Allgemein

Entscheidung Rechercheförderung (Februar 2022)

Seit Jahren erforscht Flockey Ocscor, wie man eine Verbindung zu verschiedenen Tanzstilen vom Freestyle im urbanen Bereich herstellen kann. Die vier Elemente (Feuer, Wasser, Luft und Erde) sind der Leitfaden für die gesamte Forschung.
Mit diesem Projekt versucht er, Methoden zu entwickeln, die verschiedene Künstler*innen mit ihren Tanzstilen nutzen können, um sich selbst weiterzubilden.

Inklusion als Chance für die künstlerische Weiterentwicklung des Bühnentanzes: der argentinische Tänzer und Choreograf Chiche Nunez recherchiert und entwickelt eine inklusive Bewegungssprache mit Tänzer*innen mit und ohne körperliche Beeinträchtigungen. Die Operette „Maria de Buenos Aires“ von Astor Piazzolla dient als Leinwand und Spielwiese für die Realitätsprüfung und qualitative Rückmeldung.

Innerhalb des Rechercheprojektes arbeitet Marc Lowitz sich weiter in die bereits angeschaffte Software „Qlab“ ein und vertieft sein Wissen am Beispiel. Neun der aktuell gespielten Produktionen sollen so zukunftsfähig gemacht werden. Auch der sinnvolle Einsatz von LED-Technik im Figurentheater ist Gegenstand der Recherche.

„Layers of Intimacy“ verbindet Perspektiven der Komposition und Improvisation mit sexpositiver Recherche in der Herstellung von Intimität. Durch Recherche im Studio, Interviews und Literatur wird ein tänzerischer Zugang zu Qualitäten des Zusammenseins im Sex geschaffen. Ziel ist eine empowernde Methode, die sensibel für Macht- und Gender-Dynamiken Intimität als körperliche Praxis differenziert.

„The Shopping Bag“ ist Recherche, Tanzperformance und zugleich eine lebendige Installation für den urbanen sozialen Raum. Diese Aktion beinhaltet eine Auseinandersetzung zwischen tausenden von Shopping Bags als Symbol unseres materialistischen Denkens und dem menschlichen Körper als Kultobjekt der neuen Generationen. Ist der Körper kaufbar wie unser Status und wieviel ist er Wert?

Zwischen Bullen und Bären hat sich im Jahr 2021 an der Wallstreet eine Subkultur internationaler Anleger*innen etabliert, die sich im Internet treffen und als Apes bezeichnen. Ihr Ziel ist die Reform der Finanzmärkte. Mit Hilfe kulturwissenschaftlicher Methoden analysiert Martin Zepter ihre Sprache, Ästhetik, Mythen, Protagonist*innen und Antagonist*innen und wird so zum künstlerischen Chronisten der Bewegung.

Die Choreografin Carla Jordao, inspiriert von der Arbeit von Judith Butler und Vivian Maier, interessiert sich mit ihrer Recherche „Spezies“ dafür, wie sie Menschen durch Bewegung porträtieren kann und wie sie Bewegung in das Porträt von Menschen einbringen kann.

„Tongues Entangled“ ist eine Recherche rund um die historische Figur der Mystikerin Hildegard v. Bingen. Anhand ihrer musikalischen Kompositionen und den von ihr niedergeschriebenen Visionen begibt sich Johanna Ackva auf die Spur der sogenannten ‚Grünkraft‘ und verbindet in einer somatischen Erkundung durch Atem, Stimme und Bewegung von Bingens Naturmystik mit aktuellen ökologischen Herausforderungen.

Ezé Wendtoin plant die Inszenierung eines farbenfrohen burkinisch/deutschen Märchens, dargeboten in Schauspiel, Musik und Tanz.
…der Affenbrotbaum Baobab kann jeden Tag seine Früchte abwerfen und alle Tiere des Waldes satt machen. Jeden Tag sagt ein anderes Tier den Zauberspruch. Alles ist gut. Bis die Hyäne eines Tages die Früchte für sich allein beansprucht….
Für Menschen ab 5 Jahren.

„Draußen sein“ ist eine tänzerische Erkundung des öffentlichen Raums.
Dieser ist geprägt durch ein Miteinander von exakt geplanter Architektur und scheinbar chaotischen Zuständen. Städtische Topografie ähnelt so dem Tanz. Denn auch der Tanz ist durchdrungen von einem Wechselspiel aus Planung und Improvisation. Diese strukturelle Ähnlichkeit ist Anlass zur Frage: Gibt es Orte, die Tanz brauchen?

 

„Sternenkinder“ sind Kinder, die vor, während oder kurz nach der Geburt verstorben sind. In Deutschland sind das jährlich ca. 5500. Wie geht man damit um, wenn man in einer Gesellschaft lebt, die mit „Das schaffst du!“ oder „Du musst nach vorne blicken“ gutgemeinte Allgemeinplätze von sich gibt? Und was bedeutet es, wenn das Geburtsgewicht unter 500g liegt? Warum ist man dann keine Mutter?

In „Ethereal Wave“ trifft bewegter Stoff auf zeitgenössischen Zirkus und Tanz. Der Stoff steht dabei als Akteur im Mittelpunkt, während Jewgenij Barach als Performer in den Hintergrund tritt und auf die Bewegungen des Stoffes reagiert. Auf diese Weise möchte er eine nonverbale Sprache für den Dialog zwischen Mensch und Material finden, die die verborgene Lebendigkeit des Materials sichtbar macht.

„I choose…no.“ ist eine Interview-basierte Theaterperformance, die Nicht-Mutterschaft behandelt. Frauen* kommen zu Wort. Ein Raum, in dem ihre Perspektiven und individuellen Entscheidungen gegen eine Mutterschaft wichtig sind.
Welche Beweggründe haben sie und mit welchen Vorurteilen haben sie zu kämpfen? In „I choose…no.“ werden Denkanstöße und neue Perspektiven geschaffen. What do you choose?

62 Jahre – kein einfaches Alter für einen Akrobaten! Deshalb jetzt die Frage „Was Nun!?“ – Martin van Bracht war jahrzehntelang gruppenorientiert aktiv, auch als Leiter von Ensembles. Die Pandemie lässt zweifeln, ob das so weiter gehen kann. Vielleicht kann er auch als Solo-Künstler bestehen? Die Kreation einer Rahmengeschichte, in der seine Fertigkeiten Platz finden, ist Herausforderung der Recherche.

Die Recherche beschäftigt sich mit dem Werk von Isabella di Morra. Ihre Gedichte dienen als Inspiration für eine Recherche über die Körperlichkeit von Einsamkeit und Isolation.
Di Morras 13 überlieferte Gedichte werden zum Ausgangspunkt für 13 Studien.
Jede Studie ist ein Porträt einer einzelnen Figur, die die Rolle von Isabella in der modernen Gesellschaft repräsentiert.

„./ rote linien“ ist eine künstlerisch-forschende Arbeit in Form eines performativen Labors. Eine philosophisch-performative Nach- und Vordenkerei. Den Kontext für diese performativ-visuelle Recherche bildet der Themenkomplex: Übergangsgesellschaft. Das künstlerisch-forschende Erschließen von Formaten von Videokunst und das Explorieren der Ethik des Digitalen stehen im Mittelpunkt.

Wie alles anfing – Eine Spurensuche durch die Welt der Schöpfungsmythen und die Reflexionen zu einem Klassenraumtheaterstück für die Grundschule.
Wie kann mit Schöpfungsmythen und mit der Formensprache des Figuren- und Objekttheaters ein Klassenzimmer, das klar definiert ist als Lernraum, in einen fantasievollen, poetischen Ort verwandelt werden, ohne sich zum Handlanger des Lehrplanes zu machen?

„DisAppearances / Sich zeigen und Verschwinden“ ist eine Einübung in die Zurücknahme menschlichen Einflusses und möchte zeigen, wie schön es sein könnte, in einer Schöpfung ohne Krone zu leben. Was passiert, wenn man mehrere Stunden lang als Grasbüschel unter einem Baum liegt oder durch ein Kostüm zum Baum wird und sich nicht mehr von der Stelle bewegen kann?

Es wird die Möglichkeit untersucht, Perspektivwechsel als bereichernde Vorgänge zu erfahren. Als Ausdrucksmittel wird die Manipulation mehrerer Hula-Hoop-Reifen genutzt. Es soll untersucht werden, wie sich eine Live-Performance und die gleichzeitige filmische Projektion anderer Perspektiven davon (bspw. der Blick von oben), zueinander verhalten. Sehen wir die Realität vielleicht mit anderen Augen?

Im „Voice-Movement Lab“ lädt Ann-Kathrin Quednau Teilnehmer*innen ein, mit ihr gemeinsam Fragen nach Gemeinschaft und nach intuitivem Handeln zu erforschen und eine Sammlung aus Übungen, Ritualen und Methoden zusammenzustellen. Das Labor soll Werkzeuge entwickeln, die dem post-modernen Menschen helfen, seiner Ratio zu entkommen und Strukturen entwickeln inspiriert von Neo- Tribes.

Welche besonderen Möglichkeiten haben Clowns, das Thema Gender zu behandeln? Die Geschichte der Clowns wird auf historische Vorbilder, queere Geschichten und Themen zu Gender analysiert und erforscht. Die Auseinandersetzung mit Clown und Gender soll dabei helfen, die eigene Arbeit kritisch auf Reproduktion von Stereotypen zu durchleuchten und neue künstlerische Ansätze zu finden.

Marie-Christin Sommer entwickelt neue Ansätze und Ideen, wie Musiktheater für ein gehörloses Publikum gedacht und umgesetzt werden kann. Wie transportieren wir neben der rein inhaltlichen Ebene die Vielschichtigkeit und Emotion, den Vibe, die Atmosphäre der Musik? Finden wir in einem Wahrnehmungstransfer eine neue gemeinsame Sprache, anstatt immer nur zu übersetzen?

Das Recherchevorhaben „GERMINAL / Keimzellen der Revolution“ begibt sich auf Suche nach Formen der theatralen Vermittlung von revolutionären Ideen. Ausgangspunkt der Recherche ist der 1885 erschienene Roman „Germinal“ von Émile Zola. Was sagt Germinal über die Revolutionen aus, die wir heute zu kämpfen haben?

Dörte Lowitz möchte herausfinden, inwieweit sie durch ihre künstlerische Identität als Figurenspielerin und dem innewohnenden Potenzial neue partizipative Kommunikations- und Kunstformate in der Region und für die Region entwickeln und auf den Weg bringen kann. Weg vom rein darstellenden Theaterformat, hin zu offeneren Theater- und Figurenspielformen. Regionale Bedarfe erforschen, Finanzierung andenken.

Bärbel Frank wird auf ihr Ross steigen und sich auf die Reise machen durch die Jahrhunderte in eine glorreiche Welt voller glänzender Rüstungen und donnernder Hufe. Sie wird alles erfahren und nachdenken über Ritterlichkeit und Tapferkeit und das Leben in einer mittelalterlichen Burg. Sie wohnt einem einem Turnier bei, besucht einen mittelalterlichen Markt und überlebt eine feindliche Belagerung.

 „Core Piece“ ist ein praktisches sowie theoretisches Recherchevorhaben, das nach Inszenierungsstrategien sucht, die die Essenz der Dinge herausarbeiten und darstellen. Im Vordergrund steht der Prozess, den es benötigt, um „den Kern“ eines Dings zu offenbaren. Gleichzeitig spannt dieses Forschungsvorhaben ein Feld, in der Katharina Simons die Essenz ihres eigenen künstlerischen Arbeitens reflektiert.

Undinge sowie Unorte erwachsen als Produkte einer Copy/Paste-Gegenwart. Ersteres meint Informationen und ihre Träger (Philosophie), zweiteres leblose Transiträume (Architektur). Können vervielfältigbare Dinge und Orte Eigenheiten besitzen? Was passiert, wenn sehr persönliche Bereiche photogrammetrisch digitalisiert werden? Können Fiktion und/oder Performance der virtuellen Welt Leben einhauchen?

Eine Recherche, die – ausgehend von Susan Sontags Essay „Krankheit als Metapher“ – untersucht, wie die uns seit 2 Jahren umgebende pandemische Lage unsere Emotionen und unsere Sprache prägt und transformiert.
„Jeder, der geboren wird, besitzt zwei Staatsbürgerschaften, eine im Reich der Gesunden und eine im Reich der Kranken.“ (Susan Sontag)

Forschungsprojekt, das aus einem Dialog zwischen einem Akrobaten und einem neuartigen Bühnenobjekt besteht. Das Objekt ist ein elliptisch geformtes Metallobjekt, eine Art offene Acht, die an das Zeichen der Unendlichkeit erinnert und sich ständig im Ungleichgewicht befindet, wenn man sie in Bewegung setzt. Der Akrobat findet sich um und in dieser Struktur wieder und erkundet ihre Möglichkeiten.

Konzept-Entwicklung namens „Der Geschichtenmacher“ – eine Kombination aus Erzählung, Figuren- und Musiktheater für ein junges Publikum. Ziel ist es, adaptierte und erfundene Geschichten mit Mitteln des klassischen Sprechtheaters vorzutragen und mit Elementen anderer künstlerischer Bereiche, wie Objekttheater, Marionettentheater und Live-Musik, zu verweben.

Am Anfang standen sieben Filme über die Stadtgeschichte Kassels unter dem Blickwinkel der Migration. Nun soll es weiter gehen mit Paul Pfeffer, einem Privatdetektiv, der im Auftrag der Kinder aus sozialen Brennpunkten ermittelt. Welche Fragen haben die Kinder noch? Werden die Antworten theatral, digital oder in einer Mischung vermittelt? Welche Themen gilt es zu recherchieren?

Die Rückeroberung von Damaskus ist ein Versuch, die Vergangenheit dieser Stadt wiederzuentdecken, eine Vergangenheit, die ihren Bewohner*innen durch die Einschränkung ihrer Freiheiten systematisch geraubt wurde, und sie mit der Hilfe von der Videotechniken und der künstlichen Intelligenz visuell wiederherzustellen, in Form einer interaktiven Installation.

In „Inner Circle (AT)“ untersucht Kwame Kwame Osei die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die lebendige Krump Dance Szene, deren Dreh- und Angelpunkt – internationale Krump Sessions – stillgelegt wurde. Mit zehn Tänzer*innen wird erforscht, wie wir im Tanz zusammenkommen können.

Der Traum vom Fliegen – performative Möglichkeiten mit Wind- & Flugfiguren.
Welche praktikablen Techniken erlauben es, gestaltete Theaterfiguren in einer Open-Air-Inszenierung über die Köpfe der Zuschauer*innen hinweg „fliegend“ agieren zu lassen?
Dazu werden drei Grundprinzipien und deren Eignung zum theatermäßigen Einsatz untersucht: Windsack, Flug- und Lenkdrachen, Drohne.

Die Arbeit geht im Hinblick auf die Besonderheiten in Wahrnehmung und Kommunikation von Autist*innen den Fragen nach, wie (Zirkus-) Theater autist*innenfreundlich und Betroffene Teil der sozialen kulturellen Welt werden können und dies als angenehm empfinden. Wie kann ein „kultureller Austausch“ zwischen neurotypischen und neurodivergenten Menschen stattfinden anstatt einseitiger Anpassung?

Weltweit hat die Zahl der Kinder mit Angststörungen während der Pandemie zugenommen. Im Rechercheprojekt „Kinderängste und Kindersorgen in der Pandemie“ setzt Jutta Damaschke sich mit dem Thema „Kinderängste“ auseinander, lernt sie zu verstehen und untersucht, inwieweit das Kindertheater auf künstlerische Weise zur Bewältigung von Ängsten beitragen kann.

„Mojito – light of my life, fire of my loins“ ist eine performative Recherche über die Erwartungen, die mit der Zuweisung des weiblichen Geschlechts verbunden sind. Durch die Verkörperung der Drag Queen-Persönlichkeit eines bezaubernden jungen Mädchens, das ganz in Rosa gekleidet ist, möchte Zero Pilnik ein Licht auf die problematische sexuelle Objektivierung von vorpubertären Mädchen werfen.

Periode ist politisch und Tabu? Noch heute geben anatomische Darstellung der weiblichen Geschlechtsorgane und ihres Zyklus einen verzerrten Blick auf den weiblichen Körper. Dieser Entleiblichung versucht die Recherche durch eine Wiederaneignung mit Hilfe der somatischen Methode Body-Mind Centering® entgegenzuwirken und nach ästhetisch erlebbaren Bildern dieser Komplexität zu suchen.

Mit „TEXTBLÜTEN. EIN DRAMA IN VIER JAHRESZEITEN (AT)“ soll das Verhältnis von Mensch und Pflanze für einen Theatertext erforscht werden. Diese Annäherung kann als Erprobung eines biosphärischen Schreibens verstanden werden. Ziel ist es, sinnliche Bezüge zur pflanzlichen Vielfalt und sprachliche Wahrnehmungskonzepte für unsere eigenen Symbiosen und Abhängigkeiten von Organismen herzustellen.

„SEI KEIN MANN – THE WILL TO CHANGE“ ist eine vergleichende Analyse zweier Bücher: „Sei kein Mann“ von JJ Bola und „The Will To Change“ von Bell Hooks. Beide Autor*innen suchen nach einer Neudefinition der Performance von Männlichkeit in der Gegenwart. Die Zielsetzung ist es, basierend auf dieser Recherche eine Bühnenperformance zu erarbeiten, die den Zusammenbruch des Patriarchats beschleunigt.

Werden Migrantinnen bei Scheidungsprozessen im Gericht diskriminiert? Nutzen deutsche Männer ihren privilegierten Status gegen die Mütter ihrer Kinder? Wird es zu Entfremdung zwischen den Müttern und ihren Kindern kommen? Wie passiert so etwas? Und was unternehmen diese Frauen, die in einem fremden Land alles verloren haben, um trotzdem einen Ankerplatz zu finden? Interviews und Stückentwicklung.

Recherche und Ausarbeitung des künstlerischen Theaterschwerpunktes des „Artistic Intelligence Networks“ für das Jahr 2023 – zum Thema der Konzeption des „Neuen Menschen“, wie sie seit dem 19. Jh. entwickelt wurde und dann Eingang in Staatsideologien fand. Was ist aus diesem hypothetischen Menschen, 30 Jahre nach Ende des Kalten Krieges, geworden?

Due to experienced sexism and misoginity through her career as a dancer and choreographer, Luana will evolve new movement qualities and choreographic strategies to recontextualize and decolonize the body from gender categories and stereotypes. Luana will attend Symposiums, shows and meetings with radical artists to exchange and develop skills to serve her career.

„glitzerndes PARADIES in UNORDNUNG – die Recherche“ (AT) ist eine choreografische Erkundung, in der positive Aspekte eines psychotischen Zustands erforscht werden. Diese Arbeit basiert auf realen Erfahrungen und Erinnerungen und der Frage, wie man die Poesie eines psychotischen Zustands teilen kann, indem man sich von negativen Stereotypen wegbewegt.

In der Recherche sollen Ausdrucksformen für das Spiel in einer mobilen Telefonzelle neu ausgelotet werden. Im Fokus liegt der Umgang mit der Begrenzung. Wie können vorherige Arbeitsschwerpunkte wie das Dokumentarische Theater in der engen Zelle hinter Plexiglas RAUM bekommen? Welche Geschichten lassen sich wie erzählen? Nutzen des Objekt- und Figurentheaters sowie des Schattenspiels.

Recherchegegenstand ist es, die Grundlagen für eine Komponente einer Performance zu entwickeln, in der tänzerische Bewegungen in eine ephemere Gestalt übertragen werden, welche erst in Aktion erscheint und durch flüchtigen Wasserdampf erzeugt wird. Für diesen sensorbasierten Transformationsvorgang wird Notationsform entwickelt und der technischen Korpus entworfen.

Anna Natt prepares a performance lecture about Nudibranchs (sea slugs). James Lawry’s book “The Nudibranch Elegies and Anthropocene’s End” is the inspiration for the theme.
Anna Natt explores the agency of costumes and how the fit and materials used can transform the human body and inform movement and experiment with text and spoken word.

Wenn Eltern sich trennen, stehen den Kindern tiefgreifende Veränderungen bevor. Wer bleibt, wer zieht aus, wie wird jetzt Geburtstag gefeiert? Läuft die Kommunikation der Eltern gegen die Wand, kommen Familienanwälte, Jugendamt, auch das Familiengericht auf den Plan. Eine Anhörung der Kinder durch eine*n Richter*in steht im Raum. Was bedeutet dies für das Kind? Die Perspektiven werden collagiert.

Der Lack ist ab. Als älter werdende Frau muss Katrin Lachmund sich neue Spielweisen in neuer / anderer Ästhetik erobern, will sie weiterhin Bestand haben mit ihrem Spiel als Bouffon/ Clownin. Jetzt, wo ein Prozess beginnt, der ihr geschieht, ohne, dass sie ihn initiiert, will sie mit dieser Recherche wieder zum Agens werden. In der neuen Unvollkommenheit liegt eine große Chance für neue Spielaufträge.

Es soll ein Tool entwickelt werden (tox), mit dem Live- bzw. aufgezeichnete Daten so aufbereitet werden, dass eine Weiterverarbeitung mit dem Visualisierungsprogamm Touchdesigner möglich wird (xlsx, xsd, xml, csv to table dat, txt). Die exemplarisch verarbeiteten Daten werden so aufbereitet, dass ein universeller Datainput entsteht, der für kommende Live-Events/Performances genutzt werden kann.

Theaterfiguren aus dem Fundus des „figuren theater tübingen“ sollen sinnlich erfahrbar und erforschbar gemacht werden. Über QR-Codes sollen Betrachter*innen Filme zur Entstehung und Geschichte, Sekundärmaterial und Technik der Figuren auf ihrem Mobiltelefon abrufen können. Gesucht werden niederschwellige Präsentationsmöglichkeiten der Objekte, um Zugang zur Geschichte und Spezifik zu vermitteln.

Konzeptionelle Auseinandersetzung mit der „List of Deaths“, in der das europaweite Netzwerk „UNITED for Intercultural Action“ Todesfälle von Menschen dokumentiert, die auf dem Weg zur „Festung Europa“, in Haft-oder Registrierungslagern und während Abschiebung gestorben sind. Untersuchung von Wirkmöglichkeiten dieser Dokumentation im Kontext Darstellender Künste.

„Woyzeck – ein Berliner?“, fragt Dennis Depta in der Recherche für das Festival „BERLIN is not BERLN. vol. 4: wozzeck“ und untersucht Faktoren, denen das Leben in der Hauptstadt unterworfen ist. Oper und Drama Wozzeck/Woyzeck klopfe Depta zudem auf ihre Materialwerte für eine Inszenierung ab und fragt, wie eine Dramaturgie der Unrast sich formal in einem Musiktheater-Festival niederschlagen würde.

Im Rechercheprojekt „GAIA“ wird der Frage nachgegangen, wie die Auswirkungen des Anthropozäns mit den Mitteln des Objekt- und Materialtheaters sinnlich erlebbar werden können. Die Puppenspielerin Franziska Dittrich sucht nach einem theatralen Raum, der die Einbildungskraft einer wahrscheinlichen Zukunft provozieren kann und untersucht einen Schiffscontainer auf seine spielerischen Möglichkeiten.

„Eulenspiegels Wahrheit“ widmet sich komischen Masken wie Till Eulenspiegel, Kasper & Co. und ihrem herausfordernden Umgang mit bestehenden Ordnungen und Naturgesetzen, wie Henker, Tod und Teufel. Dabei stellen sich Fragen: Wie willkürlich ist Weltdeutung und -darstellung? Welchen Machtstrukturen dient sie? Dorothee Carls sammelt wir Inszenierungsstoff, der Mut und Lust zum Hinterfragen macht.

Claudia Wiedemers 2020 an Covid verstorbener Vater Gottfried Wiedemer war ein leidenschaftlicher Jakobspilger. Die Tochter lädt seine Freunde dazu ein, ein Stück des Weges gemeinsam zu wandern, über ihn zu sprechen, zu singen, sich zu erinnern, alte Geschichten fortzuschreiben oder gemeinsam neue zu erleben. „Ultreia“, immer weiter, sagen die Pilger. Erfahren was bleibt, wenn jemand geht. Was, wenn man geht.

Lieve Vanderschaeve möchte Kunst und state-of-the-art Handwerk/Technik verbinden und die dadurch entstehenden Gestaltungswelten und neuen Ästhetiken ausloten. Avatare sind virtuelle Kunstfiguren. Sie verkörpern reelle Menschen, sind meistens hergestellt aus ihren 3D-Scans und vertreten sie im Cyberspace. Vanderschaeve recherchiert, was Avatare auf der Bühne bewirken und wie es die Bühnenästhetik verändert.

Kann es gelingen, eine zeitgemäße Kopfbedeckung zu entwerfen, welche die traditionelle rumänische Volkskunst mit dem urbanen Berliner Leben verbindet und für eine kulturelle und moderne Zusammenkunft steht? Eine Recherche zu einem modernen, zeitgemäßen, diversen und gender neutralen Kopfschmuck.

Mit „Am Anfang“ möchten sich die Artisanen auf Basis der Geschichte von Bart Moeyaert theatralisch mit der Entstehung der Welt beschäftigen. Die Inszenierung kommt mit wenig Sprache aus. Hauptaugenmerk in der Umsetzung liegt auf der grafischen Ebene in Form von Zeichnungen. Sie werden als Live-Animation der Zeichnungen und Projektionen in der Videoebene eine Grundlage der Performance bilden.

