Entscheidung #TakeCare (Februar 2021)

Ausgewählte Vorhaben

Einzelkünstler:innen

„Layers off Chaos“ ist eine künstlerische und choreografische Recherche über die menschliche Stärke und Verletzlichkeit, die durch die verschiedenen Schichten und Aspekte des Chaos erforscht werden, während die faktischen Elemente der Wissenschaft, Politik und die jüngsten Geschehnisse in der Welt betrachtet werden.

Für die Konzeptentwicklung und Stückfassung der neuen Objekttheaterinszenierung „SOLO und Kohorte“ werde ich mit Kolleginnen Interviews führen und diese aufzeichnen. Freischaffende Schau – und Figurenspielerinnen äußern sich zu dem Thema, unter welchen Umständen künstlerischer Idealismus begrenzt ist. Hat sich mit 2020 der Blick auf das selbstgewählte Format SOLO verändert? Was kommt jetzt?

„Stierhunger“ geht auf die Suche nach Möglichkeiten, wie bulimische Körper(-praktiken) mit den Mitteln der Kunst enttabuisiert werden können. Gibt es eine Poesie der Bulimie und wie ist sie zu finden? Die Künstlerin trifft andere (Ex-)Bulimiker:innen und fragt: „Wie kommen wir miteinander ins Gespräch?“ Über Stiere und Stierkämpfe lernen. Archive für die Poesie der Bulimie werden angelegt: Ein digitales und eines, das die Künstlerin sich einverleibt.

Was passiert mit der Gesellschaft, wenn sie sich zu sehr einer erfunden, statt einer reellen Wirklichkeit hingibt? Was geschieht mit der Demokratie, wenn sich die in ihr lebenden Bürger:innen nicht mehr auf eine Realität einigen können? Diesen Fragen will Johannes Moss auf den Grund gehen.

„Hope Spot Ocean“ – alles unterhalb der Wasseroberfläche hat die Tendenz, von uns mit anthropozentrischer Arroganz „übersehen“ zu werden. Das ist ein Problem, denn ohne ein gesundes Meer, keine gesunde Erde. Tauchen wir ab, entdecken diese Lebensquelle neu, und ein in die Geschichte einer Meeresbiologin, die ihr Leben dem Schutz der Ozeane mit unerschöpflicher Hoffnung verschrieben hat.

In dieser vorbereitenden Recherchearbeit erforscht die Figurenspielerin und Theatertherapeutin Ulrike Kley anhand von Interviews eine spezifisch weibliche Beziehung zu Geld. Gibt es tradierte Muster? Welche Gefühle löst Geld aus? Auch das Geld wird zu Wort kommen und aus seiner Perspektive vom Leben in der Tabuzone erzählen.

Eva Baumann beschäftigt sich mit dem Phänomen der „Entfremdung“ als Gefühlszustand, der seit Beginn der Pandemie eine Renaissance der besonderen Art erlebt durch die Isolation des Individuums. Die inhaltliche und choreografische Recherche untersucht körperliche Manifestationen des „Sich-fremd-Fühlens“ und „Außer-sich-Seins“: emotional, physisch, räumlich.

Hybride Formate können analoges Erleben mit digitaler (virenfreier) Interaktion verbinden. Doch wie gelingt es als Theaterschaffende, souverän die digitalen Möglichkeiten auszuschöpfen, um krisenresistente Formate zu entwickeln? Im Selbstversuch lernt die Dramaturgin Miriam Wendschoff (Büro für Eskapismus) programmieren und untersucht Strategien interaktiven Erzählens.

Im Rahmen von #TakeCare beschäftigt sich Theresa Scheitzenhammer zwei Monate lang mit dem gesellschaftlich verankerten Mythos der perfekten Mutter und dessen medialer Darstellung. Aus Interviews, Textrecherche und Medienanalyse generiert die Künstlerin formale und textliche Inhalte, die Basis für eine künstlerische Weiterverarbeitung in einer Art Bühneninstallation sein können.

The artist intends to use the #TakeCare grant during a 2 month period (May 3rd-June 27th) to digitalise her previous work with her one-person dance company Petricore Movement and create a digital platform in addition to existing website for distribution of the choreographic work and dance-films. She will also develop strategies in regards of business-plan, marketing, management, digitalisation and equality.

Christina Schelhas forscht in der Kinder- und Jugendtheaterlandschaft nach Theaterstücken, die das Thema Behinderung direkt oder indirekt auf die Bühne bringen. Ziel ist eine Sichtbarkeit der inklusiven Theaterarbeiten zu schaffen, sowie die Perspektive der Kinder- und Jugendlichen als Zuschauer:innen in den Fokus zu rücken.

#TakeCare bildet den Ausgangspunkt für die szenische Auseinandersetzung mit dem eigenen Werbe-Alter-Ego und der Suche nach Strategien, um verschiedene Perspektiven auf die Werbeindustrie auf der Bühne zu Wort kommen zu lassen. Der Werbung wird sich als ambivalentes Arbeitsfeld für Kunst- und Kulturschaffende angenähert und ihr Einfluss auf Prozesse der Meinungs- und Imagebildung untersucht.

Im Rahmens dieses Antrages soll die 2020 begonnene Arbeit „Perspektivwechsel: heikel“ (ein Solo für einen Mensch und eine Leiter) unter den Vorzeichen der Pandemie vertieft werden, die Ausdruckskraft der Performance (z.B. das in-der-Luft-Hängen der Spielerin) in Hinblick auf kollektive gesellschaftliche Erfahrungen verdichtet und neue Spielmöglichkeiten unter epidemischen Bedingungen erforscht werden.

Das Rechercheprojekt „Interne Anweisung: Schauspieler über 60 bitte eliminieren“ beschäftigt sich mit der Altersdiskriminierung von Frauen in Medienberufen. Seit Beginn der Corona-Pandemie nimmt die existenzielle Bedrohung älterer Schauspielerinnen zu. Ziel ist eine Bestandsaufnahme dieser Situation und die Entwicklung einer selbstbestimmten Vision für eine weibliche Repräsentation im Alter.

Panta Rhei – kultureller Wandel – Recherche für ein Jugendtheaterstück. Nichts bleibt, wie es ist. Kulturelle Identität ist dem Wechsel unterworfen, gemacht, veränderbar. Von dieser Prämisse ausgehend werden ältere Menschen verschiedener Herkunft nach prägenden Erlebnissen in ihrer Kindheit und Jugend befragt. Aus dem gewonnenen Material wird ein Konzept für ein Jugendtheaterstück erstellt.

Recherche, wie der Untergrund beim Tanzen die Bewegungsqualität beeinflusst. Erde, Sand, Beton, Stein, Holz werden erforscht. Das Erlebte und die Erkenntnisse werden im Studio reproduziert. Es sollen Antworten gefunden werden auf die Frage wie „Draußen“ für Zuschauer:in und die Tänzer:innen auch nach „Drinnen“ gebracht werden kann.

