Entscheidung #TakeAction | Performance, Tanz, Sprech- und Musiktheater

Ausgewählte Vorhaben

RAUM+ZEIT adaptiert den legendären Foto-Film „LA JETÉE“ von Chris Marker (1962) als „Audiowalk für Zwei“ in Berlins Mitte. Zwei Menschen starten an verschiedenen Orten. Sie begegnen sich. Vor dem Hintergrund einer Pandemie und drohendem gesellschaftlichem Zerfall entspinnt sich eine tödliche Liebesgeschichte. Eine Reflexion über die Möglichkeit von Nähe und Solidarität in Zeiten des Abstandsgebots.

„Come Closer“ geht in einer Verbindung aus Langzeitdokumentation, begehbarer Installation und Spiel der Frage nach, was Nähe in Zeiten der Pandemie für uns bedeutet. Menschen erzählen davon, wie sehr wir diese Nähe brauchen und gleichzeitig fürchten, weil sie potenziell gefährlich ist. Und davon, wie sich mit unserem Verhältnis zu Nähe auch unsere Gesellschaft nachhaltig verändert.

Das Projekt „Asphaltwelten Part 2“ der go plastic company (Dresden) verhandelt auf einem internationalen Forschungstrip das Leben draußen. In Kollaboration mit verschiedenen Partner*innen werden zwei Teams auf zwei Routen in europäischen Städten choreografische Interventionen im öffentlichen Raum entwerfen, erproben, erforschen und teilen. Das Projekt wird transmedial dokumentiert und bereitgestellt.

Ein Dorfplatz verwandelt sich in reges Hafengetümmel. Ein Linienbus mutiert zum Walfangschiff. Mit Metallschrott, Menschen und Musik wird eine Welt auf See erschaffen, die zum Mitreisen einlädt und uns in die Abgründe des Menschseins spähen lässt.
„Moby Dick“ neu gedacht und bilderstark bespielt, bis das Spektakel wieder abzieht und die Kühe im Stall mit Gischt im Fell zurücklässt.

Das Performance-For-Film-Projekt des Duos VestAndPage setzt sich mit Erinnerungsschichtenbildung und Tiefenzeit im Menschheitsgeschichtlichen und Geologischen auseinander. In internationaler Zusammenarbeit treffen körperbasierte Performancekunst, Theater, Tanz, Bildende Kunst und Musik in Höhlen der menschlichen Urgeschichte in spartenübergreifenden Prozessen auf Wissenschaft.

Debatten über toxic masculinity und emotionale Verdrängungsmechanismen bei Männern* sind seit einigen Jahren einer breiten Öffentlichkeit bekannt, aber Vorbilder von alternativen, feministischen und kritischen Männlichkeiten sind nach wie vor schwer zu finden. „Boyfriends“ soll ein „Sex and the City“ für Männer werden, eine Repräsentations-Utopie im Sitcom-Format.

Drei Darsteller*innen ziehen am Strang der Wirklichkeit. Jede*r ist Protagonist*in derselben Figur: des Studenten Theodor aus der Hoffmannschen Erzählung vom „Öden Haus“. In ihren unterschiedlichen Wahrnehmungen und Deutungen der Geschehnisse geraten sie miteinander in Streit. Was ist Fiktion und was Realität? Was ist ehrliches Bemühen um Erkenntnis und wo beginnt Manipulation?

In „DREAM MACHINE – eine partizipative Konzert-Performance über unsere Träume“ machen Anke Retzlaff (Schauspielerin), Jo Beyer (Schlagzeug), Lukas Schäfer (Synthesizer) und Matin Soofipour (Autorin) die COVID-19-Pandemie als multiperspektivischen Fiebertraum erlebbar und kreieren live und gemeinsam mit Zuschauer*innen eine hoffnungsvolle musikalisch-performative Zukunftsvision.

NON-UPGRADED EXISTENCE erzählt vom digitalen Zeitalter und dessen Einfluss auf unser Selbstverständnis.
In diesem heftigen Stück konfrontiert uns Gerspacher mit der unbequemen Wahrheit, dass wir das Glück dort suchen müssen, wo wir es am wenigsten vermuten: bei uns selbst. Ein Tanztheater mit Märchencharakter, in dem sich Tanz, Theater und Musik zu einer heiter bis obskuren Sinnwelt verbinden.

Tritt ein in eine weiße Ballonblase, die multimediale Installation „VOID“. Die weiße Blase als performativer Möglichkeitsraum kreiert ein Vakuum, in dem sich Licht, Tanz und Sound in einem kaleidoskopartigen Spiel zu immer neuen Bildern zusammensetzen. Zentrale Methode des Stückes ist die mediale Transkription eines Datensatzes, der unendlich modifiziert die Konstruktion von Realitäten sichtbar macht.

TachtoTinta arbeiten weiter an der Erforschung kultureller Missverständnisse. Dieses Mal wird eine tänzerische Auseinandersetzung mit Identitätspolitiken, Alltagsrassismus und Aufmerksamkeitsökonomien verschränkt mit Techniken und Taktiken der Bühnenzauberei. Welchen Illusionen glauben wir am liebsten und warum? Und wie können wir uns von diesem Wunsch emanzipieren?

Chtuluzän is calling_Berichte aus der Zukunft ist eine performative Theaterinstallation für eine Schauspielerin und Lautsprecherorchester. In einem spekulativen Gedankenraum, der zugleich Klang- und Sprachkosmos ist, empfängt eine Schauspielerin/Performerin Botschaften aus einem Zeitalter nach der klimatechnischen Apokalypse.

Mein Körper ist fluide, fremd, uninterpretierbar, elektronisch und verzerrt die Wahrnehmung von Bildern und Momenten.

Vis á Vis“ ist eine Minimal-Performance, welche die kleinsten Momente einer Begegnung dekodiert und gnadenlos offenlegt.

Ein Tanzstück zu Alltagsrassismus. Aus einem Rollentausch entspringt ein Perspektivenwechsel: Schwarze Menschen sind weiß, weiße Menschen sind Schwarz. Unter einer fiktiven Schwarzen Vorherrschaft erleben nur weiße Menschen Alltagsrassismus; Schwarze und „migrantisch markierte“ Menschen nicht. Tanz und Text verschaffen einen körperlichen und emotionalen Zugang zur theoretischen Rassismus-Debatte.

„SPIRALE“ ist eine Solo-Performance einer zeitgenössischen Butoh-Tänzerin. Themen sind Selbstausbeutung und -überwachung in unserer aktuellen Arbeitswelt. Denn wir alle haben die Logik von Effizienz, Optimierung und Kontrolle freiwillig verinnerlicht. Burnout und Karoshi (Tod durch Überarbeitung) sind ein globales Phänomen. Die Choreografie versucht eine Art Metamorphose von uns Arbeitswesen.

„Patience Camp“ erzählt von der grandios gescheiterten Antarktisexpedition E. Shackletons 1915. Es ist eine Geschichte von den Tugenden der Zivilisation und der heilsamen Kraft von Theater und Fußball. Eingebettet in den „Zeltplatz der Zivilisation“ stellt das Jahrmarkttheater sich und seinem Publikum die Frage, wieviel zivilisiertes Miteinander Gesellschaften benötigen, um Krisen zu überwinden.

Das Eisenbahntheater Das Letzte Kleinod schickt im Sommer 2021 einen „KOHLEZUG“ auf die Reise. In zehn offenen Schüttgutwagen wird ein begehbares Dokumentartheater über den Braunkohlentagebau inszeniert. Die Szenen berichten von der Arbeit in der Grube, von Protesten und vom Klimawandel. „KOHLEZUG“ wird in der Lausitz geprobt und fährt anschließend auf Schienen in die Kohlenreviere Deutschlands.

Das Projekt „Lebende Minus Tote“ ist dokumentarisches Theater und inszenierte Totenfeier. Es reflektiert den Umgang mit SARS-CoV2 aus der Perspektive der Corona-Risikogruppen und stellt die übergeordnete Frage nach der Verantwortung des Einzelnen gegenüber dem Gemeinwesen. Als dritter Teil des Zyklus „Die lebenden Toten“ präsentiert es sich sowohl live im Bühnenraum als auch in digitaler Form.

Mit der Adaption von Benjamin Quaderers schelmenhaftem Debütroman entwerfen James & Priscilla einen Möglichkeitsraum der Identitäts- und Perspektivwechsel, in dem sich immer wieder aktiv der eigenen, auch widersprüchlichen Geschichte bemächtigt wird – und setzen eine Collage aus live performten zeitgenössischen Popsongs als eben diese Möglichkeiten daneben.

Ikone ist inspiriert von fotografischen Arbeiten von Danna Singer, Sally Mann und Elle Pérez. Die gezeichneten Charaktere der Performerinnen entstehen zwischen Realität und Fiktion, zwischen Fantastischem, Dystopischem und Utopischem. Sie sind konstanter Reibung und Fragmentierung ausgesetzt. MIRA beleuchtet etablierte Rollenmodelle und wie die Frau in unserer visuellen Kultur dargestellt wird.

Das leerstehende 20.000qm große Flensburger Karstadt-Gebäude steht ikonografisch für Verödung, aber auch die Chance anderer Nutzungen der Innenstadt. Das Gebäude wird von Pilkentafel. das Ensemble und eingeladenen Performer*innen erforscht und neu geöffnet. Durch die Kombination der Soundinstallation der Gebäudeklänge mit performativen Soli der Performer*innen wird es zum Raum der Begegnungen.

Sargasso Sea ist eine poetische Auseinandersetzung mit dem Ozean als Archiv zwischen Live-Hörspiel, Videokunst und Choreografie. Auf einem Algenteppich, dem Sargassum, versammeln sich Mythos und Wissenschaft, kreolische Widerstandstänze und syrische Göttinnen des Meeres, Mikroplastik und Noise Pollution, Geschichten aus dem Black Atlantic und Schlepperboote aus dem Mittelmeer.

Das Ulmer Münster hat den höchsten Kirchturm der Welt. Für wie lange noch? Da die Sagrada Familia in Barcelona kurz vor der Fertigstellung steht, wird dieser Rekord gebrochen. ChoreoLab lädt je zwei Choreograf*innen aus Ulm und Barcelona sowie vier Tänzer*innen ein, Werke zu kreieren und aufzuführen, die sich damit auseinandersetzen, was den Menschen antreibt, immer höhere Bauwerke zu konstruieren?

Big 😀“ (AT) ist eine Annäherung an das Thema „Big Data“. Mit den Mitteln des Tanzes werden Prozesse der Datensammlung und -nutzung untersucht. Fabien Prioville und sein Team entwickeln in Zusammenarbeit mit der Hochschule Düsseldorf und den LavaLabs eine haptische Entsprechung im performativen Raum für die sonst im Verborgenen ablaufenden Prozesse des Datentrackings.

Zwischen Derrick und Horst Schimanski, Tatort, den Rosenheim-Cops und Notruf Hafenkante fällt es schwer, die Orientierung zu behalten. Das Kollektiv SV Szlachta möchte sich der Situation stellen und dem Problem der Polizei auf den Grund gehen. Als Intervention im öffentlichen Raum werden die Menschen, die unentwegt Adressat*innen von Polizeikontrollen sind, selbst die Ermittlungen aufnehmen.

Öffentlicher Raum, Privatbesitz, Grenzen, Flüchtlingsunterkünfte, Konzerte, Krankenhäuser, Baustellen, Leerstand – überall sind private Sicherheitsleute im Einsatz. Doch wer sind die Menschen in den Uniformen und was erfahren wir durch sie über unsere Gesellschaft? SECURITY ist eine Performance für drei Security-Männer und eine Recherche zwischen Dokumentation und Fiktion.

Recherche und digitale Montage für VOLL:MILCHs Tanzwerk „ARBEIT IST KLASSE!“ (AT): eine zwischen Affirmation und Kritik oszillierende, mit Popmusik und Arbeiterliedern unterlegte Tanz-Show zum Thema Inszenierung von Arbeit. Wir wollen die unheimlichen Verhältnisse zwischen Arbeit, Musik und Synchronizität wortwörtlich „dadurch zum Tanzen zwingen, dass man ihnen ihre eigne Melodie vorsingt“ (Marx).

Wie selbstbestimmt können wir Mutterschaft denken und leben? Das Musiktheaterprojekt „Oxytocin“, das sich musikalisch zwischen großer Oper, Rabenmütterpopsongs und Stilleinlagen-Lamenti bewegt, entmythologisiert die „natürliche Rolle“ der Frau als fürsorgliche Mutter und räumt dafür unter anderem mit landläufigem Halb-Wissen über das Kuschelhormon Oxytocin auf. Oh Daddy, are you mom enough?

Das Berliner Künstler*innen Kollektiv, bestehend aus drei Tänzer*innen/Choreograf*innen, einer Schauspielerin/Theaterregisseurin und einem Musiker/Komponisten, plant zwei ortsspezifische Performance-Formate im öffentlichen Raum zu entwickeln, die die besonderen Herausforderungen und Auswirkungen der COVID-19-Pandemie in Bezug auf soziale Verbindungen berücksichtigt und zum Thema macht.

Herrscherwillkür, Frauenhass, Misstrauen in gesamtgesellschaftliche Regeln – Shakespeares unangenehm aktuelle Dark Fantasy über eine auseinanderfliegende Gesellschaft gehört in den öffentlichen Raum, auf eine Agora, mitten in der Innenstadt. Wann, wenn nicht jetzt?
Eine Koproduktion von Theater zur weiten Welt (Lüneburg) und Honolulu Star Productions (Köln).

THE GOLD RECORD STUDIOS“:

„In den 70ern schoss die NASA ihre Golden Records als ewiges Selfie der Menschheit ins All – wir produzieren 50 Jahre später unsere Golden Remaster!
Gemeinsam mit diversen Öffentlichkeiten und Communities fragen wir: Wie wollen wir erinnert werden? Warum überhaupt? Und wer entscheidet, was auf die Platte kommt?
Ein Live-Recording für uns, ein Kollektiv-Selfie für Aliens.“

Grammar ist eine Performance, die sich als Beitrag zum Verständnis von gegenseitigen Abhängigkeiten, Verflechtungen und Wechselwirkungen verschiedener Kulturen und Lebensweisen versteht, sowie als Beitrag zu einer transkulturellen „Wissenskonstruktion“, die die Eigentümlichkeiten einer jeden Kultur bzw. Lebensweise bewahrt (und nicht einebnet).

Weshalb wird eine aus dem globalen Norden ausgewanderte Person als Expat bezeichnet, eine aus einem Land des globalen Südens jedoch als Migrant*in oder Gefüchtete*r bezeichnet? Die Produktion Ein stolzes Schiff streicht einsam durch die Wellen“ (AT) vergleicht die Motive historischer wie heutiger deutscher Auswanderer*innen mit denen heutiger Migrant*innen, die in den globalen Norden einwandern.

Das Rad, das die ganze Welt in Bewegung hält, hat plötzlich aufgehört sich zu drehen. Gibt es ein Danach, wenn wir Menschen wie Hamster aus dem Rad des Lebens geschleudert wurden?

Eine Tanzperformance mit Livestream und Tanzfilmproduktion mit Plansequenz-Kamerabewegung. Das Stück spielt im Übergangsbereich zwischen Himmel, Hölle und Wiedergeburt an verschiedenen Schauplätzen eines Fabrikgebäudes.

BISMARCK-DEKOLONIAL ist ein Tanz- und Kunst-Projekt im öffentlichen Raum, welches sich mit dem Thema der Dekolonialisierung auseinandersetzt. Zusammen mit Künstler*innen aus Hamburg und aus den ehemaligen deutschen Kolonien schaffen yolanda gutiérrez & projects gemeinsam eine Brücke zwischen der öffentlichen politischen Debatte und der gegenwärtigen, künstlerischen und dekolonisierenden Perspektive rund um das Denkmal.

NERVEN“ (AT) ist ein choreografiertes Schauspiel zwischen Authentizität und Effekthascherei. Ausgehend von der Hysterie als erfundene Krankheit wird die Darstellung pathologisierter Körperzustände/Affekte und ihr Verhältnis zu normierten Geschlechterrollen hinterfragt. Vier Tänzer*innen spielen mit Kontrollverlust, körperlich-stimmlichen Extremen, poppigen Kostümen und humorvoller Übertreibung.

Gewichtsdiskriminierung ist alltäglich und der Körper wird zu einer öffentlichen Angelegenheit, die verhandelt werden muss. Er ist ein immer ein Problem. Die Inszenierung fragt, welche Wirkweisen der normierende Blick auf sehr dicke weibliche Körper hat. Was bedeutet er für die, die angesehen werden? Wie kann das Schauen neu gelernt werden?

Als SCHWARZER SCHWAN wird in der Wissenschaft ein folgenschweres Ereignis bezeichnet. Für uns alle heißt er jetzt Corona. Aber was ist mit unseren ganz eigenen, persönlichen Schwarzen Schwänen? In diesem performativen-szenischen Theaterstück werden neue Sichtweisen auf die Fragen unserer Zeit und (auch humorvolle) Blickwinkel auf die Phänomene AUSNAHMESITUATION und KRISE geworfen. Mit Live-Musik.

Was ist männlich? Was ist weiblich?
Und wieviel Leid bringt es uns, nicht einfach nur menschlich sein zu dürfen?
Diesen Fragen werden sich Nina Hecklau-Denker und Eva-Maria Damasko vom TMLDM-Kollektiv widmen. Mit Hilfe diverser weiblicher und männlicher Stimmen aus Vergangenheit und Gegenwart kreieren sie ein berührend-aufrüttelndes, unterhaltsames Theaterstück.

In A meeting that never took place“ bringen Ilana Reynolds und Sabrina Huth ihre persönliche Geschichte vom ständigen Sich-Verpassen sowohl auf die Bühne als auch in eine filmische Dokumentation. Mit einem Hauch Ironie und Poesie greift das Tanzduett die Frage auf, wie wir zwischenmenschliche Begegnung heute definieren. Wie begegnen wir einem Körper, der nicht unmittelbar anwesend ist?

2 dance poems splitter – auf beschränktem Raum entfaltet sich die Dynamik widersprüchlicher innerer Welten – Gestik und Bewegung korrespondieren mit Einspielern von Wortfetzen, Slogans, Gedichten, und triggern zusätzliche Assoziationsketten.
Ein endloser Bilderstrom mit found footage bildet den Hinter- aber auch Tiefengrund für „stream“. Sound und Bilder als dystopisches Weideland für einen Tänzer.

Landscapes of Desire ist eine immersive choreografische Installation und ein breiteres partizipatives Projekt, das Berührung und Consent in den Mittelpunkt einer zeitgenössischen Tanzforschung bringt. Ein queer-feministisches Kollektiv von Tanzschaffenden engagiert sich physisch, um Ethik und Ästhetik der Berührung zusammenzubringen und das Publikum zu dieser Erfahrung einzuladen.

Infectus Hannover ist ein interdisziplinäres Musiktheaterstück im öffentlichen Raum. Sound-Komposition trifft auf Dokumentartheater und eine partizipative Ausstellung. Im Gewand einer Stadtführung zur Seuchengeschichte Hannovers erleben die Zuschauer*innen Klangraum, performative Intervention und Walking Lecture – sie besetzen als Mini-Gesellschaft den Stadtraum und werden Teil des Corona-Archivs.

Das Theater ist ein Ort des Erinnerns. Schauspieler*innen erinnern sich an ihre Texte, aber auch das Publikum erinnert sich im Moment der Aufführung. „Das verkommene Land.“ verwandelt die Bühne in eine Erinnerungslandschaft, durch die sich ein Chor bewegt. Er versammelt Stimmen von Schauspieler*innen, die sich an Rollen auf der Bühne und in der Gesellschaft erinnern und auf die Gegenwart beziehen.

Erinnerungen in Boxen. Der „Boxring“ zeigt individuelle und globale Erinnerungswelten von 1921 – 2021 verpackt in unterschiedliche Boxen, bespielt von sechs Künstler*innen unterschiedlicher Sparten an einem erinnerungswürdigen Bunker in den Unterwelten der Bremer Innenstadt. Eine eindrucksvolle begehbare, performative Installation, bei der das Publikum seinen eigenen Erinnerungsweg beschreitet.

Die individuelle Zeitreise Revue“ gibt der*dem Veranstalter*in die Möglichkeit, die Show outdoor oder indoor zu buchen und die Besetzung entsprechend der Location und der Anzahl der Gäste auszuwählen. Ein abwechslungsreiches Showprogramm auf Pop-Up-Bühnenelementen, die flexibel aufgestellt werden können, entsprechend der aktuellen Situation und der Bestuhlung. Projekt PQ stellen das Gesamtpaket für ihre Show!

Anywhere out of the world – ein Theaterabend nach den „kleinen Gedichten in Prosa“ von Baudelaire.
Eine Puppenspielerin und ein Cellist begeben sich auf die Spuren einer kaputten Welt, deren Scherben uns ein Stück Paradies „
out of the world“ erahnen lässt.

Leutnant Gustl– die Innensicht eines radikalen Verlierers.
In einem verstörend komischen Monolog schält sich die Psyche des kleinen Mannes im Streben nach Geltung und Macht heraus. Toxische Männlichkeit untersucht die Schauspielerin Karolina Horster mit dem Literaturklassiker von Arthur Schnitzler.