Mit „Am Anfang“ möchten sich die Artisanen auf Basis der Geschichte von Bart Moeyaert theatralisch mit der Entstehung der Welt beschäftigen. Die Inszenierung kommt mit wenig Sprache aus. Hauptaugenmerk in der Umsetzung liegt auf der grafischen Ebene in Form von Zeichnungen. Sie werden als Live-Animation der Zeichnungen und Projektionen in der Videoebene eine Grundlage der Performance bilden.

„OZ-E-AN“ ein Sprachlabor über gelebte Mehrsprachigkeit. Es sucht nach Begriffen aus der direkten Umgebung der Kindergarten/Grundschulkinder, die sie z.B. mit dem Bild von Zuhause, Freundschaft, Fremdsein verbinden und erstellt eine Bibliothek für ein multilinguales Kindertheaterstück. Vertraute und fremde Wörter oder Sprach-/ Klangkreationen stehen dabei im Fokus.

Katja Kendler möchte die 462-seitige Dokumentation der durch einen Tippfehler entstandenen und 20 Jahre andauernden transatlantischen Mail-Freundschaft/ -Liebe zwischen einer Theaterschauspielerin und einem Geschäftsmann durchforschen, vom Englischen ins Deutsche übersetzen und in die Form eines Theatertextes bringen – mit der Idee, diesen in einem weiteren Schritt zu inszenieren.

Katja Kendler möchte die 462-seitige Dokumentation der durch einen Tippfehler entstandenen und 20 Jahre andauernden transatlantischen Mail-Freundschaft/ -Liebe zwischen einer Theaterschauspielerin und einem Geschäftsmann durchforschen, vom Englischen ins Deutsche übersetzen und in die Form eines Theatertextes bringen – mit der Idee, diesen in einem weiteren Schritt zu inszenieren.

Die Förderung dient der Entwicklung einer multimedialen zeitgenössischen Zirkusperformance namens „Meer, Meer, Meer“, die ein junges Publikum anspricht und es für ökologische Themen begeistert. Leila Koeckenberger setzt das Märchen „Der Fischer und seine Frau“ mit Luftakrobatik und Video-Mapping szenisch um, um damit ein gesteigertes Bewusstsein für die Umwelt, insbesondere das Meer, schaffen.

Ein Konzept für ein neues, mobiles Theatererlebnis für Hochaltrige und Bewohner*innen von Pflege- und Senior*inneneneinrichtungen, damit diese wieder Zugang zu Kultur in hoher Qualität erhalten und Theater erleben können, wie sie es wahrscheinlich schon sehr lange nicht mehr konnten.

„Theaterskulpturen“ stellt die Frage nach alternativer Gestaltung von Texten, bei denen eine narrative Handlung nicht im Vordergrund steht. Anhand von Autor*innen, die die Sprache als etwas Performatives behandeln, sollen Partituren entstehen, die andere Prinzipien der Gestaltung und Behandlung der Sprache offenbaren und so neue Impulse und Ideen für die eigene künstlerische Arbeit schaffen können.

Wir leben in einer immer mehr auseinanderklaffenden Gesellschaft von Arm und Reich. In der Recherchearbeit verfolgt Alexandra Kaufmann die Suche nach inhaltlichen und gestalterischen Mitteln, um diese Problematik in Bezug auf den Film „Nur Pferden gibt man den Gnadenschuß“ auf der Bühne herauszuarbeiten, umzusetzen und eine Konzeption für eine Figurentheaterinszenierung zu entwickeln.

Im Theaterstück „DIE WOLLFABRIK“ wird der Zusammenhang von ökonomischen Produktionsprozessen, Arbeitsbedingungen am Theater und theatraler Produktionsästhetik erforscht. Gefragt wird nach der Reproduktion bürgerlicher Repräsentationsansprüche und kapitalistischer Produktionslogiken und der Funktion von Theatertexten in Freie Szene- und Stadttheater-Produktionen.

Monika Freinberger recherchiert, was für eine Veränderung wir in unseren Beziehungskonzepten benötigen, um eine sozial gerechtere Welt zu erreichen und welches Potenzial queere Gemeinschaften dafür in sich tragen.
Mit Blick auf popkulturelle Formate forscht Freinberger zu Umsetzungsweisen, die utopische Vorstellungen von Familie jenseits der kapitalistischen Verwertungslogik erfahrbar machen.

Ziel ist die Entwicklung eines vielfältig einsetzbaren Spielprinzips für Handpuppen, welches das Publikum sehr niederschwellig zum Mitmachen einlädt und für Aktionen und Figurentheaterproduktionen im Outdoor-Bereich besonders geeignet ist.

„Die Erfindung des Sitzens“ – Kinder und Erwachsene erforschen eine riskante Körperhaltung.
So wie es gerade läuft, kann es nicht weitergehen. Die Erwachsenen klagen über Rückenschmerzen. Ist das Sitzen schuld? Was ist sitzen eigentlich? Gibt es für das Sitzen eine Perspektive in der Zukunft? Dieser und anderen Fragen um das Sitzen widmet sich ein künstlerisches Team aus Kindern und Erwachsenen.

„Studies On Symbolic Violence Vol. II“ erforscht symbolische Gewalt der (sozialen) Medien und der digitalen Welt. Der Schwerpunkt liegt dabei auf dem Phänomen des Überwachungskapitalismus – einer kommerziellen digitalen Ideologie, die, mit unserer eigenen Erlaubnis, uns „verfolgt, analysiert, auswertet und verändert“; sowie auf der Rolle der Medien in dem zugespitzten Russland-Ukraine Konflikt.

Katelyn Skelley works on the initial creation phase of the solo dance work titled, “The [Heimat] taken with her,” by Patscharaporn Distakul. In this process, Skelley will conduct research and oral history interviews as well as analyze the material as a means of generating the main content for the creation period. In addition, the interview processes are documented to later create a booklet.

How can different qualities of movement that appears in nature be expressed by dance and where else in our lives and society can we learn from the universal principles that those natural materials are following?
Through making the unseen visible, individuals coming from different cultures, backgrounds and points of view, can find the connections through the universal movement within them.

Die Auseinandersetzung mit einer Wiese, die die Vielschichtigkeit Berlins und die Tragik der Geschichte in sich trägt. Was bedeutet die bildnerisch-künstlerische Intervention für das Erlebnis eines Hörspiels?
Eine Recherche zum Thema Mittel und Methoden zur kostüm- und bühnenbildnerischen Tätigkeit in der freien Natur in Zusammenhang mit einer Intervention des NaturTheater Kollektiv NordOst.

Eine Opernsängerin entdeckt in der Sächsischen Staats- und Universitätsbibliothek die Oper eines unbekannten Komponisten aus der Zeit August des Starken und August III. Sie möchte ihn und sein Werk recherchieren, es digitalisieren, bearbeiten, präsentieren und später mit der von ihr gegründeten Academia Ars Augusta in Form einer Werkstatt für junge talentierte Sänger*innen auf die Bühne bringen.

Thorsten Bihegue gründet einen Sprechchor in Plauen und entwickelt ein Theaterstück gemeinsam mit diesem. Plauen, das Herz des Vogtlandes. Irgendwo zwischen Ödnis UND Idyll. Zwischen 25% für die AfD UND alles für den Ausbau der Qualitätswanderwege. Zwischen sozialem Testlabor für den III. Weg UND fluidem Vierländereck. Thorsten Bihegue recherchiert zu Heimat und Identität und bereitet Texte für den Chor vor.

„Meine body positivity ist nicht deine body positivity „und deswegen erzählt Tina Pfurr von dicken Körpern. Von ihrem Körper, ihrem Kapital und ihrem Problem. Und von den Körpern, die ihrem ähnlich sind. Und deren Erfahrungen, den Bilder und Geschichten, die dicke Körper erzählen oder eben nicht. Denn der gesellschaftlich geprägte Draufblick und dessen Veräußerung bleibt ein anderer.

Recherchen und Reflexion zur Perspektive des östlichsten Figurentheaters.
Im Qualifikationszeitraum erforscht Anne Swoboda die regionale Ausrichtung ihres Theaterkonzepts tiefergehend und entwickelt zukünftig tragfähige Theaterformen und adäquate künstlerische Inhalte. Ziel ist es, Figurentheater wieder in Ostsachsen zu etablieren – mit situativer Flexibilität und bewährt hochwertig.

„Edel, arm, reich, der Tod macht alle gleich.“ Seriously? Warum lügen wir uns, wenn es um den Tod geht, in die eigene Tasche? Sterben müssen wir doch alle mal. Aber wie oft muss man auf der Theaterbühne sterben, um keine Angst mehr vor ihm zu haben? Der Performer Jan Jaroszek tastet den Theatertod auf seine Trost-Tauglichkeit ab und sucht Orte auf, an denen das Sterben der Anderen erfahrbar wird.

Juliane Meckert beschäftigt sich mit der familiären Erinnerung an die NS- Vergangenheit und der öffentlichen Inszenierung deutscher Erinnerungskultur. Zwischen den beiden Punkten ist eine Lücke und die Frage nach deutscher Identität. Gilt die offizielle Inszenierung des Gedenkens als Entlastungsritual für familiäre Schuld? Kann man das Ritual uminszenieren, um die Lücke zu schließen?

„Eine deutsche Inszenierung in Ankara“ ist der Arbeitstitel für ein Musiktheater des deutsch-türkischen Autors Nedim Hazar, das auf wahren Begebenheiten basiert. Er recherchiert die Zeit, in der mehrere aus Nazideutschland geflüchteten Exilkünstler*innen in Ankara beauftragt wurden, trotz Differenzen untereinander, das türkische Theater und die Oper nach westlichem Muster neu zu gestalten.

Ausgehend von architektonischen und sozialräumlichen Kontexten, widmet sich die Recherche „Ein verheißungsvoller Ort“ der Suche nach und Kreation von Räumen, die mit Veränderungen des öffentlichen Raumes im letzten Jahrzehnt korrespondieren – auch vor dem Hintergrund ökologischer Fragestellungen – und Antworten auf ein zukünftiges Verhältnis von Raum, Kunst und Mensch liefern.

Auf dem großen Feld der allgegenwärtigen Diskussion um den Klimawandel und gerahmt von der Frage nach dem Verhältnis von Mensch und Natur richtet sich der Fokus dieser Recherche auf
den ganz konkreten, alltagspraktischen Umgang mit klimapolitischen Problemen und den uralten Konflikt zwischen der rationalen Fähigkeit des Menschen und seinen Begehren.

“Soliloquy movement method”.
What do body language and talking have in common?
What if you can dance like how you talk.
In this research, Seung Hwan Lee aims to establish a movement method that is inspired by a word –Soliloquy.

Das Vorhaben ist als ergebnisoffene Recherche angelegt und hat zum Ziel, sich mit der Thematik Kolonialismus in den darstellenden Künsten auseinanderzusetzen. Es werden eine Kartografie bestehenden Materials erstellt, sowie inhaltliche und künstlerische Realisierungsmöglichkeiten für zukünftige internationale Inszenierungen ausgelotet.

Consent Culture hat Felizitas Stilleke die Augen geöffnet. Diese Bewegung, die sich für einvernehmlichen Umgang in der Sexualpraxis einsetzt. Doch was bedeutet diese Sicht auf zwischenmenschliche Interaktion für die Arbeit? Als Kuratorin, die Räume für intimen Austausch öffnet. Als Künstlerin, die konsequent agieren will. Als Dramaturgin, die im Prozess den Konsens sucht, ohne dem Projekt die Kraft zu rauben.

„Cheap Dreams“ ist die Recherche zu einem Hörspieltext, der sich mit der (Un-)Fähigkeit des Menschen zu warten auseinandersetzt. Im Mittelpunkt steht die fiktive Geschichte des titelgebenden Startup-Unternehmens, deren Geschäftsmodell eine ungewöhnliche Alternative in der auf Verfügbarkeit ausgelegten Welt der Turbo-Logistik anbietet und so das Bedürfnis der Menschen nach Entschleunigung stillt.

Mit einer ernsthaften Erkrankung setzt oft eine Fremdwerdung ein, welche das Neuerzählen des eigenen Identitätsmythos erzwingt. Für weitere Recherchen erforscht Marcel Sparmann Modelle, Erscheinungen und performative Ausdrucksformen von Identitätsmythen, innerhalb und außerhalb von Krankheitskontexten. Schnittstellen zwischen physischer, emotionaler und erinnernder Erzählung erscheinen dafür lohnend.

Ziel der Recherche ist die Weiterentwicklung inszenatorischer Konzeptionen mit Chor als zentralem Akteur für künftige Projekte. Chor soll als Aushandlungsprozess on stage verstanden werden, der Stimme(n) verleiht und im Inszenieren und Hinterfragen dieser gesellschaftliche Transformationsprozesse reflektiert und figuriert – um dabei den kooperativen Charakter menschlichen Handelns hervorzuheben.

Ziel des Recherchevorhabens ist die zeitgemäße Weiterentwicklung des afro-brasilianischen Tanzes für den zeitgenössischen professionellen und Laientanz. Die Übersetzung der Symbole, Energie und Motivation in moderne Sequenzen soll den zeitgenössischen Bewegungen und damit auch den Zuschauenden und den Themen für Tanzpräsentationen und Tanzvermittlung neuen Halt und neue Dynamik geben.

Theodor Fontanes Roman „Mathilde Möhring“ soll zu einem zeitgenössischen Theaterfilm werden – nach „Leutnant Gustl“ die zweite Erkundung dieses Zwittergenres vom Produktionsduo Karolina Horster und Nick Hartnagel. Mit Hilfe der Recherchefördung entsteht die Textfassung und die Konzeptmappe für „Mathilde Möhring“.

„Klatsch, machen meine Brüste, wenn ich auf und ab hüpfe. Mir wär lieber die wärn still. Also wenn ich auf einem Trampolin spränge jetzt, mein Schnurrbart würde rrrrr machen und meine Fettrollen, klatsch, Oberschenkel, klatsch, Arschbacken, klatschklatsch…und obenrum nix, mucksmäuschen still alles.“
Zu Imagination als Umgang mit Zweigeschlechtlichkeit und dem utopischen Potential von Transkörpern.

„H²O&Co“ ist ein künstlerisch-dokumentarisches Forschungsprojekt, in dem Juliette Collas die Arbeit ihres letzten Projektes „Mucophilia“
vertieft. Dabei soll eine digitale, interaktive Open-Source Plattform entstehen.
Die zahlreichen Protokolle und Rezepte von wasserhaltigen Substanzen, die entstanden sind, bilden ein Datensatz und werden mithilfe von Knowledge Mapping weiterverarbeitet.

This is a research of the role of religion on the life of women, how throughout history it has influenced them in their behaviour, and more specifically in the idea of the nun as a figure that helped women to emancipate themselves. Through text and dance Daura Hernández García researches and draws a portrait of these women, the nuns.

Nir de Volff legt den Fokus auf extreme Körperbedingungen und darauf, wie Beschränkungen und unkonventionelle Bewegungsabläufe Einfluss auf ein neues Bewegungsvokabular haben können. Er untersucht den positiven Einfluss des Atems auf Menschen mit Behinderungen, Parkinson und Traumata. Wie können wir den Körper durch Bilder in unserem Gehirn, die mit Schmerz verbunden sind, in Bewegung bringen?

Die Theatermacherin und Performerin Sophia Bizer beschäftigt sich mit dem Element Wasser und den Möglichkeiten eines interaktiven Unterwasser-Objekttheaters. In einer sinnlichen Theatererfahrung mit analog animierten Figuren und Objekten entstehen minimalistische Bilder, die je nach Blickwinkel durch die Glasfront eines Aquariums verzerrt wirken und ein Spiel mit Perspektiven ermöglichen.

Theater schauen auf dem eigenen Sofa. Eine gute Alternative oder lediglich ein netter Versuch? Im Zuge der Pandemie eine Möglichkeit, Theater dennoch zugänglich zu machen und zeigen zu können. Aber ist es wirklich dasselbe, oder verliert eine Theateraufführung somit unweigerlich an ihrer Wirkungsweise? Was macht Theater zu Theater? Wo sind die Unterschiede und wo die Gemeinsamkeiten zum Film?

Die Wechseljahre (im Gegensatz zu Pubertät und Mutterschaft) gelten als unbeliebter Lebensübergang einer Frau, als Zeit des Verlustes, Verblassens. Diese Lebensphase wird Višnja Sretenović und ihre Gesprächspartnerinnen beschäftigen. Kombiniert mit künstlerischen, theoretischen und wissenschaftlichen Einblicken entsteht ein performatives Essay über diese weibliche geteilte, doch höchst persönliche Erfahrung.

Der Söldner Peter Hagendorf (1602-1677) hat ein Vierteljahrhundert lang Tagebuch über seine Einsätze im Dreißigjährigen Krieg geführt. Die Recherche will das Textmaterial auf seine Bühnentauglichkeit hin untersuchen und Hintergründe zur Person des Autors und zu den historischen Umständen in Erfahrung bringen. Ziel ist die Erstellung eines Stücktextes zur anschließenden Umsetzung auf der Bühne.

1944 stirbt eine 19-jährige Angehörige der jugoslawischen Partisanenarmee im Kampf gegen die deutschen Besatzer.
1963 gibt ihr Bruder seiner Tochter ihren Namen.
2021 erzählt Nada Banjanin einem deutschen Regisseur von ihren Geschichten.
Dieser macht sich nun auf den Weg nach Serbien und Bosnien: auf den Spuren der historischen Figur. Gleichzeitig sucht er nach Formen der Transformation.

Putting the Opera in VR-Operator! Was entsteht, wenn klassische Operndramaturgien, immersive Technik und partizipative digitale Formate miteinander kombiniert werden? Mit Fokus auf Social VR und die Sinfonien Gustav Mahlers untersucht Hannes Kapsch bestehende Best Practices und entwickelt darauf aufbauend neue Lösungen für Aufführungspraxen eines Musiktheaters der Digitalität.

Die Welt ist im Wandel. Julia Strehler befragt Menschen aus der Stadt und vom Land, Menschen verschiedener Generationen, kultureller Hintergründe und Berufssparten dazu, wie sie mit der aktuellen Krise und dem gesellschaftlichen Wandel umgehen. Die aufgezeichneten Interviews dienen als Material für eine Stückentwicklung mit Schauspiel, Tanz, Video und Ton.

Die Suche nach dem Klang des Kaputtgehens. Eine musikalische Forschung zur Transformation vom Ding zum Instrument. Grundlagenrecherche auf dem Feld des performativen Konzerts.

„Mime Corporel“ – Pilot-Projekt für Jugendliche mit Inklusionshintergrund.
Eine Entdeckungsreise in die Welt des Visuellen Theaters!
Das Projekt soll Jugendlichen Zugang zu einer bewussten Körperwahrnehmung geben.
Mime-Techniken werden geübt und erlernt, Kreativität und Fantasie spielerisch gefördert.
Leitung: „Herr Niels“ – Physical Clown Comedy

Emotionale Unbezogenheit reproduziert verletzende Machtstrukturen in unserer weiß-patriarchal-rational-kapitalistischen Gesellschaft. Dies geschieht z.B. durch eine verkörperte Sprachpraxis, in der wir uns fragil oder schweigend passiv-aggressiv aufeinander beziehen. Wie ließe sich das ändern, wenn Unbezogenheit als gesellschaftlich vermitteltes Trauma strukturell ist und Trauma Veränderung nicht mag.

Der Zorn der Frauen! Fern der Stereotypen weiblicher Wut.
Die Recherche soll wütende Frauen in der Geschichte erfassen und sie in der Gegenwart suchen.
Die künstlerische Auseinandersetzung mit dem eigenen Zorn, die Suche nach Ausdrucksformen der Wut, Workshops mit Frauen zum heutigen Zorn sind Ziele der Recherche und eine Suche nach Transformations- und Änderungsmöglichkeiten in der Zukunft

Die drei türkischstämmigen Brüder Yakup, Yusuf und Ibrahim erfahren von ihrer Mutter auf dem Sterbebett, dass ihr leiblicher Vater ein Deutscher ist.
Für alle drei bricht eine Welt zusammen. Nach dem ersten kurzen Schock, beschließen die drei sehr unterschiedlichen Brüder, sich auf die Suche nach dem deutschen Vater zu machen.

Das Klima hat keine Gestalt. Vielmehr ist es eine statistische Größe, die von uns Menschen nicht gesehen, gespürt oder erinnert werden kann. Im Austausch mit Wissenschaft und Game-Design sollen immersive, spielbare Klima-Szenografien entwickelt werden. Inspiration bietet „Everything“ von Kevin O’Reilly, in dessen Gameplay eine radikale Gegenständlichkeit ludisch erprobt und erfahren werden kann.

Ruby Behrmann ist in einem der reichsten Viertel Hamburgs aufgewachsen. Dazugehört hat sie nie. Durch Ratgeber-Literatur, Reality-TV-Shows und Youtube-Videos von Influencer*innen taucht sie ein in die Welt der Superreichen. In ihrer Recherche „Performing Wealth“ lernt sie die Codes des Wohlstandes und wendet diese im Selbstversuch an – frei nach dem Motto „Fake it ‘til you make it“!

Ausgehend von der (durch die Pandemie gezwungenen) Erfahrung mit dem Frei-Luft-Spielen entwickelt Gabriela Schwab Veloso eine Aerial-Straßentheater-Performance über die Liebe in der Corona-Zeit. Die Performance wird die Geschichte eines clownesken Amors erzählen, der Liebe zwischen den Menschen erzeugen will, aber auf viele neue Hindernisse stößt, und nicht weiß, wie er mit ihnen umgehen soll.

Elissavet Hasses Recherchearbeit beschäftigt sich mit der Frage: Welche impulsgebende Rolle können zukünftige Kunstprojekte bei Transformationsprozessen spielen? Können Aktivismus und Kunst gemischt werden? Eignet sich Kunst als Mittel gegen Homophobie, Rassismus und Ausgrenzungen?

„Menopause: Erfahrung und Darstellung“ untersucht anhand von Fachliteratur, Filmanalyse und Interviews Fragen des Älterwerdens als weibliche Person und der Darstellung von Sexualität, Lust und weiblichen Körpern im Alter. Die Recherche soll Mechanismen der Stereotypisierung und patriarchaler Strukturen im Älterwerden sichtbar machen und das Erschaffen komplexer weiblicher Figuren ermöglichen.

Das Recherchevorhaben „The Sound of Silence“ widmet sich der Grenze des Hörbaren. Zum einen geht es um das Erlernen der Gebärdensprache, um im nächsten Schritt gemeinsam mit tauben Darsteller*innen ein musiktheatrales und technologisch unterstütztes Unterfangen zu konzeptionieren. Die Bewegung der Gebärde und ihr Ausdruck stehen im Zentrum der musikalischen und kommunikativen Auseinandersetzung.

Eine vorbereitende Recherche für eine Outdoor-Performance in Interviews u.a. mit Waldbesitzer*innen, Klimaaktivist*innen, Waldbesucher*innen, Experimenten mit Materialien aus dem Wald als Bühnenobjekte und dem Wald als Spielort über das ambivalente Verhältnis vom Mensch zum Wald – zwischen Waldwirtschaft und Klimaschutz, Spekulationsobjekt und Erholungsort.

In “An Immeasurable Fold”, Mirabi creates a choreographic ritual to deal with transpersonal loss and intergenerational trauma living deep inside his body. For the ritual, Mirabi spends seven days in the post-mining landscape Grünhaus and confronts its loss and ecological trauma with the loss and displacement trauma inscribed in his family history of when his grandparents fled from Kermanshah in 1982.

Was wäre, wenn Strahlung sichtbar wäre? Ja, sogar fühlbar! Wenn man sie nicht leugnen, nicht klein- und nicht wegreden könnte? Wenn sie für alle, Gesellschaft und Politik, sichtbar wäre? Wir sind tagtäglich umgeben von Strahlung und mitten in einem geladenen Diskurs: von Fukushima, über Atommüllendlagerung bis hin zur Klassifizierung als „nachhaltige Energie“. Sind das strahlende Aussichten?

“Performative transgressions” is research to create an archive of images, texts and situations around the concept of transgression in art. Historical and current artworks, actions and social manifestations will be observed considering which norms, standards and categories are being defied. The goal is to understand which transgressive actions are still possible through performance art.

The research is questioning about the potential of creative lighting in theater. It should serve as the beginning and extension of the understanding of light and open up a kaleidoscope of viewing possibilities. Research on making light, perspectives from various artists, an archive in which technology plays a secondary role. A research workbook in English.

Geistreiche Wörter, stolpernde Körper, scharfsinnige Resonanzen, Bewegungsnuancen.
Die Recherche geht der Ursache des Gelächters nach und wird die Techniken der Erzeugung des Lachens ansehen und austesten.
Aus der theoretisch-praktischen Untersuchung der Lächerlichkeit wird Tiefe und Weite für die Zukunft des performativen Blödsinns entwickelt.

Das Figurentheater in seiner Abstraktion erschließt emotionale Ebenen, die es Kindern leichter macht, komplexe Themen zu erfassen. Welche Formensprache braucht es, um Fronten aufzubrechen, um Verständnis für verschiedene Perspektiven entstehen zu lassen? Wie lassen sich demokratische Grundprinzipien durch Theater erschließen, wie lässt sich Streitkultur als produktive Kraft erfahrbar machen?

Sandra Man (aka Manhartseder) setzt sich in Performances und choreografischen Videos mit dem tauenden Permafrost in Sibirien auseinander. Dieser normalerweise gefrorene, in den letzten Jahren aufgrund der Erderhitzung schmelzende Boden ist nicht nur ein Symptom, sondern auch ein Symbol des Klimawandels: Der stabile, feste Grund gerät in Bewegung.