Die Theatermethode 2 in 1 – Auf der Suche nach der Schnittmenge von Körper- und Sprechtheater. Eine schriftliche Arbeit, die nach den Gemeinsamkeiten der beiden Theaterformen forscht. Was braucht der:die Schauspieler:in auf der Bühne? Was können Sprechtheaterschauspieler:innen und Bewegungstheaterschauspieler:innen voneinander lernen? Ein ganzheitlicher Ansatz für alle Theaterformen.

Die Performancekünstlerin Nana Hülsewig widmet sich der Liste als künstlerisches Gestaltungs- und Ordnungsprinzip. Sie erstellt und erprobt Listen als Scores, Erzählform, als gesprochenen und gesungenen Text.
Antragsliste
Was-ich-mag-und-nicht-mag-Liste
ToDo-Liste
Biografie als Liste
Materialliste
Werkliste
Krisenliste
Liste nicht realisierter Ideen
Liste von Listen

Ecken+Flächen-Kanten= 2, so lautet die Formel zum Bau einer geodätischen Kuppel. Das Gerüst eines solchen Geo Domes wird zum mobilen Spielort, präzise eingepasst in einen Fahrradanhänger. So fährt die Kunst – unabhängig von jeglichem Pandemiegeschehen – zu den Menschen. Zu denen, die selten zur Kunst kommen ebenso wie zu denen, die seit Monaten darauf verzichten müssen.

Seit Beginn ihrer Arbeit beschäftigt Lea Søvsø die Anprobe als sozialer Prozess. In „REAL Magic” will sie die wichtige Rolle des Materials in diesem Prozess untersuchen. Sie plant eine Reihe von Selbstversuchen mit Materialien und intensiven Austausch mit Expert:innen. Ziel ist, eine neue Sensibilität und Wertschätzung für die Materialien zu entwickeln, für eine neue Kostümbildpraxis.

Es werden Asymmetrien erforscht und mittels archivarischer Recherche, Interviews, Online-Workshops und Gesprächen mit europäischen und außereuropäischen Wissenschaftler:innen, Künstler:innen und Aktivist:innen Praktiken entwickelt zur Umsetzung gleichberechtigter multiperspektivischer Ko-Kreationsprozesse im Kontext von Zuwanderungsgesellschaft und Koproduktionen zwischen globalem Norden und globalem Süden.

Die Bewegungsrecherche „From where the bird watches…“ begibt sich auf die Spuren unseres Tanzes, des Tanzes zwischen Betrachter:innen, Inhalten und Akteur:innen. Malin Gebken sucht danach, wie Tanz im Spannungsbogen verschiedener emotionaler und physischer Präsenzzustände entsteht. Sie erforscht die Bewusstwerdung der emotionalen Anteile von Künstler:innen an Tanz-Performance.

Als Seiltänzerin möchte Ea Paravicini die Sprünge, die in einem Seiltanz dargeboten werden, genauer analysieren, denn was passiert eigentlich in dem kurzen Moment in der Luft, wo der Fuß den Boden oder das Seil verlässt? Und was für ein Abdruck wird hinterlassen? Der Prozess soll in einem illustrierten Notizbuch festgehalten werden, welches Menschen auf der Website öffentlich zugänglich wird.

Persönliche Assistenz für ein selbstbestimmtes Leben: „Ziemlich beste Freunde“ oder „master and servant“? In diesem Spannngsfeld spielen sich die (Arbeits-)Beziehungen von Assistenznehmer:innen mit Behinderung und deren Assistent:innen ab. Beleuchtet werden die Abhängigkeiten, die wechselseitigen Machtstrukturen und die Dialektik von Nähe und Distanz in diesem besonderen Beziehungsgeflecht.

Der szenisch-literarischen Annäherung an die wahre Geschichte des jüdischen Mädchens Marion Samuel sollen Originaldokumente der NS-Vernichtungsmaschinerie gegenübergestellt werden. Recherche für diesen Bühnentext: Gibt es einen Zusammenhang zwischen transgenerationaler Weitergabe und heutiger Empathielosigkeit, wird so Ablehnung von NS-Themen getriggert?

Kleiner Raum ganz groß – Recherche zur Entwicklung eines kunstvollen Raumes auf kleiner Fläche
Die Studie beschäftigt ich mit den Fragen, wie sich die Illusion einer Raumgröße erschaffen lässt trotz kleiner Bühnenfläche? Und wie kann so insbesondere Kindern die Magie eines Theaterbesuchs vermittelt werden trotz einer Aufführung im (Alltags-)Raum? Und das alles mit möglichst einfachen Mitteln.

(Wo komme ich her? Wo gehe ich hin?) Erfahrungsberichte aus der Artist:innenwelt
– Als Text (Zusammenfassung)
– Am besten multimediale Präsentation (Videoaufnahmen oder Audio)
– oder alternativ bebilderter Text, je nach Möglichkeit in der Coronakrise

Katja Kendler wird unter dem Arbeitstitel „i (see) (feel) breathe you“ mittels diverser Versuchsanordnungen eine Audio-Recherche zum Thema „Atem“ durchführen, in der sie die Zusammenhänge zwischen Atem, Emotion, Selbstbild und Kommunikation erforscht und die Ergebnisse in einer Sound-Text-Collage zusammenführt, welche als Basis für die Konzeptentwicklung für einen begehbaren Parcours dienen soll.

Der These folgend, dass Hass eine Folge von Demütigung(en) sein kann, unterziehe ich den Habitus der Kulturbranche und v.a. meine eigene künstlerische Sprache einer radikalen Überprüfung auf ihr verletzendes und demütigendes Potential hin: Wann und wodurch wird mein künstlerisches Sprechen überheblich? Und wann spricht es die Rezipierenden als emanzipierte Erzähler:innen und Übersetzer:innen an?

Das Projekt „Protokollarische Pop-Up Performance“ widmet sich den versteckten und nicht versteckten Protokollen, die als Codes, Algorithmen, Tätigkeits- und Internetprotokolle unseren Alltag organisieren. Auf inhaltlicher und technisch formaler Ebene untersucht das Projekt: Wie lesen wir Protokolle? Wie sprechen wir durch Protokolle? Wie widersprechen wir Protokollen?

Eine Recherche zum Thema Geschlecht, Sexualität und Körper im Bereich von Circus Shows. Aleksandra Rodycz reflektiert, was für ein Geschlechterbild sie in ihren Shows bedienen möchte. Welche Rollenbilder sind aktuell und welche veraltet im Sinne der Genderdiskussion? Was für ein Rollenbild möchte sie erfüllen und als Beispiel vorleben? Wie kann sie ihr Können zeigen, ohne auf ihr Aussehen reduziert zu werden?

Zeit und Raum sind für unsere heutigen, virtuellen Kommunikationswege keine maßgeblichen Parameter mehr, sind fühlbar ausgehebelt. Welche Zwischenräume und neuen Realitäten eröffnen sich dadurch und wie können diese auf einer Bühne erfahrbar gemacht werden? Eine künstlerische Recherche zur Performativität virtueller Kommunikation, digitalen Zwischenräumen und Mediendramaturgien.