Das Stück „Wölfinnen“ untersucht die generationsübergreifenden Auswirkungen traumatischer Erlebnisse. Konkret: das (unbehandelte) Vergewaltigungstrauma der ostdeutschen Frauen, verstärkt durch die Tabuisierung der aus dem Krieg heimkehrenden deutschen Männer. Es thematisiert die Konsequenzen einer Weigerung, die Verbrechen an den Frauen als solche zu benennen und erlittenes Leid anzuerkennen.

„Juntos / Bî Hevra“ lädt ein zu der doku-fiktionalen Hochzeitsfeier von Mirah Laline aus dem brasilianischen Amazonas und dem kurdischen Syrer Lian Khalaf. Ausgehend von den Tischreden der Hauptfiguren – Brautpaar, Trauzeugin, Trauzeuge und Gäste – wird die Frage “Wie wirken sich politische Situationen unverhinderbar auf die Biografie aus?” verhandelt und eine Zeremonie der Bindung erzählt.

Black Lives Matter, berstende Gletscher, brennende Flüchtlingslager, eine Pandemie ungeahnten Ausmaßes – das Jahr 2020 zeigt die Krisen der Welt wie unter einem Brennglas.
Ohnmacht versus Hoffnung: „There‘s a choice we‘re making…!“ ist ein Stück über Hoffnung in hoffnungslosen Zeiten und über die Chancen, die trotz Unsicherheit und Verzweiflung in krisenhaften Ereignissen stecken.

„Reflecting oneself through space“ ist eine Performance für öffentliche Räume und Galerien, in der der Performer durch die Live-Verarbeitung von Informationen zu einem Gefäß wird, das einen Dialog zwischen Körper und Raum, Innen und Außen herstellt.

Wie viel Kontakt ist möglich, wenn es keinen physischen Kontakt gibt? Wie kann der leere Raum gefüllt werden? Mit Tanz, Schauspiel, Medien und Texten forschen acht Künstler*innen und ein Sprechchor zu körperlichen und nicht-körperlichen Kontaktformen. Es entsteht eine Bühnen-Performance über das Verhältnis von Nähe und Distanz, Körper und Geist, und die Fülle der Zwischenräume.

Die Künstlerinnen Behrmann/Koch/Mielich möchten in ihrem neuen Projekt die unangenehme Frage nach der letzten Ruhestätte erörtern. Eine Bestatterin verkauft den anwesenden Zuschauer*innen ihre perfekte, individuelle Beerdigung und klärt über verschiedene Varianten auf — im Stil einer Kaffeefahrt. Eine Performance, die dem schweren Thema mit Leichtigkeit und schwarzem Humor entgegentritt.

Weilandt und Zock spüren einer Erzählung aus dem Mansfelder Land (Sachsen-Anhalt) nach, deren Ursprung in einer solidarischen Geste über Ländergrenzen hinaus liegt. Die Legende wird zum Anstoß für einen theatralen Diskurs über Solidarität. Was macht solidarisches Handeln aus? Gemeinsam mit sechs internationalen Schauspieler*innen organisieren sie ein Theaterspektakel unter freiem Himmel.

Die Kammerspiele Magdeburg erarbeiten eine Neu-Inszenierung des „Faust I“ als „pralles und lebendiges Volkstheater“ (Presse) mit zwei grandiosen Hauptdarstellern und einer ungewöhnlichen Sicht auf die Rahmenwette zwischen dem Herrn und Mephisto.

Jedermann stirbt in Zeiten der Pest. Ein neuer Blick auf das Sterben des reichen Mannes.
In einer Überschreibung der Vorlage und in der Spannung von mittelalterlicher Todes-Mystik und postmoderner Zersplitterung der Gesellschaft ergibt sich ein völlig neuer Blick auf die Themen Tod, Verantwortung für seinen Nächsten und Verdrängung der Vergänglichkeit.

Die Musiktheaterkombo glanz&krawall beamt Puccinis Oper „La Bohème“ aus dem Paris des 19. ins Berlin des 21. Jahrhundert: Basierend auf Szenen des Melodrams und aktuellen feministischen Positionen der Prekariatsforschung formieren sich ALGII-Empfängerinnen und Bühnenkünstlerinnen – Bohèmiennes der Gegenwart – zur gemeinsamen Supergroup.

Das Netzwerkkollektiv Jenseits von Gut und Böse sieht in Zeiten gesellschaftlicher Umbrüche, zunehmender populistischer Strömungen und wachsender Orientierungslosigkeit die künstlerische Notwendigkeit eine „Reform der Denkungsart“ (Kant) anzuregen mit zwei Projektentwicklungen: „Warum gerecht sein? Eine Performance der Widersprüche“ sowie „Raus aus der Höhle!“. Eine partizipative Theaterserie.

Dritter Raum“ ist ein aufregendes neues Stück von Laura Hicks. Ausgehend von ihrer Erfahrung mit Kontaktimprovisation und der Erforschung des Themas „Sozialer Raum“ wirft die Arbeit auf spielerische Weise einen Blick auf die Frage, wie das Zusammensein mit Anderen Identitäten und Interaktionen hervorbringt, die entscheidend sind für unser Gefühl von Vitalität und Verbundenheit.

Das Stück „The Lord of Language“ (Der poetische Prophet) schildert Aufstieg und Fall des Dichters Oscar Wilde. Arrangiert für eine Schauspielerin in 14 Stimmen und akustisch-musikalisch begleitet vom Chor des RambaZamba-Theaters – in einer Jazz-Komposition von Hannes Zerbe – thematisiert das Stück die Diskriminierung gesellschaftlicher Randgruppen.

 „Die Falte“ ist eine bildstarke, collagierte Komposition aus Tanz, Musik und Bildender Kunst. Es geht um die Falte als Kontinuum des Raumes, in dem Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zusammentreffen. Die Falte als materieller Ausdruck von Bewegung und Abbild von Emotionen, in der sich stetig neue Raumdimensionen eröffnen.

Was ist, wenn die Geschichte eine Straßenbahn ist, die auf vorgefertigten Schienen in eine Richtung fährt und wir nebenherlaufen, bis uns jemand den Arm reicht, um aufzuspringen? Was geschieht, wenn wir gar nicht mitfahren wollen und die Schienen, die Richtung und den Zug selbst in Frage stellen? In seinen Notizen schrieb Brecht, dass der Aufstand als Spaziergang beginnt, spontan und richtungslos.

Ein künstlich angelegter Sumpf wird zur Geheimnislandschaft, die lockend und bedrohlich das Publikum mit dessen mythischen und kolonialen Fantasien konfrontiert: Versinken und Verschlungenwerden, Erobern, Entdecken und Sichverbinden, Beschützen und Meiden. Das Leben in diesem Reservat übt eine neue Art des Spiels mit der Bedrohung und Bedrohtheit ein, um die Sumpfgötter zu besänftigen.

 „Das Gewicht der Steine“ (AT) behandelt Biografien von Frauen, die Gewalt erfahren und diese in verschiedenen Formen weitergegeben haben.
Welche Erfahrungen muss ein Mensch machen, um selber einem anderen Menschen Gewalt zuzufügen? Wie beeinflusst sind wir alle durch hereditäre Strukturen, die sich durch unser Leben ziehen? Können wir uns diesen entziehen und dadurch andere Menschen werden?

Die Uraufführung „IM SCHATTEN DER HEXEN – HEXENJAHR“ nach der im Harz lebendenden Autorin Kathrin R. Hotowetz haucht abseits vom gängigen Erzähltheater dem Harzer Kultkrimi szenisches Leben ein und bringt diesen atmosphärisch dicht wie visuell als auch akustisch beeindruckend auf die Waldbühne, um das lokale Publikum mit einem ungewöhnlicheren, zeitgenössischen Inszenierungsformat zu überraschen.

 „DAS ZWEITE KLINGELN lässt die Besucher*innen eine Welt betreten, die Elemente aus Game-Performance, Installation und Sprechtheater miteinander verbindet, und setzt sich mit der historisch gewachsenen Verbindung von Postwesen und Staatsapparat sowie der Bedeutung dieser Allianz für unser heutiges Verständnis von Bürokratie und liberaler Demokratie auseinander.

Der Regisseur Ariel E. Ashbel und der Schriftsteller Senthuran Varatharajah widmen sich einem der wichtigsten Musiker*innen unserer Zeit: Kanye West. Ihr erstes gemeinsames Projekt versteht sich als kritische Reflexion des zeitgenössischen Superstars, der massiven Einfluss auf Gesellschaft, Wirtschaft und Politik ausübt, sowie als Auseinandersetzung mit der stilprägenden Ästhetik seines Werks.

 „Lazarus ist ein Kaleidoskop aktueller urbaner Traditionen – und zwar nicht als Museum, sondern als gelebter Austausch internationaler Künstler*innen mit dem Stepptänzer Nikolai Kemeny, der als moderner Hoofer mit seinem Stepptanz die Welten von Rhythmus und Bewegung verbindet.

Welchen Umgang pflegen wir mit der Wirklichkeit? Sind wir Opfer, Täter, beides? Alex’ Leben wird in schillernden Widersprüchen erzählt. Eine Erfolgsgeschichte, denn Alex nutzt Fakten und Fiktion virtuos für sich aus. Vier Musiker*innen-Darsteller*innen erschaffen in Experimenten mit Sprache, Bild, Raum, Klang eine Figur, über die sich nachzudenken lohnt. „ALEX“ lädt ein, aus ernstem Leben Spiel zu machen.

OMG Schubert nehmen es mit dem Richard Wagner auf. Der Antisemit und Großkünstler steht symptomatisch für eine Sehnsucht nach Überwältigung, Anrührung und Kitsch. Der garstige Winter 2020 wird dieses Verlangen weiter befeuern. Inmitten der Tutti-Gewitter der Medienwelt fragen Konstantin Dupelius und Justus Wilcken nach den Pausen. Dem dionysischen Rausch folgt der Kater. „BTW Wagner“…

Sechs Frauen suchen nach Unterschieden und Gemeinsamkeiten in den Leben ihrer griechischen, palästinensischen, iranischen und deutschen Großmütter von den Anfängen des frühen 20. Jahrhunderts bis heute. Die Performerinnen – zwei Generationen später – stellen sich selbst und einander die Frage: Wie bist du die Frau geworden, die mir heute gegenübersteht?

Berührungen und Gesten erzeugen Emotionen, verweisen auf Verbindungen zwischen Menschen und bieten ein unendliches Spektrum an Kommunikationsmöglichkeiten, aber auch Interpretationen, Irritationen und sie können sogar zu Missverständnissen oder Missinterpretationen führen. In Bruchteilen von Sekunden werden Gestiken interpretiert und durch Berührung emotional bewegt – oder eben „berührt“.

Im Hamburger Stadtraum werden acht thematische Kapseln zu Fragen des Privatraumes während der Pandemie eingerichtet und mit Publikum in Form eines Performanceparcours abgelaufen. Acht Künstler*innengruppen bespielen in ihrem jeweiligen Medium (Tanz, Bildende Kunst, Musik, Literatur) die Aktionsräume.
Ausgelotet werden künstlerische Möglichkeiten, um aktuelle Debatten zur Gestaltung von Stadtraum zu ergänzen.

Ein stetig wachsendes Aufkommen von nationalistischem Gedankengut während der letzten Jahre, in denen Zeitzeug*innen des 2. Weltkriegs noch leben – das Stück „Letters to a Grandfather“ spricht aus dieser spezifischen historischen Konstellation, die für unsere Zeit so prägend ist und die gleichsam langsam verschwindet. Eine Erinnerungspalette über das Erbe der Schuld und das Schweigen eines Opas.

In „Deutschland. Ein Labermärchen“ wird im Spannungsfeld von einem ins Exil verbannten jüdischen Dichter und dem wiedererstarkenden Nationalismus ein neues deutsches Märchen erzählt. Das Bild des unbesiegbaren deutschen Fußballs dient den beiden Künstlerinnen dabei als Rahmenmetapher, um ikonisch gewordene Momente aus dem Jahr 2006 als konkretes szenisches Material zu dekonstruieren.

Die Frl. Wunder AG spürt in einem Doku-Mystery-Thriller der Abwesenheit ihrer toten Väter nach. Sie stellt dabei die unheimliche Frage, inwieweit die väterliche Lücke auch als Befreiung empfunden wird. Entlang persönlicher Dialoge mit den Verstorbenen kartografieren die Performerinnen einen vergeschlechtlichten und medial überformten Generationenkonflikt.

verschwindendes ./. irgendwo – theater.tanz. PERFORMANCE für neun Akteur*innen
In dieser Arbeitet wird Gesellschaft aus einer kybernetischen Perspektive betrachtet – ein sich selbsterhaltendes und -organisierendes Gesamtsystem. Die fundamentale Frage ist, wie dieses System verändert werden kann, ohne dass neue Impulse das alte System festigen. Ein Such-Prozess nach Dynamiken des Aufbruchs.

Die site-specific Performance erforscht Stadt, Wohnung, Körper um einen Weg vom Freiraum der Landschaft bis zum individuellen Geistesraum zu durchwandern und die Transformationen zwischen öffentlichen, privaten und intimen Seinsformen zu reflektieren. Zwischen Innen- und Außenräumen werden die Perspektiven zwischen individueller Grenzziehung und Entgrenzung zum Narrativ der Performance.

Tango in a Can“ ist die Verbindung von Tango-, klassischer und zeitgenössischer Musik mit zeitgenössischem Tanz und zeitgenössischem Puppenspiel. Unter der Regie von Joachim Schlömer treten die Mitglieder des Ensembles El Perro Andaluz aus ihrem traditionellen Musiker*innenhabitus heraus und bringen sich körperlich gleichberechtigt mit Tänzer*innen und Puppenspieler*innen in den szenischen Vorgang ein.

1 Raum, 4 Künstlerinnen und 19 Gegenstände. Faszinierende Arrangements aus Bewegung, Wort, Klang, Projektionen und Objekten. Eine Performance zwischen unbegrenzten Möglichkeiten und situativer Beschränkung – komplex und einfach zugleich.
Mit Ute Wassermann, Silvia Munzón López, Carola Hölting, Barbara Cleff.

Das Aktionsbündnis Ganzer oder Garnicht, bestehend aus Berliner und Hamburger Künstler*innen, untersucht mit ihrer ersten Stückentwicklung für das Prignitzer Dorf Ganzer das Verhältnis zwischen Landlust und unklarer Zukunftsperspektive. Für die im Sommer 2021 als Open-Air-Theater geplante Premiere verknüpft das Team Biografien von Bewohner*innen des Dorfes Ganzer mit einer Erzählung von Mark Twain.

Mehr Sekt braucht die Kunst! Zum Anstoßen, weil es weitergeht, weitergehen muss, zurück auf die Bretter, die die Welt bedeuten. Eine seltsame Welt in komischen Zeiten. Grotesk, surreal und verfremdet wie die Zeit, in der wir leben. Die Produktionen starten eine Erforschung des überindividualisierten Einzelnen. Schauen mit dem Brennglas auf die Gemeinschaft, erschaffen neue feministische Mythen.

Anhand des Theaterstücks „Quartett“ von Heiner Müller untersucht die Choreografin und Regisseurin Laura Witzleben an der Schnittstelle zwischen Tanz und Theater die Themen Geschlechtsidentität, Machtmissbrauch, Gewalt durch Sprache und Sex als Mittel zur Macht. Klara Ehams und Mario Lopattas Körper und Sprache interagieren und verschmelzen mit der durch Erfahrungsberichte angereicherte Textfassung.

2019: Es ist dunkel. Es ist kalt. Männer beherrschen die Welt. Die Tamponsteuer gibt es noch. Frauen in Führungspositionen sind entweder zu sexy oder zu verbissen.
Das Patriarchat.
2055: Das Patriarchat wurde abgelöst. Das „
Ministerium für gleichberechtigte Aufklärung“ leitet eine großflächige Aufklärungsmission ein – über das wunderbarste aller Organe: das weibliche Geschlechtsorgan.

„Agieren bedeutet, die Figur der Welt zu verändern“ J. P. Sartre (1943).
Und wenn wir unsere Umwelt nicht direkt verändern können, sind wir dann notwendigerweise passiv? Dieses Stück ist eine kritische Reflexion über Binarität und Normativität, die in den Begriffen „aktiv“ und „passiv“ präsent sind und Tanz und bildende Kunst in einem zeitlichen Dialog verbinden.

Jane Blond and that Stevil Kniewel“ sind Jana Zöll und Steven Solbrig. In ihrer Performance „(We don’t) [Kehr]“ stellt das Duo mit Behinderung Fragen wie „Was bedeutet Hilfe in unserer Gesellschaft? Welche Bilder von Hilfe haben wir verinnerlicht und welche Beziehungsdynamiken gehen damit einher?“. So wirbeln sie den Staub des Sozialsystems auf und konfrontieren mit den Abgründen des Hilfsgestus.

Geneigter, ein partizipatives Tanzprojekt nach Art deutscher Volkstänze, geht der Frage nach: Welche Bewegungen und Klänge der Solidarität entstehen in Bezug auf die Nachkommen der Überlebenden des Völkermords an den Herero und den Nama durch die deutsche Kolonialmacht? Das Projekt ist nach den Prinzipien #nichtsohneüberuns und #ganzhabestattteilhabe konzipiert.

Poesie des Scheiterns“ widmet sich einem Paradigmenwechsel: der Suche nach der Schönheit im Scheitern. Mit einer radikal neuen Perspektive wollen Klemens Hegen und Larissa Kramarek in einem interdisziplinären Theaterprojekt nach Darstellungsmöglichkeiten des Scheiterns suchen und an einer Kultur des Scheiterns arbeiten. Wie sieht das Scheitern eigentlich aus und kann man überhaupt richtig scheitern, wenn man danach sucht?

White Money“ schafft und verstärkt Schieflagen in der globalen Kunstproduktion, beherrscht den Performing Arts Market und bestimmt, wie zeitgenössische Ästhetik aussieht. Dabei werden (neo-) koloniale Strukturen fortgeschrieben. Mit dem Performing Arts Lab „White Money“ bringt Flinn Works das Thema gemeinsam mit Kolleg*innen aus dem globalen Süden auf die Bühne.

Tanzdiskurs Forum 2021 – „ABOUT DANCE: forming futures“ – in den LAKE Studios Berlin.
Regelmäßiges moderiertes Treff- und Austauschformat für professionelle Tanzschaffende, welches sich mit aktuellen Problematiken des Ausübens und der Vermittlung des zeitgenössischen Tanzes befasst. Es werden Ansätze entwickelt, um Arbeitsstrukturen und Denkweisen neu auszurichten sowie Ressourcen und Wissen in der Szene zu teilen.

Bambi Bambule durchforsten die Plattensammlung der gemeinsam mit ihren Vätern gehörten Musik. Als performende Band setzen sie sich mit ihren Töchterrollen, den Herkunftsgeschichten ihrer Väter, vorgelebten und verinnerlichten Geschlechterbildern auseinander. Zwischen feministischem Rap und pathetischem Abschiedssong suchen sie nach emanzipativen Väter- und Töchterrollen.

Wie zeigt sich die Versammlung im ländlichen Raum? Was passiert, wenn alle in die Städte ziehen und die Kulturräume leerstehen? Im Dialog mit Bewohner*innen des im Vogelsberg gelegenen Dorfes, Volkartshain, geht Studio Studio diesen Fragen exemplarisch nach, beleuchtet sie anhand der Dorfgeschichte und spekuliert gemeinsam über mögliche Zukünfte – ein performatives Filmformat der Vielstimmigkeit.

Umzug in eine vergleichbare Lage“ geht den besonderen Möglichkeiten von Tänzer*innen nach, Zeitgeschehen körperlich zu bezeugen, zu archivieren und zugänglich zu machen. Zwischen Aufrufen zur Solidarität und einer erhöhten Bereitschaft zur Grausamkeit an den europäischen Grenzen erforschen Artmann&Duvoisin die politische Wirkmacht einer körperlichen Zeitzeug*innenschaft.

COSMIC WANDER_DOLALAK“ lädt ein, eine Reise in die kulturellen und theatralischen Narrative unseres Glaubenssystems zu erleben. Ausgangspunkt bilden alte schamanistische Praktiken und Rituale aus der Purworejo-Regentschaft, Indonesien. Choy Ka Fai ermöglicht neue Perspektiven, wie Körper über physische Grenzen hinausgehen und sich in den digitalen Kosmos der erweiterten Realitäten begeben können.

Darf die Darstellung weiblicher Wut weiter als bis zu einem nagellackverzierten Stinkefinger gehen?

Feministische Erforschung der Darstellung eigenständiger weiblicher Wut von Performerinnen* of Colour, ausgelöst durch männlich konnotiertes Verhalten – ebenfalls divers – im öffentliche Raum ist das Thema dieser interdisziplinären, Performance-Recherche, als site-specific in der Charité geplant.

all we got to do“ ist ein Projekt des Choreograf*innenduos bücking&kröger, das sich ausgehend von der aktuellen Situation mit krisenhaften körperlichen Zuständen beschäftigt. Wie manifestieren sich Prozesse der Umbrüche und Krisen im Körper und wie können sie ästhetisch reflektiert werden? Welche sozialen Mechanismen und Bewegungen entstehen, wenn ein Gesamtapparat aus dem Ruder läuft?

