Allgemein

Entscheidung Rechercheförderung (Oktober 2021)

Ausgewählte Vorhaben

Amadeus Pawlica beschäftigt sich mit der Verfolgung von LGBTQIA+ und stellt sich zugleich die Frage, ob er sich, als genderqueerer weißer Mann, damit überhaupt beschäftigen kann. Dabei beschäftigt er sich in seiner Recherche mit Arthur Millers „Hexenjagd“, einem bekannten, weißen Bühnenstück. Er baut daraus ein Solo, das sich zwischen realen und virtuellen Welten bewegt und diese in Frage stellt.

Wie forschen wir? Miriam Markl möchte verschiedene Vorgehensweisen und Formen der künstlerischen Recherchepraxis kennenlernen und erproben. Die Ergebnisse ihrer Recherche sollen als virtueller Katalog auf ihrer Website veröffentlichet werden. Der Katalog soll anderen Künstler*innen die Möglichkeit geben neue Konzepte kennen zu lernen und sie für ihre persönliche Arbeit inspirieren.

„Das rote Brot“ ist ein Rechercheprojekt über die Poetizität des Sprachverlusts und den Zerfall von patriachalen Systemen. Anhand der eigenen Familiengeschichte und dem Tod ihres Vaters an Frontotemporaldemenz möchte Hannah Schassner über Aphasie forschen, Lektüre über patriarchale Familiensysteme anstellen und in Roman-Auszügen eine Suche nach einer Poesie des Zerfalls darlegen.

„In der Zwischenzeit“ erzählt von verschiedenen Stadien der Trauer im Hier und Heute, vom Jahr 2018 in Berlin bis zur Pandemie, von kindlicher Trauer, von Schuldgefühlen, von Ohnmacht und Entmündigung, von Hoffnung und Unterstützung. Das Stück führt ein Gespräch mit einem Toten. Es fragt danach, was unser Umgang mit dem Sterben und mit Hinterbliebenen über unsere Angst vor der Endlichkeit verrät.

Solastalgie ist ein neuer Begriff, der den Schmerz beschreibt, den wir fühlen, wenn wir Umweltzerstörung erleben. Auf einer Recherchereise durch Europa werden Orte besucht, die im Sinne der Lehre der vier Elemente, von Luftverschmutzung, Waldbränden, Bodenerosion und Überflutungen geprägt sind. Dort werden Geschichten, Bilder, Stimmen und Perspektiven rund um das Gefühl Solastalgie eingefangen.

Das Arbeitserziehungslager in Moosach hat kaum Spuren hinterlassen. Man konnte lange dort aufwachsen, ohne je davon gehört zu haben. Inzwischen gibt es eine Stele, die auf einen Zwangsarbeiter verweist, der hier ums Leben kam: Dirk Koedoot. Maja Das Gupta sucht nach weiteren Spuren von Zwangsarbeiter*innen in Moosach und in München. Über die App „Actionbound“ werden diese zugänglich gemacht.

Ziel des Projekts „Digitalität vs. Bühnen- und Kostümbild“ ist es, zukünftig schneller und professioneller auf neue Theaterformen und deren Vermittlung zu reagieren. Ella Späte wird sich auf das Arbeiten mit Virtual, Augmented und Extended Reality konzentrieren und erforschen wie nutzbar diese sind. Dabei werden die Möglichkeiten und Voraussetzungen kreativ, kritisch hinterfragt.  

Auf Basis des Märchens „Das tapfere Schneiderlein“ soll ein Konzept für ein analog-digitales Theaterstück entwickelt werden, das Kindern Mut macht und ihr Vertrauen in die eigenen Kräfte stärkt. An der Schnittstelle zwischen klassischer Literatur, Schauspiel, Figurentheater und Videofilm soll die unterschiedliche Wirkung von theatralischen und filmischen Sichtweisen erforscht werden.

„Theater To Go – Kultur im Handgepäck“ mit dem Rad und Zug anstelle des Autos soll Miniaturtheater an ungewöhnlichen Orten im öffentlichen Raum bringen und ein neues Publikum erreichen. Sonne, Wind und Wasser sollen als Spielpartner*innen erforscht werden, um Requisiten minimieren. Die reduzierten Theaterreisen sollen einen zukunftsfähigen Strukturwandel in der kulturellen Trockenzeit eröffnen.

„GOOD BYE“ ist ein Recherche-Labor, in dem Kim Willems das Potenzial von systemisch-künstlerischen Strategien erforscht, um auf dieser Folie einer erweiterten, künstlerischen Herangehensweise zukünftige Produktionen und künstlerische Begegnungen voranzutreiben. Durch eine ergänzende Recherche und der Konzeption eines mehrgenerationalen Ideenlabors erforscht Kim Willems die Inszenierungsstrategien 

Mit „Life is better in Flip Charts” beleuchtet die Künstlerin Katharina Speckmann die Theatralität von, in der Berufswelt aktuell gängigen, Moderationstechniken und Moderationsmaterialien. Deren performativen Potentiale und Fallstricke werden untersucht. Auf Basis dieser Recherche entsteht ein Konzept und eine erste Materialsammlung für eine feministische Soloperformance zum Thema Gruppendynamik.

„Schein und Sein – über Verhaltensweisen und Haltung“ geht der Frage nach ob die Pandemie tatsächlich unsere Haltung verändert hat. Und wenn ja, in welche Richtung? Sind wir bereit etwas für die Umwelt und die Gemeinschaft zu tun? Oder hat sich unsere Lebensblase noch stärker verengt? Die Recherchearbeit von Agnieszka Kleemann basiert auf dem Erleben von jungen Erwachsenen.

Der militärische Sandkasten vereint Spiel und Ernst. Handlungen im Sandkasten haben lebendige Konsequenzen. Das Leben (und Sterben) wirkt in den Sandkasten zurück. Damit folgt der Sandkasten dem Prinzip des Figurentheaters. Kann das Figurentheater vom Sandkasten lernen? Taugt der Sandkasten auch für die Lösung von Konflikten? Eine Recherche zur Zukunft des Figurentheaters.

Im Jahr 1962 betrat eine Tänzerin einen Probenraum und begann zu tanzen. Niemand sah sie dabei, niemand wusste, was sie tat. 60 Jahre später versucht Stephan Dorn diese Probe zu rekonstruieren. Die Mittel sind beschränkt. Bekannt ist nur: Hier wurde damals getanzt. Und hier. Dort drüben auch. Eine filmische Suche nach Proben und Aufführungen, nach Reenactments, nach Original und Kopie.

Licht ist in unsere DNA eingeschrieben. „Let There Be Light“ ist ein Recherchevorhaben zur Arbeit mit dem Medium Licht als Choreografie – Schauspiel von Helligkeit und Farbe – und dessen Potenzial für eine Installation mit partizipativen Elementen. Gegenüber einer zunehmend entkörperlichten Kommunikation im virtuellen Raum, stellt die Recherche Fragen nach einem Zugang zum analogen Kunsterlebnis.

„Die Unvollkommene oder females are trash“ ist eine theatrale Sezierung der Weiblichkeit in Bezug zum weiblichen Körper als gesellschaftspolitisches Objekt. Ein intensiver Blick, eine Recherche, um einen lauten Theaterabend über Frauenkörper, aber auch mit Frauenkörpern zu entwickeln. Einen Abend, der Frauen und deren Zustände schreien lässt. Und dabei neue Blickwinkel auf alte Abgründe eröffnet.

Sport ist immer und überall, Sport ist ein Massenphänomen. Sein Zweck jedoch hat sich in den vergangenen Jahrhunderten verändert. Was führte zu dem Wandel des Sports von Vorbereitung auf einen Kampf zu Gesundheit, Kosmetik und Geselligkeit? Wieso wird heute im Sport noch so oft von „Helden“ und „Kampf“ gesprochen? „Dabei sein ist alles“ versucht darauf Antworten zu finden.

Ausgehend von Peter Steins legendärer Inszenierung „Drei Schwestern“ (1986) montiert Johannes Müller einen Lipsync-Track über die (weibliche) Sprech-Stimme im deutschen Theater der 1970er und 80er Jahre. Aus theaterhistorischen Fundstücken, Soundschnipseln, Pop-Artefakten entsteht eine queere Verbeugung vor den Hohepriester*innen der Bühnensprache, deren radikale Arbeit bis heute fortwirkt.

„Am Beispiel der Hexe – Schuldprojektion, Klimawandel, Wahrheitsfindung“ Ausgehend von historischen Hexenprozessen und deren brutal-kruden Methoden zur „Wahrheitsfindung“ legt die performative und mit dokumentarischen, wie auch szenischen Elementen arbeitenden, Aufführung die gefährliche Welt von Verschwörungsmythen offen und zeigt wie Schuldprojektionen wirken.

Mit „Srewjob“ befasst sich Marcus Peter mit der Frage welche Methoden die einzigartige Zuschauerhaltung des Wrestling-Publikums begünstigen. Diese ist geprägt vom abergläubischen Genuss (trotz Wissens um die Künstlichkeit der Kämpfe), dem interaktiven Gestaltungswillen, Camp und disparater Homoerotik. Wie lässt sich diese Position für eine Performance fruchtbar übertragen?

Marc Bausback untersucht in seiner Recherche zwei gesellschaftliche Grundannahmen in ihrer sprachlichen, visuellen und räumlichen Erscheinung. Mit welchen Worten und Bildern wird die Erzählung vom Verdienst durch Leistung in Politik, Wirtschaft und Kunst erzählt? Und wie wird gesellschaftliche Schaffenskraft in diesen Disziplinen als explizit männlich konnotierte Tugend behauptet?

Mit „Production Practice: #dance“ untersucht Katharina Senzenberger einerseits das Produzieren von Tanz und Körper in der zeitgenössischen Internetkultur auf Plattformen wie TikTok und andererseits das „produktorientierte“ Arbeiten im Tanz. Dabei wird anhand des Themas Produkt und Produktion untersucht, inwiefern eine Verschränkung von Konzept und Methode in künstlerischen Prozessen stattfindet.

„Cerebral Matters“ is an investigation into activity and functioning of the brain as it relates to linguistic and poetic cognition and dance. Texts on how the brain maps language, poetry and motor skills will be read in preparation for a subsequent engagement as an artist in residence with the Embassy of Foreign Artists in collaboration with the neuroscientists at Campus BioTech Geneva.

„HEILE WELT: KRIEGE“ ist ein fiktiver Versuchsaufbau: Alle Deutschen finden die Militärakten ihrer Vorfahren aus dem 2. Weltkrieg im Postfach. Was passiert? In welchem Verhältnis stehen Erinnerungskultur und die Narrative im persönlichen Umfeld zueinander? Welche Prozesse würde ein konkretes Faktenwissen über Nationalsozialismus und Holocaust als Teil deutscher Familiengeschichten auslösen?

Yony Leyser untersucht die Überschneidungen der Konzepte „Wildness“ und „Fabulousness“ innerhalb der Underground Drag und LGBTQIA Kulturen.

„Ab(ex)straction. Ist das Kunst oder kann das weg?“ ist eine tänzerisches Befragung des Balletts mit den ethischen Werkzeugen des materialistischen Feminismus, der postkolonialen und der Queer-, sowie der Trans-Theorie. Es forscht über eine relevante, körperethische und materielle Verschmelzung von Ballett und zeitgenössischen Tanzpraktiken. Ziel ist es zu prüfen was für Werke relevant bleibt.

„19. Februar 2020” ist eine auf Interviewführung basierende Recherche, die den rassistischen Anschlag vom 19. Februar 2020 in Hanau thematisiert, bei dem 9 Menschen ums Leben kamen. Angehörige und Initiator*innen kommen zu Wort. Durch Gespräche werden Gedanken, Gefühle und Wünsche in einem Fließtext als ein Zeitdokument zusammengeführt, das für die kommende Generationen festgehalten wird.

In einer Recherche begibt sich Caroline Kapp an den Obersalzberg, einem trügerisches Idyll hinter dem die Geschichte des Ortes nicht verschwinden kann. Das ehemalige „Führersperrgebiet“ diente Adolf Hitler vier Jahre seiner Amtszeit als Regierungssitz. Bis heute pilgern dort Rechte zu überwachsenen NS-Ruinen. Kapp fragt Ansässige wie ihr Umgang mit der Geschichte ist und was Ihnen am Berg fehlt.

„DER HÜHNERGOTT“ ist eine Recherche für ein „Open-World“ Gametheater Szenario. Ein Zeitreise „Exit-Game“ über Erzählungen von „einer besseren Welt“ und einem „Neuen Menschen“ seit der Lebensreformbewegung um 1900, über die Hippie Bewegung der 60er Jahre bis zur Techno-Religion des Transhumanismus und dem Traum von der Gott Maschine und der Unsterblichkeit des optimierten Menschen.

„Singularities“ ist eine Performance und Projektreihe von Felix Banholzer zu Einsamkeit als existentiellem Zustand – persönlich, gesellschaftlich, wirtschaftlich und politisch. Dabei soll ein als privat stigmatisiertes, gesellschaftlichen Problemfelds enttabuisiert werden und der Versuch einer Auseinandersetzung mit der zutiefst menschlichen Angst der Nicht-Zugehörigkeit gewagt werden.

Für die Erforschung der Auswirkungen eines Mimik-losen Miteinanders, hat Tatjana Jurakowa-Faber vor in kleinen Gruppen, die eine vertrauensvolle Atmosphäre ermöglichen, Kinder eigene Figuren zu entwickeln, zu bauen, diese zu bespielen und reflektieren zu lassen. Es sollen verschiedene Szenen zusammenerstellt werden, die aus dem Alltag der Kinder erzählen oder aus ihren Phantasiewelten entstehen.

„Das Tiergericht“ von Meriam Bousselmi ist eine theatrale Untersuchung der Beziehung zwischen den Menschen, insbesondere den Künstler*innen und der Natur. Wo beginnt die Verantwortlichkeit der Künstler*in? Wo verirrt sich die künstlerische Phantasie? Welche Klagen können Tiere und Natur gegen Künstler*innen erheben? Und werden sich die Künstler*innen schuldig bekennen?

Alles in schwarz-weiß. Kalter Schweiß. Der Aufschrei einer Seele. Mit der Recherche „Treibsand“ führt uns der Protagonist in die Abgründe und Höhen des menschlichen Bewusstseins. Illusionen und unkontrollierte Gedanken trüben seinen Geist & versetzen ihn in Zustände der Unsicherheit und Angst. Er fällt. Erst im Auge des Sturms wird er seines Mutes ergriffen und erlangt den Willen sich zu befreien.

In „Nachdenken über Phallogo-Spiritualität“ werden deutscher Katholizismus und japanischer Buddhismus als Phallokratien, als Gesellschaften, die auf männlich-männlichen Begehrens- und Begierdestrukturen beruhen und diese perpetuieren, dechiffriert. Dabei wird der Frage nachgegangen, ob Magie, verstanden als transformatorische Kunst, das Potential hat diese zu hinterfragen.

„Südländische Gäste: Being the Other“ ist eine, persönliche und doch objektive, performative Erforschung der Identität als Migrantin, der Privilegien und der Diskriminierung gegen diese und deren Co – Existenz. Von Asien und Europa nach Nordamerika und zurück… „Südländische Gäste“ stellt zeitgenössische Zirkus, Tanz und Theater Stereotype auf den Kopf.  

Die Recherche soll die Workshop- und Performancesreihe “DEATHCARE – Im Kapitalismus leben heißt Sterben lernen“ realisieren. Diese erstreckt sich dabei über die historischen und gegenwärtigen Performancepraktiken, die sich mit Sterben nicht als pseudo-universelle, existentielle Tatsache, sondern als soziale kulturelle und ökonomische Bedingung heutiger Gesellschaften auseinandersetzen.

Während der Pandemie wird das Berühren notwendigerweise gesellschaftlich nahezu geächtet. Dabei sind Berührungen für das Wohlergehen von Menschen essenziell. Weil Berührungen konstitutiv für jede Art von Gemeinschaft sind, sind sie auch politisch. Das Thema soll in allen Facetten untersucht werden, um eine möglichst fundierte Grundlage dafür zu haben, bei Proben darüber zu experimentieren.

„THEATERBOOMER FOR FUTURE“ soll eine Recherche als Sichtungsreise zu Theatermacher*innen der Boomer-Jahrgänge in Niedersachsen sein. Wie wirkt sich unser „freies“ Altern auf Ästhetiken und Ideen aus? Was ging verloren und was gehört wiederbelebt? Welches Publikum schwebt uns vor? Finden wir es in unseren Vorstellungen? Werden wir ausreichend gesehen? Wenn nein: warum?  

Kein Vergeben, kein Vergessen. Sprache ist Macht. Sie hilft uns, zu erinnern und zu bewahren. Katharina Binder nähert sich mit „Ferdinand Peroutka – Wolker und Walzer“ der Frage was das flüchtige Medium Theater leisten kann, um zu bewahren und der Geschichte eines Zeitzeugen der Shoa angemessen zu begegnen und seine Stimme wieder hörbar zu machen?

„POST (PORN) BABY“ befasst sich damit wie Porno emanzipatorisch wirken kann? Was wird in einer Gesellschaft als normal definiert? Die Recherche soll Grundlage für eine queere Sicht auf Sexualität sein, um dann ein Werk zu schaffen, das nicht konformen, nicht reproduktiven Sex porträtiert, ohne eine Sexualpraxis abzuwerten oder typische Geschlechterrollen zu forcieren. 

„Was begab sich zu der Zeit…“ ist eine Recherche von Petra Albersmann zur Klärung, ob sich eine interreligiöse Weihnachtsgeschichte konzipieren lässt, die gegebenenfalls zu einem Figurentheaterstück umgesetzt werden kann.

Die Flamme eines Lichts zu löschen, um sich von ihrem Schein zu befreien, ist bedeutend schwieriger, wenn man nicht weiß, dass diese Flamme von einer Glasscheibe geschützt ist. Doch löschen müssen wir sie. Das Thema Gaslighting ist nicht so bekannt wie es sein müsste. Um sich vor etwas zu schützen muss man es verstehen. „neonDARK“ von Marian Joel Küster setzt dazu an.

„DER BAUM DER STERBENDEN ZEIT“ bearbeitet die Frage was die heranwachsende Generation über die Gegenwart und die heranrasende Zukunft sagt. Abseits von „Fridays for Future“ soll denen eine Stimme auf dem Theater geben werden, die sonst nur als theaterpädagogisches Konzept Gehör finden: Jugendlichen. Als schonungslose Bestandsaufnahme, als Antwort auf Fragen, die ungern gestellt werden.

Die Biografien unserer Mütter verblassen am Ende ihrer Tage. Zurück bleibt ein zerbrochener Alltag und Demenz. Eine physische Exploration, die das Sammeln von Erinnerungen in Frage stellt und sich mit der Thematik des Vergessens beschäftigt. Was passiert, wenn Körper und Geist sich aufmachen, um in verschiedene Richtungen zu laufen?