Das Konzept des Tanz-Theaterstückes „Hinter dem Spiegel“ thematisiert den Prozess einer erwachsenen Person, welche sich dazu entschließt ihr angepasstes, bequemes Leben zu verändern und den Mut findet, den eigenen verdrängten Bedürfnissen und Gefühlen zu folgen. Dabei tritt ein Konflikt der gefestigten alten Persönlichkeit gegen die sich neu (er)findende Persönlichkeit zu Tage.

In künstlerischer Recherche untersucht Josefine Mühle die politische Dimension von Sanftheit anhand von zehn philosophischen Hypothesen, die durch den tanzenden Körper überprüft und in somatische Versuchsanordnungen übersetzt werden. Die Recherche fördert die Sichtbarkeit der Schriften der Philosophin und Psychoanalytikerin Anne Dufourmantelle, deren Schaffen in Deutschland bisher wenig bekannt ist.

Frida Kahlo ist die herausragendste mexikanische Malerin und Künstlerin des frühen 20. Jahrhunderts. Dürten Thielk bringt das bewegte und berührende Leben der Frida Kahlo eindrucksvoll auf die Bühne. Abgerundet mit traditionellen Liedern und Tänzen werden die Zuschauer:innen einen Abend lang nach Mexiko geführt.

Obwohl in der DDR geboren, habe ich wenig Ahnung von der damaligen Lebensrealität.
Wie war das Leben für queere Personen in der DDR? Was lässt sich aus diesem Wissen spekulativ für die Zukunft ableiten? Eine Auseinandersetzung mit verschiedenen Archiven und Zeitzeug:innen.

„Überbleibsel – Wendewunden“ ist eine biographisch ausgerichtete Nahaufnahme der Berliner Schauspielerin Katja Tannert zu ihrer ostdeutschen Herkunft. Ihre kindlichen Tagebuchaufzeichnungen aus der Wendezeit, aktuelle Interviews mit Gleichaltrigen sowie Archivmaterial nutzt sie zur Übersetzung in Bewegung, Text, Musik und Visualität. Wer wäre ich heute, ohne Mauerfall? Mein DDR-Leben 2.0.

With “A History of Walking” Jefta van Dinther wants to embark on a study on an archaic undertaking: walking – the bipedal evolution of human anatomy.

Hoch das Bein! Im Rahmen des Rechercheprojekts „Maintöchter“ möchte ich aus der Perspektive eines ehemaligen Tanzmariechens sichtbare Selbst- und Fremddarstellungen des Weiblichen* im historischen und vor allem aktuellen deutschen Gardetanz untersuchen und in einen Dialog mit meiner heutigen vom zeitgenössischen Tanz und feministischen Diskursen geprägten künstlerischen Arbeit bringen.

The main idea of this scenic and theoretic research is to create “situations” in which shared physical experiences arise beyond cultural differences. Differences are not denied. Rather, togetherness allows the experience of difference and enables individuals to experience an identity. Identity is explored as the result of communicative processes that unite closeness and distance.

Monika Freinberger möchte zum Thema Eigentum recherchieren. Ihr Kerninteresse ist dabei, zu untersuchen, wie die Logik von Eigentum auf sozialer Ebene wirkt, Ungleichheit befördert und solidarisches Handeln erschwert. Mit Blick auf das soziale Feld Wohnen, möchte ich Hausversammlungen besuchen, theoretisches Wissen erarbeiten und daraus Figuren und Szenensettings (für ein Konzept) entwickeln.

Der Schauspieler Andreas Uehlein möchte sich in einem Experiment auf die Suche nach der uns umgebenden, aber vernachlässigten Stille begeben. Welche Bedeutung hat sie für uns? In welchem Zusammenhang steht sie zur Fähigkeit des Staunens? Die Stille hat existenzielle Bedeutung im Zeitalter des Lärms. Die Räume dafür scheinen versteckt. Ein Selbstversuch soll Einsichten bringen.

Die Wiederentdeckung Jean Paul Richters – ein unklassischer Klassiker
Kommt nun die Zeit, einen Autor, der heute als nur schwer lesbar gilt, auf die Theaterbühne zu bringen mit Mitteln des Figurentheaters oder ähnlicher Formen? Das bedeutet einen Tauchgang in ein gigantisches literarisches Werk und eine Begegnung mit einem der widersprüchlichsten Charaktere der Weltliteratur.

Katia Engels Recherche „Körpergedächtnis und Klang“ setzt an der Unmittelbarkeit des Auditiven an und beschäftigt sich damit, wie Klänge und Geräusche als „akustische Spuren“ in das Körpergedächtnis eindringen und Bestandteil von Körperwissen werden. Mit dem Resultat plant die Künstlerin, ein Gesamtkonzept für eine neue Performance Reihe „POINTS OF LISTENING“ zu entwickeln.

Das Theater Metronom will Landkreisgrenzen aufweichen, unser Theater jenseits der Städte in den Heidekreis bringen und ein Netzwerk aus Kulturakteur:innen und Tourismusverbänden aufbauen, die Lust haben, zukünftig an Projekten zu spinnen und aus Tourismus und Kultur Kulturtourismus zu machen. In dieser besonderen Kulturlandschaft begeben wir uns auf die Suche nach Mitstreiter:innen, Themen und Spielorten.

Ziel der forschenden Theaterarbeit im Rahmen des Stipendiums ist es, ausgehend von den kollektiven Prozessen und multiperspektivischen Aufführungssituationen des freien Musiktheaters spezifische visuelle Konzepte und künstlerische Verfahren der Videopräsentation zu entwickeln und als Toolbox für kommende Produktionen zu konkretisieren.

„Cut! Theater in der 2. Dimension“: Animierte Scherenschnitt-Sequenzen aus Zufallsfunden dienen als Labor zur Erforschung von Fokus, Timing, Ästhetik. Das kleine Schwarz-Weiß-Format der Filmexperimente zwingt zu Reduktion und Konzentration aufs Wesentliche. Ein Raum für Poesie in der Schlichtheit seiner Mittel. Die Studien in 2D sammeln Material und Erkenntnisse für die Rückführung auf die 3D Bühne.

Aufbauend auf die Rechercheförderung „Schockschwerenot“ möchte Anne Scholz weiter recherchieren und die Not zur Tugend entwickeln. Die zarte Idee, ein Theaterstück zum Thema Wald zu entwickeln, soll wachsen und konkret werden können.
Ich will Natur mit Kultur verbinden. Beiden geht es nicht so toll. Geht’s zusammen besser?

Die Zahl der Menschen, die in der kontaktlosen Gesellschaft unter Depression leiden, nimmt zu. Was kann der Körper zu ihnen sagen? Wie kann der tanzende Körper sie in der berührungslosen Ära treffen? Durch die Erforschung kognitiver Verzerrungen, eines der Symptome von Depression, wird die Choreografin Howool Baek Materialien zusammentragen und ein Konzept für eine zukünftige Kreation entwickeln.