Oil Shale“ ist ein kollaboratives Projekt des Theaterkollektivs Kötter/Israel/Limberg mit der estnisch-russischen experimentellen Postpunk-Band KEETAI. Das Projekt, das 360°-Dokumentarfilm, Theater und experimentelle Postpunkmusik kombiniert, untersucht die Beziehung zwischen Landschaften, Arbeit und Körper im Ölschiefer-Bergbau auf das soziale Gefüge im Osten Estlands – eine postindustrielle Oper.

Der IT-Nerd Luke aus den USA und die rebellische Alina aus Russland begegnen sich 1988, in der DDR. Ihre Lebenswege kreuzen sich immer wieder, zwischen Glasnost, 9/11 und Reichstagsgebäude. Sie tauchen den Kinosaal in eine gemischte Realität aus Live Act, Film und Sound. Mit Motion Capture, echten Avataren und Schauspieler*innen, die so tun, als ob. Ist ihre Unterwasserstadt nur eine Vision?

In der altersoffenen Objekt-Performance „Plastic Fantastic“ für Kinder ab 6 Jahren sowie Erwachsene begegnen sich Alltagsobjekte aus Plastik und Mensch als gleichberechtigte und gleich wichtige Akteur*innen des Geschehens und loten auf der Bühne ihr Verhältnis zueinander aus. Damit werden die Fragen thematisiert, wie wir mit Objekten umgehen und welchen Einfluss diese auf uns und unseren Alltag haben.

Planung, Schreiben und Einproben des Programmes „Jäger des verlorenen Schatzis“. Ein Ensemble-Kabarett-Stück, welches die verschiedensten Facetten zwischenmenschlicher Beziehungen unter die Lupe nehmen wird.

Das Projekt „Blinder Fleck (Mimimis in Bahrenfeld)“ öffnet als ein freies Bürger*innenbühnen-Projekt den Raum des Theaters für Akteur*innen mit migrantischem Hintergrund. Es ermöglicht ihnen, Erfahrungen, virulente Fragen, Wünsche und Ideen vor einem breiten Publikum ästhetisch zu verhandeln und künstlerische Impulse für das Zusammenleben in einer diversen Stadtgesellschaft zu geben.

Im Projekt „TreuhandTechno“ lässt das Berliner Theaterkollektiv Panzerkreuzer Rotkäppchen (PKRK) zwei Welten aufeinandertreffen: Technokultur und Treuhandabwicklungen der 90er Jahre. PKRK entwickelt an verschiedenen Orten im Osten Aufführungsformate, die durch Schauspiel, Choreografie, Sound, Lichtdesign und Video-Projektion die vielfältigen Verbindungen von Techno und Treuhand herausarbeiten.

Cie. Freaks und Fremde widmet sich in #TakeAction zwei sehr verschiedenen Vorhaben: Zum einen einer szenischen Tiefenbohrung zu jüdischem Leben in Deutschland und Europa ausgehend von Lion Feuchtwangers Roman „Die Jüdin von Toledo“, zum anderen einem Kaleidoskop maskulin-femininer Fantasien und Obsessionen durch die Konfrontation der Erotik-Romans „Josephine Mutzenbacher“ mit dem Kinderbuch „Bambi“.

In „Finale“ wird eine Konzertbühne zum Kammerstück: Das Publikum beobachtet die Entstehung einer Band, das musikalische Repertoire und den Schauplatz des Konzerts selbst: Ein Ort, wo Hierarchien erforscht werden, Freiheit entsteht und die Grenzen des Performativen verschwimmen.

Gestern waren sie noch Schulkameraden, träumten und spielten zusammen, bereiteten sich auf ihre Schulprüfungen vor. Nationalität und Religion spielten keine Rolle. Alles änderte sich, als der Krieg begann: Der Klassenverband zerbrach an antisemitischen Vorurteilen und Nationalismus. Denn die Prüfung der Menschlichkeit ist die allerschwerste Prüfung. Und viele haben sie nicht bestanden.

„CERTAINLY UNCERTAIN“, eine modulare Performance in Form einer lecture, welche sich mit dem Vortrag als Format auseinandersetzt und außerhalb klassischer Theaterkontexte gezeigt werden kann. Die Performance als lecture spielt mit den Erwartungen, was etablierte Vorstellungen eines „Vortrages“ sind, und löst dabei wissentlich Irritationen aus, die humorvolle Hinterfragungen anregen.

„Das Theater wird eine schlichte Nachbildung des Waldes. Vor einer Holzhütte gibt es einen langen Tisch. Wir haben für alle gekocht. Wir erzählen dir die Geschichte, was uns passierte, als wir allein inmitten von Bäumen waren.“

„KARELIA“ ist die dringende Hinwendung zu queerem Überleben, ein kollektiver Akt, eine nicht-urbane Zukunft zu formulieren, in denen queere Körper prosperieren.

SHOW BUSINESS“ erkundet als Duett die Poetik und Politik „der Show“ als ein komplexes Kulturphänomen. Es untersucht die dialektische Spannung zwischen Arten des Sehens einerseits und Arten des Gesehen-werden-Wollens andererseits – und das sowohl in der gegenwärtigen Aufmerksamkeitsökonomie als auch im herkömmlichen Pakt zwischen Theaterpublikum und Performenden.

Wenn wir unsere Welt auf das Theater projizieren – stellt es Euch als Tanz vor, bei dem die Tanzpartner sich Worte und Sätze zuwerfen, während sich die Stimmung um sie herum verändert, transzendiert wird durch das Virus, eskaliert – kann das Bühnenbild denken, sprechen und verführen, hätte einen Körper und lebte in einer nicht unproblematischen Symbiose mit der Schauspielerin.

Was wissen wir über Demenz und was bedeutet Erinnerung und Vergessen im Leben eines Menschen? Mit der Tanzproduktion „WHO KNOWS?“ untersucht die M.over Company die Demenzkrankheit in all ihren Facetten. Körper, Zeit und Raum werden dabei in Frage und auf den Kopf gestellt. Frust- und Schmerzgrenzen werden direkt und unmittelbar erfahren.

Wenn wir unsere Welt auf das Theater projizieren – stellt es Euch als Tanz vor, bei dem die Tanzpartner sich Worte und Sätze zuwerfen, während sich die Stimmung um sie herum verändert, transzendiert wird durch das Virus, eskaliert – kann das Bühnenbild denken, sprechen und verführen, hätte einen Körper und lebte in einer nicht unproblematischen Symbiose mit der Schauspielerin.

Mit „THE PRESSING“ (AT) setzt sich die Choreografin und Performerin Dani Brown mit einem aktuellen feministischen Diskurs auseinander, die Vulva nicht nur als weibliches Sexualorgan zu verstehen, sondern als kreative Mediatorin Selbstvertrauens und in sich ruhender Stärke. Brown sucht in ihrem Tanzstück nach den Ausdrucksmöglichkeiten dieses sowohl anatomisch wie gesellschaftlich komplexen Organs.

Berliner Theatermacher*innen planen eine Recherchereise nach Beirut, um dort mit libanesischen Kolleg*innen an dem Roman „Die vierte Wand“ von Sorj Chalandon zu arbeiten. Die Corona-Pandemie und die Explosion in Beirut im Sommer 2020 unterbrechen jäh alle Vorbereitungen. Wie nähert man sich unter diesen Umständen einem Konflikt an, und wie spricht man darüber auf einer Bühne im entfernten Europa?

„Demokratie“ klingt nach Kopfschmerz, Vergeblichkeit und Fassade. Aber ohne eine knackige Alternative sollten wir uns nicht einfach so von der Idee verabschieden, finden die Künstler*innen, und nehmen Julius Cäsar von Shakespeare und alles, was sie aktuell über die Demokratie herausfinden können, auseinander! Seien Sie dabei, insbesondere, wenn auch Sie schon begonnen haben, über eine „starke Hand“ nachzudenken.

Im sachsen-anhaltinischen Merseburg werden 1979 zwei kubanische „Vertragsarbeitende“ im Zuge eines Pogroms ermordet. Das nö theater rekonstruiert den Fall anhand von Interviews und Aktenmaterial in einem dokumentarischen Projekt und untersucht, warum die Aufklärung und Strafverfolgung sowohl in der DDR als auch bisher in der BRD nicht stattgefunden hat bzw. vereitelt wurde.

Eine Frau versucht Kontakt herzustellen, der gleichzeitig ermöglicht und verhindert wird durch ihre einzige Verbindung, das Telefon. Die zentrale Frage von Francis Poulencs Oper „La Voix humaine“ wirkt noch heute: Wie können wir zusammen sein, wenn wir getrennt sein müssen? Siobhan Stagg, Manfred Schweigkofler und das c/o chamber orchestra fragen sich, was es bedeutet, alleine unter vielen zu sein.

Die multimediale Performance thematisiert Impulse individueller und gesellschaftlicher Auswirkungen der Pandemie ebenso wie die „Krise innerhalb der (Klima-)Krise“ und ihre diffizilen Co-Dependenzen. In Atmosphären aus Klang und Bewegung, Licht und Duft, Wort und Video treffen u.a. Protagonist*innen aus Tanz und Medizin, Bildender Kunst und Anthropologie oder Mikrobiologie und Musik aufeinander.

„Un Renversement – ein neues feministisches Musiktheater nach Mozarts Don Giovanni“ reflektiert die klassische Oper Don Giovanni in Bezug auf gesellschafts- und genderpolitische Dimensionen und den institutionellen Apparat Oper. In dem neu geschriebenen Stück werden thematische Schwerpunkte und Machtdynamiken aus einer feministischen Perspektive analysiert und in eine Bühnenproduktion umgesetzt.

„Als meine Oma dement wurde und ihre Sprache langsam verlor, habe ich versucht mir das Unvorstellbare vorzustellen: Was blieb von ihrer Welt übrig als die Sprache weg war?“

Ausgehend vom Thema Demenz befasst sich die Theaterarbeit „KRIMSKRAMS“ auf tieferer Ebene mit dem Verhältnis von Sprache und Realität und der damit verbundenen Dekonstruktion der Realität, wenn das gesprochene Wort verloren geht.

In bewährter Zusammenarbeit mit den Journalist*innen von Panorama und ZEIT bringt das Team um Helge Schmidt mit „Warburg Wars“ die undurchsichtigen Machtspiele um Olaf Scholz, Peter Tschentscher und die Warburg Bank auf die Bühne. Wenn Geld und Politik eine unheilvolle Verbindung eingehen, was bedeutet das dann für die Demokratie? Und kann das Theater die Bürger*innen noch retten?

„Was ist es wert ? – ein digitales Theaterprojekt (Mixed Media), welches in neuen performativen Formen die Schnittmenge von Landwirtschaft und Theater untersucht“

Eine Regisseurin, drei Schauspieler und zwei Filmemacher befragen die erinnerten Werte und neuen Reichtum. Wo stehen wir? Theaterfiguren aus Tschechows Kirscharten begegnen ihren Schauspielern und der Realität einer Landwirtschaft.

„TIME TO SAY GOODBYE“ ist der Versuch einer Erdung, einer „Reterrestrialisierung“ (nach Bruno Latour) mit musiktheatralischen Mitteln, und zugleich eine intime musikalisch-poetisch-performative Untersuchung von (Nicht-)Ewigkeit. Im Fokus stehen verschiedene Klänge und Verklanglichungen der Erde sowie ein Abschied, der gleichzeitig antizipiert und abgewendet werden soll.

Merle | Mischke | Klee untersuchen von 2020 – 2022 transformative Prozesse in einer Tetralogie. „Liebesbriefe schreiben und Zimmer dekorieren“ beschreibt zwei sanfte Praktiken, die sie nutzen, um kitschige erste Dates mit Zuschauer*innen in ländlichen Regionen Schleswig-Holsteins zu ermöglichen und um Theaterräume bis zur Unkenntlichkeit in Schutzräume umzudekorieren. Es entstehen zwei neue Stücke.

FEMALE BUDDIES kreiert ein Archiv undokumentierter Frauenleben, entwirft und inszeniert fiktive weibliche Charaktere im privaten Raum in theatralen Kunst-Videos, die an mehreren Orten Hamburgs auf die Häuserwände projiziert werden. In performativen Live-Interventionen begeben sich die Performerinnen zusätzlich selbst in den urbanen Raum und erzeugen ein Feld weiblicher Solidarität.

Wie reicht das Schweigen über den Nationalsozialismus in Täter*innen-Familien bis in die Gegenwart hinein? Wie strukturiert es unser Fühlen und Handeln? Wie korrespondiert es mit der Erinnerungskultur und dem enthemmten völkischen Nationalismus? Anhand von Familien-Interviews und vor der Folie des Heimat-Mythos „Heidi“ verhandelt KGI transgenerationale Gefühlserbschaften.

„Tanz um den Tod“ ist ein Projekt aus Tanz, Musik, Schatten- und Figurentheater.
Das Projekt ist eine performative Auseinandersetzung mit Leben und Tod, die vor dem Hintergrund einer Recherche zum unterschiedlichen Umgang mit dem Sterben in Europa und Indonesien stattfindet.
Die Uraufführung findet am 23. September 2021 im Dock11 in Berlin statt.

In einer ständigen akustischen Bewegung von Pianissimo zu Fortissimo werden – während einer Koch Show – mit unerklärlichen Kräften Küchenutensilien in audiovisuelle Bewegungen versetzt, um dann im Fortissimo krachend auf dem Körper der Köchin zu enden. Durch ihre mit Magneten präparierte Kleidung steuert sie das Musikstück weiter und verändert ihre Silhouette dabei hörbar bis zur Unkenntlichkeit.

In der Live-Serie „DIE KREUZUNG“ sehen wir an zwei Abenden sechs außergewöhnliche Geschichten, die den inneren Klimawandel der Welt in den letzten Jahrzehnten reflektieren. Vorgestellt, erzählt, miteinander verwoben und gespielt in Form einer multimedialen Präsentation werden sie von zwei Schauspieler*innen, die sie alle selbst an einer belebten Kreuzung aufgeschnappt haben.

Die Live-Graphic-Novel „Aus der Erinnerung Zeichnen“ erzählt von zwei Zeitzeugen des zweiten Weltkrieges. Alex Klobouk fängt die Geschichte ihrer Familie, wenn auch nur für einen flüchtigen Moment, im Theater, in Live-Zeichnungen ein. Ein alter Overheadprojektor, Folien, Tusche – die in Echtzeit entstehenden Bilder visualisieren die Lebenslinien auf verblüffende, simple und poetische Weise.

In „Stadt ohne Liebe“ herrscht eine düstere Dystopie. Hier wurde die Liebe verboten, hässliche Beleidigungen gelten als größte Zuneigung. Hier ist das Lachen gestorben, Scherze sind verboten, Verliebte werden hingerichtet. Ein Sprechoratorium mit Tanz und Filmprojektionen in der Anderen Welt Bühne auf dem Alten Postgelände in Strausberg (ehem. DDR-Fernmeldezentrum).

Was, wenn man gleichermaßen die Welt von finanzieller Ungerechtigkeit, Rassismus, Misogynie und der Klimakrise retten soll, aber nicht mal darf? Wie kann man etwas verändern, wenn man zu sagen hat, wenn das Establishment blockiert? Irgendein Schuldiger muss gefunden werden, und der muss zahlen: Make Them Pay.

Die Performance „Heimsuchung“ setzt sich mit einer fernen, aber bis heute präsenten Tragödie auseinander: dem größten kollektiven Selbstmord der deutschen Geschichte, der am Ende des zweiten Weltkriegs in Demmin stattfand. Die Performance ist eine tiefenschichtige Beschreibung des Erstarkens von rechts in der Gegenwart vor dem Hintergrund des Massensuizids in einer ästhetischen Praxis des Surrealen.

Inspiriert von der Erzählkunst früherer Jahrmärkte inszeniert „DER BAU“ eine mehrschichtige Ton-Bild-Erzählung. Während die Erzähler von einst ihre Geschichten zu großen Gemälden ersannen und vortrugen, bedient sich „DER BAU“ stummer Analog-Videos als Ausgangspunkt narrativer Erzählformen.

„Herzlich willkommen bei caretopulis, der Krankenkasse, die schon weiß, was Sie brauchen und wie es Ihnen geht, noch bevor Sie das selbst wissen.“

Die Datenspeicherung stellt uns vor neue Herausforderungen. Wie können und wollen wir leben, Seite an Seite mit einer Technologie, die alles über uns weiß? Das Feedback Kollektiv lädt zu einem interaktiven Videospiel ein.

„Zum Starten drücke ‚Zustimmen!?‘.“

Ein Konzept von Landschaft als Komposition physischer, geografischer und politischer Elemente. Mapping als choreografische und dramaturgische Methode nähert sich den unkartierten indigenen Regionen des Brasilianischen Amazonas. Eine inhaltliche Auseinandersetzung mit ortsspezifischen Relationen von Mensch und Natur, die vom eurozentristischen Verständnis der Natur sehr verschieden sind.

„Die Möwe 2021“ – Lebendiges Theater gegen den Frust
Für Protagonistin Nina wie auch für Schauspieler*innen ist die Möwe ein Symbol der Hoffnung: Nina überwindet alle Widerstände und lebt ihre Berufung: das Theater.
So auch das zehnköpfige Ensemble des NiederrheinTheater: Sie laden zu acht emotionalen, spannenden Freilichtaufführungen von Tschechows „Die Möwe“ ein. Das Theatererlebnis findet an historischen Orten statt.

1994 starteten 45 junge Menschen aus ganz Europa ihre Karrieren auf der THEATRALE in Unna. Was haben sie uns heute zu sagen? Acht Künstlerinnen aus Amsterdam, Athen, Berlin, London, Madrid, Reykjavik und Zürich geben zutiefst persönliche Einblicke in ihr Leben – und ein starkes, vielsprachiges und -stimmiges Plädoyer für die Kunst und für Europa – eine sie magisch umfangende Doppelhelix.

Wie wird die „Lücke“ zur Qualität, die Einschränkung zur Freiheit? Marlin de Haan aus Düsseldorf und Ayse Draz aus Istanbul sammeln persönliche Erinnerungen in Bezug zu Orten, die sich verändert haben oder die es inzwischen nicht mehr gibt, setzen diese vergangenen Momente in ein gegenwärtiges Verhältnis zueinander und generieren so im Kunstraum einen neuen, gemeinsamen „öffentlichen Raum“.

In der vierteiligen Reihe „PYTHO“ untersucht das retro-futuristische Ensemble Gamut Inc in Kooperation mit unterschiedlichen Gästen neue Musiktheaterformate. Das vielseitige und historisch aufgeladene Theater im Delphi dient zur Inspirationsquelle für „PYTHO“: seine Architektur, sein Raumklang, seine Geschichte und seine Funktionalität spiegeln sich in den Formen und Inhalten der Stücke wider.

Menschenopfer, Marx, Populismus, Pop: Welche Möglichkeiten bietet Lecture Performance, hier einen Zusammenhang zu finden?
Die Künstler*innen entwickeln vier thematische Ansätze, vier künstlerische Strategien zu vier Performances, in denen eine künstlerische Partnerschaft im Mittelpunkt steht, wobei sie auf Corona reagieren können: Wenn es live nicht möglich ist, entsteht ein professionelles Online-Format.

Mit „Die Krone der Schöpfung“ beginnt der erste Teil der Opernrevolution von FUCK MARRY KILL in den Wasserspeichern von Berlin-Prenzlauer Berg. Ein weiblicher Geheimbund versucht per A-Cappella-Ritual einen neuen weiblichen Operntypus zu schaffen, doch das Experiment misslingt. Ein Künstlerinnenteam nimmt die Stimme als Ausgangspunkt für eine musiktheatrale Forschung zu Mythen über Weiblichkeit.

Ein Mann. Allein, isoliert, umgeben von Zivilisationsresten und Schnee. Er berichtet von einer Kreatur, die seine Welt und seine Mitmenschen infiziert, imitiert, unterwandert und zerstört hat.
Seine verschiedenen Strategien, um das „Ding“ zu töten scheiterten. Gibt es Hoffnung? Ist er bereits selbst Teil des infektiösen Organismus? Und wer oder was ist dieses „Ding“ eigentlich?

„Surco“ is an interdisciplinary performance that explores the notion of territory and its reshaping process. Under the idea that body, earth, and socio-political interactions are inseparable, the collective blends sound, media, and contemporary dance, asking themselves what territory is, how a territory moves, sounds, looks, and what the marks are that we have, that a territory also has.

„MOVEMENT“ ist ein Projekt, das zwischen Tanz und Konzert oszilliert und sich aus zwei unterschiedlichen Richtungen mit dem Konzert als Aufführungsformat auseinandersetzt: aus der Perspektive des Tanzes und aus der Perspektive der Musik. Was passiert, wenn man diese beiden verschiedenen Ansätze der Erzeugung von Bewegung für eine konzertante Aufführung aufeinanderprallen lässt?

„Leben, Sein, das geht doch nicht nur allein. Das ist doch Scheiße!“ Bernhard Studlars „Die Ermüdeten“ untersucht, was Nähe heißt und was sie verhindert. Was ermüdet eine Gesellschaft, was macht Menschen einsam – jenseits oder inmitten aller pandemiebedingten Distanzforderungen. Drei Schauspieler zeichnen mit komödiantisch rasanten Rollenwechseln das Abbild einer nach Nähe suchenden Generation.

Das Projekt setzt sich mit der Frage auseinander, wie Künstler*innen in der Corona-Lockdown-Zeit mit der Tatsache umgehen, ihren Beruf nicht mehr ausüben zu können und gleichzeitig als „nicht systemrelevant“ angesehen zu werden. Grundlage dazu sollen Interviews mit Tänzer*innen, Schauspieler*innen und Musiker*innen sein, welche anschließend in filmische Mockumentaries und eine Bühnenfassung münden.