Das „Kamerunprojekt“ verfolgt die Verknüpfungen, die es zwischen Berlin und dem afrikanischen Kontinent gibt. Inhaltlich umspannt der Plan den Zeitraum vom 17. Jahrhundert bis zur Gegenwart und den heutigen Versuchen, einen Umgang mit dieser Vergangenheit zu finden. An die Recherche schließt das Entwickeln ästhetischer Formen zur Übersetzung des recherchierten Materials in Theaterereignisse an.

Katja Kendler wird unter dem Arbeitstitel „i (see) (feel) breathe you 2.0“ ihre Audio-Experimente zum Thema „Atem, Emotion und Kommunikation“ in optimierter Form weiterführen, die Ergebnisse zu einer Sound-Text-Collage verbinden, die Möglichkeiten der visuellen Umsetzung von Atemgeräuschen erforschen und auf dieser Basis ein Konzept für einen begehbaren „Atem-Parcours“ entwickeln.

„تشويش Verwirrung“ befasst sich mit dem Leben im Dazwischen. Geschichten und Lebensrealitäten von Geflüchteten aus Syrien und anderen arabischen Nationen und der Identitätskonflikt des „neuen“, „besseren“ Lebens werden erforscht.

Marion Witt geht es darum sich ein fundiertes Wissen anzueignen, um Entscheidungen bezüglich des Einsatzes von digitalen Medien zu treffen und performative Umsetzungen besonders im Bereich Kindertheater zu entwickeln. Darüber möchte sie neue digitale Visualisierungsmethoden kennenlernen, die den Transfer von gesprochener Sprache und Bildsprache für die jungen Zuschauer erleichtern.

„Artistan – Versteh dein Publikum“ ist eine künstlerische Recherche nach den Bedürfnissen, Sehgewohnheiten und Interessen der häufig theaterfernen migrantischen Communitys in Karlsruhe, Mannheim und Heidelberg. Mit welchen Konzepten, welchen Erzähl- und Darstellungsweisen kann es gelingen, mehr jener Menschen ins Theater zu holen, deren Muttersprache nicht deutsch ist?

Cuteness Studies stellen konventionelle Denkweisen über Zeit und geografischen Raum sowie geschlechterspezifische Wahrnehmungen in Frage. Der Blick in die Welt des Rollenspiels kann eine Fülle von Möglichkeiten eröffnen, sowohl für Darsteller*innen und künstlerische Leiter*innen von Rollenspielen als auch für die Gestaltung von Rollenspielen in der Psychologie oder in der Bildungsarbeit.

Ninurta, mesopotamischer Siegesgott, hat sich im Vorderasiatischen Museum in Berlin verschanzt. Er kämpft gegen den Vormarsch der digitalen Trashkultur. Seine Wunderwaffe heißt Sharur, ein Streitkolben, der fliegen und sprechen kann. Ninurta verteidigt mit seiner intelligenten AI Waffe die morsche Wiege der Zivilisation. Wer wird siegen, die Ur- oder die Endzeit?

„Who ist thinking me?“ ist eine Reise in den inneren Gedankenstrom des Menschen. Denke ich selbst oder wird mein Denken durch elterliche Muster, mediale Einflüsse oder sozialen Erfahrungen geprägt? Hierzu werden Spezialisten aus verschiedenen Fachgebieten zum aktuellen Forschungsstand befragt. Auf Grundlage der gewonnenen Erkenntnisse wird Anja Panse ein auditatives Theaterstück realisieren.

Der digitaler Fußabdruck lernt laufen. Auf der Basis der über Raimund Becker-Wurzwallner bei Unternehmen vorhandenen Daten (Anforderung der Daten nach §34 BDSG ) und literaturgestützter Recherche erstellt er ein Persönlichkeitsprofil seines Data-Egos. Dieses Data-Ego wird zum Gegenstand eines künstlerischen Veröffentlichungsprozesses.

Die Recherche „FOLK STORIES OF TOMORROW“ widmet sich dem kulturellen Erbe und der gesellschaftlichen Relevanz von Mythen im Volkstanz. Die Recherche blickt durch das digitale Fenster des Internets zurück in die Vergangenheit und fragt im Kontext der klimatischen Herausforderungen des 21. Jh. nach neuen Antworten, um ein symbiotisches Verhältnis von Menschen und Natur (wieder) zu erschaffen.

„Production – Authenticity and Erotic Capital” ist ein soziologisch-performatives Experiment, das der Frage nachgeht, was es für private und öffentliche zwischenmenschliche Beziehungen bedeutet, wenn wir uns selbst und gegenseitig immer mehr als Produkt verstehen, inszenieren, bewerten und begehren? 

Begleitend zur Ausstellung „MAREJESHO“ entwickelt Konradin Kunze eine Performance, die sich mit den Perspektiven der Communities am Kilimanjaro auf Objekte und Gebeine ihrer Ahnen auseinandersetzt, welche in der Kolonialzeit gewaltsam nach Deutschland verbracht wurden. Dies setzt eine inhaltliche und ästhetische Recherche in deutschen Archiven und Museen und in Dörfern am Kilimanjaro voraus.

„Halbe BruchStücke“ setzt dort an, wo „BruchStück“ geendet hat. Die Entstehung von Bürgerbühnen in Brandenburg benötigt eine Akquise-Phase im Ort Halbe. Das generierte Material aus den Interviews und dem ersten Workshop wird aufbereitet und für (Schul)Workshops didaktisch bearbeitet. Kontakte werden aufgenommen und vertieft, weitere Schritte geplant.

Action-Helden, Draufgänger, Rockstars, böse Cops, Punks, Freaks und harte Kerle. Was passiert, wenn alle Helden der Jugendzeit gecancelt werden? Können wir irgendetwas aus den Trümmern der toxischen Männlichkeit retten, oder werfen wir alles weg und fangen von vorne an? Ein*e dysphorische*r AFAB (Assigned Female At Birth) und leidenschaftliche*r Drag King Performer*in will es wissen.

Im Zusammenhang mit der geplanten Gründung eines neuen Tanzensembles ist die dreimonatige Recherchephase geplant um Strukturen, Arbeitsbedingungen, Fördermöglichkeiten, nationalen und internationalen Vernetzung- und Produktionsmöglichkeiten, zu zeitgemäßen hybriden Arbeitsformen und -möglichkeiten zu befragen.

Die Elemente Licht, Klang und Tanz werden durch eine Software vereint, die auf den Theorien der Quantenverschränkung basiert. Die Software interagiert mit der Bewegung von zwei Tänzern, die LED-Lichtringe bewegen. Durch den Tanz verändern sich die Farben der Ringe. Die Farben verändern den Klang der Musik. Eine farbbasierte Partitur führt den Tänzer durch den Raum.

Bei dem hybriden und im öffentlichen Stadtraum stattfindenden Projekt „RÜCKEROBERUNG VON DAMASKUS“ soll es um den Versuch gehen Damaskus in einem digitalen Raum mithilfe von Foto und Videomaterial neu entstehen zu lassen. In einer Art de-kolonialisierendem Akt wird anhand dieses noch zu sammelnden Archivs und mithilfe von KI der öffentliche Stadtraum mit neuen Erinnerungen überschrieben werden.

Die Recherche „COGWHEEL“, übersetzt Zahnrad, soll sich mit dem Thema Zeit im Zusammenhang mit Partnering-Material beschäftigen; mit der Geschwindigkeit von Bewegungen und damit, wie wir diese wahrnehmen. Die Themen Beschleunigung, Entschleunigung, scheinbarer Stillstand und konstante Geschwindigkeit spielen dabei eine zentrale Rollen.

Fatima de Bossa befasst sich in „Mizora. Eine Annäherung.“ kritisch mit dem ersten feministischen Science-Fiction-Roman der westlichen Welt: „Mizora. A Prophecy“ (1889) von Mary E. Bradley und wird mittels performativer Erprobungen durch akustische, choreografische, textliche und videografische Skizzen im digitalen Raum intervenieren.

Für ein geplantes deutsch-französisches Theaterprojekt sollen in der Recherche-Arbeit „Widerstand in Paris“ die Nachkommen deutscher Widerstandskämpfer, die 1944 in Paris stationiert waren (z.B. Carl-Heinrich v. Stülpnagel), als auch auf Seiten der Résistance Nachkommen bzw. Bekannte deutscher, nach Frankreich emigrierter Künstler*innen (z.B. Dorothea Sternheim) befragt werden. 

„The Milky Way/ Die Milchstrasse“ ist eine multimediale Werkstatt zwischen Heilung, Kunst, Tanz, Storytelling, und Psycho-Magie über Fehlgeburt und Mutterwunde. Kunst als Heilung, ein Versuch das verwundete Feminine als Raum der multimedialen epischen Erzählung und zugleich als Reflexion und Überwindung von patriarchalen tabuisierten Konzepten und Strukturen der Schattenseiten des Mutterseins.

„General Intellect“ ist ein Recherchevorhaben, das sich mit dem Verhältnis von Theater und technischer Innovation beschäftigt. Mithilfe von Virtual Reality und dem Internet sollen Besitzverhältnisse im digitalen Raum kritisch betrachtet werden. Inhaltlich bezieht sich die Recherche auf das Fragment „Grundrisse“ von Karl Marx, in dem er den Begriff „general intellect“ einführt.

Die Recherche soll zur Erstellung von Inhalten zum Thema Live-Performance nach den Lockdowns dienen. Künstler*innen aller Sparten wurde ihre wichtigste Möglichkeit zur Darstellung genommen: die Live-Performance vor Publikum. Die grundlegende Motivation ist, sich mit Fragen zur Empfindung möglicher Veränderungen hinsichtlich des eigenen Gefühls während einer Live-Performance auseinanderzusetzen. 

„Theater – Mensch – Raum“ steht für die intime Auseinandersetzung mit den sich verändernden Arbeitswelten der freien darstellenden Künste. Die Recherche untersucht die ästhetischen Mittel diverser neuer oder wiederbelebter Aufführungsformen der Pandemiezeit. Mid- und postpandemisches Theater in ihrer Vielfältigkeit bekommen ein Gesicht und machen Mut für einen Blick nach vorn.

Katharina Stoll möchte in ihrer Recherche ergründen, in wie weit FatActivism ein radikal feministischer, antikapitalistischer Akt ist und wie wir unsere Körper aus den Fängen des Patriarchats befreien können. Wie lernen wir, unsere Körper nicht zu hassen und sie zu unserem größten Verbündeten im Kampf gegen jegliche Unterdrückung zu machen?

Im Rahmen des Recherchevorhabens „KÖRPER_GENERATION_BEGEGNUNG“ möchte Zarah Herr das Interesse für generationsübergreifende (professionelle) Tanzprojekte vertiefen und dabei erforschen welche Formen des Dialoges auf Augenhöhe zwischen Tänzer*innen unterschiedlicher Alters möglich sind und wie die vorhandene Diversität künstlerisch und choreografisch genutzt werden kann. 

In dem Projekt „Bodies of Water“ beschäftige ich sich Lois Alexander mit Themen wie traditionellem Wissen und Spiritualität. Besonders der Aspekt der Erinnerung, die sich in die Körper einschreibt, hat Alexander zu einer genaueren Recherche bewegt. Deshalb kooperiert Alexander mit der Future of Dance Company in Lagos. Gemeinsam wollen sie die Afro-Diaspora mit ihren Wurzeln verbinden.

Vier Frauen in den vier Elementen. Sie bringen sich in Extremsituationen, in Lebensgefahren, stoßen an ihre eigenen Grenzen. Den Naturgewalten in ihrem Boot, ihrem Flugzeug oder auf ihrem Rad begegnend. Sie sind alleine und auf sich gestellt. Tief in jeder von ihnen brodelt eine Ursprungskraft, ihre Motivation, das zu tun, was sie tun. Ist es ihr jeweiliges Element, das sie inspiriert?

With the research „moving tradition“ Evangelos Poulinas would like to expand the movement vocabulary and the choreographic practice, influenced by traditional dances. Poulinas would like to experiment on new hybrid performance and contemporary class settings and gather information on the social and emotional aspect of dancing. 

The intention of „Alive with me” is to make an artistic field guide documentation of Zionskirchplatz, Berlin, Mitte. Jill Emerson wants to reach out to the neighbors. Field guides can help with complex orientation. Emerson will record the ecosystem: how many people live here, where are they from, what are their migration patterns, are they happy, what do they want and what do they have to give? 

Im Recherche Projekt „Audiowalk Nürnberger Frauen“ möchte Philine Bührer untersuchen, inwieweit sich ein Audiowalk in Nürnberg realisieren lässt, der sich auf den Spuren von historischen und berühmten Frauen bewegt. Dabei möchte sie aus weiblicher Perspektive heraus Frauenbiographien erzählen und untersuchen welcher formale und ästhetische Zugriff, jeweils zu der Frauenpersönlichkeit passt.

Fernab der hoch polierten Innenstadt-Zentren stehen sie, die Plattenbauten. Einst als Versprechen der Moderne gebaut, dienen sie nun als Symbol für sozialen Abstieg oder langsam sogar als Sinnbild einer Utopie kollektiven Wohnens. Aber wie sieht die Innenperspektive der Bewohner*innen aus? Und durch welche künstlerisch-ästhetischen Formen der Begegnung können wir ins Gespräch darüber kommen? 

Anna Nowicka is researching pause and what the potential of stopping is. Pausing as a particular state of being within dancing, pause as an expanded space to sense, feel and respond, achieved both in stillness and through movement. The research develops through individual work in the studio, three intensive gatherings with a small group of participants and an on-going theoretical exploration.

Basierend auf Interviews mit Zeitzeug*innen, die zwischen 1974 und 1990 im Irak im Auftrag der DDR gearbeitet haben, untersucht Claudia Basrawi die Beziehungen der ehemaligen DDR zum Irak. Welche Bedeutung hatte die Arbeit im Irak für die DDR-Bürger*innen, welche Spuren hat sie hinterlassen? In dieser Recherche steht der Interkulturelle Austausch und die Multiperspektivität im Vordergrund. 

„The Houses That October Built“ ist eine immersive Performance Installation in der Tradition von „Halloween Haunts”: 360°-Environments, die Inszenierungen von Angst gewidmet sind. Durch geschichtliche Recherche und Austausch mit Haunt- und Immersions-Expert*innen entsteht ein künstlerisches Konzept zur Verhandlung gesellschaftlicher Bangnisse um Körper, Krankheit und Tod im pandemischen Kontext.

In den 46 Jahren des Babelsberger DEFA-Spielfilmstudios mit über 700 Spielfilmen gab es kaum Spielfilm-Regisseurinnen. Mit den heute noch lebenden Künstlerinnen will Amina Gusner reden um mehr über ihre Arbeit in diesem umkämpften Männerberuf zu erfahren. Im Gespräch mit heute arbeitenden Regisseurinnen will Gusner herausfinden, wie die Bedingungen für Frauen in der Regie waren und sind.

„Kohlenstoff“ ist ein Audiowalk, bei dem man im Glashaus sitzt, einen Lolli lutscht, Bäume wachsen und Kühe rülpsen hört und dabei die Ambivalenz dieses chemischen Elements reflektiert. Welche Rolle kommt dem Menschen im Kohlenstoffkreislauf zu? Wie ist Fortschritt zu bewerten? Warum ist die Welt so wie sie ist? 

Das Thema Narzissmus als strukturelle Komponente einer Gesellschaft soll der Inhalt des neuen Werkes „i” sein. Die Recherche ist ein intimes Auseinandersetzen mit sich selbst und mit der Berliner Tanzszene. Diese soll sich dem Thema ebenfalls zuwenden, um zu mehr Kollektivität zu finden, anstatt sich ständigem Wetteifern hinzugeben. 

Eine ausführliche Recherche über die Platzierung von Projekten auf Festivals und die Zusammenarbeit mit internationalen Festivalpartner*innen, sowie den Aufbau von nationalen und internationalen Kontakten soll zuerst stattfinden, um dann eigene Projekte, wie das durch den Fonds geförderte Projekt „Dream Machine“, auf Festivals zu platzieren, um auf diese Weise künstlerisch weiter voranzukommen. 

„Die Feuerwehrfrau“ ist ein Rechercheprojekt, dass sich mit dem Thema Frauen in Männerberufen auseinandersetzt. Auf künstlerische Ebene möchte Malina Kraft das klassische Rollenbild in Frage stellen und zum Nachdenken anregen. Indem sie als starke Feuerwehrfrau auftritt und durch artistische Inszenierungen die Gleichstellung betont, ermutigt sie Frauen diesen Schritt zu wagen.

Lena Köhn inszeniert ihre Diabolonummer neu. Ein besonderer Schwerpunkt liegt hierbei auf der Erarbeitung einer neuen musikalischen Auswahl und der Umsetzung in eine neue Choreografie. Parallel zur Arbeit an der Diabolonummer wird sie erste Recherchen für eine neue Pendeljonglage durchführen und hierfür zur Aufhängung eine Kuppel aus Fiberglastäben konstruieren.

Der Zusammenhang von „Klasse“ und „Klima“ muss an Plastizität gewinnen. Der Klimawandel trifft arme Menschen viel stärker; er ist selbst ein Produkt der Klassengesellschaft. Aus ihrer Perspektive als lohnabhängige Autorin und Mutter möchte sie den IPPC-Bericht in einen autofiktionalen Text „übersetzen“. Leitend ist der Gestus der „Science Moms“: „Inspire hope not dread.“ 

„under the sea“: Tintenfische in Drag, Seepferdchen-Herren, die Kinder austragen, ein Meerjunge verwandelt sich. Queerer Subtext wird Text. Ein Bühnenmärchen, das Andersartigkeit und Nonkonformität nicht ausstellt sondern feiert.

Verstehen Sie warum der Hosenschlitz für Personen mit Vulvinen nicht so konzipiert ist, dass auch diese, vor Blicken und Kälte geschützt, ohne die Hose auszuziehen, einfach im Hocken pinkeln können? Vulvinen inflationär abzubilden reicht für eine Veränderung nicht aus! Johanne Schröder möchte das Spektrum dieses komplexen Organs mit allen Sinnen erfahren und erlebnisorientiert zugänglich machen.

Die Recherchearbeit erforscht die Zusammenhänge von Soundinstallationen im Rahmen der auditiven Architektur und dem ursprünglichen musikalischen Konzept Erik Saties Musique d’Ameublement. Hieraus wird ein Entwurf für eine Soundinstallation und Konzertperformance entwickelt , der zeigt wie in einem Raum eine heutige Form der Musique d’Ameublement umgesetzt werden und erklingen kann.