Recherchen für eine Lecture-Tanz-Performance: „Clash der Sprach-Körper“ befasst sich mit der Sprache und Sprachlosigkeit, Deutungen und Transformationen und warum wir gelegentlich lieber einen Satz tanzen statt ihn aus einer anderen Sprache zu übersetzen.
Ein humorvoller, poetischer und politischer Ansatz, der sich mit dem Körper der Sprache an sich und in der Fremde befasst.

Wie frei „atmen“ wir heute? Wie viel „Luft“ brauchen wir noch? „OUT OF BREATH“ beschäftigt sich mit Atem als Metapher persönlicher Freiheit. Mittels physischen Theaters und zeitgenössischen Tanzes will das Stück den Atmungsprozess zur Choreographie übersetzen, um ein Statement zum modernen Lebensstil zu machen.

„visual vibes“ ist eine optoakustische Recherche zum Phänomen Resonanz und untersucht die Ansätze eines inszenatorischen Lichttheaters im Kontext von Musik und Klang. In der Forschungsarbeit an der Schnittstelle zwischen abstrahiertem Licht und kongruentem Klang, wird der analogen Erlebnisqualität eine zusätzliche Dimension durch Interaktion mit digitalen Klangwerken gegenübergestellt.

„Mucophilia“ ist ein künstlerisch-dokumentarisches Forschungsprojekt, das sich mit dem „Mucus / Schleim“ als Material auseinandersetzt und seine Beziehung zum Menschen erforscht. „Mucophilia“ wird sich mit den Flüssigkeiten des Körpers beschäftigen und versucht eine alternative Wahrnehmung der Körper zu ermöglichen, in einem von der Pandemie geprägten Zeitgeist.

„Mein Ding“ ist eine Recherchearbeit zur Untersuchung von Alltagsgegenständen und den dazugehörigen Geschichten ihrer Besitzer. In Interviews und Literatursichtungen soll besonderen Dingen und Narrativen nachgespürt werden. Nach Anlegen einer Sammlung wird das Material auf darstellerische Umsetzung überprüft. Die Recherche dient als Vorarbeit einer eventuellen Objekttheaterinszenierung.

Revisiting emergent elements of her recent choreographic work, Sarantoula Sarantaki engages in an in-depth research to reflect on, adjust and deepen her working methods and to elaborate a detailed conceptual and artistic frame towards the creation of her new solo piece.

Der Volkspark Hasenheide war im 19. Jahrhundert Herzstück der „deutschen“ Turnbewegung. Mittels gymnastischer Choreographie und Disziplin wurde der Körper zum Ausgangspunkt der „deutschen“ Nationalbewegung. Mit einer Recherche – vor Ort, in den Stadtarchiven und mit dem queeren Körper – wird das ambivalente Potential von Choreographie und Körper, Ideologie zu vermitteln und zu tragen, aufgespürt.

„Somatic Hybrids“ erforscht Zustände des Berührt-Werdens auch ohne Körperkontakt. In Form eines Survival-Kits sammelt „Somatic Hybrids“ die unsichtbaren und individuellen Überlebensstrategien und Befreiungsrituale, die in einer Zeit der extremen Körperkontrolle und gleichzeitig auch Orientierungslosigkeit entstehen.

„Queering Motherhood“ ist eine Recherche über alternative Formen der Erziehung und Familiengründung anhand von Interviews mit Adoptiveltern, lesbischen Eltern, Transgender-Eltern, generationenübergreifender Elternschaft, erweiterten/gemischten und polyamourösen Familien, die andere Formen der Gemeinschaft, Verwandtschaft, Solidarität und Pflege leben und somit Fragen um Genderrollen aufwerfen.

Die geplante Recherchearbeit gilt der Erarbeitung einer eigenständigen Schauspiel-Fassung des Stoffes „Tristan und Isolde“ in konsequenter Fortsetzung der Beschäftigung mit dem Thema „Rausch“. Die Fassung – die eine eigenständige deutschsprachige Schauspielfassung wäre – soll als Grundlage für eine zukünftige Bühnenproduktion dienen.

„Grief vs. Mourning“ ist eine inhaltliche Recherche zum Thema Trauern und Umgang mit dem Tod, welche die deutsche Trauerkultur kritisch reflektiert und Trauerrituale anderer Kulturkreise erforscht. Der Fokus liegt dabei auf dem Spannungsverhältnis von individuellem Trauern und gesellschaftlich organisierten Trauerritualen und der Frage nach dem politischen Potential von kollektivem Trauern.

Außerkörperliche Erfahrungen, ein Licht am Ende des Tunnels, der Film des Lebens der rückwärts vor dem inneren Auge abläuft; das sind die romantischen Erzählungen, die in den Sinn kommen, wenn vom Thema Nahtoderfahrung die Rede ist. Aber sind das die tatsächlichen und gängigen Erfahrungen von Betroffenen und ist betroffen der richtige Ausdruck? Eine Recherche zum Leben mit einer Nahtoderfahrung.

Julia Jasmin Rommel fokussiert ihre Recherche auf die Frage nach der Wahrnehmbarkeit von Distanz. Sehen und Hören vermitteln uns als Informationen zusammengeführt ein Bild davon, wie weit etwas von uns entfernt ist. Was passiert, wenn diese Synästhesie gesprengt wird und visuelle u. akustische Ebene sich zueinander verzerren? Ziel ist es, Methoden zu entwickeln, die gezielt eine Asymmetrie innerhalb dieses Prozesses provozieren.

„sounding moves / moving sounds“: Forschungsprojekt zur Analyse von Bewegungen und deren Verknüpfung mit interaktiven Klangsteuerungen durch Tänzer:innen / Spieler:innen / Darsteller:innen in dramaturgischen Kontexten. Ziel ist die Übertragung der poetischen Qualität der Bewegungen auf die klangliche Ebene zur direkten Interaktion zwischen visueller und akustischer Erzählebene.

Anhand der Fluchtgeschichte meiner Familie will ich nach den Erinnerungen der zu Hause Gebliebenen fragen und untersuchen, ob und wie sich ihre Geschichten luftartistisch erzählen lassen. Ich will ihre Stimmen in artistischer Bewegung laut werden lassen – performative Elemente darin finden, ihre Bewegungen um die Lücken herum herausspüren, ihrem Alltagstanz nachgehen.

„Die verbrannten Briefe“ – ein Theaterstück über die Geschichte der Russlanddeutschen, über das Leiden und Überleben, über den tiefsten Schmerz, aber auch über die Freude am Leben – traurig, schmerzhaft und dennoch lebensbejahend.

„10 amazing ideas to change the weather easily“ will ausloten, wie man sich auf der Bühne mit Wetterphänomenen und Klimawandel auseinandersetzen kann. Die Dramaturgin und Autorin Raphaela Bardutzky versucht hierbei das – bisweilen skurrile Blüten treibende –Format des Video-Tutorials als theatralen Ausgangspunkt zu benutzen.

