Allgemein

Entscheidung Residenzförderung (Dezember 2021)

Ausgewählte Vorhaben Bündnis internationaler Produktionshäuser

„Zur Zukunft kultureller Habitate“ ist eine transdisziplinäre Recherche von Julian Rauter (Medienkünstler) mit Expert*innen zur Diversität, Digitalität und Nachhaltigkeit im Feld künstlerischer Praxis und kultureller Teilhabe. In Form einer Gesprächsreihe werden Prämissen und Rahmenbedingungen künstl. Praxis hinterfragt und nach neuen Formen und Formaten deren Produktion und Förderung geforscht.

„The artist is absent – Videoinstallation als Kontaktmedium“ beschäftigt sich mit der Erforschung von Möglichkeiten, die das Medium Video und im Besonderen die Form der Videoinstallation als Mittel der Kontaktaufnahme einer abwesenden Künstlerin zu einem anwesenden Publikum bietet.

In „KONSERVIERUNG I&II“ setzt sich Oliver Zahn mit Praktiken der Erhaltung von kulturellem Erbe sowie von Flora und Fauna auseinander. In Hospitanzen und Interviews soll untersucht werden, wie entschieden wird, was für kommende Generationen auf welche Weise konserviert werden soll – und warum.

Tongue-Teasing / Zungenkitzeln: Im Zentrum der Residenz steht die Auseinandersetzung mit Cruising/Kruzing aus trans*maskuliner und feministischer Perspektive. Das Ziel ist die Entwicklung eines tongue code, der in Anlehnung an den Hanky Code ein Signalisieren queeren Begehrens durch den Einsatz der Zunge vorschlägt – ein Spektrum performativer Handlungen, das als soziale Praxis wuchern darf.

In „sex work (in three chapters)“ befragt caner teker das Verhältnis von Sexarbeit und Black Box. Was verbindet und trennt sie in ihren jeweiligen Beziehungen zu Arbeit, Care und Scham? In Zusammenarbeit mit anderen Sexarbeiter*innen werden Möglichkeiten untersucht, die beiden Sphären in ihren Differenzen zusammenzubringen.

What happens when we invite other sentient beings and the natural world into our collective consciousness and body politics? Through somatic and embodied practices, Spalding– together with Rosalind Masson and Moss Juckes – aims for an intra-body expansion of the current paradigm of contemporary performance practice into collaboration with ecology, politics, activism and environmentalism.

„Fluid Acts“ is a research on the current dislocation and fluidity of performance. It aims to relate the 60s Happenings attitude with the current possibilities and spaces generated in the digital environment. Through the development of experimental formats and practices together with Annick Prisca Agbadou it explores how performance artists can transit the different dimensions of this new reality.

In Bezug auf die Spiel-Engine Unity werden folgende zwei Aspekte durch die Gestaltung und Umsetzung virtueller Räume und durch Sammlung möglichst vieler Fallstudien erforscht: Formen der Integration oder Trennung von Publikum und Performer*in, Spieler*in und Nutzer*in sowie die Erforschung von Körperlichkeit und Theatralität im Remote-Zeitalter.

„CALM LANDS“ ist eine Verschmelzung materialkundlicher Recherchen für eine Kunstinstallation mit dem Anspruch, eine nachhaltige Sphäre künstlerischer Kooperation zwischen Künstler*innen, Theoretiker*innen und natürlichen Ressourcen zu schaffen. Sorge als künstlerische Praxis soll zu einer ästhetischen Sprache der Reziprozität zwischen Mensch und Natur führen.

Anhand von Textanalysen untersucht Lili M. Rampre den Diskurs von PACT-verbundenen Künstler*innen und identifiziert Themen, die deren aktuelle künstlerische Forschung leiten, ihre Entwicklung im Laufe der Zeit und ihre Beziehungen. Durch diese KI-gestützte Analyse entwickelt sie kritische Werkzeuge als Eingriff in die eigene Subjektivität, welche durch den Diskurs konstruiert wird.

What happens when we invite other sentient beings and the natural world into our collective consciousness and body politics? Through somatic and embodied practices, Juckes – together with Rosalind Masson and Ela Spalding – aim for an intra-body expansion of the current paradigm of contemporary performance practice into collaboration into ecology, politics, activism and environmentalism.

“Exploring Afrofuturism” is a visual exploration of the lifestyle, technology, gender, political and economic realities of the black characters created by African-American actor, and drag queen, Carlton Morgan. Costume creation and performative character building are used to shape their identity – formed in a world free of violent, physical and social oppression of white supremacists.

Das Tonband war stets mehr als ein rein akustisches Medium.
Als endloser Loop, Archiv, sich im Raum windendes Objekt oder klingende Requisite kam es auch immer wieder in Kontexten der darstellenden Kunst zum Einsatz.
Welche künstlerischen Möglichkeiten birgt das Magnetband heute noch als Erinnerungsspeicher, als klangkörperliches Experimentierfeld und klingendes, bespielbares Bühnenbild?

In seiner #Take Heart Residenz „zu_alt*künftig_neu“ beschäftigt sich der Komponist und Bühnenmusiker Gregor Praml mit der Frage danach, was uns die Musik griechischer Dramen über das Heute und das Morgen erzählen kann. Was ist sein akuteller Stanpunkt und wohin möchte er sich entwickeln? Welche Werte will will er vertreten? Aus Altem wird Neues – die Zukunft startet jetzt.

Ayla Pierrot Arendt widmet ihre Recherche der Entschlüsselung von „Frauenschicksalen“ im feministischen Science Fiction, die auf dem afrikanischen Kontinent ihren Ursprung haben und patriarchalen Traditionen und geschichtlich bedingten Gesellschafts- und Unterdrückungsstrukturen zum Trotz postapokalyptische Zukunftsvisionen im Umgang mit Gewalt an Frauen und den Folgen der Klimakrise formulieren.

What happens when we invite other sentient beings and the natural world into our collective consciousness and body politics? Through somatic and embodied practices, Masson – together with Moss Juckes and Ela Spalding – aims for an intra-body expansion of the current paradigm of contemporary performance practice into collaboration in of ecology, politics, activism and environmentalism.

Als queere*r antifaschistische*r Performance-Macher*in aus der Türkei zensiert Göksu Kunak sich ständig selbst auf der Suche nach den richtigen Bewegungen und Wörtern, die Göksus politische Haltung transportieren können. Mit der Residenz möchte Göksu ermächtigende Taktiken der Selbstzensur finden und damit Resilienz-Werkzeuge für die Community schaffen.

„Logistics On Stage“ ist eine künstlerische Recherche zu möglichen theatralen Formen der Darstellung von logistischen Prozessen. Diese geht folgender Intuition nach: Auf der Ebene ihres Selbstverständnisses gleicht Logistik – in ihrer Opulenz und der Hybris einer gottgleichen Choreografie – vielleicht am ehesten der Oper. Wie würde eine solche Logistikoper aussehen, wovon würde sie berichten?

In „Autonome Kunstausübung“ forscht Simplice Dieudonne Gotta Depri zu den bürokratischen Grundlagen der Kunstausübung in Deutschland. Welches politische Machtverhältnis hat zu den heutigen Bestimmungen zum Erhalt von Aufenthaltstiteln geführt? Wie sollte ein Land seine Einreise- und Arbeitsbestimmungen regeln, dass sie mehr mit den Bedürfnissen der Künstler*innen im Einklang sind?

In ihrer Residenz beschäftigt sich Ewelina Zielonka mit Bewegungsforschung zur Wahrnehmung des eigenen Volumens in Anwesenheit eines Pferdes: Ein Wesen, dessen Volumen und Kurven beeindruckend sein können. Könnte dies ein Weg sein, den menschlichen Körper über das hinaus zu spüren, was bereits bekannt und geübt ist? Was können Praktiken und Ansätze für ein gemeinsames Bewegen und Performen sein?

Das Zusammentreffen von virtuellem und physischem Raum während der Nutzung einer Virtual Reality Apparatur bildet den Ausgangspunkt für die Residenz „ChoreograVR in a hybrid space“. Mit dem Ziel die „Bewegungsgrammatik des hybriden Raums“ auszuloten und Strategien für den choreografischen Umgang mit der VR-Apparatur zu entwickeln, begibt sich Anna-Carolin Weber in einen explorativen Selbstversuch.

„No, I can’t forget this evening/ Or your face as you were leaving“.
Nadja Duesterberg begibt sich auf eine performative Recherche ihrer Arbeit in Restaurantküchen sowie ihrer Arbeit an Theatern. Beide Welten schaffen Verbindungen. Beide Welten sind strukturiert durch sexistische, klassistische und patriarchale Abhängigkeitsverhältnisse. Sie sucht nach Auswegen und Formen der Diversifizierung.

„Unspoken“ thematisiert das Unausgesprochene in Ruanda und Deutschland. Was für die eine Seite selbstverständlich ist, soll vom Gegenüber befragt werden. In den beiden Recherchephasen des Projekts soll in Gesprächen mit Künstler*innen aus beiden Ländern zunächst ein „Wörterbuch des impliziten Wissens“ und im zweiten Teil die „Karte der Missverständnisse“ entstehen.

Choreographer, Tanzvermittler, and performer Jason Jacobs explores his early childhood obsession with a distant relative, the American singer, comedian, actor and Vaudevillian Al Jolson. Jason’s research examines the persona and body of work of Jolson using a novel AI-powered tool to contextualize his music and physicality from a contemporary viewpoint.

Schlaf ist ein ambivalentes Phänomen. Er bewegt sich zwischen absoluter Passivität und überbordender Aktivität. Er ist als körperliche Aktivität gleichzeitig zu kontrollieren und automatisch. Er ist in seiner Intimität und Fragilität privat und politisch. In „I go to sleep“ widmet sich Florence Ruckstuhl einer ihrer liebsten Aktivitäten: dem Schlafen.

Franziska Geyers Recherche beschäftigt sich mit dem Thema GEBORGENHEIT in Annäherung an ein Tier, das unsere Stimmungen und Verhaltensweisen äußerst sensibel wahrnimmt: das Pferd. Die Dokumentation der nonverbalen Kommunikation mit dem Tier sowie das Beobachten der Tänzerin Ewelina Zielonka und einem Menschen mit Behinderung in Kontakt mit dem Pferd werden als Basis für theatrale Texte dienen.

In „DANCING MUSIC“ entwickelt Sebastian Weber neue Ideen für das Zusammenspiel von Bewegung und Klang im zeitgenössischen Steptanz. Es entsteht eine musikalische Praxis zwischen Tanzmusik und getanzter Musik, von Übungsmethoden über Sound- und Technikrecherchen bis zu Kompositionsskizzen.

In „FREEDOM STORIES“ erforschen geflüchtete junge Menschen gemeinsam mit der Dramaturgin und Autorin Anke Platon, was Freiheit für sie bedeutet. In Gesprächen, Interviews und Storytellings erzählen die Teilnehmer*innen von Situationen, in denen sie Unfreiheit erlebt haben und formulieren ihre Vorstellungen von einem freien Leben.

Die Choreografin Gal Fefferman erforscht die Verbindungen zwischen der Praxis des Tanzes und Praxis der Magie und Hexerei: beides sind körperliche Handwerke, die eng mit der Natur verbunden sind und historisch oft von Frauen am Rande der Gesellschaft ausgeübt wurden, die in diesen Kontexten Raum für Ausdruck, Kreativität, Trost und Gemeinschaft finden konnten.

In ihrem Vorhaben „Grenzen/Limits“ wird sich Magdalena Dzeco tänzerisch mit dem Begriff des Limits bzw. der Grenze und deren verschiedenen Definitionen auseinandersetzen um herauszufinden, wie und in welcher Form diese wahrgenommen werden. Die Ergebnisse werden von ihr auf innere und äußere Zustände untersucht und in Bewegungssprache übersetzt.

Etymologisch bezieht sich Laparoskopie auf die Beobachtung, Untersuchung oder Betrachtung des Unterleibs. Ausgehend von dieser Idee widmen sich Marinho Saraiva und Heyward einer Konstruktions- und Schreibpraxis, die sich mit der Recherche imaginärer, poetischer und fantastischer Prozesse der Produktion und Emission von Klang in menschlichen und nicht-menschlichen biologischen Körpern beschäftigt.

Etymologisch bezieht sich Laparoskopie auf die Beobachtung, Untersuchung oder Betrachtung des Unterleibs. Ausgehend von dieser Idee widmen sich Heyward und Marinho Saraiva einer Konstruktions- und Schreibpraxis, die sich mit der Recherche imaginärer, poetischer und fantastischer Prozesse der Produktion und Emission von Klang in menschlichen und nicht-menschlichen biologischen Körpern beschäftigt.

Die Recherche beschäftigt sich mit Alltagserfahrungen und Zukunftsvisionen von queeren Jugendlichen. Die Recherche versteht ihre Biografien als subversive Strategien zur Schaffung neuer gesellschaftlicher Denkweisen. Welche Utopien haben sie? Caballero García kooperiert zwei Monate lang mit Zentren in Deutschland, um mit ihnen zusammen dialogische und künstlerische Formate auszuarbeiten.

Philipp Joy Reinhardt setzt sich mit improvisiertem Sprechen auf der Bühne auseinander. Die dabei entstehende Unsicherheit nutzt er, um die souveräne Performer*innen-Position zu destabilisieren. So entsteht ein Sprechen, das geprägt ist von der ‚sozialen Materialität‘ des Theaters. Im Zittern der Stimme, im Ringen um Kohärenz zeigt sich eine fundamentale Abhängigkeit der Sprechenden vom Publikum.

Salim Ben Mammar erforscht, wo und wie Humor in der Bewegung stattfindet. Wie kann man sich komisch bewegen? Welche Bewegungen sind komisch und warum? Inspiriert von Größen wie Mr. Bean, Charlie Caplin und Buster Keaton begibt er sich auf eine Reise in sein eigenes humoristisches Bewegungsvokabular. Soweit vorhanden.

Alles hat in Griechenland begonnen. Auch das Streiten. Agon! Der Weg wird zur Forschungsreise. Tanja Krone nimmt gedanklich den Landweg: Deutschland, Tschechien, Slowakei, Österreich, Ungarn, Slowenien, Kroatien, Bosnien, Serbien, den Kosovo, durch Nordmazedonien. Auf der Reise spricht sie Mitreisende an und befragt sie zu ihrem Streitgebaren: „Could I learn from you how to argue?“ Record.

Die Recherche „very bad mood“ untersucht die Wichtigkeit von Negativität in Form von Nicht-Mögen und Nicht-Zustimmen. Sie ist auf der Suche nach dem Konflikt und der Reibung mit der Welt und möglichen emanzipativen Potenzialen, die darin entstehen können. Dokumentiert wird die Recherche in Form eines autofiktionalen Comics und Versuchen, dieses szenisch umzusetzen.

In der alevitischen Historie war die Weitergabe von Geschichten, Musik, Ritualen stets mit Praktiken des Widerstands verbunden. Alkış wird im Austausch mit der alevitischen Diaspora die Dichtung „Kainatın aynasıyım“ von Aşık Daimi im historischen und musikalischen Kontext untersuchen. Wie können uns diese kulturellen Produkte inspirieren, um eigene Formen des Widerstands in/mit Bewegung zu finden?

Auf der Grundlage ihres Bühnenstücks „COLONIALISM – A MUSICAL ORAL HISTORY PERFORMANCE FOR CHILDREN“ entwickeln die Kenianische Geschichtenerzählerin Wangari Grace und der Hamburger Musiker Sven Kacirek Formate, die Kindern ermöglichen, mit der Wechselwirkung von Musik und Storytelling zu experimentieren.

„Am anderen Ende der Revolution“ taucht ein in die Biografien und Werke widerständiger BIPOC Musiker*innen, Lyriker*innen, Tänzer*innen, aber auch Philosoph*innen und Aktivist*innen mit einem Fokus auf den deutschen Kontext, ohne dabei globale Einflüsse und Zusammenhänge außer Acht zu lassen.

„queering up masculinities #2“ ist ein performatives Rechercheprojekt darüber, welche Formen lebensbejahender, queerer Männlichkeiten möglich sind als Alternativen zu den jahrhundertelangen hegemonialen Männlichkeiten, aufrechterhalten durch patriarchale Werte, die die Erde bereits zu Klimakollaps, Artensterben und zu der Möglichkeit unseres eigenen Aussterbens gebracht haben.

„Blühende Landschaften Revisited“ ist eine Recherche zum deutschen Wiedervereinigungskomplex und dessen großen Nachhall im wirtschaftspolitischen Denken von heute. Rolf Hochhuths Wende-Drama „Wessis in Weimar“, von staatstragenden Turbulenzen um Veröffentlichung und Erstaufführung umgeistert, kollidiert dabei mit einem Befund aus einem Autobahn-WC auf der A4: Goethe, Buchenwald, Crystal Meth.

Theater selbst kann unter dem Gesichtspunkt Ritual und Ritus betrachtet werden: Repräsentation höherer Konzepte, Gemeinschaftsstiftung, Wichtigkeit von Form, Codes, Gesten und Symbole und so fort sind zentrale Aspekte dieser Assoziation. Jakob Klaffs geht diesen Parallelen in Praxis und Theorie zur Erschließung neuer performativer Mittel nach.

Mit dem immer größer werdenden Bewusstsein für ein achtsames Umgehen mit Ressourcen – zwischenmenschlich und auch – entsteht auch eine neue und teilweise altbekannte Lust am Ausufernden. In „Waste and Holiness“ verleitet die Lust an körperlicher Verausgabung eine*n zur Suche nach dem besonderen Moment und entwickelt eine Wechselwirkung zwischen physischem Verlauf und emotionalem Zustand.

Während der Residenz entwickelt Paula Rosolen eine Praxis, die auf der Zeichnung als Werkzeug und als choreografisches Warm-Up basiert. Dafür schaut sie sich klassische Ballettvariationen aus den bedeutendsten Balletten des 19. Jh. an und sucht nach strukturellen Berührungspunkten zwischen ihnen. Indem sie diese Variationen übereinanderlegt, möchte sie die Vielfalt der Wege und Pfade beobachten.

Mit „Recycling! Circus?“ setzt sich Sabeth Dannenberg mit der historischen Entwicklung des Zirkus in Deutschland auseinander. Sie konfrontiert ihre Theaterstücke mit dem aktuellen Diskurs in der (neuen) Zirkusszene und sucht nach neuen Formaten für erweiterte Auftrittsmöglichkeiten trotz anhaltender Pandemie.

Während ihrer Residenz beschäftigt sich Olga Feger mit Techniken der Stand-Up-Comedy und des Storytellings. Sie geht der Frage nach, wie die Archetypen der Komik – Narr, Clown und Bouffon – heute aussehen und inwiefern ihre Funktionen in der Stand-Up-Comedy genutzt werden können, Themen zu behandeln, die sonst kritisch oder tabuisiert sind.

Was ist ein Klassiker? Wer entscheidet das? Das Vorhaben sucht über den traditionellen westlichen klassischen Musikkanon hinaus in anderen Musiksparten nach Klassikern und erforscht mögliche tänzerische Interpretationen. In Anlehnung an die Hip Hoperas der 90er Jahre wird untersucht, inwiefern nicht-klassische Klassiker in Verbindung mit Bewegung für Storytelling verwendet werden können.