Um sexualisierte Gewalt beenden zu können, muss die Gesellschaft lernen, selbstverständlich darüber zu sprechen. Die Geschichten von Betroffenen zu hören und anzunehmen ist der erste Schritt dazu. Die Recherche soll darum gehen, wie die Geschichten auf die Bühne gebracht werden können, was die Betroffenen auf die Bühne bringen wollen und wie wir in Kommunikation über das Thema kommen können. 

Die Förderung wird zur Weiterbildung im Bereich Bühnen- und Filmbeleuchtung genutzt. Mit Hospitanzen bei Lichteinrichtungen und Beleuchtungsproben an verschiedenen Theater- und Filmproduktionen, einem VHS-Kurs zum Thema Studio- und Sachfotografie und durch Recherchen zu künstlerischen Arbeiten unter dem Aspekt ihrer Beleuchtung, möchte Antonia Bitter ihren ästhetischen Spielraum erweitern. 

Mit „DRAMA GAMES – Mitmachen statt nur zuschauen“ möchte sich Bärbel Frank im Rahmen der Rechercheförderung einen Überblick über verschiedene Ansätze und Methoden für die Theaterarbeit an der Schnittstelle von Games und Theater verschaffen. Frank möchte Best Practice Beispiele aus der Praxis kennenlernen und reflektieren. 

Das Forschungsprojekt soll historisch analog vorhandenes Dokumentationsmaterial mittels augmentierter und virtueller Realität als räumliches Erlebnis erfahrbar machen. Das räumlich-partizipative Moment kann einen neuartigen Erkenntnisraum für die Forschung und das Studium eröffnen, indem das eigene Verhalten im Raum auf einen responsiven, szenographischen Raum trifft. 

Bei „Mirrors“ setzt sich der Berliner Zirkuskünstler Moritz Lucht mit dem Material Spiegle auseinander und erforscht es bezüglich seiner symbolischen sowie alltäglichen Bedeutung. Um sich dem Material zu nähern nutzt er verschiedene Zirkustechniken von Handstand bis Luftartistik. 

China ist schon lange Gegenstand unterschiedlichster Projektionen des Westens: Im 18. Jahrhundert noch stark exotisiert, wird China seit dem 19. Jhd. zum rassistischen Inbegriff des rückständig kolonialen Anderen, zur geostrategischen Gefahr. Die Recherche möchte Antisinismus und, anhand dem Theater Brechts, die wechselseitige fruchtbare Verzahnung von China und „dem Westen“ auf dem Grund gehen. 

Ole Hübner erforscht Wege der transdisziplinären Konzeption von komponierter, improvisierter Musik und körperlicher Bewegung. Besonderes Interesse gilt den „Mikrobereichen“ beider Felder (extrem leise, fragile, komplexe Klänge und extrem minimale, „in sich“ umso spannungsvollere Bewegungen, z.T. nur einzelner Muskeln), aber auch Tanz als Klangquelle und der Performativität des Instrumentalspiels.

Maren Strack testet Materialien auf ihre choreografische und klangliche Verwendbarkeit. Mit den Klängen, die aus ihren Bewegungen entstehen, komponiert Strack Performances und möchte herausfinden, wie den klanglichen Prozessen in Performances durch elektronische Verstärkung eine größere Plastizität verleihen werden kann, was über ein „Lautermachen“ der akustischen Performances hinaus geht. 

Aufeinander hören ist die Erkundung eines Klangs, der Generationen zusammenbringt, die Suche nach einer Komposition für ein Orchester, das bei Null anfängt, ein Versuch den Lernvorgang umzukehren, um Erfahrung möglich zu machen: Musikschüler*innen aus Bitterfeld-Wolfen unterrichten Erwachsene in ihrem Instrument und musizieren mit ihnen.  

Ist Theater für die Allerkleinsten sinnvoll? Und wenn ja, möchte und wie könnte man für diese Altersgruppe (1-3 Jahre) inszenieren? Das Experiment: als Beobachterin, Mitarbeiterin, im Austausch mit Fachleuten möchte Kerstin Röhn Kinder in einer Krippe und im frühelement. Musikunterricht begleiten, um diese Fragen zu beantworten und ggf. eigene, künstlerische Schlüsse daraus zu ziehen. 

Die Recherche „Der Geschmack der Rache“ befragt die Darstellungsformen von Rache, Hass und subjektiver Gerechtigkeitsempfindung im sozialen Kontext. Unter welchen Umständen werden gewaltbereite Radikalisierungen gesellschaftlich als ethisch gerechtfertigt wahrgenommen? Welches Verhältnis besteht zwischen den Täter*innen und den gesellschaftlichen Systemen mit denen bzw. gegen die sie interagieren?

„Die Naturalisation der Schutzbefohlenen“ ist ein Rechercheprojekt, das Elfriede Jelineks Theaterstück „Die Schutzbefohlenen“ unter aktueller Fragestellung unter die Lupe nimmt. Es geht darum, den Stücktext für die Bühne von 2022 zu erweitern und vor der Idee von Interkulturalität und Migration als permanentem gesellschaftlichen Zustand weitere Stimmen und Perspektiven hinzuzufügen.

Ausgehend von den Klimabewegungen in Deutschland stellt das Rechercheprojekt „Einen Schritt weiter” die Frage nach dem gesellschaftlichen Transformationspotential in der Organisation zivilen Ungehorsams und lotet die theatralen Möglichkeiten dieses Themas aus.

Das Projekt „in Transformation“ versteht sich als Fortführung einer langjährigen Beschäftigung von TheatreFragile mit dem ehemaligen Kasernenviertel rund um die Adenauer Straße in Detmold. Der Ort steht exemplarisch für Transformationsorte in Deutschland. In einer Recherche zwischen Januar und April 2022 erforscht Marianne Cornil die Ortsgeschichte durch Interviews, Recherche und Klangaufnahmen.

Physisch-performative Erforschung der Wirksamkeit von Trost durch Zulassen von Verlusterfahrungen und Trauer, Entgegenwirken von Verdrängungsmechanismen, Aufgreifen aktueller Aufbruchs-Dynamiken, Nutzung vorhandener Lücken und Anstoß von Erneuerungsprozessen mit der „Emotions-Kunst“ der kleinen Schritte, auf einen nachhaltigen Weg Richtung positiver Transformation.

Alicia Geugelin möchte ein begehbares Musiktheater konzipieren, das nicht-lineare Narrationsstrategien ins Zentrum stellt, das Publikum zu eigenen Entscheidungen animiert und eine neue Musiktheaterform verwirklicht. Mit Darsteller*innen unterschiedlicher Disziplinen will Geugelin das Zusammenspiel von Demokratie und digitalen Medien untersuchen und demokratische Prozesse beleuchten.

Mit „… und es gibt sie doch!“ will Julia-Huda Nahas die Wahrnehmung und Vernetzung von BI*POC Künstler*innen im Theater stärken. 

Paula Reissig legt eine Bibliothek an digitalen Körpern an, beschäftigt sich mit dem Animieren dieser Körper und erstellt digitale Kostümbilder. Sie eignet sich weiterführende Fähigkeiten in der Game Engine Unity und dem 3D Programm Blender an, um in zukünfitigen zeitlich begrenzten digitalen Performance-Produktionen mehr Zeit für die Inhaltliche Auseinandersetzung und Umsetzung zu haben.

Aus der Perspektive des Visual Composers wird Michiel Keuper sich intensiv mit der Inszenierung von politischem Protest in Tanz und Performance im ehemaligen „Ostblock“ beschäftigen, insbesondere in seiner engen Verflechtung mit Mode. Sie dient gleichzeitig dem praktischen Experimentieren mit Materialien im öffentlichen Stadt- und Naturraum – mit dem Ziel beides miteinander zu verknüpfen. 

Die Klat(t)sche – Logbuch des künstlerischen Schaffens; Texte und Bilder, die es nicht auf die Bühne geschafft haben; kulturpolitische Beiträge, Kommentare, Anekdoten, Recherche. Das Rohmaterial ist vorhanden. Im Rechner, in Journals, im Kopf. Die Skills, den blog künstlerisch kreativ und effektiv zu gestalten, werden jetzt von Christiane Klatt geprobt.  

„HEIMATLOS – zwischen Deutschland und Marokko“ – Muslimische Feministinnen zwischen Deutschland und Marokko. Die Recherchearbeit soll den Weg ebnen für eine Stückentwicklung zwischen Lyrik, Biografie und Dramatik, die das Publikum mitnimmt auf eine Reise der Heimatlosigkeit aus der Sicht junger, muslimischer Feministinnen in Deutschland, der Türkei und Marokko.

„RÄUME DER HOFFNUNG: A PLACE CALLED HOPE“ widmet sich im Rahmen einer Recherche der Bewältigung von persönlichen Lebenskrisen, jener Widerstandskraft, die daraus wachsen kann und uns neuen Mut finden lässt oder wie Elton John singt: „I‘m Still Standing“. Neben der choreografischen Erforschung des Hinfallens und Aufstehens bilden Interviews mit Menschen aus dem Stadtteil eine wichtige Arbeitsbasis.

Anhand von Laika Musik (etwa das griechische Äquivalent zum deutschen Schlager) möchte Silvia Jedrusiak den Zusammenhang zwischen Migration und Pop-Utopie untersuchen. In ihrer Arbeit legt sie den Fokus auf den Migrationsfluss von Griechenland nach (West-)Deutschland von den 1960er Jahren bis heute, sowie auf die Musik, welche diese Generationen von Migrant*innen begleitet hat.

In der Recherche werden fluide Gesellschafts-, Gender- und Darstellungskonzepte unserer Zeit untersucht und am Beispiel weiblicher Ikonen in einen pop-kulturellen und historischen Kontext gesetzt. Mit der Sezierung medialer Repräsentations- und Unterhaltungspraktiken soll eine neue performative Narration entstehen: Diskurs als subversiver Teil der kollektiven Massenunterhaltung; ein Meta-Varieté. 

„Leaving Carmen“ ist der Versuch, dem Stereotyp der leidenschaftlichen, verführerischen Wallenkleid-Flamencotänzerin, den Machismen und patriarchalen Strukturen im Flamenco einen feministischen Standpunkt entgegenzusetzen. Wie kann, darf oder muss weißer, nicht-spanischer Flamenco in unserer heutigen Zeit sein?

Anhand eines imaginären Zukunftsszenarios werden Gespräche mit Boizenburger*innen beleuchten, wie der politisch angestrebte Wachstumstrend das Leben hier verändert haben wird. Dieser Ausgangspunkt dient als Vehikel, um Themen der westlichsten Stadt Mecklenburgs aufzuspüren, wie z. B. Mobilität, Politik, Gentrifizierung. Die Recherche soll in einem Konzept für ein partizipatives Projekt münden. 

Ziel ist die Konzeption zur Ausarbeitung von verschiedenen Lösungsansätzen zur Fortsetzung des Spiel und Probebetriebes in Krisensituationen. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf den Folgen der Beschränkungen der aktuellen Corona Pandemie.

Ziel des Forschungsprojekts ist es, auf der Suche nach in Berlin spielenden Romanen von Autorinnen in die moderne und zeitgenössische Literatur einzutauchen. Diese Analyse bildet die Grundlage für die spätere Konzeption einer Reihe von Audiowalks, die auf den Werken bekannter Schriftstellerinnen basieren. 

„EINfluss & AUSwirkung“ ist eine Recherche in Tansania und Deutschland über Blickachsen, moralische Fallen, persönliche Perspektiven und Migration. 

„Der große Sprung“ ist eine Recherche, die sich mit Zukunftstechnologien und Innovationen beschäftigt. Zentrales Anliegen ist eine visionäre Bestandsaufnahme. Woran arbeiten die Menschen genau, wenn sie an fundamentalen Neuerungen forschen und mit welchen Konsequenzen rechnen sie? 

„Low Key Space Agency“ erforscht Methoden des P&P Roleplay und andere Methoden des kollektiven Fingierens, Worldbuildings und Channelings. Könnten damit durchgeführte, gemeinsam fingierte, Raumreisen ein Weg sein aktuelle patriarchale und neo-kolonialistischen Fantasien der Besiedelung anderer Planeten zurückzuweisen und queere Vorstellungen von Raum, Zeit und Nicht-Menschheit zu erforschen?

Ein Recherchevorhaben zum Genre der „Reportage auf der Bühne“: Wo liegen die Schnittmengen zwischen Journalismus und Dokumentartheater? Welche Voraussetzungen braucht die performative Reportage, um wahrhaftig, glaubwürdig und überzeugend zu sein? Eine Bestandsaufnahme, eine Interview-Reihe mit Expert*innen und ein zusammenfassender Essay sowie die Konzeption eines Dokumentar-Festivals.

Der Theaterstar Sarah Bernhardt und die Klinikstars „Hysterikerinnen“, ausgehend von diesem irrsinnigen, synergetischen Crossover der Kultur- und Krankheitsgeschichte im 19. Jahrhundert, wird die Performerin Melanie Schmidli mit „DIVINA HYSTERIKA“ eine feministisch-performative Textgrundlage und Konzeption für ihre nächste künstlerische Arbeit entwickeln.

Inspiriert durch das Gemälde „Die Toteninsel“ von Arnold Böcklin und der sich darauf beziehenden Komposition „The Isle of the Dead Op.29“ Sergei Rachmaninovs recherchiert der Choreograph und Tänzer Gonçalo Cruzinha in diversen Kulturen weltweit Rituale und Zeremonien um den Übergang vom Irdischen zum Leben nach dem Tod. Er versucht tänzerisch zu ergründen, was mit dem Körper nach dem Tod passiert.

„Geständnisse” ist eine Sammlung von Berichten über verschwommene Wahrheiten bis hin zu bewussten Falschaussagen. Das Erodieren der Ehrlichkeit bedeutet einen Kulturwandel, der jenseits von Politik jeden betrifft. Was sind die Ursachen für den Mangel an Wahrheit? Führt das positive Denken zur Toleranz der Lüge?

Sind Theater, Film und Literatur die Katalysatoren, die dem Aktivismus die Kraft zur Mobilisierung geben oder ersetzen sie aktivistische Handlungen und erwirken durch die, durch sie eröffneten, Gedankenräume unmittelbare Veränderungen in der Politik und Gesellschaft? Eine recherchebasierte Selbstverortung im Spannungsfeld von aktivistischen Formaten und dokumentarisch-künstlerischen Projekten.

Ziel ist die Erforschung des Beamereinsatzes als Licht gestaltendes Element im Tourneebetrieb. Ist es möglich mit Projektionen auf verschiedenen, auch unebenen Untergründen Orte effektiv ins Licht setzen und gleichzeitig mit demselben Beamer bewegte Bilder zu projizieren? Wie gestaltet sich als Solokünstlerin der Einsatz der Software QLab und welche Möglichkeiten ergeben sich daraus?

Ausgehend von dem Roman von Pierre Jarawan „Am Ende bleiben die Zedern“ und Interviews mit libanesischen Künstler*innen recherchiert Jonas Schlagowsky zur aktuellen Situation im Libanon und des deutsch-libanesischen Verhältnisses. Angereicht durch eigene Erlebnisse entwickelt er eine Stückfassung für einen transkulturellen Theaterabend mit einem Internationalen Ensemble. 

Sex, Sex, Sex – alles um dieses eine Wort interessiert und fasziniert junge Menschen, gleichzeitig gehört es nach wie vor zu den meist verschwiegenen Themen. Was wünschen sich aber die Jugendlichen für einen Umgang mit dem Thema und welche Auswirkungen und Einflüsse hat die sexuelle Erziehung, die wir in unserem Elternhaus genießen auf die weitere Entwicklung unserer Persönlichkeit?

Wie kann die Virtual Reality in Beziehung gebracht werden mit den Bruchlinien und Paradoxien um Marieluise Fleißer, im „Naturalismus“, in der „neuen Sachlichkeit“ in Hinblick auf ihre Definition, von Wirklichkeit und deren Abbild? Lässt sich ein V-Effekt in ein VR – Erfahrung Implementieren? Wie verhält sich die Immersion der VR zu Dokumentarismen in der Kunst? Kopräsenz versus Immersion?

Mit der Rechercheförderung möchte Jonas Woltemate sich in den Bereichen Kamera, Postproduktion und Live-Projektion weiterbilden und handwerkliche Fähigkeiten für seine künstlerische Praxis vertiefen. Er will sich künstlerisch weiterentwickeln, seinem Interesse am Filmen nachgehen und die Bereiche Video und Choreografie in Zukunft in seiner Arbeit noch mehr miteinander in Verbindung bringen.

„Diaspora – oder „Weg der Heiligen““ oder wie beeinflusst die Kolonialisierung Kubas heute noch das Selbstverständnis einer kubanischen Tänzerin? Eine Tanzrecherche, die mit den Geistern der Verstorbenen beginnt und bis zur Gegenwart führt. Claudia Iglesias Ungo forscht nach ihrer Identität als kubanische Tänzerin, das unweigerlich mit der afrikanischen Diaspora verbunden ist.

Petra Quednau will Antworten auf folgende Fragen finden: Was kann sie tun und wie kann sie ihre Projekte und ihr Handeln verantwortungsvoll gestalten? Wird das von den Kunden angenommen? Kann ich mir einen neuen Kundenkreis eröffnen? Bietet das einen Mehrwert? Wenn ja für wen? Wie bleibe ich dabei wettbewerbsfähig? Ziel ist es ihre künstlerischen Unternehmungen nachhaltig zu gestalten. 

„ZEICHEN“ ist eine Recherche zur Schnittmenge von kreativem Erfinden in den darstellenden Künsten und Psychose Erkrankung. Dabei geht es besonders um die Analogien im Umgang von Sprache und Sprechen in der paranoiden Schizophrenie und Umgang von Sprache und Sprechen in den darstellenden Künsten. Und: Kann man (noch) miteinander sprechen, wenn Rationalität auf Irrationalität trifft?

Felix Wegner geht den Fragen nach welche gesellschaftlichen Aufgaben des Kindertheaters er in der Gegenwart sieht. Während der Recherchezeit wird er sich intensiv mit der gendersensiblen Sprache beschäftigen und diese ins Kindertheater einflechten. Was hat sich für Kinder durch die Pandemie verändert und wie kann er dies künstlerisch aufgreifen?

,,Aber das müssen wir noch austauschen!“ ist ein Recherchevorhaben von Martin Sieweke. Es geht zum einen um die Diffusion von Materialien als Ursache von Entscheidungsprozessen und zum anderen, inwiefern Verschleißspuren, als separiertes Abbild haptisch, physischer Arbeitsrealitäten, ignoriert und kaschiert werden. Welchem Virtuositätsverständnisses dient dieses Ausklammern?