„Am Tisch – At the table 21“ ist ein transkulturelles Theater- und Ausstellungsprojekt. Theaterkünstler*innen aus sieben verschiedenen Ländern setzen sich in 3D-Videoarbeiten mit dem Thema „Mein Familientisch“ in normalen und außergewöhnlichen Zeiten auseinander. Diese Arbeiten werden in einem virtuellen Ausstellungsraum und im öffentlichen Raum gezeigt sowie in einer Live-Performance adaptiert.

In den Kulissen eines Fischerschuppens musizieren und erzählen ein Fischer und seine Frau von den überlieferten Sagengestalten der Insel Poel. Die Spieler*innen tragen Seemannslieder und Fischgesänge vor und nutzen Einlagen mit Figuren, Masken und Jonglage. Das Stück hebt einen Jahrhunderte alten Schatz – die Sagen der Insel Poel.

„Prolapse Unveiled“ ist ein performatives Konzert von einem Typen mit Gitarre; genau das, was im Zuge der Debatten um Diversifizierung und Dekolonisierung von Praktiken und Strukturen am Theater eigentlich nicht mehr geht. Und genau das macht der Liederabend zum Thema: Was hat ein weißer Mann mittleren Alters 2021 noch auf einer Bühne zu suchen? Und hat er womöglich doch noch etwas zu sagen?

Mit Referenz auf Erich Fromms Weltanschauung recherchieren, analysieren, repräsentieren und kritisieren ein Choreograf und ein Tänzer das professionelle Tanzleben in seinem Konflikt zwischen zwei existenziellen Verhaltensweisen: „HABEN“ das Streben nach einer Leistung, nach einem Status – und „SEIN“ ein wesentlicher, künstlerischer Standpunkt, der durch Introspektion erreicht wird.

Soziale und ökonomische Diskrepanzen, unsichere Arbeitsverhältnisse, defizitäre Care Strukturen, Prekarität. Damit sind viele konfrontiert. Manche sogar mehr als andere. Solche Lebenszustände benötigen Bemühung, um bewältigt zu werden. Und ständige Bemühung macht müde. Eine Performance über Körper, Prekarität, Leistung und das subversive Potential von Müdigkeit.

Jäger schießen Füchse. Doch auf dieser Bühne wollen sich die Jäger selbst töten. In „Sex mit Madonna“ (AT) nimmt sich der Choreograf Chris Jäger der gesellschaftlich tabuisierten Bipolaren Störung in ihrer Körperlichkeit an. Das Spannungsverhältnis von Manie und Depression, das Körper und Geist schier zerreißt, ist Kern der choreografischen Auseinandersetzung mit dem Ziel der Entstigmatisierung Betroffener.

A R A P O L I S : Eine performative Rauminstallation
„ARAPOLIS“ von Baltic Raw Org ist ein dystopischer, oppositärer Blick in eine Zukunft, in der gewohnte Sicht- und Betrachtungsachsen sich auflösen. In einer interaktiven Raumperformance werden Zuschauer*innen zu Akteur*innen und Mitentscheider*innen über den Weg durch die sich abzeichnenden Ausnahmezustände im anthropogenen Zeitalter mit ungewissem Ausgang.

Der Tod stirbt nie aus. Das Ritual der Bestattung ist immer eine öffentliche Inszenierung – ob religiös, weltanschaulich oder individuell. In Zeiten heterogenerer Gesellschaften und Familien hat die Frage nach der angemessenen Bestattung Konfliktpotential. Post Theater schlägt eine fiktive Schulung vor, bei der jede*r im Publikum diese letzte Reise gestalten kann – in einer immersiven Performance.

„Viecher“ (AT) ist eine begehbare Installation in der Schaubühne Lindenfels (Leipzig) im Rahmen des Katapult-Festivals. Menschliche Performer*innen, Animationen, Tiere und Maschinen spielen in ihr miteinander, indem sie sich gegenseitig nachahmen, so einander ähnlich werden und neue Wesen hervorbringen. Dieses Spiel wird von Wissenschaftler*innen live untersucht und besprochen.

Die belarussische Komponistin Tatiana Gerasimenok, Frauke Aulbert, Multivokalistin aus Hamburg, und die japanische Pianistin Michiko Saiki präsentieren das experimentelle Musiktheater „DARK WEB“ in Leipzig während Deutschlands größtem Gothik-Festival. Inspiriert von Künstlerinnen der Romantik, fesselt das Trio mit einem innigen Abend aus interaktiver Multimedia und analoger Virtuosität.

Klare Antworten haben etwas Beruhigendes, aber die Welt der Gegenwart ist unfassbar komplex. Wie kann man sich darin als handlungsmächtiges Wesen verorten? Unsere Technik ist, zu Schöpfer*innen alles erklärender Erzählungen zu werden. In einer recherchebasierten Solo-Performance stellen wir uns gemeinsam mit den Zuschauer*innen dem Phänomen der Verschwörungserzählungen.

Frau und Mann leben für sich im öden Grenzland. Eine schicksalhafte Nacht vor 20 Jahren hat den beiden ein Kind beschert. Das Kind, jetzt ein junger Mann, strebt zum schwachen Vater. Die Mutter ahnt Böses, als die PARTEI alle Orientierungslosen der Gegend in Bussen zu „Tagungen“ karrt.
Schnell, hart und rau stehen die Texte. Distanz im Dialog, im Leben – auf ewig?

„HUMAN BEING BEING HUMAN oder DESPERATELY SEEKING SUSAN SONTAG“ – ein Stück Theater basierend auf den Tagebüchern 1947 – 1980 von Susan Sontag
Sieben Menschen begeben sich ergebnisoffen auf die Suche nach ihrer jeweils eigenen Susan-Sontag-Figur und ihren Ängsten in Zeiten sozialer Kontaktlosigkeit und Entwurzelung.
Rein in die Angst des Selbst, raus in das Licht der Öffentlichkeit der Bühne.

Bei der Lecture-Performance „HAUT“ wird das größte Flächenorgan informativ, humorvoll absurd und kritisch unter die Lupe genommen. Fünf Performer*innen werden ihre Häute miteinander verhandeln. Sie stoßen auf universelle, medizinische, persönliche sowie gesellschaftspolitische Themen, die von der Haut berührt werden: verkörpern wir die Haut oder verkörpert die Haut uns?

„Wunderblock“ ist ein künstlerisch-akustisches und performatives, urbanes Projekt, das den unwiederbringlich verlorenen 5% des Archivgutes nach dem Einsturz des Historischen Archivs in Köln nachforscht. Ein Seecontainer mit Glasfront wird zur Bühne, Kontaktzone und intermedialen Membran eines imaginären Archivs an verschiedenen Orten der Stadt.

Die Arbeit setzt sich im Setting eines inszenierten Fanshops halb dokumentarisch, halb fiktional mit den Möglichkeiten eines Ausbruchs aus einem politischen System und Staatsschauspiels auseinander. Der Fokus liegt hierbei auf zwei Frauenfiguren und ihren Rollen. Der Ausgangspunkt ist unsere künstlerische Forschung zum Dopingsystem der ehemaligen DDR und der Mythos des Schwangerschaftsdopings.

Wir leben in stürmischen Zeiten. Ausgehend von Walter Benjamins Text zum „Angelus Novus“ widmet sich das fringe ensemble Stürmen vergangener und der Jetzt-Zeit, fragt nach ihrem Wesen, ihrer Kraft, ihren Folgen. Das Ensemble aus Musiker*innen und Darsteller*innen verbindet sprachliche Textur und Musikalisches, wandelt Gesprochenes in Musik, Geräusch in Sprache, fängt die Ruhe wie den Furor ein.

undBorisundSteffi machen Theater, Musical, Familie, Sport und diesmal Stochastik. Die Kunst der Vermutung.
„AMORE. Zeltgeschichten im Campingfachjargon. Eignet sich vielleicht als Überschrift, nicht als Song.“ (AT)

„Ein Wohnwagen. Die Fenster beschlagen. Ärmel voll Schweiß und Tränen. Die Band spielt zum Tanze und wir führen ihn an, den Beweis, von der Existenz der Liebe.“

In „Offen lag die Welt“ untersucht das deutsch-syrische Kollektiv syn:format Fähigkeiten und Prozesse, die individuellen und kollektiven (Neu-)Anfängen zu Grunde liegen. Dafür wird die bisherige Arbeitsmethode um partizipativ-performative Elemente erweitert. Unter dem Motto „performing the questions“ werden Fragen der Berliner*innen an Zukunft, Gegenwart und Mitmenschen zur Grundlage des Stücks.

Zwei Kollektive machen sich die Phänomene des Universums zum Thema dieser kooperativen Produktion. Welchen Einfluss haben veränderliche Gravitationskräfte auf unsere Körper? Und wie klingt es, wenn sich diese Kräfte in einem schwarzen Loch potenzieren? Tanz, Sound und Licht sollen dabei in einem abendfüllenden Tanzstück die Illusion erzeugen, sich nicht auf dieser Welt zu befinden.

„Nicht Davor, Nicht Dahinter“ – die erste Theaterproduktion in Königswinter seit Anfang der 1930er Jahre. Nedim Hazar und Robert Griess haben das „Heimatmusical in vielen Sprachen“ anhand der Geschichten der Menschen aus dem Ort zusammengestellt. Im einstmals begehrten Königswinterer Hof in der Altstadt spielen Nessi Tausendschön, Fatih Çevikkollu, Enno Kalisch und Einwohner*innen aller Couleur.

Eine meteorologisch-choreografische Untersuchung: das Projekt „seasons“ umfasst die Entwicklung und dreimalige Aufführung einer zeitgenössischen Tanzperformance. Das Stück befasst sich mit den Jahreszeiten in Zeiten des Klimawandels. Anhand von Antonio Vivaldis Musikstück „Die Vier Jahreszeiten“ werden eben diese performativ-tänzerisch auf ihre Aktualität überprüft.

Künstler*innen des Kollektivs Dramatische Republik verbinden Theater und Tanzelemente in einem Stück über das Hamsterrad, in dem wir alle stecken und mögliche Ausstiege aus dem Konkurrenzkampf, über die Verweigerung, die Freiheitslust, das Abseits. Welche Energien stecken darin und welche Möglichkeiten? Die Aufführungen finden in einem Autoscooter im Haus der Statistik statt.

„Für Dich“ war die Frauenzeitschrift der DDR und vermittelte den DDR Frauen, wie Frau zu sein hat.
Der Name ist Programm. Die Frau macht nichts für sich, sondern für dich. Wie feministisch war die DDR? Ein Spiel mit Stereotypen und unsichtbaren Prägungen erzählt von einer verlorenen Heimat, die bis heute in uns wirkt und wütet, in Form eines Generationskonflikts von Müttern und Töchtern.

Wenn der Hörsturz dich singen und die Depression dich tanzen lässt, dann ist die Hoffnung noch nicht verloren. Katharina und Janner machen in „Nach dem Hörsturz“ das Potential von Krisen erlebbar. Inspiriert von persönlichen Tiefpunkten bauen sich die Tänzerin und der Musiker kreative Räuberleitern. Die Genregrenzen verschwimmen zu einem surrealen Erlebnis für die Darsteller*innen und das Publikum.

Die zeitgenössische Tanzszene des Irans und ihre junge Generation Künstler*innen arbeitet auf Grund politischer Repressionen weitgehend im Untergrund. Die Plattform „RESTART“ für Choreografie und Performance setzt dem etwas entgegen und bringt Künstler*innen des iranischen und des europäischen Kontextes in Dialog. Zudem werden die künstlerischen Arbeiten einem breiten Publikum zugänglich gemacht.

Fauna Futura ist eine Performance von fünf Tänzerinnen über die Geschichte der Spezies Mensch auf der post-zeitgenössischen Erde. Sie erzählt von einer Zukunft, die auf einer harmonischen Koexistenz mit der Natur beruht. Ein Versuch, Intimität und menschliche Zusammenarbeit durch das in Frage stellen von Geschlechternormen und Machtstrukturen neu zu definieren.

Gute Gemeinschaften entstehen durch gute Beziehungen, in denen wir einander berühren und voneinander berührt werden. Jetzt wird mit Corona unsere Gesellschaft neu ausgemessen – „Abstand halten!“

Das Theaterstück geht Fragen über Kontakte auf überraschende und unterhaltsame Weise nach. Denn gerade Theater und Musik schaffen es, auf Distanz Nähe zu zeigen und zu berühren ohne anzufassen. Spürbar.

„Amazon Rising“ lässt die mythologische Figur der Amazone wieder aufleben. In einem zeremoniellen Umzug erfährt sie eine neue Sichtbarkeit und Selbstverständlichkeit. Sie hat eine queer-feministische Aktualität erfahren und zieht nun in einen pazifistischen Kampf. Schließt Euch zusammen, Ihr neuen Amazonen, ruft Eure Komplizinnen an Euch zu folgen.

„handle with care“ (AT) ergründet Fragilität, Solidarität und Gemeinschaft in einem ästhetisch-performativen Rahmen. Die genreübergreifende Tanzperformance und haptisch-zugängliche Ausstellung wird im Mai 2021 in der Kulturplattform feldfünf in Berlin zu sehen sein.

Ob Black Lives Matter oder Fridays for Future, Protestbewegungen sind gegenwärtig und historisch nicht wegzudenken. Das Hamburger Performancekollektiv probt den multimedialen Aufstand und widmet sich verschiedenen weiblichen Protestkulturen und ihrer Digitalität. Mit dem Leipziger Publikum und Protest-Ikoninnen wie Greta Thunberg oder Tarana Burke gehen sie im LOFFT auf die Barrikaden.

Ein Multimedia-Monolog, der die Konfrontation zweier verschiedener Welten darstellt: mexikanisch und spanisch. In „Conquista 21“ begegnen sich verschiedene Darstellungen des „Anderen“ in historisch bedeutsamen Momenten der Grausamkeit und Gewalt beim Zusammenbruch Mexiko-Tenochtitlans (1521). Ein interdisziplinäres Echo einer Schlacht und eine szenische Erinnerung, die die Gegenwart beeinflusst.

In der multi-medialen Performance „The Amplification Of Fluctuations“ erforscht die interdisziplinäre Künstlerin Monika Dorniak mit vier Performern die Parallelen zwischen menschlicher Gemeinschaft und naturwissenschaftlichen Kollektiven. Gleich einem rhizomatischen Laboratorium verbindet die Choreografie die Bewegungen von Atomen, Tierschwärmen, Parasiten und Körpern in einem Werk.

Sind wir jetzt Fische im Aquarium? Wollen wir eine tierisch oder menschlich geführte Weltordnung? Diesen und ähnlichen Fragen geht das neue Musiktheater der BaroqueBitches „Aquarium“ nach. Die Erschaffung eines futuristischen Wassertheaters mit Poetry-Slam, Oper, Theremin, Loopstation, Synthesizer, Barocktheorbe und Soundinstallation.

„absence#2 – deconstruction of space“ verhandelt den Menschen in Bezug zum sich wandelnden, verschwindenden Raum – eine Produktion der Reihe „absence“, die sich mit Aspekten unseres Lebens beschäftigt, die verschwinden oder vom Verschwinden bedroht sind. Der physische Raum scheint zu verschwinden. Er wird durch die Tänzer*innen und Videoinstallationen bewegt, verzerrt und aufgelöst.

Mit dem Stück „Der Abschiedsdinner“ von Matthieu Delaporte und Alexandre de la Patellière kollektiv schluß mit ohne die Bedeutung von Freundschaften aufzeigen, die Verantwortung für einen aufrichtigen Umgang miteinander, wieder Nähe erzeugen zu längst vergessenen Menschen, einen Blick hinter die eigenen Gewohnheiten und Lügen zulassen – Freundschaften neu betrachten in einer Zeit der sozialen Distanz.

„Knochenarbeit“ geht von Schillers Schädel aus, den Goethe bedichtete, der aber gar nicht seiner, sondern aus Knochen einer jungen Frau und einer alten Dame zusammengesetzt war. Das Theater wird zur Bühne komisch-politischer Anatomie. Wo nichts zusammenpasst, wo Generationen junger und alter Knochen sich nicht fügen und doch zueinander in Beziehung treten, erhalten politische Körper Hand und Fuß.

Alles soll immer smarter werden, auch die Stadt der Zukunft: In „CommunityDriven – Ein Smart City Generator“ spekulieren OutOfTheBox, Sarah Buser und Anton Kurt Krause gemeinsam mit Publikum über mögliche Szenarien: In spekulativen Workshops und einem performativen Augmented Reality Game konfigurieren sier dynamische Modelle der Stadt und machen mögliche Zukünfte spielerisch erfahrbar.

In ihrem dritten gemeinsamen Projekt entwickeln der bildende Künstler Tobias Euler, der Komponist Thies Mynther und der Theatermacher Veit Sprenger eine performative Spielzone, in der sie Andersens Märchen „Des Kaisers Nachtigall“ und den romantischen Naturbegriff biokybernetisch auf den Kopf stellen. Das Projekt ist als mobile Veranstaltungsreihe für den realen und digitalen Außenraum konzipiert.

„Mutter**Land“ ist eine musikalisch-theatrale Revue Passé über Heimat, Vertreibung und Identitäten. Die Theater-schaffende Songschreiberin La Hengst begibt sich mit ihrer 16-jährigen Tochter auf musikalische Spurensuche nach den Lebensstationen ihrer Mutter zwischen Schlesien, der DDR, Libanon und der BRD. Eine universelle Erzählung über Flucht und Migration im inszenierten Dialog dreier Generationen.

Gemeinsam werden dorisdean, Rasmus Nordholt-Frieling und das Center of Literature das Remote Reading in zwei Produktionsphasen 2021 erforschen, verfeinern und für die Premiere im Frühjahr 2022 auf Burg Hülshoff eine eigene Fassung der Novelle „Die Judenbuche“ entwickeln. Fragen zu sozialen Barrieren, Zugänglichkeit und Fähigkeitsbewertung spielen, wie meist bei dorisdean, eine maßgebliche Rolle.

Die direkte und körperliche Auseinandersetzung mit einem Werkstoff ist unerbittlich und kompromisslos. Nach Beton und Gummi widmet sich die Tänzerin und Choreographin Swaantje Gieskes nun Stahl. In „RESONANCIA/ACERO“ (AT) wird sie mit Raphaela Andrade gemeinsam ihre Trilogie über Grenzen in der Auseinandersetzung mit Werkstoffen zum Abschluss bringen. Radikaler Flamenco in einem Gerüst aus Stahl.

Ein Kunst- und Rechercheprojekt zur (selbst-) kritischen Aufarbeitung der NS Vergangenheit und zum Umgang mit der Shoah im deutschen Erinnern am Beispiel des Majdanek-Prozesses in Düsseldorf – vierzig Jahre nach Prozessende.

„Paralyse“ ist eine interdisziplinäre Performance zu den Themen Angst und Identität. Auf zwei identischen Bühnen, in zwei Teilen der Welt, schaffen sechs Performer*innen ein Wechselspiel digitaler, hybrider, (a)synchroner Momente. Es verbindet sich historisches Film- mit biografischem Material, vorproduzierte Videos und Liveinteraktionen, die sich schamlos die Frage stellen, was Herkunft, was Heimat bedeutet.

Unsere „freie Mittwochs-Gesellschaft“ ist eine performative Installation, die über acht Wochen hinweg den Transitraum Bahnhof in einen Ort konkreter Gemeinschaft verwandelt. Hier werden durch künstlerische Impulse Gestaltungs-Räume aufgemacht und zentrale Fragen des gesellschaftlichen Zusammenlebens verhandelt: „Wie wollen wir als Gesellschaft in Zukunft leben angesichts akuter Herausforderungen?“

Im Mittelpunkt der Tanzproduktion „inbetweenPOWER I“ steht die künstlerische Auseinandersetzung unterschiedlicher Einflüsse und Aspekte, die Gefühle von Angst und Bedrohung erzeugen, bezogen auf ihren jeweiligen speziellen kulturellen und politisch-ökonomischen Kontext. Ein choreografisch inszenierter Trialog über Macht, Bedrohung und ihre Zwischenwelten in Deutschland, der Türkei und Indien.

„In A Real Tragedy Not Only A Heroine Dies, But A Choir“ (AT) setzt sich auseinander mit der Diskriminierung und dem gewaltsamen Vergessen von Künstler*innen in bestimmten staatlichen Systemen.
Immer wieder werden Künstler*innen für ihre Überzeugungen und ihre Kunst durch den Staat oder den Markt zum Schweigen gebracht. Ksenia Ravvina und Tina Ebert haben vor, diese Geschichten zu sammeln und zu erzählen.

Wer zieht die Fäden? Wem kann man noch vertrauen? Das Theaterkollektiv schmarrnintelligenz begibt sich auf die Suche nach Verschwörungstheorien im Netz. Doch irgendwo zwischen YouTube, twitter und telegram verliert sich die Gruppe zunehmend im Strudel von Paranoia, rechter Radikalisierung und Esoterik. Schließlich stellt sich die Frage: Wie viel Verschwörung steckt in uns selbst?