„ground groove studies“ ist eine Recherche zu Work Songs, zu Gesang und stimmlichen Äußerungen, die menschliche Arbeit im Laufe der Geschichte begleitet haben. Im Rahmen der Residenz untersuchen die Choreografin Lee Méir, der Tänzer und Komponist Alessio Castellacci und die Tänzerin Eli Cohen, wie Work Songs auf Rhythmus als Verbindung von Bewegung und Stimme beruhen.

„ground groove studies b“ erforscht Gesang und Stimme von Arbeiter*innenliedern, die die menschliche Arbeit im Laufe der Geschichte begleitet haben. Im Rahmen der Residenz werden die Choreografin Lee Méir und der Tänzer und Komponist Alessio Castellacci untersuchen, wie Work Songs Rhythmus nutzen, um Bewegung und Stimme zu verbinden.

„ground groove studies“ ist eine Recherche zu Work Songs, zu Gesang und stimmlichen Äußerungen, die menschliche Arbeit im Laufe der Geschichte begleitet haben. Im Rahmen der Residenz untersuchen die Choreografin Lee Méir und die Tänzerin Eli Cohen, wie Work Songs auf Rhythmus als Verbindung von Bewegung und Stimme beruhen.

„Kulturvergessene unserer Gesellschaft“ – Unsichtbar – Verboten – Verdrängt
Bea Carolina Remark fragt in einer künstlerischen Recherche: Wo sind Menschen an Theaterhäusern, Kultureinrichtungen und Produktionshäusern zu sehen, die in bildungsarmen Strukturen aufwachsen, in prekären Verhältnissen leben, nicht akademisch geprägt sind oder auf der Straße leben?

Durch eine enge Zusammenarbeit forschen Bianca Mendonça und Timm Roller an der Verortung einer natürlichen landschaftlichen Erfahrung in den Bühnenraum. Aus dem Versuch, den Raum und sich selbst in eine Landschaft zu verwandeln, versuchen sie, performative Situationen zu entwickeln, in denen Körper und Klang im Mittelpunkt stehen.

Transference, is a movement research in which Liz Rosenfeld will be exploring the material of flesh through a narrative of cruising, erotic potential, environmental futures and discursive time. Liz will continue a deep physical research, and thus continue to develop choreographic language around bodies of excess, expectations, and non-binary potential.

In ihrer Residenz „Relays – Verbindungen zwischen Generationen“ setzt sich Emi Miyoshi mit dem Bewegungsmaterial des Gujo-Odori auseinander. Die charakteristischen Hand- und Fußbewegungen werden losgelöst von ihrem kulturellen Kontext mit kritischem Blick auf ihre geschlechterspezifischen Hierarchien untersucht und in einen neuen kulturellen und tänzerischen Zusammenhang gebracht.

Sich mit Orten auseinanderzusetzen bedeutet eine räumliche, aber auch zeitliche Aktion. Eine historische, kulturelle, körperliche und mentale Bewegung. „Orte aufsuchen“ muss daher ein Verb werden: „orten“.
In enger Zusammenarbeit forschen Bianca Mendonça und Timm Roller an der Transformation dokumentarischen Materials in den Bühnenraum.

Unter anderem ausgelöst von ihrer eigenen Erfahrung als Alleinerziehende beschäftigt sich Maika Knoblich inhaltlich mit Mutterbildern und dem Selbstverständnis von Frauen in der Doppelrolle Mutter/Künstlerin. In „Tender“ möchte Knoblich, selbst zweifache Mutter, Care-Begriffe in einen radikalen Abgleich zu Sorgerealitäten (speziell im Lockdown) bringen.

Wieviel kann ein Mensch tragen und dabei die eigene Integrität wahren? Irina Hortin erforscht die Wechselwirkung von Kraft zwischen Körpern. Indem sie sich mit und unter unergonomischen, schweren Objekten bewegt, erprobt sie die Effizienz ihrer eigenen Kraft. In der Auseinandersetzung mit dem realen Gewicht unempathischer Objekte lotet sie Strategien im Umgang mit Last aus.

Is choreographing always related to obedience?
Is finding freedom inside a choreography always hypocrite?
To question the hierarchy structure present in the relation choreographer-performer and makers-viewers, the research will work around the idea of disobedience as a study access to understand difference between choreographed manipulation or guidance, or between performing anarchy or freedom.

Ana Lessing Menjibar setzt sich als Fokus ihres Forschungsvorhabens die Fragen, welches körperbasierte Wissen traditionelle Tänze in sich bergen, wie diese weitergeführt werden und wie dadurch in die Zukunft gerichtete Entwürfe von Körper, Gesellschaft und Räumen geschaffen werden, um eine Neuausrichtung von Erfahrung von Verletzbarkeit und individuellen und kollektiven Wunden möglich zu machen.

Daniela Lehmann recherchiert partizipative Formate in der Tanzkunst, in denen Publikum und Peformer*innen auf einer Ebene agieren. Dabei befasst sie sich mit der Verwendung des Motivs Orakel, seinen mythologischen Hintergründen und dem praktischen Einsatz in ihren Tanzperformances. Dafür lädt sie sich Kolleg*innen zu Feedback und Austausch über Machtverhältnisse zwischen Performer*in und Publikum.

„Verschiedene Stimmen versuchen einen Abschied Pt.2“ erprobt eine künstlerische Praxis ohne den Glauben an Wachstum. Artmann&Duvoisin betrachten in Text, Stimme und Bewegung ihre eigene Verbundenheit mit neoliberalen Konzepten von Selbst und Arbeit und entwerfen Abgesänge, in denen Narrative von Erneuerung, Immersion, Singularität und Überwindung der eigenen Grenzen feierlich verabschiedet werden.

Anhand originaler Audio-Spuren aus DAF-Lehrwerken auf A1 und A2 Niveau werden in einem gemeinsamen Prozess mit deutschlernenden Mitgliedern des Migrantpolitan Szenen ausgewählt und in Hinblick auf die Besonderheiten von Darstellung und Ausdruck untersucht.

In seiner Arbeit als Performance Künstler ist Niels Bovri stark daran interessiert, wie sich menschliche ambivalente Emotionen und Zweifel aktiv äußern können. In ihrer ganzen Breite und Mehrdeutigkeit. Die Fähigkeit, breitgefächert zu fühlen, die emotionale Intelligenz erscheint als etwas, das man verlernen oder üben kann. Dieser Fähigkeit möchte er in seiner Recherche eine Praxis geben.

„Re-writing Apollo“konzentriert sich auf die Entwicklung neuer Narrative, die unsere heutige Situation in Bezug auf das Anthropozän reflektieren. Ausgehend von der Mythologie aus OVIDs Metamorphosen werden die Apollo-Mythologien als eine Reihe archetypischer Akteur*innen und Beziehungen betrachtet, die aus einer ökofeministischen Perspektive neu zu schreiben und neu zu erfinden sind.

„Re-writing Apollo“ konzentriert sich auf die Entwicklung neuer Narrative, die unsere heutige Situation in Bezug auf das Anthropozän reflektieren. Ausgehend von der Mythologie aus OVIDs Metamorphosen werden die Apollo-Mythologien als eine Reihe archetypischer Akteur*innen und Beziehungen betrachtet, die aus einer ökofeministischen Perspektive neu zu schreiben und neu zu erfinden sind.

„Re-writing Apollo“ konzentriert sich auf die Entwicklung neuer Narrative, die unsere heutige Situation in Bezug auf das Anthropozän reflektieren. Ausgehend von der Mythologie aus OVIDs Metamorphosen werden die Apollo-Mythologien als eine Reihe archetypischer Akteur*innen und Beziehungen betrachtet, die aus einer ökofeministischen Perspektive neu zu schreiben und neu zu erfinden sind.

Im Rahmen der #TakeHeart Residenzförderung beschäftigt sich Marie-Lena Kaiser damit, eine interdisziplinäre Methodik mit Hilfe von dramaturgischen Ansätzen auf ihre choreografische und körperliche Praxis ausweiten. In einer praktischen und theoretischen Phase will sie sich konkret mit ihrer Rolle als leitende Person in Gruppenprozessen auseinandersetzen um neues Potenzial zu entwickeln.

Die Residenz „Welcome to the castle“ befasst sich mit einer langfristigen Auseinandersetzung mit dem Themenkomplex des Kapsel-Daseins und Prinzipien von Gemeinschaft. Das Projekt erforscht die performative Wirkungskraft von Architekturen, die ihre Umgebung in Verhalten und Bewegung beeinflussen und stellt sie neu zur Disposition.

Cornelius Puschke recherchiert Szenarien, die das Ende der Menschheit zum Gegenstand haben. Die menschenleeren Theatersäle der Corona-Pandemie bieten den Startpunkt. Anwesenheit, Lebendigkeit, Gesundheit, Versammlung und ein intaktes Gemeinwohl sind die Grundlagen des Theaters. Wie funktioniert aber ein Theater, das das Ende des Menschen zum Thema macht und diese Grundlagen zur Disposition stellt?

Mieter*innen stressen zurück. Volksentscheid, Mietendeckel, Vorkaufsrecht – Wie geht es weiter mit der Mieter*innenbewegung in Berlin? Im Rahmen der Residenz beschäftigt sich Christiane Rösinger mit den aktuellsten Entwicklungen der Mieterinnen-Bewegung in Berlin, um herauszufinden, welche solidarischen Allianzen sich daraus in Zukunft für ihre künstlerische Praxis ergeben können.

Nach einer Recherchereise in Usbekistan forscht die Tanzregisseurin Helena Waldmann entlang der Debatte zur kulturellen Aneignung an Alternativen. Sie unterscheidet zwischen der westlichen Neigung, Artefakte sammelnd zu bewahren, und der Fähigkeit, Phänomene einfach zu beobachten und zu übersetzen. Tanz als ephemere Form scheint dabei besonders geeignet, diese kulturelle Differenz zu hinterfragen.

„Working-class Body“ is an artistic research project by Romuald Krężel, drawing from his personal and artistic experiences. It analyses how class background shapes the aesthetics of artistic practices, their discursive levels and working methodologies. It explores political and choreographic tools and practices that draw on the experience of socialization in a „lower class“ social environment.

Wie lässt sich eine Performance entwickeln, die es Menschen ermöglicht, sich körperlich in ein kulturelles Erlebnis „hineinzubegeben“?
Hauptrecherchepunkte von Ekaterine Giorgadzes Residenz kreisen um die Einzigartigkeit der Kultur und der Menschen in Georgien, als ein körperliches Erlebnis, das durch die Erfahrung von Klang, Text, Video und Bild Energie, Bedeutung und Verbindung aufbaut.

„Hybrid Stage.shifting spaces“ ist eine interdisziplinäre Recherche über Bedürfnisse und Potenziale immersiv-hybrider Formate, zwischen live IRL & URL, virtuellem Multiplayer, Bühne, Performance und Konzert. In der Recherche wird untersucht, wie Theatermittel, Praktiken von Care & Kinship und experimentelle Formate (weiter)entwickelt werden können und immersive Publikumserfahrungen möglich machen.

Dominik Keggenhoff untersucht in einer Reihe von recherchebasierten Livestreams die Bedingungen und Spanne der eigenen künstlerischen, darstellerischen und musikalischen Ausdrucksformen. Dieses Vorhaben ist eng verbunden mit der weiteren Erforschung der Persona Dolorosa, die in den letzten Jahren zum Werkzeug der Offenbarung von Verletzlichkeiten, Stärken und Widersprüchlichkeiten wurde.

In ihrem Recherchevorhaben „dangerous labour“ wird sich Nuray Demir mit der unsichtbaren, schlechtbezahlten und harten Arbeit von Frauen* im Kontext von prekarisierter Arbeitsmigration und ihrer Kontinuität in Deutschland beschäftigen.

Ein Mädchen sitzt jede Woche von dem Schwedischen Reichstag. Eine Gruppe schreit, droht gewaltvoll. Wie unterschiedlich sind Formen von Protest? Ist ein einzelner Protest leise oder laut? Welche Rolle spielt der Raum um einen Körper, an dem man sein Missfallen kundtut?
Diesen Fragen stellt Kamila Kurczewski sich und anderen Menschen und forscht auch visuell weiter in pro_test.

Wie sieht die Oberfläche eines „quiet space“ aus? Wie kann sie im Trubel eines Foyers erkannt und für Bedürftige einladend wirken? Wie verhält sich Signalwirkung nach Außen zur Geborgenheit im Inneren und welche Materialwahl befördert sie? Wie wirkt sich Farbe, Haptik und Struktur auf ein vertrautes Ambiente aus? Wie können wir über sinnliche Erfahrungen das Gemüt positiv beeinflußen?

In der ersten Phase der Residenz wird Zinola seine Erfahrungen bei der Renaturierung eines kleinen Stücks Land reflektieren und sich von ihnen zu weiteren Lernprozessen leiten lassen. In der zweiten Phase wird er dieses Erfahrungswissen in die Konzeption eines Raums einfließen lassen, der andere Künstler*innen zu weiteren Aktionen als Reaktion auf die aktuelle ökologische Krise inspirieren kann.

Zwoisy Mears-Clarke erforscht europäische und jamaikanische Volksfiguren, die die Bezeichnung „Wilder Mann“ repräsentieren. Zwoisy entwickelt eine zeitgenössische „wilde“ Figur, die tanzt, um „schwarz“ und „wild“ neu zu kontextualisieren sowie ihr Aussterben als schwarze Figur durch das Ende des Anthropozäns – dessen Beginn als transatlantischer Sklavenhandel betrachtet wird – zu wünschen.

Eva Borrmann beschäftigt sich in der Residenz mit Tod und Trauerkultur und wie die Themen für Jugendliche verhandelbar sind. Dabei stellt sie ganz scheinbar banal die Frage: Wie könnte ein performativer und Sinn stiftender Beitrag zum Thema „Tod und Trauerkultur“ für Jugendliche aussehen?

Während ihrer Residenzförderung am Festspielhaus Hellerau wird die Autorin Anne Jelena Schulte zum Thema „Alleinerziehend“ recherchieren und sich mit den Schreibtechniken der Comedy-Show befassen. Ziel ist es, durch das Mittel der Komik eine neue, von gängigen Vorurteilen befreite Perspektive auf die Thematik einzunehmen.

In seiner Arbeit als Performance Künstler ist Niels Bovri stark daran interessiert, wie sich menschliche ambivalente Emotionen und Zweifel aktiv äußern können. In ihrer ganzen Breite und Mehrdeutigkeit. Die Fähigkeit, breitgefächert zu fühlen, die emotionale Intelligenz erscheint als etwas, das man verlernen oder üben kann. Dieser Fähigkeit möchte er in seiner Recherche eine Praxis geben.

Es werden bekannte und unbekannte Schwächen bearbeitet. „Woran kann ich arbeiten? Was fehlt mir künstlerisch? Was sind meine Schwächen?“
Das Arbeiten an den eigenen Schwächen stärkt das künstlerische Fundament sowie das Repertoire und auch Körper wie Geist. Durch gezielte Selbstreflexion werden erweiterte Perspektiven geschaffen.

Is choreographing always related to obedience?
Is finding freedom inside a choreography always hypocrite?
To question the hierarchy structure present in the relation choreographer-performer and makers-viewers, the artists will work around the idea of disobedience as a study access to understand difference between choreographed manipulation or guidance, or between performing anarchy or freedom.

Dieses Projekt widmet sich der Frage, inwiefern postsozialistische, osteuropäische Realitäten und Fragen um prekäre Care-Arbeit unter postkolonialen Blickwinkeln diskutiert werden sollten und welche Rolle aktuell die performativen Künste bei dieser Auseinandersetzung spielen.

„Hybrid.Stage.Interfaces“ ist eine interdisziplinäre Recherche über Bedürfnisse und Potenziale immersiv-hybrider Formate, zwischen live IRL und URL, virtueller Multiplayer, Bühne, Performance und Konzert. How does Body meet Dress meet Digital? Sarah Ama Duah erforscht die Beziehung von Körper, Kleid und Digitalität aus kostüm- und bühnenbildnerischer Perspektive.

Das Forschungsvorhaben „Eine Parade für Hamburg?“ versteht den öffentlichen Raum als einen Ort des Austauschs unterschiedlicher Erfahrungen und Positionen, der notwendig ist für die Demokratisierung und die Vertrauensbildung in politische Prozesse. Lassen sich künstlerische Interventionen als Transformationsfaktor begreifen, der dem Verlust von urbanen Freiräumen entgegenwirken kann?

Recherche und Textentwicklung zum Radikalenerlass. Im Jahr 2022 wird es den 50. Jahrestag der Berufsverbotepraxis in Deutschland geben. Die Anwendung ist mittlerweile eher eine Ausnahme, doch eine gesellschaftliche und wissenschaftliche Aufarbeitung hat nicht stattgefunden. Die Betroffenen fordern weiterhin ihre vollständige Rehabilitierung und finanzielle Entschädigung.

„ENVISIONING FUTURES“ ist eine Kollaboration mit dem tanzhaus NRW zum Thema Klassismus und Zukunft. Junge Menschen sind die Expert*innen ihrer Zukünfte! Welche Bilder und Erzählungen finden sie, wenn sie sich ihre Zukunft vorstellen? Was müsste Tanz können, um für sie eine Ressource zu werden? In dialogischer Zusammenarbeit entwickelt Tossi Bewegungsinterviewverfahren und Tanz-Dialogstartegien.

„Patterns of organism“ beschäftigt sich mit dem Boden als Basis allen Lebens und dessen Funktion als Archiv. Den Ausgangspunkt der Recherche bilden Fragen zur globalen Geschichte der Modernisierung und ihrer Auswirkung auf die Zukunft. Unter Einbezug von Fragen zu Monokulturen und Bodenlebewesen, aber auch Extraktivismus und Ökologie sollen (Ge-) Schichten freigelegt werden.

Gefühlstaubheit ist der Verlust des Gefühls oder der Empfindung in einem Bereich des Körpers. Von emotionaler Taubheit ist die Rede, wenn wir keine Emotionen empfinden können. Inspiriert durch queere BDSM Praktiken will Friederike Hirz choreografisch recherchieren, wie wir mit Fantasie und Fiktion, Intimität und Nähe im Spiel das Gefühl für uns und unsere Körper zurückgewinnen können.

In ihrer Recherche geht Lea Letzel der Frage nach der „Musikalisierung des Theaters“ nach. Besonders betrachtet sie dabei szenische Elemente wie Bewegung und Sprache als Musik. Dabei sucht sie nicht die Analogie zur Musik, sondern ein Inszenieren von Sprache und Stimme, bei dem Musik draus wird.

„MAREMISTERIO“, das ist Fernando Pessoas Meeresode oder der Knoten im Bauch, wenn du von unten im Tal auf die frisch verschneite Bergspitze kuckst, oder das, was hinter dem Meereshorizont noch kommen mag, der Blick aus einer tiefschwarzen Nacht der Wüste in die Sterne. Annäherungen an das Thema Sehnsucht mittels Maskenspiel, Textentwicklungen und Videocollagen.

