhaben setzt sich mit den Potentialen von Feedback für die dramaturgische Praxis auseinander. Im Rahmen von Probenbesuchen wird die Frage nach der individuellen Implementierung von Feedback in künstlerische Arbeitsprozesse gestellt und in diesem Rahmen nach neuen Möglichkeiten der dramaturgischen Arbeit mit spezifischen Feedback-Methoden gesucht.

What kind of bug is Gregor Samsa in nowadays big transformation? In this research project Ilker Abay is planing to focus the key concepts; Digitalization , Data, Alienation and Isolation, especially with in the fresh pandemic experiences; to write a adaptation of F. Kafka’s short story to the digital stage.

Der Geschichtenerzähler von heute kann sich auf die Unterstützung der Technologie verlassen, um eine noch intensivere Geschichte zu erschaffen. Eine computergenerierte Hintergrundmusik, die von der Szenerie der Geschichte bestimmt wird, kombiniert mit Bewegungssensoren, die es ermöglichen, den Dirigenten zu spielen – das ist Märchenerzähler 2.0!

Kobel recherchiert zu gesellschaftskritischen Perspektiven und Utopien über Liebe, um mit diesem Input Liebeslieder auf ihre Performativität hin zu untersuchen und daraus musikalische Mini-Performances zu entwickeln. Dabei möchte sie choreografische, musikalische und objektbasierte Kompositionsmethoden erarbeiten um das Ausgangsmaterial zu erweitern, zu transformieren und zu hinterfragen.

Rechercheziel ist es sich mit dem Thema Nachhaltigkeit im Puppenbau zu beschäftigen. Der Theateralltag lässt es oft nicht zu sich tiefergehend mit Materialien zu beschäftigen. Wie werden Materialien hergestellt? Wo kommen sie her? Wie werden sie entsorgt? Gibt es mögliche Alternativen? In dieser Recherche will Magdalena Roth eine Sammlung von neuen, nachhaltigen Materialien und Bauweisen anlegen. 

Wie können die Erfahrungen und Zeugenberichte der Überlebenden des Holocausts für die Zukunft lebendig erhalten werden? Was kann die darstellende Kunst hier bewirken? Wie verbindet sich Emotionalität mit dokumentarischem und künstlerischen Anspruch? Die Recherche soll dazu dienen neue, innovative performativen Formaten in der Vermittlung der Zeugnisse der Vergangenheit zu erkunden.

In der Recherche möchte Angelika Schmidt sich der Geschichte der Paragrafen 218 und 219 in Deutschland widmen, von Anfang des 20. Jahrhunderts über BRD und DDR bis heute. Sie möchte erforschen, inwiefern sich diese Geschichte performativ darstellen lässt und welche Rolle das Thema Abtreibung auf der Bühne gespielt hat und noch heute spielt.

“Threads” takes a look at the connection between the body and emotions within movement and dance. By using nostalgic memories as a starting point, the project weaves together the fragments and essences of these particularly potent impressions engraved in one’s memory. By building a moving language from the nuances created from these memories, “Threads’” aims to embody these emotional experiences.

Innehalten. Yaw Asabere befindet sich in einem Land, wo Asabere als Schwarz gelte. Asabere kommt aus einem Land wo niemand und doch alle Schwarz sind. Was bedeutet das für den eigenen Tanz? „Nteasee. Ein Adinkra Zeichen für Verstehen und Einheit.“ Ziel ist eine ergebnisoffene Recherche zu den in Asabere vereinten Kulturkreisen, sowie tänzerischen Wurzeln.

„Heimwehen“ ist eine große Recherche über den Jugoslawienkrieg und seinen Folgen. Es ist der Versuch einer präzisen Beschreibung dessen was passiert, wenn sich ein Staat in Staub auflöst und welche Folgen ein Krieg auf die Menschen und das spätere Leben, auf Identitäten und das Heimatgefühl haben kann. Die Rechercheergebnisse bilden die Grundlage für ein Theaterstück.