In ihrem Recherchevorhaben wird die Choreografin und Tänzerin Laura Witzleben sich mit dem Thema Tod und Vergänglichkeit aus der Perspektive eines weiblichen Körpers an der Schnittstelle zwischen Kamera, Tanz und Sprache auseinandersetzen. In ihrer Recherche erstrebt sie die experimentelle Entwicklung einer eigenen visuellen und körperlichen Form.

Der Fokus dieser Recherche liegt auf Gesten, durch Fotos von Menschen in historischen soziokulturellen und gesellschaftspolitischen Ereignissen. Gesten als Mittel zur Erzeugung und Übertragung von Emotionen oder Empfindungen. Das Konzept der Kinesik von Roy Birdwhistell und Giovanna Rovedo werden meine theoretische Unterstützung bei der Erforschung und Entwicklung einer Bewegungssprache sein.

Das Research Projekt „Deconstruct“ ist eine Kooperation des Seiltänzers Moritz Grenz mit dem Architekten Franz Siebler. Zusammen entwickeln sie neue, experimentelle Drahtseilapparate, welche sich bewegen können und im selben Moment als Klangobjekte funktionieren. Durch diese Kombination entstehen neue Bewegungsansätze und Ästhetiken, welche das klassische Bild des Requisits Drahtseil dekonstruieren.

Frauen auf der Bühne, Frauen hinter der Bühne. Überlegungen zu einem frauengeführten Theater. Ate ist die Göttin der Verblendung, Harmatie die menschliche Verfehlung. Wie können Frauen* die normativen Vorstellungen von weiblichen Körpern verfehlen? Muss dazu die Erwartung des männlichen Blicks ent-täuscht, sprich verblendet werden?

Recherche zum Einsatz von VR für Theater und Performance. Untersuchungen zur technischen Umsetzung und Möglichkeiten der Inszenierung von Raum und Schauspieler:innen beim Einsatz von 180° 3D & 360° Video. Die Ergebnisse sollen sowohl in das Projekt „4 Wände“ als auch in anstehende Kooperationen einfließen, sowie in einem „Beginner’s Guide zu VR im Theater“ frei zur Verfügung gestellt werden.

In dieser Recherche treffen sich zwei unterschiedlichste Traumdeutungsarten: volkstümliche, ost-europäische und philosophisch-psychologische, west-europäische. Wie deutet man Träume beide Praktiken einsetzend und sie sowohl als Zukunftsbotschaft als auch als Eisbergspitze unterdrückter Begierden betrachtend? Nach einem neuen Deutungsansatz, der Vorahnung und Analyse vereint, wird gesucht.

„Baroness E.v.F.L.- To Whom It May Concern“ ist ein theatralisch/choreografisches Forschungsprojekt über das Werk der Dada Dichterin Elsa von Freytag-Loringhoven. Dieses Projekt zielt darauf ab, ihre Arbeit weiter zu dekupieren und die kinetischen, visuellen und auditiven Potentiale dieser Gedichte aufzudecken, die einer zukünftigen experimentellen Theater-Tanz-Arbeit Form weiter zu entwickeln.

Warum schreist Du mich so an?! Die Frage stellen sich viele, die schon mal im Internet unterwegs waren. Der Cellist Daniel Brandl streamt (aus der Isolation) dem Wahnsinn einen Ort der Ruhe entgegen. Dieser gerät unter Angriff durch die Stimmen der virtuellen Realität. Influencer:innen und Demagog:innen treten auf und beeinflussen die Musik. Diese flieht, verwandelt sich und bindet die Stimmen in sich ein.

Das Projekt umfasst die Konstruktion eines dramaturgischen Skripts für einen performativen Audio-Walk für Kinder – im Alter von 4 bis 10 Jahren –, der in den Straßen ihrer eigenen Nachbarschaft stattfindet. Inhaltlich wird sich die Fiktion mit der Metapher einer Schnecke, die sich durch die Stadt bewegt, beschäftigen und die Beteiligung von Akteur:innen aus der Umgebung beinhalten.

Ziel ist das Kreieren von Kunstfiguren, welche mittels Körper, Bild und Bewegung das Thema Mensch – Tier verhandeln können. Dabei sucht Lisette Schürer nach einer bildhaften und spielerischen Umsetzung, indem sie drei bis fünf Masken, angesiedelt zwischen Tier und Mensch, entwickelt und erprobt. Dem voraus geht eine inhaltliche Recherche zu Tieren und der Verbindung von Mensch und Tier.

Gespräche mit Menschen aus Israel und Deutschland dienen als Grundlage für das Schreiben einer poetischen/ theatralen Theaterperformance . Akademiker:innen, Geflüchtete, Einwanderer:innen, Aktivist:innen, Ärzt:innen und Sexarbeiter:innen werden mit den gleichen Fragen konfrontiert: Wirst du jemals in der Lage sein, diesen Teil deiner Identität aufzugeben? Was ist Nation für Dich?

Die Geschichte und Geschichten des ehemaligen Bahnbetriebswerk-Geländes Berlin Lichtenberg Ost, auf dem sich heute die B.L.O-Ateliers befinden, soll durch Gespräche mit ehemaligen Bahner:innen und den jetzigen Nutzer:innen, Besuche in Archiven und Bibliotheken und durch eine künstlerische Vermessung des Geländes erforscht werden. Das zusammengetragene Material ist Grundlage für einen interaktiven Audiowalk.

„Emilie – ein langer Weg“ ist ein biografisches, multiperspektivisches Rechercheprojekt um die rechte Gesinnung meiner Großmutter, ihr Leben und ihre Ambivalenzen im Nachhinein zu verstehen und nach Verweisen auf die momentane gespaltene politische Lage und den steten Anstieg von Rechtspopulismus – in der Gesellschaft und in der eigenen Familie – zu suchen.

Große Teile der Gesellschaft sind auf der Suche nach ihrer inneren Balance. In der Recherche „Stay in Balance“ wird diese Dysbalance von einem Diabolo mit einem Ballon an der Unterseite dargestellt und technische Möglichkeiten dieser Disziplin untersucht. Während der Artist mit der inneren Unruhe des Betrachters spielt und Spannung kreiert, sucht er selbst nach seiner Balance.

“Libellula“ is a research project around the postponed creation Libelle for young audiences of 7+. It wants to develop “side-products” from the creation process, which has been broken apart and floats in uncertainty regarding which form it would take. Wishing to find ways to interact with the target group, and prepare for different scenarios of the performance are core motivations of Libellula.

In „GRARCHIV“ widmet sich die Hamburger Theatermacherin und Autorin Greta Granderath ihrem Archiv: Sie entwickelt ein nachhaltiges Dokumentationssystem für ihre künstlerische Arbeit und bereitet bestehende Materialien für eine neuen Homepage auf. In diesem Prozess reflektiert sie zudem ihre breitgefächerte Tätigkeit in den letzten zehn Jahren und schärft ihr künstlerisches Profil.

Bildhafte Kunst in dargestellte Kunst – die „Monster des Alltags“ des Illustratoren und Comiczeichners Christian Moser als lebendige Figuren, die miteinander agieren und improvisieren, live als improvisiertes Theaterstück oder als Videoaufnahme. Eine humorvolle darstellerische Beleuchtung der menschlichen Schattenseiten.