Die Recherche untersucht feministische Science-Fiction auf realitätskonstruierende und stilistische Mittel und ihr Potenzial für die darstellenden Künste. Entgegen der technokratisch-kolonialen und heteronormativen Visionen des Mainstream Science Fiction behandelt diese Utopien und Dystopen der sozialen Gerechtigkeit, Genderrollen, Kapitalismus und Kolonialismus als Reflexionspunkt der Gegenwart.

The researches focuses on the resonance of the Vietnamese diaspora in Germany through the concept of dance rituals. Dance tradition embodied information of our social structure, aspiration and history of migration. The project speculates on the context of dance rituals as a forms of contemporary practise beyond the realms of traditional spirituality and the technological meta-verse of today.

„Der Tanzreflex“ behauptet, dass Tanz ähnlich wie Husten, Brüllen oder Würgen ein unwillkürlicher Reflex zum Selbstschutz des Organismus ist. In der ersten Rechercheperiode untersucht Flierl Reflexe als Bewegungstrieb. Die zweite Arbeitsphase wird in einer Gruppe stattfinden und mit einer epidemischen Ansteckung des Tanzreflexes experimentieren, auf der Suche nach einem kollektiven Nervensystem.

Capriccio: Ausdruck, der den Sprung und den plötzlichen, kühnen Haken einer Ziege bezeichnet. Eine Richtungsänderung, grundlos und lustvoll, ohne Ankündigung und Bodenkontakt. Vocal/Chord Caprices könnten kompositorisch-performative Skizzen für Stimmbänder und Hände sein, die Gesang, Sprache, Akkorde und Bewegung auf eigensinnige Weise verschränken.

„Patterns of Soil“ beschäftigt sich mit dem Boden als Basis allen Lebens und somit auch als Archiv und Träger von Geschichten. Den Ausgangspunkt der Recherche bilden Fragen zur globalen Geschichte der Modernisierung und ihrer Auswirkungen auf die Zukunft. Unter Einbezug von Fragen zu Bodensanierung und Extraktivismus, aber auch Geoenggineering sollen (Ge-) Schichten freigelegt werden.

„Patterns of Land“ beschäftigt sich mit dem Boden als Basis allen Lebens und somit auch als Archiv und Träger von Geschichen. Den Ausgangspunkt der Recherche bilden Fragen zur globalen Geschichte der Modernisierung und ihrer Auswirkung auf die Zukunft. Unter Einbezug von Fragen zu Bodenpolitik und Landgewinnung, aber auch Kolonialgeschichte und Ökologie sollen (Ge-) Schichten freigelegt werden.

„Wie müsste eine zukunftsorientierte Ausbildung in einem geeigneten Remix des Performativen und Urbanen aussehen, um die zunehmend komplexen Themen gesellschaftlicher Relevanz gemeinsam anzugehen?“, fragen wir sich die zwei Kuratorinnen und möchten so frühzeitig wie möglich Brücken bauen zwischen den Akteur*innen der unterschiedlichen Felder, in die die Darstellenden Künste produktiv hineinwirken.

„KUNST EINER PLURALEN STADTGESELLSCHAFT“ ist ein Residenzvorhaben, welches sich der Erforschung und Erprobung verschiedener künstlerischer Formate widmet, die versuchen wollen, plurale Stimmen der Stadtgesellschaft unmittelbar in die strukturelle sowie inhaltliche Konzeption von Kunstinstitutionen einzubinden.

Die Neurowissenschaftlerin Lisa Feldmann Barrett sagt, dass die Wahrnehmung eine permanente Projektion ist, die auf Erfahrungen beruht, die wir erlebt haben. Wir sehen demnach nicht mit den Augen, sondern mit dem Gehirn. Die Recherche zur Wahrnehmung filtert ein für die Künstler*innen neues Medium, der Film. Als Dokumentation der dialogischen Recherche könnte ein Filmscript entstehen.

Mit „Context Complex part 2“ sucht Julia Mota Carvalho eine Praxis, pun* verschiedene Perspektiven zeigt, Wirres in Kontext setzt und die Absurdität des scheinbar Eindeutigen in fremden Zusammenhängen dekonstruiert. Es werden choreografische Behauptungen aufgestellt und mit seltsamer Sprache und merkwürdigen Zeichnungen experimentiert. Eine Recherche zu Kontext. Rückwärts. Richtigrum. Anderssein.

Wenn unsere Fantasie eine krasse (Game-)Engine und der mächtige Zauber der Behauptung theatrale Vorstellungsräume sowohl erschaffen als auch formen kann: Was geschieht dann, wenn beides zum Zusammespiel eingeladen wird? Vielleicht, gewiss, liegt die Antwort in qua Pen&Paper&Behauptung geschaffenen analogen, digitalen und theatralen Spiel-, Möglichkeits- und Ermöglichungsräumen.

Ausgehend von dem japanischen Text „Lob des Schattens“ von Tanizaki Jun’ichirō wird ein szenografischer Raum entworfen, der versucht Jun’ichirōs Ideen von verschiedenen Texturen der Dunkelheit umzusetzen. In einer zweiten Phase wird zu musealisierten Instrumenten geforscht, die als Inspiration für eine erneute Auseinandersetzung mit eigenen Instrumenten dienen sollen.

„#heart bpm“ beschäftigt sich mit dem konzeptionellen Ansatz von Rave. Es werden Prinzipien aus dem zeitgenössischen Tanzkontext mit der Clubbing-Kultur verbunden, die für Tanzbegeisterte aller Levels funktionieren. Die 1. Phase erlaubt es tiefer in diese Themen einzusteigen. Die 2. Phase dient zur praktischen Umsetzung des Erfahrenen und der Entwicklung künstlerischer Versuchsanordnungen.

„Radical Playgrounds“ ist eine Recherche von Caitlin Fisher, Heather Purcell und Maria F. Scaroni, die darauf abzielt, mittels Tanz, Sport, Spielen und Handwerk idiosynkratische Zonen und somatische Gemeinschaften entstehen zu lassen. Gemeinsam versuchen sie, somatische Praktiken daran anzuknüpfen, Machtstrukturen aufzulösen und Zugehörigkeit sowie gegenseitige Vitalisierung zu fördern.

„Radical Playgrounds“ ist eine Recherche von Caitlin Fisher, Heather Purcell und Maria F. Scaroni, die darauf abzielt, mittels Tanz, Sport, Spielen und Handwerk idiosynkratische Zonen und somatische Gemeinschaften entstehen zu lassen. Gemeinsam versuchen sie, somatische Praktiken daran anzuknüpfen, Machtstrukturen aufzulösen und Zugehörigkeit sowie gegenseitige Vitalisierung zu fördern.

„Radical Playgrounds“ ist eine Recherche von Caitlin Fisher, Heather Purcell und Maria F. Scaroni, die darauf abzielt, mittels Tanz, Sport, Spielen und Handwerk idiosynkratische Zonen und somatische Gemeinschaften entstehen zu lassen. Gemeinsam versuchen sie, somatische Praktiken daran anzuknüpfen, Machtstrukturen aufzulösen und Zugehörigkeit sowie gegenseitige Vitalisierung zu fördern.

Material- und körperlich-tänzerische Umsetzungsrecherche über einen Aphorismus von Marschall McLuhan: „We look at the present through the rear view mirror. We march backwards into the future.” Videos aus dem WWW dienen als erste Grundlage für rückwärts erlernte Bewegungsabläufe, die durch diesen „Rückwärtsgang“ eine seltsame, unheimliche aber auch gleichzeitig irgendwie vertraute Färbung bekommen.

In der Recherchearbeit „How to teach Black Dance Culture“ forscht Gifty Lartey zu Strategien der Vermittlung von Tanzstilen, die in der „Black culture“ wurzeln. Dabei sollen zunächst im Austausch mit Pionier*innen der Tanzstile House, Voguing und Afro Trainingsmethoden zusammentragen werden, um diese dann in ein videographisches, digitales Archiv zu überführen.

Auf das Konzept von Liebe(n) als Verb, dem eine Entscheidung vorangeht, auf die ein Handeln folgen muss, haben bereits Autor*innen wie Erich Fromm und bell hooks hingewiesen. Wie sieht Liebe(n) in einer gerechten Gesellschaft aus und warum braucht es sie auf Theaterbühnen? Ziel ist es ein Stückentwurf zu schreiben, welches die Frage nach einem Neuentwurf von Liebe auf Theatherbühnen erprobt.

„Inside Insight“ ist eine Suche nach weniger. Die Vielseitigkeit und rohe Form urbaner Tanzkultur in den Blick nehmend, entwickelt Viola Luise Barner ihre eigene Bühnensprache weiter. Sie untersucht den Schritt vom Studio auf die Bühne, fragt nach Formaten und Kreationsprozessen. Vorhandenes Potenzial soll aufgewertet und die eigene Arbeit im Austausch mit anderen Künstler*innen erweitert werden.

Durch mehrere rassistisch motivierte Mordtaten, darunter auch an dem durch die NSU getöteten Süleyman Taşköprü im Juni 2001, ist Hamburg zum Tatort rassistischer Mordtaten und Ballungsort von selbstgegründeten Initiativen geworden. Die Geschichten dieser Mordtaten und Hamburger Initiativen sollen durch dieses empirisches und Recherche-Projekt dokumentiert werden.

Ausgehend von der ruinösen kapitalistischen und pandemischen Alltagssituation erforscht Marja Christians Stimmklänge und musikalische Formen, die queerfeministisches Begehren, queerlesbische Lust und vitale sowie politische Kräfte wecken. Wie klingen begehrliche Stimmen als Alternative zu heteronormativen und cispartriarchalen Hörzuschreibungen und wie diese mit anderen Menschen teilen?

Während der Residenz „Beziehungswesen und Beziehungsweisen“ beschäftigt sich der Performance-Künstler Daniel Chelminiak mit den Normenverschiebungen und Paradigmenwechseln der zwischenmenschlichen Beziehungen. Dabei widmet er sich insbesondere den Herausforderungen von queeren Menschen mit fluiden Identitäten, Ko-Abhängigkeit und Nicht-Monogamie sowie Zärtlichkeit im öffentlichen Raum.

Basierend auf der vertieften Auseinandersetzung mit Klasse und Klassismus, entwickelt Verena Brakonier Ideen für nachhaltige Begegnungsformate, welche Raum für Wissensvermittlung, Austausch und künstlerische Umsetzung bieten. Ein Element ist die Vernetzung und Bestandsaufnahme von anti-klassistischen (Künstler*innen-) Gruppen, um bestehende Netzwerke zu stärken sowie neue Verbindungen zu schaffen.

Basierend auf der vertieften Auseinandersetzung mit Klasse und Klassismus, entwickelt Verena Brakonier Ideen für nachhaltige Begegnungsformate, welche Raum für Wissensvermittlung, Austausch und künstlerische Umsetzung bieten. Ein Element ist die Vernetzung und Bestandsaufnahme von anti-klassistischen (Künstler*innen-) Gruppen, um bestehende Netzwerke zu stärken sowie neue Verbindungen zu schaffen.

„Gathering- what if“ nothing has to happen. From a solitary practice to a group experience and back. Was wäre, wenn mit mir alle im Raum sind? Was geschieht, wenn nichts geschehen muss? Was will geteilt, erzählt, gezeigt werden? Welche künstlerischen, ökonomischen, weltlichen und körperlichen Impulse treiben einen gerade an? Was entsteht daraus, wenn nichts muss?

Welche Rolle spielen Glück und Zufriedenheit in einer Gesellschaft, die davon profitiert, dass die Menschen ängstlicher und unzufriedener sind.
Können Künstler*innen, die das „brotlose“ Leben gewählt haben, Glück und Zufriedenheit bewusst als widerständigen Akt gegen den Kapitalismus nutzen? Sorglos gegen den Kapitalismus.

Im Projekt „ondulations“ geht es um die Verbindung des Interesses von Jasmin Ihraç an potenziell unendlichen Bewegungen und dem Themenfeld der Geophysik/Ozeanographie. Wellenbewegungen, Tektonik und Zusammensetzung des Meeres eröffnen ein neues Themenfeld, das sie theoretisch und künstlerisch erforscht.
Wie lassen sich Wellen physikalisch errechnen, beschreiben und tänzerisch ausformulieren?

Im Rahmen der Residenz reflektiert Raphaela Andrade Cordova über Ästhetik des digitalen Raumes und untersucht, welche Aspekte des digitalen Raumes für das Schaffen realer Räume von Interesse sind. Was macht den digitalen Raum für das ästhetische Empfinden so attraktiv?
Aalglatte Oberflächen, klare Formen, unendliche Weiten und Höhen, Lichtatmosphären ohne Sonne, ohne LED und ohne Verortung?

In ihrem Vorhaben „Frausein und Selbstbestimmung in der yezidischen Diaspora seit 2014“ verarbeitet die deutsch-yezidische Performancekünstlerin ihre Begegnungen mit yezidischen Mädchen und Frauen, die von 2014 bis 2019 in „IS“-Gefangenschaft waren. Wie wirkte sich der Genozid auf Körperlichkeit, Entfremdung und Selbstbestimmung aus? Ein Beitrag über die Transformation in der yezidischen Diaspora.

Essen bestimmt unser Dasein. Essen ist Demokratisch. Jeder isst. Es ist unsere Lebensgrundlage und wiederholt sich wie ein Ritual regelmäßig. Während der Residenz beschäftigt sich Sandra Li Maennel Saavedra mit der Thematik von Essen vor dem gesellschaftlichen Kontext und ihrer Kondition als Mensch. Die Fragestellungen sollen in einem performativen sowie installativem Kontext ausprobiert werden.

Wie kann man über Bewegungen sprechen oder schreiben? „The history of critical dance, from moving bodies to moved mind“ ist eine Recherche des Performancekünstlers und Tänzers Salah Zater, in der er die Bedeutung der Tanzkritik im Kontext politischer und kapitalistischer Diskurse erforscht. Unter Verwendung verschiedener Strategien versucht er, eine neue Sprache des Körpers im Raum zu schaffen.

Olympia Bukkakis wird ihre Erfahrungen als Drag Queen und ihre Cello-Ausbildung nutzen, um die Art und Weise zu untersuchen, in der Klang und Bewegung in verschiedenen Aufführungskontexten wie der Drag Bar, der Philharmonie, dem Nachtclub, der Oper und mehr kombiniert werden. Dabei wird sie die ästhetischen, politischen und sozialen Auswirkungen dieser Kombinationen untersuchen.

„Tanz in der Schule. Monströse Tanzpraktiken für ungeheuerliche Zeiten“ ist eine Recherche zu Potenzialen zeitgenössischer Tanzpraktiken in der Grundschule in der aktuellen Situation der Pandemie anhand des thematischen Schwerpunktes von Ungeheuern und Monstern.

„Tanz in der Schule. Monströse Tanzpraktiken für ungeheuerliche Zeiten“ ist eine Recherche zu Potenzialen zeitgenössischer Tanzpraktiken in der Grundschule in der aktuellen Situation der Pandemie anhand des thematischen Schwerpunktes von Ungeheuern und Monstern.

„Voicing Acts – Studies on Parrhesia“ ist ein musikalisch-choreografisches Forschungsprojekt, in der die Stimme und Formen des Singens erforscht werden, um unerledigte Angelegenheiten, unverarbeitete Ereignisse und Konflikte in poetisch-politischer Weise zu artikulieren. Wie beeinflusst das Unausgesprochene und Unausprechliche die Präsenz und die Bewegungen von Körpern?

In der Forschung „Raks“ beschäftigt sich Tümay Kılınçel mit dem Thema „Bauchtanz“. Die künstlerische Forschung beschäftigt sich mit Musikalität und Schleier. Beide Bereiche umfassen wichtige Aspekte des Raks Tanz. Erstens: Wie entsteht zwischen Bewegung und Musik ein basis-demokratischer Dialog? Zweitens: Wie kann der Schleier als Protest-Banner umgedeutet werden?

Die Recherche „Bona Dea: Identity under construction“ im Forum Freies Theater konzentriert sich auf die Zwischenräume und Verhältnisse zwischen Körper, Identität und Subjekt. Bona Dea ist ein offenes Format, eine spannende Forschungsreise in die Themen: Gender, Queerness, politischer Körper, Identität, Performance.

Was geschieht im Moment der Entscheidung beim Tanz? Entscheidet sich der Körper und „ich“ folge? Entscheide „ich“ und der Körper folgt? Wer/ was ist überhaupt diese Instanz, das „Ich“? Bin „ich“ mein Fuß, mein Oberschenkel, meine Wirbelsäule? Bei „Rhizome“ geht es um die Untersuchung der Hierarchien in körperlicher Organisation auf choreografischer und filmischer Ebene.

Mit Blick auf die aktuellen queer-feministischen und antirassistischen Kämpfe, die sich gegen Unterdrückung richten, wird sich Tunay Önder während ihrer Take Heart Residenz mit den performativen Prozessen beschäftigen, die sich im Widerstand gegen strukturelle und symbolische Gewalt entwickeln. Wo und wie finden emanzipatorische Aneignungen von Räumen – Freiheitsübungen – statt?

„Wir halten einander aus.“ Die Residenz beginnt mit dieser Beschreibung dessen, was in einer Gruppe entsteht, die in Form eines geteilten Kontos eine solidarische Ökonomie erprobt. Das heißt: Einander eine finanzielle Existenzgrundlage schaffen, indem die kapitalistische Idee des „du bist für dich verantwortlich“ über Bord geworfen wird und Ungleichheit nicht ausgehalten, sondern umverteilt wird.

Das Recherchevorhaben „Aggregatzustand“ dient als Startpunkt einer Untersuchung diverser Stoffgeschichten im Kontext der performativen Künste. Im Zentrum stehen die Verknüpfungen und Abhängigkeiten von Material, Arbeit, Körper und Geschlecht. Ändern sich mit den Aggregatzuständen auch die Zuschreibungen und Konnotationen des Materials, hin zu einer fluiden Perspektive auf Arbeit und Körper?

In „crip humor“ möchte sich Hendrik Quast der komischen Sprechtechnik des „Gromolo“, der lautmalerischen Clownssprache, annähern. Ziel ist es, Gromolo als Mittel der Krisenbewältigung, als Strategien der Sichtbarmachung und als Praxis der Darstellbarkeit von Krankheitserfahrung fruchtbar zu machen.

„Choreographie der Freiheit“ basiert auf Maria Zimpels Konzept des Körpers als Transmitter, bei dem kosmische Muster durch den tanzenden Körper übertragen werden können. Es ist ein Vorschlag, Tanz als eine zeitgenössische Form eines shamanischen Flusses zu betrachten. Formale Parameter und Altagsgesten unterstützen die Klarheit des Ausdrucks und stellen eine Verbindung zum sozialen Körper her.

„The defects department“ ist ein Rechercheprojekt, das dem Potenzial des Defekts auf den Grund gehen möchte. Der Defekt untergräbt Normen von Funktionalität, die im Alltag und auf der Bühne den Maßstab setzen. Stine Hertel erforscht den Defekt im Sinne eines unerwarteten Fehlers, der das (Bühnen-)geschehen oder manchmal eine ganze Gesellschaftsordnung in Frage stellen kann.