Schach erlebt gerade einen Hype, im Kino oder im Stream. Dabei werden diesem dramatischen Zweikampf fragwürdige Vorstellungen angedichtet, vor allem über den Zusammenhang von Genie und Wahnsinn: Traumas machen genial. Doch wie verhalten sich psychologische Faktoren in diesem scheinbar rationalen Spiel wirklich? Wie läßt sich aus diesem Material ein Theaterstück für das Zeitalter der KI generieren?

Ziel des Projekts ist es, anhand der Beobachtung motorischer, phonetischer und sozialer Eigenschaften von Hühnern einen tänzerisch-szenischen Bogen zum Menschsein zu schlagen. Dabei sollen individuelle künstlerische Ausdrucksmöglichkeiten erweitert, in humorvolle Sequenzen überführt und zu Thesen für ein erfolgreiches Zusammenleben in einer pluralen Gesellschaft entwickelt werden.

Gleichberechtigte Teilhabe und Teilgabe – auch in der Kunst. Zeitgenössischer Zirkus und Inklusion. Was brauchen wir, um im professionellen Bereich inklusiv arbeiten zu können? Anna-Katharina Andrees ist eine Berliner Regisseurin. Ihre Spezialisierung liegt im Bereich Inklusion und Diversität. Mit dieser Recherche möchte sie einen Perspektivwechsel vornehmen und Erfahrungen teilen. 

Trotz der Skandalisierung von Machtmissbrauch am Theater findet noch keine konkrete Aushandlung von anderen, kollektiven Leitungsmodellen statt. Es geht Kevin Rittberger darum, den Panels und Lippenbekenntnissen Taten folgen zu lassen, indem Blaupausen (vertragsförmig) erarbeitet werden, die an größeren und kleineren Theatern, in der Freien Szene sowie im Stadttheater umgesetzt werden können.

„Wer arbeitet, bewegt sich von sich selbst weg, durch die Welt hindurch, zu sich selbst zurück. Die Selbstwerdung des Menschen geschieht durch Arbeit.” Kierkegaard. Was sich hinter dem Schleier der Senior*innenschaft verbirgt, erforscht Josephine Raschke mit Materialien, Objekten, Figuren, Texten und Körpern. Bis zu 60 Jahre (Arbeits-)Erfahrung liegen zwischen Ihnen. Arbeit und Identität.

„Ostinato -Internet Songs“ ist eine Recherche über Improvisationspartituren, Looping-Pedale, teuflische Maschinen, eine Verflachung der Hierarchie der Bedeutung in den Nachrichten und das Internet. Durch eine Sammlung, Archive von Yahoo! News Titeln, benutze Pauline Payen diese „objets trouvés“ als Quellenmaterial, um verschiedene Performance und Sound-Formate zu recherchieren. 

Hanna Roxane Scherwinski stellt sich in der Recherche die Frage wie männliche Stereotype auf den weiblichen Körper projiziert werden können und ob Hypermaskulinität von nichtmännlichen Personen angeeignet werden kann. Dafür plant Scherwinski die Umsetzung eines mobilen Wrestlingrings, in welchem es jedem*jeder ermöglicht werden soll, seine*ihre eigenen hybriden Wrestling-Egos zu erforschen.  

Musiker, Drag-Performer und Regisseur Mathias Becker sucht nach Drag-Ancestors aus der ehemaligen DDR und versucht in Kontakt mit einer nicht erlebten Vergangenheit zu treten.

Reichenscharm nicht Reichencharme. Armutsforschung gibt es mannigfach, aber was macht eigentlich der Adel? Wieso so zurückgezogen? Farina Jäger-Stabenow recherchiert künstlerisch in abgeschotteten Reichen-Milieus, vergleicht das Mehr Haben wollen einer Leistungsgesellschaft mit den Ritualen des Adels und eignet sich Aspekte der Hochkultur für eine audio-visuelle Darstellungen an.

„Jurassic Bauhaus -vergessene Werte(?)“ Quadrat ist nicht gleich Quadrat. Das Bauhaus und seine Werte im Puppentheater auf der Suche nach verschütteten Idealen. Ein Versuch Inhalte und Formen des Bauhauses im Puppentheater von heute zu behandeln und Verbindungen zwischen früher und heute aufzuzeigen.

Mit dem Geschichten-Bauer-Labor möchte sich Reiner Müller als performativer Geschichtenerzähler durch Fortbildungen und Selbststudium professionalisieren und ein Repertoire für künftige Performances erarbeiten. Die Recherchen umfassen das Studium und die Bearbeitung vorhandener Geschichten, die Suche nach nicht erzählten Geschichten sowie die Verarbeitung aktueller Themen zu neuen Geschichten.

Der frühere Ministerpräsident der Türkei gewinnt mit seiner im Jahre 2019 gegründeten „Zukunftspartei” die Parlamentswahl im Jahr 2024. Eines seiner Programmpunkte ist die Einführung einer Gesundheitsprüfung für Leute, die dauerhaft in ihre Heimat zurückkehren möchten. Der Mindestmesswert für eine Rückkehr in die Heimat liegt bei 200. Die dabei angewandte Messgröße wird Mut genannt. 

Der weibliche Zyklus als Grundlage für eine gesunde und kraftvolle Arbeitsweise sowie als artistische Inspiration? Als weibliche Artistin am Chinesischen Mast, eines vorsätzlich männerdominierten Genre, möchte Lea Litte dieser Frage nachgehen und Wege für eine zukunftsweisende Sicht auf dieses Thema im Bereich des zeitgenössischen Circus mitgestalten.

Das Spiel mit Nahrungsmitteln ist bekannt und beliebt. Es führt in der Kochkunst zu reichen Kreationen, doch auch an unseren Küchentischen entstehen tagtäglich neue Kunstwerke. Der Fülle des Spiels stehen Überfluss, Verschwendung und Armut entgegen. Bestehend aus Interviews, Tonaufnahmen und einem Workshop dient die Recherche als Ausgangspunkt für ein Theaterstück für 4-6 jährige Kinder.

Steckt im Zirkus die Idee von Freiheit? Zu dieser Frage möchte Andrea Casabianchi forschen und literarisches und filmisches Material für einen Theaterabend erarbeiten. Casabianchi möchte den Zirkus biografisch in den Fußstapfen des Großvaters erforschen, der mit einem Zirkus herumgereiste. Zudem sollen Interviews mit Zirkuskünstler*innen gefilmt werden. 

Die Recherche soll der Weiterbildung der eigenen tänzerischen Fähigkeiten dienen. Eine Recherche voneinander bedingenden Gegensätzen sein, um eine Solo Tanz Performance zu choreografieren. Ziel ist die Erstellung einer filmischen Dokumentation zu zum Lern- und Erprobungsprozess, sowie die Aufnahme des fertigen Stückes.

Der Tänzer und Choreograf Clébio Oliveira beschäftigt sich mit Wassermangel im Kontext des Klimawandels. Vor dem Hintergrund eigener Erfahrungen untersucht er mittels Lektüren, Interviews und Trainings, wie sich das Fehlen von Wasser auf Körper und Psyche, auf die natürliche und soziale Umwelt auswirkt und wie es sich mit den Mitteln von zeitgenössischem Tanz und Performance übersetzen lässt.

Katharina Becklas möchte das Grillfest der Zukunft ausstatten: Was sind Prozesse und Objekte des Grillfestes im Jahr 2030, wenn die Rolle des Grillmeisters abgeschafft wurde und wir bei Gras-Bratling und veganem Lachs aus dem 3D Drucker gesellig zusammenkommen? Oder wird es ohne Fleisch kein Zusammenkommen mehr geben? Reenactment, Fotos und Objekte dekonstruieren die Macht des Fleisches.

“On the other end” intersects the ork and methodologies of telephone operation and electronic music. The research trails along their connections: the intersecting wires and switches that appear in both the telegraph and synthesizers which bear striking resemblances; the level of affect with the instrument, forwarding a personal relationship with the machine, rendering it an extension of the body.

Mit dem Konferenz-Tool „gather.town“ können sich Nutzer*innen via Webcam und Mikrofon in 16Bit-Szenarien begegnen. Matthias Sterba geht der Frage nach welche Formen des interaktiven Spiels damit möglich werden. Wie verändert sich das Verhältnis zwischen Publikum und Performender? Und lässt sich mit der Plattform eine Mischung aus PC-Spiel und Lehrstück entwickeln? 

Erzählungen geschehen immer in definierten Räumen. Klang trifft hier auf eine Oberfläche, wird zurückgeworfen und erzeugt eine Perspektive. Aber was wäre, wenn wir Räume mitnehmen, kombinieren oder verändern könnten? „Real – Hyperreal“ beschäftigt sich mit den Fragen der Digitalisierung von Räumen, virtuellem Zusammensein und den künstlerischen Chancen, die darin liegen.

KI und Robotik verändern unsere Welt – dass diese ihre Ursprünge bereits in der Antike haben, ist weniger bekannt. Die Idee von intelligenten, autonomen, mechanischen Wesen geht auf die griechische Mythologie zurück, von den Werken Hephaistos über den Ur-Androiden Pandora. In welchem Verhältnis stehen diese archaischen Imaginationen zu aktuellen KI Diskursen? Und lässt sich daraus Theater machen? 

Wie sehen die Dinge der Zukunft aus? Mit welchen Alltagsgegenständen kann eine Vision der Zukunft entworfen werden und wieviel Utopie oder Dystopie liegt bereits heute in den Dingen, die ihrerseits aus einer vergangenen Zeit kommen? In dieser Recherche versucht die Puppenspielerin Sophie Bartel, ein metaphorisches Sci Fi-Objekttheater zu erarbeiten und die Dinge ganz neu zu erfinden.

„Der Hof“ befasst sich mit einer Recherche zum Thema (toxische) Männlichkeit, Identität und Vergangenheitsbewältigung. Was passiert, wenn drei Freunde nach Jahren wieder zusammen kommen um den vermeintlichen Selbstmord eines Freundes aufzuarbeiten? Im Kern steht dabei die Entwicklung eines Theaterkonzepts und Textes, die parallel zur Erforschung tänzerischer Elemente passieren soll.

In der Recherchearbeit verfolgt Eva Kaufmann die Suche nach inhaltlichen und gestalterischen Mitteln um die, von Tomi Ungerer geschaffene Bildsprache und ihre Atmosphären, auf der Bühne umzusetzen, Thematiken herauszuarbeiten und eine Konzeption für eine Figurentheaterinszenierung zu entwickeln.

Wie kann man einen sicheren Protest garantieren? Wie verändern sich die eigenen Träume in einer neuen Wirklichkeit? Dies ist ein Versuch, das kollektive Schweigen zu brechen und Generationsübergreifende Realitäten von Menschen mit Fluchtgeschichte aufzuzeigen.

„Non-binary Berlin“ ist ein performatives Wissenslabor und ein assoziativer Raum, der verschiedene Perspektiven von jungen, nicht-binären Menschen in Berlin in Dialog miteinander bringt. Anhand von Interviews und einer Probenwoche mit nicht-binären jungen Erwachsenen sollen Texte entwickelt werden, die sich nach der Recherchearbeit schrittweise in einen Theatertext verschriftlichen lassen.

Julian Nilsson-Eicke wird ein mitteleuropäisches Metropolis bauen. Er wird Orte und Zeiten, Realität und Fiktion, wie im Traum, miteinander verweben und so geschichtsträchtige Orte des kollektiven Unterbewusstseins, durch den Krieg verlorenen Architekturen, Räume vergangener Produktionen, in eine neue Stadt verschmelzen und in ein zeitlich nicht genau zu bestimmendes „Jetzt” überführen.

This research explores the encounters between the human body and its environment by amplifying micro-moments of their touch. It will document and transform these intra-actions; bring the inaudible world closer; and curate resonating soundscapes that expose the urgency to (re)move the human from the world it thinks it knows and towards the unknown; the hardly-heard; the vibrating present.

„Die Stimme in der Akrobatik“ ist eine Recherche für neue Impulse in der multidisziplinären Bühnenarbeit. Welche Verbindungen gibt es zwischen Stimme und Bewegung? Inwiefern ist diese auf der Bühne umsetzbar und für den Zuschauer interessant? Erkenntnisse und Materialien daraus sollen Aufschluss über künftige Stücke mit dem Produzieren von Livesounds geben.

Philipp-Constantin Urrutia möchte Strategien entwickeln, in denen das Internet mit seinen Informationsmöglichkeiten genutzt wird, um Erzählräume, die im Theater beginnen, auszuweiten und sie zu verdichten. Das daraus entstehende Narrativ soll mit den Grenzen von Fiktion und Realität spielen, in dem um Ortsgeschichte, wie in einem urbanen Fandom erzählt und in Aufführungsformate eingebunden wird.

Das Forschungsprojekt „Konvergenzen“ wird sich darauf konzentrieren, wie mehr Räume geschaffen werden können, in denen die Queer LatinX Diaspora auftreten und sich präsentieren kann, ein Ort, der ein Verbindungspunkt verschiedener Linien oder Wege sein wird, an dem sich mehrere Performer treffen können.

Der Utopie folgend, ein Theater der Begegnung zu schaffen, in dem die Generationen aneinander rasseln, eine neue Sprache schmieden und schließlich ihr Jahrtausende altes Kriegsbeil begraben, will Holle Münster Kommunikationssackgassen innerhalb der Familie erforschen; den Streit zwischen Eltern und ihren Kindern. Münster durchsucht Dramen nach Eltern-Kind-Dialogen und ihrer Sprache der Krise.

„WHEN NO ONE SEES ME” beschäftigt sich mit Verletzlichkeit, ausgehend von Paul B. Preciado: „And when you have lost all courage, mad with cowardice, I wish you to invent new and fragile uses for your vulnerable bodies. Because I love you, I wish you weak and not brave. Because revolution acts through weakness.“ 

Rasmus Nordholt-Frieling ist Theaterpraktiker, Klanggestalter und hat 2021 seine Promotion „Musikalische Relationen“ veröffentlicht. Er bewegt sich konsequent zwischen Theorie und Praxis. Diesem Zwischenreich möchte er sich in der Recherche widmen und an einer Lecture-Performance zu Fragen des Klanglichen arbeiten. Ausgangspunkt sind hierbei die Schwingungen seines modularen Synthesiszers.

In an effort to render the invisible visible, this research focuses on the subtle orchestration happening between our diaphragm, lungs, pelvic floor, phrenic nerve and vagus nerve, by studying the physicality of breath movements of specifically chosen individuals, whose breath plays a prominent role in their main activity.

Wie kann in einem Rahmen, der durch Helden-Narrative geprägt ist, ein Austausch von Narrationen gelingen? Beispiel dafür ist der aus Western bekannte „american shot“, in dem plötzlich das Halfter wichtiger wird als der Colt und zur Tasche mutiert, während der männliche Held als alte Dame wiederkehrt – in einem Medium, dass nicht nur von Schüssen erzählt, sondern zugleich aus „shots“ besteht.

Als Geschichtensammlerin begibt sich Maíra Wiener auf die Suche nach historischen Verbindungen und Verflechtungen in den ländlichen Gemeinden Graben-Neudorf, Dettenheim und Karlsdorf-Neuthard in Bezug auf lokale Migrationsbewegungen zwischen diesen Orten in den letzten Jahrhunderten und daraus folgenden Migrationswellen nach Südbrasilien.

In „Horizont:Horizont“ setzt sich Hanna Lenz mit den Wechselwirkungen zwischen analog konzipierten Bühnenbildern und digitalen Theaterformaten auseinander. Sie geht der Frage nach, was die Räume in den jeweiligen Formaten erzählen und analysiert die Gesetzmäßigkeiten der Raumproduktion und seine Möglichkeiten.

Eine feministische Erfoschung des clownesken Elements für das Theater: Wenn der neutrale Körper auf der Bühne männlich, weiß, heterosexuell konnotiert ist – was verändert sich, wenn ein weiblicher Körper auf der Bühne erscheint? Was ist lustig und warum? In Recherche und Workshops will Alexandra Martini an feministisch-clowneskem Humor arbeiten, Bündnisse bilden und performative Experimente wagen.

Stiche und Strukturen. Was ist dir wertvoll? Warum hast du soviel Zeit damit verbracht? Wie hast du dein Handwerk gelernt? Wem hast du es beigebracht? Welche Arbeit liegt dir am meisten am Herzen? Diesen Fragen möchte Anika Marquardt auf den Grund gehen und der Handarbeitskunst als Kulturgut der Frauen ihrer Familie recherchieren und neu interpretieren.

Wie zu Zeiten der Pest oder als man vor über 200 Jahren begann, Menschen zu impfen, gibt es auch heute mitunter irrational wahnhaften und fanatischen Protest mit eigenen Narrativen von Opfer, Schuld und Wahrheit. Eine Recherche zur Geschichte dieses öffentlichen Protests und zu historischen Theaterformen soll mit „Spectaculum Corona“ in einem Mysterienspiel für das 3. Jahrtausend münden.

„Nicola L. Hein – Cybernetic Orchestra“ beschäftigt sich mit der Interaktion eines menschlichen Musikers mit einem Orchester von KI-Maschinen Musiker*innen. Klangkünstler, Komponist, Gitarrist und Programmierer Nicola L. Hein entwickelt in diesem Projekt die musikalische Echtzeit Interaktion mit einem von künstlicher Intelligenz kontrolliertem Roboter Orchester.

Die Forschung wird sich auf das Leben und die sozioökonomischen Bedingungen arabischsprachiger Emigranten in Berlin im Zuge des Arabischen Frühlings (2011 bis heute) konzentrieren. Insbesondere möchte sich Bassem Saad darauf konzentrieren, wie sich queere und feministische Elemente innerhalb arabischer Gemeinschaften in Deutschland auf die Geschichte ihrer Heimat- und Gastländer beziehen. 

Zeichnen als Ideen-Sprache: für die Ideen-Findung allein, das Ideen-Diskutieren mit den nächsten, das Ideen-Präsentieren vor den anderen und zum Ideen-Festhalten hinterher. In dem Vorhaben wird das Zeichnen als Kommunikationsmittel im Stückentwicklungsprozess geübt und weiterentwickelt. Dabei entsteht ein Ideen-Katalog für eine neue Produktion.

Zeichnen als Ideen-Sprache: für die Ideen-Findung allein, das Ideen-Diskutieren mit den nächsten, das Ideen-Präsentieren vor den anderen und zum Ideen-Festhalten hinterher. In dem Vorhaben wird das Zeichnen als Kommunikationsmittel im Stückentwicklungsprozess geübt und weiterentwickelt. Dabei entsteht ein Ideen-Katalog für eine neue Produktion.

Zeichnen als Ideen-Sprache: für die Ideen-Findung allein, das Ideen-Diskutieren mit den nächsten, das Ideen-Präsentieren vor den anderen und zum Ideen-Festhalten hinterher. In dem Vorhaben wird das Zeichnen als Kommunikationsmittel im Stückentwicklungsprozess geübt und weiterentwickelt. Dabei entsteht ein Ideen-Katalog für eine neue Produktion.