Die Wahrnehmung von weiblichen philosophischen Stimmen, bearbeitet für Kinder ab zehn Jahren, steht im Fokus der Recherche. Weibliche Identifikationsfiguren und Vorbilder müssen stärker in das kollektive, kindliche Bewusstsein von Weltwahrnehmung und Deutung gelangen – Philosophinnen sollen rezipiert, aufgearbeitet und in (mindestens) zwei Performances für Kinder in Erscheinung treten.

Die eigene AKQUISE sinnvoll zu gestalten – mit Zeit und professioneller Hilfe – für die Zeit nach der Pandemie, in einer Zeit, in der sich Veranstalter*innen mit Anfragen noch zurückhalten. Handwerk und Skills für eine kraftvolle, verhältnismäßige Eigenvermarktung, die Produktivität und Vernetzung einer freischaffenden Künstlerin digital und analog sichtbar, nutzbar und buchbar macht.

Konzeptentwicklung, Recherche und Entwürfe für „Short Stories“, ein Projekt des Künstlerkollektivs „Die Loge“.
In verschiedenen Leerständen in der Oldenburger Innenstadt greift dieses Projekt die Themen Leerstand, Stadtentwicklung und Kunst im öffentlichen Raum auf und entwickelt dazu künstlerische Positionen. Dabei soll es auch um die Frage gehen: Braucht eine Stadt ihre Kunstschaffenden?

Cesy Leonard, Aktionskünstlerin und Gründerin von Radikale Töchter, will sich mit aktionskünstlerischen Mitteln, klar und mit Haltung gegen Antidemokraten positionieren. Die Lausitz als Ort der Recherche, die „Demo Station“ (AT) als Bühne, um sichtbar zu machen, was in Zeiten von laut schreienden Populisten häufig zu wenig sichtbar ist: Mutige, handelnde Bürger*innen.

“100 years of lost Russian Emigration in Europe: Repeat” is research and concept development. It investigates lost stories from the first wave of Russian emigration to Berlin and Paris in the 1920s and compares it to the ongoing emigration of the last decade. It looks for the new strategies of performing archives, lost places, and memories of the past that will be relevant today.

Wo liegen die Grenzen, der Rahmen oder gar der Boden, der theatrale Räume in der Öffentlichkeit demarkiert?
Eine Feldarbeit und Sammlung von Skizzen, Fotografien und Notizen. Ein Register der Nicht-Räume innerhalb hoch frequentierter Knotenpunkte im urbanen Raum. Durchleuchtung der Risse, die aus den umgebenden Zeit- und Nutzungskoordinaten herausfallen.

Chris Ziegler arbeitet als Medienkünstler auf der Bühne zwischen Technik und Regie. Wichtig ist, dass er die eingesetzte Software auch selbst programmieren kann.
Seit 2019 arbeite er mit AR und VR auf der Bühne mit der Game Engine UNITY. Er will andere Tools wie UNREAL testen und erlernen, um flexibler arbeiten zu können in seiner künstlerischen Arbeit mit anderen Künstler*innen.

Die Recherche über männliche Fragilität untersucht Narrative über Männlichkeit, ausgehend von der Frage: Warum sprechen heterosexuelle Männer nicht über Sex? Forschung mit Literatur und Interviews – auch Männer jenseits der linken Kulturblase werden zu ihrer Verletzlichkeit und Sexualität befragt. Findet man durch offenes, wertfreies Zuhören einen Weg aus zementieren Geschlechterstrukturen?

Adaption des Klassikers „Der Zauberer von Oz“ als Bühnenfassung für nur zwei Personen. Interviews mit Menschen mit Behinderung zur realitätsnahen Entwicklung der einzelnen Bühnencharaktere. Sichtung vergleichbarer Inszenierungen und Konzepte.

Erinnerungskultur in der freien Szene
Im Austausch mit dem Zeitzeugen Ernst Grube und dem Leiter der Stabstelle für Erinnerungs- und Gedenkkultur und Extremismusprävention will Flora Pulina herausfinden, wie wir jungen Menschen den Zugriff zur Erinnerungskultur erleichtern können und wie wir im Theater und in der freien Szene kulturelle Projekte zu dieser Thematik umsetzen können.

„Sprichst du Portugiesisch“, diese Frage begleitet Marcel Nascimento das ganze Leben. Seine Antwort ist „Nein“, das wird aber kaum akzeptiert. Nach dem Tod der Eltern findet er eine Kiste mit Dias, die den Blick der Eltern festhalten. Durch Sprache, Erinnerungen und die Dias stellt er die Frage nach sich und dem, was bleibt. Eine künstlerische Auseinandersetzung zum Thema Erbe und Identität.

„After Life – Leben vor dem Tod“: Eine muslimisch-feministische Überschreibung von Jean-Paul Sartes „Geschlossene Gesellschaft“.

Kindertheater ist Raum für Erfahrungen – im Sinne vertiefter kognitiver und emotionaler Wahrnehmung.
So, wie die menschliche Wahrnehmung ihre Zeit zum Erfassen von Zusammenhängen braucht, brauchen auch die Dinge/Figuren auf der Bühne ihre Entfaltungszeit.
Eine theoretische Forschung zur Beziehung „Erfahrung – Zeit“ auf der Figurentheater-Bühne.

Sunny Pfalzer erprobt Bewegungsqualitäten, die zwischen vermeintlich authentischen, unbewussten Handlungen und dem „Zeigen-Wollen“, dem attentiven Adressieren des Publikums oszillieren.

Felix Ahlert erfindet seine Soloshow für Straßentheaterfestivals neu. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung und Aneignung des Kunstradfahrens mit einem Postfahrrad und der Ausarbeitung einer Balancenummer mit Postkisten, um gesellschaftliche Themen wie Mobilität und prekäre Arbeitsbedingungen mit zirzensischen Techniken darstellen zu können.

lin verleger entwickelt ein Fortbildungs-Programm, welches junge Tänzer*innen die Möglichkeit bietet, sich zu professionalisieren. Es ist ein Mentoring Programm speziell für urbane Tänzer*innen, die nicht an einer Hochschule studiert haben, aber den Schritt zum professionellen Tänzer*innen-Dasein wagen wollen oder schon am Anfang ihrer Karriere stehen.

Eine Recherche der künstlerischen Identitätsbildung durch Masken, Make-up, SpecialFX und Kostüm in der Poetik der Performancekunst und des performativen Theaters. Diese werden betrachtet als Mittel, um einen körperlichen Zustand zu erreichen (Performativität) oder eine Persona zu kreieren und zu beleben (Embodiment) mit Blick auf die eigene Kunstpraxis im Verhältnis zu zeitgenössischen Referenzen.

„BI*POC-Connect“ – eine Vermittlungsplattform für BI*POC-Künstler*innen in den darstellenden Künsten. Eine nachhaltige digtale Vernetzungplattform, die BI*POC Künstler*innen im Theater repräsentiert. Für mehr Sichtbarkeit, Vernetzung und Vermittlung.

Detlef Heinichen wird Recherchen über die Anwendungen und der individuellen Einrichtung über das Steuerprogramm QLAB anstellen. QLAB schafft es, komplizierte Licht-, Ton- und Videodesigns zu erstellen. QLAB ist die Möglichkeit, mit mehreren Beamern zu arbeiten, ein großes Bild zu erzeugen, oder mit einzelnen Beamern mehrere Projektionen zu zeigen, in jeweils angepaßter Größe.

Künstlerisch-soziales Projekt für Mädchen und Frauen in schwierigen Lebenslagen mithilfe der Methode des Forum Theaters. Das Projekt wird in Form einer Workshop-Reihe realisiert, die den Teilnehmer*innen ermöglicht, ihre momentanen Verhältnisse zu reflektieren, eigene Erfahrungen künstlerisch zu bearbeiten, sich kreativ auszudrücken und eigene Stärken durch das künstlerische Tun zu entwickeln.

Diese Recherche ist die Vorbereitung für eine Inszenierung in der u. a. Meerschweinchen, Schlangen und Heuschrecken zusammen mit Robotern und Theaterfiguren auf der Bühne stehen.
Befragt wird die menschliche Wahrnehmung der belebten und unbelebten Umwelt im Hinblick auf die Neigung, radikal zu anthropomorphisieren, was zu schmerzhaften Paradoxien führt.

Auseinandersetzung mit dem Essay „Arab Porn“ von Youssef Rakah. Es soll ausgelotet werden, mit welchem Fokus und in welchem Team die Frage nach den Auswirkungen von arabischer Amateur-Pornographie im Internet auf die gesellschaftspolitischen Umstürze künstlerisch umgesetzt werden kann, auch im Vergleich mit der Selbstermächtigungsbewegung des feministischen Pornos auf dem europäischen Markt.

Am öffentlichen Raum als Umschlagplatz sozialen Geschehens lässt sich beispielhaft das kinetische Potenzial einer Gesellschaft ablesen. Mit seinem seriellen Videoformat begibt sich Performancekünstler Omid Tabari an jene Orte, um durch sein praxisorientiertes Recherchevorhaben den Körper im Kontext einer pandemisch konnotierten Situation zu eruieren.

Das Projekt begibt sich auf die Spuren von Gerda Brasch. Als junge Frau folgt sie 1946 nach inneren Kämpfen dem Vater ihres Sohns Thomas, Horst Brasch, der in Ost-Berlin den Sozialismus aufbaut. Sie steht im Schatten einer Familie, die von exzentrischen, politisch wie künstlerisch aktiven Männern geprägt wird. Aus ihrer Perspektive wird das Zusammenspiel von Privatem und Politischem untersucht.

Künstlerische Fragen nach dem Naturbegriff im bipolaren Spannungsfeld zum Menschengemachten stehen im Mittelpunkt der Recherche. Neu entwickelte Natur-Sensoren dienen als Plattform für interdisziplinäre Formate mit Lichtkunst oder Performances. Die Natur wird in einer umfassenderen Form ins künstlerische Setting mit eingebunden, da Pflanzenimpulse und Klimagase klanglich orchestriert werden.

Tomoko Nakasato / Ectoplastic UG / BIEST u.a. – Recherche für eine interaktive und interdisziplinäre Installations-Tanz-Performance mit Techniken der Klangerzeugung im virtuellen Raum in Kombination mit modularen Kleidungskonzepten.

Recherche zum Thema Tanz und Architektur im urbanen Raum. Schlüsselbegriffe der Architektur sind Konstruktion, Struktur und Tektonik. Der menschliche Körper übernimmt hierbei die Aufgabe, sein räumliches Umfeld in Bewegung, Bewegungsmuster umzuwandeln. Beispielhafte Begriffe wie tragend, umhüllend, raumbildend, konditionierend finden in der tänzerischen Bewegungssprache neue Ansätze.

The goal is to research the role of non predatory power and leadership in horse herd dynamics and its choreographic implications for dancing. Focusing on embodying the roles developed in groups of horses, namely: “leader”, “dominant”, “nurturer/companion” and “sentient”, Hana Erdman will develop scores and physical practices and test these with other artists.

„ISLANDS INCLUDED“ will integrative Produktionsmethoden der darstellenden Künste in den Bereichen körperliche Behinderung, Neurodiversität und psychische Gesundheit weiterentwickeln, um Künstler*innen mit unterschiedlichen Behinderungen zu unterstützen. Es beinhaltet den Austausch mit Künstler*innen, die von Asperger-Syndrom, Down-Syndrom, Sklerodermie und Amyotropher Lateralsklerose betroffen sind.

Eigentlich hätte alles stattfinden sollen. Auch das Bühnenbildmodell ist ja schon da. Aber wo bleibt das Stück? Und wer sind die Perfomer*innen? Wer ist Regisseur*in? Ein Bühnenbild wird zum Akteur. Ein partizipatives Raum-und Kostümexperiment zum Eintauchen für und mit Kindern, eine Theaterstückentwicklung vom Raum ausgehend. Ein Experimentlabor.

Der Begriff und die Praxis eines immersiven Theaters sollen auf ihr über das Ästhetische hinausgehendes Potenzial hin untersucht werden, mit einem Fokus auf die Gleichzeitigkeit von Präsenz und digitaler Anwesenheit und unter Einbeziehung von Escape Room Ansätzen. Einer Theoriephase folgt eine Praxisphase in einer ehemaligen Werkshalle in Leipzig, in der Techniken und Inhalte ausgetestet werden.

Kochende Wut, eiskalte Wut, schäumend und bald explodierend.
Was ist Wut? Wo kommt sie her? Wer darf wüten und warum? Liegt der Wert der Wut in ihrem Anlass begründet?
Eine „künstlerische Wutsammlung“ soll den vielfältigen Fragen und Antworten näherkommen und den Weg zu einer theatralen Form beschreiten, in der diese starke Emotion einen lustvollen und wandlungsfähigen Zugriff erfahrbar macht.

Die Recherche zielt auf die Erarbeitung eines Soloskripts, das sich auf die Entwicklung eines Textes unter Verwendung des Gedankenstroms und der Parrhesia konzentriert, die aus der Freiheit des Ausdrucks besteht, über alles zu sprechen, eine Rede, in der Menschen offen und wahrheitsgemäß ihre Meinungen und Ideen äußern, ohne rhetorische Elemente oder manipulative Diskurse.

Kann in einer angespannten gesellschaftlichen Situation mit zunehmend gereizten kollektiven Stimmungen die künstlerische Intervention von „Homo Oktopussy“ beruhigend, vermittelnd, ja Herz-öffnend wirken?
Vermag die skurrile Erscheinung eines tentakelartigen, hybriden Wesens neue Denkfiguren in alltägliche Situationen zu bringen?
Oktopussy recherchiert und verfasst einen Lagebericht.

Der Performer und Regisseur Peter Schulz ist im Nebenberuf ehrenamtlicher Ortsbürgermeister des kleinen Dorfes Mandel bei Bad Kreuznach.
In seinem Projekt lässt er ältere Dorfbewohner*innen von ihrem Leben erzählen und gestaltet aus ihren Geschichten eine lebendige „Dorfchronik“. Die dokumentarische Arbeit ist eine Vorstudie für eine Bühnenperformance mit Senior*innen über „die gute alte Zeit“.

Nina Weber. Den Namen gibt es etliche Male. Wie oft, das weiß niemand. Nina Weber möchte das ändern und alle anderen Nina Webers ausfindig machen, um sie zu interviewen und herauszufinden: Wie leben sie? Was eint sie? Was trennt sie? Und was macht es mit der eigenen Identität, wenn es so viele Namensvetter*innen gibt? Aus der Recherche und den Interviews wird ein Nina Weber Archiv entstehen.

Die künstlerische Recherche „Laughing my head off“ zelebriert den absurden Humor als befreiende Kulturtechnik in schwierigen Zeiten. Humor gilt als beste Medizin und erfüllt wichtige gesellschaftliche Funktionen. Trotzdem scheint er in der künstlerischen Praxis oft unterschätzt, obwohl er sehr präzises Handwerk fordert und wohl in allen Kulturen – in guten wie in schlechten Zeiten – gepflegt wird.

„HELDINNEN – inhaltlich-experimentelle Recherche“ über vergessene Frauen der Geschichte, die sich für Menschenrechte und Gleichberechtigung einsetzten und aktiv gegen totalitäre Regime kämpften. Die künstlerische Auseinandersetzung mit dem Begriff Heldin setzt sich zum Ziel, eine Tanztheater-Reihe zu entwerfen, die mit der Sprache des Tanzes die Geschichte vielfältiger und bunter erzählt.

Sunna Huygens Kunst ist die Sprache. Ihre Recherche analysiert die sich verändernde Sprachlandschaft der neuen Regierung. Mit bissigem Witz und lyrisch verdichteter Dringlichkeit studiert sie die Rhetorik der Macht. Sie entlarvt politische Worthülsen und nutzt dafür Poesie und Handsägen. Ihre Bühnenfiguren machen Ambivalenzen sichtbar und laden zu politischem Handeln ein.

Miriam Lemdjadi sieht sich in der Theaterarbeit mit rassistischen Strukturen konfrontiert. Sie möchte sich den drängenden Fragen stellen: Wie kann sie ihre Theaterarbeit rassismuskritisch denken und gestalten? Wie positioniert sie sich als PoC im Theaterbetrieb? Wie geht sie mit Werken um, welche Rassismen beinhalten? Wie steht sie zum Kulturbegriff sowie Trans, Inter- und Multikulturalität?

Janina Janke geht dem Phänomen der Prinzipalin Anna Pritzi und ihrem Amazonentheater, einer reinen Frauentheatergruppe im Tirol des 19. Jh. nach. Sie forscht in Innsbrucker Archiven nach Pritzis verschollenen Stücken, um sie anschließend in Berlin mit Performance- und Theaterschaffenden zu lesen und zu diskutieren. Wie könnte ein queer-feministisches Volksschauspiel im 21. Jahrhundert aussehen?

„HINDERNISSE“ ist eine dreiteilige Recherche zur Findung eines interaktiven Bühnenbildes für zeitgenössischen Circus. Der Alltag bietet Hindernisse verschiedenster Art, welche materiell, mental oder durch Mitmenschen verkörpert sind. Jonas recherchiert an diesen sowohl theorie-, objekt- und bewegungsorientiert als auch mit Diabolo und Tanz im öffentlichen Raum und im Studio.

Aus der ostdeutschen Perspektive wendet sich Juliane Hendes ihrer Heimat und ihren Geschichten zu. Welche Kämpfe haben die Menschen im Osten Deutschlands gekämpft? Und wie schauen sie auf die BRD heute? Aktuell sind wir wieder großen Umbrüchen ausgesetzt und die Geister scheiden sich immer noch an der ehemaligen Ost-West-Grenze. Warum?

Welche Ästhetik entsteht, wenn Tanz erstarrt? Wie können Bewegungsspuren des Tanzes Architektur erzeugen? Tanz und Architektur einigt eine komplementäre Beziehung zu Raum, Bewegung und Form, die mit parametrischer Modellierung untersucht werden. Neue Entwurfswerkzeuge (Software) ermöglichen es, durch dynamische Geometrien andere Aspekte von Bewegung, Raum und Form zu erforschen.

What is the place of empathy in a psyco-apathic society? In a time where our inner self is fed by insecurities and unrealistic standards, we find ourselves building walls between each other, supposed to shelter us from attacks coming from the lack of humanizing with others. How can we promote the creation of bridges between people coming from different experiences but sharing the same reality?

„TANZ ALS SOZIALE BEWEGUNG “ ist eine Recherche, die über die ursprünglichen Ansätze zur Aufhebung der „vierten Wand“ hinaus gehen will: sie begibt sich auf die Suche nach neuen Techniken der Improvisation und neuen Methoden der Vermittlung, um die Grenzen zwischen Ensemble und Publikum zu transformieren. So kann die Bühne zu einem Ort der sozialen Bewegung und Begegnung werden.

In „Magic of Transition“ sucht J.J.Eschert nach einer Trans-Ästhetik, indem sie dem Verhältnis von Zauberkunst und Transition nachgeht, der Übernatürlichkeit der scheinbaren Natürlichkeit, dem „Freak“ sein und den vielen Geheimnissen und Tricks. Dabei geht sie ihrer Kindheit als Zauberer nach und konfrontiert sich mit ihrer jetzigen Erfahrung. „Gender is a magic trick I forgot how to perform.“

 

„A Map of Empty Space“ ist eine digitale Landkarte und szenische Arbeit. Sie erkundet und aktiviert historisch und aktuell relevante Orte im Nordosten Brandenburgs mit musikalischen und literarischen Mitteln.
Mithilfe von Feldaufnahmen, Begegnungen und historischer Forschung werden scheinbar leere Orte und ihre gelebten Geschichten der Welt darstellerisch zugänglich gemacht.

„girl*talk“ ist die audiovisuelle Suche einer Schlagzeugerin nach künstlerischer Identität und Solidarität, die nie relevanter war als jetzt.
Weibliche* Kulturschaffende sind auch im Jahr 2022 noch enorm unterrepräsentiert und begegnen dieser Problematik auf die eine oder andere Weise regelmäßig in ihrem Arbeitsalltag.
Was bedeutet das für ihre Kunst?

Das Projekt untersucht Anwesenheit und Abwesenheit auf dem Theater. Die COVID-19 Pandemie verändert das Verhältnis zwischen Schauspieler*innen und Zuschauer*innen grundlegend. Ein Versuch der Beschreibung dieser Veränderung steht im Zentrum des Vorhabens. Wie gehen Menschen mit der Absenz von sozialen Kontakten und Kontexten um? Ist Theater, die Kunstform der sozialen Interaktion, ohne Schauspieler*innen denkbar?

Cinderella, Schneewittchen und Dornröschen haben die Schnauze voll. Sie sind es leid, seit Jahrhunderten die gleichen seltsamen Stories über sich zu lesen und werden laut. Sie erzählen die Geschichte aus ihrer Perspektive. Sie erzählen von toxischen Übergriffen, eifersüchtigen Liebhabern, Stalkern und ungewollter Mutterschaft und befreien ihre Geschichten aus den Fängen des Patriarchats.

„PLATTE“ untersucht in einer künstlerischen Feldforschung den Sozialraum Leipzig-Grünau, eine der größten Plattenbausiedlungen Deutschlands. Vor dem inhaltlichen Hintergrund von Klassismus und Habitus wird in situ erforscht, wie sich Bewohner*innen innerhalb und außerhalb ihres Wohnraums bewegen und was sie bewegt. Geplant sind tanzästhetische Annäherungen sowie Interventionen im Stadtteil.

Eine szenisch-interdisziplinäre Recherche zu den Berührungspunkten zwischen der Migration von Mexikaner*innen in die USA und Türk*innen nach Deutschland. Das Projekt will durch verschiedene Moment- und Ortsaufnahmen ein „migrantisches Gedächtnis“ aufzeigen, das Menschen in anderen „fremden“ Ländern konstruieren und an Folgegenerationen, für die das Fremde zur Heimat wird, weitergeben.

Wie visualisiert man das Corona-Virus für die Theaterbühne? Recherche für das hybride Theater-Projekt „The People vs. Corona“ zu Möglichkeiten der Visualisierung von „Mixed Reality“-Inhalten im Theaterbereich. Welche Realitätsgrade in der digitalen Darstellung sind möglich, welche Formen der Partizipation ergeben sich für das Publikum?

In „Vor LAUTER Angst“ begibt sich Wibke Storkan auf eine kreativ-verkörperte Recherche zum Thema Angst. Medien und Gespräche sind momentan voll davon. Angst kennt jede*r und sie kennt keine sozialen Grenzen. Wie entstehen Ängste und welche Funktionen haben sie? Wie zeigen sich Ängste in unseren Körpern und welchen Ausdruck finden sie? Wie steht es mit der Angst in unserer Gesellschaft?

Unsere Gesellschaft versteht sich selbst als so frei wie nie zuvor, auch was die Liebe angeht. Aber wie frei sind unsere Vorstellungen von der Liebe wirklich? „Geständnisse einer Meerjungfrau“ fordert auf, unsere eigene Liebesbiografie zu untersuchen: Wie lieben wir und was erwarten wir von Beziehungen? Warten wir noch auf unseren Prinzen oder wollen wir allein in den Sonnenuntergang reiten?

Es geht um die Frage, welche Inszenierungen entwickelt und gespielt werden müssen, damit die Menschen in Ostfriesland gerne ins Theater gehen. Wie muss das Theaterprogramm aussehen, damit sich die Ostfries*innen von dem Programm mitgenommen fühlen? Ein Programm, das Kulturbegeisterten einen Ort des Austausches bietet und die Menschen vom Theater fasziniert.

Recherche zum Verhältnis von Körper zu Kamera, zur Exploration einer physischen Bildherstellung, eines in Handarbeit gemachten Live-on-stage-Videos für Seymour (Anne Lepper) mit dem feministischen Kollektiv Glossy Pain. Sebastian Pircher hinterfragt seine Handlungen als cis-(Kamera-)Mann-Videokünstler und sucht Möglichkeiten eines sinnlichen Kampfes der Körper und Bilder gegen das Patriarchat.

Die Recherche dient zur Erforschung und Entwicklung eines neuen Formats: Techno Oper. Dieses hybride Genre verbindet Traditionen des Musiktheaters mit Produktionsweisen von Technomusik. Im Rahmen der Recherche werden die eigenen Kenntnisse der Operngeschichte erweitert und technische Skills der Tonproduktion vertieft, um später musikalische Experimente im Tonstudio durchzuführen.

Diese Recherche befasst sich mit den Performer*innen der Varieté-Zirkus- und Kabarettszene Berlins um 1900. Ausgehend von Werbeannoncen geht es darum, Strategien für den szenografischen Umgang mit Archivmaterial zu erarbeiten und einen lebendigen Erzählraum zu schaffen, der sich der Arbeitspraxis dieser Künstler*innen annähert und mit spekulativen Methoden historische Leerstellen besetzt.

„Alles wird gut.“ ist eine choreografische, dramaturgische Recherche über das Verhältnis von gesellschaftlicher Transformation und Theater. Es macht Stimmen der Gesellschaft und ihre Reflexion über kollektive Identitäten durch die Arbeit an und mit Interviews wahrnehmbar. Es fragt: Wie gehe ich physisch mit historischen Zeugnissen um? Was ist „Zeugenschaft“? Wie kann ein Körper Zeugnis ablegen?

„Ilse“ ist eine Reise in die Heimat der Künstlerin. In die Geschichte der Wendezeit, des Kohleabbaus und deren Folgen. In eine Region in der, wie ihr schien, immer etwas fehlte: Kino, Arbeit, Zukunft, Freude – an Leere mangelte es nie. Der düstere Blick auf die eigene Vergangenheit soll abgelöst werden durch eine Suche nach Mitteln, die Biografie einer Region im Wandel zu begreifen und darzustellen.