Laura Immler beschäftigt sich mit den Möglichkeiten kollektiver Sound- und Musikproduktion über die Distanz hinweg. Dabei interessiert sie ein gemeinsamer Klangkörper, in dem jede Einzelstimme eine selbstständige, relevante Position einnehmen kann sowie die Gleichzeitigkeit von Senden und Empfangen.

„Crip Magic“ ist eine Recherche zur Dekonstruktion des Mythos „Magical Cripple“, welcher in Folklore und historischer Literatur dargestellt wird. Die Recherche geht nach einer kritischen Analyse auf die Suche nach realen Formen von Magie, die von und für behinderte Personen definiert wird. „„Crip Magic“ hat das Potenzial, Machtgefüge und Abgrenzungen zwischen Real und Irreal zu verändern.

„Ma Rage – eine choreografische Streitschrift“ ist eine Recherche über Frustration angesichts politischer Regime zwischen Korruption und Grenzpolitik. Entlang seiner eigenen Biografie zwischen Elfenbeinküste, Frankreich und Deutschland entwickelt Franck Edmond Yao tänzerische Fragmente zur Bearbeitung der eigenen Wut.

Tian Rotteveel erforscht den Instrumentenbau in seiner umfassendsten Form. Er folgt der Logik des Bauens und Spielens eines Instruments als Prozess der Herstellung eines Kunstwerks. Er schafft eine Reihe von Musikinstrumenten, die den menschlichen Zustand auf unterschiedliche Weise erforschen.

Mit „Was Bowie meinte“ (AT) konfrontiert die Tänzerin Hannah Dewor ausgehend von zwei Zitaten – das eine vom Musiker David Bowie, das andere vom Choreografen Ohad Naharin stammend – innerhalb ihres Tanz- und Gesangskörpers Prinzipen von musikalischer und tänzerischer Komposition und erforscht, welche Art von künstlerischem Output durch gegenseitige Wechselwirkung sicht- und hörbar wird.

Performative Erkundung der Beziehungen, die innerhalb einer Online-LGBTQIA+-Gemeinschaft mit 4250 Mitgliedern, hauptsächlich aus Lateinamerika, entstehen. Analyse der spezifischen Bedingungen der Online-Kommunikation dieser Gemeinschaft und Suche nach den Paradoxien, die dem Wunsch zugrunde liegen, sie als Basis einer „hyper chosen family“ zu stärken.

Gob Squad befinden sich seit einiger Zeit im Prozess, die eigene Kunst auch im Hinblick auf ihre Barrieren zu hinterfragen. Für wen machen wir Kunst und wen erreichen wir damit? Gob Squad und das HAU Hebbel am Ufer suchen gemeinsam nach langfristigen Strategien. Kann es gelingen Gob Squads Arbeit für Besucher*innengruppen zugänglich zu machen, die bislang nicht ins Theater kommen?

Mit „Picknic” fragen Alma Wellner Bou und Lisa Schwalb, welche Produktionsweise zu einer erweiterten Raumaneignung von Frauen im Mehringplatz-Kiez (Kreuzberg) beitragen kann. Berichterstattung über den Kiez wird untersucht und zu Vorstellungen einer lokalen Narrativierung mit Frauen gearbeitet. Welche Strategien ästhetischer Einschreibung können dabei die vorherrschenden Bilder dekonstruieren?

Die Choreograf*innen und Musiker*innen Anja Müller und Dennis Deter experimentieren mit Chören als kreativer Ausdrucksform verschiedener Spezies. Gemeinsam mit klingenden Pflanzen und tönenden Tieren treten sie in musikalische Interaktion.
Die nicht-menschlichen Lebewesen sollen in den Kompositionen und Live-Improvisationen sowohl Rezipienten als auch Agenten des künstlerischen Austauschs sein.

Jana Kerima Stolzer und Lex Rütten befassen sich mit friedlich-symbiotischen Verbindungen zwischen Flora und Fauna. Die Recherchen dienen als Ausgangspunkt für Erzählungen, wie Mensch und Technik der Umwelt auf Augenhöhe begegnen können, um so spekulative artenübergreifende positive Verbindungen einzugehen. Ist eine Symbiose zwischen Technik, Natur und Mensch möglich?

Die Corona-Pandemie hat die Veränderung der Städte _ u.a. durch Leerstände _ beschleunigt. In „Taktische Stadtwahrnehmung“ untersucht LIGNA, wie sich die Städte derzeit entwickeln. In der Auseinandersetzung mit der Kritik an der Moderne sollen Perspektiven für eine andere Stadt entdeckt und Vorschläge für eine taktische Wahrnehmung der Stadt gemacht werden.

Der öffentliche Raum hat in den letzten zwei Jahren stark an Bedeutung gewonnen.
Das Kollektiv Guerilla Architects möchte mit Bewohner*innen erproben, wie sie sich mit ihrem Körper im Raum positionieren und den Raum für sich und ihr Gegenüber neu definieren.
Mit dem Körper im Raum präsent zu sein, hat eine Auswirkung auf das Miteinander in der Stadt. Von ‚the Power of body‘ zum Empowerment.

Kollektiv ZOO testet Spielsysteme und analysiert sie auf ihr interaktives Potenzial und zur Bildung einer Community. Wie können sie einen Safe Space ohne Vorverurteilungen eröffnen? Kämpfen, Spielen und Rangeln führen in eine Kommunikation ohne diskursive Verstrickungen. Ohne die ideologische Agenda des Gegenübers zu kennen, treten sie in körperliche Auseinandersetzungen.

Das Duo Boglárka Börcsök & Andreas Bolm wird der osteuropäischen Tanz- und Performance Geschichte während des kalten Krieges zwischen 1950 und 1980 auf die Spur gehen. Ihr Fokus wird hierbei auf künstlerischen Widerstandsstrategien gegen Zensur sowie auf der Verschränkung von Praktiken der Performance und des Films liegen.

Panzetti/ Ticconi initiieren eine Recherche, die sich auf den symbolischen Raum der Insel konzentriert, um an das Konzept der Gefangenschaft zu erinnern. Sie arbeiten mit Literatur zu diesem Thema, um den Begriff der Isolation aus philosophischer und psychoanalytischer Perspektive zu untersuchen. Darüber hinaus werden sie Bewegungsansätze mittels der Idee der Grenze/Begrenzung entwickeln.

In ihrer Arbeit an der Schwelle von Konzert, Installation, Performance und Klangkunst stellen Matter of Facts Studio mit ihrem über mehrere Jahre entwickelten Instrumentarium an Klangobjekten neue Wirkungen und Modi des Zusammenspiels durch Rekontextualisierung und Neuanordnung auf die Probe. Wie können sie dadurch die Grenzen zwischen Musikinstrument, Bühnenobjekt und Raum neu denken?

Die seit 20 Jahren existierende CocoonDance company hat in den letzten Jahren mittels ihrer Glossararbeit künstlerische Qualität und Identität, wie auch Kontinuität nochmals steigern können. In ihrer Residenz will die Kompanie nun erforschen, wie diese Arbeitsweise als eine Form der Co-Autor*innenschaft zu beschreiben und anderen Akteur*innen der Szene vermittelbar wird.

Zur Erweiterung seiner Toolbox wird sich das Künstlerduo half past selber schuld intensiv mit Stop Motion Filmtechnik beschäftigen.
Dies beinhaltet den Bau von stabilen Figuren mit beweglichen Gelenken/Skeletten, den Entwurf eines Drehbuchs mit Berechnung der notwendigen Einzelbilder,
Kamera- und Lichttechnik, die Animation des geplanten Vorhabens und schließlich die filmische Nachbearbeitung.

Seit 2020 arbeiten Anna Fries und Malu Peeters mit der Game-Engine Unity und forschen an der Schnittstelle von Darstellender und Digitaler Kunst. Sie begeistern sich für das Design spekulativer Welten. In ihrer Residenz „VIRTUAL SPECULATIONS“ möchten sie weiter dazu forschen, wie sie digitales Worldbuilding mit den analogen Eigenschaften und Potenzialen von Liveperformances kombinieren können.

Non-Fungible-Token auch NFTs genannt, sind ein regelrechtes Hypethema aus der Welt des Internets. Sie ermöglichen auf technischer Basis den Besitz von digitalen Dateien, in dem sie unfälschbare Eigentumsurkunden auf einer sogenannten Blockchain abspeichern. YRD.Works wollen in ihrer #TakeHeart-Residenz erforschen, welchen Mehrwert die Technologie für die darstellende Kunst bieten könnte.

Als Team arbeiten Joana Tischkau, Frieder Blume und Elisabeth Hampe zu Schwarzer Identität und Popkultur in Deutschland. In ihren vorherigen Arbeiten haben sie nach und nach eine gemeinsame thematische Orientierung sowie ästhetisch-künstlerische Umsetzungspraktiken gefunden. Dies sowie die entstandene Rollenverteilung wollen sie genauer betrachten, zusammenbringen, hinterfragen und erweitern.

Politisches Theater zu machen bedeutet für SV Szlachta auch, die Strukturen zu hinterfragen, in denen es entsteht. Deswegen fragen sie sich in „EXCESSIVE CARE“, wie sie exzessive und formsprengende szenische Formate umsetzen und trotzdem langfristig nachhaltig arbeiten können? Self-Care und Community Building anstelle von (Kunst)Marktlogik und Hyper-Productivity!

Die interaktive Fiktion über rechte und antofeministische Netzwerke „Loulu“, die vielfach ausgezeichnet ist, soll nun an Schulunterrichte sowie Institutionen der politischen Bildung angebunden werden. Dafür möchte onlinetheater.live Anbindungsstrategien entwickeln, die möglichst vielen Schüler*innen ermöglichen, Aufmerksamkeit und Resistenz gegen rechte Codes und Ästhetiken zu entwickeln.

Die interaktive Fiktion über rechte und antifeministische Netzwerke „Loulu“, die vielfach ausgezeichnet ist, soll nun an Schulunterrichte sowie Institutionen der politischen Bildung angebunden werden. Dafür möchte Luzia Oppermann als Teil des onlinetheater.live performative Vermittlungsstrategien entwickeln, das kalkulierte Auftreten rechter Influencer*innen für Schüler*innen erfahrbar macht.

„ÇAY“ ist der Wunsch nach dem Eintauchen und Aufdecken der eigenen Geschichte in der Begegnung zweier Individuen. Die Tanzkünstlerinnen Bahar Gökten und Yeliz Pazar sind Kinder türkischer Eltern, in Deutschland aufgewachsen und sind sich durch die Praxis urbaner Tanzkulturen begegnet. Schwarzer Tee (ÇAY) scheint dabei sinnbildlich die Schnittstelle ihrer Wurzeln und Werdegänge zu sein.

Unter dem Titel „I FEEL (S)CARED“ dreht sich in der viermonatigen Residenz von KimchiBrot Connection alles um das Thema CARE Arbeit und HORROR. Die zunächst diametral scheinende Beziehung der beiden Themenfelder liegt dabei besonders im Fokus und dient als Antriebsfeder für eine inhaltliche wie auch physische Recherche.

„The Sheep“ vom Kollektiv Julio Cesar Iglesias Ungo ist eine Reise ins Unbekannte, ausgehend von dem Bekannten. Um die Zukunft zu erforschen, wird Wissen über die Vergangenheit gesammelt. Die Residenz fragt, wie wir ohne eine Gesellschaft reagieren würden, die uns sagt, wie wir zu funktionieren haben. Als völlig „freie“ Lebewesen?

„Hybrid Stage.Live“ ist eine interdisziplinäre Recherche über Bedürfnisse und Potenziale immersiv-hybrider Formate, zwischen live IRL & URL, virtueller Multiplayer, Bühne, Performance und Konzert. BBB_ denkt über eine kompromisslos hybride Bühne nach und erforscht Konzepte und Techniken der simultanen Live-Aufführug – offline und online .

„Verschiedene Stimmen versuchen einen Abschied“ erprobt eine künstlerische Praxis ohne den Glauben an Wachstum. Artmann&Duvoisin betrachten in Text, Stimme und Bewegung ihre eigene Verbundenheit mit neoliberalen Konzepten von Selbst und Arbeit und entwerfen Abgesänge, in denen Narrative von Erneuerung, Immersion, Singularität und Überwindung der eigenen Grenzen feierlich verabschiedet werden.

Im Rahmen der Residenz möchte Label Noir recherieren, nach welchen Qualitätsmerkmalen sich Künstler*innen – als Individuen, als auch als Mitglied einer Gruppe – ihren safe space auswählen und gestalten.

Mit „Context Complex part 1“ sucht performing:group eine Praxis, pun* verschiedene Perspektiven zeigt, Wirres in Kontext setzt und die Absurdität des scheinbar Eindeutigen in fremden Zusammenhängen dekonstruiert. Es werden choreografische Behauptungen aufgestellt und mit seltsamer Sprache und merkwürdigen Zeichnungen experimentiert.
Eine Recherche zu Kontext. Rückwärts. Richtigrum. Anderssein.

She She Pop beschäftigen sich mit Fragen der Gemeinschaft: im künstlerischen Produktionsprozess, als gesellschaftliche Frage, als Frage der Repräsentation – und als Beziehung zum Publikum. Ausgehend von einem Format, das sie „kollektiven Monolog“ nennen, möchten sie auf der Straße/im Kiez Interviews führen und zu einem Text bzw Sprechakt verdichten, der Momentaufnahme der Gemeinschaft wird.

Ariel Efraim Ashbel and friends lassen während ihrer Residenz ihr zehnjähriges Bestehen Revue passieren. Sie befragen ihre künstlerische Praxis der interdisziplinären Kollaboration – don’t call it collective – und fragen sich, wie eine „Jüdische Dramaturgie“ Form annehmen kann. Außerdem suchen sie nach Strategien, die ihre vielschichtigen Prozesse schon vor der Aufführung für ihr Publikum öffnen.

In dem Projekt „Archivierung von Bewegung“ widmen sich Billinger & Schulz der Weiterentwicklung und Arbeit an der von ihnen bisher entworfenen Bewegungssprache . Dabei geht es ihnen um eine Bestandsaufnahme und Katalogisierung und um ein Nachdenken und Reflektieren, ein Ausprobieren und Forschen.

Der Produktionsalltag lässt oft wenig Zeit, um die Arbeitsbedingungen selbst zum Besseren zu gestalten. fachbetrieb ritagrechen wertet gemeinsam vergangene Projekte aus und lädt Beteiligte zu Erfahrungen, Feedback, Wünschen etc. ein. Daraus entwickeln sie verbesserte Probeabläufe und -techniken für künftige kollaborative Prozesse.

Was ist der reale Zustand der Gewässer im Ruhrgebiet und in Bitterfeld? Wie viele verschiedene Narrative gibt es? Wird hier Fiktion mit Realität vermischt?
Diesen Fragen geht das Recherchevorhaben „Eternal Toxic Landscapes in East & West Germany“ nach. Der Begriff der ökologischen Altlasten ist dabei zentral und wird als Wegweiser, Ausgangspunkt und Reibefläche dienen.

JAJAJA untersuchen in Ihrem zweimonatigen Rechercheprojekt „NEW HABITS“ den öffentlichen Raum als Arena des Widerstands und der Selbstermächtigung im Kontext von neoliberaler Stadtpolitik, Kilmawandel und Geschlechtergerechtigkeit,
suchen nach künstlerischen Praktiken, die die gegebenenfalls Dynamiken in Frage stellen und durch ästhetische Interventionen neue Öffentlichkeiten erzeugen.

„HOSPICE DUETS“ ist eine Recherche darüber, wie ein Hospiz als Ort der Gemeinschaft und der Fürsorge unter einer queeren Prämisse verwandelt werden kann. Studio Disorder wird in Duetten Methoden erforschen, mit denen sie sich einen sicheren Raum schaffen können, um Bewegung unter feindlichen Bedingungen zu ermöglichen.

Lügen haben kurze Beine, machen lange Nasen, reiten auf Kanonenkugeln, bringen Leute dazu sich zu verlieben, zu misstrauen, Freundschaften zu testen, Verbindungen zu beenden. Was nun folgt, ist die Wahrheit und nichts als die Wahrheit: Brands / Sistig / Steinmair befassen sich mit der Lüge als Instrument des Erzählens, Schwindeln und Schummmeln als Prozesse der Weltenerschaffung für die Bühne.

Ausgewählte Vorhaben Netzwerk Freier Theater

Eine Recherche über die Verortung zeitgenössischer Choreografie. Sie konzentriert sich auf den öffentlichen, den theatralen und den digitalen Raum. Wie lassen sich diese unterschiedlichen Umgebungen mit den spezifischen Bedingungen der Tanzkunst vereinbaren? Anpassung und Entfaltung aus körperlicher, gesellschaftlicher und praxisbezogener Perspektive sind hierbei künstlerischer Ausgangspunkt.

Rollenwechsel.
Felix Lüke nimmt seine Elternzeit unter die Lupe, probt die Rolle des Mannes, erarbeitet Texte eines Daheimgebliebenen und vermischt das Material mit den Worten von Helmer, der männlichen Hauptfigur eines gewissen Stücks von Henrik Ibsen.
„Nora oder Meine Frau ist jetzt systemrelevant.“

MIt der surrealistischen Gegenüberstellung von Themen und Klangmaterialien der 1920er Jahre und der Gegenwart sucht die Komponistin und Musikproduzentin Manuela Rzytki spielerisch nach Reflektion von Zeitgeschehen sowie Entwicklung neuer Klangspektren. Der psychoanalytische Aspekt des Traumes als Botschafter ist künstlerisches Mittel dieser Suche.

In „Coding Realities“ erarbeitet Sarah Buser Programmierkonzepte aus dem Buch „Design Patterns, Elements of reusable Object Oriented Software“ und bringt sie in eine performative und poetische Übersetzung. Die künstlerische These dabei ist, dass die interaktive Verhandlung mit dieser Textgrundlage eine neue Form von situativem Verstehen eröffnen kann.

Die Bionik beschäftigt sich mit dem Übertragen von Phänomenen der Natur auf die Technik. Ihr liegt die Annahme zugrunde, dass die Natur durch evolutionäre Prozesse optimierte Strukturen und Prozesse entwickelt.
Gesine Lenz will der Frage nachgehen, ob man die Herangehensweise der Bionik auf Bühneninstallationen übertragen und diese auf inhaltliche, soziale und formgebende Elemente erweitern kann.

Im Rechercheprojekt „FORCE (dt.: Kraft, Macht, Gewalt, Stärke, Zwang)“ setzt sich Selina Glockner mit der Entstehung historischer Kraftbegriffe sowie der Ein- und Auswirkung formgebender und bewegender Kräfte auf den Tänzer*innenkörper auseinander. Durch theoretische Recherche und choreografische Versuchsaufbauten werden Bewegungsstrategien im Umgang mit ihnen entwickelt und filmisch dokumentiert.

Ausgehend von den technischen Möglichkeiten der „Silent Disco“ will Santiago Blaum das Potenzial einer Inszenierung untersuchen, in der verschiedene Teilnehmer*innen unterschiedliche Musik- und Textelemente über ihre Kopfhörer empfangen und so Vorstellungen von Gemeinschaft und Individualität, Identität und Subjektivität sowie Strategien, die der Wahrung des Selbstbildes dienen, in Frage stellen.