Zeichnen als Ideen-Sprache: für die Ideen-Findung allein, das Ideen-Diskutieren mit den nächsten, das Ideen-Präsentieren vor den anderen und zum Ideen-Festhalten hinterher. In dem Vorhaben wird das Zeichnen als Kommunikationsmittel im Stückentwicklungsprozess geübt und weiterentwickelt. Dabei entsteht ein Ideen-Katalog für eine neue Produktion.

Im Rechercheprojekt „Raumwandlungen“ geht es um die Frage: Welche Wege gibt es, dass allein durch das verwendete Material eine räumliche Verwandlung, bis hin zur Auflösung, entstehen kann? Mit welchen Materialien ist dies umsetzbar und wie können sie eingesetzt werden? Durch experimentelle Materialuntersuchungen soll ein Materialarchiv entstehen, das für kommende Projekte anwendbar ist.

„Limbs“ ist eine Betrachtung des eigenen Körpers, das Spiel mit physischen Grenzen und die Überschreitung ästhetischer Barrieren mit Mitteln des zeitgenössischen Zirkus. Wie werden menschliche Körper, insbesondere von Frauen, in unserer Gesellschaft gesehen? Wie kann man den eigenen Fokus weg vom äußeren Erscheinungsbild lenken und das Selbstwertgefühl nicht vom Aussehen abhängig machen?

Das Rechercheprojekt „Fett“ beschäftigt sich mit der Bedeutung von Körperfett in unserer Gesellschaft und der moralischen Verurteilung derer, deren Körperfettanteil nicht der gängigen Norm entspricht. Soziale und wirtschaftliche Gründe für westliche Schönheitsnormen sind ebenso Thema dieses Projektes, wie die Reflektion des Themas „Körperfett“ in Kunst und Popkultur.

Michael Gagawala Kaddu aims to document all findings in order to create easily accessible data in the form of written, audio and video material, and then release it to the general public for future educational and entertainment purposes. Based on the material gathered throughout the research. Kaddu will conduct a movement investigation, which will develop into a dance.

Oft neigt die Kulturbranche dazu genau das zu reproduzieren, was sie in der Welt anklagt. Regie heißt nicht einfach nur künstlerischer Kopf, sondern auch Führungskraft und damit einhergehend auch eine Verantwortung für ein Team. „Handschrift 2.0“ ist eine Untersuchung in wieweit künstlerische Prozesse und Führungsaufgaben besser und nachhaltiger zusammen gedacht werden können.

Das Recherche-Vorhaben sucht nach Antworten auf die Frage: Gibt es ein kollektives Bewusstsein für das Sterben?, deren Ergebnisse (Interviews, Recherche-Material) als dramaturgische Grundlage für einen weiterführenden Arbeitsprozess, der zu einer inhaltlichen Verdichtung der thematischen Ausrichtung und Findung von Umsetzungsformaten führen soll.

Das Stipendium soll Lior Shneior helfen, um drei Monate intensiv die Themen: Komposition, Zugänglichkeit und Crossover zu recherchieren. Dies, mit Bezug auf die Optimierung der eigenen Choreographischen Methode, die Shneior in den letzten Jahren entwickelt hat, und stets weiterentwicklt, will Shneior vertiefen. 

In der Arbeit von Laia Ribera Canenguez geht es darum, in der Tiefe unterschiedlicher Materialien nach dekolonialen Gegengeschichten und Erzählweisen zu suchen. Wie kann ein Skript aussehen, das gleichzeitig Freiraum für experimentelles, prozesshaftes Arbeiten lässt? Die komplexen Geschichte(n) alltäglicher Produkte sollen recherchiert und die Recherche in einen Bühnentext überführt werden.

In digitalen Räumen wird oft auf menschenähnliche Avatare zurückgegriffen. Mit dem Rechercheprojekt „Rubber_BOI“ will Anton Krause untersuchen, wie wir uns von diesen Humanodien verabschieden können. Die Wege, die er geht um die „normalen” Avatare zu verbiegen und zu bearbeiten dokumentiert er parallel in kleinen Tutorial-Videos um sie anderen digitalen Kunstschaffenden zur Verfügung zu stellen.

Internationale Künstler*innen und Arbeiten für ein gemeinsames Projekt gewinnen, die Entwicklung von Ideen für neue künstlerische Konzepte für junges Publikum, die verstärkt auf die Verknüpfung von Schauspiel, Tanz und Musik und die Verknüpfung mit virtuellen Realitäten setzen, einen performativen Charakter haben und auch als digitale Formate umsetzbar sind, sind Ziel dieser Recherche. 

„Dinge oder Die Heldin mit den tausend Gestalten“ ist eine Recherche für eine Solo Performance, in der sich Tatiana Saphir mit der Aufräumtechnik der Mainstream-Kultur-Bestsellerautorin Marie Kondo gegen die lebendige Materie der New-Materialism-Philosophin Jane Bennet auseinandersetzt. Akkumulation und Storytelling, um den Wahnsinn des Spätkapitalismus zu verstehen oder ihm zu widerstehen.

Die Recherche erkundet die Schnittmenge zwischen Tanz & Wellness. Als Betrachtungslinse werden neueste Erkenntnisse zum Autonomen Nervensystem genutzt, durch dessen Blickwinkel psychologische und neuronale Vorgänge eine verkörperte Komponente zugeschrieben wird, was der Choreographin einen neuen Zugang in Felder eröffnet, die traditionell eine Sache des Geistes und nicht des Körpers waren.

„Sprach_Leerstellen–Macht“ beschäftigt sich mit Sprache als Satz auf den Ohren, Wort in den Augen, Stimme auf der Haut, unter den Sohlen, bis in die Knochen? Eine Spurensuche um diese unsagbaren Worte aufzuspüren und in einen neuen dramaturgischen Kontext zu setzen. Dabei geht es um den alltäglichen Antisemitismus, Fremdenhass, Rassismus und Sexismus in allen Gesellschaftsbereichen Thüringen’s.

Täglich konfrontieren wir unseren Körper online mit simulierten Gefühlszuständen, die zerstückelt und ohne Zusammenhang aufgenommen werden. Was passiert wenn dieser Körper ungefiltert diese Information offline abspielen, nachspielen würde? In der Recherche „Shapeshifting“ scrollt ein Körper durch einen offline Newsfeed und wandelt sich durch gegensätzliche Themen, inspiriert von TikTok. 

„Pastforward“ ist eine Recherche auf mehreren Wegen: es geht um Verflechtung und den Dialog mit anderen Künstler*innen, die sich mit den Themen (Klima)-Krise und Transformation beschäftigen; der Hinwendung zu Räumen jenseits der Großstadt und der konsequenten Weiterentwicklung der Arbeit im Hörstück. Alle Wege kreuzen einander und eröffnen durch Weggabelungen und -gefährten neue Horizonte.

Anastasija Bräuniger recherchiert zu dem Bau der Tesla-Gigafabrik in Grünheide, Berlin-Brandeburg. Welche wirtschaftlichen und sozialen Hoffnungen haben die Menschen vor Ort an den Bau? Welche ökologischen Folgen hat das Projekt? Geplant ist die Erstellung einer textlichen und visuellen Materialmappe und konkreter Konzeptskizzen für eine künstlerischen Übersetzung des Materials.

Die Recherche „Invisibilities II“ möchte nicht-europäische Kosmologien untersuchen und alternative Narrative für die Bühne erproben. Mariana Senne dos Santos möchte ein Konzept für eine feministische, experimentelle Performance erarbeiten, die sich kritisch mit kolonialen Perspektiven auseinandersetzt und nach multiplen Zugänge und neuen Formen der Inszenierung sucht.

„Meditations on Weather“ ist eine künstlerische Recherche, die Tools aus Mindful Empowerment Coaching und Hypnotherapie von Laura Malina Seiler und Agnes Kaiser Rekkas mit choreographischer und filmischer Forschung an der Verkörperung und Darstellbarkeit von Wetter verbindet. Ziel ist die Umsetzung eines Online Kurses mit Meditationen zur Unterstützung von persönlichen Übergangsprozessen.

Die Recherche dient zur Weiterentwicklung und technisch, performativen Anpassung des Live Animation Cinema Formats mit dem Ziel selbst Produzent und Umsetzer zu werden und neue Spielorten, Kontakte und ein neues Zielpublikum zu erschließen.

„PLACED“ ist eine Recherche über Eigenverantwortung und die Herausforderung, mit sich selbst zu sein und diese Begrenzung auszuhalten. Selbstinterviews werden zum Soundtrack und bilden die Grundlage für die Arbeit an einer Installation: ein Hügel aus bepflanzter Erde, auf dem sich Anke van Engelshoven an Strapaten bewegt und ihre persönliche Standfestigkeit und Unsicherheiten ehrlich beleuchtet.

Dass wir unseren Alltag, besonders in den darstellenden Künsten, nicht ohne den Einfluss und die Unterstützung unterschiedlichster Medien meistern können ist unbestreitbar, doch was passiert mit einem zu Anfangs progressiven Medium wie zum Beispiel der CD, wenn sie langsam aber stetig von der Bildfläche verschwindet? Welchen Zeitgeist nimmt sie mit? Und was passiert mit ihren Nutzer*innen?

„Golem“ ist eine zum Leben erweckte Tonstatue. In dem gleichnamigen Rechercheprojekt beschäftigt sich Caspar Bankert mit der Möglichkeit Objekten und Figuren durch Computertechnik, Robotik und Sensorik zu animieren. Können die Dinge in Zukunft ihre eigenen Geschichten erzählen? Wie bewahren wir uns die Erinnerung an eine Zeit, von der nur noch Objekte künden?

Unsere Mülltonnen sind voll, die Ressourcen unser Erde verbraucht. Künstlerisch wird dies längst behandelt, doch endet die Konsumkritik noch an der Rampe. Wie können Szenograph*innen Ressourceneffizienz als Leitprinzip entlang der Wertschöpfungskette eines Bühnenbildes verankern? Wie kann ein Bühnenbild produziert werden, welches dem Kreislaufgedanken folgt? 

Chartreuse will engage in an period of researching and learning dance forms that have a foundation of fiercely embodied feminine sexuality and building relationships within the community circles dancing these forms in Berlin. This process is phase two of a long-term project “Femme Squad”, creating pop-up sacred spaces of care for trans women, places that inspire to dance, heal, and grow together.

Das Recherchevorhaben „Crossover Tanztheater – Romeo & Julia“ befasst sich mit einer Neuinterpretation der berühmten Liebesgeschichte von Shakespeare. Der künstlerische Hintergrund dieser Recherche bildet dabei die Darstellungsform des Tanztheaters mit klassischen und modernen Tanzformen.

Im Rahmen der #takeheart Rechercheförderung „Klang-Strukturen“ sollen Kompetenzen in Soundaufnahme- und Soundverarbeitungstechniken erweitert werden. Ziel ist es, Arbeitsstrategien für die Konzeptualisierung und Umsetzung soundbasierter Choreografien zu entwickeln. 

In der Recherche „Timeless Times” befasst sich die Choreographin Smadar Goshen mit dem begrenzten menschlichen Zeitempfinden und der Natur der Vergänglichkeit. In Zeiten, in denen die Pandemie all unser Wissen von Zeit und Prozessen erschüttert, betrachtet Goshen die Verbindung zwischen Naturphänomenen und dem menschlichen Körper, um Zeitwahrnehmung neu zu lernen und Transformationen anzuerkennen.

Das Ziel der Recherche ist es, ein umfangreiches Klangarchiv anzulegen, neue Klänge und Kombinationen aus Bio-, Geo- und Anthropophonie zu finden, elektronische Instrumente (Controller) zu konfigurieren und künstlerisch nach neuen Formen der (Wieder-)Verbindung von Natur und Mensch interdisziplinär zu forschen. Gesteuert werden diese Klänge von speziellen an Pflanzen angeschlossenen Sensoren.

Dominik Hallerbach widmet sich in seiner Recherche „GESAMMELTES SCHWEIGEN“ der Untersuchung verschiedener Momente des Schweigens im Werk von Heinrich Böll. Aus den Fundstücken erstellt er die Textfassung einer Paternoster-Performance, die die Aktualität dieser Texte bis heute herauskehrt: Die Kontinuität des Schweigens über das Geschehene in der deutschen Geschichte.

 

This is a research on intimacy in the blend of physical and digital spheres, by exploring sensibility in virtual settings, and flexibility in rigid bone structures. On thinking the body blended with digital forms of performance, through intimate conversations by allowing it to converse with another one who is as lonely, grotesque, sensitive, lustful; researching the movements of octopuses.

Textilien und Musik, beide produzieren mit großem technischen Aufwand Sinnlichkeit. Beiden ist gemein, dass sie mit handwerklichem Können und verschiedenen Maschinerien eine ganz unmittelbar sinnliche Erfahrung hervorrufen: das Berühren und Tragen eines hochwertigen, handgewebten Stoffes bzw. das Hörerlebnis von Musik.

Die „Recherche dance on screen today“ widmet sich der Entwicklung, innovativer und dem Tanz entsprechender, Methoden zur Produktion und Distribution von Tanzfilmen. Im Rahmen von drei Workshops wird mit Experten aus der Branche diskutiert, evaluiert und konzipiert, um für den Tanzfilm Produktionsbedingungen zu schaffen, die künstlerisch flexibel, ökonomisch und nachhaltig sind.

Der Audiowalk beschäftigt sich mit dem Wandel der Arbeit am Beispiel der, in Magdeburg ansässigen, Schwermetallindustrie auf dem Gelände der SKET-Werke, vor der Wende, sowie der Veränderung nach der Wende. 

Das Projekt „exit the void“ schärft die Wahrnehmung der Relevanz realräumlicher Erfahrungen durch Teilhabe. Theater bedarf der Teilhabe, der Unmittelbarkeit. Der erweiterte Ansatz eines aktiven Raumverständnisses, also eines Raumes, der als eigenständiger Akteur eingreift und beeinflusst, ermöglicht eine Rauminszenierung, die den Zuschauenden zum Teilnehmenden einer subjektiven Erfahrung macht.

„Mäkelbörg“ beschäftigt sich mit der volkskundlichen Sammlung von Prof. Richard Wossidlo. Dabei soll ein Verzetteln und Stöbern im sogenannten Zettelkasten des digitalen Wossidlo-Archivs der Uni Rostock möglich sein. Neues von Gestern, Gespräche vor Ort mit Alteingesessenen „Plattsnackern“ werden mit einbezogen. Außerdem möchte Katharina Sell ihre plattdeutschen Sprachkenntnisse erweitern. 

Ewelina Kotwa ist seit Anfang 2021 mit dem Menstruationszyklus, als Thema, künstlerisch unterwegs. Mit Hilfe der #TakeHeart Recherche macht sie sich auf eine dreimonatige Entdeckungsreise um zu erfahren, was es bedeutet, wirklich nach dem Zyklus zu leben und zu arbeiten, und ob es überhaupt möglich ist in der, eher linear geprägten, Welt.

„HECATOMB II – Integration: movements and rituals to renew the world“ by the Colombian-Indigenous BIPOC choreographer Martha Hincapie Charry explores the manifestations and resilience of concepts such as home, habitat and inhabitants in times of the burning of rainforests, activism and social distance. The research use formats, like ritual, lecture, installation and live dance performance.

Der Roman „Grieche sucht Griechin“ von Friedrich Dürrenmatt soll für die Bühne theatralisiert werden. Durch das Arbeiten mit Papierkulissen und Live-Kamera sollen trompe l’oeil-artige Scheinräume entstehen, die der inneren Gedankenwelt des Protagonisten Arnolph Archilochos Ausdruck verleihen.

Wie verhalten wir uns im Angesicht der Katastrophe? Wie schaffen wir es, aus der Verdrängung ins Handeln zu finden? Diesen Fragen geht Meike Schmitz in ihrer Adaption des Science-Fiction-Romans „Der Krieg mit den Molchen“ nach. Der tschechische Autor Karel Čapek entwirft darin ein fantastisch-dystopisches Untergangsszenario von der Eroberung der Welt durch intelligenzbegabte Riesenmolche.

„Deutschland.Kein Frühling“ ist die Fortsetzung von „Deutschland.Ein Winter“ im Versuch deutsche (Kultur)geschichte, an der Folie von Literatur einerseits und der Befragung von Menschen heutiger Zeit andererseits, in ein Spannungsfeld zu bringen. Während „Ein Winter“ den Fokus vor allem auf den Kältestrom des NS hatte, hat „Kein Frühling“ die progressiveren Ströme deutscher Entwicklung im Fokus.

Die Recherche möchte das Kuratieren von Tanz und Performance-Kunst mit ökologischen und dekolonialen Praktiken verknüpfen. Geplant ist eine kritische Auseinandersetzung mit der eigenen Arbeitspraxis und deren nachhaltiger Transformation. Angelehnt an körperliche Praktiken der Wieder-Verbindung mit der Umwelt nähert sich Elisabeth Leopold der Gestaltung von Kunst- und Präsentationsräumen an.

„Fear” ist eine Recherche und Konzeptentwicklung für eine Theaterperformance über Angst und deren Verortung(en). Neben theoretischer Forschung zur Thema Angst und seiner Verortung im Sinne einer kritischen Geographie, wird dies auch, mit Hilfe von Gespräche mit Expert*innen, als psychologischer und physiologischer Zustand untersucht. 

 

Gesellschaften unterliegen permanenten Veränderungsprozessen. Ansichten und Perspektiven sind im steten Wandel. Wir erleben dies gerade mit der Klimakrise und den Auswirkungen des Auftretens des neuen Corona-Virus. Beide Erscheinungen bringen aktuell starke Protestformen hervor. Welche Bewegungsmuster, Gesten und Dynamiken finden sich in protestierenden Körpern?

Tagtäglich bewegen wir uns durch den öffentlichen Stadtraum, einen Raum, der sich stetig verändert und der uns fortwährend beeinflusst. Inwiefern manipuliert uns die Architektur, die uns alltäglich umgibt? Kann sie Ängste auslösen? Manifestieren sich bestimmte Geschehnisse an Orten und sind sie spürbar? Eine Recherche nach der Angst im urbanen Raum.

Das Vorhaben erforscht performative Ausdrucksmittel der, in der Gesellschaft stigmatisierten, Wut von FLINTA Personen, um diese durch ästhetische Erfahrungen spürbar zu machen. Mit somatischer Tanz- und Stimmarbeit wird tänzerisch-stimmliches Material auf ihr empowerndes Potential, Kraft zu übertragen, untersucht und in einem performativen Archiv der Wut dokumentiert.