Silvio Beck fokussiert den fundamentalen Konflikt zwischen Mensch und Natur im Zeichen der als neues Erdzeitalter diskutierten Prozessrealität Anthropozän. Dabei geht es ihm über die Recherche hinaus um konkrete Entwicklungen diverser Möglichkeiten theatraler Ereignisse auf textueller und dramaturgischer Ebene und um die Entwicklung von Konzepten intermedialer Szenografien.

Eine Betrachtung misogyner Machtstrukturen hinter der archetypischen Darstellung des Weiblichen in der Kunst. Bedienten (und bedienen) Frauen und Künstler*innen die allgegenwärtige Objektifizierung? Inwieweit kämpfen sie dagegen an? Bedienen sie sie, um gegen sie anzukämpfen? Wie kann man diese (Ohn-)Macht mit Stimme, und Bewegung szenisch bearbeiten, sie für sich nutzen, oder aber aushebeln?

„Tanz-Portale Stuttgart“ befasst sich mit ortsspezifischem Zeitgenössischen Tanz und dem Wiederaufleben dessen durch digitale Mittel und geht der Vision nach, Tanz im öffentlichen Raum als Tanzskulpturen zu manifestieren und für die Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen.

Nach was sehnen wir uns? Wie unterschiedlich sind die Sehnsüchte jedes einzelnen Menschen? Machen wir uns durch unsere Sehnsüchte auf den Weg, oder bleiben wir mutlos beim Träumen? Eine Reise ins tiefe Innere der Menschen und ein Ausflug in die Sehnsuchtsabbildungen in Kunst, Literatur, Musik und Theater. Finden wir uns alle darin wieder?

Wenn die Blume die Art der Natur zu tanzen ist, wie sähe dann ihr letzter Tanz aus?
„Toten/Blumen/Tanz“ ist eine botanische Bewegungsrecherche im Reich der Toten und untersucht die Bedeutung der Blume in Trauerritualen verschiedener Kulturen. So entsteht eine Materialsammlung für zukünftige interdisziplinäre Performances.

Prompted by a need to retrain the Covid-body and regain the practice, Ilya Noé made a 3-step plan: 1) daily experiments with „locomotion optimisation“ techniques generated by AI models teaching themselves to walk, 2) follow up on a walking lesson offered to me by Wixatari 25 years ago while hiking in Mexico, and 3) explore the choreographic potential of Wixarika notion that walking is a form of weaving.

To focus on instant composition and take material that seems to come spontaneously to the surface when moving, modelling or printing is to observe how composing in real time gives agency to understand, redirect and resignify the content running in the body, its history and potentialities. What is brought to the surface serves as archive and motion.

Was wäre, wenn unser Körper Teil eines Naturschauspiels sein könnte?
Um Antwort auf diese Frage zu finden, erforscht Jan Möllmer, den Körper mit Baumaterialien und Elementen aus der Natur in Symbiose zu bringen und ihn mit Licht, Ton und Bewegung zu manipulieren, sodass vor unseren Augen ein Naturphänomen entsteht.

Für das Rechercheprojekt „Multispecies Scenographies“ (AT) werden durch experimentelle Setups mit VR- und AR-Technologien die Erfahrungsmöglichkeiten von Tier-Biografien mit szenografischen Mitteln erforscht. Ausgangsmedium ist ein historischer Kupferstich mit einem Flusspferd-Foetus, zu dessen Geschichte der Entwurf einer multiperspektivischen, transmedialen Rauminstallation entsteht.

Urbane Grünflächen werden für Vieles genutzt. Gleichzeitig wird ihr Wert für das Stadtklima und die biologische Diversität erkannt. Was bedeutet dies übertragen für die darstellende Kunst? Was kann nun die Bedeutung des Theaters für das gesellschaftliche Klima und die Diversität sein? Welche (Stadt-)Räume gilt es für die Künste zu öffnen, so dass „experimentelles Betreten erwünscht“ ist?

Claudia Senoner setzt sich mit Jean-Luc Nancys 58 Indizien über den Körper auseinander. Von Interesse ist dabei, wie er den Körper bespricht in seiner Grenzfunktion zwischen Innen und Außen, dem Medizinischen sowie der Lust. Eine geniale Inspiration für Bewegungs-Forschung und choreografische Skizzen. Körper, Resonanz und Seele werden hier unter die Lupe genommen.

 

„ugat“ – Recherchen zur Entwicklung einer eigenen postmigrantischen künstlerischen Position.
Birgit Axler-Cohnitz fragt sich: „Bin ich als Deutsch-Filipina vollends teutonisiert? Wie viel Pinay steckt noch in mir? Was bedeutet das für meine Kunst?“
ugat ist Filipino für Wurzel, als Verankerung im Boden, aber auch Vene: die Ader, die das Blut dem Herzen zuführt.
Mit ästhetischer Forschung autobiografisch „back to the roots“.

Wie ist mehr Nachhaltigkeit beim Kostümbild möglich?
Katrin Bischof erforscht den Werdegang von Theaterkostümen von Anfang bis Ende und hinterfragt den Umgang mit ihnen kritisch.
Mit einem Blog und praktischer, künstlerischer Umsetzung dokumentiert sie ihre Arbeit.

Susann Neuenfeldt untersucht die Carmen-Choreografien von Katarina Witt (DDR) und Debra Thomas (U.S.A.) während der Olympiade 1988 in Calgary. Sie sucht nach zugrunde liegenden Körperbildern, Bewegungsrepertoires und den Möglichkeiten der theatralen Nachstellung der Choreografien. Mit ihren Recherchen fokussiert und vergegenwärtigt sie Körperpolitiken des Kalten Krieges in theatralen Formaten.

Was wäre mit dem deutschen Tanz passiert ohne Hitler? Wie hätte sich der deutsche Ausdruckstanz ohne das Naziregime entwickelt? Wie würde die deutsche Tanzszene heute aussehen, wenn wichtige Vertreter*innen der jungen Gattung des neuen deutschen Tanzes nicht durch die Nazis ein vorzeitiges Ende Ihrer künstlerischen Entwicklung erfahren hätten?

Ausgehend von den Erfahrungen der bisherigen Flüsterforschung, sollen neue Formate und Settings entwickelt werden, in denen das Transformationspotenzial des kollektiven Flüsterns erforscht werden kann. Eine zentrale Frage dabei ist, ob kollektives Flüstern eine performative Strategie sein kann, um die pandemischen Lücken in der Gesellschaft und zwischen uns wieder zu verringern.

„Die Marionetten sprechen zu Euch“ – Emigration, Pioniergeist, sozialer Zusammenhalt, kultureller Austausch und Integration.
Konzeptionsarbeit für ein Lichtspiel, das die vielfältig dokumentierte biografische Geschichte des einstmaligen Regisseurs und Produktionsleiters der Filmindustrie Arthur Gottlein, historisch exemplarisch mit den Mitteln des zeitgenössischen Figurentheaters erzählt.

Nach zwei Jahren pandemischer Situation stellen sich verschiedene grundlegende Fragen: Welche Erschütterung hat Performance als Kunst erlebt, welche Themen, Motive und Formgebungsverfahren jenseits von Hier und Jetzt können gefunden werden? Ist es möglich Erschütterung selbst als ästhetische Praxis zu formulieren?

Zentraler Aspekt der Recherche ist der weibliche Körper als Material zur Einflussnahme. Anhand historischer Frauenfiguren und Stücke wird erforscht: Wie gestaltet sich weibliche Schlagfertigkeit, die nicht vor dem Einsatz des Körpers zurückschreckt? Ziel ist auszuloten, welche Möglichkeiten eine künstlerische Herangehensweise bietet, um aktuelle Debatten zu weiblicher Machtergreifung zu ergänzen.

Das innere Kind umarmen – seit einiger Zeit kommt man um das Thema nicht herum und es erhält den cringeworthy Beigeschmack von Kalendersprüchen. In einem krisenhaften Festival-Sommer hat Caro Mendelski jedoch eine für sie unangenehme Erkenntnis: An der Theorie könnte etwas dran sein. Es ist der Beginn einer zaghaften Entdeckungsreise und die Suche nach einer rituellen, performativen Annäherung.

Angestoßen durch die eigene Grenzerfahrung einer 7-tägigen Isolation auf 9qm begibt sich Regisseurin Patrizia Schuster mit „LOCKD.own – Eine Isolationsrecherche“ auf die Suche nach unterschiedlichsten Isolationen und den Folgen für Individuum und Gesellschaft. Aus der Sammlung von theoretischen Einordnungen und persönlichen Erlebnissen wird ein Skript für einen Audiowalk oder ein (Live-)Hörspiel.

Imaginäres Sound Design, kreatives Livesampling von Stimmen und akustischen Klängen, Klang-gewaltige Verbindung von elektronischen und akustischen Instrumenten: der Multi-Instrumentalist Matthias Kurth arbeitet an seinen Ausdrucksmöglichkeiten und seinem technischen Repertoire bei der Kreation neuer Stücke aus den Bereichen dokumentarisches Theater und audiovisuelle Performance.

Was ist das (im)matrielle Kulturerbe Deutschlands? Eine Befragung der Kultur des Landes. Erstellung eines Materiallagers für eine Performance, welche Nora Decker als Botschafterin außerhalb der Landesgrenzen im Wandertheater zeigen kann. Die „NORA VOYAGER“ ist angelehnt an die „Golden Voyager Record“, worauf sich Bild und Audiodateien befinden, die Außerirdischen Zeugnis von der Menschheit ablegen sollen.

„Ich glaube, ich habe dich verstanden.“
Verstehen bedeutet Wahrnehmen. Ist das wahr? Ist der*die Sender*in Schuld an Missverständnissen, oder der*die Empfänger*in? Warum kommt die Kommunikation bzw. Sprache unterschiedlich an? Die Künstlerin geht auf die Reise ihres Gegenübers und findet ihre Antwort durch Körpersprache Mimik und Gestik.

Die Geschichte einer Holocaustüberlebenden in Jugoslawien. Was erzählen oder erinnern die Nachkommen, deren Großmütter sich schicksalshaft in einem Hospital 1944 begegnen? Die eine stirbt, die andere nimmt den Namen der Toten an. Was bleibt übrig oder wird gar mystifiziert? Eine Recherche über eine Frau, die zwei Familien verbindet.

Katrin Hylla beschäftigt sich mit Formen des nachhaltigen, machtkritischen Kuratierens und entwickelt im Austausch mit Expert*innen und internationalen Künstler*innen und Kurator*innen entsprechende Formate und bereitet Prozesse vor. Welche Voraussetzungen brauchen Theater, um ihre eigenen Machträume reflektieren, teilen und nachhaltige Prozesse initiieren zu können?

„Melt Down“ sucht Antworten auf die Frage, welchen Beitrag zeitgenössischer Zirkus auf der Suche nach zukunftsfähigen Lebens- und Arbeitsweisen leisten kann. Eine Kugel aus Eis wird hergestellt und zum Jonglageobjekt, bis sie geschmolzen ist, um das Große im Kleinen sichtbar zu machen und damit stärkeres Bewusstsein für dringenden Handlungsbedarf gegen die Klimaerhitzung zu schaffen.

Wie wird der Tanz in der Natur zur Kunst, die mit der Umgebung verschmilzt und dabei ihre eigene Ästhetik kreiert und Werte von Tiefenökologie und Achtsamkeit vermittelt? Natalia Golubtsova forscht mit Tanzformen wie Authentic Movement, Tanzimprovisation, Contact, Butoh, dokumentiert alle Experimente mit einem Video- und Texttagebuch. Die Recherche schafft eine Basis für künftige Tanz- und Filmprojekte.

Ren Saibara recherchiert zum gegenwärtigen Klimawandel, die aktuelle deutsche und japanische Klimapolitik – Green Economy – sowie zu Anforderungen an die Bevölkerungen zur Neubewertung von Lebensstilen und technischen Innovationen. Sie versucht ihre in vorangegangenen Forschungen entwickelten Formen des körperlichen Anhaltens inhaltlich mit den gesammelten Materialien zu verknüpfen.

„Ghosts“ is a contemporary circus research project, exploring a combination of staff juggling, butoh and contemporary dance in dedication to the deceased mother of the artist. By upcycling discarded Christmas trees and using them as juggling props, Valerie Sealey makes use of their emotional connotations and opens a space for reflection on a wide range of themes, from individual healing to the ecological crisis.

Für das Projekt „Tribunal der Arbeit“ recherchiert Ülkü Süngün rund um das Thema Arbeitsausbeutung, etwa im Bereich Erntehilfe, Bau, Schlachtindustrie oder Pflege. Hierzu führt sie Interviews mit Betroffenen und baut zu ihnen ein Vertrauensverhältnis auf, um darauf basierend in einer machtkritischen, langsamen Zusammenarbeit neue und innovative Formate entwickeln zu können.

Wer spricht und wie, wenn der Chor spricht? Der Chor als sprechende Gruppe und häufig Repräsentanz einer gesellschaftlichen Gruppe bis hin zum ‚Volk‘ holt seit der Antike Fragen von Gemeinschaft und Demokratie mit besonderer Präsenz ins Theater. In der Recherche wird untersucht, was Möglichkeiten des Chors und anderer Formen gemeinsamen Sprechens für das Schreiben fürs Theater bedeuten.

„Die Renaissance des Außenraums“ fragt nach den Wertigkeiten und der Schutzaufgabe des Außenraums für den Tanz – im Wechsel der Witterung. Mit Tänzerin Patricia Carolin Mai, Expertin für körperliche Schutzmechanismen, und mit Architektin Cina Mael Bockstahler untersucht Julika Schlegel, wie die pandemiebedingte Mehrnutzung und das Wiederaufleben von Außenräumen den Tanz transformiert.

Raoul Doré beschäftigt sich mit dem indonesischen Wayang Schattentheater. Dabei interessiert ihn die Inszenierungsart, bei der das Publikum sowohl die Schatten auf der Leinwand, als auch die Akteur*innen beobachten kann. Was passiert, wenn sich Objekte und Performer*innen in Schatten bzw. Projektionen verwandeln? Eine Frage, mit der er sich kontinuierlich bei seinen Performance Projekten befasst.

Im Tanz liegt ein unglaubliches Potenzial, durch Selbsterfahrung und Ausdruck des eigenen Empfindens persönliche Ressourcen zu erkennen, die in belasteten Situationen nützlich sein können und durch bestimmte Gedankengänge die mentale Verfassung zu verbessern. In dieser Art des Resilienztrainings sieht Mouafak Aldoabl eine effektive und sinnliche Möglichkeit Menschen für Krisen fit und stark zu machen.

Die Suche nach Künstlerinnen des 18. Jahrhunderts, die aufgrund ihres Geschlechts eingeschränkt und nicht zu dem Ruhm ihrer Werke kommen konnten. Irmgard Wette beschäftigt sich anhand von Erzählungen und Überlieferungen mit ihren Lebensbedingungen, um in der Folge herauszufinden, ob sich daraus eine Figurentheaterinszenierung ergeben kann, die als Hommage an die „vergessenen Frauen“ dienen kann.

Das Projekt beschäftigt sich thematisch mit sexualisierter Gewalt an Kindern und Jugendlichen. Es sollen eigene Texte und Materialien zum Thema entstehen, die für eine spätere szenische Realisation die Grundlage bilden. Die Ergebnisse sollen für Kinder und Jugendliche konzipiert werden. Die Recherche sucht nach zeitgenössischen ästhetischen Formen in pädagogischen Settings.

This project aims to explore, through the use of Commedia Dell’arte masks and associated movements, the relationships between human beings and animals in an ever-changing environment. The performative research is inspired by Francesca Toich’s “Ad Bestias”, a fiction novel on climate change and zoomorphism, vegetarianism and self-extinction. The project will end with a public performance-lecture.

Im Recherchevorhaben „Anatomie der Nacht“ (AT) erforscht Anne M. Eigner die Nacht, hinterfragt ihre Bedeutung für insbesondere marginalisierte Personengruppen und setzt sich mit den historischen Entwicklungen sowie gesellschaftlichen Herausforderungen auseinander, die die Strukturen der Nacht verändern.

Unsere Umgebung, ob Theaterraum oder öffentlicher Raum, um digitale Objekte, Personen und Informationen erweitern, das kann Augmented Reality. Wie können wir uns als Kulturschaffende diese Gestaltungsmöglichkeiten erschließen, welche Kompetenzen, Expert*innen, Soft- und Hardwarevoraussetzungen müssen wir kennen? Wer kann Erfahrungen teilen? Diese Fragen sollen Inhalt des Recherchevorhabens sein.

Jedes Paar hat seine eigene, einzigartige Dynamik. Eine Art unausgesprochener Vertrag, der das Verhalten und die Kommunikation dirigiert. Basierend auf Perel’s Podcast und der Recherche werden verschiedene Beziehungsdynamiken identifiziert, gegenübergestellt und seziert. Durch dieses Vorhaben möchte Judith Shoemaker sich kreativ herausfordern und sich der künstlerischen Entwicklung zuwenden.

Technik dient den Menschen. Sie ist für bestimmte Zwecke und für Menschen bestimmter Zugehörigkeiten geschaffen. Was passiert, wenn Technik von Leuten genutzt wird, für die sie nicht gemacht ist? Und was, wenn Technik auf der Bühne nicht dem Stück dienlich ist, sondern als Mitspielerin hinzukommt? Die Kamera als Wesen, mittels dessen sich der physische und der virtuelle Raum überschneiden.

„Seit ich lebe ist Weltuntergang!“ ist eine künstlerische Recherche der Choreografin Karolin Stächele zur stets wiederkehrenden Menschheitserfahrung der „Apokalypse“ und die Suche nach einer alternativen Zukunftsstrategie für globale Krisen. Im Rahmen einer umfassenden Auseinandersetzung mit dem Thema in Literatur und Kunst werden für ihre weitere Arbeit erste künstlerische Statements entwickelt.

Party Drags sind eine feste Institution im Berliner Nachtleben. Glamour, Party, Techno, Fame, Drogen. Mit „Queen of Drags“ oder RuPauls Drag Race auf Netflix hat es die Drag-Kultur auch in Deutschland in die Mitte der Gesellschaft geschafft. „QUEENS A.D.“ will mit ehemaligen Party Drags in Berlin in Kontakt treten und diesen alternden Königinnen wieder eine Stimme und eine Plattform geben.

Mütter haben einen schlechten Ruf. Entweder Rabenmütter oder Hausfrau! Beides schlecht. Als Theaterfrau ein Kind zu bekommen ist bis heute mutig. Stichwort: Karriereaus und Altersarmut.  Getrieben zwischen schlechtem Gewissen und Selbstverwirklichung.
Was hat sich geändert in den letzten 50 Jahren für die darstellenden Künstler*innen? Ein Generationendialog zur Aufwertung von Muttersein.

Im September 2022 jähren sich die Anschläge auf das ehemalige Asylheim in Quedlinburg zum 30. Mal. In der Recherche wird Zeitungsmaterial aufgearbeitet, Interviews mit Zeitzeug*innen geführt, die migrantisierte Perspektiven gestärkt und die Pogrome erinnert. Zur Recherche gehören Interviews, Archivsichtung und Ordnung des Materials, künstlerische Konzeption und Formsuche.

Historische Trachten im Metaverse. Ziel dieses Projektes ist es, eine interaktive Datenbank für Trachten zu schaffen, die Wissensvermittlung und immersives Erlebnis zugleich ist. Kostümhistorische sowie kulturelle Anliegen treffen auf popkulturelle Sphären. Avatare tragen Trachten vergangener Zeiten und schaffen somit eine digitale Verknüpfung aus analoger Historie und digitaler Zukunft.

Fragen: Braucht es spezielle Theaterformen für alte Menschen?
Gilt es, Besonderheiten von Wahrnehmungsfähigkeit, Verständnis und zeitgeschichtlicher Eingebundenheit zu berücksichtigen?
Ist das Assoziationsvermögen eine Frage des Alters?
Verändert Altwerden den Humor?

Performance-Kunst, Humor und Weiblichkeit scheinen nicht zusammenzupassen. Was also tun, wenn man als Frau* humorvolle Performances machen möchte? Inwiefern ist das Humorvolle stets in politische Kontexte eingebunden? Wann wird Humor dafür instrumentalisiert, um nach unten zu trampeln, statt nach oben zu treten? Ist es möglich, sich den Altherrenwitz in subversiver feministischer Weise anzueignen?

Pop als Praxis, als Ästhetik: „POP IT“ ist eine Recherche der Künstlerin Anna Júlia Amaral und zielt darauf ab, die Mechanismen der Popkultur in der Produktion des europäischen und lateinamerikanischen Theaters zu verstehen. Was sind die Elemente und Strategien von Pop als künstlerische Praxis? Was macht eine Performance zum Pop?

„Opera Realness“ wird ein pseudo-dokumentarisches Musiktheater, das die Geschichte des gelöschten und vergessenen Teils der Operngeschichte erzählt, in der queere Menschen und ihre Erzählungen gefeiert wurden und einen Platz in den Opernsälen hatten. Was, wenn alles anders wäre, als es in den Opern- und Geschichtsbüchern steht? Was würden uns zeitgenössische Queer-Held*innen in Interviews erzählen?

„Monster, Tochter, Getötete – antike Frauen*figuren, ihre Zuschreibungen und Schicksale“ konzentriert sich auf weibliche* Zuschreibungen, Darstellungen und Figuren aus der antiken Literatur. Die darin enthaltene Rape Culture, die Charakterisierung der Figuren über ihre Zugehörigkeit zu Männern* sowie die heutige Lesart von „starken“, aushaltenden Frauen*figuren stehen im Zentrum der Recherche.

Deutschland ist eine GmbH. 9/11 was an inside job. Die Erde ist eine Scheibe. Wir werden von Reptiloiden regiert! Und ist erst der Einschlag eines Kometen ein Weltuntergang? Oder beginnt er schon beim Abholzen eines einzelnen Baumes? Beim ersten Herzschmerz? Musikalisch-theatralisch und mit einer Prise Humor sollen die Sphären um Verschwörungsideologien und Weltuntergänge erforscht werden.

Das Rechercheprojekt „Ordnungsgemäße Chaosanalyse“ befasst sich mit der Spannung zwischen Chaos und strikter Ordnung.
Die Performerin Ramona Suresh nähert sich dem Thema mit physischen Inszenierungsansätzen an und sucht nach innovativen Ideen für das Spiel unter freiem Himmel.

„Space Migration“ ist ein Forschungsprojekt, das sich mit den Perspektiven von Queer-Migrant*innen auf die Wahrnehmung der Zukunft und die Reise ins All befasst, indem es spekulative Fiktion und Science-Fiction als Medium nutzt, um über die kritische Erforschung der gegenwärtigen Bedingungen nachzudenken.

„Das Meer, der Himmel, Kartoffel-Püree / Die Meme-Methode“ untersucht die Möglichkeit, Methoden der Internet-Meme Entwicklung und Verbreitung auf analoge Mittel der Performance zu übertragen. Lässt sich eine Performance-Technik entwickeln, die an Partizipation, Reaktionsgeschwindigkeit auf aktuelle Themen, Viralität, Affekt-Bildung und gleichzeitiger Politisierung mit Memes vergleichbar ist?

“Soom” researches the sensations and mechanisms of personal and collective fear.
The personal goal of the project is to discover new artistic resources and inspirations by unlocking the fears in the artist’s body. The collective goal is to find creative ways to manoeuvre through our fears, so that we can turn the buzzing energy of our fears into productive strength.

„I LIKE YOU, BUT…oder 7 Variationen der Scham“ untersucht das Potenzial des Affektes Scham, Verbindungen zu kreieren. Anders als Wut, die Bewegung anstößt und Menschen zusammenführt, hat Scham den Ruf zu lähmen und zu vereinzeln. Aber was, wenn gerade Scham der Ausgangspunkt wäre, um Gemeinsamkeit mit anderen von ihr „Betroffenen“ herzustellen und vielleicht sogar Solidarität auszudrücken?

Karoline Stegemann ist Theatermacherin und Performerin. Im Recherchevorhaben „Abort::ion“ beschäftigt sie sich mit den politisch-ideologischen Dimensionen der Causa ‚Abtreibung‘. Sie dokumentiert Perspektiven aus Deutschland und Polen: Interviews mit Gegner*innen, Befürworter*innen und Aktivist*innen des Netzwerks „Cioca Basia“ ermöglichen einen komplexen Eindruck der Konfliktlinien.

Immer nur klassische Texte von Männern im Theater spielen und hören – was macht das mit dem Selbstbildnis von Frauen? Anette Daugardt möchte sich einen femal gaze erlesen, um Texte von Frauen der klassischen Literatur als Stücke, filmische Umsetzungen, Hörbücher anbieten zu können. Für einen neuen und vielleicht überraschenden Blick.

In „Crip Tales of Unruly Edges“ führt Lucie Schroeder ihre Recherche weiter, wie somatische Praktiken zu künstlerischen werden und eine audiobasierte Performance mitgestalten. Ausgehend von Crip Technology, Cranio-Sakral-Methodik und Circling Technik sammelt sie „Crip Tales“: Geschichten, Übungen und Theorien zum Umgang mit Dis/Ability als Material für eine Hommage an alle chronisch Erkrankten.

In der Recherche „under the carpet“ thematisiert Anke van Engelshoven häusliche Gewalt gegen Frauen und Mädchen. Eine Suche nach künstlerischem Ausdruck, um diesem massiven Problem mehr Sichtbarkeit zu verschaffen. Nach inhaltlichen Recherchen arbeitet sie an einer akrobatischen Performance-Installation, sucht nach passendem Bewegungsmaterial und verarbeitet das Thema künstlerisch sensibel.