Harald hatte vor ein paar Jahren einen Schlaganfall. Er ist eine Persönlichkeit, wie man sie nur noch selten findet. Harald ordnet seine Vergangenheit und überführt sie in eine Reihe von Augenblicken.
In Gesprächen, der Niederschrift seiner Erinnerungen, der Dokumentation seiner Schreine will sich der Bremer Autor, Film- und Theatermacher Jan van Hasselt diesem Unicum und Haralds Kosmos nähern.

Silvia Albarella arbeitet an der Aufbereitung der realen öffentlichen Stadtraums als Fläche und Erinnerungsraum für Veranstaltungen – mit Techniken wie Illustration, Plan und Modell, andererseits aber auch mit der VR-Technik.
Das Ziel ist eine Visualisierung des Stadtraums, damit künstlerische Projekte und konkrete Planungen von Veranstaltungen im öffentlichen Raum erleichtert werden.

Matthias Schönijahn erforscht Wirkweisen der Stimme in Korrespondenz zu Semantiken von Nostalgie und Melancholie. Lektüren von Bruno Latour, Hartmut Rosa, Martin Jay, Frank Ankersmit bezieht er auf Dokumente, Interviews und Gesangsaufnahmen, fragt nach der Relation von Stimme und Erinnerung. Wie gelingt es Gesängen, Verlustgefühle vermeintlich authentischer historischer Erfahrungen hervorzurufen?

Oft liegen Werken psychologische Phänomene und persönliche Themen der Autor*innen zu Grunde. Komponist ubd Sounddesigner Yaschar Scheyda sucht beim Konzipieren von Klangwelten nach Wegen, dies gestalterisch und narrativ zu übersetzen. Mit „Audiotechnik als Übersetzung inhaltlicher Fragen“ erforscht er das narrative Potenzial von Techniken wie Mikrofonierung, Hallgeräten oder Sidechain-Kompression.

In Philipp Scholtysiks Vorhaben „SINGULÄRE CHÖRE“ soll philosophisch fundiert darüber nachgedacht werden, was es voraussetzen und bedeuten würde, wenn eine Einzelne zum Chor wird. Dabei testet der Künstler audiotechnisch aus, mit welchen unterschiedlichen Herangehensweisen man diesen Effekt erreichen könnte.

„DAS ZORNIGE SCHREIBEN“ beinhaltet die Recherche und das Ausloten performativer Aspekte des Komponierens von Oliver Augst zur Künstlerinnenpersönlichkeit Miriam Cahn, der „Grande Dame“ der Kunstwelt (geb. 1949, Malerin und Bildhauerin, u.a. Biennale Venedig und documenta 14), deren künstlerischer Motor eine vom Zorn gespeiste Bearbeitung von Realitäten ist.

In der Recherche „Digitale Resonanz – Im Dialog mit Körper, Raum und Identität“ wird mit Qualitäten analoger und digitaler Resonanzräume experimentiert. Die Forschung zielt darauf ab, einen technischen Versuchsaufbau für eine Gegenüberstellung analoger und digitaler Selbstinszenierungen zu entwickeln und mit deren unterschiedlichen Qualitäten zu spielen.

Mein Gesicht ohne Filter auf Insta posten? Niemals! Meine Gedanken poste ich schon lange nicht mehr. Die könnten gecancelt werden. Ich reposte lieber. Dann bin ich sicher und gehöre dazu. Wir werden uns immer ähnlicher. Eine riesen Bubble. Ist das mit der Kunst auch so? Sie wird eingeengt, weil sie für das Freie, einen anarchischen Geist steht. Soll Kunst unfrei werden, weil die Welt unfrei ist?

Fabian Cohn möchte in der Residenz „Choreografische Bewegungspraxis“ eine Routine entwickeln und einüben, mittels derer er eine kreative und ergebnisoffene Bewegungsrecherche als tägliche Praxis in seinen Alltag als freischaffender Choreograf integriert. Damit will er die Grundlage für einen langfristigen innovativen künstlerischen Output schaffen.

Mit dem Konzept des Organlosen Körpers, bei dem Körper als prozesshaft und fluide begriffen werden, fragt Alba Marina Scharnhorst in dem Projekt „Rearranged“ danach, wie in szenografisch-choreografischen Aufbauten Körper inszeniert werden können, die sich einer Normierung widersetzen und als hybride Formen zwischen Organischem und Anorganischem in Erscheinung treten können.

Die Pflanzenpopulation von Kleingärten soll erfasst werden, um Landkarten zu erstellen, die die Exemplare verorten sowie ihre Herkunft und Migration aufzeigen. Wie begegnen sich heimische und eingewanderte Exemplare? In die Gartengrundrisse fließen Erzählungen der Gartennutzer*innen ein: Die Vorgeschichten der Pflanzenexemplare, der persönliche Bezug, und die jeweilige Gartenphilosophie.

Was hat dazu geführt, dass manche Pflanzen, die besondere kurative und nahrhafte Eigenschaften haben, heutzutage nur als Unkraut wahrgenommen werden? Welche gesellschaftlichen Änderungen und Gewohnheiten führten dazu? „Pusteblume Löwenzahn“ skizziert performative Ideen über lokale Pflanzen und setzt sich dabei mit Gegensätzen und Ergänzungen vom akademischen und volkstümlichen Wissen auseinander.

Alexander Sowa erforscht die Geschichte des Stuttgarter Südens als Arbeiter*innen-Viertel und Zentrum kommunistischer Widerstandskämpfer*innen.
Für diesen Teil der Geschichte ist die Stadt unbekannt, denn heute sind diese Spuren fast verschwunden. Um dem Vergessen der Akteur*innen und ihres wichtiges Einsatzes entgegenzuwirken, gilt es ihre Geschichten herauszufinden und nachzuzeichnen.

Mit „Modular Thinking“ erforscht Maylin Habig die Ästhetik von Interaktion am Beispiel der Frankfurter Naxoshalle. Es ist ein Versuch der Reintegration von Natur in den urbanen Kontext unter Berücksichtigung von Sicherheitsauflagen, Maßeinheiten und Stapelbarkeit und das Suchen nach Menschlichkeit im Betondschungel der Stadt.

Unter dem Vorzeichen einer zunehmenden Überschreitung planetarer Belastungsgrenzen erforscht Dennis Siering mit „OPERATING MANUAL FOR SPACESHIP EARTH“ Nachhaltigkeitsstrategien für zukünftige Kunstproduktionen. Wie können Material, Form, Inhalt innerhalb künstlerischer Projekte radikal neu gedacht und innovative Präsentationskonzepte im Dialog mit Kulturbetrieben für die Zukunft entwickelt werden?

Björn Fischer betritt in seiner Recherche die virtuelle Welt aus fake watchers, fake accounts, fake pictures, clicks, accounts. Begleitet von Good Bots und Bad Bots will er dem Ruf der Unsterblichkeit folgen, die Firmen wie „Eter9“ anbieten. Alles scheint möglich, sobald man einen perfekten Counterpart von sich erzeugen lassen kann, der für einen in Zukunft immer online ist.

Milena Fischer wird sich 2022 in einer dreiteiligen Recherchephase der Dualität von „Nichtstun versus Arbeit“ widmen. Im ersten Teil wird sie bei Expert*innen nachlesen und nachfragen, anschließend praktisch arbeiten anhand von Ideen und Leitfäden von anderen. Und in der dritten Phase den Versuch machen, eine eigene Form des Nichtstuns zu finden. Aber: geht das überhaupt?

Carolin Millner, die bereits mit ihrem ersten immersiven Format „Rot oder Tot“ für überregionale Aufmerksamkeit sorgte, wird nun mit „DIE AKTIVIERUNG DES PUBLIKUMS“ über weitere Formate der Publikumsinvolvierung nachdenken und dabei neue Erzählformen erproben, um Zuschauer*innen mit in die Inszenierung hineinzunehmen.

Mit „RELATIONSHIPS“ untersucht der Komponist und Spezialist für Elektronische Musik Tobias Hagedorn Beziehungen und Abhängigkeiten auf klanglicher Ebene. Es werden mit Hilfe von Klangsynthese-Verfahren und Algorithmen künstlich Zusammenhänge geschaffen und auf dieser abstrakten Ebene werden Verbindungen, Abhängigkeiten und Beziehungen ganz wertfrei musikalisch erlebbar gemacht.

Sport machen: Mehr Endorphine und eine Abnahme von Stresshormonen. Aber was ist, wenn der Sport zum Stress wird? Optimierung oder Leistungssport. Ada Biljan möchte Hintergründe von Fitness, „Gewinnen wollen“ und Willenskraft erforschen. Sowie Ursprünge erkunden, Psycholog*innen und Leistungssportler*innen interviewen und in einem künstlerischen Selbstexperiment sportliche Grenzbereiche ausloten.

Ziel der Recherche von Sara Angius ist es, das erzählerische Potenzial der Bilder zu extrapolieren und neue Facetten der Tanzsprache durch die Linse der Kamera zu erkunden. Am Ende der drei Forschungsphasen wird ein Storyboard als Katalog aller untersuchten Möglichkeiten erstellt, das für zukünftige Entwicklungen in Richtung Tanzfilm nützlich sein wird.

Benjamin Müller beschäftigt sich mit dem Thema „Rausch“. Hierbei stellt er sich zum Bespiel Fragen zum Thema. Was ist Rausch? Was kann Rausch sein? Wovon wird der Mensch berauscht? Ziel ist es das Thema „Rausch“ zu ergründen und in seinen Ausprägungen mit Text, Musik, Bild und einer Sammlung zu fassen.

„WHAT’S NEXT“ ist ein Konzeptionsvorhaben der Regisseurin und Theaterkünstlerin Lea Aderjan, das sich mit dem Überdauern von Theaterprojekten und Performances beschäftigt. Hierbei sollen Formate und theatrale Situationen erdacht, probiert und entwickelt werden, durch die das Thema der Inszenierung oder die Performance an sich, über die bloße Aufführung hinaus wirken oder weiter bestehen können.

Politische Veränderungen wirken sich auch auf die Erinnerungskultur aus. Dabei ist es fraglich, ob es ausreicht, Straßennamen durch neue zu ersetzen oder die eine Statue zu schleifen um eine andere auf den Sockel zu setzen. Stattdessen gilt es, neue Formen für Denkmäler, Museen und Archive zu entwickeln. Eine künstlerische Forschung in Zusammenarbeit mit Marcio Carvalho und dem HCCH Heidelberg.

Research about power positions and the #metoo movement in theatres through comparing the cases of Slovenian and Berlin theater environment. Researching characters in various positions of power and with different levels of involvement. Main research questions: is power constructed by an individual or driven by a group? What is recognized as violence? How does gender affect power positions?

Das Vorhaben geht folgenden Fragen nach:
Welche Parallelen und Unterschiede lassen sich beim Betrachten der Kunst und im Speziellen der Theaterszene im Berlin der 1920er und 2020er Jahre ausmachen?
Welche Schlüsselfiguren gab und gibt es und welche Aufbruchsszenarien und Visionen wurden von wem entwickelt?

„Queens“ untersucht den Stoff „Maria Stuart“ und setzt sich dabei mit dem literarischen, geschichtlichen und spekulativen Erbe der Protagonistinnen auseinander. Die Textfassung, die dabei entsteht, setzt die beiden Frauen als Politikerinnen zentral und soll Welenc letztendlich als Folie dienen für die Auseinandersetzung mit Weiblichkeitskonzepten in Gesellschaft, Politik und auch in der Dramatik.

Laurens Bauer untersucht mit „THEATER IM WORLD WIDE WEB“, wie sich der Wirkraum von Spielstätten zeitgemäß in ein digitales Auftreten und digitale Formate übersetzen und im besten Fall ausbauen lässt. Die fortschreitende Digitalisierung, durch die Corona-Krise besonders verstärkt, verlangt nach neuen, innovativen Ansätzen und Ideen, das Erlebnis „Theater” in den digitalen Raum hinein zu erweitern.

Die Performancekünstlerin Justyna Koeke erforscht die Verwendung von Blumen für Kostüme. Die Auswirkung des Zusammenspiels von Körper und Bewegung auf die Blumen, der Prozess der Veränderung im Verblühen steht dabei im Fokus. Die Vanitas-Symbolik der verwelkenden Blumen soll Ausgangspunkt für eine feministische Forschung zu einer Auseinandersetzung mit dem alternden weiblichen Körper sein.

Britt Hatzius startet eine Such- und Reflexionsbewegung im Bedeutungsraum von Liveness im Performativen. Im Überdenken bisher bereits selbst angewandter sowie verfolgter Ansätze und im Austausch mit Expert*innen unterschiedlicher Bereiche der medialen Forschung sowie diverser Sinneskulturen möchte sie sich einem neuen Verständnis und neuen Methoden für ihr künstlerisches Schaffen annähern.

Max Hegewald sagt STOP. Der Apparat, der der Kreativität die Luft zum Atmen nimmt, soll anhalten. Kreativität darf nicht zum Produkt mutieren, darf sich nicht anpassen, Persönlichkeiten verformen. Die Residenz möchte den Druck nach Innovation, Vergleich und Geschwindigkeit nehmen und einen Moment der Besinnung und Reflexion schaffen.

Hybride Formen mit den Mitteln des Filmes und des Theaters sind überfällig, wie sich spätestens seit der Corona-Epidemie für viele Menschen zeigt. Entstanden sind seitdem allerdings nur wenig hybride Konzepte und Formen. Eike Weinreich, Theaterregisseur und Filmemacher, wird sich dieser Thematik annehmen und Konzepte entwickeln, mit denen sich Theater und Film gegenseitig bereichern können.

Sebastian Bauer untersucht Umstände und Bedingungen für den Einsatz vorproduzierter Klänge und Geräusche als Elemente von Live-Performances. Zusätzlich zur theoretischen Auseinandersetzung mit Texten aus dem Bereich der Sound Studies erprobt er mittels eigens erstellter Soundscapes verschiedene Arten der Ent- und Neukopplung von performativen Aktionen und ihnen zugeordneter klanglicher Ereignisse.

Das Gesundheitssystem ist seit Corona einem Stresstest unterzogen und an vielen Stellen zeigt sich, welche Folgen die Privatisierung des Gesundheitssystems hat und wer den Preis dafür zahlt. Helge Schmidt sucht in seiner Recherche Schwachstellen, die der Markt nicht per „unsichtbarer Hand“ schließen wird. Er forscht zu Kriminalität, insbesondere zu Korruption im Milliardengeschäft Gesundheit.

Sind Gretel, Judy und Harlekina „sisters of fun“? Oder nur blasse Mitstreiterinnen von Kasper, Punch und Co.? Dieser Frage geht das künstlerische Rechercheprojekt von Franziska Merkel nach: eine komödiantische Selbstbefragung und eine feministische Untersuchung der weiblichen komischen Figur im Handpuppentheater und angrenzenden Kunstformen wie Masken- und Clownstheater.

Als fluides Kollektiv arbeitet Gruppe CIS mit Personen aus unterschiedlichen künstlerischen Disziplinen. In diesen Kollaborationen entstehen performative Formate, bei denen „Performende“ oft keine professionellen Darsteller*innen sind. Die Residenz nutzt Gruppe CIS zur Entwicklung einer choreografischen Praxis, die insbesondere der Performativität von Gruppe als heterogener Gemeinschaft nachgeht.

Eben noch haben wir die mächtigste Frau Deutschlands im Vogelpark Marlow mit Sittichen posieren sehen, schon ist sie im Ruhestand. Während Olaf und Armin versuchen, auf legalem Wege die Macht an sich zu reißen, entwickelt das stonekollektiv mit Hilfe ihrer Kindheitsheldin Sailor Moon ein alternatives, machtkritisches Szenario, das ihre lang ersehnte Veränderung in Deutschland umzusetzen wagt.

In ihrer Residenz beschäftigen sich Kaufmann/Witt mit dem Sich-Gehen-Lassen, dem Übertreiben, dem Exzess, kurz: mit dem Bingen. Neben Binge-Eating, -Drinking und -Spending interessieren sie dabei digitale Ausprägungen wie Binge-Watching und exzessive Nutzung von Sozialen Medien. Diesen Phänomenen gehen sie inhaltlich forschend und künstlerisch, d.h. mit Text und Musik experimentierend nach.

In „Matching Audiences“ widmet sich die Medien- und Performancegruppe OutOfTheBox dem Zusammenführen von Publikum: Sie erproben dramaturgische Konzepte für performative Algorithmen und entwickeln einen digitalen Prototypen für ein Matchingsystem des Publikums. So erforscht OutOfTheBox die Verknüpfung von digitalen Kommunikations- und Interaktionsformen mit der Unmittelbarkeit des Theaterraums.

Phlegma ist ein freies Ensemble, das seine Arbeit auf die Auslotung ungewöhnlicher Orte in Improvisation und Performance fokussiert. Die gemeinsamen Proben- und Erkundungsphasen sollen intensiviert werden und in Zusammenarbeit mit Expert*innen aus Performance und Theater Aufführungspraxen hinterfragt sowie im Austausch mit Testpublika zum erweiterten Diskurs gestellt werden.

„Symphonie Störung“ ist ein künstlerisch-forschendes Projekt mit dem Anliegen, feministische Stimmen bundesweit zu einem Chor zu vereinen. Anhand von Recherchearbeiten werden Miriam Yosef und Thu Hoài Tran die Geschichte des feministischen Widerstands in Deutschland und künstlerische Praktiken des Chors erforschen. Sie gehen der Frage nach, wie Wut zu einer transformativen Kraft werden kann.

cmd+c sind erschöpft von dem ständigen Versuch, sich selbst zu übertreffen, besser, schneller und produktiver zu sein. Geld verdienen, sichtbar sein, sich verbessern, relevant zu bleiben. Sie wollen die Gelegenheit nutzen, für einen Moment in der Stille zu verschwinden. Sich die Zeit nehmen, ihre Selbstzweifel und die Selbstausbeutung zu reflektieren und neue Arbeitsstrategien zu erforschen.

Die Künstler*innen interessiert, was am weiblichen Körper als „natürlich“ gilt und welche gesellschaftlichen Strukturen und internalisierten Denkmuster diese behauptete Natürlichkeit beeinflussen. Diese Thematik umkreisen sie auf einer soundästhetischen Ebene. Welche Sounds werden Frauen (nicht) zugeschrieben? Wann wird ein verfremdetes Lachen zu einem Beat, wann wird ein Weinen ein Trapsong?

Ist unsere künstlerische Arbeit relevant? Schauspielerin Anja Jünger und Film- & Theatermacher Martin Kreusch gehen auf doku-fiktionale Erkundungstour – über die Motivation ihrer Arbeit als Künstler*innen. Im Dialog mit sich selbst und Kolleg*innen soll das eigene Selbstverständnis künstlerischer Arbeit erforscht und hinterfragt werden.

Das Kollektiv picnic (er)findet unkonventionelle Kombinationen von Musik und Text. „keep going“ ist eine Recherche, um interdisziplinäre Methoden zu vertiefen. Kern ist es, die Interferenz von Gesang, Sprache und Performativität auszuloten: Was macht Gesang, wenn er mit Sprache konfrontiert wird? Was wird aus der Sprache, entstehen Bedeutungsverschiebungen?