Humor ist die Schokoladenseite der Melancholie. Eine biographische Recherche zu Karl Valentin und Hank Williams. Der messerscharfe, hintergründige, in finsteren Zeiten aus tiefer Melancholie erwachsene, Humor verbindet diese zwei sehr unterschiedlichen Künstlerikonen. Ihre Texte und Lieder und Sketche werden erforscht und mit eigenen künstlerischen Ausdrucksformen interpretiert.

Durch „Zauberpeters Illusionen“ werden die Kisten, Käfige und Kästen des allergrößten Zauberers der DDR, Dr. Peter Kersten hervorgeholt, entstaubt und zu neuem Leben erweckt. Parallel dazu wird die Karriere und die Arbeit des „Zauberpeters“ recherchiert und beleuchtet: Wie verschwindet das Motorrad und warum hörte der Erfolg mit der Wende auf?

Die magische und intensive Wirkung des Operngesangs erschüttert mit seinem tiefen emotionalen Ausdruck die Seele. Gleiches gilt für den Tanz und doch sind Tanz und Gesang nur schwer zu vereinbaren. Ziel der Arbeit ist es, die Gesangsmethoden der Oper in den modernen Tanz zu integrieren, so dass Gesang und Tanz dargestellt von einem Künstler die Möglichkeiten des Bühnenausdrucks erweitert.

Florence Freitag untersucht für die Arbeit „Zeitfalte – eine Studie im Kreis“ vergangene gegenwärtige und zukünftige Weberei-Praktiken in der Region Berlin/Brandenburg. Die Künstlerin wird Strategien, die sie in lokalen Webereien erlernt, als Ausgangspunkt für ein somatische Recherche nutzen, die Teilnehmer*innen wieder mit landbasierten Geschichten und gegenseitigem Austausch verbindet.

Giuseppina Tragni wuchs auf zwischen Pizza und Schnitzel, Pils und Karamalz. Tragni ist ein Kind zwischen den Kulturen, hier geboren, um irgendwann „zurück“ zu gehen. Hier geblieben, weil es keinen Ort gab, der „Zurück“ hieß. Ankommen, gehen wollen, bleiben, auf der Suche nach der Herkunft, das sind die Themen, zu denen Tragni eine Stückvorlage schreiben möchte, die später inszeniert werden kann.

„TRANSFORMATIONS“ ist ein performatives Forschungsprojekt zwischen Kunst und Ökologie. Andrea Salustri reflektiert seine eigene Position, dekonstruiert seine Arbeitsmaterialien, analysiert deren ökologischen Fußabdruck und macht Produktions- und Degradationsprozesse erlebbar. Er erforscht alternative Zersetzungsmethoden für giftige Kunststoffe und setzt diese Prozesse in neue Kontexte.

Das Rechercheprojekt „Sicherheits_Lücke“ beschäftigt sich, ausgehend von der Droh-Serien „NSU 2.0“, mit rechtsextremen Strukturen in staatlichen Sicherheitsbehörden. Es hinterfragt anhand des Begriffs der Lücke, welches Vakuum entsteht, wenn das Bedürfnis nach Sicherheit von jenen Sicherheitsbehörden unterwandert wird und fragt, wie diese Lücke künstlerisch erforscht und neubesetzt werden kann.

Gender is a central theme in our society and therefore choreographic landscape. Yet, the subject of masculinity and patriarchy is seldom treated by white cis-male heterosexual artists. Léonard Engel would like to rethink the representation of masculinity on stage from both a male and feminist point of view, without appropriating female and queer aesthetics.

„OSTern“ ist eine Stückentwicklung für die Bühne. Dabei wird alles Genretypische überschrieben: statt eines Western – ein OSTern. Die Hauptfigur ist kein Mann, sondern eine Frau. Sie zieht nicht durch die Wüsten des wilden Westens, sondern durch die weiten Feldern Meck-Pomms. Wir schreiben das Jahr 2021, nicht 1850. Eine Suche nach Heimat (whatever that means), Vergangenheit, Freiheit und Zukunft.

Asta Nechajute taucht in die Welt der Kernfusion ein, um zu erforschen, ob diese Technologie Zukunft hat oder sogar ist. Nach Antworten sucht sie in der Wissenschaft, der Geschichte, der Gegenwart und der Fiktion. Kann diese Idee wahr werden und sogar eine Utopie sein? Und wie soll das Ganze dargestellt werden? Dokumentarisches Theater? Lesung? Performance?

In „the other side of the room“ setzt sich der Theaterregisseur Sascha Flocken mit Videospiel-Engines auseinander, um das Spannungsverhältnis von digitalen und analogen Räumen zu untersuchen. Diese ästhetische und technische Recherche soll später für ein hybrides Theaterformat über den Tod als transzendentalen Raum verwendet werden.

In „The danger of a single story“ hat Chimananda Adichie Kulturschaffende of color empowered. Mit der Recherche „Decolonize Theater“ möchte Mirrianne Mahn, freischaffende Theatermacherin und Referentin für Diversitätsentwicklung genau diese einzelne Geschichten, die im Theater erzählt werden, untersuchen und andere Geschichten finden, die post-kolonialistisch auf die Bühne gehören sollten. 

„Bewegung lesen – bewegt schreiben“ ist eine Schreib-Recherche zum Verhältnis von Tanz und Text. Durch eine tägliche Schreib-, Wahrnehmungs- und Erinnerungspraxis und eine textliche Begleitung von künstlerischen Probenprozessen sollen tanzdramaturgische Schreibtools entwickelt werden, die etwaige Lösungsansätze für die fragile tanzdramaturgische Position des „Dazwischen“ anbieten.

Ein Zirkus-Tanz-Theater-Konzert von fünf Female Action Heros über den Umgang mit der Angst. Eine Arbeit am Angst-Muskel. An extremen Körper-Situationen, -Risiken, -Grenzen. Die Aktion wird das Subjekt. Die Bewegung – ein Raum-Körper-Zeit-Kontinuum. Eine Suche nach unterschiedlichen Strategien, jenseits des bekannten Fight-or-Flight-Schema, auf künstlerischer Ebene. 

Ein Bohémien, eine Bohémienne – wer ist das? Aus was ist das gemacht? Wer kann es sein? Auf welchem gemeinsamen Boden stehen elementare Lebensform und Künstler*innentum und wodurch sind sie getrennt? Wieviel Zuhause kann ein „fahrendes Volk“ erzeugen, verändern, auf neue Gedanken bringen? „Bohémiens – wer?“ sucht neue Kontexte für ein unbehaustes Wort in Zeiten starker Migration.

Im Rahmen des Stipendiums forscht Marion Wörle zu unterschiedlichen Bewegungskonzepten für Performer*innen und speziell Musiker*innen im Musiktheater. Dabei kommen die Bewegungen der Musiker beim Musizieren selbst, historische Bewegungskonzepte als auch experimentelle Verfahren zum Einsatz.

Das Projekt „Sheeple“ möchte nach Übungen für ein Empathie-Training zwischen Managern und Schafen forschen.

Rassismuserfahrungen führen, wissenschaftlich erwiesen, zu mehr Stresshormonen. Ebenso hat Rassismus die Kraft, Betroffene vom Leben abzulenken. „Ich und du, wir brauchen eine Art Morgen.“ stellt sich die Frage, welche Formen der Heilung es gibt und was kann die Kunst dafür tun? Die Künstlerin geht auf diese Fragen ein und findet ihre Antwort bei sich, in einem uns.

Die Recherche soll zu installativen Formaten im Musiktheater forschen und vorbereitende Bewegungs-, Licht und Akustik-Experimente, mit Musikrobotern und Performern zur kommenden Musiktheaterproduktion „ZEROTH LAW“, anstellen.

Robert Leveroos will explore how everyday objects dressed in flamboyant drag costumes can perform. Working with themes of queer identity, labour, design for atypical bodies, and absurd celebrity beauty culture, the process will result in interviews, music videos, and a trial runway show to discover the performance potential mixing dressed objects with queer drag language in a fashion format.

Jan Jedenak arbeitet mit den Mitteln des Figuren- und Objekttheaters und physical theatre. In dieser Recherche widmet er sich der „Leere“ vor dem Hintergrund von Trauer und Horror. Dabei arbeitet er daran, seinen Körper systematisch zu entgrenzen. Die Recherche widmet sich dem Zustand und den Prozessen der Bewältigung von Verlust und dem einhergehenden Verlust von Selbstbeherrschung.

Als weibliche Opernregisseurin bewegt Magdalena Schnitzler die Sichtbarmachung von Frauen im Theater. Für die Konzeption einer Oper von und mit Frauen nutzt sie das Werk einer Komponistin, das selten bzw. nie gespielt wurde, in Kombination mit Ausschnitten aus Interviews mit Frauen. Ziel der Recherche ist die Konzeptionierung einer musiktheatralen Performance.

„Gegen den Strom“ ist ein Rechercheprojekt zur Geschichte im Theater, mit aktuellem Ausblick für junges Publikum. Was hat Geschichte mit heute zu tun? Was hat Zukunft mit Geschichte zu tun? Rollen der Kinder, Jugendlichen & Minderheiten in Krisenzeiten früher und heute sollen beleuchtet werden.  

In traditionellen Varietéaufführungen waren Trickmarionetten Stars. Komplizierte, erfindungsreiche Schnürungen aus Europa sind in alten Bauanleitungen zerstreut. Stephan Schlafke möchte diese Schnürungen sammeln, erforschen, beschreiben. Könnte man das Trickmarionettenhandwerk nutzen, um neue, queere, groteske Menschenbilder dramaturgisch in Stückprojekten einzufangen, zu erfinden, darzustellen?

Konzeptions- und Antragsvorbereitung für eine Neuinszenierung von Wagners „Ring des Nibelungen“ als interaktive, dreidimensionale Live-Erfahrung für weltweit tausende Besucher*innen in VR und im Web. Wagners Forderung „Kinder macht Neues!“ folgend und rechtzeitig zum Ringjubiläum 2026. Die dafür notwendige, mehrjährige Vorbereitung beginnt mit dieser Recherche zur Finanz- und Grundlagenplanung.

Unter Verwendung von Quellen aus einer globalen Geschichte der „Impersonation“ entwickelt die Forschung für „Close To You“ ein Vokabular der Techniken und Methoden der „Impersonation“, um eine kritische Klassifizierung und Poetik der Imitation zu erstellen.

„generative fieldnotes“ forscht zwischen Archiv und Realität, Theater und Medienkunst, Fleisch und Digitalität.

“THE HORTICULTURISTS“ deals with frictions between the wild and the domesticated. Departing from the English Arts & Crafts movement, it considers gardening as a practice of aesthetics and critique. Here, the garden becomes a laboratory for different relations and modes of contemplation, where power is not exercised over nature but where conditions for a tender approximation towards it are created.

„SENHOR KAIRO“ stellt die Konfrontation zweier natürlicher Kräfte dar, die menschliche Existenzen beeinflussen, antreiben und hemmen: Die Ruhe und Unruhe. Es findet eine Kollision dieser gegenteiligen Pole durch die Auseinandersetzung mit der realen und der gefühlten Geschwindigkeit statt, die auf Grundlage literarischer Texte A.Caeiros mithilfe von Tanz und Jonglage dargestellt werden.

Sind wirklich wir es, die all diese vollgepackten Papiertüten durch die Welt tragen, oder sind es die Tüten, welche uns seit Urzeiten an die Hand nehmen und uns der Zukunft entgegen schleppen? Eine Neubetrachtung der allgegenwärtigen Papiertragetasche. Eine Forschungsarbeit an der Grenze von Theater, Performance und aktiver Immersivität.

Ein künstlerischer Rechercheantrag, der die Schnittstelle zwischen Levitationillusion und Luftartistik, unter Einbeziehung des Machtverhältnisses zum Publikum, untersucht. Die Trapezkünstlerin Annika Hemmerling schließt an der künstlerischen Leerstelle an, zwischen Tanz und Zeitgenössischen Zirkus und möchte neue Werkzeuge für die Arbeit in der Luft erforschen.

Männer gelten als aggressiver als Frauen. Produktive Formen der Aggression wie Selbstbehauptung und Durchsetzung werden auch als eher männlich angesehen. Wie wirkt es, wenn Silke Schirok mit ihrem weiblich gelesenen Körper dominant und kraftvoll jongliert? Männlich? Androgyn? Schirok wird erforschen, welche Körperlichkeit und welcher Jonglagestil eine selbstbewusste Weiblichkeit zeigen kann.

„EIN HARZBERICHT“ ist ein dokumentarisches Projekt. Im Harz ist das Waldsterben und die Trockenheit sichtbar. In einem Dorf gibt es seit fast 100 Jahren einen Jodelverein. Dem Verein sterben die Mitglieder weg. In Trachten stehen die Alten im Unterholz. In diesem Projekt verbinden sich die poetischen Bilder einer sterbenden Gesellschaft und ihrer Landschaft zu einem essayistischen Theaterabend.

Viele Menschen scheinen prinzipiell mit dem Sprichwort „Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind zu erziehen“ einverstanden zu sein. Doch warum erzeugt die Idee einer queeren Mehrelternschaft noch immer so viel Widerstand? Mit der Recherche möchte Federico Vöcks de Schwindt die theoretische und praktische Basis legen, um diesen Formen der Erziehung, durch die performative Arbeit publik zu machen. 

Ziel ist, eigene Songs zur Integration in Sprechtheater-Arbeit zum Thema Klimawandel zu entwickeln. Welche Songs zum Klimawandel bestehen? Mit welchen narrativen Strategien agieren diese? Wie ist der Aufbau von Werken des politschen Musiktheaters? Dokumentarisches Material soll gesammelt werden, Songetxte verfasst, Song komponiert, ein Bühnenwerk entworfen werden. 

In der Verbindung von zeitgenössischem Tanz auf Kunststoff-Eis mit zeitgenössischem Zirkus und Erschließung des öffentlichen Raumes arbeitet Elisa Siegmund in drei Themenfeldern: Fortbildung in site-specific Performance, Bewegungsrecherche verschiedener Disziplinen des zeitgenössischen Zirkus, sowie Netzwerkarbeit in Malchow, Mecklenburg Vorpommern, als möglicher Residenz- und Veranstaltungsort.

Mit dem Vorhaben soll die Choreografie für den vierten Teil der Solo-Reihe „Love is Enough.“ recherchiert und erarbeitet werden. „Love is Enough.“ ist eine von Andriana Seecker konzipierte Anthologie, in der sich verschiedene Künstler mit dem Thema Liebe, auf privater und politischer Ebene, auseinander setzen. Das Projekt soll an die ersten drei erfolgreichen Teile dieser Reihe anknüpfen.

Mit „Vocal Acrobatics“ erforscht Mitja Averhoff die szenische Kombination von Stimme und Artistik im Kontext des zeitgenössischen Zirkus. Bieten Stimmlaute und vokale Geräusche die Möglichkeit einer eigenen „artistischen“ Disziplin, um die Bühnen-Handlung zu untermalen und können sie als emotionales Bindeglied zwischen Artist*in und Zuschauer*in die Wirkung der Darstellung vervielfachen?

Can gods and heroes in the opera display imperfect bodies and act as a powerful political space for the subversion of societal binaries and the crusade for the perfect (muscular) body? Using the countertenor voice as an auto-ethnographic lens, this research explores audio technologies, embodiment, expressivity, gym culture, perfectionism and how they all relate to contemporary ideas of virtuosity.

Mit dem Projekt „Spin-off“ wird Anne Holdik zu den Umsetzungsmöglichkeiten des Konzeptes des Spin-Offs in der Darstellenden Kunst recherchieren. Dafür werden Alltagsgegenstände, die sonst nur bekannte Nebenrollen unseres Lebens sind, mithilfe des Figurentheaters und des Zeitgenössischen Zirkus zu Protagonisten mit eigener Handlung erhoben.

Ziel der Recherche ist das theatrale Verstehen moderner Internet-Influencer*innen & eine Übertragung auf die Theaterbühne. Influencer*innen veröffentlichen ein Bild ihres Seins, scheinbar privat. Sie spielen scheinbar keine Bühnenfigur und inszenieren sich dennoch selber. Welche Möglichkeit gibt es für interaktives Theater die Macht des Influencens nicht nur sichtbar, sondern fühlbar zu machen?

„STENO“ ist eine künstlerische Recherche über die Performativität von Schrift und Schreibpraktiken. Aufbauend auf literaturtheoretische Überlegungen des 20. Jahrhunderts soll an einer Ästhetik der Literatur geforscht werden, die nicht nur den fertigen Text in den Fokus rückt, sondern sein Entstehen als theatralen Prozess einbezieht. Ausgangspunkt dieser Recherche ist der*die Stenograf*in.

In ihrem Vorhaben möchte die Künstlerin Kathrin Wagner die Schauspieltechnik nach Chekhov auf die Bereiche zeitgenössischer Zirkus und Spoken Word übertragen und so interdisziplinäres Arbeiten vertiefen. Die beiden Disziplinen werden tiefgreifender miteinander verknüpft, sodass beide jeweils voneinander profitieren und miteinander lernen und wachsen können. 

Julia Barrette-Laperrière will expand the choreographic research on the topic of the “Dangerous Woman” into a teaching practice around the idea of the “Dangerous Human”, in order to cultivate bodies and dances that could be dangerous to hegemonic structures of power. A frame where we can search together a body that offers resistance, pleasure and affirmation through creative practice is build.

“Through shelters“ is a research that works with mothering or the maternal as a practice for developing networks of care. It looks at how the maternal can be explored through the practice of relation in between things and togetherness. The aim is to engage the body with care and attention and find ways to celebrate and share this maternal energy through a dance. 

Lesegruppen im künstlerischen oder politisch-aktivistischen Kontext können als „Mikroformationen“ verstanden werden, die innerhalb und außerhalb von Institutionen eine Form der Praxis oder „performance research“ bieten und einen (teil-)geschützen Raum, der soziale Bedingungen, sowie hierarchische Wissensproduktion, in Abgrenzung zu Formen des kognitiven Kapitalismus, verhandeln kann.

Die kurzen, absurden Gedichte von Christian Morgenstern sind durchzogen von Wunderwesen der Tierwelt, wie das Nasobēm, das Mondschaf, der Zwölf-Elf, der Steinochs, das Mondkalb, der Gingganz etc. – Wesen, die nur einen Augenblick existieren, zum Leben berufen nur für diesen einen absurden Gedanken, um sich danach gleich wieder aufzulösen. Eine Annäherung mit den Mitteln des Figurentheaters.

In „AUTOFICTION“ setzt sich der Schauspieler und Performer Fabian Stumm mit den fiktiven und ausnahmslos weiblichen Identifikationsfiguren seiner Kindheit und Jugend auseinander. Zwischen Filmausschnitten, Erinnerungen und ethnografischen Aufstellungen begibt er sich auf Feldforschung der eigenen Vergangenheit, in der sich Realität und Fantasie zu einer imaginären Autobiografie zusammensetzen.