In seinem Recherchevorhaben setzt sich Arne Schirmel mit dem Vorwurf rechter Gruppen, es herrsche eine Gender- und Ökodiktatur, auseinander. Er untersucht die Begriffe Demokratie und Diktatur und beleuchtet Machtverhältnisse im Theater mit der Frage, was passiert, wenn man diesen haltlosen Vorwurf umdreht und eine Gender- und Ökodiktatur im Theater ausruft.

Annelie Andre wird kompositorische Tools entwickeln, um thematische Rechercheerkenntnisse in eine künstlerische Arbeit zu transformieren. Inhaltlich geht es um die Begriffe Kollaps, Vibration und Resonanz. Ein Schwerpunkt liegt darauf, Fertigkeiten im Bereich Video und Sound zu erweitern sowie Bewegungsmaterial zu kreieren.

„über_belichtet“ ist ein verloren geglaubtes Archiv an Fotos. Zwischen performativer Recherche, Ausstellung und Dia-Vortrag verdichtet sich eine Erzählung, die so einwandfrei in die deutsche Geschichte passt, dass es weh tut. Die Bühne wird als eine Dunkelkammer genutzt, die verschüttete Erzählungen belichtet und im Rauschen des hegemonialen Narrativs die Risse und weißen Flecken sichtbar macht.

Research into relations between storytelling, dance, anxiety and ecology. Can alternative narratives generate agency in favour of the emergence of new forms of ecological care and awareness? Can dance, with its closeness to affect, enable specific modes of approaching storytelling that doesn’t support Anthropocene forms of production. The ecological struggle needs those stories, those dances.

Im Zentrum der Recherche steht das Leben des Lausitzer Baggerfahrers und Songwriters Gerhard Gundermann. Frank Schenke trifft Zeitzeug*innen aus der Folkszene, Musiker*innen, die mit ihm gespielt haben, wird im Gundermann-Archiv Hoyerswerda nachforschen, Bühnenskizzen und Dialoge entwerfen und die Vielfalt der Songs Gundermanns sichten, um daraus ein Konzept für eine Figurentheaterinszenierung zu entwickeln.

Das Rechercheprojekt untersucht Hildegard von Bingens Musikdrama „ORDO VIRTUTUM“ (um 1151), an dessen Ende eine Bühnenfassung stehen soll. Glen Sheppard betrachtet von Bingen als Teil der Idee eines „queeren Ewigen“. Was Sheppard destillieren möchte, ist ein Hunger/eine Sehnsucht nach und eine Verbindung zu mehr, nicht nur dem Weltlichen, sondern auch dem Spirituellen.

Oper als höfische Kunstform repräsentierte schon immer Macht. Bis heute werden auch in den monumentalen modernen Opernbauten überwiegend historische Werke aufgeführt. Aus dem kritischen Hinterfragen des aktuellen Opernbetriebes soll eine Materialsammlung für ein Musiktheaterstück entstehen, das historische Zusammenhänge bewusst macht und traditionelle Hierarchien überwindet.

Es gibt keinen gewaltfreien Raum. Gewalt ist allgegenwärtig und findet sich überall wieder, in jedem Körper, jedem Objekt, jedem Einkauf, jedem Schritt. Gewalt ist einer der prägendsten Bestandteile unseres Alltags. Oft werden Frauen nur im Bezug als Opfer in Verbindung mit Gewalt beleuchtet. Was ist ihr Bezug zu Gewalt? In der Recherche soll diese Frage durch „Körperinterviews“ erforscht werden.

Cian McConn wird untersuchen, wie queere Menschen auftreten und sich verändern müssen, um in der Gesellschaft zu überleben, und welche vorgefassten Meinungen es über Männlichkeit gibt. Der Schwerpunkt liegt auf den „Schwarzen Tagebüchern“, die angeblich vom irischen Revolutionär Roger Casement (1864-1916) geschrieben wurden und deren Entdeckung zu seiner Hinrichtung durch den Strang im Jahr 1916 führte.

Mit der Frage nach den Formen und Folgen des kollektiven Traumas nach einem Amoklauf oder Attentat und wie diese in einer eigenen literarischen Form zur Geltung kommen können, soll in Folge eines dreistufigen Rechercheverfahrens ein moderner Theatertext entstehen, der eine vielschichtige Diskussion um Gewalttaten anregen und mitgestalten möchte.

Alles ist Klang, Bewegung und Interaktion. Flanierend wird neu arrangiert, was auf eingetretenen Pfaden alltäglich scheint. Monolythische Stereotypen werden mit Mikrofonen aufgemeisselt, um aus dem feinen Echo neue Visionen zu weben. Raum wird ohrenbetäubend begehbar. Klang beweglich und sichtbar. Ein Chor tanzt, eine Straßenschild singt, jede Kreuzung ein Orchester. Mit Live Audiodeskription.

Kollektives Arbeiten ist herausfordernd – der Anspruch, Hierarchien aufzubrechen, zu widerlegen und zu hinterfragen bleibt oft hinter Produktivität und Anspruch der inhaltlichen Arbeit zurück. Pia Eisenträger recherchiert Lösungsansätze, um ihrem und anderen Kollektiven eine Plattform zu geben, in einen Diskurs zu treten. Um vor allem patriarchale Strukturen zu entlarven und einen Umgang damit zu finden.

Zeynel Alkis erarbeitet eine Geschichte über intergenerationale Traumata: Knapp 30 Jahre nach dem Massaker an seiner Verwandtschaft steht Veysel plötzlich vor einer wichtigen Entscheidung: Die einzige Möglichkeit dem Militärdienst und so dem Apparat zu entfliehen, welcher tausende seiner Landsleute auf dem Gewissen hat, besteht darin, seine Familie alleine zu lassen und nach Deutschland zu gehen.

Die Recherche soll einen Blick hinter die Kulissen des Fleischmarkts und die Strategien unseres täglichen Konsums in Zeiten des Artensterbens werfen. Es sind dafür Interviews, auch mit Expert*innen, und Ortsbegehungen angedacht. Zu klären ist: Welche Inszenierung steckt hinter unserem Fleischnarrativ? Was ist eine ehrliche Bratwurst und auf welcher Bühne spielt das gute Stück Fleisch?

Anton Pleva recherchiert zu Pilzen und zu Narrationen. Diese Themen verbindet er in seiner Arbeit zu einer utopischen Erzählweise, die gängige Narrationen untersucht und in deren Mittelpunkt Myzelien stehen.

Wie wird eine Theateraufführung von Grund auf („by design“) barrierefrei zugänglich für Menschen mit Seh-, Hör- und motorischen Behinderungen aufgestellt? Wie würde die Aufführung ablaufen, so dass sich Menschen ohne Behinderung weiterhin angesprochen fühlen, aber ohne dass Menschen mit Behinderung etwas vorenthalten wird? Wie erreichen eine Regisseurin und ihr Team dieses Ziel?

An Bord eines Zweimasters in die Hocharktis. Ziel: der Saatgut-Tresor auf Svalbard. Eine Recherche über die Arktis als Lagerort für Saatgut für den Katastrophenfall, als Ort für die Erstellung von Wetterdaten, als Ort, der sich schneller erwärmt, als der Rest der Welt – um Naturgewalten auf Bühnen zu inszenieren, komplexen Zusammenhängen näher zu kommen und Modellaufbauten ewiges Eis einzuhauchen.

Frank Puchalla sammelt die Stimmen derer, die im öffentlichen Diskurs der Pandemie kaum zu hören sind: Die der Kinder. Wie empfinden sie diese neue Wirklichkeit? Welche Gedanken beschäftigen sie? Was bewirkt der Rückzug ins Private und die Verlagerung von Kontakten in die digitale Welt? Entwickelt sich ein neuer Standard für unser zukünftiges Miteinander ein? Und wie kann ich diese Stimmen hörbar machen?

Das Hauptziel der Recherche ist es, eine choreografische Strategie der Abweichung zu entwickeln, in der die Normen des Bewegens provoziert und ausgedehnt werden. An der Schnittstelle von Tanz und Performancekunst werden Stimme und Sprache in ihrer Körperlichkeit angewandt. In dieser Untersuchung wird die Strategie der Abweichung benutzt, damit Gedanken, Wörter und Sätze neue Wege nehmen.

Die Rauminstallation „Digital Imaginaries“ ist eine Auseinandersetzung in Form von digitalen Schnipseln mit einer selbstverständlichen wie grundlegenden zwischenmenschliche Geste: dem Handschlag. Diese wird konfrontiert mit einer partizipativen Performance, die den Einfluss des Verlustes dieser Geste und deren Auswirkung auf unseren Umgang miteinander behandeln soll.

„Zwischenwelt“ befasst sich mit der intimen Kommunikationskultur in den sozialen Medien, die die einzelnen Beteiligten zwar miteinander verbindet, aber doch mit ihren Projektionsflächen allein zurücklässt. Was ist der Antrieb, die Sehnsucht und die Erwartung an solche Kontakte und welche Resonanz erzeugen die digitalen Wirklichkeiten auf die analogen Individuen?

„Migrating… Queerness and My Dancing Brown Body“ ist ein konzeptionelles Forschungsprojekt zum Zweck der Sammlung von Ressourcen, Literatur, Texten und einer kontinuierlichen Bewegungsforschung im Rahmen der Analyse und des Verständnisses der Zusammenhänge zwischen Queerness, Brownness, Sexualität, Körperdysmorphie und den Auswirkungen auf tänzerischen und choreografischen Erkundungen.

Silence in happy land (Child`s missing!) ist eine Recherche zu den 32 Jahre lang verschwiegenen Vorgängen des Spezialkinderheims Käthe Kollwitz im schönen Moritzburg bei Dresden. Die Geschichten der Opfer sollen sichtbar gemacht und gehört werden können. Transgenerative Traumata durch die Methoden der DDR-Heimerziehung stammen aus der NS Zeit und wirken bis heute. Schweigen verhindert Zukunft.

Anknüpfend an langjährige Erfahrung im Jugendtheater, plant Richard Krutzsch ein Theaterstück zu den Themen „Mannwerden“ und „Männlichkeit“. Krutzsch nimmt besonderen Bezug auf das Alter zwischen 13 – 19 Jahren, in welchen fragiles Selbstbewusstsein mit Machismo kämpft. Ziel ist es, ein einfühlsames Stück zu entwickeln, das allen Geschlechtern, Einsicht in eine alternative Männlichkeit eröffnet.

„Ich schwimme, bis sich unsere Bahnen kreuzen“ untersucht die Entstehung von Mustern durch Bewegung und zeigt Möglichkeiten, diese neuen grafischen Partituren wiederum in Handlungen und Klänge zu übersetzen.

With the research „movement in Balkan rhythms“ Christina Mertzani would like to expand the movement vocabulary and choreographic practice, influenced by traditional Balkan music and dances. Mertzani would like to experiment and research on new contemporary class and performance settings and gather information on origins, patterns and morphology of traditional dances and music.

„BEAUTIFUL“ ist eine Recherche über das Thema Erotismus. Daraus entsteht der Beginn einer Performance in Form einer synästhetischen Reise. Begehren und Todestrieb zirkulieren zwischen einer radikalen Feministin, einer non-binären Person und einem Cis-Mann auf eine scheinbar unsichtbare Weise. „Das könnte passieren, tut es aber nicht“. In diesem Potenzial, in diesem Rest, wird unsere Freude liegen.

The research project is a research of new physical rhythms for dance movements created from the rhythms that can be discovered and influenced in the relationship between the arrangement of objects and space, incorporating ideas from John Cage’s work “Ryoanji”, based on Butoh, a choreographic method that incorporates sensory elements into the experience.

„An meine Mutter“ ist eine dokumentarische Spurensuche über die humanitäre Flüchtlingskatastrophe an der Außengrenze Europas und dessen Folgen für das Zusammenleben in der europäischen Gemeinschaft. Durch biografisches Interview- und Recherchematerial und das Reflektieren der eigenen – teils migrantischen – Erfahrungen wird von einer Vergangenheit erzählt, die unsere Gegenwart beeinflusst.

Die Kostümbildnerin Elena Gaus beschäftigt sich in „Close-Up“ mit den Herausforderungen im Feld Make-Up und Maske, die insbesondere hybride Theaterformen zwischen digitaler und analoger Bühnenkunst, zwischen Film und Live Art mit sich bringen und bildet sich darüber hinaus zu diversitätssensiblem Maskenbild weiter – in theoretischen Grundlagen, ästhetischer Praxis sowie angewandtem Handwerk.

Dieses Projekt befasst sich mit der Recherche zu einer fundierten Klinikclownsausbildung. Welche Komponenten braucht es neben einer künstlerischen Ausbildung in therapeutischen, sozialen Bereichen? Welche Struktur? Da 85 % aller KCs weiblich sind, beleuchtet ich außerdem die Rolle der Frau als Clownin, sowie den Kontext Kompetenzsteigerung durch Humor im Vergleich zwischen Mann und Frau.

Das Rechercheprojekt „Meine Geschichte“ untersucht das Potenzial von Leichter Sprache als szenisches Gestaltungsmittel. In Form eines Workshops und durch Gespräche mit Menschen, die auf Leichte Sprache angewiesen sind, soll erforscht werden, wie biografisches Erzählen in Leichter Sprache auf der Bühne aussehen kann.

Im Küstenort Agbotrafo besuchte Margit Wierer mit togoischen Theaterkolleg*innen La Maison des Esclaves /das Sklavenhaus, von dem aus bis ins 19. Jhdt. afrikanische Menschen von Togo aus nach Amerika transportiert wurden. Welches sind die Erzählungen heute über die Spuren von Sklaverei und Kolonisierung bei den Nachfahren der Versklavten Westafrikas und denjenigen der Kolonialmacht Deutschland ?

Das Recherchevorhaben beschäftigt sich mit der Frage, auf welche Weise Tanzpartituren zum Zwecke der Dokumentation und Vermittlung mit Hilfe digitaler Technologien erfasst werden können. Es geht um die Möglichkeit, als Choreographin, Bewegungen zu skizzieren, zu bearbeiten und zu speichern, um Arbeitsprozesse während der Proben zu erleichtern und ein Künstlerarchiv anlegen zu können.

Vagina? Vulva? Fotze*? Ja wie heißt es den richtig und wie sieht es da unten eigentlich aus? Angeregt von dem Buch „Vulva eine Kulturgeschichte des unsichtbaren Geschlechts“ von Mithu M. Sanyal, setzt Marlene Hildebrand sich mit diesem Recherchestipendium mit Mythen und Geschichten rund um die Vulva auseinander. Entstehen soll eine Stückskizze für eine Bühnenperformance.

This research project aims to expand knowledge about the performer’s presence and action in public spaces on being the “other“ and how that influences and shifts with the public’s reaction. It also excavates on psychological aspects of a fall in society and and how it emerges in both parties. And as an homage to Keaton’s work, it explores where comedy or tragedy occurs through simple motions.

„Die Andere Welt Bühne“ untersucht das besondere gesellschaftliche Biotop einer Mittelstadt in Brandenburg. Beispielhaft wird erzählt, wie die Strausberger Stadtgesellschaft eine fatale Fehlentscheidung trifft, in deren Konsequenz der Bahnhof ganze 6 km vom Stadtkern entfernt liegt. Gemeinsam aus dem Jetzt in die Zukunft zu blicken ist und bleibt ein kompliziertes, gesellschaftliches Projekt.

Das geplante Theaterstück „Şahmaran“ soll den alten Mythos mit der Gegenwart verbinden. Şahmaran ist ein Schlangenwesen, halb Frau und halb Schlange, welches sieben Schichten unter der Welt lebt. Es besitzt das Elixir der Unsterblichkeit, weshalb es von den Menschen gefangen und getötet wird. Das Projekt „Şahmaran“ ist eine Recherchearbeit für das geplante Theaterstück „Şahmaran“.

Rheinland-Pfalz bezeichnet sich offiziell als Kulturland. Es liegen sechs Wein-Anbaugebiete hier. Seit 1993 lebe Anke Scholz als Figurenspielerin umgeben von Weinbergen in der Südpfalz. Anders gesagt: VDP (Verband Deutscher Puppentheater) meets VDP (Verband Deutscher Prädikatswinzer)! Scholz recherchiert, wie und wo sich Wein und Kultur berühren, inspirieren.

Benjamin Richter beschäftigt sich in Zeitgenössischer Jonglage mit Taktilität, Materialität und sensiblen Nuancen in der Interaktion zwischen Menschen und Objekt. Als Jonglierkünstler möchte er nicht seine Virtuosität in den Vordergrund stellen, sondern durch die Interaktion zwischen Mensch und Objekt einen nachhaltigen Umgang mit den, uns umgebenden, Gegenständen fördern.

„ATTEND AND BEFRIEND“ richtet den Blick auf Berührung und Rituale. Wie kann physischer Kontakt eine verkörperte Aufmerksamkeit zu Tage bringe und den Boden bereiten für *Rituals of common grief* und *Ritual of shared vulnerability*?

Stellt sich durch das fragmentarische Recyclen von Bühnenmaterial ein künstlerischer und inszenatorischer Mehrwert ein? Ist es möglich oder wünschenswert, dass Material und Objekte des Bühnenraums gewissermaßen mit einer Biografie auftreten, als ProtagonistIn des Geschehens und nicht nur als dessen Hintergrund gelesen werden?

„Die Ästhetik der Bedürfnisse: Nachdenken über Wiedergutmachung“ ist ein Forschungsvorschlag, der darauf abzielt, die Beziehungen zwischen Choreographie und Wirtschaft zu untersuchen. Mechanismen des Reparierens werden als konzeptionelle Methode betrachtet und zum Gegenstand der künstlerischen Praxis der Choreografin Viktorija Ilioska.

In der Recherche möchte sich Sophia Otto mit verschiedenen Aspekten von Weiblichkeit beschäftigen und der Frage, inwiefern das Frauenbild vorangegangener Generationen heute noch auf unser Leben Einfluss nimmt. Otto möchte ihre eigene Tanzsprache daraufhin untersuchen, welche Bewegungen als weiblich gelesen werden und sich mit dem Gefühl von Schuld als angelernte weibliche Eigenschaft widmen.

Klimagerechtigkeitsproteste sehen sich stetig wachsenden, straflos bleibender Gewalt und Repression durch Exekutive und Gerichte ausgesetzt. Als Vorarbeit für eine Stückrecherche sollen diese Gewalterfahrungen in Gesprächen mit Betroffenen und durch Lektüre einschlägiger Literatur untersucht werden, sowie durch Gespräche mit Expert*innen zum Thema Polizeigewalt und Rechtsprechung.

“She / He / They“ is a sequel to “Exist in Absence“ – a dance / video / sound work in which Giron cuts their identity as a straight woman. Without an identity they disappear. 13 years later, the gender-fluid artist asks “How can I define my identity when I am constantly in flux?”. Lingering in the space between binary concepts of gender and sexuality the artist dances back to life: flux is form.

Die „Autobiografische Reise in innere Welten” ist eine Reflexion über Migration, Körper und Bühnenbild, aus der Perspektive einer Schauspielerin mit Migrationshintergrund. Aus den Materialien, die in einem persönlichem Bühnenlabor und einem Workshop für Migrantinnen in Berlin entstanden sind, werden Dramaturgien und Präsentationsmöglichkeiten für die Öffentlichkeit entwickelt.

In „Things will appear- and so are you“ beschäftigt sich die Tänzerin Hannah Krebs mit den feministischen Potentialen des Behauptens als eine Weise der fiktionalen Narration in performativen Kontexten. Im Zentrum dieser Recherche steht die spekulative autobiographische Nähe, als changierende Validität des Behauptens und die Co-AutorInnenschaft des projizierenden Gegenüber.

„Poemas sobre migración“ is a research focused on language and the processes of migration. It aims to analyze the historical and political processes that live, resist, and cohabit in our language to create a series of multilingual poems. Through interviews and encounters with communities of migrants, the intention is to reflect on how we name our territories and ourselves.

Eine choreographische Solorecherche, die sich mit den vier Stilen Hip Hop, Popping, Waving und House Dance im zeitgenössischen Diskurs auseinandersetzt. Der urbane Virtuose und zeitgenössische Bühnentänzer Dhélé Agbetou widmet sich einem stilübergreifenden Dialog. Für eine Stärkung des Urbanes Tanzes im Bühnenkontext und der interkulturellen Kommunikation im zeitgen. Diskurs in Deutschland.

Chöre begleiten Nele Stuhler schon lange. Jetzt, wo es Chöre so besonders schwer hatten, möchte Stuhler sich einmal grundsätzlich mit dem Chor beschäftigen, wo er herkommen, was er kann und was auch nicht. Stuhler ist auf der Suche nach einer Praxis des Chores, die das Potential der Gemeinschaft ausnutzt, ohne dabei totalitär zu agieren.

„BICHO RARO“ ist eine Tanzrecherche des Choreographen Danilo Andrés. Die Tanzrecherche „BICHO RARO“ führt ein in die Welt des queeren Bodybuildings: Andrés lässt sich choreographisch und ästhetisch von der Übungsroutine und dem Lifestyle des Bodybuildings beeinflussen und erzeugt dadurch eine neue Visualität und kritisch queere Perspektive. Das Projekt hat die Unterstützung von der Sophiensäle.

Löcher in der Ordnung, Risse in der Wahrnehmung, Krümmungen in der Raumzeit. Die Recherche sucht das Schwarze Loch als spielerische Denkfigur für das Theater produktiv zu machen. Vielstimmiges Interview-Material, das sich aus Theatererlebnissen und Rezeptionserfahrungen zusammensetzt, trifft dabei in performativen Versuchsanordnungen auf den Ereignishorizont der Bühne.

Was heißt es, Bilder von Weiblichkeit zu performen? Dieser Frage widmet sich das Projekt „Cynthia 466“ mit Rückgriff auf zwei feministische Positionen aus der Kunst: Claude Cahun und Cindy Sherman. „Cynthia 466“ ist eine künstlerische Arbeit zwischen Performance, Schauspiel und Fotografie, die untersucht was passiert, wenn fiktionale Figuren aus Fotos zu Narrativen in einem Stück werden.

Das Stück „Mournument” sucht nach Antworten auf die Frage, wohin wir gehen, wenn wir sterben. Im Fokus stehen vier Geschichten über den Tod und die biologischen und seelischen Prozesse, die ihn begleiten. Elemente aus Klangkunst, Essay und Live Performance werden genutzt, um den Verstorbenen ein performatives Denkmal zu setzen.

Unter dem Titel „PornoGRAFIC“ untersucht Nina Karimy die unterschiedlichen Formen der Pornografie, ihre bestehende Faszination und die Suchtpotenzial die von ihr auf allen Bevölkerungsschichten ausgeht. Ist Pornografie Kunst? Wenn ja, kann sie zurückgefordert werden? Kann Pornografie gar heilen? Mit einer Performance plant Nina Karimy eine künstlerische Transformation der Rechercheergebnisse.

„Reborn – Reenacting Synthetic Mothering“ erkundet szenisch-performative Wege der Reinszenierung von „synthetic relationships“ zwischen Frauen und ihren täuschend echten Säuglingspuppen. Ausgangspunkt ist die perfekte Illusion lebender Babys, die „Reborn-Moms“ auf Social-Media-Kanälen beim Schlafen, Füttern, Ankleiden teilen und die Erstaunen, Unwohlsein und Faszination zugleich auslösen.

Diskriminierung ist laut Gesetz Hasskriminalität. Doch zahlreiche Verfahren werden „mangels öffentlichem Interesse“ eingestellt. Während Stefan Hornbach auf ein Schreiben der Staatsanwaltschaft wartet, denkt er über den Sinn von Bestrafung nach und das empowernde Potential durch die bewusste Ergreifung der sogenannten Opferrolle. Es soll ein Text für die Bühne entstehen.

„Barbie reloaded“ ist eine künstlerische Recherche zu Ehren des 62. Geburtstags der
Plastik-Ikone. Die Puppe, einst inspiriert von einer vulgären deutschen Comic-Figur, sorgt seit ihrer Entstehung für Kontroversen. Heute setzen die Hersteller auf neue Marketingstrategien und wollen dabei alle Gleichberechtigungsregister ziehen. Kann die feministische Aufklärung im Kinderzimmer funktionieren?

„FREMDE ZUNGE“ Die Recherche fokussiert sich auf die diversen Sprachen und die Fremdheit und Verspieltheit der körperlichen Erfahrung, wie verschiedene Sprachen auf unseren Ohren und Zungen wirken. Wie man sich in einer Drag-Show Kostüme anzieht, möchte diese Recherche Prozesse und Games entdecken und erfinden, in denen wir die diverse Menschensprache ausprobieren.

“in yOur sKin” is a contemporary circus project about the human skin, its representations and social implications. Through aerial acrobatics, creative rigging and contemporary acrobatics, it explores the nature of skin and our relation to it. Researching the use of costumes and fabrics to symbolize the skin, this project portrays human narratives, to point out inequalities and inspire compassion.

Die Recherche für „R.O.J.A“, die Konzeption einer Workshop-Performance für ein junges Publikum, entsteht aus der Erforschung des Bildes der Frau in Kinderliteratur, speziell in Schneewittchen, Aschenputtel und Dornröschen. Clara Rodriguez Garcia-Munoz erarbeitet eine Figur, die die Kinder kritisch und humorvoll in die Geschichten einführt und leitet.

Wie ändert die Mutter-Kind-Beziehung die von Sänger und Zuhörer? Beeinflusst Mutter zu werden die „künstlerische Vision” der Sängerin? Welche Einflüsse gibt es im beruflichen und sozialen Umfeld als auch in der inneren Perspektive? Francesca Martini, selbst Mutter einer Tochter, betrachtet dieses Thema in ihrer Recherchearbeit und erkundet dabei neue Perspektiven in ihrer künstlerischen Tätigkeit.