Die Recherche soll die Entwicklung des Workshop Formats „Theater der Sinne“ zu Erinnerungen und Archivierung unserer Wahrnehmungen sein. Hein will ein Format entwickeln, dass niedrigschwellig verschiedenen Menschen Zugang ermöglicht, die Teilnehmer*innen zum Co-Kreieren einlädt. Hierbei liegt ein Schwerpunkt auf der Frage, was communities brauchen, was sie sich wünschen, wovon sie profitieren.

Dieses Theaterstückprojekt erforscht die Mittelmeerküste und die dortigen Konflikte aus der Perspektive des spätkapitalistischen Tourismus. In einer mosaikartigen, fragmentarischen Form, die aus Bekenntnissen von Menschen, aber auch von Hotels, Vegetation und Meer besteht, wird diese konfliktreiche Situation durch eine stark poetische Sprache beschrieben.

„Right here, right now“ nimmt Greta Thunbergs Rede von 2019 vor dem UN-Klimagipfel als Ausgangspunkt um eine Theaterperformance mit jungen Menschen zu den Themen Klimawandel, Gefühle und Zukunftssorgen von Jugendlichen zu entwickeln. Die klimaneutrale Performance, die 2023 aufgeführt werden soll, gibt den Jugendlichen einen ästhetischen Raum sich performativ auszudrücken.

In der Recherche möchte Hundsdorfer sich mit psychischen Krankheitsbildern und der Möglichkeit, diese mit Mitteln der Kunst zu entstigmatisieren, beschäftigen, zum anderen das Repertoire um Fertigkeiten im Bereich der Video- und Klangkunst erweitern – beides auf der Folie des Romans „Die Wand“ und mit dem Hintergrund der gestiegenen Zahl psychischer Erkrankungen im Laufe der Corona-Pandemie.

Pandemie, Krieg, Klimakrise, die Regisseurin Sofia Simitzis denkt angesichts der aktuellen Herausforderungen grundsätzlich über neue Möglichkeiten des Musiktheaters nach und ganz konkret sehr frei nach John Cage und Chris Marker über eine neue Welt Oper? Kollektiv Oper? Instagram und TikTok Oper?

Bauers Großvater wurde 1910 in Blumenthal, Ukraine geboren. Im Krieg kämpfte er erst für die Sowjets, dann für die Wehrmacht. Er wurde in den Nordkaukasus verschleppt, seine Familie im Holodomor und der Trudarmee getötet. Der Angriffskrieg auf die Ukraine 2022 weckte Kindheitserinnerungen. Dieses Projekt ist eine Auseinandersetzung mit Biografie, Erinnerung, Traumata und der Zukunft.

„Männlichkeit, was soll das?“ ist ein Recherchevorhaben, welches sich kritisch mit dem Konzept Männlichkeit und deren Auswirkung auf die „Männer“ selbst auseinander setzen soll. Es fragt was das eigentlich sein soll, welche Erwartungen und Anforderungen auf „Männer“ durch das Konzept nachkommen (müssen) und welche Konflikte dabei in ihnen entstehen können.

„PURPLE STAR ASTROLOGY TAPE“ ist ein Recherchevorhaben, das um das real existierende Lebenshoroskop des Theatermachers Hieu Hoang kreist. Seit seinem 18 Geburtstag existiert eine über 1stündige Audiokassette, auf der ein Wahrsager detailliert Auskunft gibt über Hoangs Leben. Eine Recherche zu Autobiografie / Audiobiografie und Prophezeiungen, die einem ein Leben lang begleiten.

„LOOPHOLES“ ist eine szenografische Reise zu den „Dark Rooms“ unserer Träume, den Schattenseiten individuellen und kollektiven Bewusstseins. Mittels raumtheoretischer, sozio-kultureller und psychoanalytischer Recherchen werden diese realen „Schlupflöcher des Verborgenen“ (Garage, Dachkammer, Keller etc) fotografisch und zeichnerisch erforscht und ihre theatral-performativen Parameter freigelegt.

Eine Recherche über gelegte und ungelegte Eier, über Fruchtbarkeit, Reproduktion und die Sprachlosigkeit angesichts einer Fehlgeburt.