„Der weiße Strich“ – ein Rechercheprojekt zu Widerstand, Punk, Verrat und (tragischer) Bruderliebe im Spiegel von fast 40 Jahren (deutsch-)deutscher Geschichte. Basierend auf den bewegenden Lebensgeschichten der Brüder Thomas und Jürgen Onißeit und mit dem Fluchtpunkt einer Musiktheater-Stückentwicklung.

Björn Fischer sucht Werkzeuge und Wege, wie ein besseres spezienübergreifendes Miteinander gestaltet werden kann. Hierzu lässt er seine Usability u.a. von Bakterien, Spülwürmern und Bienen bewerten. Um seine Bewertung zu verbessern, bietet er ihnen seinen Körper als Gamebo{d]y an. Welches Human Shaped Object wird sichtbar, wenn er nach ihren Wünschen reprogrammiert wird?

Cathy Walsh möchte für eine Performance für Kinder recherchieren, die die Frage stellt: Wie sieht eine ideale Zukunft für sie aus? Anhand von Beispielen aus der Science-Fiction, wird sie fiktive Szenarien mit der Realität vergleichen und fragen, was wir verbessern können. Sie entwickelt einen Workshop für Schulkinder, in dem sie interaktive Spiele verwende, um ihre Perspektiven einzubinden.

“Insite” is a site-specific VR performance event in a dancer’s embodied mind. By exploring the insights, we can gain from – symbolically and metaphorically – visiting the visions and the inner speak of a dancer while dancing, the work will lead into reflecting the body and the many layers of its significance, especially in times of increased dependence on technological communication.

„Ohne Ende Gegenwart“ (November 2021, am Theaterdiscounter Berlin). Der Fake ermöglicht eine andere Welt, schafft Lücken in Erzählungen für neue Einflüsse. Mit Lügen können wir uns eine Welt aneignen, die zu groß und kompliziert ist, um sie einfach zu fassen und die immer weniger Platz lässt für eigene Gestaltungen.

Es ist ein Unterscheid, ob du dick oder dünn bist. Es bestimmt, welche Chancen du auf dem Arbeits- und Liebesmarkt hast. Ein fetter Körper ist mehr als nur mehr Fett. Unser angeekelter Blick auf ihn ist der manifestierte Körperhass, der sich in die DNA westlicher Gedanken eingefleischt hat. Fat is funny. Fat is exotic. Fat is fear. Eine Recherche zu Darstellungskonventionen Fetter.

Mona el Gammal beschäftigt sich mit der Verknüpfung der unterschiedlichen Ebenen Ihrer Arbeiten, die sich um die zukunftsgerichtete Transformation unserer Gesellschaft drehen. Außerdem recherchiert sie zu den Gestaltungsmöglichkeiten und performativen Bespielungen eines Archivs.

Stummfilm! Lässt sich diese speziell körperbetonte und universell verständliche Spielweise der großen Gesten auf die artistische Arbeit mit Hula-Hoop-Reifen übertragen? Und welche Hilfen können dabei Musik, Kostüm und Licht bieten? Kathrin Mlynek recherchiert für ein zirzensisches Stück, welches die Illusion eines Kurzfilms aus der Ära des Stummfilms erschaffen möchte.

„disturbing images“ entwirft und untersucht Videprojektionen und begibt sich auf die Suche nach einer Umbesetzung dessen, was oft als negativ angesehen wird. Bildstörung und Wahrnehmungsstörung werden auf ihr Potential für Widerständiges getestet. Was ist das politische Moment? Was passiert in dem Zwischenraum von Projiziertem und Projektionsfläche? Wie begreifen wir diese Zwischenräume?

Wer einen Dominoeffekt erzielen will, braucht vorher viel Geduld. Anschließend geht alles sehr schnell. Und am Ende ist nichts mehr wie es war. Diese Dynamik möchte Christiane Ahlhelm sich ohne Bühne in der Natur mit Geschichten und Bildern suchen, bauen, ausprobieren, mit sich, Wind und Wetter, sowie vorhandenen Kunstwerken der Skulptur-Lichtung.

In der Recherche „Puppe – Als Puppe oder mit einer Puppe leben” stellt Melanie Müller die Frage: Wie viel Puppe steckt im Menschen und wie viel Mensch kann die Puppe sein? Dazu betrachtet sie zwei intime Beziehungssituationen: die zwischen Pflegekraft und zu Pflegenden und die zwischen Real Dolls (realistische Sexpuppen) und ihren Benutzer:innen.

„MiMos digitalis“ steht für die Suche nach Möglichkeiten von sog. MiMosen – Mitmach-Momenten im Theatererleben. Oder sind es vielleicht Mutmach-Momente? Wenn das Publikum nicht ins Theater kommen kann, kommt das Theater zu den Zuschauern. Und bringt etwas mit – vielleicht einen Koffer? …und darin eine Feder…Ist es möglich, ein TheaterErlebnis stattfinden zu lassen auf digitalen Wege?

Wer (oder was) ist gemeint, wenn von einer „starken Frau“ gesprochen wird? Dieses – im besten Fall gut gemeinte – Label beschreibt selten etwa eine Bodybuilderin. Gemeint sind Frauen, die das tun, was Männer ganz selbstverständlich tun: Regie führen. Firmen leiten. Politik machen. Wo taucht dieser Begriff auf? Und verrät er etwas über patriarchale Strukturen? Recherche für eine Theaterproduktion.

Kann unser Alt-Werden revolutionärer Akt des Widerstands sein? In meiner Recherche möchte ich mich mit Stereotypen über weibliches und queeres Altern im westlichen Verständnis auseinandersetzen. Ihnen will ich alternative, empowernde Visionen entgegensetzen sowie nach Theaterformen suchen, die generationenübergreifende Wissens- und Erfahrungsweitergabe unter FLINT*Personen anstiften.

Die Recherche beschäftigt sich mit Armut, die man nicht auf den ersten Blick sieht. Menschen, mitten in der Gesellschaft, hier in Deutschland. Menschen ohne Krankenkasse. Menschen, denen der Strom und das Telefon regelmäßig abgestellt wird. Menschen, die sich in einem Teufelskreis der Schuldenberge bewegen. Interviews erzählen die Geschichte der Menschen, die irgendwie durchs Raster fallen.

Die Idee der menschlichen Evolution trennt den Homo Sapiens von der Natur, indem sie ihn über seinen Intellekt definiert. Pawel Duduś möchte diese Trennung, deren Folge die Zerstörung globaler Ökosysteme ist, aufheben. Indem er sich durch tänzerische und erotische Rituale in Zustände ekstatischer Trance versetzt, bietet er sich der Welt der Pflanzen als Kommunikations- und Spielpartner an.