Mit „How to get rid of a body. A video tutorial series“ entsteht eine Videoarbeit, basierend auf einer Recherche zu Mimikry in der Tierwelt und des damit verbundenen Stücks von Léonard Engel. In formaler Nähe zu Instruktionsvideos, Tierdokumentationen und Experimentalfilm werden Strategien der Täuschung als künstlerisches Mittel genutzt, um die dingliche Existenz unseres Körpers zu reflektieren.

Bei der Live-Film-Performance „SELTSAME MATERIE“ wird mit präpariertem Klavier, analogem und digitalem Filmmaterial gearbeitet.
Das dystopische Narrativ um das Strange Quark und Seltsame Materie, die auf der Erde nicht in stabiler Form vorkommt, wird in der Performance durch Michael Busch und die Performerin Claudia Splitt aus Bild, Text, Musik zu einem fragilen Film zusammengesetzt.

„EINBLICKE“ ist ein audiovisuelles Archiv, das (post)migrantische Erfahrungen hörbar und sichtbar macht. Wir sprechen mit Schwarzen Menschen und PoC über ihr Aufwachsen in Deutschland und welchen Einfluss Rassismuserfahrungen in ihrer Biografie auf ihre aktuellen politischen Kämpfe haben. Im digitalen Raum öffnen wir Türen zu den Schlüsselmomenten (post)migrantischen Lebens in Deutschland.

Mit „SOLO LIKE A PIG“ eröffnet Emanuele Soavi ein Laboratorium, in dem er in verschiedenen „Akten“ dem Wesen der Theatralik nachspürt. Im #Prolog spürt er mit Kate Strong Momente zwischen und nach Ereignissen auf, zwischen Wahn und Stille – Pausen und Lücken, in denen Publikum und Performer plötzlich ungeahnt gemeinsam im theatralen Raum agieren. Wie lange können sie wohl mit offenen Enden umgehen?

„SOMETHING WEIRD“ is a performance installation loosely based on H. P. Lovecraft’s „The Report of Randolph Carter“. By creating various atmospheric environments (both analogue and digital) based on story’s theme of the impossibility of seeing the unheard of and communicating the ungraspable, it wants to reflect on the fragility of our times and the instability of our anthropocentric world model.

Warum werden Frauen im Kontext der Zauberei meist nur als stark sexualisierte Assistentin dargestellt, die unter der Kontrolle des Zauberers entweder zerteilt oder weggezaubert werden? In einer Performance aus Tanz, Zauberei und den notwendigen Worten soll eine feine Linie zwischen purer Direktheit und dem Zauber der Kunst entwickelt werden, um mit den vorherrschenden Mustern zu brechen.

„Ein theatrales Nachbarschaftserlebnis, live und online aus eurem Innenhof.“
Die Szene: 1 Küchentisch, 1 Streit, 1 Playmobilhaus, 2 Schwestern
Schwesternschaft die längste Beziehung des Lebens. Durch sie lernen wir für die besonderen Herausforderungen an die Frau in der heutigen Zeit. Doch ist die genetische Nähe zwischen Schwestern nicht gleichbedeutend mit der emotionalen Verbundenheit.

Die SF-Performance von „Kitchen-ing“ (Küchen-Mache) setzt sich zum Ziel, den Konvergenzpunkt (Berührungspunkt) zwischen Funktionalität, Feminismus und Lockdown anhand der heimischen Küche als Ort für Arbeit und Freizeit zu erfassen. Dabei regen die Künstler*innen ihr Publikum an, ein eigenes Bewusstsein für das Thema zu entwickeln und die Funktionalität der Wohnung neu zu überdenken.

„LIEBE“ – Die kleinste professionelle Schauspielbühne der Republik im Herzen der Pfälzischen Weinortidylle will die Zuschauer*innen des im Juni/Juli 2021 vor der mit Feigenbäumen umgarnten mittelalterlichen Stadtmauer stattfindenden Freilichttheaterfestivals mit der Eigenproduktion eines musikalisch begleiteten Episodenstückes unter die Oberfläche der allseits dringend und gerne gebrauchten Liebe verführen.

Ein individuell begehbarer Audiowalk betrachtet das Thema Zeit.
Was wäre, wenn ein Baum, eine Tür, eine Mauer oder gar Wasser von ihrem Erleben von Zeit erzählen könnten? Die Perspektive von Dingen wirft ein neues Licht auf die Frage nach der „Lebenszeit“, nach „Formen des Stillstands“, nach den „Zeiten im Dazwischen“, überhaupt nach dem Empfinden von Zeit.

Die multi-disziplinäre Produktion „networking“ untersucht das System globaler zwischenmenschlicher Vernetzung, hinterfragt dessen Vor- und Nachteile sowie Grenzen und Chancen, die sich unserer Gesellschaft durch sie aufzeigen. Weltweite internationale Beziehungen werden bejaht und verstärkt, die es weiterhin für ein friedliches, kulturell diverses Miteinander zu pflegen gilt.

„ALTER EGO“ ist eine Solo-Tanz-Performance über das Thema Selbstoptimierung.
Die Choreografin und Tänzerin Gabriele Gierz stellt ihre Forschungsergebnisse, Wissenswertes und Skurriles zum Thema sowie die Erfahrungen mit ihrem eigenen, kontinuierlichen „Selbstverbesserungsprozess“ in einem Mix aus TED-Talk, Power-Point-Präsentation, Video, Tanz auf unterhaltsame und berührende Weise zur Verfügung.

Mit „Dis.Order“ zeigt die Frantics Dance Company mit Tanz, Sprache und theatralen Elemente das Innenleben der „Besonderen“. Im Mittelpunkt des Tanzstückes steht die Frage nach dem Platz der Menschen, die am sogenannten Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Syndrom, kurz ADHS leiden. Ist es eine „Funktionsstörung“ unserer Zeit oder stören wir gesellschaftlich Erwartungen, wenn wir anders sind?

Die Entwicklung des Menschen? In die Gegenwart geschaut, wirkt alles apokalyptisch und düster, sodass der Blick in die Zukunft einer unmenschlichen Tortur gleichkäme. Jetzt schon gilt: Ein Mensch kann sich auf nichts berufen und muss mit allem rechnen. Wie kann das, was uns alle eint – die Fähigkeit zu Empathie und Vernunft – überleben? Vertrauen in das Menschliche in allen Menschen? Wie?

Mit „LEASHED UNLEASHED“ initiiert das Performance-Duo Kimberly Kaviar (Simone Gisela Weber & Juan Felipe Amaya Gonzalez) gemeinsam mit dem Performer und Autor Zhenya Salinschi eine interdisziplinäre Performance über Kontrollstrukturen und wie sie auf unsere Körper einwirken. Das Projekt entwickelt sich entlang choreografischer Materialien und ganz persönlicher und intimer Auseinandersetzungen.

„Hypothetic Bodies“ spekuliert über einen „unproduktiven“ und „uneffektiven“ zeitgenössischen Körper, der sich dem allgegenwärtigen Zeitregime des 21. Jahrhunderts entzieht, und wirft einen kritischen Blick auf die Fragen: Welche Potentiale birgt das Innehalten? Wie können wir uns im Stillstand begegnen und was wird erfahrbar gemacht? Was ist eine maximale Form der Stille? Können wir sie hören?

Was haben Volkstanz und Algorithmen gemeinsam? Wie klingt ein Alphorn, wenn es von einer künstlichen Intelligenz gespielt wird? In der 60-minütigen Tanzperformance „ALGOLORE“ kommen drei Tänzer*innen und eine Klangkünstlerin zusammen, um mit choreografischen und musikalischen Mitteln darüber zu spekulieren, wie traditionelle und digitale Gemeinschaftstechniken zusammengeführt werden können.

Eine fiktive Ausstellung, im Mittelpunkt ein Objekt. Aber was ist es? Heiliges Symbol, komplexe Maschine, amorphe Skulptur? Immer wieder verwandelt es sich, immer wieder erzählt die Ausstellungsführerin seine Geschichte. Eine Tänzerin vollführt Rituale, ein Museumswärter entwickelt eigene Gefühle für das Exponat… eine Performance über das unerschöpfliche Verhältnis zwischen Mensch und Ding.

Das Tanzstück beschäftigt sich mit Musikalität und Rhythmik von Gefühlsäußerungen, im Besonderen von Aggression. Dabei dienen Konfliktbereitschaft und Gewaltdarstellungen in Filmen, die durch Filmstunt-Choreografien dargestellt werden, als Inspirationsquelle. Es entsteht ein neuer Tanzstil, der sich aus dem Zusammenspiel von Partner*innenarbeit aus zeitgenössischem Tanz und Filmstunt ergibt.

„Bodies at Resistance – 20 Fragen an die Gegenwart“ versteht sich als genreübergreifendes künstlerisch-wissenschaftliches Labor zu den Themen Ausgrenzung und Kultur. Das Nostos Tanztheater entwickelt mit Choreograf*innen, Regisseur*innen, Tänzer*innen, Schauspieler*innen, bildenden Künstler*innen sowie Wissenschafter*innen fünf Projekte dazu. Nach den Aufführungen finden Publikumsgespräche statt.

„WANDERSTERNE“ nach Scholem Aleichems Roman wird eine Reise durchs alte ins heutige Europa: Zwei junge Menschen verlieben sich ineinander und – gemeinsam – ins Theater. Mit einer jiddischen Theatertruppe wandern Sie über Grenzen und Realitäten hinaus, verlieren und finden sich wieder. Musik, Spiel- und Fabulierlust nehmen Sie mit auf die Reise, wo Herausforderung und Leid mit lautem Lachen gekontert wird.

Schlagermusik bildet den denkbar andersartigsten Zugang zur Welt als zeitgenössische Performance Art. Wird sie zum Inhalt einer Performance, so werden die inhärenten Strukturen beider Kunstformen umso deutlicher sichtbar. Im performativen Konzert werden die Eigenarten der Genres miteinander verwoben und auseinanderdividiert, um das Beste zu vereinen und blinde Flecken auszugleichen.

Liz Magic Laser und Dafna Maimon richten im Hamburger Stadtzentrum eine kostenlose Lifestyle Beratung für die emotionalen Folgen des Zusammenbruchs ein. In der als Pop Up-Store getarnten, performativen Installation „AFLOAT STUDIOS“ (schwimmend, schuldenfrei) erproben Besucher*innen therapeutische Techniken zur freizeitlichen Krisenbewältigung und werden dabei von Performer*innen unterstützt.

Was alles können wir zu unserem Eigentum machen? Ideen, Informationen, Daten, Sprache, Glauben? Wodurch wird Natur zu Territorium? Sind Menschen ein Produkt? Wem gehöre ich?
Das Korso-op.Kollektiv realisiert mit „Lost Puppy“ eine Spielshow der besonderen Art über Werte, Dominanz und Abhängigkeit in der Arena des freien Marktes.
Wer drückt den Buzzer als erster?

Einsamkeit hat viele Gesichter. kollektivplakativ begibt sich auf die Suche nach Geschichten von weiblich sozialisierten Personen, und erzählt deren Erfahrungen von Einsamkeit und Isolation. Ein audiovisueller empowernder Parkour rund um die studiobühneköln, der alleine erlebt wird. Eine Reise, die weibliche Stereotype hinterfragt und Einblicke in Einzelschicksale gewährt.

„Greenroom“ ist eine Auseinandersetzung mit dem Phänomen der Transformation, der Verschiebung von Sichtweisen des menschlichen Subjekts auf die Welt der Dinge; ein abstrahierter Denk- und Reflektionsraum für die Verflechtung zwischen Mensch und Umwelt. Overhead Project verwischt in dieser performativen Installation die Grenzen zwischen Tanz, Skulptur, Fotografie und Performance.

„PLEASANT PLACE“ ist eine immersive und interaktive Performance Installation, die im digitalen Raum entstandene Utopien einer apokalypsemüden Generation multisensorisch erfahrbar macht. In einem dem Internetphänomen #Cottagecore nachempfundenen Environment wird das Bedürfnis nach einer greifbaren Alternative zur Überforderung durch globale Endzeitszenarien verhandelt.

Das Ensemble FreiFrau stellt sich in der Mitte ihres Lebens tabulos, voller Spielfreude, mit Musik und Womanpower in einem Mütteroratorium in 7 Gesängen dem klassischen Dilemma ohne Entscheidungsoption der Sandwich-Generation: Wechseljahre, flügge Kinder, alte Eltern, Sehnsüchte, Träume, Schweißausbrüche, Herzrasen, Abschied, Aufbruch, Liebe.
Und sie sind alles andere als: „MutterSeelenAllein“!

„Guten Abend und herzlich willkommen. Zu Nichts. Vielen Dank für Ihre freudigen Erwartungen und Wünsche. Es passiert nichts. Es gibt nichts zu erwarten. Entschuldigung. Keine Sorge. Vielen Dank. Schön, dass Sie da sind. Hier passiert Ihnen nichts. WIR BERUHIGEN UNS JETZT ERSTMAL ALLE.“
Tanztheatrale Installation über den Zustand des Wartens, gewidmet allen Geschichten, die sich dahinter verbergen.

„Out of a Box“ (AT) interveniert in einer Bibliothek, einem Museum oder Archiv. Nicht größer als ein mehrbändiges Lexikon werden viele Medien verschränkt: Film, Audio, Fotografie und Druck. Ein Score, der die*den Zuschauer*in durch das Objekt, die Literatur links und rechts daneben leitet, zum Beobachten und Fragen einlädt: Was ist eine Institution? Welche Kräfte entscheiden? Wer bleibt draußen?   

Was ist die Kraft des Zuhörens? In Zeiten des Streits haben alle etwas zu sagen. Aber was heißt es sprechen zu lassen, sich nahe zu kommen? Obwohl oder gerade weil man anderer Meinung ist. Barletti/Waas inszenieren in „ÜBER DIE DÖRFER“ (Handke) zerklüftete Ausschnitte aus einem kleinen Winkel von Menschenleben und zeigen die Zerrissenheit unseres Wunsches nach umfassender Gemeinschaft – trotz allem.

Wut hat keine Moral, weder gut noch böse, kann sie Berge versetzen oder in den Abgrund reißen. Hass und Zorn brechen sich Bahn, im Netz, auf der Demo, im Supermarkt, im Bus, in einer Krawallnacht. Es wird gehatet, was das Zeug hält, man kennt sich nicht, aber sagt sich explizit seine Meinung.
Ein Team, vier Perspektiven, eine Herausforderung, ein performatives Kaleidoskop.

Ein pulsierendes, labyrinthisches, körperkluges Tanzstück über den Mensch als sinnliches Tier in einer selbst programmierten Wirklichkeit. Hybrid produziert aus Medienkunst, Soundscape und Tap Dance vernetzt sich „BATS“ über den Theaterraum hinaus und realisiert eine pandemiefeste Theaterform.

„Transforming Transmission“ ist ein parallel in Hamburg und Kigali stattfindendes Musiktheater im öffentlichen Raum. Das Projekt verknüpft die Fäden der gemeinsamen kolonialen Vergangenheit mit der Gegenwart.

Musiker*innen und Performer*innen in jeder Stadt sind durch eine Live-Schaltung miteinander verbunden. Sprachliches Material ergänzt durch narrative Elemente die musikalische Verhandlung.

Die Recherche der Namen zweier deutscher NS-Täter führt den Protagonisten, Nachfahre von Belgrader Überlebenden der Shoah, in einen surrealen Rekonstruktionsrausch. Er imaginiert die beiden nach und nach zu realen Personen, die ihm auf groteske Weise vertraut werden. Der Abend „Götz & Meyer“, eine Adaption des Romans von David Albahari, untersucht die Abgründe von Schmerz, Fiktion und Erinnerung.

„Die Leiche Loswerden“ ist eine Investigation über materialistischen Horror in Form eines performativen Sound-Essays. Der Mensch der Moderne hat sich den glamourösen Untergang vorgestellt, aber jetzt wuchern ihm die trivialen und leblosen Stoffe entgegen. Dumm gelaufen. Wie kann dieser Horror der „Alien Ecologies“, der kein Genre ist, sondern eine Lebensrealität, verstanden werden?

Katharina Kummers Inszenierung „so much pain! a bodypiece for LIZ“ rückt eine der gefährlichsten und gefährdetsten Figuren unserer Gesellschaft ins Zentrum: die alte Frau. Mit drei Spielerinnen des Theater o.N. wird das Wesen der „Alten“ wahrnehmbar. Es begegnet uns in der Gestalt der Hexe, des monströsen Körpers, der Lust sowie dem Schmerz und der Freiheit des Abseits- und Übrigseins.

„BITTER (SWEET) HOME“ – eine aktiv(istisch)e Stückentwicklung. Was passiert, wenn sich die eigene Heimat gegen dich wendet? Im Writers Room mit Autor*innen of Color suchen die Künstler*innen nach mutigen Ansätzen für Theatertexte mit antirassistischer Haltung. Die Inszenierung stellt die Ergebnisse auf den Prüfstand und verhilft den spezifischen Erfahrungswelten von „People of Color“ zu mehr Sichtbarkeit.

2121 Iran-Deutschland. Die Künstler*innen stellen sich die transkulturelle Frage: Was werden wir unter einer Familie verstehen und wie wird sie gelebt werden? Wohin entwickelt sich die Kernzelle der Gesellschaft, wenn sich immer mehr Frauen und Männer in traditionellen Konzepten nicht mehr wiederfinden können, da sich bisher gelebte Geschlechterrollen aufzulösen beginnen? Die Suche nach einer Utopie in zwei Ländern.

Eine Musical-Komödie um einen frisch verliebten Schwerstbehinderten und dessen langjährige Pflegeassistentin aus der Slowakei, die diese Liebe hintertreiben muss, um mit ihrem Mann weiter die Familienmiete finanzieren zu könne. Ziel ist ein Publikumsstück im Sinne von Horvath oder Weill über Münchner Wohn- und Lebensverhältnisse und die Immobilisierung von Menschen in Zeiten des Immobilienbooms.

In der musiktheatral-interaktiven Performance „Loss of Signal (of course I still love you“ nehmen eine Performerin und drei Musiker*innen ein kleines Publikum auf eine surreale Raumfahrtmission mit. Durch ein Zusammenspiel performativer Momente, improvisierter und komponierter Musik, selbstgebauter Klangobjekte und Interaktionsmöglichkeiten wird gemeinsam ein „lebender Golden Record“ geschaffen.

Mit „Böse Bücher“ macht Turbo Pascal eine performative Bestandsaufnahme einer Bibliothek und geht der aktuellen Frage nach, wie eine Gesellschaft mit unterschiedlichen Überzeugungen und Denkweisen umgehen kann und was Meinungsfreiheit oder -vielfalt bedeutet. Ausgangspunkt und Ort der interaktiven und immersiven Performance ist die Bezirkszentralbibliothek Pablo Neruda in Berlin-Friedrichshain.

Wenn uns Ängste und psychische Leiden quälen, dann machen wir in unserer therapeutischen Leistungsgesellschaft immer uns selbst verantwortlich und nicht unsere Sprachlosigkeit, die gesellschaftlich vermittelt ist.
In dieser Produktion möchten die Künstler*innen die Macht der Sprachlosigkeit befragen und den Diskurs über die Privatisierung von seelischem Schmerz in unserer Gesellschaft weitertreiben.

„NOBODY’S THERE“ – (n)one-to-(n)one-Performance
Hofmann&Lindholm implementieren einen menschlichen Fremdkörper in Privathaushalten – unsichtbar für die Bewohner*innen. Digitale Realitäten werden in analoge Erfahrung übersetzt.

„Zeitbrücken 21“ ist eine Begegnung auf der Grenze zwischen Wissenschaft und Kunst. Auf dem Potsdamer Telegrafenberg verbinden Zeitbrücken wissenschaftliche Vorträge mit zeitgenössischem Tanz, live komponierter Musik und digitalen Installationen zu einem neuartigen Veranstaltungsformat. Dabei wird der Wissenschaftspark „Albert Einstein“ zum begehbaren Schauplatz und Akteur des multimedialen Symposiums.

Frauen, ermüdet und taub vom täglichen Rassismus, Sexismus und Kapitalismus, finden heraus, wie sie endlich wieder etwas spüren können: Sich mal richtig prügeln – wie bei Fight Club eben. Wie einfach muss es sein, als Tyler Durden, ein weißer cis-hetero Mann, die Welt zu verändern? So erstellen sie ein männliches Alter Ego, mit dem plötzlich all das klappt, was vorher als Frau unmöglich erschien…

Die digitale Diskurstheater-Detektivstory befragt mit den narrativen Strukturen des Hollywood-Krimis „The Da Vinci Code“, ausgehend von den Theorien Foucaults die Unterscheidung von Gut und Böse, Vernunft und Wahnsinn. Auf ihrer virtuellen Spurensuche stellt sich der Rastplatz als Tatort heraus, ein Un-Ort an dem sie Möglichkeiten eines Dazwischen-Seins zwischen feststehenden Normen austesten.

Schiffbruch. Dramatischer Prolog absoluter Zerstörung und unermesslichen Verlusts. Gleichzeitig Hohlspiegel einer fragilen gesellschaftlichen Situation. Und dennoch: Shakespeares Vorlage ist eine Komödie, ein Verwechslungsirrsinn, an dessen Ende durch märchenhafte Überzeichnung transformativ erlösende Auflösung geschieht: Erleichterung, Befreiung und, ja, auch Hoffnung.