Was bedeutet es, sich schriftlich der Realität zu nähern? Wie lässt sich diese einfangen und welche Textform eignet sich hier besonders? Ein Essay? Ein Gleichnis? Und vor allem: Wie leicht lässt sich hier lügen? Verschwörer*innen und Faktenfürchter*innen tun dies längst. Wo fügt sich da also die Fiktion ein, wenn sie mit Wahrheits- und Wirklichkeitsanspruch flirtet?

Bruno Brandes erforscht, welche aktionistischen Potenziale in der Überlagerung von Realitäten liegen können und wie sich solche Überlagerung erzeugen lässt. Er sucht nach Möglichkeiten, die Bühne im Moment der Aufführung zu einer vielfältig zugänglichen Heterotopie werden zu lassen, einem simulierten Schwellenraum, in dem sich Realitäten überlagern und wir unser (miteinander) Leben ansehen können.

Lähmende Angst und aktivierende Aufregung trennt oft nur ein Mü. Etwas den Winkel ändern und die harkelige Schraube flutscht ins Gewinde. Den Spiegel in der Sonne kippen, den Kammerton auf 432 Hz verschieben – und? Sina Dunker sucht nach dem Brückenschlag alternativer Formen von Gemeinschaft und kollektiver künstlerischer Arbeit, nach den subtilen Stellschrauben kreativen Flows und Transformation.

Antonia Rehfueß forscht zu theatraler Versammlung und der Rolle von Publika in Theater und Aufführung. Theater denkt Publikum oftmals als homogene Gruppe, das zuschaut. Welche Auswirkung diese normative und reduzierende Vorstellung von Publikum und theateraler Öffentlichkeit auf künstlerische Prozesse hat, erforscht Antonia Rehfueß durch ein begleitetes Schauen und eigene Versuchsaufbauten.

Science-Fiction und Speculative Reality werden aus der Perspektive von naturwissenschaftlicher Berichterstattung erforscht. Aus den gefundenen Unvorstellbarkeiten und Surrealitäten werden Bestandteile einer Gegenwartsbeschreibung herausgefiltert und in ein potenzielles audiovisuelles, autopoietisches Universum überführt.

In einem Raum voller Spielmöglichkeiten wird sich herausstellen, wer ein*e gute*r Spieler*in ist. Was macht ein „gutes“ Spiel zwischen Erwachsen und Kindern/ Jugendlichen aus? Wer hat die besseren Karten, das Ass im Ärmel, wer die gewaschenere Hand oder die Glückssocken an und wessen Sterne stehen gut? Ist Spiel nur Glück oder auch Können? Wer performt dabei am besten?

Im digitalen Raum bewähren sich relationale Modelle all derer, deren Migration von kapitalistischen und kolonialen Bewegungszwängen bestimmt wird. „Darf ich um diese Correspondance bitten?“ sammelt in der digitalen Vernetzung der*des Künstler*in Erinnerungen an analoge Räume und Imagination zukünftiger Zusammenkünfte. Eine digitale performative Praxis soll aufgespürt und konkretisiert werden.

Von den antiken Olympioniken bis hin zu Turnerin Simone Biles: Spitzensportler*innen verlangen Körper und Geist Enormes ab. Wie ist das, wenn der eigene Körper tagein, tagaus trainiert, inszeniert, in den Wettkampf geschickt, optimiert und gestählt wird? Lena Mühl erforscht den Kult vom makellosen, leistungsfähigen und gesunden Körper – und wie unsere Vorstellung von ihm heute gekontert wird.

Wo und wie erfahren wir Poesie, wenn kaum noch Gedichte gelesen, geschrieben und rezitiert werden? „Keine Angst vor Lyrik“ nimmt das Potenzial einer vernachlässigten Gattung in den Blick, um sie für die Bühne neu zu denken. Die Autorin und Dramaturgin Marlene Kolatschny erforscht im Rahmen der Residenz, wie Lyrik theatertauglich und wie das Theater poetischer werden kann.

„Ich bin mir nicht sicher, ob ich einen Hasen töten will. // Das Herz eines verblutenden Hasen, mein Sohn. Wenn du es siehst, wirst du die Dinge verstehen.“ Regisseur Marco Damghani stellt mit jungen Studierenden und dem Autor*innenduo Kläy/Wertheimer die Frage danach, welche Bilder von Männlichkeit in unserer Gesellschaft existieren und welchen Anteil hierbei auch die szenischen Künste haben.

Unter dem Arbeitstitel „Wir hätten uns so viel zu sagen gehabt“ begibt Anna Galliker sich auf die Suche nach den Worten, die mit ins Grab genommen werden und den Geschichten, die im Übergang vom Leben zum Tod verschwinden.
Als künstlerische Forscherin entwickelt und (er-)findet sie theatrale und performative Formate der Begegnung, die Räume für das Unsagbare, das Ungesagte eröffnen.

Die Recherche „ALEATORIK.GROTESKE.KÖRPER“ ist Vertiefung und Experiment in Themen und Fragen wie: Phänome des unabgeschlossenen Körpers als unfertige Ästhetik, der groteske Körper, und: Wie nimmt Zufall formal und technisch Einfluss auf Werke? Kristina Buketova begibt sich auf die Suche nach einem neuen Inszenierungskonstrukt.

Birth Pool ist eine künstlerische Forschung, die emotionale, digitale, gesellschaftliche und physische Räume von Schwangerschaftsabbrüchen untersucht – Perspektiven vernetzt. In Interviews und ortsspezifischen Begehungen entsteht ein Raum des Austausches mit Betroffenen, zuständigen Stellen, Gynäkolog*innen und Expert*innen, um Forschungsmaterial zur künstlerischen Bearbeitung zu sammeln.

Ausgewählte Vorhaben flausen+bundesnetzwerk

Daniel Williams Arbeit bewegt sich an der Schnittstelle von Musik, Bewegung und Text. Durch den Einsatz rhythmischer Verfahren wie Wiederholung, untersucht er die Gemeinsamkeiten in allen drei Bereichen. Eine wichtige Frage ist, wo komponiert, choreografiert, getextet und wo improvisiert werden soll. Das Ziel ist zukünftige Zusammenarbeit zwischen Tänzer*innen, Choreograf*innen und Musiker*innen.

„schicht weise“
Recherche über öffentliche Orte der Dresdner Neustadt, vorzugsweise nicht mehr existente Bauwerke und verschüttete Stadt-Geschichte.
Spurensuche in Dokumenten von Archiven und Foto-, Film- sowie Zeitzeugnissen.
Die Recherche bildet Grundlage für choreografisch-tänzerische Episoden im Stadtraum.

Eine performative, schauspielerische und medientechnische Recherche zu physischen, psychischen und gesellschaftlichen Aspekten des Stillstandes, bzw. der Vergleich der Gegensätze Rastlosigkeit/Selbstoptimierung und Stillstand in unserer Gesellschaft in Bezug auf unsere neuen Erfahrungen im und durch den Lockdown.

„Gefühls-Figuren / Phase 2“ geht der Frage nach, ob und ggf. wie es möglich ist, Theaterfiguren direkt auf der Bühne zu kreieren, die je eine einzelne Emotion verkörpern. Wie kann es der Spielerin gelingen, aus ihrer Emotion heraus fragile Figuren im Bühnenraum zu erschaffen? Welche Materialien eignen sich zur Umsetzung? Und wie lösen sich die Gefühle und somit auch die Figuren wieder in Luft auf?

Mehr als vier Millionen Deutsche sind an Depression erkrankt, über die Hälfte Frauen! Die Schauspielerin Kathleen Gaube, selbst an Depression erkrankt, beschäftigt sich mit diesem Thema, indem sie verschiedene künstlerische Ebenen miteinander verwebt, sie in Berührung, in Schwingung bringt. Bildende Kunst mit darstellender, Musik mit Games, eigene Erfahrungen mit gesellschaftspsychologischen.

Mehr als vier Millionen Deutsche sind an Depression erkrankt, über die Hälfte Frauen! Die Schauspielerin Kathleen Gaube, selbst an Depression erkrankt, beschäftigt sich mit diesem Thema, indem sie verschiedene künstlerische Ebenen miteinander verwebt, sie in Berührung, in Schwingung bringt. Bildende Kunst mit darstellender, Musik mit Games, eigene Erfahrungen mit gesellschaftspsychologischen.

Eckart Böhmer, freier Regisseur und Intendant der Kaspar Hauser Festspiele in Ansbach, geht in dem Projekt „Kaspar Hauser – die Resilienz und der spielende Mensch“ der Frage nach, inwieweit das (darstellende) Spiel den Menschen in seiner psychischen Widerstandskraft zu einer entscheidenden Stärkung führen kann.

„An Meeting Teilnehmen“ schafft einen analogen und digitalen Raum, um gemeinsam mit Kollaborateur*innen über zwei bereits realisierte digitale Projekte zu reflektieren. Ziel ist es herauszufinden, wie ein real hybrides Tanzprojekt aussehen kann, das die in der Pandemie neu erlernten digitalen Methoden (Augmented Reality und Interaction Design) ins analoge Studio bringen kann.

„PANIC ROOM“ möchte Panikattacken und Depressionen als Krankheiten sowie den Panikraum als Schutzraum gegen Angriffe von außen, auch als eine Möglichkeit der Panik Raum zu geben, erforschen. Im Umfeld der Künstlerin sind meist Mütter betroffen. Der Wunsch nach mehr Gleichberechtigung, Wertschätzung der Care Arbeit und Perfektionsstreben treffen aufeinander. Wann wird aus Wunsch eine Notwendigkeit?

„Sparkling Mens“ ist eine Recherche zur Entwicklung und digitalen Präsentation einer Kostüm- und Modeserie zum Thema Menstruation. Ein comicartiger, glitzernden Blutfluß auf Hosen und Röcken soll aus Pailletten und anderen glitzernden und farbig leuchtenden Stoffen in verschiedenen Varianten umgesetzt werden. Es entsteht eine digitale DIY-Anleitung aus einer Serie aus Zeichnungen und Fotos.

Wenn die Stimme von innen kommt, kann sie alle Schichten des Körpers der Tänzer*in erreichen: Wenn wir die Form in der Bewegung und die Bedeutung des Klangs loslassen. Die Stimme kann auf eine sehr besondere Weise Bewegung erzeugen. Bei dieser Recherche geht es darum, eine neue Sprache zu entdecken, bei der es keine Unterscheidung zwischen Bewegung und Klang oder zwischen Klang und Bedeutung gibt.

„Selbst.Gesund“ geht unter die Oberfläche konventioneller Vorstellungen von Gesundheit und fragt (multimedial und synästhetisch): Braucht Krankheit wirklich immer Heilung oder ist sie ein wichtiger Teil des Facettenreichtums menschlicher Existenz? Wie klingt Gesundheit? Welche Farbe hat sie? Und: Sollten wir alle ein bisschen krank sein, damit unsere Gesellschaft sich entschleunigt und gesundet?

Die Rechercherarbeit „Das Schicksal einer Falschverstandenen“ beschäftigt sich mit dem Thema Sprache, zwischenmenschlicher Kommunikation und der eigenen Überzeugungskraft. Wie gehen unterschiedliche Charaktere kreativ mit der Herausforderung richtig verstanden werden zu wollen um?

Mit der Bahn reisen sollte eigentlich die angenehmste Art der Fortbewegung sein, aber nervenaufreibende Reisen entsprechen mehr der Realität.
Mit geführten Interviews von Bahnreisenden, mit literarischen Texten rund ums Bahnfahren und mit historischen Anekdoten von Anfahrtsorten soll recherchiert werden: Welche Möglichkeiten gibt es, die Bahnfahrt als einen genüsslichen Moment zu gestalten?

Beeinflusst soziale Realität das „Spiel“ der Darsteller*innen und was bedeutet das für eine zeitgenössische Figurendarstellung? In Video-Interviews mit Theaterschaffenden und Theaterschauenden möchte Tom Schneider Fragen zu Identität, zu normativen Erwartungen der Gesellschaft, dem Körper im Theater und dem innovativen Potenzial von Differenz auf den Grund gehen. Doing difference!

„Moving Voices“ ist eine Bewegungsforschung, die die tiefe emotionale Kraft der Musik auf den Menschen und ihren Ausdruck durch Bewegung erforscht.
Wie können Tänzer*innen, Choreograf*innen und Bewegungskomponist*innen die gleiche emotionale Wirkung erzeugen? Wie können sie das Wissen über Musik nutzen, um ein Tanzstück zu schaffen, das diese physische Wirkung auf die Zuschauer*innen hat?

Wozu Menschen imstande sind, um aus Scham etwas zu verbergen, findet Iris Pickhard sowohl faszinierend als auch erschreckend. Sie möchte das komplexe Gefühl Scham und die damit verbundenen Phänomene gern näher erforschen und beleuchten. Ziel soll eine Materialsammlung aus Sachinformationen, Umfragen, Gesprächen und Selbstbefragung sein.

Tine Rahel Völckers aktuelle Recherchearbeit widmet sich der Geschichte kolonialer Psychiatrie und fragt nach den Bedingungen und Möglichkeiten von intersektionaler Solidarität innerhalb eines rassistischen und ableistischen, weißen Psychiatriesystems.

Unter dem Titel „FREIRAUM GRUPPE“ beschäftigt sich die Künstlerin und Autorin Anna Zett mit dem bewussten Wechsel zwischen verbaler und nonverbaler Improvisation im performativen Gruppenprozess. Sie recherchiert, erprobt und entwickelt neue Ansätze, um mit Hilfe von Gruppenimprovisation historische Konflikte im Hier und Jetzt zu aktualisieren und spielerisch loszulassen.

Meet and greet – Ein Gipfeltreffen der Urgöttinnen in Mecklenburg. Wie verhandeln sie Fragen zu Gendergerechtigkeit, Kolonialismuskritik und dem Zustand der Erde? Aus diesem Gedankenexperiment soll an Hand von Hinweisen aus Literatur, Wissenschaft, Kunst und mündlichen Überlieferungen das Konzept für eine Theaterperformance zwischen den Feldern und Wäldern der Region entstehen.

Wie Theater spielen, wenn das Publikum hinter der Kameralinse sitzt? Ist das noch Theater? Wird Theater nach der Pandemie Theater vor der Pandemie sein? Inga Blix sucht Antworten, in kurzen Performanzen, mit verschiedensten Materialien, Sand, Textil, Metall, mit Sound und Licht. Sie wird scheitern und auch erfolgreich sein, alleine vor der Kamera, Theater performen im Nichtsaal, im leeren Raum.

Natürliche Strukturen umgeben uns und prägen unsere ästhetische Wahrnehmung. Sie zeigen sich in Architektur, Musik und Design, wir nehmen sie in unser Leben auf und lassen uns von ihnen beeinflussen. In dieser Studie werden Strukturen in Felsen, Wurzeln, Landschaften, Lebewesen und ihren Bauten gesucht, als Rhythmen tänzerisch umgesetzt und in einen Dialog mit der eigenen Persönlichkeit gebracht.

Eine Recherche zu einem multimedialen Bühnenprogramm.
Sprache trifft auf digitale Wirklichkeit. Video und Ton gehen in Echtzeit Synergien ein. Eine poetische Betrachtung von Online-Bubbles und Offline-Konsequenzen.

Thadeusz Tischbein geht in „Construct“ der Frage nach, wie Erinnerung entsteht. Ist es nicht ein Prozess, der beides beinhaltet: Vergessen und Neuerfinden? Mithilfe von Architekturfragmenten wird dieser Prozess nachvollzogen. „Im Reich der Tiere“ geht auf die Reise zu deutschen Nationaldenkmälern. Und stößt auf allerhand Getier, welches ins Gespräch kommt mit Fabelwesen aus Sagen und Mythen.

In den kommenden zwei Monaten setzt sich diese Residenz mit ganz besonderen Menschen auseinander. Menschen mit Trisomie 21.
Wie unartig oder künstlerisch wertvoll ist ihr kreatives Potenzial in unserer Wirklichkeit?
Ist das überhaupt Kunst oder nur das Wirken eines behinderten Menschen?
Welches Kunstverständnis lässt sich davon ableiten?
Verzögert entwickelt. Verstehen eingeschränkt.

Recherchevorhaben über die Auswirkungen der NS-Zeit und des zweiten Weltkriegs auf nachfolgende Generationen und damit auf die Gegenwart. Anhand von zufällig im Papiercontainer gefundenen privaten Fotos und zahlreichen handschriftlichen Kochrezepte aus dieser Zeit soll in einem performativen Austausch die nonverbale Weitergabe von Erinnerung und Trauma erforscht werden.

Ein Riss geht durch Deutschland. Der Blick auf die Deutschlandkarte offenbart ihn – ob in Bezug auf das Wahlergebnis 2021 oder die täglichen Corona-Zahlen. Hier dunkelrot-braun, dort rot-grün mit gelben Einsprengseln. Gibt es noch etwas, das diesen Riss überwindet? Eine Suche nach individuellen Geschichten, die Gemeinschaft formen könnten.

Das feministische Performance-Trio ROAR bringt in „〚Grazien〛EINE AUSTREIBUNG“ zusammen, was zusammengehört: die drei Grazien und die drei Furien.
Die drei Grazien sind der antiken Mythologie nach Göttinnen der Anmut und Schönheit. Dieses Bild sitzt uns im Nacken, wenn wir uns den konditionierten Liebreiz austreiben und wüten. ROAR sucht nach neuen Bildern von Weiblichkeit – ihrer Macht und Potenz.

In den letzten eineinhalb Jahren haben die Menschen wegen Covid lange Zeit eingeschlossen zu Hause gelebt. So waren alle gezwungen die Außenwelt aus dem Fenster heraus zu beobachten. Die Welt außen floss unter unseren Augen und man konnte daran nicht wirklich teilhaben. Antonio Guidi hat vor, eine filmische Recherche über Bewegungen, Gefühle und Sensazioni aus den Corona-Zeiten zu realisieren.

Mit Zähnen und Klauen demontiert Josefina Maro ihren Körper. Wir müssen uns wieder aufbauen, um unsere Körperlichkeit zu erfahren und die unserem Fleisch auferlegte Norm in Frage zu stellen.
„Con uñas y dientes“ ist eine Untersuchung der Überschneidungen zwischen Feminismus, Posthumanismus, Science Fiction und Technologie, die aus einer zeitgenössischen Tanzsprache heraus betrachtet wird.

Auch Verzweiflung muss man lernen.
Vier Eskapaden über strukturelle Hindernisse, ausgelassene Chancen, gebaute Brücken und kurze Umwege in den darstellenden Künsten.
Eine Recherche mit leitfadenbasierten Interviews, die beispielhafte Lebenswege von Menschen skizziert, die im Bereich der freien darstellenden Künste arbeiten.
Was formt, bewegt und leitet die freien darstellenden Künste?

Die Gruppenarbeit von Wiete Sommer und Charles Washington setzt sich mit Superheld*innen in der Vergangenheit und der Gegenwart auseinander. Unter dem Arbeitstitel „cryptoheroes auf high energy“ entstehen Biografien für zwölf Superheld*innen. Im choreografischen Prozess erhalten die Superheld*innen Superkräfte. Dabei werden diverse Materialien in ihrer Funktion abstrahiert.