Können wir die Grenzen der menschlichen Wahrnehmung ausdehnen? Ist es möglich, eine Geschichte zu erzählen ohne allein den menschlichen Stempel aufzudrücken? Die Recherche stützt sich u.a auf das Buch „Der Geschmack von Laub und Erde“ des Ethikers und Tierarztes C. Foster. Parallel zur Recherche für die Erarbeitung einer Theaterfassung soll Bewegungsmaterial zum Thema Fliegen entwickelt werden.

„He, Sie da!“, ruft die Polizei auf der Straße und wir drehen uns um. Eine Recherche zu Bildern, die von der Polizei bestehen, und den Logiken und Erzählungen, die ihnen zu Grunde liegen. Was bedeuten sie für Menschen, die ihr begegnen? Untersucht wird die Polizei als Prinzip, als Phänomen und als Institution. Gesucht wird nach performativer Übertragbarkeit von Erfahrungsräumen und Überlegungen.

„Oh mein Gott! Wir haben Kevin vergessen“, schreckt Mrs. McCallister plötzlich auf. Überforderte Eltern, soziale Isolation und kindliche Traumata sind abzusehende Folgen der COVID-19-Pandemie. Was für Spuren hat 2020 hinterlassen? Wie haben Kinder dieses Jahr erlebt? 30 Jahre nach „Home Alone“ entwickelt Jan Jaroszek eine Stunt-Performance des schmerzhaften Erkennens.

Anhand einer vergleichenden Analyse unterschiedlicher Digital-Theaterformate, mit besonderem Fokus auf der Herstellung von „Momenten geteilter Gegenwärtigkeit“ zwischen Bühne und Publikum sowie dem Durchbrechen der „vierten Wand“, will Jakob Walser lernen, wie digitales Theater funktioniert, was man braucht, um es zu produzieren und welche Vermarktungsmöglichkeiten es gibt.

„Schriftart“ ist eine Recherche-Arbeit zur Interpretation von Schrift durch Bewegung. Die zentrale Fragestellung lautet, wie Schriftarten Bewegungsqualitäten generieren können. In einem Vergleich von lateinischer und arabischer Schrift – in deutscher und persischer Sprache – werden Charakteristiken der jeweiligen Buchstaben und Schreibrhythmen zu Bewegungsmustern und choreografischen Sequenzen.

„Wieso fällt nichts an die Decke?“ recherchiert ein eigenes Figurentheater-Inszenierungs-und Filmformatkonzept für das Internet, welches mit Theater & Film Wissen vermittelt.

„Messy History Lessons: im Widerstand“ operiert wie eine performative Zeitreise. Die Stückentwicklung führt uns in die Vergangenheit, um die Leerstellen weiblicher* Geschichtsschreibung zu füllen und mit diesem Wissen auf die Gegenwart zu blicken. Wer waren diese Frauen*, die vor 140 Jahren in Fabriken nähten, sich scheiden ließen und gegen gesellschaftliche und kapitalistische Zwänge kämpften?

Sowohl das wachsende ökologische Bewusstsein als auch die coronabedingte Situation lassen Reisen fast unmöglich werden. Wohin in Zukunft mit dem altbekannten Fernweh? Ziel ist die Konzeption einer begehbaren Installation, die es den Besucher:innen ermöglicht auch ohne Reisen den Alltag und vertraute Verhältnisse zu verlassen, routiniertes Verhalten zu hinterfragen und gegebenenfalls aufzubrechen.

Im Museum wirken Theaterpuppen leblos. Andreas Blaschke möchte recherchieren, wie das vermieden werden kann. Er hat eine große Sammlung verschiedenster Puppen und einige Ideen, wie  sie lebendig im Museum präsentiert werden können. Dazu möchte er forschen. Und er erwartet, dabei auch viel über seine tägliche Arbeit als Puppenspieler zu lernen.

Die Recherche „trans:CRYPT“ widmet sich der Notation von Musik als Sprache. Die Theaterfigur, ob Objekt, Puppe oder Material ist Kunstfigur und offen für Imagination. Musik, Klang und Geräusche können bei ihr gesprochene Sprache ersetzen. Übersetzen wir diese emotionale Klangsprache! Sie ist universell. Notieren wir Gefühle. trans:CRYPT it!

Wut hat kein gutes Image. Dabei ist sie ein legitimer Teil von uns und hilft uns, für die eigenen Bedürfnisse einzustehen. Wie entsteht Wut im Körper? Wie ist sie gesellschaftlich konnotiert? Was macht mich wütend? Tanja Wehling möchte sich dem Umgang mit Wut widmen und verstehen, was Wut ausmacht. Von der Theorie ausgehend, beschäftigt sie sich assoziativ mit Materialien, Objekten und Bewegung.

„Sisterhood“: Zwei Schwestern, zwei Städte, zwei Länder, zwei Kontinente. Berlin – New York – Zwei Künstlerinnen.
Anhand der Geschichte der Schwestern Luna und Kira beginnt die Suche nach dem, was bleibt und was sich verändert, wenn der Ort des Lebens Dich prägt: Deine Denkweise, Deine Mentalität und Deine Sicht auf die Kunst und Kultur.

„Himmelhoch jauchzend, zum Tode betrübt…“ In Goethes „Egmont“ verleiht Klärchen ihrer manischen Gefühlswelt Ausdruck. Die Recherche widmet sich bipolaren Künstler:innen und dem Zwiespalt, ihr kreatives Schaffen mit der Öffentlichkeit zu teilen. Die Angst, stigmatisiert zu werden, liegt nahe. Warum erhält die Gesellschaft, trotz Wissen über die Krankheit, das Bild vom „Gefährlichen Irren“ aufrecht?

„Reflecting oneself“ ist eine Untersuchung darüber, wie der Körper Informationen der inneren und äußeren Umgebung verarbeitet und wie diese Informationen dann in Bewegung umgesetzt werden.

Schmerzerfahrungen sind häufig isolierend, dabei gehört Schmerz zum Leben dazu – für jeden Menschen. Der Gedanke einer gemeinsamen menschlichen Erfahrung hilft, uns vom Gefühl des Anders- und Getrenntseins weg zu bewegen. Wie funktioniert Schmerz? Kann Tanz helfen zu heilen, zu kommunizieren, wo Worte fehlen? In Theorie-, Bewegungs- und Soundrecherche sucht Caroline Kühner nach Transformation und Empowerment.

„Make kin, Not Babies“ – Wie lassen sich Zukunftsfiktionen klanglich umsetzen und dadurch neue Blickwinkel auf ebenjene provozieren? „Dancing with the plants“ forscht und komponiert zwischen Cyborg, Fleisch und neuem Umweltbewusstsein.

„Lebendige Theaterräume“: Essay über Räume und Umsetzungen von publikumsnahem Theater:
1: Recherche über künstlerische Umsetzungen zwischen Bühne und Publikum in der Theatergeschichte Europas.
2: Umsetzungen verschiedener Variationen u. Kosten des PANORAMA-Theaters.
3: Vorschläge für politische Umsetzungen einer material- und personalverbindenden Zukunft von freien und subventionierten Theatern.