Wie gehen wir mit rechten Tendenzen in unserer nächsten Umgebung um? Und wie schaffen wir den Ausstieg aus der eigenen Sprach- und Handlungslosigkeit? An der Schnittstelle von Theater, Tanz, Video, Installation, Performance entsteht eine immersive Arbeit im Berliner Stadtraum. Das Publikum erlebt auf einem Rundgang künstlerische Interventionen und Orte für neue Aufmerksamkeit.

Die Heldin Jeanne Dark hat genug vom ewigen Feuertod und einem Leben als ideologisches Pin-Up: Verzweifelt am Zustand der Welt wendet sie sich von ihr ab und geht in die Dunkelheit. Adieu, Angst! Adieu, Zynismus und Umweltsterben! „Schön Dark“ ist eine musikalische Anklage an den Zustand der Welt, eine kollektive Vision und der Versuch einer Welterschaffung.

In „Stories/Sketches (Geschichte/andere Zeiten)“ möchten die Künstler*innen sich angesichts der Coronaviruskrise mit Choreografie und Zeit, Kontingenz, Veränderung und der (Um)Gestaltbarkeit von Welt beschäftigen. Und darin Innehalten und Fortschritt, Endlichkeit und Geschichte, Stagnation, Pose und Bewegung, westliches Körperverständnis und die phantasmatische Konstruktion des Subjekts befragen.

„DEMENTUM sucht Astulf in der Mine“: eine hoch persönliche, multimediale Performance-Installation des Vergessens. Von der Geburt bis zum Tod. Der Mensch. Die Beziehungen. Das Wachsen. Das Erinnern. Die Angst. Die Krankheit. Einsamkeit. Atmen. Sand der rieselt. Deine Stimme, Papa? Im Raum der unfassbaren Zustände. Wir begleiten Astulf in seine Mine. Astulf? Wer ist Astulf?

„Eigensinnige Leben“ erkundet Geschichten Schwarzer Menschen im Berlin der Jahrhundertwende und untersucht Verbindungsmomente Schwarzer Bewegung zwischen Gestern, Heute und einem möglichen Morgen. Schauplatz des intimen Performance-Parcours mit Eins-zu-Eins-Begegnungen ist der historische Raum der ersten Deutschen Kolonialausstellung 1896, der heutige Treptower Park in Berlin – 125 Jahre danach.

Picasso greift zum Stift und malt mit Worten…
Das AktionsTheaterKassel wendet sich als Theater mit ausgeprägt visuellen Konzeptionen dem Picasso-Stück „Wie man Wünsche beim Schwanz packt“ zu. Darstellende Kunst als Befreiung in eingeschränkten Zeiten! Kostüme in grellen Farben und surrealistischen Formen. Schrille Musikeinspielungen, irreale Bewegungen. KUNST IST LEBEN. LEBEN IST KUNST

Bridge Markland inszeniert Gotthold Ephraim Lessings Theaterstück „Nathan der Weise“ als Solo-Theater-Performance mit Puppen und Popmusik. Wie der jüdische Kaufmann Nathan dem muslimischen Sultan die Gleichwertigkeit von Judentum, Christentum und Islam erklärt und sich das Ganze im bunten Reigen der Popmusik widerspiegelt. Mit mitreißender Musik von Boy George, U2, Rammstein, Vicki Leandros u.v.a.

In „SOCIAL CAPSULES®“ lädt ein Investor zum Probewohnen in ein smartes Tiny House ein. Hier fällt Social Distancing leicht: Begegnungen werden pandemietauglich substituiert. Weder das intelligente Voice Operating System noch der AR-Mitbewohner stellen eine Gefährdung dar. Ensembles aus Video, Licht und Sound erzeugen Stimmungsmodi wie Intimacy oder Excess zur Befriedigung unerfüllter Desires.

„We are here“ beschäftigt sich mit dem Begriff und dem Gefühl der drohenden Gefahr. Einem Spiel mit Wahrnehmung, ein Zusammenspiel von Musik und Tanz und wie sie sich gegeneinander verschieben – und es ist ein Spiel von Bewegung und Bewegungslosigkeit. Es geht auch ums Näherkommen, das als Gefahr wahrgenommen wird.

Ein 12-stündiger performativer Ritt durch die Nacht, in dem sich ein Begehren nach neuen Formen des Tanzes im Heizhaus der Uferstudios manifestiert. Ritual, Ball, Vogue Battle, Musical, zeitgenössische Tanzaufführung bilden dabei den Horizont, von dem aus Neues erfunden und ineinander verpflanzt wird.
Welche politische und soziale Bedeutung geht mit dem Insistieren, tanzen zu wollen, einher?

Spannungsvolle Entscheidungen mit städtischer Transformation für eine verantwortungsvolle, kollektive Zukunft, im Rahmen einer VR-AR Quest. „Agents“ ist eine virtuell-reale partizipative Performance an der Schnittstelle von kollektiven Strategien, Handlungsfähigkeit und Glauben. Die entscheidende Frage lautet: Was GLAUBST du, was du TUN kannst?

Die queere Performance „BABY CHOIR“ stellt einen zeitgenössischen Geburtsbegleiterinnen-Chor auf die Berliner Tanzbühne. Die Kommentar-Figur des antiken Chores wird in seiner politischen Relevanz für aktuelle Debatten über Gebärende Realität, Schwangerschaftsabbruch und Leihmutterschaft untersucht. Drei Performerinnen stellen stimmgewaltig die Tabuisierung von Gebärender Realität offen zur Debatte.

Die Performance „Im Wald“ (AT) hinterfragt mit performativen Mitteln inmitten der Stadt die ungetrübte Anziehungskraft des Waldes und unser Verständnis von Natur und Natürlichkeit. Umgeben von einem synthetischen Waldsound begeben sich die Zuschauer*innen auf eine Expedition durch ein begehbares Labor hin zum ewigen Sehnsuchtsort auf der Suche nach einer „neuen“ Naturerfahrung.

Was wollen wir erschaffen, wenn sich alte Strukturen auflösen?
Beeinflusst durch Lebensform und Kulturgeschichte der Seidenraupe und der Lemniskate, dem Unendlichkeits-Symbol, experimentiert das Tanzduett „Silkworms“ mit der Form als etwas, das sich ständig verändert. Kreiert und aufgeführt wird das Stück von zwei Menschen, drei Stoffbahnen und deren unmittelbarer Umgebung.

„Lila Lied“ ist ein multimedialer Cabaret-Abend, der das SchwuZ in eine Zirkusmanege verwandelt. Ausgehend von Spolianskys gleichnamigen Chanson, das zur Hymne der 1. Homosexuellen-Bewegung der Welt wurde, werden mit elektronischer Musik, Drag und Burlesque die Biografien vergessener queer-feministischer Künstler*innen wiederbelebt und Brücken zu heutigen emanzipatorischen Bewegungen geschlagen.

In einem Reisebus wird ein dunkelhäutiger Mann gegenüber einer jungen, weißen Frau ausfällig. Die Mitfahrenden fühlen sich bemüßigt, Stellung zu beziehen – die Gemüter laufen heiß.
Mit Hilfe gemappter Visuals, die die Umgebung digital verändern und dabei alle Möglichkeiten des Raumes ausloten, betrachtet „LINIE 21“ das Phänomen des Alltagsrassismus aus verschiedenen Perspektiven.

Das Projekt erkundet das Spannungsfeld von urbanem und grünem Raum anhand ausgewählter öffentlicher Parks in Deutschland und Österreich.
Durch die Abstraktion von Tanz, Musik, Videos und Fotografien entsteht ein sinnliches Porträt der unterschiedlichen urbanen Landschaften.
Protagonist*innen sind die Parks selbst – ihre Gärten, ihre spezifische Architektur, die Bäume und Blumen, Wege und Wiesen.

„nature Sounds human – geteilter Atem“ ist eine Musikperformance für Klavier, Cello, Violine, Live-Elektronik, Stimme, Text und Tanz-Pantomime.
Emphatisch: Ein Tänzer, der sich einem Raben oder einem Schmetterling pantomimisch anverwandelt.
Akustisch: Wie klingen Regenwürmer im Dialog mit analogen Instrumenten, Stimme und Elektronik?
Intellektuell: Hat ein Zitronenfalter eine Psyche?

Haben Sie Angst vor Veränderung? Gemeinsam mit Expert*innen für Veränderung zeichnen Die Happy Few ein multiperspektivisches Porträt des Rheinischen Reviers im industriellen Abendrot. Noch weiß niemand genau, was nach der Kohle kommen wird. Ein Morgenrot? Zwischen Konflikt und Kooperation laden wir ein zum theatralen Abschiedest für die Braunkohle als partizipatives Ereignis im öffentlichen Raum.

Öl wurde verbrannt und wir hatten es warm. Ölheizungen werden nicht mehr gefördert. Sie sind umweltschädlich. Und wer steigt jetzt in den Tank und schöpft das schmierige Öl ab? Tanja Kodlin und Helen Brecht nehmen in Text und Choreografie den Kontakt mit dem giftigen Material auf und schaffen einen ölhaltigen Erfahrungsraum zwischen Museumsführung und Stilllegungs-Ritual.

TUKI Bühne produziert professionelle Kindertheaterstücke. Der Stückentwicklung geht eine intensive und mehrmonatige Recherchearbeit mit Kita-Kindern voraus, aus der das Produktionsteam Inspiration schöpft. Themen und Perspektiven der Zielgruppe werden aufgenommen und mit eigener künstlerischer Handschrift ein Theaterstück entwickelt. Aus Theater mit Kindern wird Theater für Kinder.

„The lights go off…“ ist die neue Arbeit von RimoJeki im Kulturquartier Schauspielhaus. Das Duo ist Teil einer wachsenden Gemeinschaft israelisch-jüdischer Künstler*innen. Thema: Erfahrungen, Spannungen, Interaktionen, die jüdische Einwander*innen in Deutschland 2019 – 2020 erlebten. Diese Geschichten werden auf der Bühne mit einer Kombination aus Videokunst, Live-Musik, Tanz und Performance zum Leben erweckt.

Im August und September 2021 öffnet das Büro für Wunschwerte in Hamburg Ottensen und lädt Anwohner*innen ein teilzunehmen. Gemeinsam mit ihnen erforscht das Büro das Potential von Zahlen. Künstlerisch werden die Daten und Statistiken zu lebensnahen Visionen und kreativen Stadtteilerzählungen verdichtet. Präsentiert als wachsende Ausstellung und abschließend in einer Pressekonferenz-Performance.

Mit „Choke Hole vs. Hamburg Queens“ auf Kampnagel verschmelzen der Berliner Regisseur Yoni Leyser, das Kollektiv Choke Hole (New Orleans) und Hamburger Drag Queens die subkulturellen Kunstformen von Drag und Wrestling. Als Vernetzungsprojekt für die queere Performance-Szene eröffnet die Produktion einen Raum mit Empowerment, Expression und Extravaganz, der weit über den Exzess des Events hinausweist.

Welcome to the garden. Hier treffen Menschen auf Pflanzen – und vor allem auf ihr Menschsein. Können Menschen mit Pflanzen verschmelzen, Spezies auflösen, Beziehungen führen und Humane und Humus vereinen – inmitten einer Sehnsucht nach Kontrolle, Kultivierung und Perfektionierung? Im Garten der Lüste verwachsen Klänge und Körper, während Menschen und Pflanzen das Ende des Anthropozäns erspüren.

Die deutsche Bühne ist ein Ort der kulturellen und sozialen Ausgrenzung und zeigt die Dystopie einer Institution ohne gesellschaftliche Relevanz.
„This is my city“ setzt dieser Entwicklung die Abbildung einer diverse Stadtgesellschaft entgegen, mit einer Bühnensprache ohne Ausgrenzung, an einem Ort für künstlerische Austauschprozesse aller Bürger*innen.
Theater als bedingungslose Partizipation.

In „Etablissement“ nähern sich Johannes Müller/Philine Rinnert den Genres, die gemeinsam mit den klassischen Theatern zur Zeit immer wieder im Lockdown zu verschwinden drohen. In Form eines Festivals und Online-Archivs zur Revue-, Varieté- und Drag-Szene gehen sie auf die Suche nach aktuellen und theater-historischen Querverbindungen zwischen nächtlichem Showbiz und ganz großer Oper.

„Back to Menschlichkeit“ Kommklaus und die !!!!!(Fünf Ausrufezeichen)
Ein melankomisches Musiktheater
Ein Virus stellt den zwischenmenschlichen Zusammenhalt auf die Zerreißprobe. Doch zur Verwunderung aller hat sich noch etwas zwischen die Menschen gemischt. Ein Krokodil. KommaKlaus! Welches sich folgendes Ziel gesetzt hat: Den Menschen an seine Menschlichkeit zu erinnern.

„HOME“ (AT) wird eine multidisziplinäre Tanzproduktion von Sebastian Abarbanell, in der der menschliche Körper mit Elementen von Kostümen, Licht, Musik, Bewegung, Wort, Videografie und Bühnenbild in Verbindung gestellt wird, um Gefühle von Sicherheit und Geborgenheit sowie von Einschränkungen und Begrenzungen des Menschen in dessen Körper zu untersuchen.

Stell Dir einen Ort vor, der kein Morgen kennt. Einen Ort, an dem Du verlernst, Pläne zu machen, Projekte zu entwerfen oder Vorhersagen zu treffen. Dieser Ort ist der No Future Club“. Der Performance- und Videokünstler Jascha Sommer widersetzt sich den Zwängen der Zukunftsplanung und lädt ein in den „No Future Club“ – zum Verweilen und zur Erkundung gegenwartsbezogener, gemeinschaftlicher Praktiken.

Wie nah dürfen wir dem Anderen kommen, bevor die Nähe zur Gefahr wird? Die Berliner Company wonder&me verbindet in ihrer Produktion „Bruderzucker – die Absurdität der Kommunikation“ ihre persönliche Geschichte zu ihrem gemeinsamen autistischen Bruder mit dem aktuellen Zeitgeschehen. Sie spüren weit über das Biografische hinausgehend die Essenz von Kommunikation auf – zwischen Nähe und Abstand.

„Wem gehört Lauratibor?“ ist eine Protestoper, die sich mit dem Ausverkauf der Stadt beschäftigt. Sie erzählt die Legende zweier Liebender, die sich durch die Widrigkeiten des Neoliberalismus verloren haben und von der gemeinsamen Suche nach dem Elixier des Widerstands. Die Protagonist*innen sind Nachbar*innen mit und ohne professionellen künstlerischen Background. Die Kulisse der Oper ist der Kiez.

Wie oder was riecht Rassismus? Von allgemeinen Vorurteilen bis hin zu den philosophischen Ausführungen Immanuel Kants über die Beziehung zwischen Geruch und Rasse hat die Verbindung von Rassismus und Geruch eine lange abendländische Tradition. Das installative-partizipative Performance-Projekt „the smell of racism“ setzt sich mit diesen Themenkomplexen künstlerisch wie wissenschaftlich auseinander.

Die Kiebitzensteiner bespielen mit zwei Produktionen den ländlichen Raum Sachsen/Anhalts. Mit den Kabarettprogrammen „Gel(i)ebte Dämokratie“ und „Die Krone der Gesundheit“ greift Halles Kabarett im wahrsten Sinne des Wortes „virulente“ Themen auf: Wann setzt „Angst“ ein und „Vernunft“ aus? Wo fängt „Gesundheit“ an und hört „Freiheit“ auf? Wo endet das „ich“ und beginnt das „wir“?

Das Drama um den dänischen Prinzen, der über den Mord an seinem Vater an der ganzen Welt zu zweifeln beginnt, wird Open-Air an besondere Orte im D-NL Grenzgebiet gebracht – virtuos und viersprachig: Deutsch, Niederländisch, Original-Englisch und Twents, der regionale Dialekt. In Zusammenarbeit mit der Jugend-Theatermakerij aus Enschede und der Jugendkunstschule Rheine.

Norddeutschland hat eine starke Afro-Tanzszene, die mangels Plattform für Battles von Amsterdam bis Paris reisen muss. Der Choreograf Franck Yao will das ändern: Mit „BATTLE DANSE DE RUE: HAMBOURG!“ initiiert er ein dreitägiges Afro-Battle im öffentlichen Raum der Hansestadt, und sorgt nicht nur für Vernetzung, sondern für Sichtbarmachung in zeitgenössischen Kontexten der darstellenden Künste.

Frauen sind Verlierer*innen der Pandemie. Mit dem Slogan „OpeRettet die Welt!“ setzen sich die Künstler*innen auf beschwingt ironische Weise mit der drohenden Retraditionalisierung des Frauenbildes auseinander. Die stereotypischen Rollenbilder der Operette eröffnen ein Spannungsfeld zwischen den Geschlechtern und zur heutigen Zeit. Die Operette als Brennglas aktuellen Geschehens in Zeiten von Corona.

Die interaktive Spielperformance „TRACK ME BABY“ verweist spielerisch auf die digitalen Datensammlungs- und Überwachungstechnologien, die seit der COVID-19-Pandemie eine neue Legitimation in der demokratischen Öffentlichkeit erfahren. Das Projekt will den Blick des Publikums auf das Thema schärfen und es dafür sensibilisieren.

In „Les spectacles“ setzt sich La Fleur diskursiv-tänzerisch mit der Geschichte der Völkerschauen auseinander, wie sie zwischen 1870 und 1940 in ganz Europa stattfanden. In wechselnden Konstellationen erarbeitet das transnationale Ensemble Interventionen an den ehemaligen Orten der Völkerschauen und entwickelt eine Bühnenshow, die ihre Bedeutung für die Gesellschaft und die Kunstwelt reflektieren.

Kein Vater wird als Patriarch geboren, er WIRD dazu gemacht. Am Beispiel ihres Vaters – ein Aufsteiger der 1980er-Jahre-BRD – wird Daniela Dröscher in vier Lecture-Performances die vier großen Lügen rund um diesen Männertypus entlarven und den alten weißen Mann in sich verqueeren: „1. Mein Vater ist ein Abenteurer! 2. Mein Vater ist ein „self-made-man“! 3. Mein Vater ist Jesus! 4. A bisserl was geht immer!“

Kriegstrauma ist wieder ein Thema in Deutschland – viele Versehrte aus den internationalen Kriegen werden hier aufgenommen. Auch die Autorin Wihad Suleiman. Aus ihrem Text inszeniert ein internationales Team eine sinnliche Performance, Begleitprogramm und ein (Live-)Hörspiel, um diese innere Kriegserfahrung für ein nicht-betroffenes Publikum der bloßen Empathie zu entreißen und greifbar zu machen.

„El Chabacano. Un canto migrante“ ist eine Musiktheaterproduktion von Gala Montero & Rodrigo Alfonso auf Spanisch mit deutschen Untertiteln, in der sich unterschiedliche Erzählungen von lateinamerikanischen Einwander*innen, die nach Deutschland kamen, treffen. Es wird Musik aus Argentinien (Tango), Mexiko (Mariachi), Südamerika (Andine Musik) und aus Kuba und der Karibik (Salsa) gesungen und gespielt.

„Purple heads and all that we are“ ist eine Tanzperformance, die sich auf die Suche nach dem idealen Gegenteil von Objektifizierung in unserer heutigen Gesellschaft macht. Das Stück beleuchtet die verschiedenen einzigartigen Eigenschaften und Merkmale der sechs Tänzer*innen und positioniert die Zuschauenden dazu in eine außergewöhnliche Beziehung.

Der performative Audio-Walk „Der Rache Nicht“ (AT) des Theaterkollektivs Bornstein/Casagrande/Haagen/Schwesinger beschäftigt sich mit den Biografien Frankfurter Künstler*innen, welche die Kulturszene der 20er und 30er Jahren entschieden prägten und der Politik der NS-Zeit zum Opfer fielen. Dokumentarisches Material trifft auf fiktive Textpassagen und sucht nach Interaktionen mit der heutigen Stadt.

Das „EveryBody“ Projekt ist ein inklusives disability dance Projekt, das Menschen mit und ohne Behinderung im Nürnberger Raum die Möglichkeit bietet, sich für das Thema zu sensibilisieren – vorbereitend mit Workshops, einem Symposium und einem Community-Projekt, und kulminierend in einer professionellen Tanzproduktion „Exploring Borders“ .
„Diversity can make the art richer“ – Stine.Nilson

„REKRUT“ beschäftigt sich mit der international verbreiteten Anwerbung Minderjähriger für den Militärdienst und Dienst an der Waffe. Die Produktion widmet sich dabei den psycho-sozial greifenden Strategien der Anwerbung, wobei die Vermittlung von Werten eine wichtige Rolle spielt. „REKRUT“ unterzieht Rekrutierung einer kritischen Betrachtung und findet dabei vielschichtige Mittel der Reflexion

„Displacement“, eine Solo-Performance von Milla Koistinen, rückt Ekstase, kollektiven Spaß und die Beziehung zwischen Individuum und Menge in den Mittelpunkt. Das Stück untersucht Stille und Lärm, Freude und Trauer, Individuum und Menge, Kontrolle und Chaos, Leere und Fülle. „Displacement“ wird bei „Tanz im August“ 2021 uraufgeführt und ist speziell für einen Veranstaltungsort im Freien konzipiert.

Der Sumpf ist ein unheimliches Natur-Schauspiel und eine zu durchwatende Metapher: er steht für Übel und siechendes Unglück, Schmutz und Lähmung. Aber der Sumpf lebt. „THE GREAT SWAMP“ macht den verrufenen Ort zur Bühne für ein Musiktheater, das immensen und irreversiblen Verlusten durch das Denken und Ordnen trauriger Texte und Lieder mit neuen ungewöhnlichen Verbindungen und Mustern antwortet.