„Warum trägt Herr R. einen Aluhut?“ – Eine Recherche. Seit etwa 2001 häuft sich die Verbreitung von unterschiedlichsten Verschwörungserzählungen über die sozialen Medien. Auch im Zusammenhang mit der Covid-Pandemie kursieren solche Erzählungen im Netz. Welche Personengruppen fühlen sich davon angezogen und warum? Wie wirkt sich das auf ihre Familien, Freund*innen und Lebensbeziehungen aus?  

Die Recherche soll für eine geplante Video-Performance „Die Sprache meiner Großmutter?“ durchgeführt werden. Die Video-Performance fokussiert sich auf die Geschichte und den verschiedenen Identitäten meiner Mutter und ihre Bezüge zur Gegenwart. Über die Annäherung an ihre Identitäten werden auch die kurdische Identität und der Genozid von 1938 in Dersim hinterfragt. 

„Thin Skinned Moon“ ist eine autofiktionale Soloperformance. An den Schnittstellen von Theater, Tanz, Videokunst und Materialtheater gestaltet sich anhand der eigenen Biografie, Träumen und Erinnerungen, sowie einem nicht-newtonischen Material, eine fiktiv-dokumentarische Spurensuche. Monatlich wird das Publikum zu einem Tryout und zu einer Neuformierung der Performance eingeladen.

Im dem Recherchevorhaben sucht Nicole Tröger zugleich nach Antworten und Fragen, über Mechanismen die Wiederholungen von Ereignissen begünstigen. Tröger sucht nach Stimmen und Ausdrucksformen zur Beschreibung eines stetig wachsenden, nie verschwundenen, sich wiederholenden Rassismus. Heute, hier in Sachsen-Anhalt, stellvertretend für so viele andere Orte der Bundesrepublik. 

Inspiriert durch ihre letzten Erfahrungen, mit ihrem Kostüm, auf einer Tour in die Krisenregion Libanon möchte Anita Fricker sich mit diesen auseinandersetzen. Das Kostüm wie ein Bühnenbild um sie herum, das alles beinhaltet, sich gut spielen lässt und geeignet ist für Krisengebiete. Mit Improvisationen sollen für das Kostüm neue Geschichten und Spielideen finden.

In ihrer Arbeit „Ich bin (nicht) wie du“ setzt sich Karolina Serafin mit ihrer polnischen Herkunft auseinander. In Interviews und Gesprächen mit Menschen, die eine ähnliche Migrationsgeschichte haben, erstellt sie eine Materialsammlung, die dazu dienen soll deutsch-polnische Migrationsgeschichten von jungen Menschen der 1980er-Jahre auf mögliche Parallelen und Unterschiede zu untersuchen.

Wären wir wirklich gerne „forever young“? Oder ist diese Idee der Gipfel einer pervertierten Selbstoptimierung, die uns so gefangen nimmt, dass wir die beste Zeit unsres Lebens verpassen? Wie stellen wir uns unser Alter vor? Und was können uns die Alten dazu sagen? Haben die Ahnen eine Ahnung? Eine Recherche zu einer möglichen Utopie, wie wir heute und in Zukunft alt werden möchten.

„state of flux.a female transformation.” Was passiert mit mir als Frau zwischen 45 und 60? Auf körperlicher, geistiger, emotionaler Ebene? Was im Wandel der Zeit? Wie gehe ich mit dem Widerspruch der eigenen Vergänglichkeit zum lebhaftem Geist um? Wie mit meinem Selbstbild und der Fremdwahrnehmung? Gibt es eine eigene Schönheit und Ästhetik in dieser Transformation zu entdecken?

„Die Figur im Raum“ dient der Weiterbildung in Gestaltung und Bau von Figuren und Objekten im Bereich Figurentheater, in der Kombination von Materialien und Techniken. Es gilt die Wahl der bildnerischen Mittel zu überdenken, zu vertiefen und eine Auseinandersetzung mit Kunst- und Kulturgeschichte, Erproben diverser Materialien sowie die Teilnahme an Bau- und Gestaltungsworkshops zu schaffen. 

Die Recherche konzentriert sich auf die Bauhaustänze Oskar Schlemmers als spezifische Experimente zwischen Raum, Körper, Bewegung und Material und untersucht Überschneidungen zu aktuellen Inszenierungsstrategien objektbasierter Zirkusperformances. Zentrale Frage ist, wie über eine Sensibilität für „non-human agency“ ein Wandel der Perspektive auf die Welt entwickelt werden kann. 

„LEFTRAUMA“ ist ein Recherche Rahmenwerk, als Teil der künstlerischen Entwicklung eines neuen Lecture-Performance-Konzepts von Ariel Orah. Das Projekt zielt darauf ab, die Hauptforschungsfrage zu beantworten: „Wie kann man das kollektive post-sozialistische Trauma in einer Performance zum Gegenstand des Diskurses machen?“

Gretchen Blegen möchte mit dieser Recherche ihr Verständnis von Affekt in Bezug auf Licht und dessen Einsatz in der zeitgenössischen Performance und darüber hinaus vertiefen. Als Fortsetzung der Praxis mit Lichtdesign – seiner Rolle auf der Bühne sowie in Video – benutzt Blegen die Zeit, um seine Tiefen als historischer Marker, als dramaturgisches Werkzeug und als Protagonist zu aktivieren.

Neben dem Erleben der Installation oder des Objekts selbst glaubt Miguel Caldas, dass die von ihr erzeugte Klangkomposition über FM- und WEB-Radio übertragen werden sollte; außerdem sollte sie als Klangstück aufgenommen werden. Caldas denkt auch über die Möglichkeit einer Live-Videoübertragung nach. Abgesehen davon hat Caldas vor, über diese Forschung im Rahmen des Master-Studiums zu schreiben.

„KÖRPER DER EXEKUTIVE“ beschäftigt sich mit den Phänomen des Korpsgeist innerhalb der deutschen Polizei und setzt sich mit Geschichte, Aufbau und Struktur auseinander, durch die rechtsextreme und diskriminierende Haltungen innerhalb der Polizei entstehen. Was für ein gemeinsamer Körper bildet sich innerhalb des Staatsorgans? In welchen Räumen und mit welcher Sprache konstituiert sich seine Kraft?

„Don‘t you dare, Othello!/Matthias!/Nick!/Julian!/x/y“ ist eine Auseinandersetzung mit Femiziden in Europa heute. Anhand der Geschichte von Desdemona, will diese Arbeit dieses Phänomen sichtbar machen, analysieren und versuchen, mögliche Versionen oder Antworten zu erkunden, wie die Geschichte anders geschrieben werden könnte.

In der künstlerischen Recherche „Biogravur“ wird eine biografische Materialerhebung in ihrem Spannungsfeld zwischen Transformation zum Kunstwerk und Erhaltung faktischer Wahrheit untersucht.

Eine medienchoreografische Recherche von Bartóks Sonate für Violine. Nurit Starks Live-Aufführung des bahnbrechenden Werks löst via Projektion eine Topologie von Bildern und Geschichten, Räumen und Gesang aus. Das Zusammenspiel von Medien und Musik unterstreicht die Kontinuität und Verbundenheit von Bartóks Kosmos, auf der Suche nach einer Aufführungsform, die die dichte Musik zugänglich macht.

In „Sound of rebellion“ sollen, exemplarisch an den Aufständen die seit Oktober 2019 in Chile stattfinden, Narrative des Widerstandes untersucht werden. Protesten ist ein emanzipatorischer Moment inhärent, es soll durch Exposition der Körper und gemeinsam in Erscheinung treten die bestehende Ordnung verändert werden.

„BigPaperTheatre“ ist eine Forschungsarbeit über das Medium Papier und seine Einsatzmöglichkeiten für ein immersives LowTech-Aufführungsformat für Kinder. Inspiriert vom Miniatur-Papiertheater soll diese Struktur umgestoßen werden, um mit der Beziehung zwischen der Makro- und der Mikrodimension zu spielen und eine andere Art Aufführung zu entdecken, möglichst zugänglich und nachhaltig.

„Dekolonisierung als künstlerische Praxis“ beschäftigt sich mit diesem Begriff im Theater. Verschiedene kulturpolitische, wissenschaftliche und historische Aspekte werden mit Expert*innen erörtert, um heraus zu finden, was wir für das Theater der Zukunft verbessern können, um es zu erneuern und zu etablieren.

Dieses Projekt unterstützt die Recherche für ein zukünftiges Solo Tanztheaterprojekt und hat zum Ziel die Untersuchung der Auswirkungen von begrenztem Körperkontakt aufgrund der Pandemie auf Liebesbeziehungen. Was passiert mit unseren Körpern, wenn wir uns mit der Einschränkung des Kontakts beschäftigen müssen? Können Technologie und Medien eine Liebesbeziehung aufrechterhalten? 

Im Tanz entsteht die künstlerische Ausdruckskraft durch Trainieren und Experimentieren. Doch im Lebensabschnitt über 30 Jahre beginnen sich erste körperliche Einschränkungen zu manifestieren. Durch den ganzheitlichen Blick auf Körper und Psyche, sowie Methoden und Arbeitsweisen von Tanzschaffenden, möchte Michaela Mehl nach Möglichkeiten des flexiblen Bewegungsbewusstsein im Tanz forschen.

„KEINE PLAKATE“ thematisiert die seit März 2020, mit dem Beginn der COVID-19-Pandemie, verschwundenen Werbeplakate für Theater- u. Tanzproduktionen, visuell, in Interviews und in einer Gesprächsreihe über das Nichtstattgefundene, das Veränderte und den Neuanfang – als eine Bestandsaufnahme und Erzählung über den Kulturkreislauf von einer Bühnenproduktion zu einer Plakatierung im öffentlichen Raum

“FORTY“ explores 40 years of Queer history by gathering striking images and biographical evidence from 40 of Queer elders. One for each year of Christopher Gylee’s life. Gylee will respond to these artefacts with short fictionalised texts to animate the gaps in the archival record. It is the aim to combine fact with fiction to create an emotional resonance.

„Futur-Tours“: realistisch-spekulative, performative Stadtführungen durch das Areal der Mercedes-Benz-Arena. Wir würden lieber wegsehen, uns nicht mit dieser versiegelte Öde, und tristen, urbanen Mittelmäßigkeit befassen. Aber das ist die Zukunft; in ihr werden wir leben müssen. Eine Tour in eine begehbare Zukunft, ohne AR-Brille, sondern mit der konkreten, materiellen Gegenwart vor Augen.

Wie spreche ich durch meinen Körper? Was verbirgt sich tief im Inneren? Was davon ist nützlich und was nicht? Mit „Confidance – Selbstbewusstsein durchs Tanzen und Bewegen“ vertieft sich Miracle Laackmann in eine Recherche, welche aktuelle Problem der Selbstwahrnehmung aufgreift. Eine Reise durch den Körper in den Körper!

Kindern erzählt man Geschichten zum Einschlafen – Erwachsenen, damit sie aufwachen. Julian Blum untersucht, wie die Macht der Geschichte auf die Bühne gebracht werden kann und dabei mit zeitgenössischer Zirkuskunst interpretiert wird.

Ludwig Obst von tutti d*amore erforscht die Möglichkeit einer „postdramatischen Oper*ette”. Kann man diese Kunstform zurück in die Zukunft führen oder wird sie und ihre Interpret*innen mit der Zeit obsolet? Was können Parameter für ein politisch und gesellschaftlich relevantes, zeitgenössisches Unterhaltungsmusiktheater sein? Geht das alles überhaupt zusammen?

In der Recherche „about weaving“ beschäftigt sich Choreografin Anne-Mareike Hess mit Weben und dem ihm innewohnenden kreativen Potential der Verbindung und Vernetzung.

In den Gesprächen, in denen sich die Künstler*innen, für die das Förderantragstellungsverfahren aus sämtlichen kulturell Gründen eine Hürde darstellt, nicht nur verbal, sondern auch in Tanz, Bewegung, Zeichnung, Gesang etc. äußern dürfen, werden diese ermutigt, neue Visionen zu entwickeln, wie sie sich ein niederschwelliges non- oder paraverbales Antragstellungsverfahren wünschen.

Zweck der Recherche ist die Begegnung künstlerisch tätiger Menschen der freien Szene und Menschen mit Behinderung mit dem Ziel einer realen Theaterreise im ländlichen Raum. Interviews, Begegnungen und Projekttage sollen die Basis für eine künstlerische Zusammenarbeit schaffen, die im Idealfall eine langfristige Kooperation möglich macht.

Wie lassen sich „ArMut“ und „ReichtuM“ begreifen? Gegenüber oder ein komplizierteres Verhältnis? Was denken Junge, Alten und Menschen verschiedensten kulturellen Hintergründe über diese Begriffe? Lassen Schuld und Geld sich wegdenken? Eine Recherche über oppositionellem und viralem Denken und wie ein Wertensystem umzudenken ist. Ziel eine Musiktheatertext mit fünf Lieder. 

„Problemzone“ setzt sich mit weiblichen Körperbildern aus verschiedenen Epochen im europäischen Kulturkreis auseinander. Untersucht werden die historischen Zusammenhänge hinter dem heutigen Drang nach Selbstoptimierung und der Einfluss von Social Media, Youtube, Werbung und Popkultur auf weibliche Körperbilder. 

Nach vier Jahren Theater in Sachsen wird der Regisseur Georg Genoux drei Monate in Bremerhaven leben, um mit heutigen und ehemaligen Werftarbeitern ins Gespräch zu kommen. Dabei will er Theaterformate entwickeln, mit denen sich die Arbeiter und Einwohner aus dem Westen und Osten ihre Geschichten einander erzählen können. 

This research process examines the circus practice of hair-hanging through the lens of paralogical thinking. It observes the coexistence of seemingly contradictory concepts of the practice, such as body vs object, limitation vs freedom, multiplicity vs unity, border vs permeability, and dives into the exploration of different ways of framing and blurring these borders. 

In dem künstlerischen Rechercheprojekt „GerMania“ wird untersuchen, wie sich die Strasse, in der Charlotte Seebeck lebt, zu ihrem Namen „Germaniapromenade“ verhält. Dafür wird Seebeck mit örtlichen Anwohner*innen, Initiativen und Läden auf der Germaniapromenade in künstlerische Interaktion geraten und Material für eine performative Intervention sammeln und partizipativ inszenieren. 

Robert Griess, Autor, Produzent verschiedener Live-Formate und Kabarettist, beschäftigt sich intensiv mit digitalen und immersiven Technologien, um diese verstärkt für neue Bühnen-Formate nutzbar zu machen. Dies soll einerseits neue Publikumsschichten ansprechen, andererseits eine inhaltliche und formale Erweiterung des künstlerisch Darstellbaren im Theater ermöglichen.  

Nicolas Schneider recherchiert zu einer möglichen Kooperation mit der malawischen Theatergruppe YDC Theatre mit der deutschen Gruppe James & Priscilla. Hierzu setzt er sich zunächst mit den kolonialen Strukturen und der Geschichte Malawis – auch unabhängig vom Theater – auseinander. Anschließend soll es um die Kulturförderstrukturen zwischen den Kontinenten gehen. 

Miriam Arbach untersucht die Anwendung von Bewegungskonzepten und Trainingsmethoden, die im Tanz entstanden sind (Laban / Bartenieff Bewegungsstudien, Tanz-Imagination) in der Luftartistik (Vertikalseil und Trapez). Das Ziel ist die Erweiterung der Bewegungssprache am Luftrequisit und das Variieren von Bewegungsqualitäten und der Intention von Bewegungen. 

77 Jahre ist es her, dass Pippi Langstrumpf erstmals veröffentlicht wurde und doch gibt es seither kaum emanzipiertere, wirkungsmächtigere weibliche Vorbilder. Sie steht für Nonkonformismus, Spaß, (Willens)stärke, Freiheit und Selbstbewusstsein. Generationen von Frauen* sind mit Pippi groß geworden. Was ist aus dem Weltversprechen geworden, dass sie zu sein schien? Eine Interview-Recherche. 

This research explores the pioneering Soundbridge projects by American sound artist Bill Fontana, aiming to formulate strategies for reinterpretation of the work. The project reflects upon the possibility of a hybrid-continuum of public spaces between the radio, museum and urban environment, the relation between artists and institutions and transnational alliances based on practices of listening. 

Der Antrag betrifft die Recherche, Manuskripterstellung für einen Podcast zur deutschen Kabarett- und Chansongeschichte. „Wir richten scharf und herzlich!“. Dieses digitale Angebot soll mit einer analogen Vortragsreihe, die sich aus den entstandenen Manuskripten mit einer ergänzenden PPP speist, flankieren. Jochen Bickert möchte damit als Kabaretthistoriker wahrgenommen werden.

“The Dubious“ is a play about the mysterious construction of enemies. It explores how enmity centralizes itself among a group who have common interests and aims. The distance they make with the label of the enemy, whether by accepting or rejecting, influences their emotional and sensible relationships. Most of the people have enemies, but what to do with them? When does an enemy become an enemy? 

How can the work on Lecoq’s bouffons provide possibilities for transformation and what may be the methods to open a field of experience that can enable the participants to experience „another self“? Research aims to conceptualize a theater pedagogical workshop on bouffon which will enable participants to reflect on and play with the dynamics of subjectification. 

Neues, Partner, Raum und Zeit: Thomas Flocken möchte im Rahmen des Recherchevorhabens, internationale, so wie hier lebende Künstler*innen anderer Sparten und damit verbunden neue Arbeitsweisen kennenlernen, Arbeitsweisen für Arbeiten ohne Vorlagen entwickeln und Wege finden mit verschiedenen Kunstformen, Diversität und Internationalität junges Publikum anzusprechen. 

Dies ist ein Rechercheprojekt, das den Drang nach dem Illusorischen, Unleserlichen entwirren soll. Durch geschriebene Geschichte(n) der Welt, durch die Arbeit an Märschen, die sich zu komplizierten gesellschaftlichen Dynamiken formen, und durch eine kunsthistorische Analyse der antiken griechischen und römischen erotischen Kunst, entsteht ein Plateau für Spekulationen über Wert und Zukunft. 

2023 wird Cora Frost 40 Jahre auf der Bühne gestanden sein. Anlässlich des Bühnenjubiläums soll das Archiv als Wunderkammer der eigenen künstlerischen Arbeit und des Lebens geöffnet werden. Atlantis, das versunkene Material aus lebenslang gesammelten Erfahrungen liegt in den tosenden Tiefen versunken. Was von unserem Wissen wollen wir freilegen und wie das von uns Erfahrene weitergeben? 

Celebration, FL. Eine Planstadt der Walt Disney Company. Ein 70-seitiger Regelkatalog bestimmt die Länge des Rasens oder die Farbe der Gardinen. Im Winter gibt es künstlichen Schnee. Nach 14 Jahren dann das Ungeplante: der erste Mord. Der Wunsch nach „der besten aller Welten“ führt zu einem Kontroll-Wahn. Brauchen wir Kontrolle über uns oder über die anderen?

Das Verhältnis zwischen dem Individuum und dem Kollektiv oder – im weiteren Sinne – der Gesellschaft ist für mich eine Schlüsselfrage. Sophia Seiss beschäftigt die individuellen Indikationen in Massen und Kollektivität, sowie die Hinterfragung der Soloarbeit darin. „Was bedeutet das Medium Tanz für mich, während ich – mein Körper – nicht an ein Kollektiv gebunden bin?“

Zwischen 1836 und 1914 wurde Hamburg für über fünf Millionen Auswanderer das Tor zur neuen Welt. Das Projekt „FEMALES VOICES – starke Frauen in Zeiten der Auswanderung“ recherchiert beeindruckende Frauencharaktere, um ihren inspirierenden Geschichten durch ein Konzeptentwurf für ein künstlerisches Projekt eine Stimme zu geben. 

Handschattentheater. An der Grenze, wo sich Licht und Dunkelheit begegnen, entstehen Silhouetten. In einer vier-Stufen-Recherche sollen diese zwei-dimensionalen Schattenfiguren auf erweiterte Ausdrucksmöglichkeiten hin erforscht werden. Wie können Schattenfiguren zu Charakterfiguren weiterentwickeln? Welche neuen, bisher ungeahnten Charaktere eignen sich für tiefere Auseinandersetzung?

Kostümwerkstätten sind nach wie vor nach dem binären Prinzip strukturiert. Ausgehend von Kleidungsstücken aus dem Theaterfundus möchte Charlotte Pistorius-Schwerin mit Frauen* aus den Kostümwerkstätten ins Gespräch kommen. Mein Anliegen ist, gemeinsam den Fundus als geschichtsträchtigen Ort zum Sprechen zu bringen, ausgehend von Kleidungsstücken Geschichten zu erfinden – jenseits des Binären. 

Ziel der Recherche ist die Entstehung eines Theaterstückes über eine Gruppe Dresdner Künstler*innen, in deren Umfeld Veranstaltungsorte für immer schließen müssen. Wie würde die Zukunft unserer Gesellschaft aussehen, wenn Kunst nicht mehr gemeinsam erlebbar wäre? Den Ausgangspunkt bilden Interviews mit Dresdner Künstler*innen, Publikum und Kulturveranstaltenden in dieser Post-Lockdown-Zeit. 

„BFF“ ist eine Recherche zum Thema Power und Wichtigkeit von Freund*innenschaften. Der Wunsch ist es, sich im Detail die Geschichte und Entwicklung von Freund*innenschaft anzueignen und aus einer feministischen Perspektive zur Darstellung von Freund*innenschaft in der Popkultur inhaltlich und visuell zu recherchieren.

In einer Umgebung, in der sich die Bedeutungen verschieben, möchte Anna Semenova-Ganz sich von der Erzählung, von Zeichen und Logik lösen, um in einen absurden Raum zwischen Form und ungestellten Fragen zu gelangen und zu sehen, was darin entsteht: ein neues System von Machtbeziehungen, eine Hierarchie oder ein Rhizom? 

Wer sind wir in der Landschaft? Mit einer performativen Feldforschung in und um Oderberg sucht Regisseur und Autor Heiko Michels auszuloten, wie dieses Umfeld uns Resonanz schenkt. Wie können künstlerisch provozierte Wahrnehmungsmodi auf unsere Umwelt unser gesellschaftliches Zusammensein und Agieren nachhaltig verändern? Am Ende steht das Konzept für eine Live-Hörspiel-Outdoor-Performance. 

Gaëtane Douin erforscht das Zeichnen als choreografische Handlung. Wann wird die Zeichnung zu Bewegung? Wann wird der Körper zur bewegten Zeichnung? Kann die Zeichnung gleichzeitig Spur und Partitur der Choreografie sein? In Phase eins entwickelt Douin im Studio ein eigenes Vokabular und eine Improvisationspraxis. In Phase zwei möchte sie sich im öffentlichen Raum ausprobieren.

Bei vielen Entscheidungen spielen die Informationen der Mega-Plattformen eine große Rolle. Aber wir wissen wenig darüber, wie sie das tun. Greta Amend möchte erforschen, wie unsere Gesellschaft durch die algorithmischen Entscheidungen der Plattformen beeinflusst wird, und wie die gesammelten Informationen in einem hybriden Theaterraum performativ und partizipativ umgesetzt werden können. 

„War es das jetzt?“ Wir haben uns nicht vom Weg abbringen lassen. Wir haben uns gute Ausbildungen geleistet. Fleiß und Ausdauer versprachen Sicherheit, persönliche Entfaltung und Glück. Und dieses Glück konnte alles sein. Aber leben wir so, wie wir es uns gewünscht haben? … Wenn das Leben ein Menü ist und du gerade beim Hauptgang sitzt, dann ist „Um die 40″ eine Zwischenrechnung!

Zwei Frauen aus unterschiedlichen Welten treffen aufeinander. Samya geht durch den Prozess der Asylbewerbung, die Anwältin Nora leidet seit Jahren an einer Essstörung. Beide kämpfen sich durch die Anonymität der Großstadt, suchen nach einem Zuhause. Eine Freundschaft entwickelt sich. Was ist meine Identität? Wie entsteht sie? Was bedeutet Zuhause für mich? Eine Entwicklung eines Theaterstücks.

“liminal.rehab” was birthed from a process of trying to find communal tools to talk about trauma within performance arts spaces. At its heart this process is asking us how do we heal? How do we decenter the trauma and let go of the past so that we can be fully present in the now? This process is asking how do we develop strategies to not only survive, but to thrive. 

„NEO BODY. BODY POLITICS“ Ausgehend vom „Rechtsextremismus als größter Gefahr für unsere Demokratie“ (Faeser) und den psychosozialen Auswirkungen der andauernden Pandemie beschäftigt sich die Künstlerin Judith Florence Ehrhardt mit dem Spannungsfeld zwischen Angst und Freiheit und dessen Auswirkungen auf den Körper. Entstehen soll ein Konzept für die künstlerische Umsetzung der Recherche.

„LIEBESLIED“ ist eine musikalische Recherche zu den immer noch vorherrschenden Erzählweisen der romantischen Liebe. Es nimmt die Performance und Songauswahl von Hochzeitsbands unter die Lupe und kontrastiert sie mit queerfeministischen Ideen von Liebe. Ziel ist es neue Songtexte oder Arrangements zu kreieren, die die alten Erzählungen unterlaufen aber nichts an Gänsehauteffekt einbüßen.

Eine Recherche, die sich neue Fragen rund um die Ikone der Schwarzen Madonna widmet. Welche zeitgemäßen Rituale, Bilder und performativen Techniken können das widerständige Potential der Schwarzen Madonna übersetzen? Ist sie tatsächlich in der Lage, zu verbinden, zu drehen und ein binäres Konzept von Keuschheit und Sexualität, Reinheit und Sündhaftigkeit zu „queeren“? 