In unseren (post)pandemischen Zeiten werden, unter neuen Rahmenbedingungen alte Formen kollektiver Begegnung neu erprobt. Welche Rhythmen und Choreografien finden sich im neuen Gewimmel? Kann das Theater mit Mitteln der Klangkunst zu neuer Flexibilität finden? Dem geht der Musiker und Theatermacher Johannes van Bebber anhand drei einschlägiger Beispiele nach: Einkaufspassage, Club und Schulhof.

„QUEERNESS OUT OF SPACE“ ist ein Recherchevorhaben in Zusammenarbeit mit queeren Initiativen, Theatermenschen und Schüler*innen. Es stellt Queerness und die Identitätsfrage junger Menschen in den Vordergrund, setzt sich zum Ziel mit Hilfe von Theater-Workshops und einer möglichen Solo-Performance Queerness für normative Räume sichtbar zu machen. Ein Hybrid aus Theater, Performance und Vermittlung.

Im Recherchevorhaben „Erzählungen vom Untergang“ untersucht Romy Weyrauch alte und neue (post-)apokalyptische Erzählformen in ihren vielfältigen Ausprägungen und analysiert sie auf deren Merkmale hin. Welche Bedeutung haben Narrative vom Untergang der Menschheit in ihrer jeweiligen Zeit? Welche Erkenntnisse lassen sich über die Gesellschaften gewinnen, die sie hervorgebracht haben? 

WER macht WAS, WANN, WO, WOZU? Wenn diese Fragen gründlich untersucht sind, dann ist die Frage nach dem WIE fast überflüssig, dann geht es nur um die Möglichkeiten mit Notwendigkeiten umzugehen. Es ergeben sich dadurch organische Gründe, die sich fügen. Darin ist zu vertrauen. Das ist Organisches Arbeiten. Für die Ausformulierung dieser Methode soll entwickelt werden. WIE geht das WIE?

Seit geraumer Zeit ist die Arbeit mit Video häufig Teil der choreographischen Arbeiten von Henrik Kaalund, sei es als Videoprojektion auf der Bühne oder als Dokumentation der Arbeit. Er möchte innerhalb von drei Monaten an seinen Video Fähigkeiten arbeiten, Live- und Online-Kurse besuchen, Fachliteratur lesen, Testdrehs machen, Rücksprache halten mit Profis und auch einen Film als Übung machen.

Jede einzelne Produktionslinie in der Industrie hat ihre eigene Dramaturgie und ihren eigenen Klang. Die Herstellung eines Produkts hat die verblüffende Ähnlichkeit mit einer Oper. In dieser Recherche sollen die Klänge der Produktionslinien und ihre Dramaturgie analysiert und nach der Tonalität der Maschinen gesucht werden, um aus dem Prozess der Herstellung einen Theaterabend entwickeln.

Der Wald ist nicht nur der poetische Schauplatz von Grimms Märchen, Romantik und deutscher Seele, er ist auch umkämpfter politischer Ort im globalen Klimawandel. Um sich dem Motiv Wald anzunähern wird der Fokus auf einzelne Bäume gelegt, die in Mythen der Zerstörung zu Symbolen für den Wald werden. Hierfür werden die ästhetischen Mitteln der installativen Performance und Live-Collagen genutzt.

The focus of the project “Wolken” is the production-open research of exploring creativity and expression through movement for children between 4-6 years, with the aim of generating content and concept drafts for an interactive dance/acrobatic performance.

Das Recherchevorhaben „All that Rage” soll sich mit dem performativen Potential der emotionalen Intensität von Wut beschäftigen. Besonderes iInteresse liegt dabei auf der Wut, wie sie in Städten zu beobachten ist und sich in verschiedenen Formen äußert, wie Aggression auf der Straße, im Verkehr, in zwischenmenschlichen Beziehungen, durch Missverständnisse hervorgerufene Wut, Wut durch Stress.

Im Rahmen der Rechercheförderung untersucht Stefan Britze nicht mehr existente, veränderte oder vergessene Orte in unserer Gesellschaft. Aus diesen entwickelt er genähte, architektonische Gebilde, die er dabei von funktionalen in sinnliche und poetische Objekte transformiert. Dabei sucht er gezielt Brüche und versucht, das ungenutzte Potential von Räumen sichtbar zu machen.

Künstlerin und Mutter. Diese Rollenbilder geraten massiv in Konflikt. Nach einer bereits erfolgten inhaltlichen Recherche über die Un-Vereinbarkeit von freier künstlerischer Praxis und Mutterschaft, widmet sich die Recherche „Ein Zimmer für alle.“ der konzeptionellen Entwicklung einer Performance zum Thema. Es sollen Workshop-Formate entwickelt werden, die sich an Oberstufenschüler*innen wenden.

Inhaltlich geht es bei „Color“ um die gleitenden Übergänge, von neutralem Beobachten, über das Beschützen, bis zur Überwachung. „Color“ besteht aus einem Tanzstück und einer eigenständigen Raum- und Videoinstallation. Diese ergibt einen offenen Raum für die sinnlich schwebenden Choreografien. Im Zentrum der Recherche steht die Übertragung von 360° Überwachungskameras in eine filmische Sprache.

Wie klingt Pubertät? Wie kann ich Momente kreieren, in denen Menschen über Körper und ihre Sexualität wohlwollend reflektieren können? In der Vorarbeit für eine mögliche VR-Performance für junges Publikum soll im Austausch mit Jugendlichen binaurale Klänge entwickelt werden, die sich später mit dreidimensionalen Visuals zu virtuellen Räumen verbinden können. 

Die Recherche von Hannah Sampé (STARLABOR) beschäftigt sich mit der Frage, wie eine ermutigende, inklusive (künstlerische) Sprache entstehen kann, um Themen wie nicht-binäre Geschlechtsidentität, Sexpositivität und Transidentität, in inklusiven Performance Prozessen, zwischenmenschlich und künstlerisch zu thematisieren und auch tänzerisch oder verkörpert zu verhandeln? 

Gleichwertige Körper und Sexualitäten, die jede*r für sich und bei anderen kennen lernen kann, Interesse und Konsens vorausgesetzt. In der Theorie ist das klar, doch fühlt es sich auch so selbstverständlich an? In der Vorarbeit für eine mögliche VR-Performance für junges Publikum soll im Austausch mit Jugendlichen ab 13 Jahren erforscht werden, wie mittels VR Wissen transferiert werden kann. 

„Beschäftigungstherapie“ ist eine Recherche darüber, was es heißt, als Künstlerin nicht zu verbittern, sondern immer auf der Suche nach Räumen und Orten für die eigene Kunst zu sein. „Beschäftigungstherapie“ ist auch ein Mantra, beschäftigt zu bleiben, also sich künstlerisch weiter zu entwickeln, nicht aufzugeben, sondern das zu nehmen, was schon da ist, und daraus Kunst machen.  

„To a Mouse” ist eine Erkundung von Tanz, Jonglage und Performance in Bezug auf soziale und ökologische Themen. Ziel ist es, Robert Burns Gedicht in ein visuelles Werk über die Auswirkungen menschlichen Verhaltens auf die Welt zu übersetzen. 

„Hyperobjekte“ ist eine Recherche des Jongleurs und Sargträgers Matthias Buhrow, die der Frage folgt, wie die Beziehung Mensch-Objekt-Umfeld gestaltet und inszeniert werden kann, um Räume persönlicher Interaktion zu eröffnen.

Als Tanzdramaturgin, Journalistin und Kuratorin wendet sich Alex Hennig dem Phänomen von Klassismus als einer Form unsichtbarer struktureller Diskriminierung zu. Die Akademikerin mit Ostberliner Arbeiterkind-Background schaut dabei auf Körper und Bewegung und nennt es Tanz-Dramaturgie als post-proletarische Denkarbeit.

Im Mittelpunkt des Vorhabens steht eine Oper von Francesca Caccini von 1625. Es war eine der ersten Opern überhaupt und entstand in einer Epoche massiver gesellschaftlicher, wissenschaftlicher und kultureller Umbrüche in Europa. Wie wirkten sich Gender der Komponistin und Beginn des Kolonialismus durch den gerade enstehenden „Westen“ auf ihre Bearbeitung des Mythos um Orlando und Alcina aus? 

Theaterbesuche können entscheidend zu einer frühkindlichen Förderung von Kindern beitragen – und dies durchaus bereits im jungen Alter von etwa zwei Jahren. Wie aber funktioniert ein solches Theater? Ziel des Projekts ist es herauszufinden: Wie nehmen Kinder wahr? Was sagt die Wissenschaft? Was die Theatermacher*innen? 

Was ist mit den ganzen NS-Verbrecher*innen nach dem Krieg passiert? Wo sind sie hin und wie sind sie dort gelandet? Über die Rattenlinie kamen sie mit Hilfe des Vatikans nach Nord- und Südamerika. Mit an Bord: Opfer, die den Krieg überlebten. Das Recherchevorhaben „Die Rattenlinie“ soll sich mit diesen Fragen künstlerisch auseinandersetzen.

„Café Colonial“ ist eine Recherche der brasilianischen Künstlerin Anna Júlia Amaral. Sie forscht über die deutschen Kolonien in Brasilien und findet Parallelen zu den sieben Jahren, die sie als Ausländerin hier in Deutschland gelebt hat, bevor sie die deutsche Staatsbürgerschaft bekommen habe. „Café Colonial“ will recherchieren um eine Verbindung zwischen diese beiden Prozesse aufzubauen.

Mit dem Stipendiums möchte sich Elisa Müller mit dem Buch „Zeitbewusstheit. Geologisches Denken und wie es helfen könnte, die Welt zu retten“ von Marcia Bjornerud auseinanderzusetzen. Sie möchte versuchen die momentane Krise in der Erdgeschichte unter anderen Parametern zu beleuchten, Querverbindungen zwischen Wissenschaft und Kunst herstellen und die anthropozentrische Weltsicht in Frage stellen.

Das Recherche- und Konzeptionsvorhaben setzt sich zusammen mit Personen der sri-lankischen Diaspora mit den Anfänge des Bürgerkrieg in Sir Lanka von 1983 – 1986 auseinander. Eine Sammlung aus diversen Erzählungen soll die bestehende Narrative zu der Geschichte Sri Lankas überschreiben oder der Realität das zufügen, was ihr bisher fehlt.

In dem Projekt beschäftigt sich eine Tänzerin mit den Ausdrucksmöglichkeiten am Vertikaltuch und entwickelt vielseitige, lebendige Bewegungen mithilfe von unterschiedlichen theatralen Figuren. Welche Dynamiken und Bewegungsmöglichkeiten haben die einzelnen Figuren in Hinblick auf Fortbewegung und Aktivität? Wie kann man dies mit der Akrobatik verbinden um ausdrucksstarke Geschichten zu erzählen?

Wie verändert das System Diktatur Familie und Erziehung und welche Auswirkungen hat dies auf die nächsten Generationen? Eine Erinnerungssuche mit Menschen aus der ganzen Welt und historische Orten in Deutschland für einen theatralen Baukasten um an diesen Orten spartenübergreifende multilinguale Projekte durchzuführen.

„TransLingua“ ist eine Recherche zur Übersprachlichkeit von Theatertexten. Sprache ohne Ausgrenzung anderssprachiger Menschen ist nicht möglich. Rosi Ulrich untersucht anhand von ihr fremden Sprachen, wie weit die Radikalität der Barrierefreiheit in der Sprache gehen kann. Kann ein barrierefreier Text noch verständlich sein?

13 Millionen Zwangsarbeiter haben die Nazis während des Kriegs zur Sklavenarbeit nach Deutschland verschleppt. Drei davon mussten auf dem Weingut der Großeltern von Peter Stamer Zwangsarbeit verrichten. Wer waren sie? Mit der Oral-History-Methode will Stamm die wenigen Zeitzeugen im Dorf befragen und in Archiven nach Antworten suchen. Kann Stamm mit ihren Nachfahren Kontakt aufnehmen?

Was bedeutet es für die Praxis der Darstellenden Künste im öffentlichen Raum, wenn man nicht mehr von „gutem“ Wetter als Default ausgehen kann? Wie verändert sich die Aufführungssituation für Künstlerin und Publikum, wenn extreme Wetter-Bedingungen – Hitze, Regen, Sturm – das neue Normal sind? Eine methodische Spurensuche für künstlerische Kreation ohne Abstriche im Wetter des Klimawandels.

„Sonar“ ist eine neue Bewegungsforschung die Techniken der verkörperten Kommunikation einsetzt, um die innere Wahrnehmung externer ökologischer Aktivitäten zu entwickeln. Das Projekt verbindet somatische Praxis, zeitgenössischen Tanz und Umweltforschung, um unsere Interdependenz mit der Umwelt und den wechselseitigen Prozess zu erforschen, wie wir sie sowohl formen als auch von ihr geformt werden.

Bisher leise vernehmbare Stimmen ehemaliger „Wochenkinder“ der DDR werden laut. Anhand von Interviewrecherche und der Erarbeitung einer Sprach- und Klangpartitur wird eine digitale Audioskulptur gebildet: Ein chorischer Monolog der Individuen. Ein polyphones Unternehmen aus dem Untergrund, über welches sich eine bisher unerhörte Gemeinschaft Ausdruck verschafft – und in Dialog tritt.

Was könnte ein Vorschlag sein für eine kollektive Praxis des Verlernens? Was brauchen wir um zu verlernen und wie stellen wir es an? Was könnte ein weiblich, feministisch situierter Vorschlag dafür sein? Eine Recherche kollektiver Praktiken des Verlernens anhand von Künstler*innen selbst-organisierter Schulen und alternativer Lernmodelle um zu lernen, was es noch nicht gibt, aber dringend braucht.

Based on audio recordings from Tehran and Berlin, as well as with abstract sound snippets, Amirhossein Mashaherifard will conduct various experiments on the format of the audio walk. The aim is to research on sensitizing the audience for the parallel existing worlds. The sound creation will guide the audience through the busy streets of Berlin, but at the same time transfer them to a new world.

Die Theaterform der vertikalen Bühne wird mit Themen des Klimawandels und Artensterbens verschnitten, das Spannungsfeld Mensch-Natur beleuchtet und so die Grundlage für eine neue Fassadeninszenierung von Grotest Maru gelegt. Eine Bildrecherche zu Formen und Strukturen der Natur wird erstellt und Gespräche mit Expert*innen und Aktivist*innen aus Naturwissenschaft und Klimaforschung geführt.

Yvonne Dicketmüller beschäftigt sich im Rahmen ihres #takeHeart-Recherche mit der Herstellung animatronischer Figuren. Schwerpunkte der Recherche sind das Erkunden unterschiedlicher Mechaniken, die solche Figuren bewegen können, sowie Elektronik und Software, mit der die Figuren programmiert und schließlich auf der Bühne gesteuert werden.

Wie können die altersbedingten, körperlichen Einschränkungen beim FigurenTheaterSpiel durch Innovation umgewandelt, die künstlerische Handschrift weiterentwickelt und das Theater in die gegenwärtige Situation gebracht werden? Was ist nötig den Spaß, die Freude und die Kraft dazu zuhaben? Reduktion des Equipment? Wie die Bühne gestalten? Wie die Figuren? Welche technischen Hilfsmittel gibt es?

„MBORAYU- Jenseits von Fitzcarraldo“ ist eine Theaterrecherche, die ausgehend von Herzogs „Fitzcarraldo“, versucht eine Umkehr der Erzählperspektive zu erreichen. Was passiert, wenn eine Gruppe von Künstlern aus Amazonien den Film analysiert? Welche Diskussionen, Überlegungen und Handlungen entstehen?

Angesichts der Covid-19-Krise konnten suite42 ein mehrteiliges Projekt von der Bühne in ein Filmset verlegen und ein immersives Installationsformat erfinden. Das soll weiterentwickelt werden. Teil eins von „geRecht” wurde mit einem transnationalen Team und Cast umgesetzt. Auch Teil zwei-vier befragen die gemeinsame deutsche Gesellschaft, ob mit dem Asylrecht ehrlicher umgegangen werden kann. 

With this research I.Daniel wants to create assemblages of memories, cracks, fantastical constructs and translations, that will enable her to open a rhizomatic body of materials that will trigger fantastic claims of what old shrew womanhood may be about. It all starts with a dialogue: Why should it be something bad that I am just like my great-grandmother? You are as shrew as she is, that’s why!

Die Gesellschaft stellt Schwarze nach unten: Typisch Schwarz, gleichzeitig gehen Schwarze auf die Straße und machen deutlich: Schwarze sind wichtig. „Black Matter, Blacks Matter und der Traum der Transformation.“ stellt die Frage: Wie könnte eine Transformation aussehen? Welche neuen, utopischen anmutenden Ansätze in der Kultur könnten von afro-diasporischen Menschen beigesteuert werden.

Eine tanzkünstlerische Spurensuche zur gemeinsamen Geschichte Namibias und Deutschlands, im speziellen zu dem, durch die deutsche Reichswehr begangenen, Völkermord an den Nama und Herero zum Beginn des 20. Jahrhunderts und seinen Folgen bis heute. Die beteiligten Künstlerinnen beider Nationen begeben sich auf eine Zeitreise in die dunkle Ära des deutschen Kolonialismus begeben.

Wer sind wir wenn wir alleine sind? Wer sind wir, wenn sich die Tür sich hinter uns schließt und wir alleine zuhause angekommen sind? Was macht das mit uns, wenn wir die Situationen, die auf uns einprasseln alleine verarbeiten, alleine nur für uns – wenn wir Gefühle wie Trauer, Glück oder Wut zum Ausdruck bringen, so wie wir es vor anderen nie tun würden?

Wir befinden uns in einem Trauma. Kathlina Anna Reinhardt sucht nach Imaginationsflächen, um das Pandemie-Trauma mit Gegenbilder kollektiv verarbeiten zu können. Die Bühnen sind wieder offen, aber was wollen wir eigentlich sehen? Sind die Imaginationsflächen politischer Diskurs oder idyllisches Lustwandeln? War einst der Heimatfilm so erfolgreich, weil er jedermensch eine Projektionsfläche bot?

In einer Zeit, die uns nur noch Dystopien als Zukunft anbietet, wird es Zeit das Hoffen wieder zu lernen. Welche Hoffnungen haben wir heute und welche treiben uns an? Das Recherchevorhaben „Hoffen lernen“ wird sich, anhand von Interviews, mit Vorstellungen und Hoffnungen vom guten Leben auseinandersetzen. Umgang und Darstellungsformen von Interviews sollen ebenfalls theatral untersucht werden.

In dem Recherchevorhaben sollen Kenntnisse und Fähigkeiten mit Foto-, Film-, Licht- und Audiotechnik erworben werden, um neue Spielmöglichkeiten zu entdecken. Speziell Puppenfilm, Puppentrick und die vielfältigen Möglichkeiten der Stop motion Animation sollen weiter theoretisch und praktisch erforscht werden. 