Die Schauspielerin Margarita Breitkreiz rezitiert Aischylos. Doch der Einzug des Chors lässt auf sich warten bzw. wird gar nicht stattfinden. Der Chor ist unauffindbar verloren gegangen. Mit diesem Verlust beginnt die eigentliche Tragödie.
Eine gemeinschaftliche, surreale Heilkunstperformance nach Dr. med. Daubs Schmerz- und Regulationsmedizin und A. Jodorowskys theatralem Psychoschamanismus.

„Die Freundin von“ (AT) ist eine Untersuchung der bestehenden Fiktionen über Femme Fatal*s, Delinquentinnen* und Verbrecherinnen* in unserer Kultur. Eine Stückentwicklung, die die Frage stellt: Welche Frauen* fehlen im heutigen feministischen Diskurs und was haben diese Frauen* zu sagen? Wir experimentieren mit dem Umstürzen stereotyper Rollenbilder und der Umschreibung der eigenen Geschichten.

In dem installativen Live-Hörspiel „A possible Form of Resilience“ (AT) soll durch die filmische Inszenierung verschiedener weiblicher Figuren mögliche Formen von Resilienz erforscht werden. Dabei geht die Spurensuche auf die Geschichte von Frauen, die extremen Umständen ausgesetzt waren. Sie kommunizieren über Videos im Rahmen eines Live-Hörspiels mit den Performerinnen im Raum.

Das Stück folgt dem Leben einiger Aktivist*innen, die eine Welt verändern wollen, die sie bereits verändert. Das Spiel eröffnet sich, wenn sie sich in einem Kriegsgebiet befinden, aber sie ziehen von einem Ort zum anderen, weil sie tödlichen Gefahren entfliehen wollen oder weil das Erreichen ihrer Ziele diese Bewegungen erfordert. Was muss man tun, um ein Aktivist zu werden?

„YOU’LL NEVER WALK ALONE“ ist ein Audiowalk, der den von der COVID-19-Pandemie geprägten Körper und dessen Bewegung durch die Stadt in den Fokus nimmt. Wie hat die globale Krise unsere Beziehung zum Körper und dessen Relationen im öffentlichen Raum verändert? MS Schrittmacher untersucht die neue Choreografie des Alltags zwischen Isolation und Verantwortlichkeit.

Jede Generation setzt sich mit ihrem Erbe auseinander. Was als Erbe anerkannt wird, steht mehr im Zusammenhang mit Wünschen und Unzufriedenheiten als mit dem, was geschah. „excessive_haunting“ lädt Geister ein, die aus der Zukunft kommen, um die Vergangenheit zu ändern. Ihr Spuk ist das Erbe weiblich konnotierter Körper, unsichtbare Sorgearbeit, Ausbeutung und Kämpfe um Macht und Selbstbestimmung.

Wer sind wir wirklich? Sind wir virtuell die gleiche Person wie in der realen Welt? „The Perfect Clone“ ist die tanzende Karikatur dessen, was wir virtuell darstellen – ein perfektes Ich mit tausend Gesichtern, jedes ein perfekter Klon dessen, was wir darstellen wollen.
„TPC“ ist multimediales zeitgenössisches Tanztheater, eine Duo-Tanz-Performance mit Hologrammen.

Eine leere Bühne. Die weiß dominierte Geschichtsschreibung hat Schwarzes Heldentum verunmöglichen wollen. Dumas! Er wusste, wie Helden erschaffen werden, war selbst Sohn eines Helden. Im Gegensatz zu all den Männern, deren Denkmäler wir in den letzten Monaten fallen sahen, war er Schwarz. Aus welchem Stoff werden die Schwarzen Held*innen morgen sein? „Courageux!“, die empowernde, heldenhafte Tat.

„Abyssos“ widmet sich dem verunsicherten Menschen. Drei Tänzer*innen und eine Live-Musikerin erforschen den Verlust an Vertrauen in unsere Gesellschaft. Wir verehren Menschen, die „oben“ stehen, und fürchten den Abstieg. Dieser „Tanz am Abgrund“ möchte „oben“ und „unten“ umwerten und hinterfragen, wie sich Abstiegsängste auf den Körper, die menschliche Motorik und seine Schwächen auswirken.

Die Kunsthalle Tübingen wird zur Bühne für ein innovatives Aufführungsformat, das Musiktheater, Ausstellung und Medieninstallation vereint. Fünf Performer*innen verschneiden Teile aus Cavallis Barockoper „Dafne“ mit wissenschaftlichen Texten zu Transhumanismus. Topfpflanzen treten als Ko-Akteure auf, deren Sprache durch mediale Mittel wahrnehmbar wird. Gelingt der Dialog zwischen Pflanze und Mensch?

Zwei Tennisspielerinnen rasten aus. Als Serena Williams Fans, Country Stars und zugleich leicht erregbare Cowboys wagen die Performerinnen einen Balanceakt auf eben jener Linie zwischen Rivalität und Solidarität, zwischen heldenhaftem Selbstmitleid und unkontrollierter Wut… Untersuchungsfeld ist der Tenniscourt als Schauplatz, in dem Einschreibungen von race und Gender verhandelt werden.

„Inside Sybille“ ist ein Stück über Sex. ausgesprochen frei werfen einen bitter ehrlichen Blick in den Kopf einer Frau und gucken, was passiert, wenn die Stimmen von Lust, Liebe, Scham, Vernunft, Ego, Moral, Gott, Disney, Orgasmus, Zyklus, Schamlippen, Pornos, Heteronormativität, Ekel, Bravo, Madonna, Feminismus, Patriarchat (…) zum Leben erwachen, lamentieren, kommentieren und diskutieren, was das Zeug hält.

„Die Siedlung“ ist ein interdisziplinäres Performance-Projekt von DIE SOZIALE FIKTION im Rahmen der Plattform FREISCHWIMMEN. Mit dem Vorhaben setzt die Gruppe ihre Auseinandersetzung mit der Wohnungskrise als Phänomen unserer spätkapitalistischen Gesellschaft fort. Zentrales Motiv ist dabei das Neubauviertel, das in einer Geste der Umdeutung zum „Problemviertel von morgen“ erklärt wird.

„Die Erde ist gewaltig schön, doch sicher ist sie nicht“. Vom Leben mit und nach dem Tanz: Prekäre und widerständige Biografien im Spiegel eines autobiografisch poetischen Erzählens.
Montierte, choreographische und dramatische Szenen gehen über individuelle Erinnerungen des Ensembles hinaus und verhandeln das Erinnern an sich.

CHICKS* laden die Zuschauer*innen ein, tief einzutauchen in persönliche Erfahrungen mit Paartanz. „DEEP DANCING“ entwirft und erprobt in einem interaktiven One-to-One-Theaterformat Formen des Paartanzes sowie Momente des Diskurses über das Tanzen zu zweit – und das in Zeiten des Patriarchats und von Corona. „DEEP DANCING“ ist performative Traumatherapie und queerfeministische Utopie des Paartanzes!

Die Welt, wie wir sie kennen, hat sich drastisch verändert, und damit auch die Vorstellung und das Verständnis von Normalität, Isolation und Zusammengehörigkeit. Die Choreografin Jessica Nupen geht in „GEMeinsam“ den Überschneidungen und Gegensätzen dieser gesellschaftlichen Phänomene in einem expressiven Tanztheaterstück mit internationalen Künstler*innen nach.

Ein DJ, Künstler, Choreographin und fünf Tänzer*innen – Labyrinth als Laboratorium. Themen wie Orientierung, Verlust und Richtung untersuchen sie in „Lost Track“. Gibt es Hoffnung für Menschen, die von verschiedenen Enden eines Labyrinths ausgehen, einen gemeinsamen Weg zu finden, oder ist es ein ständiger Kampf voller Gier gegen Empathie, Angst gegen Tapferkeit, Spiritualität gegen Konsumdenken?

„Post Ironic Moustache“ ist eine interdisziplinäre, performative Installationsarbeit in einer kinematografischen Bühnenumgebung. Das Stück ist thematisch inspiriert von den Schriften des britischen Theoretiker Mark Fisher, in dem er den Geist und die Aufbruchstimmung der Hippie-Kultur als Potenzial für postkapitalistische Entwicklungen unserer Gesellschaft analysiert.

Es herrscht Verunsicherung darüber, wie geflirtet werden darf. Viele Menschen lehnen die patriarchalen Flirtregeln ab, es fehlen jedoch neue etablierte Wege der erotischen Annäherung. „Are you flirting with me?“ entwickelt die Utopie eines progressiven, feministischen Flirtens jenseits traditioneller Geschlechterrollen. Erprobt wird diese in Form eines experimentellen, humorvollen Theaterabends.

Die digitale Welt verändert uns, wir vernetzen uns und leben einen immer größer werdenden Teil unseres Lebens online. Wir haben die Algorithmen erschaffen und sind selbst Algorithmus geworden. Wohin führt uns diese große „Transformation“? Was bedeutet das für uns, für unsere Körper, unsere Sinne, entwickeln wir ganz neue Fähigkeiten? Wie wird unsere Gesellschaft in 100 Jahren aussehen?

Schweine und Menschen – angeblich schmecken sie ganz ähnlich. Doch meist verschlingen Menschen Schweine und nicht umgekehrt. Und vor der Schlachtung leben nur drei Prozent aller Schweine weltweit annähernd artgerecht. Was sagt das über uns Menschen aus? Der Regisseur Mirko Borscht fragt mit den Mitteln von Video, Tanz, Sprechtheater, Illustration und Musik, wie nah oder fern uns Schweine sind.

„Transatlantica“ ist die erste transdisziplinäre Soloperformance sowie visuelles Tagebuch der in Brasilien geborenen Choreografin und Tänzerin Caroline Alves. Sie erforscht die Auswirkungen der Auslöschung ihrer indigenen Urgroßmutter. Es wird von den Wunden des Siedler*innenkolonialismus und der Zerstörung des Planeten gesprochen. Die unterdrückte Vergangenheit kann nicht länger ignoriert werden.

„ERLAUBNIS WEGZUGEHEN“ ist eine künstlerische transgenerationelle Urlaubsforschung in Kooperation mit dem FUNDUS THEATER/Theatre of Research in Hamburg: Welche Visionen von Urlaub lassen sich mit Mitteln des Theaters erfinden und erproben? Einerseits soll ein Raum für Kurzurlaube im Theater entstehen, andererseits sollen performative Exkursionen in den Stadtraum angeboten werden.

„Ruined Masterplans“ ist die Gegenüberstellung und performative Erkundung zweier unterschiedlicher Stadträume – der Hamburger HafenCity und des Beirut Central District. Dabei entstehen zwei poetisch-performative künstlerische Spaziergänge, die alternative Imaginationen der städtischen Umgebung vorschlagen. Gegensätzliche Erfahrungen aus Beirut und Hamburg überlagern und vermischen sich.

Technik bringt Fortschritt, Verlust und veränderte Lebenswelten. Gerade vibriert es wieder: SARS-CoV-2 lässt die Nutzung von Technik sich ausbreiten. In „TANZtechnik“ erforscht das contweedancecollective in einem Solo die Verbindung zum eigenen gefilmten Abbild, in einem Duo die Verbindung über elektronischen Sound, und in den sozialen Medien die Dokumentation des Prozesses: Join us! #TANZtechnik

Anna Kpok produziert ihre neueste Arbeit „Umgeben von ihren Dingen“. In Plexiglaskästen sitzend erzählt sie dabei ihr Leben und das der Dinge. Die Zuschauer*innen bauen dabei mit an der Geschichte, indem sie die Lampe von der Oma und die Schuhe vom Trödel oder die IKEA Tasse von Kasten zu Kasten tragen. Welche Geschichte ergeben sich so über das Hier und das Anderswo, das Original und das Serielle?

The art book „Sunny Sunday“ is a fairy tale on right wings governance and populist narratives, based on true events in Poland. Written by Lina Majdalanie and Rabih Mroué and including drawings by legendary Lebanese cartoonist, Georges Khoury (Jad), it interweaves reality and fiction, tracing the narratives and political mechanisms that prevail in many European societies at the moment.

Der performative Salon ist ein Ort des Austauschs, des Diskutierens, ein performativer und entspannter Raum für Situationen und Begegnungen dazwischen. Wie wollen wir zusammenleben und arbeiten mit widerständigen Praktiken, die unsere Zukünfte gestalten? Im queer-feministischen Salon wollen wir unsere Arbeit/en vernetzen, miteinander in Beziehung setzen und sichtbar machen.

Jeder Probentag beginnt mit dem Sammeln der aktuellen Nachrichten in Schrift, Bild und Ton. Kurze Stücke werden daraus entwickelt.
Durch eine Webseite und einen Live-Blog können Online-Zuschauer*innen an jedem Probentag Input geben, in einer Bühnenfassung die Zuschauer*innen dort auch; die Performer*innen reagieren live, aktuell tänzerisch, theatral oder in Form eines kurzen Gespräches darauf.

Ein Schauspiel mit Livemusik, Projektion und Film. Text und Recherche: Axensprung Theater.
„RUIN“, der dritte Teil der „WEIMAR-TRILOGIE“, erzählt das Ende der Weimarer Republik durch die Machtübernahme der Nazis.
Dass die Freiheit einer Republik aktiv bewahrt werden muss und nur innerhalb einer europäischen Einbindung möglich ist, erfahren die Figuren in diesem Theaterstück hautnah.

Das Projekt beschäftigt sich mit dem Phänomen von Grenzen in unserer heutigen Gesellschaft. Basierend auf den eigenen Migrationserfahrungen der beteiligten Künstler*innen und
intensiven Gesprächen mit Mecklenburg-Vorpommer*innen verschiedenster Generationen und Herkunft entsteht das audiovisuelle Material für ein multimediales Tanzstück und Installationen im öffentlichen Raum.

„UnStumm | Augmented Movements“ entwickelt das Konzept von UnStumm in multidimensionaler Form als In Situ telematische Augmented Reality Performance mit Video, Sound und Tanz.
UnStumm erschafft damit einen neuartigen Zugang zur AR-Technologie, welche bis zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht für reale und telematische Live Performances mit Tanz, Video- und Soundart verwendet wurde.

Eine Hybridform, die Elemente von Bühnenperformance, Performance im öffentlichen Raum, Audiowalk, Hörspiel und Live-Synchronisation kombiniert. Vor dem Hintergrund der Krise statischer und lokaler Theaterräume, die das Jahr 2020 hervorgebracht hat, und in Auseinandersetzung mit H.G. Wells’ genrebildendem Roman, entwirft „Ambient 2: War of the Worlds“ ein in Bewegung zu rezipierendes Theater.

„Die gemütlich Wahrheit (The comfortable truth)“ – ein digital-analoges Spiel der Privilegien mit Tanz und Figurentheater.
Komm und mach’s dir gemütlich… Wie wäre es mit einem Stück Kuchen? Oder zwei? Du kannst auch drei haben. Weil du’s bist.

Das „Institut für Erbbiologie und Rassenhygiene“ in Frankfurt führte Maßnahmen im Sinne der NS-„Rassenpolitik“ aus. Das Gebäude wurde vor wenigen Jahren ohne öffentliche Diskussion abgerissen. profikollektion erforschen das Wirken und die Folgen der Arbeit des Instituts. Auf dem und um das Gelände des ehemaligen Instituts erarbeiten sie eine Performance-Installation als temporäres performatives Denkmal.

Abend für einen Schauspieler/Sänger und fünf Musiker*innen.
Ein geistig behindertes Mädchen aus einer sudetendeutschen Familie wurde im Rahmen der Aktion T 4 ermordet. Sie heißt: Das Mädchen. Wer war sie? Mit eigenen/fremden Worten/Tönen soll die nationalsozialistische „Euthanasie“ befragt, gespiegelt und dem Mädchen ihr Name zurückgegeben werden.

Das Theaterstück „PERSEPHONE & PLUTOS“, mit den Sänger*innen und Schauspieler*innen Jill Sandjaja und Marc Philipps, Beatrice Manowski als Gast und Katja Rupé und Axel Hartwig als Videoeinspieler. Ein musikalisches Theater-Szenario nach Texten von Oliver Held mit musikalischer Untermalung von R.P.S. Lanrue und entlegenen Theatersongs von TON STEINE SCHERBEN, interpretiert von JUNE & JIM.

In „keep on survivin’“ setzt sich die Physical Theatre Company KimchiBrot Connection mit dem Spannungsfeld zwischen Verzicht und Verlust auseinander und sucht nach einer Neudefinition von Reichtum. Es entsteht ein vielseitiges, reflektiertes Stück, das fundierte inhaltliche Auseinandersetzung, persönliche wie auch politische Perspektiven und hoch physische, radikale Körper verbindet.

Das Publikum wird zu Zeitreisenden und bahnt sich seinen eigenen Weg durch das Labyrinth menschlicher Leidenschaften im Haus der Statistik, auf die mit zeitgenössischen Mitteln der darstellenden Künste Tanz, Musik-, Sprech- und Puppen/Objekttheater neue Perspektiven geworfen werden. Sieben Rauminstallationen, basierend auf den sieben Todsünden fragen, was von uns Menschen nach dem Ende gewesen sein wird.

In „keep on survivin’“ setzt sich die Physical Theatre Company KimchiBrot Connection mit dem Spannungsfeld zwischen Verzicht und Verlust auseinander und sucht nach einer Neudefinition von Reichtum. Es entsteht ein vielseitiges, reflektiertes Stück, das fundierte inhaltliche Auseinandersetzung, persönliche wie auch politische Perspektiven und hoch physische, radikale Körper verbindet.

Die Drehbühne Berlin wird auf der Grundlage der Pinocchio-Illustrationen des spanischen Surrealisten Antonio Saura und nach der Buch-Adaption von Christine Nöstlinger das interdisziplinäre Theater-Kunst-Projekt „Der Neue Pinocchio“ umsetzen. In Theaterworkshops werden Kostüme, Puppen, Masken und Bühnenbilder mit Grundschulkindern kreiert, die so an Theater und moderne Kunst herangeführt werden.

SEE! entwickelt zusammen mit sieben Performer*innen, verschiedener künstlerischer Disziplinen und unterschiedlicher kultureller Herkunft eine Performance zu dem Konzept von Identität. Sie bieten die eigene Biografie zum Tausch. Welche Gesten, Haltungen, Musik bringen die biographischen Marker von Herkunft, Ausbildung und beruflichen Stationen hervor? Live entsteht das Vexierbild einer Biografie.

Die Begegnung eines wilden Hasen und eines frustrierten Journalisten katapultiert beide aus ihrem gewohnten Leben und markiert den Beginn einer abenteuerlichen Reise. Mit wenigen Worten und dem Einsatz innovativer analoger und digitaler Projektionen taucht das Publikum in fantastische, sich ständig wandelnde Welten ein – auf der Suche nach Möglichkeiten und Bedingungen der Freiheit.

Erstmals kooperieren der Künstler Black Cracker und das Solistenensemble Kaleidoskop für einen kollektiven Prozess, in dem sie sich gemeinsam auf die Suche nach diskursiven und ästhetischen Perspektiven auf Elitismus und strukturelle Diskriminierung im Musiktheater-Betrieb zu machen – und befragen sich damit gegenseitig zu ihrer eigenen künstlerischen Praxis

Drei Performerinnen begeben sich in drei Solos zwischen Film, Schauspiel, Punkkonzert und Choreografie auf die Spuren von Monika Ertl, der Tochter des Riefenstahl-Kameramanns Hans Ertl, die sich einst in Che Guevaras bolivianischer Befreiungsarmee als politische Attentäterin hervortat. Gibt es etwas wie den gerechten Mord, einen ethischen Terrorismus – in der Vergangenheit und in der Gegenwart?

Zwischen Nähe, Distanz, Homoerotik, Bromance, Aggression und Zärtlichkeit bewegt sich notsopretty mit „FRAGILE“. Mit dieser Performance wollen sie herausfinden, wo und auf welche Weise Männlichkeiten als Kollektive Praxis entstehen. In einem Bootcamp der Zärtlichkeiten werden Männlichkeitsarchetypen seziert und neu gedacht. Muss Mann die eigene Männlichkeit stets neu beweisen?

Shared Stories behandelt die Stunde vor dem Tod im Leben von Opfern und Tätern: Eine Familie isst zu Mittag, im nächsten Moment wird sie getötet. Es ist natürlich, dass wir versuchen, all dem eine größere Bedeutung beizumessen, aber es gibt keine.
Aus dokumentarischen Erzählungen von Menschen aus Ruanda, Bosnien und Deutschland entsteht ein Musiktheaterstück als interkontinentale Friedensvision.

Juliette Villemin & Team recherchieren Mimik- und Körper-Gesten in einer Gesellschaft, die sich in ständiger Anpassung zu neuen Krisen befindet. Die audiovisuell aufgenommenen Gesten dienen als Basis für Tanzchoreografien und Klang-Kompositionen für eine begehbare Tanzinstallation. Das Team sucht nach neuen Wegen der Kommunikation, die weit über die verbalisierte Sprache hinausgeht.

Ausgehend von den aktuellen sozial-politischen Rebellionen in Mexiko, exakt 500 Jahre nach seiner Eroberung und dem aktuellen Stürzen von Denkmälern, wirft Yolanda Morales eine nicht-weiße, feministische Perspektive auf die ambivalente Figur des Pferdes. Anhand eines auseinanderbaubaren Bühnenbilds untersucht sie die Relation zwischen Aufführung, Raum, Bild und kollektiver Erinnerung.