Eine verstärkte Ausrichtung von Open Air Veranstaltungen für bestehende und neue Produktionen, um Einnahmen durch Auftritte, trotz Beschränkungen im Innenraum, generieren zu können. Tanja Wegner wird technische Möglichkeiten wie Überdachungen, gegen Regen und Sonne, recherchieren und Ideen entwickeln zur Optimierung der Kostüme, für Open Air Veranstaltungen. 

Thema dieser Recherche soll die sogenannte „Schwarze Pädagogik“ sein. Also die „Zurichtung“ von Kindern zu Zucht und Ordnung, Pflicht und Gehorsam – durch strafende Gewalt. „Strafe muss sein!“, „Mutti schlägt mit dem Kochlöffel. Vati haut mit dem Teppichklopfer.“ Wie kommen Eltern auf die Idee, ihre Kinder auf diese Weise zu erziehen? Was richtet eine solche Erziehung bei den Kindern an?

„Gekommen, um zu bleiben – Kultur auf dem Land nachhaltig verankern“ In der Recherche sollen Möglichkeiten eines künstlerischen Formats auszuloten, das die Darstellenden Künste in ländlichen Regionen in ihrer Sichtbarkeit verstärkt und in der örtlichen Infrastruktur festigt. Ziel ist es, die Themen der Bürger*innen im ländlichen Raum rund um Berlin in diesen Prozess zu integrieren und zu befragen

„Antinomien der Erinnerung“ ist eine Recherche zu den Rückführungen menschlicher Überreste aus den ethnologischen Sammlungen in Deutschland und eine kritische Befragung des jüngsten Abkommens, das zwischen der deutschen und der namibischen Regierung zum Völkermord an den Herero und Nama geschlossen wurde. Sie versucht denjenigen Gehör zu geben, die bisher nicht an dem Dialog beteiligt wurden.

Die Recherche soll als Teil des Theaterstücks „Blackbox Britney“ Digitalisierungsmöglichkeiten einer interaktiven (weiblichen) Gesellschaftsbiographie ausloten. Ein popkultureller Kontext öffnet sich hin zu einem theatralen Raum, der spielerisch kollektives Erinnern ermöglicht und damit zu einem internationalen Diskurs über die mitunter brisante Verknüpfung von Privatem und Politischem einlädt.

Einstieg in ein umfassendes, praxisorientiertes Forschungs- und Archivierungsprojekt, in dem es um das Sichtbar- und Zugänglichmachen der Praxen von zeitgenössischen Pionier*innen im Tanz geht, deren Arbeitsschwerpunkt im Freien liegt. Forschungsschwerpunkt ist der Wissentransfer zwischen Praktiker*innen, die in den 50er und 60er Jahren geboren sind und den nachfolgenden Generationen.

Eine verbindende Recherche von Bewegungsprinzipien des Tanzes zu unerwartetem Cyr Wheel Repertoire. Die somatische Meditationspraxis eröffnet eine Suche nach präsenzfördernden choreografischen Methoden. Neues Bewegungsmaterial und kompositorische Strategien treffen sich im Blickfeld des präsenten Seins. Welches Bedeutung und Berührung entsteht im Dialog mit dem Kreis (Cyr Wheel)? 

„SPEAK, MOVE, REPEAT“ ist eine Recherchearbeit zum Thema chronische Erkrankung und dem Erzählen darüber. Über die persönliche Erfahrung der Erkrankung MS werden die performativen Möglichkeiten einer Erkrankungserzählung erforscht. Zentrale Fragen sind: Wie wird Körpersprache zu Text, wie wird Text zu Körpersprache und welche performativen Perspektiven kann der erkrankte Körper aufzeigen?

Anaïs Durand-Mauptit untersucht unsere heutigen materialistischen Verhältnisse zwischen Bedarf und Habsucht anhand des Sinnbilds der Ambra, eines der begehrtesten und mysteriösesten Materialien der Gegenwart. 

In dem Vorhaben möchte Maren Strack das elektronische Instrument SOMI-1, das berührungslos mit Sensoren am Körper gespielt wird, auf seine Möglichkeiten der Klangerzeugung erforschen. Strack möchte herausfinden, wie sie eine Bewegungs-Choreographie zu einer auskomponierten Musik entwickeln kann. Die Aufgabe besteht darin, das SOMI-1 so einzusetzen, dass es meine Performance-Ästhetik erweitert.

Das beantragte Recherchevorhaben betrifft die strukturelle und künstlerische Entwicklung des „Theater und Philosophie Festivals“ in Bremen. In der Form eines Arbeitstreffens soll es Gruppen unterschiedlicher Theaterformen, die sich in ihrer künstlerischen Arbeit mit philosophischen Fragestellungen und Themen beschäftigen, intensiven Austausch und Vernetzung ermöglichen. 

Jedes menschliche Leben beginnt mit der Geburt. Die körperliche Erfahrung des Gebärens wird jedoch kaum explizit besprochen und somit aus dem Diskurs externalisiert. Die Schauspielerin Antonia Eleonore Hölzel bricht in ihrer Auseinandersetzung mit diesem Tabu. Sie recherchiert zu einem körperlichen Ausdruck für die Bühne, um das Tabuisierte mit den Mitteln des Theaters zu entstigmatisieren. 

„Das renitente Objekt“ fragt nach dem Enigma des Buches – seinem eigenartigen, unangreifbaren Kraftfeld, eben: seiner Renitenz. Das Projekt nähert sich dem Unerklärlichen des Buches, indem es sich seiner imaginär zu entledigen sucht: Wie hat man sich eine Welt ohne Bücher vorzustellen? Es sucht nach Antworten in szenischen Anordnungen sowie – Stichwort Renitenz – lesend und schreibend.

Burgbrohl im Pendler*innenland Rheinland-Pfalz liegt auf der Achse zwischen den Pendelzielen Bonn und Koblenz. Trotz hohem „Bündelungspotenzial“ pendeln hier täglich viele einzelne PKW durch, aus und ein. In Mitfahrgemeinschaften mit den Pendelnden Burgbrohls erforscht das Projekt AUF ACHSE das Pendeln als ländliche Praxis künstlerisch, auf der Suche nach Visionen eines Burgbrohls in Bewegung

Wie kann man das revolutionäre Stimmungsschwankungs-Potenzial der Wechseljahre positiv benennen? Schamvolles Schweigen – endlich passé? In „Climacteric Revolution“ sucht die Musiktheatermacherin Pauline Jacob nach Wegen, der diffamierenden öffentlichen Wahrnehmung der Menopause eine positive Narration entgegenzusetzen. Könnte das feministische Umschreiben alter Opernlibretti dafür nützlich sein?

In dem neuen Projekt möchte Simon Weckert im Kontext des Theaters den Begriff der „Technosphäne“ untersuchen und ein Stück entwickeln, welches versucht die Entwicklung der Technologie aus der Perspektive eines Erdumschließenden Systems zu begreifen und herauszufinden, ob sich diese Sphäre auf Schauspiel und Choreographie, mit Hilfe von Technologie, übertragen lassen.

Puppen ohne Bühne! Nachhaltiger Produzieren! Dieser Slogan tobt Esther Nicklas durch den Kopf, wenn sie nach sieben Produktionen, an eine neue Inszenierung denkt. Sie selbst ist die Bühne! Wie kann sie hybrides Spielen in interdisziplinärer Form entwickeln? Eine Körperbühne aus Tanz, Bild, Text, Projektion, Objekten und Animation. Eine konzeptionelle Entwicklung zum nachhaltigeren Produzieren. 

Kristóf Szabó erforscht neue intermediale Formate im Bereich der Darstellenden Künste. Dabei verlinkt der Kölner Choreograf und Regisseur analoge und virtuelle Medien seit 2007. „VIRTUAL CHARGE“ ist ein Recherche-Projekt zu den neuesten Entwicklungen im Bereich Einsatz von 3D-Technologien, 360-Grad-Kamera, Motion Picture Suite, Internet und Live-Chat in Projekten der Darstellenden Künste.

Unsere Gesellschaft will klimaneutral werden. Können wir das auch mit Theaterprojekten schaffen? Das Ziel ist es, ein Kindertheaterprojekt zu konzipieren, das sich inhaltlich und äußerlich mit dem Thema „Klima“ beschäftigt. Dazu soll untersucht werden, in wie weit dieses Thema in jeglichen Theaterbereichen ausgereizt werden kann, ohne das künstlerische Schaffen zu beeinträchtigen.

Shahab Anousha erforscht die Arbeitsweise „Real-Time Composition“ des portugiesischen Tänzers und Choreographen João Fiadeiro und die Körperansätze in den Arbeiten des Tänzers und Choreographen Xavier Le Roy. Mit Hilfe dieser Techniken versucht er, ein neues System für die Entwicklung einer Performance zu konzipieren.

The project stages Carmen’s return from the dead, to interrogate Bizet’s opera and other representations of gendered, racialized femicide through decolonial lenses. Returning the characters of murdered women to a utopian/dystopian contemporary Berlin, and extending the concept across genres, this research investigates voice and gender as they ask in resurrected form: “why did you kill me?”

In der Recherche „Tanz und Resonanz” widmet sich die Hamburger Choreographin Edda Sickinger der Resonanztheorie des Soziologen Hartmut Rosa, um deren Potenziale auf ortspezifische Choreografien und Interventionen anzuwenden und daraus schließlich ein Vorhaben für die weitere eigene Praxis konzeptionell-methodisch zu entwickeln.

Die Kostümbildnerin Aline Sauer untersucht in „Die Maskierten”, die Maske als Kennzeichen der Krise, als auch ihre Funktion in andere Rollen zu schlüpfen. Was kommuniziert die Maske anstelle der Mimik? In einem experimentellen Ansatz, fertigt sie tragbare Masken an, die mit vertrauten Referenzen spielen um Sehgewohnheiten zu hinterfragen.

 

Die Recherche „TRASH MAID“ ist geleitet von der Frage: wie können Puppe/Kostüm/Maske/Bühnenbild möglichst nachhaltig und ressourcenschonend kreiert werden? Die Beschäftigung mit verschiedenen theaterunüblichen Restwertstoffen, wie Pappe, Papier und Erprobung dieser anhand des Baus von Masken und maskenartigen Raumgebilden ist zentral für diese Recherche.

Pequeno Atlas do Teatro Latinofuturista is a speculative exercise by Brazilian performer and researcher André Felipe that proposes the fabulation of a movement composed of artists and works that imagine futures. As a continuation of the Afrofuturist legacy, Latinofuturismo proposes a reorientation of the hegemonic temporalities that limit the projections of the future in a present in crisis.

Die Recherche beschäftigt sich mit innovativen Bühnenformaten anhand Foucaults Begriff der „Heterotopie“. Wie definieren wir öffentlichen Raum in einer digitalisierten Gesellschaft? Wie können Knotenpunkte zwischen der Öffentlichkeit einer Nachbarschaft und einer digitalen Öffentlichkeit geknüpft werden? Wie kann ein Publikum erreicht werden, wenn der Zugang von Algorithmen kontrolliert wird? 

The body in the rhythm of light is a research into the relationship between light and a dancing body. The interest is to look into how light in dance context is perceived and what place does light have in developing movement material. Hanna Kritten Tangsoo wishes to experiment with what is made possible with light that the body alone cannot achieve (for starters to be even seen).

Mit Hilfe des Recherchestipendiums entwicklet Dr. Nora Haakh ein performatives Fußnoten-Instrument für einen spielerischen Umgang mit Komplexität, in der situiertes Wissen und Quellen bereitwillig und ansprechend transparent gemacht werden. Dafür führt Haakh eien Wissen als Kulturwissenschaftlerin mit meiner Erfahrungen mit Graphic Recording, Übertitelung und Performance zusammen. 

Im Rechercheprojekt „Briefe aus dem Innersten“ begibt sich Simina German in einen künstlerischen Dialog mit den Texten des syrisch-palästinensischen Autors Ramy Al-Asheq. Im Vordergrund steht, mit unterschiedlichen künstlerischen Mitteln eine Materialsammlung zu schaffen, die versucht die Atmosphäre von Intimität zu erzeugen und in der man mit den Texten Al-Asheqs in Berührung kommt.

Idil Morsallioglu erforscht anhand verschiedener feministischer Perspektiven die versteckten körperlichen Signale und Körperbeschreibungen in Tezer Özlüs Roman „Auf der Spur eines Selbstmordes“. Die herausgearbeitete Rekonstruktionen des weiblichen Körpers wird anschließend visualisiert und in Bewegung übersetzt. Ihr Ziel ist es Özlüs Katharsis des Schreibens körperlich sichtbar zu machen.

Eine Tonbild Recherche. Über 3 Monate arbeitet Jost von Harleßem in einem Studio mit Computeranimation, Sounddesign und analoger Trickfilmtechnik. Es entstehen experimentelle Skizzen: Videoclips, Tonschnipsel und Versuche darüber wie Video inner- und außerhalb von Theaterproduktionen funktionieren kann.

Unsealing Volksfeind. Eine Bürgerversammlung zur Entsiegelung. Das Konzept verbindet drei Ansätze. Das Drama von Ibsen. Eine inszenierte Bürgerversammlung. Die Entsiegelung der Böden von ungenutzten Industrieanlagen. „kollektiv:proton“ stellt sich in Luckenwalde die Frage, ob eine Stadtgesellschaft ein Anrecht darauf hat, dass die Böden in ihrer direkten Umgebung sinnvoll genutzt werden.

Umhüllt, hin und her geworfen, weggespült. Dunkel und dumpf, schimmernd und blubbernd. Eine räumliche und akustische Untersuchung des Meeres. Und die Frage nach der Rache der Meeresgeister am Menschen im ausgehenden Anthropozän

Rico Dietzmeyer versucht in seinem Recherchevorhaben zu seinem neuen Theaterstück „LARRY ODER DER AUFSTAND DER KASSIER:INNEN“ das Clownsfigurenpaar Larry & Kagg – Neukreationen traditioneller Maskenfiguren, Verwandte von Leporello, Hanswurst und Scaramouche –, auf den Spielplätzen aktueller Auseinandersetzungen mit Diversität und Identität, Denken und Querdenken jonglieren zu lassen.

Eine Gruppe Fremder von fast jeder Ecke der Welt treffen sich täglich um die deutsche Sprache zu lernen. Dabei lernen sie auch, wie man in Deutschland zu leben hat und was von ihnen als neue Mitglieder der Gesellschaft erwartet wird. Wer sind diese Menschen? Was sind ihre Sehnsüchte? Wer sind ihre Lehrer*innen? Und wie beeinflusst das Lehrmaterial ihre Wahrnehmung von Deutschland und sich selbst?

„Sodom: Willkommen in der Zukunft“ experimentiert mit dokufiktionalem Erzählen und erweiterter Realität. Alles beginnt im Hier und Jetzt auf dem Afrikanischen Kontinent, wo eine Lagune im Elektroschrott, in unserem Wohlstandsmüll, untergeht. Die Situation wird ins Deutschland der Zukunft projiziert: Was wäre, wenn sich die Vorzeichen, die die Weltordnung bestimmen, auf den Kopf stellen würden?

Kann Kammermusik Klassik Nerds auch hybrid schmackhaft gemacht werden? Beim Spazieren kommen oft neue Ideen. Tiny Concert Recherche untersucht im Lego Prinzip neue Formen einer musikalischen Live Performance auf Twitch. Erforscht wird hier der Erlebnisraum für interdisziplinär audiovisuelle digital Street Art als musikalischer Zyklus im Spannungsfeld zwischen Komposition und Improvisation.

Mit intelligenter werdenden Algorithmen stellt sich vermehrt die Frage danach, was uns Menschen noch zum Menschen macht. Inwiefern kann eine künstliche Intelligenz, bestehend aus Code und neuronalen Netzen, kreativ agieren und Kunst machen? Wie kann der Output die Theaterlandschaft bereichern und neue Ästhetiken & Spannungsverhältnisse von Mensch und Maschine auf der Bühne hervorrufen? 

Die Recherche ist der Geschichte der Oma von Ksenia Ravvina gewidmet. 1933 und 1934 wurden ihre Eltern im Abstand von einem Jahr verhaftet. Somit wurde sie zur Waise und zum Kind von „Volksfeinden“. Die Schließung von „Memorial“ in Russland hat sie erschüttert, denn erneut wird den Menschen damit ein Stück der Erinnerung genommen. Für manche Taten darf es kein Vergessen geben.

Im Rahmen der Rechercheförderung möchte Mirjam Schollmeyer Material und konkrete Umsetzungsentwürfe für die Konzipierung einer Stückentwicklung mit dem Arbeitstitel „MIT ANDEREN AUGEN SCHAUEN“ generieren. Das Solostück soll mit Mitteln des Puppen-, Figuren- und Objekttheaters und denen des Schauspiels auf die Bühne gebracht und an verschiedensten Orten aufgeführt werden können.

“liquid room” is a research proposal to collaborate with water and explore from a choreographic perspective how to be and think with it, beyond human-centered and nation-based narratives. What could be a fluid perception, solidarity and temporality? What can we learn from this liquid form? Which perceptive modes and practices can be developed through this collaboration?

Wie arbeitet die Freie Szene? Als Kollektiv, Gruppe, Team, Netzwerk oder Partner*innen? Oder sind wir doch eher Einzelkünstler*innen? Eine Untersuchung der Arbeitsstrukturen, deren Definitionen und Auswirkungen auf die künstlerischen Prozesse anhand von Interviews bestehender Gruppen und einer persönlichen Retrospektive auf die letzten 15 Jahre freischaffenden Produzierens.

Rosa Luxemburg kommt als Zeitreisende aus der Vergangenheit und trifft auf die Gedanken der Philosophin Eva von Redecker. Ein filmischer Dialog zweier Denkerinnen in einem heißen Erntesommer über den Zusammenhang von Revolution und sozialen Bewegungen und wie das alles mit der Ausschöpfung unseres Planeten zusammenhängt.

Ausgehend von der Geschichts- und Selbstbeschreibung des Troja-Entdeckers Heinrich Schliemann, thematisiert das Projekt die Strukturen von Helden-Epos, Ausbeutung, Kolonialismus und Raubkunst in der Kunst- und Theaterwelt und hinterfragt unser kulturelles Erbe als Konstrukt.

“(In)visible labyrinths, haptic elucidations” is a choreographic research that studies the allegoric methods of collective reflection through performative game structures. With its choreographic approach, It examines the fractal ways of understanding the complexities of reoccurring normative social and political disparities through embodiment of simple physical games in performative settings.

„Colors in between“ ist eine Forschung zur Beleuchtung dunkler Hautfarben und die Infragestellung rassistischer Vorurteile durch technische Entscheidungen. Dunkle Hautfarbtöne werden im Projekt untersucht und neue poetische Ansätze verfolgt. Es werden Diskussionen über die BIPOC-Darstellung in der Kunst entfacht und eine Arbeit vorgeschlagen, die die Körper von POC und ihre Visualität respektiert.

In „entangled encounters“ möchte Manuel Lindner die choreographischen Potentiale einer Körperpraktik, in der der Körper mit Stimme und Bewegung nach Resonanz mit seiner Umwelt sucht, ausloten. Es sollen choreographische Formen gesucht werden, die aus dem Praktizieren dieses physischen und emotionalen Zustands hervorgehen. 

Für die Recherche möchte Thea Hoffmann-Axthelm in einem ersten Schritt die grundlegende Funktionen von Bühnenbild benennen. In einem zweiten Schritt möchte sie dieses Wissen darauf anwenden, dass Theater seit einiger Zeit versuchen, ihre künstlerische Praxis auch in den Online-Raum zu verlagern. Wie können die Entwicklungen in Zukunft für das Theater und insbesondere Bühnenbild genutzt werden?

„No Portrait“ ist eine immersive Performance über Ikonographie durch das mythische Pop-Idol schlechthin, den Gitarristen, und seine erwartete Gewalt gegen sein eigenes Instrument, die Gitarre, das Dingsymbol der Pop-Revolution.

Annette Kruhl plant ein Bühnenprogramm, in welchem sie einige der wichtigsten Vertreterinnen des deutschen Kabaretts vorstellen möchte – vor allem in ihrer Eigenschaft als Interpretinnen und Autorinnen. Angedacht ist ein abwechslungsreicher Querschnitt, anhand dessen Kruhl die über 100jährige Tradition und große Vielfalt der Geschichte von Frauen im deutschen Kabarett aufzeigen möchte.

In „LIKE A SECOND SKIN #2 | Leder & Stoff“ experimentiert Franziska E. Schubert mit den Materialien Leder und Stoff, um Techniken des Maskenbaus zu bewahren, die in Vergessenheit zu geraten drohen und das hochartifizielle und körperliche Spiel mit Masken in unsere Gegenwart zu übersetzen. Einen besonderen Fokus legt sie dabei auf die unterschiedlichen Wirkweisen steifer und beweglicher Masken.

Yukihiro Ikutani möchte die Methodik der Computerspiele nutzen, um einen kompletten virtuellen Raum auf die Bühne zu projizieren, in dem virtuelle Figuren über einen Game-Controller mit realen Schauspieler*innen interagieren. Dafür muss Ikutani Kenntnisse in der räumlichen Darstellung vertiefen. Wichtig ist dabei die Einbeziehung der Ästhetik, die in Ikutani durch Malerei zum Ausdruck bringt.

„Choreographing new spaces“ ist ein neues Recherchevorhaben von Carolin Brandl, das unter dem komplexen Fokus des Feldes Geschlechteridentitäten und Feminismus an der Schnittstelle von Kunst und Tanzgeschichte mehrere kuratorische Standpunkte herausarbeitet. Diese sollen die Grundlage bilden für die Entwicklung neuartiger choreografische Projekte im Museumsraum (im Jahr 2023).

„INTERLUDE“ kann der Ausflug eines Künstlers in eine ihm fremde Kunstsparte sein. Es kann aber auch ein szenisches oder musikalisches Zwischenspiel sein. Bei der Recherche trifft beides zu: als intermedial arbeitender Künstler besucht Thomas Martius eine fremde „Sparte“ – die Musik. Und innerhalb der Musik möchte er eigenes Material einbringen, also „dazwischen-spielen“.

Elene Tilli would like to focus the research on the practice of “archiving” and how it is changing from considering the archive a mere pragmatic and administrative space to a source of collective memory. Tilli is interested in investigating if the archive can become a space of experience. How the practice of organizing through observation, awareness, and learning can become an artistic resource.

„Die Kettlebell als Kunstobjekt – an der Schnittstelle zwischen Bewegungskunst und Bildender Kunst“ ist ein Rechercheprojekt, in dem sich der Jongleur und Performancekünstler Roman Škadra der Erforschung des Potenzials von Kettlebells in einem künstlerischen Kontext widmet. Es werden Konzepte für die Kreation mehrerer Formate erforscht und entwickelt.

Jakob Roth ringt im Recherchevorhaben „Männer blicken auf Jeanne d’Arc“ am Beispiel der vermeintlich emanzipatorischen Figur Jungfrau von Orleans von Friedrich Schiller um eine Antwort wie er mit der jahrhundertelangen männlichen, sexistischen Vorherrschaft in der klassischen Theaterliteratur umgehen kann.

„Kollektiv – A beginners guide“ geht auf die Suche nach der notwendigen Verbindung künstlerisch kollektiver Arbeit und Organisationsstrukturen. Die Recherche bildet damit das Fundament für die Entwicklung einer spezifischen Methodik für kollektiv arbeitende Künstler*innen.

Im Projekt „SessHAFT“ beschäftigt sich Moritz Haase, inspiriert durch eigene Erfahrung in häuslicher Quarantäne, und zwei Jahren Pandemie mit dem Thema räumlicher Einschränkung und wie sich diese artistisch und szenisch darstellen lässt. Hierfür fertigt er verschiedene raumformende Requisiten an, mit denen er Akrobatik auf minimalem Raum und den entstehenden Effekt untersuche.

Kämpfen ist hart, aber wir sind es gewohnt. Um jedoch unsere Siege zu sehen, müssen wir sie erst einmal erkennen. Simone Dede Ayivi will herausfinden welche Verbesserungen für marginalisierte Künstler*innen und ihr Publikum in den letzten Jahren eingetreten sind und trainiert schon mal für das Theater in der postrassistischen Gesellschaft. 

Rübezahl kotzt. Vielleicht weint er auch. Unter dem Bergreich der Sagengestalt, im mächtigen Riesengebirge in Schlesien fault ein verfallenes Wehrmachtszentrum aus dem Jahr 1943. Johanna Gerosch folgt der Legende vom dort versteckten Nazigold und begibt sich auf die Schatzsuche nach der Konfrontation mit dem, was Storytelling in Deutschland einst war und heute ist.

Life as a Plant oder „Pflanzenoper“. Ein Musical, ein Hörstück, in Form eines partizipativen „Utopie-Kongresses“, der jetzt aktive und frühere in der BRD tätige, Graswurzelprojekte und Umweltaktivisten und deren Utopien bzw. was davon übrig blieb, beleuchtet.

XDie Zeit heilt alle Wunden? Der Ort aber bleibt! Im Spannungsverhältnis familiärer Erinnerungsformen und öffentlicher Gedenk-Riten an die Shoa entwicklet Andreas Schmid eine mobile Erzählform, die lokale Erinnerungsorte im öffentlichen Raum aufspürt und performativ markiert. Dabei sollen sich den Passant*innen Möglichkeiten der Partizipation und des Austausches bieten

Diese App und Webseite kann gefilmte Inhalte von Benutzer*innen (Bewegungen und Handlungen des Körpers) ortsbasiert mittels GPS über dessen Koordinaten auf der Erde verknüpfen. Diese sind in einem abrufbaren Archiv als Video-Sammlung und vor Ort, wo die Aufnahme getätigt wurde, als Augmented Reality einsehbar. Move simple.Be stupid. Play ingenious. Or not. 