Das Rechercheprojekt „SPY ON ME“ will sich mit den vom Internet angestoßenen Veränderungen im Wesen und Verhalten des Menschen auseinandersetzen und etwa in der Ambivalenz aus leichtfertigem Internet-Exhibitionismus einerseits und rigoros verteidigter Anonymität und Privatsphäre andererseits nach Formen suchen, diese Aspekte ins Theatralische zu übertragen bzw. künstlerisch zu kommentieren.

In dieser Recherche soll dem Frauenbild der 50er bis hin zu den 70er Jahren in der BRD nachgegangen werden: Vorbilder, Lebensalltag, Wege zur Emanzipation.
Wie prägte diese Generation ihre Kinder? Wie wird die Frau dargestellt in den damaligen Medien? Spiegelt sich das Frauenbild auch in der Literatur/Dramatik wieder? Gab es abweichende Frauenbilder in dramatischen Texten?

„BlackBox“: Drei Kameras, ein schwarz getünchter Raum und ein Akteur. „BlackBox“ wird performatives Gedächtnis. „BlackBox“ speichert alles Gesehene und macht es verfügbar. „BlackBox“ sammelt Handlungen und Aktionen und bietet somit Werkzeug zur Analyse des künstlerischen Tuns. Ein digitales Oschwald Performance Archiv im analogen Raum.

„FRACTIONALS“ ist eine künstlerische Forschung, die bewusst den Raum zwischen künstlerischen und wissenschaftlichen Disziplinen zum Thema macht und desweiteren überprüft, ob und wie das flüchtige sprecherische Phänomen „Bruch“ zur performativen, bühnen-tauglichen Verhandlungssache werden kann.

“Study of cracks“ looks at the human Self as a „cracked“, multiple being, situated as part of the climate and therefore in a mutual relationship with other species, mountains, rain, or „man-made“ things. Two body-based practices, focussing on isolation versus correspondence, are being developed to examine one’s own relation with climate.

“Study of cracks“ looks at the human Self as a „cracked“, multiple being, situatMit Hilfe technischer Mittel wie Projektor und Mappingprogramm, möchte die Künstlerin das Werk von George Cup und Steve Elliot erforschen. Sie wird das Werk an Hand der der fünf Kurzfilme „The Connection between Form and Sounds“ Part. # 5, #12, #15, #17, #21 erforschen und die Eindimensionalität des Filmmaterials auflösen, indem sie es in einem Raum mit breiter Fensterfront projiziert.ed as part of the climate and therefore in a mutual relationship with other species, mountains, rain, or „man-made“ things. Two body-based practices, focussing on isolation versus correspondence, are being developed to examine one’s own relation with climate.

In seiner neuesten Recherche widmet sich der Tanz- und Theatermacher Felix Baumann einem interdisziplinären Forschung- und Entwicklungsprozess an der Schnittstelle der Darstellenden und Bildenden Künste. Ziel dessen ist es, neue Formate und Methoden der eigenen künstlerischer Praxis ausfindig zu machen, welche im Dialog der verschiedenen Kunstbereiche vermutet werden.

Die Residenz umfasst eine Recherche, die nach Geschichten von jungen Menschen in Jugendwerkhöfen der DDR forscht. Was ist im Zusammenhang mit dem sozialistischen Erziehungssystem über den Umgang mit Homosexualität in der DDR herauszufinden? Wie lässt sich die geschichtliche Dimension eines Jugendwerkhofs unter feministischen Gesichtspunkten betrachten und dafür eine künstlerische Form finden?

Die Recherche widmet sich dem Thema Berührung im zeitgeschichtlichen Kontext. Anhand von dokumentarischem Bildmaterial als Momentaufnahmen interessiert die Art, wie Menschen einander über verschiedene Kulturen und Epochen hinweg berührten. Betrachtungsweisen ändern sich. Ausgewählte Fotos werden durch ihre Anordnung in verschiedenen Konstellationen zu „Choreografien von Berührungsdokumenten“.

Erhält das politische Theater durch die Pandemie eine Renaissance?
Werden Spielstätten und auch Artists sich verstärkt den gesellschaftlichen politischen Themen zuwenden und den aktuellen Diskurs aufgreifen?
Und dabei wird Jörg Smok auch die Fragestellung begleiten, ob die mittelfristigen zukünftigen Produktionen die notwendige Vielfalt der Gesellschaft gegenständlich machen werden/ wollen.

The residence aims to create a catalog of possible questions and answers, which could help dance artist working in the open space to successfully carry out their projects. It combines interviews, exchange and dance improvisation workshops. It is to be carried out online, but also in Chemnitz, in collaboration with Taupunkt e.V and the local art scene. The process is meant also as an inspiration.

Wer erbt ist klar im Vorteil. Das war schon immer so, aber es ist im Jahr 2021 so deutlich wie nie. Deutschland ist Spitzenreiter in Europa, was die Vermögensungleichverteilung angeht. Die Schere, der Riss wird immer größer und so zieht er sich durch die Gesellschaft und Familien. Eine dokumentarisch-videografische Recherche. Fünfzehn Gespräche über Erbe und Eigentum.

Brit Bartuschka ist freischaffende Schauspielerin, Performerin und Theaterpädagogin in Oldenburg. 1995-1999 hat sie an der Folkwang Hochschule in Essen studiert. Brit Bartuschka möchte sich mit dem Thema interaktive Theaterformen für Kinder im Vorschul und Grundschulalter beschäftigen. Sie will recherchieren, wie für Kinder von 3 -10 Jahren das Thema Mitbestimmung erlebbar gemacht werden kann.

Den herrschaftsfreien Diskurs gab es nie. Neuerdings scheinen vermeintlich ungehörte Stimmen häufig aber statt Teilnahme zu beanspruchen, den Diskurs selbst außer Kraft setzen zu wollen. Das Projekt erforscht, wie mit medientechnisch realisiertem Theaterchor und chorischem Theater auf die aktuellen gesellschaftlichen Tendenzen zu reagieren ist.

Hybride Formate: Theater zwischen Film und Kunst. Durch die Pandemie lernte das Theater die Wichtigkeit von Mitschnitten ihrer Produktionen. Oft wird es als Behelf gesehen, sodass die Stücke nicht verschwinden, sondern wenigstens abgefilmt werden. Daraus entwickeln sich jedoch neue Formate, welche sich während der Residenz entwickeln sollen.

Coronabedingt sind noch immer keine festen Aufträge für Regiearbeiten von Gudrun H. E. Lelek möglich. Die Förderung gibt ihr die Gelegenheit, sich intensiver mit vergessenen Autor*innen der Vor – und Zwischenkriegszeit zu beschäftigen. Es gilt dem keimenden Antisemitismus und Rassismus entgegen zu wirken.

Die Fragen “Was wenn?” und “Was noch?” zielen in dieser Recherche darauf ab, erwartbare Bewegungsmuster zu durchbrechen und eine aktivere Wahrnehmung zu bewirken. Wie bei der Verarbeitung von Stimuli im Gehirn, bei der verschiedene zerebrale Bereiche interagieren, werden Aspekte der Improvisation und der visuellen Medien fortlaufend neu kombiniert, und schaffen eine Kontinuität der Diskontinuität.

Die Residenz setzt sich mit dem Thema Prostitution und der Gleichberechtigung der Frau in der Gesellschaft auseinander. Es ist die Suche nach Antworten, z.B. darauf, ob Gleichberechtigung von Mann und Frau möglich ist, solange der weibliche Körper legal erworben werden kann und wie sehr „das älterste Gewerbe der Welt“ das Bild der Frau in der Gesellschaft geprägt hat.

Chuang&Bartel befassen sich mit dem Thema Gender und Gewalt (domestic violence) und erforschen, wie dies performativ im urbanen Raum verhandelt werden kann: Das Motiv „UN//COVERING“ verweist dabei sowohl auf das Verstecken und Zeigen des Körpers, als auch auf strukturelle Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit und das Aufklären von Verbrechen.

„Fühlst du dich mehr Deutsch, oder mehr Thai?“
Ähnliche Fragen hören Menschen, die mit mehreren Nationalitäten aufgewachsen sind, zu oft. Sie werden von der Gesellschaft häufig genötigt, sich für eine Nationalität/Kultur zu entscheiden. Es wird erwartet, dass sie sich selbst begrenzen, damit andere sie leichter kategorisieren können. Sie sind aber vielfältig und wollen es auch bleiben!

In dieser Residenz wird der inszenatorische Prozess im Hinblick auf dramaturgisches Arbeiten ohne Dramaturg*in untersucht. Dabei steht das choreografische Werk der Residenznehmerin im Fokus. Inszenierungen werden nochmals aus verschiedenen Blickwinkeln analysiert, um so Wege zu finden aus der Innenperspektive kreativer Prozesse einen dramaturgischen Blick einzunehmen.

„DIALOGUE DRAWINGS“ vertieft einerseits die Verbindung von kollektiver und individueller künstlerischer Arbeit mit ihrem/einem theoretischen Rahmen durch initiierte Dialoge (diá-logos) sowie Lektüre. Anderseits konzipiert „DIALOGUE DRAWINGS“ via wöchentlicher Bewegungsrecherche von und mit Kinderzeichnungen (pre-logos) Impulse für ein zeitgenössisches Pas de deux.

Welche Sprache spricht das Licht? Laut, flüsternd, von was erzählt es ? Welche Denkräume, Fantasien und Geschichten öffnet es?
Wenn sich der ganze Bühnenraum von hellem Licht ins Schwarze wandelt (Schwarz frisst Weiss) ist das eine starke physische Erfahrung, Licht wird körperlich erfahrbar und gleichzeitig wird es zu einer mentalen Erfahrung.

Carl Bruchhäuser war glücklich im Theater. Bis er eines Morgens aufwachte und sich in die Kamera verliebte – und sie sich in ihn. Als er zurück kam ins Theater, um Lebewohl zu sagen, merkte er plötzlich, wie dieses kaum noch atmete. So konnte er es nicht verlassen, also entschloss er, zusammen mit der Kamera, seine alte Liebe zu retten.

Das „THORD1S LIVE LAB“ ist ein experimentelles Sound- und Performancelabor von Performer*in, Musiker*in und Regisseur*in Thordis M. Meyer für die One-Person-Band THORD1S und findet von Mitte Mai bis Mitte Juli 2022 gemeinsam mit LOFFT – DAS THEATER in Leipzig statt. In vier Feldern lotet die Residenz aus, inwieweit ein Live-Konzert als Theaterinszenierung konzipiert und performt werden kann.

„In jedem Mikrokosmos liegt der ganze Makrokosmos, und dieser enthält nichts mehr als jener.“ (Schopenhauer)
Im Rahmen der Residenz „Mikro Makro Tänze (AT)“ untersucht L.P. Brodhag Transformationsprozesse in der Natur. Wie können degressive Zersetzungsvorgänge, die auf einer Mikroebene stattfinden, Inspiration für eine künstlerische Übersetzung in Bewegung und choreografische Formen sein?

Comedy ist ein Genre, in dem Frauen noch unterrepräsentiert sind. In dieser Residenz untersucht Susanne Reifenrath den Einfluss internationaler Stand-Up-Komikerinnen auf Literatur- und Kulturproduktion und ihre Botschaften im Bezug auf Themen wie Feminismus, Gender, Rassismus- und Sozialkritik und Intersektionalität.

„con:sens (2022)“ erforscht Räume, welche sich die Suche nach Sinnlichkeit und gleichwohl nach Sinnhaftigkeit zum Gegenstand gemacht haben. Aufbauend auf den Erfahrungen und als Konsequenz aus vorangegangenen Projekten „WAS IST WERT?“ (2020) und „RESONANZ“ (2021), befasst sich die Recherche mit der Frage, wie noch sinnlichere Resonanzräume geschaffen werden könnten.

Germany often put humans on display as objects, this history remains tucked away, distant, and far removed from contemporary German consciousness. Revisiting a moment, 125 years ago in a park in Leipzig, this project, which will include conversations with 10 artists, which will interview 10 artists.

Fortbildung im Bereich Stimmtechnik und Improvisation sowie Einrichtung eines Live-Set-Up zur Erforschung der Möglichkeiten vom digitalen Musikprogramm Ableton und diversen Plug-ins in Verbindung mit der Stimme; Verschmelzung zwischen vorprogrammiertem und Live-Gesang. Ziel ist die Erweiterung der künstlerischen Fähigkeiten, als Vorbereitung für zwei anstehende Produktionen im E-Werk Freiburg.

Mit ihrer performativen Trauma Recherche wird Nora Amin auf musikalisch-vokalen Expressionen basierende rituelle Formen als Grundlage performativer Strukturen untersuchen. Indem sie das mehr denn je aktuelle Thema ‚Heilung‘ mit in ihre Recherchen integriert, wird sie neue Dimensionen der Wiederherstellung von Gemeinschaft und ihrer Stimme erforschen.

Liwaa Yazji researches the indirect silent terror we all face but can’t pinpoint or formally define. How is indirect terror used and how does it manifest itself in relations? Terror has been used recently remarkably in different situations, but on the other hand was not used enough where maybe it should have been. Why are some called terrorists and others are not? What are the standards?

Das Theaterkollektiv Die Quadriga nutzt die Residenz, um ihre Spielweise mit künstlichen Körpern weiterzuentwickeln. Es sucht nach einer Ausdrucksweise durch Großpuppen, Ganzkörpermasken, die den Spieler*innenkörper vollständig verfremden und so eine kraftvolle Bildsprache und verrückte Spielfreude evozieren. Es wird in den Bereichen: Musik, Puppenbau, Performance und Recherche geforscht.

Zwei Künstlerinnen erkunden die mannigfaltigen Facetten des Raumes, in dem sie sich begegnen. Sie untersuchen ihre Denk-, Emotions-, Grenz- und Körperräume. Der Fokus liegt auf dem künstlerisch-kreativen Potenzial, das durch die Synthese ihrer unterschiedlichen Arbeitsansätze innerhalb dieses Austauschs freigesetzt wird.

Im Rahmen der Förderung werden sich die Darsteller*Innen Laura Stefanidis, Arne Theophil und Caroline Klein der theatralischen Forschung ihrer neuentwickelten Charaktere widmen. Dabei setzen sie sich mit folgender Frage auseinander: Wie kann der limitierte und öffentliche Raum die Charakterentwicklung intensiv stimulieren, inspirieren und provozieren?

Vierhuff&Engelbach&Weinand – Zwei etablierte freie Gruppen aus Hamburg schließen sich zusammen und begeben sich auf die Suche nach gemeinsamen inhaltlichen Themen, Formen und Spielweisen. Eine ergebnisoffene Recherche zu verschiedenen Stoffen aus dem Bereich Film und Literatur, die zu einer differenzierten Auseinandersetzung mit relevanten gesellschaftskritischen Themen herausfordern.

Im Rahmen der Residenz beschäftigen sich lost [s]objects mit der Darstellung zeitlicher, gesellschaftlicher und kapitalistischer Zusammenhänge, welche die Hexenverfolgung – bis heute – ermöglichten. Dabei arbeiten sie mit Mitteln und an Schnittstellen von Puppen-, Figuren- und Objekttheater, Szenografie, Bildender Kunst sowie Performance auf der Suche nach Widerstand.

MachtModeMensch? Oder macht Mensch Mode? Was wäre der graue leere Filzanzug ohne die Geschichte von Joseph Beuys? Das Kleine Schwarze ohne die Person Coco Chanel? Oder Hawaii ohne Blumenketten? Die Bedeckung, Bemalung, Verzierung unseres Körpers erzählt Geschichten hinter dem „Kostüm“ und offenbart dessen Bedeutungen. Eine Suche nach dem Innenleben der Mode.

Sowohl in künstlerischen Experimenten auf dem Feld des musikalischen Feedbacks und dem Körper als Resonanzraum, als auch im lebendigen intergenerationellen Diskurs im Rahmen von „Erzähltafeln“ erforschen Polar Publik das Phänomen der Resonanz. Wo und wie erleben wir sie? Wann hallt etwas ins uns nach? Und ist die zunehmende Polarisierung nicht vielleicht auch Symptom eines Resonanzmangels?

Wie können wir Musik inszenieren? Können Instrumente Performer*innen sein? Und wie verändert sich die Rolle der Musiker*innen im Kontext einer Dramatisierung?
Inspiriert von Objekttheater und Robotik sucht das Trio Hund nach neuen Möglichkeiten der Musikperformance und begibt sich in die Grenzregionen von Inszenierung und Spontanität, Intimität und Öffentlichkeit, Musik und Theater.

In furorX untersuchen die Schauspielerin Amelie Barth und der Komponist Jakob Lorenz die W-Fragen der Wut.
Wo wird Wut ausgelebt? Was unterscheidet sie von anderen Emotionen? Wie klingt sie? Wann ist sie erlaubt und wann verboten?
Wer darf wütend sein und wer nicht?
Eine begehbare Sound-Installation wird zum Wut Safe Space. Versuche in offener Wut. Wutaustausch statt Wutausbruch.

Wie will/kann/soll ich arbeiten? Ist Arbeit nur bezahlte Tätigkeit? Wie unsichtbar ist Care-Arbeit? Das sind Fragen, die sich viele Menschen neu stellen, wenn sie eine Familie gründen. Im Rahmen der Residenz erforscht STUDIO URBANISTAN den Komplex Elternschaft und Arbeit. Im Zentrum steht das Erkunden von neuen künstlerischen Gesprächsformaten, um persönliche Erzählungen sichtbar zu machen.

Unter dem Titel „ent//wandeln“ recherchiert THE CURRENT DANCE COLLECTIVE das Potenzial der Räume des Hamburger Sprechwerks für choreografische Aktionen, die sich von der Bühne lösen. Im Spiel mit den Begriffen „Nähe“ und „Distanz“ soll erprobt werden, wie die Regie eines Livestreams das gesamte Theater als Wirkungsstätte des Kollektivs auf neuartige Weise hervorheben kann.

Eine Recherche, die im und aus dem Dialog mit Hilma af Klint entsteht. Die das Unsichtbare sichtbar zu machen versucht. Weibliche Körper, menschliche Interdependenz und das Geistliche sind unsichtbare Elemente unserer zeitgenössischen Welt, die durch diese Recherche bearbeitet werden. Inspiriert und geleitet von af Klints Untersuchungen und innerer Führung taucht die Gruppe in diese Praxis ein.

Chiara Detscher, Kristin Mente und Jule Oeft beschäftigen sich während ihrer Residenz mit der Performancetechnik von John Moran. Dabei konzentrieren sie sich auf den Entstehungsprozesse der Charaktere hinsichtlich des mimisch und gestischen Ausdrucks und schaffen auf der Basis ihrer Ergebnisse eigene theatralische Portraits.

„Nonhumane Irritationen“ befasst sich mit Brüchigkeiten des Natur-Kultur-Dualismus und untersucht das dramatische Potenzial nicht-menschlicher Lebewesen. Naturwissenschaftliche Perspektiven und Techniken des Vermessens werden mit performativen, audiovisuellen und sprachlichen Erzähltechniken verschränkt. Wie können Phänomene nicht-menschlichen Lebens Grundlage für performative Experimente bilden?