Das Projekt „LE DON“ beschäftigt sich mit der Gabetheorie und Möglichkeiten der Entscheidungsfindung. Die Performer*innen suchen mit ihren unterschiedlichen Lebensbiografien aus Argentinien, Deutschland und Syrien kommend nach einem Miteinander. Entscheidungen, die zunächst eindeutig und klar scheinen, werden infrage gestellt und eigene Kategorien des Urteilens zerbröckeln lustvoll.

In der Stückentwicklung „Cancelled: Gender“ (AT) kehrt des Berliner Musiktheaterkollektiv für zeitgenössische Oper*ette tutti d*amore die Gesetze der männlichen Weltherrschaft um in ein Matriarchat der Extreme. Es stellt sich anhand von drei antiken Frauenstoffen („Penthesilea“, „Galathée“ und „Lysistrata“) die Frage, wie die Welt aussehen würde, wenn sie seit Jahrtausenden von Frauen regiert würde.

In Kate Tempest Langgedichten findet sich die Kraft der alten Mythen wieder. Dem Zynismus und der Gleichgültigkeit der kapitalistischen Gesellschaft wird Humanismus und Einfühlungsvermögen entgegengesetzt und mit der Wucht der Sprache eine RAP-OPER für unsere Gegenwart geschaffen. Klar, deutlich, appellierend und hypnotisch.

„Das anschauliche Klaffen“ ist ein Duett für eine Tänzerin und einen Tänzer. Es verbindet die Perspektive einer jungen Mutter, schöpfungsgeschichtlichen Beschreibungen des ersten Übergangs zwischen Chaos und Ordnung und das menschliche Ringen um Struktur im Widerstreit mit der Sehnsucht nach der Fruchtbarkeit von chaotischer Gleichzeitigkeit.

Unter Eindrücken einer globalen Pandemie, die den Tod auch in Europa wieder ins Zentrum gesamtgesellschaftlichen Bewusstseins rückt, arbeiten copy & waste zu Erinnerungskultur und Bestattungsritual, Enden in Einsamkeit, Todessehnsucht und Vorstellungen zum Afterlife – und bauen ein immersives Totenschiff in den Theaterdiscounter Berlin. Thema des Abends: Die Renaissance der Angst vorm Tod.

Im Berg/Bergwerk/unter Tage
Bericht eines Scheiterns
Schauspiel nach Franz Fühmann
Erarbeitung und Uraufführung

„Death’s Cabaret“ ist ein absurdes, eindringliches Kabarett, das von einem der vier apokalyptischen Reiter, Death, moderiert wird. Sie hat aus Angst vor dem Ungewissen beschlossen, eine Pause davon einzulegen, das Ende der Welt herzuleiten. Was kann angesichts der bevorstehenden apokalyptischen Zerstörung Sicherheit sein?

„Die Kontakt-Expedition“ ist eine dystopische, theatral-performative Sciencefiction-Ortsbegehung von Innenstädten und Gebäuden. Scheinbar vertraute Umgebungen wirken mit einem Mal wie ein fremder Planet. Ein Astronaut mit der Live-Elektronik „Kontakt“ lädt zur Erkundung mit Funkkopfhörern ein, mit denen Altbekanntes sonifiziert, benannt, geordnet und kolonisiert wird – eine Entdeckungsreise.

„OO-DE-LALLY“ ist ein Performance-Parkour mit Motiven Robin Hoods. Der Wald als Gegenentwurf der Zivilisation wird zum Bühnenraum. In ihm performen Darsteller*innen bekannte Popsongs und führen die Teilnehmenden mit ihrem Gesang durch die Inszenierung, welche durch animierte Objekte und Lichtkunst ergänzt wird. Es entsteht eine ästhetische Suche nach alten und neuen Möglichkeiten der Umverteilung.

Zack, peng, pow! Das Medium Comic kann viel mehr. Anhand der Performance „wearing heavy boots“ wird HELLA LUX den ersten Performance-Comic ins Leben rufen, eine Produktionspublikation, die mit Mitteln der 9. Kunst Performance-Inhalte und -Mittel in das zweidimensionale Medium überträgt. So wird ein neues Mischwesen erschaffen, das performative Strategien und Produktionsrecherchen nachhaltig fortführt.

#queseacabechile repräsentiert die sozio-politische Bewegung in Chile, die am 18. Oktober 2019 explodiert ist und die die problematischen Menschenrechtsverletzungen ins Land zurückgebracht hat.
Der*die Beobachter*in betritt eine intime und kraftvolle, verdunkelte Welt, in der er*sie durch Licht, Sounds, einen Kochtopf und die Präsenz einer Performerin mit dem politischen Kontext Chiles konfrontiert wird.

Die Andere Welt Bühne inszeniert Tine Rachel Völckers Theaterstück „Adam und die Deutschen“ als zeitgemäße Gegenüberstellung deutsch-polnischer Verhältnisse 2021.
Wie ist es hängenzubleiben? Nicht nur in der Wohnung, bei der Mutter, sondern auch in der eigenen Geschichte, an der Grenze, an Orten, an denen man nicht erwünscht ist, in gesellschaftlichen Rollen, die man nur zum Teil erfüllt.

Wir brauchen neue Verknüpfungen, neue Modelle, stärkende Emotionen, Visionen und Zukünfte – wir brauchen die Künste als Impulsgeberinnen. „Die Erfindung einer Region“ zeigt die Verbindungen, die existentiellen und die möglichen; ein LandStadtGewebe, das die Voraussetzung eines demokratisch bestimmten Lebens unter veränderten Klimabedingungen ist.

Der gemeinnützige Vereins MUSIC TO GO e.V. bietet den Senioren- und Pflegeheimen in NRW 40-minütige Open-Air-Konzerte mit Streichquartett und drei Opernsängern. Opernszenen und anrührende Melodien laden zum Genießen ein, sodass man auch während der Pandemie ein Stück Musiktheater erleben kann.

„HAMBURG CITY LIVING SCULPTURES“ ist eine 3-wöchige Intervention im Stadtraum, die das durch die Corona-Pandemie veränderte Verhältnis von privater, sozialer und öffentlich-politischer Sphäre thematisiert. Vier lebendige Skulpturen, bestehend aus Paaren mit anderem sozialen Background und Bewegungsvokabular, begegnen dem Verlust des öffentlichen Raums als sozialem Ort mit choreografierten Dialogen.

Nach dem Theater. Alles wird in Veranstaltungscases verstaut – „Just in case“ ist eine Veranstaltung mit und über diese Kisten.
picnic entwickelt eine Musik-Performance über den Wert der Dinge. Wessen Güter sind es wert, transportiert und konserviert zu werden? Welche Ideen, Ideologien und Denkmuster werden auch im Theater „nur für alle Fälle“ aufbewahrt? Was ist das Worst-Case-Szenario?

11.07.1995In der Gegend um Srebrenica wurden 8000 meist männliche Bosniaken erschossen: ein Genozid direkt vor den Augen Europas.

2021 – Das Massaker jährt sich zum 26. Mal und konfrontiert uns mit einem Erbe, das mehr mit uns zu tun hat, als wir glauben.

Die katholische Marienfigur wird feministisch uminterpretiert und nach ihrer Haltung zu Heilungs-und Fürsorgepraktiken befragt.
„MARIA“ ist eine Soloperformance, die sich an der Schnittstelle zwischen zeitgenössischem Tanz und bildender Kunst verortet, sie ist nicht für die Bühne, sondern für kleinere Kunsträume choreografiert.

„RAVEL“ ist ein zeitgenössisches Musik- und Tanzstück untermalen von einem 2D-Animationskurzfilm über den Spannungszustand der Immigration in Leipzig, welcher hier durch das Auge der Einwanderer erzählt wird. Ein internationales Team bestehend aus einer Tänzerin, einem Musiker und einem Mediendesigner erforschen die Lebenserfahrungen verschiedener leipziger Einwanderer, stellen sie künstlerisch dar.

Die Wahrnehmung des Todes hat sich im vergangenen Jahr durch die Auswirkungen des Coronavirus (COVID-19) stark verändert.
Das Tanzfilmprojekt lädt unter einer Gesamtregie und -komposition zehn Berliner Tanzkünstler*innen dazu ein, ihre persönliche Sichtweise auf den Tod in einer Choreografie zu erarbeiten.
Hieraus wird eine DVD mit zehn Tanzsoli erstellt.

Vor unseren Augen zerfiel die sozialistische Welt und mit ihr das Bild des Homo sovieticus. Im Aufgreifen von Motiven aus Alexijjewitschs „Secondhand-Zeit“ machen wir uns gemeinsam mit den Zuschauer*innen auf den Weg durch Räume, Sprache, Klänge, Bilder. Woher nehmen wir den Kompass für den Neustart, wenn die Ideale entwertet sind? Welche Rolle spielt die Kraft der inneren Freiheit?

Die Installation „Self//Regulation“ ist kybernetisches Zusammenspiel aus Klängen, Texten und Rückkopplungen. Ob durch schlichte Anwesenheit oder überlegte Entscheidung; die Besucher*innen forcieren die Ereignisse der Installation – zwischen regelbasiertem und freiem Spiel. Wie lassen sich Text und Klang aus Komponenten von eindeutiger Struktur und purem Zufall zu einem ästhetischen Werk verweben?

Die Schönheit unseres inneren Körpers wird zu einer Performance durch eine Reise der Bewunderung unserer biologischen und morphologischen Formen bis hin zur Dekonstruktion und Mutation des Körpers. Perkussion und Tanz lassen den*die Zuschauer*in die Verletzlichkeit des menschlichen Lebens spüren und verwandeln das Makabre in Schönheit.

In dieser Open-Air-Performance im Wald denken die Künstler*innen mit dem Pilz über die Welt nach. Ausgehend von „Der Pilz am Ende der Welt“ begeben sie sich in die Natur, an den Rand des Kapitalismus. Dort suchen sie neue Antworten auf gesellschaftlichen Verfall und die drohende Klimakatastrophe. Wie können wir anders darüber nachdenken, wie unsere gemeinsame Zukunft nach dem Kapitalismus sein soll?

„Face Me“ ist eine musikalische Performance und thematisiert die letzten zehn Jahre Weltgeschehen im Facebook-Universum. Vier Performer*innen beschäftigen sich mit der ziellosen und erschreckenden Streitkultur in den Kommentarbereichen und vor allem, was es für einen selber heißt, wenn man von dieser Flut an Kommentaren und Beiträgen überschwemmt wird und sich selbst darin als Individuum verliert.

Wenn der Social Score ins bodenlose fällt, gibt es nur noch eine letzte Chance: Die Heilung. Ein Besuch in der Anstalt ermöglicht es, ein wertiges Mitglied der Gesellschaft zu werden – sofern die Online-Community votet. Diese Verwebung aus immersiver Installation im Hochbunker und Online-Game macht Schattenseiten der digitalisierten Gesellschaft erlebbar. Weg mit der Freiheit, her mit den Likes.

Henning Ruwe gehört nicht nur zu den frischesten und frechsten Satirikern des Landes, er hat auch erkannt, was dem politischen Kabarett am meisten fehlt: Künstlerinnen. Im Rahmen seiner neuen Show „Scherze ohne Grenzen“ versucht er junge Kleinkünstlerinnen zu entdecken, zu fördern und auf die Bühne zu bringen. Ruwe schafft einen professionellen Raum mit gelernter Regie und guten Gagen.

„Hamster Jukebox“ ist eine Schaufenster-Performance zum Sozialverhalten während des Lockdowns.
Drei Hamster performen für dich das Objekt deiner Wahl. Du stehst vor der Hamster Jukebox und nur eine Scheibe trennt dich von einigen Exponaten, welche in der Zeit des Lockdowns von großer Bedeutung waren.
Für welche Nummer entscheidest du dich? Ruf an, warte auf das Licht und erlebe die Performance.

„WHO AM I“ ist ein neues Solo-Projekt des Komponisten und Performers Christian Kesten: Eine Komposition aus monochromen, flächigen Atemklängen für Vokalensemble, in der er alle Stimmen selbst spielt. Eine jede ist das Video-Portrait einer anderen Figur zwischen allen Geschlechtern und Lebensaltern, in die sich der Vokalist verwandelt. In der Video-Oper begegnen diese verschiedenen Figuren einander.

Inspiriert ist dieses Vorhaben durch die dramatische Wucht und Sprache von Virginie Despentes „Das Leben des Vernon Subutex“ und die irritierenden, aber tief betroffen machenden Bilder in der Verfilmung ihres „Baise Moi“-Textes, die sich an der*dem Betrachter*in festsaugen und -klammern.
Wie kann es gelingen, im und durch den Tanz eine vergleichsweise subtile Kraft der Bilder in Bewegung zu erzeugen?

„Tomorrowland“ lässt durch ein partizipatives Setting Tanz und dessen gesellschaftliche Funktion wieder aufleben. In Anlehnung an die Praxis des Raves, die sich Orte des urbanen Raumes aneignet, wird der öffentliche Platz vor der Galerie Wedding flashmobartig mit Musik und Tanz besetzet und ein utopischer Raum inszeniert, an dem möglichst alle Körper teilhaben können.

Zuschauer*innen werden zu Spieler*innen und bekommen mit der Hilfe einer Spiel-Engine von außen die Möglichkeit, für die Schauspieler*innen im digitalen Raum Entscheidungen zu treffen und somit die ganze Inszenierung zu beeinflussen. Sie tauchen mit einer App in die Zukunft ein, wo die Welt der Daten als Erzählung zwischen den drei Schauspieler*innen und ihnen stattfindet.

Das Projekt „working class by daughters“ ist ein Hörraum mit performativen und installativen Elementen, der im Herbst 2021 im District Berlin entstehen soll – bestehend aus Interviews. Visuelles und dramaturgisches Element ist eine hierfür entworfene Modekollektion.

„Die alte Pippi Langstrumpf“ – eine biographische Selbstbefragung.
Was wäre, wenn Pipi Langstrumpf gealtert wäre? Was wäre aus ihr geworden?  Wäre Pippi eine alte Coronaleugnerin, die wütend und allein mit einem uralten Affen in einem Haus mit ungeklärten Eigentumsverhältnissen wohnt und unversteuertes Geld heimlich ausgibt? Was wäre auch aus Thomas und Annika und den anderen Figuren geworden?

Die Produktion richtet sich an Kinder ab 6 Jahren. Das Stück arbeitet mit den Elementen Schauspiel, Gesang, Musik und Tanz, mit dem Ziel durch Bilder und Atmosphären die Fantasie der Kinder zu beflügeln.
Umrahmt werden diese Vorstellungen von verschiedenen Workshopangeboten. Hier können die Kinder sich selbst einmal im Theaterspielen, Tanzen oder Musizieren versuchen

In „Hold your Horses“ suchen sechs Körper nach Halt. Nach einem Ausgangspunkt, nach festem Boden, starkem Rückhalt, einer ausgestreckten Hand, einer Schulter, die Rückzugsort ist oder Sprungbrett. Das interdisziplinäre und intergenerative Tanzkonzert verbindet Live-Musik mit Tanz, Tanz mit Lyrik, Lyrik mit Akrobatik, Akrobatik mit Schauspiel.

Mit „Tohuwabohu“ inszeniert das künstlerische Team um die Theatermacherin Kristin Gerwien die Ästhetik eines multimedialen Chaos’. Das körperliche Gefühl des Schreiens und Kontrollverlustes erscheint in experimentell erweiterten Formen von Musik und Tanz. Lebendig setzt das Stück im aktuell verunsicherten Lebensgefühl der Gesellschaft ein Zeichen – für Öffnung, Vieldeutigkeit, Widerspruch und Reibung.

„Auf Zucker 3000“ ist ein inszenierter Walk, ein immersives Erlebnis, eine Bestandsaufnahme und Auseinandersetzung mit den Anforderungen der neuen Realität. märztreffen fragt sich: Wie verändert sich unser Leben? Wie können wir uns begegnen, uns berühren? Gibt es Safer Touch? Alles still? Alles anders? Kontrolle? Wir suchen dir reale Utopie! Never stop the Walk!

Ein Projekt von shifts. – art in movement mit dem choreografischen Zentrum Le Phare CCN du Havre, dem Architektenkollektiv Les Gens du Lieux und der Initiative Neue Mitte Hansaplatz. Am Hansaplatz wird die Choreografie zu einer bindenden Kraft für ein respektvolles und lebendiges Miteinander, in dem sie Orte und Momente der Begegnung, des Verweilens schafft.

„THE BODY MEMORY OPERA“ möchte unserem menschlichen Körper und seiner Erinnerung an die, die ihm vorausgingen, Raum geben und so die Frage stellen, ob wir noch sein wollen, wer wir geworden sind? Was möchte der zeitgenössische Körper, der das vorläufige Ende einer Genkette ist, die Millionen von Jahren zählt, ausdrücken in einem gesellschaftlichen System, das sich als frei und demokratisch versteht?

Als Gegenreaktion zu dieser nach Authentizität hungernden Welt machen wir uns als Lachdetektive/Feministinnen auf die Suche nach alternativen Formaten. Die Schattentheater-Tradition Karagöz inspiriert uns dabei, die Traditionen von heute aus in die Zukunft zu denken. Es ist 2600. „Leaving Earth but Holding on to Humanity“ ist das Motto. Welche Tradition nehmen wir mit auf den neuen Planeten?

„Cloud Daughters“ ist ein digitales weibliches Dokumentartheaterprojekt, bei dem jede der beteiligten Künstlerinnen auf ihre eigene autobiografische Spurensuche geht und eigenes Material kreiert für die künstlerische Begegnung, Begleitung, Konfrontation und Unterstützung einer gemeinsamen Aufführung im Netz und später auf der Bühne. Wo ist unser „Blinder Fleck“ in Sachen Emanzipation?

„LUFT!!“ Die einfachsten und wesentlichsten Dinge seines Daseins macht der Mensch sich am wenigsten bewusst. Wie wichtig Luft für ihn ist, weiß er erst, wenn er zu ersticken droht, und wie schön es ist, atmen zu können, weiß er erst, wenn er stirbt.
Lassen Sie sich zu Luftschlössern und Albträumen verführen – der Fantasie neuen Raum geben – da ist noch Luft nach oben. „LUFT!!“ MusikObjektTheater-Collage.

„NOTES ON CAMP“: Ein Versuch den eigenen Körper zu überschreiben

Physical-Theater-Duo, welches den Körper als Leinwand benutzt, um zu untersuchen, wie die queere Kultur dazu beigetragen haben könnte, die heute vorherrschenden Vorstellungen von „männlichem“ und „weiblichem“ Verhalten aufzulösen.

„Inspektor Heyler oder auf der Suche nach der Haltbarkeit der Dinge“ ist eine kriminalistische Solo-Tanzperformance, die sich mit dem mörderischen Erbe der Dinge auseinandersetzt.
Jeder Todesfall birgt einen Nachlass. Wie verwalten wir diesen? Und welch explosives Material steckt in scheinbar „nur“ materiellen, „unwichtigen“ Dingen?

Alle gehen zur Soli-Party… In „Ganz alleine auf der Tanzfläche“ hinterfragt Ilker Abay soziale Dynamiken zwischen Hedonismus und Politisierung. Am Beispiel von und an wechselnden Schauplätzen der weltberühmten Berliner Clubszene, in deren wummernden Beats nur scheinbar alle Unterschiede aufgelöst sind, verfolgt er Fragen von Identität, (Un-)Möglichkeiten von Beziehungen und Wandel.

Anna Peschke ist die einzige deutsche Regisseurin, die an der National Beijing Opera inszeniert hat.
Das neue Projekt „Lilith“ ist ein ästhetisches Experiment mit neuen Formen von Peking-Oper, Zeitgenössischem Tanz und Nouveau Cirque.
Ausgangsmaterial ist der Mythos „Lilith“, eine feministischen Symbolfigur für Gleichberechtigung.

Fünf Ornitholog*innen versuchen einen Ort zum Musizieren für Mensch und Tier zu schaffen. Aufgeführt wird eine Neukomposition von Gustav Mahlers Lied der Erde für Tenor, Alt, Klavier, Computer und eine beliebige Zahl heimischer Singvögel. Gegen den Lärm stellen sie die Frage: Können die Praktiken der Ornithologie antikapitalistische Interventionen der Ruhe, des Hinhörens und Verwandtmachens sein?

Eine mitreißende Inszenierung aus Musik, Artistik und Schauspiel entführt in bunte Welten! Basierend auf Shakespeares „Ein Sommernachtstraum“ bringt The Metafiction Cabaret eine Rockoper über Vielfalt und Toleranz auf die Bühne. Mit faszinierender Akrobatik, eingängiger Musik, Humor und Tiefgang werden neue Perspektiven auf die vielfältigen Spielarten von Liebe und Identität geschaffen.

„HOSPICE“ widmet sich dem Thema queere Körperlichkeit und Hospiz. Inwiefern schwingt die Vorstellung des eigenen letzten Lebensabschnitts und Todes schon jetzt in den Bewegungen unserer gegenwärtigen Körper mit? In der Multimedia-Performance entsteht ein Hospiz unter queerer Prämisse, das den Zuschauer*innen einen zärtlichen und selbstbestimmten Umgang mit Tod und Palliativbetreuung ermöglicht.