Die soziale und psychologische Version der Unterwelt, als prekäre hoffnungslose Existenz, in der Untermiete, soll in der Arbeit um eine historische, mythologische, philosophische Dimension angereichert werden, um eine gnostische Dimension des Fremd-Seins in der Welt. Zudem soll das klassische Motiv der Frau in der Unterwelt erforscht und gegen die europäische Hochkultur neu konfiguriert werden.

Der Regisseur Stefan Herrmann erkundet mit seiner Recherche „Public Enemies/Blind Spots“ die Frage, welche Rolle Politische Korrektheit in der freien Theaterarbeit spielt & welche Auswirkungen sie auf ästhetische Entwicklungen hat. Vor dem Hintergrund einer polarisierten Öffentlichkeit erforscht Herrmann in Interviews mit Akteur*innen der Freien Szene das Verhältnis von Freiheit und Selbstzensur.

„Let’s MAKE UP the scene!“ ist ein künstlerischer Weiterbildungsprozess zugunsten der Ästhetik der freien Theater Szene. In einem dreimonatigen Prozess setzt sich Felina Levits, aus einer intersektional feministischen Perspektive, mit der Kunst des Schminkens auseinander und nimmt sich ein Vorbild an der Auflösung von Geschlechternormen durch die Make Up Praxis und Performance von Dragartists.

Können wir in einer lauten Welt noch Stille ertragen? Was passiert mit uns in dem Moment, wenn wir realisieren, dass die Pläne die wir für unsere Zukunft schmieden am Ende nur eine illusorische Sicherheit versprechen. „The 14th Floor“ soll unter anderem diese Fragen und Prozesse aufgreifen und in eine Bühnensprache des Zeitgenössischen Zirkus bringen.

Tom Wilmersdörffer betreibt mit Hilfe des Stipendiums grundlegende Recherche für eine musiktheatrale Inszenierung mit und über Künstliche Intelligenz. Ziel der Recherchearbeit ist ein vertieftes Verständnis über die Funktionsweisen, gesellschaftlichen Auswirkungen und künstlerischen Einsatzmöglichkeiten künstlicher Intelligenz und die Entwicklung einer Methode zur Theaterarbeit mit KI.

Susanne Schwarz möchte ein Format für Operngeschichten mit Kleinstbesetzung entwickeln. Damit ist kein Ersatz für die große Oper gemeint. Gemeint ist ein mobiles Musiktheaterformat, das mit Opernsujets und ihrer Musik neue Wege gehen kann. Auch soll es mit wenigen live-Darstellern auskommen.

Geschlecht beeinflusst unser aller Leben enorm. Anhand von Interviews will Sören Hornung persönliche Geschichten sammeln, in denen Geschlecht Leben prägte. Dieses Recherchevorhaben wird im besten Fall in einer konzeptionellen Entwicklung für ein Jugendtheater Stück münden.

Die Recherche wird Künstler-Kollektiven und Künstlerkolonien, in der Vergangenheit und Gegenwart dienen, um einen bereits bestehenden Ort in der mecklenburgischen Seenplatte, die Büdnerei Lehsten / Kultur Kolchose e.V., breitflächig mit Theaterschaffenden aus Stadt und Land zu vernetzen. Eine Forschungsreise hat direkte Begegnungen und Praxisorientierte Umsetzungen an Institutionen zum Ziel.

„Un-erhört“ – nicht als etwas Spektakuläres oder bewusst Grenzüberschreitendes, sondern vielmehr im wörtlichen Sinne: Wer oder was in uns ist un-erhört? Wem oder was wollen wir eine Stimme geben? In drei Versuchsanordnungen sollen außerhalb des Theaters aus Theaterprinzipien Formate für junges und altersgemischtes Publikum erforscht werden, die dem Un-erhörten Raum und Gehör geben können.

Die Recherche „DINOS ARE FOREVER!“ möchte das lange verborgene theatrale Potential von Dinosauriern freilegen. Gegraben wird dabei nach den Möglichkeiten einer Umsetzung als partizipativ-immersives Game-Theater-Format unter Einbeziehung von Komponenten aus dem Figurentheater – exklusiv für ein junges Publikum.

Durch das Aufeinandertreffen von Akteur*innen verschiedener Bewegungsformen ist es möglich innerhalb kürzester Zeit gänzlich neue Bewegungsmuster zu kreieren. In diesem Fall werden Techniken aus dem zeitgenössischem Tanz, Breaking und Tricking kombiniert um hieraus fließende akrobatische Bewegungsabläufe zu schaffen. Dynamische Bewegungen mit akrobatischen Elementen in der Luft – Aeronamics.

Eine Recherche zur vermeintlichen Alternativlosigkeit von Wachtums- und Innovationszwang im Bereich von Produktionen der darstellenden Künste. Unter Zuhilfenahme philosophischer und mathematischer Konzepte werden Fragen zur Richtungsgebung von Gestaltungswillen, Verantwortung, Nachhaltigkeit zu beantworten versucht. Das Wissen wird (kapillarem Transport gleich) langsam und stetig wirksam gemacht.

„KNAPP“ beschäftigt sich am Beispiel der Modern Monetary Theorie mit der Frage, ob für wirtschaftswissenschaftliche Theoriemodelle theatrale Darstellungsmöglichkeiten zu finden sind, die nicht der Form des Dokumentationstheaters zuzurechnen sind. Hierfür wird eine immersive Theaterwelt konzipiert, in der die Kernpunkte der MMT hinsichtlich Wertschöpfung und Steuerpolitik simuliert werden.

Rechte Parteien, Rassismus, Impfverweigerung, rechtsextremer Terror: Sachsen scheint verloren. Queere, PoC, Linke, Künstler*innen verlassen das Bundesland. Wie konnte es so weit kommen? Das Rechercheprojekt sucht nach entscheidenden Schlüsselmomenten der letzten 30 Jahre für Sachsens Rechtsruck und will damit Möglichkeiten für eine emanzipatorische künstlerische Auseinandersetzung aufzeigen.

Mit der Recherche möchte sich Wenzel Vöcks de Schwindt auf eine spekulative, performative Reise in die nahe Zukunft einer queeren Mehrelternschaft begeben. Dafür wird die Performativität weitverbreiteter, gewöhnlicher Alltagsgegenstände untersucht, um mit ihnen Mikroszenen zu entwickeln, die als theatrale Rituale zur Vorbereitung auf eine queere Mehrelternschaft dienen sollen.

Das Recherchevorhaben richtet sich zum Einen darauf, das Potential der Stimme zu erweitern, zum anderen auf die Gestaltung von Texten beim Sprechen. Ein tägliches Körper-Stimm-Trainingsprogramm ist deshalb ebenso Teil des Projekts, wie die Arbeit an Sprechtechniken und Experimente zum Textvortragen. Die Untersuchungen werden teils allein, teils im Austausch mit Expert*innen durchgeführt.

Das Bild ihrer „postsowjetischen“ Mutter hat Lücken und Brüche. Durch die Lektüre von Bini Adamczak: „gestern – morgen: Über die Einsamkeit kommunistischer Gespenster und die Rekonstruktion der Zukunft“ sieht Emilia Hagelganz einige ihrer Andeutungen in anderem Licht. In Interviews mit ihr und befreundeten Müttern, Töchtern möchte sie verschüttetem Begehren und Überzeugungen auf die Spur kommen.

„Ghostly Archive Future Frequencies“ widmet sich dem Film-Archiv des deutsch-bengalischen Dokumentar-Filmemachers Shabbir Siddiquie und der Frage einer dekolonialen Repräsentation von Archivalien. Die Recherche dient der Erforschung verschiedener sensorischer Begegnungsformen mit Archivalien, die über das bloße Sehen hinausgehen und vielmehr das Hören und Spüren in den Vordergrund rücken sollen.

„Dance x Fashion“ is a theoretical and practical research on ways in which those two scenes and systems permeate each other. It is motivated by a need to find an ethical and queer mode of allowing dance performances to be as aesthetically imaginative as possible without loosing their subversive potential to resist the bodily and capitalist regimes.

Spontane Begegnungen mit Theater im öffentlichen Raum aus dem Nichts stehen im Zentrum der Forschung. Das Nichts als Ausgangsbasis für das Spiel wird aus verschiedenen Perspektiven betrachtet. Aus dem leeren Raum wird ein Theater für einen Moment und wieder ein leerer Raum. Hinterlässt der Zwischenraum zwischen vorher und hinterher Spuren? War da was?

Wir werden zu einem Error – zu einem Anti_Körper, der den glitch in sich trägt und somit sich von Binarität lösen muss und keiner Form mehr entsprechen kann. „Being on an anti inflammatory health cure“ ist eine performative Situation, ein Labor, das sich des glitchs als Körperlichkeit, Kommunikationsmittel und als Form der Selbstermächtigung bedient.

Ausgehend von den Texten Joan Didions beschäftigt sich das Projekt mit der Resource Wasser in einer doppelten Perspektive: Einerseits hinsichtlich der Geschichte und Funktionsweise „verborgener“ Wasser-Infrastrukturen, andererseits hinsichtlich der spirituell-religiösen Aspekte des Objekts Wasser, von Weihwasser bis Regentänzen. Die Ergebnisse sollen in einem kurzen Film münden.

Künstler*in trifft autonome Post-Human-Artist*. Mittels deap-learning trainiert die Künstlerin Claudia Schmitz ein künstlisches Gegenüber um im realen und virtuellen Raum ins Gespräch zu kommen. Ziel ist eine transmediale audiovisuelle Echtzeitperformance sowie die Untersuchung der neue entstehenden ästhetischen Gesten und ihre Metaebenen. Gesamtmonolog, oder Echtzeitgespräch?

How do we sever ties to the things we have loved and continue to love? Whether a person or an ideal. To close the circle we practice soft breaking. Together we grieve and honor the pain. Concluding with self-love and the idea that something continues and that is your relationship with your changing transforming self. We will practice bringing the heart above the mind. Let’s break softly together.

Unter „Home Studio“ wird ein Monodram konzipiert, in dem das Thema der heimischen Musikproduktion theatral inszeniert wird. Es werden Techniken erarbeitet, mithilfe derer der Computer zur Bühne wird, also die Funktion der Maske, des Bühnen- und Kostümbilds digital umsetzt, und einem einzigen Darsteller erlaubt diese Mittel autark einzusetzen.

Ausgehend von bisherigen Erfahrungen im Bereich des Kindertheaters im ländlichen Raum, ist die Recherche eine Vorarbeit für eine Entwicklung eines bi- bzw. multilingualen Stückes mit wenig Worten; zum Kennenlernen und Netzwerken. Daraus soll ein Stück für Menschen ab drei Jahren entwickelt werden. Die Möglichkeiten gemeinsamer mobiler Aufführungen im ländlichen Raum sollen durchdacht werden.

Geschichten über Tod und Sterben in den Künsten sind für uns Menschen ein offensichtlich seit Jahrtausenden unverzichtbares Mittel, um das Leben zu bewältigen. Berühmte und vergessene, wahre und erfundene, wahrhaftige und wiedergefundene Geschichten aufzugreifen, ist Absicht dieser Recherche (zur Vertiefung/Erweiterung) für eine kommende Arbeit an der Reihe eines neuen „Theater des Todes“.

„Zur Geschichte der Arbeit“ ist der Titel eines Projektantrags Harun Farockis aus 1986. Es blieb umrealisiert. 2021 – inmitten der Krise namens Kapitalismus soll dieses Material Farockis aufgegriffen werden, um eine umfassende Kulturgeschichte der Arbeit zu erzählen. Vom Anfang bis zum Ende. Ziel der Recherche ist ein künstlerisches Konzept zur Realisierung einer immersiven Performance.

Bei dem Rechercheprojekt „Die Utopie der Kurd*innen“ sollen Texte für ein zukünftiges Bühnenstück generiert werden. Inhaltlich geht es um die Perspektive von Kurd*innen aus NRW. Einerseits soll durch Gespräche und Interviews mit Kurd*innen, biographische Versatzstücke entwickelt werden. Andererseits soll eine Auseinandersetzung mit theoretischen und philosophischen Texten stattfinden.

Wie haben es bühnentechnische Innovationen wie die Drehbühne den Weg aus dem Japan der Edo-Zeit als Theaterstandard auf europäische Bühnen geschafft? Ziel der Recherche ist es, die tiefliegende Faszination mit den traditionellen japanischen Theaterformen in der Arbeit von Philip Bußmann zu reflektieren und in Relation zu seiner eigenen künstlerischen Praxis als Theatermacher zu setzen.

Wer bist du? Wer willst du? Was glaubst du, wer du bist? „OMG observation/motivation/glamorisation“ stellt unsere Selbstdarstellungen dar. Unser tägliches Leben ist ein Performance-Raum, in einer riesigen Szene von Möglichkeiten, und wir alle spielen Rollen und Charaktere in der Gesellschaft. OMG stellt „Selbstdarstellung in einer Performance“ im Theater und in Social Media aus.

In der Recherche „Connect“ möchte Dennis Pörtner mit Menschen in Kontakt kommen, die aus ihrem Heimatland nach Deutschland fliehen mussten und mit Ihnen Interviews zu ihrer aktuellen Situation führen. Darauf aufbauend möchte Pörtner damit experimentieren welche theatralen Interventionen im öffentlichen Raum möglich sein können, in denen die O-Töne aus den Interviews zentral sind.

As an international artist, Armin Hokmi Kiasaraei has been involved in international platforms for the past years. In his experience international comes with certain positive connotations, benevolent to openness and curiosity to come to know other forms of doing and knowing. What remains is the question: how does international enlivens dance itself beyond cultural policies of int?

Glitch = Fehler ≠ Korrektur = Potential. Nicht-normative, fette, haarige Körper sind Ausgangspunkt einer Materialrecherche, die das Potential des Glitchens in künstlerischen Raum- und Kostümexperimenten ausloten will. Schlagwörter sind dabei: Elastizität, Glätte, Drag, Extension, Schmelzung, Transformation, Fluidität, Erstarrung, Cyborg, Softness, Auflösung, Explosion, Teig, Bodyhack.

In „SYMBIOTIC RELATIONS“ vertieft Anja Zihlmann ihre Auseinandersetzung mit den Menschlichen Beziehungen zu Technologie. Dabei setzt sie sich mit dem TECHNIUM von Kevin Kelly und anderen Theorien zu Netzwerken und Superorganismen auseinander. Ein weiterer Fokus liegt auf Narrativen von Technologie- und Fortschrittserzählungen der Popkultur und Klassischen Erzählungen, die diese Beziehung prägen.

Die Gebrauchsanweisung ist ein Traum der Vernunft. Aufklärung in der Welt der Dinge. Die Recherche zum Wesen der Gebrauchsanweisung hat die Konstruktion und Erprobung einer Clownsfigur zum Ziel. Durch die Brille der Clownsfigur kann die Heimwerker-Version einer PET-Flasche für das praktische Wissen in den Dingen und unseren Platz in einer Welt aus industriell gefertigten Gerätschaften stehen.

Eine Forschungsreise in das Realitätsvirtualitätscontinoum, um auszuloten welches künstlerische Potential, durch technologisch erweiterte Realitäten, in Raumerfahrungen steckt.

Die Recherche wird sich damit befassen, einen Romanstoff der DDR-Literatur, wie „Ich“ von Wolfgang Hilbig, in eine spielbare Theaterfassung zu übertragen, die räumlich – in der späteren Produktion und szenischen Erarbeitung – ein ganzes Areal als Bühne nutzt, eine vorgefundene Flucht von Räumen, innen und außen verbindend, und die diese via digitaler Techniken zu einer Aufführung zusammenbringt. 

Die Recherche „Forest of Allegories“ ist ein Experiment, das die bayerische Mythologie der Wolpertinger mit Mythen der künstlichen Intelligenz verwebt. Durch das Sammeln von Interviews und Geschichten entsteht ein Online Archiv. Wie kann durch diese Geschichten zwischen Wissenschaft und Fiktion navigiert werden? Wie können sie verkörpert werden?

Eine konzeptionelle Recherche für eine neue Performance: Die Arbeit untersucht und dekonstruiert globale Massenmedien, Nachrichten, Ideologien und den widersprüchlichen Subtext des extrem linken und rechten soziopolitischen Diskurses. Es geht um zeitgenössische Formen der Sprache und der kollektiven Bedeutungsproduktion, insbesondere in performativen Erzählungen von Widerstand und Solidarität.

It’s too late to apologize and I am really, really sorry. Trust me and I will definitely not try to make it right. Eine tanz-theatrale Recherche über die Kunst der Entschuldigung und die Frage des Timings in diversen medialen Formaten.

Wie müsste eine heutige Operette klingen und aussehen? Wovon müsste sie handeln? Die Operette war schon immer die anarchische Schwester der Oper. Aber ihr freches und soziales Image hat sie leider seit den 1930er verloren. Die Recherche stellt das Genre auf eine Probe: Sollten die alten Stoffe noch eine Chance bekommen gespielt zu werden oder müssten wir vielmehr neuartige Operetten kreieren?

„Sooog“ umfasst u.a. Laborsituationen von Wettkampfdebatten um echtes „Streiten“ mit fiktiver Handlungsrahmung erzählbar zu machen. Ziel ist es demnach mittels Rhetorik Geschichten erzählbar zu machen und die „Dramaturgie“ von Streit-Fragesetzungen durch Publikumsreaktionen auszuloten. Der episodische Character bei „Streitrunden“ will dabei erforscht werden, um narrative Dynamiken zu ermöglichen.

Im Rahmen der Rechercheförderung soll ein Ansatz entwickelt werden, theatrale Medien-Installationen, also ein Theater ohne anwesende Darsteller*innen, eine performative Erzählung nur durch Raum und Medien, an historischen Orten umzusetzen, zu spezifizieren und sowohl konzeptuell, als auch praktisch weiterzuentwickeln.

Das Recherchevorhaben soll sich mit dem Thema Erbe auseinandersetzen und dabei die Sicht der Objekte einnehmen, die vererbt werden. Was wäre, wenn diese Dinge plötzlich sprechen könnten? Was hätten sie zu uns erzählen? Was passiert, wenn Menschen verschwinden, ihr Besitz aber bleibt? Welche Brüche und welche Kontinuitäten werden dabei sichtbar?

Die Arbeit zielt darauf, menschliche Ausdrucksformen jenseits der Sprache und üblicher kultureller und sozialer Konventionen zu kartographieren. Die Studie eines besonderen Einzelfalls soll dabei eine Tür öffnen zur Betrachtung und Wahrnehmung von Kommunikationsformen oder Interaktionsformen die zumeist ungesehen sind,wenig erfasst oder spürbar sind,da sie subtil und nicht informativ wirken.