Masken und Puppen stellen besondere Anforderungen an Beleuchtung und Lichtgestaltung. Durch die reduzierte oder nicht vorhandene Mimik rücken Körperbewegungen ins Zentrum der Spielweise und lassen Emotionen und Haltungen vor allem in der Phantasie des Publikums entstehen. Licht ist dabei ein wesentlicher Faktor, der, je nach Einsatz, die Imagination des Publikums begünstigen oder erschweren kann.

Die Recherche skizziert und erforscht eigene performative und installative Methoden im öffentlichen Raum für ein möglichst breites Publikum. Ziel ist es, möglichst viele Variationen der Umsetzung eines Listentextes zu skizzieren, konzipieren und praktisch umzusetzen. Wie können Stimme, Klang, Körper, Material, Technik möglichst viele Personen im öffentlichen Raum in ihren Bann ziehen?.  

Warum wurden die wissenschaftlichen Erkenntnisse und Warnungen der 70er (Club of Rome) in Bezug auf exponentielles Wachstum und Klimawandel, in bestimmten Kreisen lebhaft diskutiert, führten aber nicht früher zu einem Umdenken und vor allem politischen Um-Handeln? Wie können wissenschaftliche Zusammenhänge veranschaulicht werden? Welche Rolle können dabei Formen der Darstellenden Kunst spielen?

„Heho Birgit“ „Ich glaub ich brauch erstmal ne Pause von unserm “Ding”“ „Ich weiß nicht genau was sich da mit der Italienerin entwickelt“ „und muss meine Gefühle mal klar kriegen (trauriger Smiley)“ Die Performerin Birgit Welink sucht nach Möglichkeiten ihre Textnachrichten die sie während der Pandemie beim Online-Dating gesammelt hat auf die Bühne zu bringen.

„Kingdom Radically Uplifted Mighty Praise“ – Eine Recherche zu Identität und Positionierung des Krumping in der deutschen Tanzlandschaft, beschäftigt sich mit der historischen Bedeutung des Krumping, der Entwicklung der Krump-Szene in Deutschland, seinen wichtigsten Vertreter*innen sowie den Herausforderungen in und Lösungsansätzen für die Vermittlung von Krumping.

In „Digital Mirror“ wird per Kamera und Screen ein Quasi-Spiegelbild erstellt. Visuelle Daten einer Person werden über Filter live verfremdet. Darüber hinaus werden Mimik und Bewegung auf einen computergenerierten Avatar übertragen. Von Interesse ist die Auswahl und Verknüpfung der entsprechenden Software sowie die Frage, ob der „Worldbuilding“-Effekt in einer Inszenierung Platz finden kann.

The research project „DISEMBODY ~ ceremonies of absence“ explores performative and audiovisual resources, in order to reveal the collective actions and experiences, i.e. the Rituals, that disappeared from our lives since the pandemic.

„Communi-CARE“ (lat. „mitteilen“) widmet sich der Erforschung der Verknüpfung von Tanz, Audiodeskription und Gebärdensprache. Unter besonderer Berücksichtigung multisensorischer Erlebnisse werden deren Möglichkeiten und Grenzen ausgelotet, stets auf der Suche nach neuen non-verbalen und verbalen Ausdrucksformen und in der Absicht, die Wahrnehmung eines möglichst diversen Publikums zu erweitern.

„Angst als Hauptrolle“ – Welche Materialien, Figuren, Kontexte und Geschichten eignen sich Angst, die Angst vor der Angst und im Speziellen die Angst des Darstellers vor der Bühne mit den Mitteln des Figuren- und Objekttheaters auf eine Bühne zu bringen. Eine Recherche.

Mit der Recherche „Femi-WHAT word?“ trägt die Dramaturgin und Autorin Aylin Kreckel zum gesellschaftlichen Diskurs des Frauseins aus künstlerischer Perspektive bei und untersucht Konflikte zwischen verschiedenen feministischen Positionen auf ihr konstruktives und transformierendes Potential hin.

Mithilfe von Performance-Positionen des 20. und 21. Jahrhunderts, von Abramović über Schlingensief bis SIGNA und einer praktischen Materialstudie befragt Marie Meyer den aktuellen Trend esoterischer Praktiken in der Theaterlandschaft. Postkoloniale Betrachtungsweisen treffen auf schwierige Verbindungslinien zur Querdenkenbewegung und Verschwörungstheorien. 

Theoretisch ermöglicht virtuelle Vernetztheit weltweit immense Nähe und das Gefühl, über weite Distanz informiert zu sein bzw. kontrollieren zu können. Diese virtuelle Nähe steht im direkten Kontrast zu analoger Distanz, welche nur mittels der Technologie scheinbar überwunden wird. Was für kollektive räumliche Erfahrungen, was für virtuelle Landschaften braucht es, um diese Diskrepanz aufzulösen?

Wie hat die Zauberkunst zum rassistischen Narrativ des Primitiven beigetragen? Christo Schleiff begann als Kind Zaubertricks einzustudieren und gelangte damit zu Geld und Privilegien. Nun untersucht er den Anteil des Genres an dem sozialevolutionistischen Überlegenheitskonzept des 19. Jahrhunderts. Und er probiert Formate aus, in der sich auch das Publikum seiner Rolle darin gewahr wird.

Seit zwei Jahren ist der Begriff social distance aus dem Alltag nicht wegzudenken. Um eines der Plakate der BVG zu zitieren: „Wir würden auch lieber über etwas anderes reden.“. Als Kostümbildnerin, stellt sich die Frage, ob die soziale Distanz vielleicht durch Kleidung vereinfacht werden kann? Welche Formen von Kleidung erleichtern das Einhalten eines angemessenen zwischenmenschlichen Abstands?

Literarische und schauspielerische Recherche über Figur und Mythos des Don Juan, mit dem Ziel der Erarbeitung eigener Texte, die als Skizzen und Überschreibungen klassischer Bearbeitungen des Stoffes funktionieren, und so den Mythos und sein Fortdauern in der Gegenwart untersuchen.

The “Paper Bodies“ research project explores the potential of paper and its materiality to expand the usage of paper not only as a documentation material but one that physically becomes a “body of work”. Starting from a comprehensive archive of paper traces collected over the four-year collaboration with Ilana Reynolds, it reframes (an)archival processes in order to stimulate new creative events.

Kassandra Sandra Knebel recherchiert multimediale Möglichkeiten, um auch online ein Publikum zu erreichen. Als Improvisierende fokussiert sie die Möglichkeiten der Interaktion mit dem Publikum. Ziel ist ein Kabarett- Format, das online spielen kann; und das auch im Live- Bereich nutzen kann. 

„DENKEN IST DIE SCHÖNSTE SACHE“ ist eine Recherche der Schauspielerin und Regisseurin Magdalena Scharler zu Kunst und Kultur im Ghetto Theresienstadt. Ziel ist die Entwicklung performativer Formate und die Konzeption partizipativer Vermittlungsformate, um das ideell-künstlerische Vermächtnis der in Theresienstadt internierten Künstler*innen sowie Kinder und Jugendlichen weiterzutragen.

Kann ein schwangerer Körper, dessen Bauch im Regelfall als Einschränkung und Hindernis wahrgenommen wird, nicht Gelegenheit sein, neue Bewegungsqualitäten zu finden? Kann er nicht die Möglichkeit bieten Dynamiken zu verändern und Bewegungen neu zu definieren? Die Chance bedeuten, den Körper – losgelöst von Person und Umstand – ganz einfach als Körper wahrzunehmen, mit dem es umzugehen gilt?

Mit der Recherche „Femi*moves – Körper und Feminismen des 21. Jahrhunderts” trägt die Tänzerin und Choreografin Elisa Marschall zum gesellschaftlichen Diskurs des Frauseins aus künstlerischer Perspektive bei und untersucht Konflikte zwischen verschiedenen feministischen Positionen auf ihr konstruktives und transformierendes Potential hin.

Inspiriert von Şeyda Kurts Schrift „Radikale Zärtlichkeit – Warum Liebe politisch ist?“ begibt sich Isabella Sedlak auf eine künstlerisch-empirische Forschungsreise durch hoffnungslose Romantik, ernüchternde Auseinandersetzungen und verheerende Krisenmomente abseits und innerhalb der monogamen Zweierbeziehung. Aus persönlichen Gesprächen mit Individuen entwickelt sie ein dramatisches Format.

Figurentheater ist eine Kunstform auf der Grenze zwischen bildender & darstellender Kunst. Bildnerische & spielerische Elemente ergänzen und bekräftigen sich. Aber was ist, wenn das Material was man bearbeitet, nicht so funktionieren will, wie man es sich vorgenommen hatte? Wenn dazu die Zeit der Pandemie einem die Fäden nimmt? Wie geht man um mit all dem Eigensinn? Der Eigensinn wird Programm!

Das Projekt „LebensTräume“ wird sich mit unterschiedlichen Lebens- Gemeinschafts- Konzepten beschäftigen. Hierzu werden Experten des Alltags mit verschiedenen sozialen und kulturellen Hintergründen im Rahmen der Recherchephase interviewt. Die, in der Recherche gemachten, Erfahrungen und Ergebnisse werden die Grundlage für eine interdisziplinäre Theaterperformance im öffentlichen Raum sein.

„Mother Burning“ untersucht die als genuin geltende Naturverbundenheit von Hexen, Frauen* und Dämon*innen und recherchiert gegenwärtige Verknüpfungen von Natur und Weiblichkeit, auf die Allegorien wie „save mother earth“ in aktuellen Klimadebatten hinweisen. Welchen Einfluss hat die Feminisierung von Natur, Fürsorge und Umweltverantwortung auf den Klimadiskurs?

Wer verantwortet das kulturelle Erbe Afrikas? Wie sieht der gerechte Umgang mit den Plünderungen dieser Stücke heute aus? Die Debatte über die Rückgabe afrikanischer Kunst ist mit Fragen konfrontiert, die über die Museumstüren hinausgehen. Mit „SHIFTING THE GAZE“ unternimmt Jessica Nupen die künstlerische Analyse des Spektrums des kolonialen Erbes Afrikas im Hinblick auf die Stadt Hamburg.

Ein Netz mit Partner*innen im osteuropäischen Raum soll wachsen und daraus Residenzen u.a. für Künstler*innen mit Kindern. Dafür braucht es eine örtliche und inhaltliche Plattform, die Qualität guter Kuration. Hier will Sarah Franke sich weiterbilden, Austausch suchen und Verbindungen knüpfen. Ziel wäre es den Grundstein für einen Prozess zu einem gemeinsamen Festival zu legen. 

Klang im virtuellen Raum. Räume sind längst nicht mehr rein physische, reale Orte. Durch VR, AR und TV verlieren Räume ihre Grenzen und bieten neue Perspektiven. Das Erleben von darstellender Kunst im virtuellen Raum erfordert neue Ansätze in der Audioebene. Kenji Tanaka erforscht den Einsatz neuer Technologien in der Kopfhörerwiedergabe auf ihre künstlerischen und dramaturgischen Möglichkeiten.

Das Projekt erforscht die Entwicklung einer Dramaturgie für ein Performancestück aus persönlichen Geschichten, Audioaufnahmen, Interviews und Fotos, welches zusammen mit indigenen Mapuche-Gemeinschaften in Chile erarbeitet wurde (Herbst’21). Ziel ist es, eine Performance zu entwickeln, die in Deutschland aufgeführt werden soll, indem an Tonschnitt, Bewegungsmaterial und Bühnenbild arbeitet.

Andrea Alvergue erforscht in Roots den geschichtlich kulturellen Weg der Afro-Kubanischen Kultur mit Hilfe von Body Percussion und Tap Dance. Als Grundlage steht die tanzwissenschaftliche Auseinandersetzung mit den musikalischen Theorien und der Ästhetik der Afro-Kubanischen Rhythmusmuster und Tänze der Yorubazeremonien.

Der Abbau von Kultur ist Teil des strukturellen Wandels, in welchem die Spaltung von Stadt und Land immer größer wird. Gerade in der so genannten „Provinz“ kann ihre sozialstiftende Rolle nicht hoch genug eingeschätzt werden. Die Recherche „DESSAU?“ behandelt die wechselvolle Geschichte des Theaters Dessau und seine gesellschaftlich-politische Bedeutung für die Region.

Viele ältere Menschen meinen: Unsere Gesellschaft zerfällt. Und die jungen? Zerfällt deren Gesellschaft auch? „Unsere Zeit“ ist ein Rechercheprojekt, das sich aufmacht, mit jungen Menschen zu reden, ihre Meinungen und ihre Geschichten zu hören. Was verbindet die 15- bis 25-jährigen? Oder was trennt sie? In 150 Interviews werden die jungen Menschen auf diese Fragen Antworten geben.

Um die Begriffe Metaverse, NFT oder Blockchain ist ein großer Hype entstanden. Wie viel davon ist ein großer Schwindel? Wie viel davon ist in dem, „Was das Valley denken nennt“ (A. Daub), bereits angelegt? Neben der inhaltlich-ästhetischen Recherche sollen im praktischen Teil Grundlagen in Unity erarbeitet und diverse Social VR Plattformen für theatrale Performances explorativ erkundet werden.

This research deals with the complexity of narrating Blackness through costumes that, together with the body, convey a process of deconstructing stereotypes within the performance. It is an ongoing research that focuses on the references, creation processes and experiences of BPoC costume designers who work in performances that assume a decolonial perspective on stage.

In seiner Recherche begibt sich Martin Prinoth auf die Suche nach den ersten fotografischen Bildern, die den Ursprung des Zeitalters des „Bildes-als-Welt“ markieren. In einem der größten deutschen Fotoarchive zur Kolonialzeit wird er Bilder unter formalen und inhaltlichen Aspekten untersuchen und sie in Relation zu digitalen Bildern unseres gegenwärtigen „Welt-als-Bild“ Zeitalters setzen.  

Schwerpunkt der Recherche ist das Boxen. Der Sport und seine Körperlichkeit beschäftigt mich, vor allem die Klänge, Geräusche und Sounds, die während des Boxens entstehen, aber auch die Choreographie, die Schnelligkeit, die Kraft und die Konzentration, die es bedarf. Als Nebenprodukt des Boxtrainings gibt es auch den Schmerz. Wie manifestiert sich Care-Arbeit am eigenen Körper und Psyche?

Die Luft, dein Element, die Wand, dein Boden und der Klettergurt, deine neuen nackten Füße. „ON AIR” ist eine Recherche der Aerial & Vertical Dance innerhalb der Philosophie und Ästhetik des Zeitgenössischen Tanzes. Wo sind die Grenzen? Wie können unkonventionelle Orte in Bühnen verwandeln? Was passiert wenn die Schwerkraft verändert ist? Wie können andere Disziplinen diesen Tanz fördern?

Auf Grundlage praktischer Erfahrungen mit aktuellsten Technologien, die Körperdaten in Sounds- und Visuals übersetzen, untersucht Ilker Abay, welche neuen dramaturgischen Elemente im radikal umkonfigurierten Arbeitsprozess zwischen alten und neu ermöglichten künstlerischen Ausdrucksmittel entstehen. Welche Geschichten erzählen unsere Körperdaten? Wer ist Wir im Dataverse?

„ARRANGING MOVEMET IN FILM“ ist eine künstlerische Forschung an der Schnittstelle von Tanz und Film. Ein Set an Scores und Tasks zu verschiedenen Aspekten filmchoreografischen Arbeitens soll ausgearbeitet und erprobt werden. Wie können Tanz und Film miteinander verwoben werden und welche choreografischen Möglichkeiten eröffnen sich?

Musik spielen, schauspielern, das heißt doch wohl spielen! Cedric Douhaire wird eine ausgefeilte, narrative und emotionale elektronische Musik erschaffen, die von jedermann mit einem einfachen Joystick gesteuert werden kann. Diese Musik wird eine Folge von Stücken aus dem Repertoire der multimedialen und multikulturellen Gruppe Elektro Kagura begleiten. 

„Fantastic Trolls and how to feed them” ist eine Recherche über das Phänomen des Internettrolles, dem Ausdruck gesellschaftlicher Reibung. Der Troll soll im Internet und im Märchen untersucht werden. Außerdem die Möglichkeit diesen aus anonymisierter sicherer Umgebung des Cyberspace in einen Theaterraum übersetzen, sodass in einem performativen Format, das Verhalten von Trollen repräsentiert wird.

„Let us have a Revolution“ – Eine Recherche und Konzeptentwurf über Frauen in der Hip Hop Battle Kultur beschäftigt sich mit der weiblichen Präsenz in der Hip Hop Battle Kultur heutzutage, bezogen auf die historischen Bedeutung der Frau im Hip Hop und seinen wichtigsten Vertreterinnen. Die Recherche mündet in ein Konzeptionspapier, das ein Battle beschreibt, was von und mit Frauen entworfen wurde.

Überfordert, gestresst, unruhig, gesteuert. Wie den Druck ablassen? Das Ventil der Wahl: Masturbation. Lange tabuisiert und doch hart erkämpft. Es lebe der weibliche Orgasmus. Doch was, wenn es außer Kontrolle gerät, zur Sucht wird? Wie kann ich ein Verhalten ablegen, welches ich mir über Jahre angeeignet habe? Willkommen bei den Anonymen Orgasmikerinnen. 30. Was ist Ihr Ventil?

“Masculinities” is an extensive research into masculinities and male performance, its socio-political and performative function as well as its queer deconstruction and expansion.

A dedication for my dead twin is a research on purposes. As if a room can be a massive cocoon where concrete walls are replaced with organic matter, we are looking at borders as a type of existing but flexible structure, what a dance Phrase can mean: a body that creates the frame it is simultaneously already Spilling out from.

Wenn es jemals eine perfekte Ektogenese geben könnte, wie würde sie aussehen und nach welche Gesetzen würde sie funktionieren? In dem Rechercheprojekt „Artificial Womb / Muttermaschine“ beschäftigt sich Ekaterina Statkus mit der Phänomen der künstlichen Gebärmutter. Dabei entsteht ein utopische Skript über die Zukunft der Reproduktion. 

Das Projekt „Pissionsspiele” befasst sich mit der Beschaffenheit des öffentlichen Raums und untersucht, wie Bedürfnisse hier hierarchisiert werden. Ganz konkret setzt es bei einem ganz grundsätzlichen Bedürfnis an, das uns alle vereint – denn wir alle müssen mal aufs Klos. Die öffentliche Toilette wird dabei zum Symbol, entlang dessen gesellschaftliche Teilhabe und Privilegien diskutiert wird.

„We have all shared our live locations. We have all changed our shoes. We have all held our keys between our fingers. We have all made phone calls, both real and fake. We have all tucked our hair inside our coats. We have all ran down dark roads. We have all theorised our escape routes.“ Lucy Mountain

„Reenacting HIV“ – Recherchervorhaben zum Einfluss von HIV und AIDS auf Theater und Performance. Mit besonderem Fokus auf die USA und (West-) Deutschland. Können Reenactments performativer Arbeiten aus der AIDS-Krise die Erinnerung an die Dynamik der (vor-)letzten großen Viruserkrankung wachrufen?

Während in vielen afrikanischen Ländern wie Uganda Religion im täglichen Leben eine entscheidende Rolle spielt, ist sie im Alltag der Deutschen einem eher atheistischen Weltbild gewichen. Viele bezeichnen sich als spirituell aber nicht mehr religiös. Aber was bedeutet das?  

Karina Liutaia erarbeiter ein digitales Plattformmodell, das den schnellen und kostenlosen Zugang zu Informationen, wie Bühnen- und Kostümbild ökologischer gestalten werden können, ermöglicht. Sämtliche Informationen können eigenständig von den Nutzer*innen der Plattform eingetragen werden. Die Plattform ist ein kleiner Schritt, unser solidarisiertes Wissen zum Nutzen der Umwelt einzusetzen.

Was ist die Faszination an „Darts”? Warum schauen wir dicken Männern in bunten Hemden zu, wie sie kleine Pfeile auf eine Scheibe werfen. Wofür steht dieser „Sport”? Ist es die letzte Bastion der weißen Arbeiter*innenschaft, ein Ort der Zugehörigkeit, in dem die eigene Klasse gefeiert wird? Darts – ein Spiel weißer Männer, ein Spiel der Working Class Heroes und Xenophobie?

This project is a study on the nature of pain and our relationship to it as dancers. The approach is based on questionnaires addressed to my dance community about three main topics: pain, health awareness, and the psychological effects of physical limits.  

Ein Rechercheprojekt für eine komödiantische und dokumentarische Stückentwicklung zwischen Performance, Tanz- und Sprechtheater gegen die Pauschalisierung und Stigmatisierung von Depressionen, als Anregung und Vorbeuge für eine psychisch gesunde postpandemische Gesellschaft.

Tanzvermittlung sollte besser auf Jugendliche zugeschnitten werden, um ihnen den Zugang zum Tanz als Kunstform zu erleichtern Die Verbindung: Tanzimprovisation, Film, Video soll Alternativen zu bisherigen Kommunikationsformen schaffen. Mit der Recherche sollen Vertreter*innen ganz unterschiedlichen Alters wechselseitig Zugang ermöglicht werden – also auch Brücken zwischen Generationen bauen.

„Tabu! Wer nicht (s) hört ist raus ?“ Schwer- oder nicht hörende Menschen bleiben vom Theateralltag weitgehend ausgeschlossen. Diese Recherche zum Thema „Theater Gemeinsam Erleben“ möchte durch Interviews mit Hörenden und Nicht-Hörenden, Theatermacher*innen, Expert*innen und einem Selbstexperiment herausfinden, welche Voraussetzungen es braucht, um ein inklusives Theatererlebnis zu ermöglichen.

Die Kostümbildnerin Luise Ehrenwerth recherchiert zu Erzählformen und Dramaturgien des Game Theaters, die es ihr ermöglichen ihre durch die Implementierung von Technik zum digitalen Interface gewordenen prototypischen Kostüme in narrative Zusammenhänge zu setzen. Dabei sucht sie als codende Kostümbildnerin auch nach neuen Arbeitsfeldern im zeitgenössischen Theater.

Als Sängerin des Roter Mond Ensembles möchte Lissa Meybohm einen szenischen Liederabend konzipieren, der klassische arabisch-persische mit skandinavisch-finnischer Liedliteratur verbindet. Entstehen soll ein zeitgenössischer, musikalischer Märchenabend in fünf Kapiteln. Dabei geht MAybohm der Frage nach, welche zeitlosen und kulturübergreifenden Themen in Märchen und Mythen verborgen liegen.

Der Tod „in real life“ erschreckt uns, während der Tod in der Fiktion fasziniert uns. Was haben uns die Todeslegenden aus der Bretagne heutzutage zu erzählen? Haben auch Menschen in 2022 in Deutschland, sowie 130 Jahren zurück Anekdoten zu berichten ? Ergebnisoffene Recherche um die legendäre Transformation von realen Ereignisse um Tod und Sterben.

Wer sind die Menschen, die die Digitalisierung des Theaters umsetzen? Was macht Künstler*innen mit technischem Background aus und was sind deren Arbeitsweisen? Und wie entstehen Stücke und Prototypen im Kontext technologischer, digitaler Formen und Inhalte? Das, in Interviews gewonnene, Material soll Grundlage einer szenischen Auseinandersetzung mit dem Thema werden.

„Das ist die Wahrheit!“ beschäftigt sich mit unterschiedlichen Perspektiven auf „die Wahrheit“. Die Recherchearbeit ist die Vorbereitung für ein interaktives Kinderstück, bei dem die Kinder aus drei unterschiedlichen Perspektiven „die Wahrheit“ als Abenteuer erleben, bei dem auch Lügen gelernt sein will.

Das Vorhaben im Rahmen der Rechercheförderung umfasst die Entwicklung und Vertiefung von Bewegungs- und künstlerischen Ausdrucksmöglichkeiten des Bungee-Tanzes im Spiel mit Raum, Gemüt und Körperlichkeit. Anhand einer inhaltlichen Recherche zu inneren Zuständen und psychischer Gesundheit soll ein Bungee-Stück für Kinder konzipiert werden.

„UM ATEM RINGEN“ ist eine multiperspektivische, künstlerische Forschung über das Medium Luft im körperlichen, subjektiven und kollektiven Bedeutungsfeld. Es geht um die Frage: Was bringt uns außer Atem und warum ringen wir sowohl konkret als auch im übertragenen Sinne so oft um Atem statt durchzuatmen? Die Idee wurde inspiriert durch die FFP2-Maskenatmung, die für uns Alle zum Alltag geworden ist.

„The place of being“ untersucht den Zustand körperlicher und energetischer Ekstase in der somatischen Tanzimprovisation. Im Rahmen eines Erfahrungslabors werden Zugänge zum „place of being“, wie Techniken und Rahmenbedingungen, erprobt. Unter welchen Voraussetzungen werden welche Erfahrungen ermöglicht? In der Dokumentation über Sprache und Bild wird das Erlebte festgehalten und aufgedeckt.

Saskia Bladt forscht seit einigen Jahren nach dem Moment des Sterbens in der Musik. Nach einigen Arbeiten im dialogischen Kontext, ist es für sie nun wesentlich diese Frage erneut rein innermusikalisch zu beleuchten. Die Aktualität des Themas hat aufgrund der Pandemie noch einmal ein ganz neues Gesicht bekommen. Tod & Sterben gehören zu unserem Leben dazu – machen das Leben überhaupt erst spürbar.