Wie kann es gelingen als freiberuflich Theaterschaffende stabile und fruchtbare Kooperationen aufzubauen, welche auch die eigene berufliche Selbstständigkeit stärken und mehr Raum für die eigentliche kreative Arbeit freigeben? Eine Suche nach Best-Practise-Beispielen und Arbeitsroutinen, die sich bewährt haben. 

Mit „The UNBODIMENT Project“ entwicklt Markus Posse eine performative Praxis, die erforscht, was das Gegenteil von Verkörperung ist. Dabei geht Posse davon aus, dass un-embodied nicht deckungsgleich ist mit non-emobodied. Aber wie lässt sich eine Bewegung umkehren, was ist das Gegenteil von einem motorischen Vorgang, wenn es weiter reicht als dessen reine Verweigerung? 

Figurenspielerin Julia Raab begibt sich auf die Suche nach der verschnupften, fiebernden Seele. Wie erleben Kinder die Depression ihrer Eltern? Am Ende der Recherche steht ein Ideenkatalog für die Konzeption eines Figurentheaterstücks zur Thematik Depression für Kinder.

Die Recherche widmet sich der Frage, ob sich der neuen europäischen Realität des Krieges mit den Mitteln des dok. Musiktheaters annähern lässt. Die Grundlage dazu bilden Interviews mit Betroffenen von Krieg und Soldat*innen, die F. Meyer-Christian in den letzten Jahren geführt hat, Ben. Brittens „War Requiem“, Derek Jarmans gleichnamiger Film und Susan Sontags „Das Leiden anderer betrachten“. 

Mit der Recherche „VAMPYRA(TEUTHIS) INFERNALISTA“ wird der Entwurf eines neo-surrealistischen Gegentheaters aus Sicht eines Vampirtintenfisches entwickelt, das sich diametral zu den menschlichen Lebens-, Rezeptions- und Unterhaltungspraktiken verhält. Eine unmittelbar-utopische Perspektive für den Umgang mit den immer fluider werdenden Realitäten und Narrativen unserer Zeit.

In dem Recherchevorhaben „Mit allen Sinnen – Eine Immersions-Forschung“ geht es um ein multisensorisches Erleben in Theaterproduktionen. Eine der Fragen: wie können Gerüche als erzählerisches Mittel gezielt eingesetzt werden, um besondere immersive Theatermomente zu schaffen?

Warum ist Tanz und Zirkus noch so weit voneinander getrennt? Unsere Nachbarländer machen es vor, dass diese Bewegungskünste auf die gleiche Bühne und die gleichen Produktionen harmonisch zusammenfinden! Dem Grund möchte Toan Le künstlerisch und strukturell nachgehen und Wege finden diese zusammenzubringen.

„24 hours“ befasst sich mit der Gesellschaft und der Arbeit. Themen wie Arbeitssucht, Müdigkeit, Burnout und innerer (Produktions-) Druck werden auseinandergenommen, sowie ihre Ursachen und Verbindungen untersucht. Welche Gefahren bringt ein Leben in einer Gesellschaft mit sich, in der man zu jeder Zeit alles bekommen kann was man möchte? Wofür leben und wofür arbeiten wir?

„be|longing|s“ ist ein Rechercheprojekt zu Fragen der Zugehörigkeit, Sehnsucht und dem emotionalen Wert von persönlichen Gegenständen. Ausgehend von biografischen Fragestellungen möchte Charlotte Arens über Zugehörigkeit und die Auswirkungen von Verlust & Auschluss von Gemeinschaft forschen. Entstehen soll ein erster Entwurf für ein kuratorisches Konzept.

RELAX::: ERA GELDES: Backstage. Pflege-Schwerbehinderung-Tod und die Kunst. What next?

Wie kann es sein, dass Landratswahlen in Brandenburg an der Wahlbeteiligung scheitern, selbst wenn das Quorum nur bei 15 % liegt? Das Projekt „Was das Dorf zusammenhält“ befasst sich mit den wenig sichtbaren Seiten der Kommunalpolitik und mit den Menschen, die sich darin ehrenamtlich für das Gemeinwohl engagieren.