Damiaan Veens und Tim Gerhards setzen sich in einem choreografischen Rechercheprozess mit der Krankheit Depression auseinander. Orientierungslosigkeit, Kraftlosigkeit und scheinbar wachsende Gravitation sind Aspekte der Arbeit. Als externe Quellen dienen den Tänzern Sarah Kanes Werk „4.48 Psychosis“ und persönliche Erfahrungen einer an Depression erkrankten Tänzerin und Freundin.

Seit 2003 arbeitet das Performance-Duo TBL (TallBlondLadies) zusammen. Das künstlerische Ziel ist die größtmögliche Verschmelzung beider Akteurinnen zu einem Bild. Die Zusammenarbeit wird von sehr starken Eigenwahrnehmungen, Befähigungen der beiden Akteurinnen begleitet. Die Residenz dient der gegenseitigen Schulung in den gegenseitigen Wahrnehmungsformen und der Anteilnahme daran.

Eine künstlerische Annäherung mittels Schauspiel, Film und Musik an Posttraumatische Belastungsstörungen. Drei Künstler*innen aus Bielefeld und Köln loten physische und filmische Möglichkeiten der szenischen Darstellung von emotionalen Zuständen aus auf Grundlage von Erfahrungen & Interviews. Sie beschäftigen sich mit Ansätzen und Formaten, denen Betroffene und Nicht-Betroffene beiwohnen können.

Die Residenz wird sich in den zwei Monaten mit dem Thema „Machtmissbrauch an deutschen Theatern“ beschäftigen. Nach einer ausgiebigen Recherche mit Hilfe von Fachliteratur und eigenen Interviews (mit Kolleg*innen aus der freie Szene und Festangestellte, Intendant*innen und Theaterkollektiven) wird es einen praktischen Teil geben, in dem verschiedene Führungsstile in der Gruppe umgesetzt werden.

„SOINEYA“ erkundet das experimentelle Spielfeld, das sich mit der warenförmigen Verfügbarkeit zwischenmenschlicher Phantasieproduktion eröffnet. Technologien intimer Erfahrungskomposition werden als zugleich affektive und theatrale Ökonomien untersucht, indem Handlungsformen der carework-Industrie auf performative Dienstleistungen zwischen Performer*in und Kund*in angewendet werden.

Wie andere Oligarchen kann auch die Money Maus in den letzten Jahren nicht genug bekommen.
Sich anfänglich ausschließlich von Geld ernährend hat sie jetzt Hunger auf andere leckere Happen: Auf die Freiheit der Kunst, die Autonomie der Lehre, auf Studentenfutter eben.
Forschung über die Verwesung des Widerstandes, unverdauliche Studierende und zehn Kubikmeter goldene Scheiße.

Die Recherche möchte die einzelnen Konstituenten einer Aufführung dahingehend re-konfiguieren, dass sie die Zuschauenden nicht länger in eine souveräne, stabilisierende Position versetzen (üblich bspw. durch den Modus der Zentralperspektive und ausgeglichen gebaute Bilder), sondern wirkungsästhetisch Erfahrungen der Verwundbarkeit, der Fragilität und Fremdheit sich selbst gegenüber fokussieren.

CHICKS* suchen nach performativen Gesprächsformaten mit lesbisch/queeren Expert*innen verschiedener Generationen. Sie vergrößern ihr queerfeministisches Netzwerk, setzen sich damit auseinander, wie sie zukünftig Expert*innen in ihre künstlerische Praxis einbeziehen können, und sammeln Erzählungen zu lesbisch/queerer Geschichte. Es gibt Kaffee, Kuchen, Tratsch und Mukke.

Mit „Sie befinden sich jetzt im Inkognitomodus“ widmen sich Ömer & Marten dem „heimlichsten Gefühl der Gesellschaft“. Ausgehend von ihren eigenen Biografien untersuchen sie Scham als Gefühl der (Ohn-)Macht, das Individuen dazu bringt, sich selbst zu regieren. Sie entwickeln szenische Miniaturen, die dem Schweigen der Beschämten und dem Wunsch, unsichtbar zu werden, den roten Teppich ausrollen.

Die Residenz beschäftig sich mit (be)greifbaren Theatererlebnissen für Kinder unter vier Jahren. Sie sucht nach dem „Klang der Dinge“ und erforscht wie Material und Klang zu einer neuen Kommunikationsebene werden können und dadurch neue Theatererfahrungen für die Allerkleinsten entstehen.

Das Recherchevorhaben „echo.kammer.spiel“ versteht sich als Fortsetzung der im Rahmen der #TakeCareResidenzen 2020/2021 durchgeführten Recherche „DIY Echo Chamber“. In der performativen und interdisziplinären Recherche untersucht die Gruppe, wie Gemeinsamkeit noch oder wieder gelingen kann, obwohl große Unwägbarkeiten stark unterschiedliche Auffassungen generieren.

„Wie erzeugen wir unmittelbare zwischenmenschliche Begegnungen?“ Dieser Frage widmen sich fünf Künstler*innen aus Design, Tanz, Schauspiel, Clownerie und Philosophie. Sie erforschen die Wirkung von Licht, Schatten, Stille und Zeremonien auf Begegnungen. Sie erproben verschiedene Begegnungsformen durch Spiel, Tanz und Performance. Sie suchen die friedvolle Begegnung und die Akzeptanz des Anderen.

„Spuren“ (AT) ist ein Rechercheprojekt über Geschichten des Ankommens in Deutschland. Wie viel Heimat lässt sich in der Fremde bewahren, was geht verloren? Generierte Texte werden konzeptionell rückbezogen auf traditionelle oder zeitgenössische Erzählweisen/Darstellungsformen der Herkunftskulturen. Aus der Recherche sollen erste Textbeispiele und ein Konzept für einen Theaterabend entstehen.

go plastic hat sich in den vergangenen anderthalb Jahren vermehrt mit Gefühlskultur befasst und in verschiedenen Prozessen ergebnisoffen zu Emotionen recherchiert.
Besonders eingeprägt, fasziniert, behauptet, verwirrt und durchgesetzt hat sich dabei das Thema WUT. Das Team wird zu mehreren WUT-Räumen forschen und diese mit Überschriften, Material und Erfahrungspotenzial ausstatten.

TachoTinta platzt die eigene Blase und erntet blinde Flecken. Sie versuchen, Menschen ausfindig zu machen, die von ihrer Umgebung ausgeschlossen sind. Eine entscheidende Frage für diese Residenz ist es, einen Weg zu finden, das Verborgene wahrzunehmen. Wie wird man sich seiner blinden Flecken bewusst?

„Der letzte Seraphim“ beschäftigt sich mit den Themen Konsum, den dadurch produzierten Müll, der gegenseitigen Ausbeutung von Menschen, der Ambivalenz von Überbevölkerung und Aussterben sowie Zerstörung und Neuschöpfung. Als Leitfigur steht Seraphim, der brennende Engel Gottes. Eine Recherche, in welcher Tanz, Musik, Fotografie und Gegenständlichkeit zu einem Ganzen verschmilzt

Das Künstler*innen-Kollektiv HOLLERBACH | VANDEGINSTE | BRAUN befasst sich in ihrer Residenz mit einer genreübergreifenden Stoff- und Materialrecherche zu dem norwegischen Volksmythos „Haugtussa“. Ziel der drei Künstlerinnen ist es, nach Erzählmöglichkeiten, Umsetzungsformen und grundlegenden Perspektiven des Stoffmaterials zu suchen.

Im Zentrum von Perpetuum steht der Versuch einen Raum zu kreieren, in dem der*die Zuschauer*in alles, was sich außerhalb dieses künstlichen Raumes befindet, vergessen kann. Dieses Miniaturuniversum soll unserer chaotischen, realen Welt gegenüberstehen. Es soll erforscht werden, ob es möglich ist Menschen aus ihrem Alltag zu entführen, sie für einen Augenblick außerhalb der Zeit sein zu lassen

What shapes our identity? And how does it change with the change of our environment? In this research, Makhina explores the theme of identity through the use of the theatrical masks as a metaphor for identity. Mask not just as a device that covers the face, but as a filter, as a membrane – as both a dividing and a connecting boundaries.

„Alles… Aber ohne Druck“ forscht nach Bewegung ohne „Druck“ – welche natürlichen Möglichkeiten hält der Körper für uns bereit, um uns zu bewegen? Eine interdisziplinäre Forschung und Frage nach dem, was schon ist und wie wir es nutzen können.

„Metaversum: Der Wald“ ist eine Akademieneugründung, eine Forschungs-Aufführung und eine künstlerische Konferenz: Es ist die Wiederaneignung der Wirklichkeit durch das Theater. Während der Forschungsresidenz werden Hypothesen aufgestellt, experimentelle Aufbauten entworfen und vorbereitet.

„Portrait of…“ initiiert eine Introspektion, die zu kultureller Identität im Körperausdruck recherchiert und individuelle Bewegungsgeschichten sammelt, innerhalb deren nach gemeinsamen Werten gesucht wird, mit denen wir als Gesellschaft resonieren. Diese Recherche wird von Januar bis April an zwei verschiedenen Residenzorten erforscht, um die Vielfalt der kulturellen Prägung im Körper zu erkunden. 

Frisch ausgebildet von TIP Schule in Freiburg, ist Marine weiterhin motiviert, in der Tanzperformance voranzukommen. Ein Thema, das sie besonders interessiert: „Solo und Lebendigkeit“. Wie erstellt man ein Solo? Wie macht man es lebendig und fesselnd? Sie findet viele Fragen zu diesem Thema, die sie der einer Forschungsresidenz in der Praxis untersucht, um viele neue Ideen zu sammeln.

Jede*r war in seinem Leben schon mal alleine oder einsam. In dieser Residenz beleuchtet Paula Schäfer die vielen verschiedenen Aspekte dieses Gefühls, um die möglichen positiven Eigenschaften herauszufinden und sie auf die künstlerische Arbeit von Schauspieler*innen zu beziehen, die oft im Ensemble arbeiten, jedoch sich selbst als größtes Werkzeug haben.

„In our rapidly changing society we can count on only two things that will never change. What will never change ist the will to change and the fear of change.“ – Harriet Lerner, The Dance of Intimacy
Anso Dautz denkt nach…über Männlichkeit.
Anso Dautz begibt sich auf eine Suche – nach möglichen Antworten, neuen Fragen, dem Ritual der Mannswerdung.

In der Recherche „Identität und Horror“ untersucht Tatjana Reeh die wechselseitige Beziehung zwischen Horror und Identität und macht sich dabei in einem filmischen Knet- Experiment auf die Suche nach einer Identität der Vielheit.
Dabei fragt sie sich, ob und wie weit Horror-Identitäten auch als Chance begriffen werden können, um neue Identitätskonzepte zu bilden.

Im Rahmen des Recherchevorhabens befragt Leon Wierer Kinder und Jugendliche im Alter von 6-21 Jahren als Expert*innen ihrer eignen digitalen Lebenswelt: An welchen Stellen überschneiden sich der digitale und der analoge Raum in ihrem Alltag? Welches sind die Themen und Formate, die sich für „digitales Theater“ für und von Kindern und Jugendliche eignen? Wer hat Zugang – wer nicht?

Im Rahmen der Residenzförderung #TakeHeart wird sich die Regisseurin Karin Herrmann mit dem schriftstellerischen Werk und der künstlerischen Welt des ökologischen (Vor-) Denkers Andrej Platonow auseinandersetzen. Dabei legt sie besonderen Fokus auf Platonows Gedanken bezüglich der menschengemachten Zerstörung und der dadurch erforderlichen Rettung der Erde.

„it’s all love, blue spectres“ is a multidimensional and trans temporal intuitive voice and movement research practice delving into themes of ancestral kinship and legacy from Camille Jemelen’s situated white, queer, trans and autistic embodied perspective.

In ihrer Recherche befasst sich Vasiliki Bara mit der Erschaffung und Darstellung von Kreaturen. Was macht eine Kreatur zur Kreatur? Wie bewegt sich eine Kreatur? Welche Qualitäten hat sie? Bewegung und Tanz liegen dabei auf dem Fokus. Ziel des Vorhabens ist es, Strategien für die Erstellung von Kreaturen zu entwickeln.

Die Gruppenarbeit von Wiete Sommer und Charles Washington setzt sich mit Superheld*innen in der Vergangenheit und der Gegenwart auseinander. Unter dem Arbeitstitel „cryptoheroes auf high energy“ entstehen Biografien für zwölf Superheld*innen. Im choreografischen Prozess erhalten die Superheld*innen Superkräfte. Dabei werden diverse Materialien in ihrer Funktion abstrahiert.

Die Fortschreibung der Vergangenheit in die Gegenwart ist das gemeinsame Kennzeichen von Identitätspolitik und künstlicher Intelligenzen. Wie kann diese Gemeinsamkeit sinnlich-ästhetisch nutzbar und in performativen Räumen erfahrbar werden? Bis zu welchem Grad können KI und Publium künstlerische Entscheidungen abnehmen?

Das „Activist Care Space – Not Another To Do on Your List“ ist ein künstlerisches Forschungsprojekt, welches Fragen nach nachhaltigen Gestaltungsprozessen in aktivistischen Bewegungen stellt. Es will herausfinden wie ein Ort, der Aktivist*innen einen Raum zur Erholung und Austausch bietet, sein kann und sie dabei unterstützt, Self Care als festen Bestandteil des Engagements mit einzubeziehen.​

Unter dem Titel „How to make them laugh“ recherchiert die Choreografin Maria Chiara de‘ Nobili zum Thema Körperkomik mit dem Fokus auf Buster Keaton und Jacques Lecoq. Innerhalb der physischen Komödie und diesen beiden Vertretern sucht sie nach ästhetischen Parallelen, die im zeitgenössischen Tanz/Theater als Grundlage für eine choreografische Übersetzung umgesetzt werden können.

Der Titel „Extended Butterfly“ (AT), zu deutsch entfalteter Schmetterling, ist der Name einer Figur im Pole Dance, der die ausladenden Ausdrucksmöglichkeiten der Tanzform beschreibt.
Eine Suchbewegung zwischen den Polen von Freiheit und Arbeit, Geist und Körper, Individualität und Gemeinschaft: Unter welchen Bedingungen ist eine schmetterlingshafte Entfaltung möglich – und wann tut ein Kokon Not?

Unter dem Titel „INNE“ wird die Zeit der Residenz der Erforschung des Zusammenhangs zwischen Vertrautem und Beengendem in der Erinnerung gewidmet. Fragen nach der Möglichkeit der Sammlung, Wiedergabe und Übersetzung von Geschichte(n) Anderer in die eigene Erzählung, vom Mündlichen ins Bildliche und zurück, sollen geklärt werden.

UChuang&Bartel befassen sich mit dem Thema Gender und Gewalt (domestic violence) und erforschen, wie dies performativ im urbanen Raum verhandelt werden kann: Das Motiv „UN//COVERING“ verweist dabei sowohl auf das Verstecken und Zeigen des Körpers, als auch auf strukturelle Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit und das Aufklären von Verbrechen.

Joao erforscht den Untergang und die Verschlechterung der Vertikalität in etablierten Machtbildern als Repräsentation des globalen Problems der Post-Wahrheit. Er dehnt seine Recherchen über Videocalls auf Tanzensembles in Brasilien aus, um geografisch unterschiedliche Körper zu beobachten, die sich mit einem Problem von globaler Relevanz auseinandersetzen.

Pink Bullroarer kicks off questioning the potential of constant transformation, the eventual flex of dual and/or binary boundaries with the multiplicities of the two-spirit people heritage with music and movement as a form of empowerment while finding practices that can be used in performance practices and collective participative performance experiences.

In „when the ugly old normal comes back to the fore“ wird sich Aran Kleebaur mit ambience, atmosphere und noise in Bezug auf die Strukturierungen und Erfahrungen vom sog. Alltag auseinandersetzen. Es ist eine Recherche über die akustischen, affektiven und materiellen Hinter- und Untergründe von Alltagssituationen und wie diese performativ und verfremdend zur Darstellung gebracht werden können.

Unter dem Titel „CHARAKTERENTWICKLUNG DURCH ENTSCHLEUNIGUNG (AT)“ befasst sich Alexander Miller mit dem Potenzial der Entschleunigung von Breaking-Repertoire als kreatives Tool zur Szenen- und Charakterentwicklung.

Was passiert, wenn man durch Krankheit oder Unfall berufsunfähig wird und der bisher ausgeübte Beruf die Passion war?
Diese Residenz beschäftigt sich mit den psychischen Folgen von der Berufsunfähigkeit. Wie geht man damit um, wenn einem ein Teil der Identität genommen wird?
Ein weiterer Aspekt dieser Residenz setzt sich mit der Angst vor der Berufsunfähigkeit auseinander.

Das Digitale übt eine starke Anziehung aus und eröffnet über 3D-Animation, Motion Design, Virtual und Augmented Reality neue Ästhetiken. Insbesondere Facefilter wirken unmittelbar am eigenen Körper(bild). Dieses Zusammenspiel von Digitalität, Körper und Selbst werden in der Recherche auf ihr Potenzial für Tanz, Choreografie und Kostüm hin untersucht.

Das feministische Performance-Trio ROAR bringt in „〚Grazien〛EINE AUSTREIBUNG“ zusammen, was zusammengehört: die drei Grazien und die drei Furien.
Die sprichwörtlich gewordenen “Drei Grazien” sind der antiken Mythologie nach Göttinnen der Anmut und Schönheit. Liliane Koch, Pia Richter und Thea Rinderli sind angetrieben von der Suche nach neuen Bildern von Weiblichkeit – ihrer Macht und Potenz.

Im Rahmen der Residenz beschäftigen sich lost [s]objects mit der Darstellung zeitlicher, gesellschaftlicher und kapitalistischer Zusammenhänge, welche die Hexenverfolgung – bis heute – ermöglichten. Dabei arbeiten sie mit Mitteln und an Schnittstellen von Puppen-, Figuren- und Objekttheater, Szenografie, Bildender Kunst sowie Performance auf der Suche nach Widerstand.

Ein Panzer und eine weiße Fahne: Symbole für Krieg und Frieden. Welche Informationen, welche Mythen und künstlerischen Versprechungen liegen hinter diesen Symbolen, welche Körper sitzen im Schutzraum? Mit „PANZER + FAHNE“ suchen die Künstlerinnen der Gruppe MFK Bochum nach struktureller wie inhaltlicher Begegnung und Verbündung in ihrer Arbeit.

Mit ihrer Recherche „The Truth you see is only a projection”, möchten Schroffke eine Bild- und Klang-Sprache finden, die gleichermaßen für ein sehendes wie auch ein hörendes Publikum zugänglich ist. Das narrative und inklusive Potenzial einer solchen Wechselwirkung soll anhand von Motiven aus dem Märchen der kleinen Meerjungfrau erprobt werden.

In den zwei Monaten der Residenz „Bewegungsrecherche zu (Radio-)Nachrichten“ wird nach einer spekulativen Tanzpraxis geforscht. In dem Zeitraum wird regelmäßig zu Radio-Nachrichten getanzt, um zu untersuchen, welche choreografischen Prinzipien sich daraus ableiten lassen. Dabei werden verschiedene Praktiken der Zweckentfremdung des Nachrichtenhörens entwickelt.