Ziel ist die Entwicklung des Laboratoriums Brückenplatz durch eine stipendienartige Förderung des Fonds Darstellende Künste soll ein Projekt entwickeln werden, welches durch Unterstützung von professionellen Theatermacher:innenn Migrant:innen zu Botschaftern der Kultur ihrer Herkunftsländer in Frankfurt/Oder macht.

1971 – Rosa von Praunheim fordert: „Wir schwulen Säue wollen endlich Menschen werden und wie Menschen behandelt werden.“ 2020 – Die Brüsseler Polizei löst eine schwule Sexparty auf (wegen Corona), ein halbnackter Mann hängt draußen an der Regenrinne. Er ist ein Vertrauter von Ungarns Premier Orbán und Mitautor schwulenfeindlicher Gesetze. Wie konnte es dazu kommen? Darüber soll ein Text entstehen.

Das Projekt kreist um die Frage nach Berührung. Ganz konkreter Berührung, aber auch innerlicher oder Berührung im Sinne von Kontakt. Interviews werden zu dieser Thematik mit sehr unterschiedlichen Menschen geführt. Diese Interviews werden transkribiert, ausgewertet und als Material für einen Text verwendet. Dieser Text soll u.a. für eine mögliche (Tanz-)Performance verwendet werden können.

Eine Materialrecherche und Kompetenz-Erweiterung für ein musikalisch-literarisches Solo mit Akkordeon. Das Suchen nach Texten und Liedern, die in dunklen Zeiten auf eine Phantasie-Reise einladen – und der Versuch, durch das Schenken von Utopien als Schauspielerin für die Gesellschaft „relevant“ zu sein.

„Tage im März“ berichtet vom Tod der Mutter des Projektleiters sowie vom zeitgleich erfolgenden Lockdown im März 2020. Dem Verlust der Mutter folgt der Verlust des mitmenschlichen Kontakts. Das Theaterprojekt bannt diese doppelte Krise in künstlerische Bilder: Szenen aus der persönlichen Welt kreuzen sich mit Szenen, die die gesellschaftlichen Veränderungen betreffen. Beide Welten verweben sich.

„Generative Action Networks“ ist eine formale performativ-choreografische Grammatik, welche mithilfe von einer künstlichen Intelligenz erlernt werden kann. Somit kann ein Programm aus bestehenden Bewegungsabläufen völlig neue Performances automatisch generieren. Es ergeben sich Handlungsmuster, welche Autonomie und Körperlichkeit in einer digitalen Welt hinterfragen.

„Szenen-Katalog“ von Marius Buck ist die Konzeption und Verschriftung eines modularen ortsbezogenen szenischen Musikstücks. Das Besondere daran ist, dass die räumliche Bezugnahme in den einzelnen Szenen im Mittelpunkt steht: Miniaturen für geflieste Böden, Gardinen, Treppen, Fenster, hohe Decken…Eine Sammlung ideenreicher und humorvoller Szenen mit Liebe zum klanglichen und visuellen Detail.

MS Touristica – Ein wahnwitziges Logbuch in die menschlichen Abgründe deutscher Kreuzfahrtourist:innen: Das fiktive Kreuzfahrtschiff MS Touristica sticht zu einer 21-tägigen Kreuzfahrt in See und wir sind mitten im Bordgeschehen. Das satirische Logbuch nimmt alle Kreuzfahrtliebhaber:innen und -skeptiker:innen mit auf eine bunte Reise voller Überraschungen.

Die Untersuchung einer uralten Sage der Inuit auf Parallelen mit meiner tschechisch-jüdischen Herkunft ist Zdenka Steinertovas Weg der künstlerischen Auseinandersetzung, über den sie zur bedingungslosen Bejahung des Lebens und des Todes zu gelangen versucht. Dabei will sie die Idee der Versöhnung auf ihre Machbarkeit im Dialog mit allen Erscheinungsformen der Skelettfrau untersuchen.

Die Recherche lässt Berliner:innen der Generation 1985 – ‘95, die in der gleichen und doch geteilten oder gerade wiedervereinigten Stadt aufgewachsen sind, aufeinander treffen. Waren sie damals vielleicht viel zu jung für prägende Erfahrungen oder trennt sie noch heute das Gefühl einer anderen Sozialisierung? In Tischgesprächen wird Material für eine künstlerische Arbeit generiert.

Das Ausloten körperlicher und räumlicher Grenzen – zwischen Mensch und Umwelt – und dem gemeinsamen Schaffen von Körperräumen, in denen etwaige Grenzen verhandelt werden können, bilden die Ansatzpunkte für das künstlerische Forschungsprojekt „Chamäleonische Welten“, welches den Begriff Camouflage zur Erforschung von Fragen der Subjektivität durch choreografische Praxis neu zu konfigurieren versucht.

Die Räume des Irrationalen, traditionell die Spielwiese der Künste, wurden besetzt. Es wird überall behauptet, performt und getriggert, was das Zeug hält, während die Fachleute – die Künster:innen – durch den Lockdown zu Zuschauer:innen wurden. Claudia Wiedemer möchte in Form einer Performance den fiktiven Ort der „schönen grünen Wiese“ und seine fachgerechte Nutzung erklären und ihn für die Kunst zurückerobern.

Wie setzt sich der „Soundtrack“, der das Dasein eines Menschen beschreibt, zusammen und wie klingt dieser? Beeinflusst die Pandemie vielleicht auch unseren „Klang“, wenn ja, wie klingt das? Anhand von Musik, Geräuschen, Stimmen, inneren und äußeren Monologen und anderen Mitteln soll eine auditive Beschreibung, ein „Stimmungsbild“ der Gesellschaft erstellt und reproduzierbar gemacht werden.

„WILD ACCESS“ ist eine Bewegungs-Performance-Praxis, die Leichtathletik und Tanz miteinander verbindet. Sie findet im öffentlichen Raum statt und erforscht die Möglichkeit, eine offene und vielfältige Beziehung zur Stadt und ihren Bürger:innen aufzubauen.

Muse – Künstler:in – reverse shot! Wir kennen das klassische Bild vom Künstler und seinem Modell. Wie in der Filmmontage folgt dem Schuss nun der Gegenschuss. Was sehen wir, wenn wir dem Blick der Muse auf den Künstler folgen? Das unaufgeräumte Atelier, einen Heizkörper, einen konzentrierten Mann im Kittel? Was passiert, wenn die Muse den Subjekt-Status erhält und der Künstler den Objekt-Status?

Raus aus dem Theater! Vom Interview, zum Text, zum Stück und dann wieder raus auf die Straße. Eine Recherche zur Transformierung von dokumentarischen und interviewbasierten Performances in audiovisuelle Stadtwalks. Performances werden auf die Bühne der Wirklichkeit gezogen.

„Theater für Vorfahren“ (Rechercheprojekt): Verbindung und Kommunikation zwischen den Generationen: Wie kann ein sinnvolles, bewegendes Theaterprojekt für alte Menschen entwickelt werden, das sowohl alte Menschen berührt, ihnen Interesse und Wertschätzung vermittelt, wie auch Kindern und/oder Jugendlichen vermittelt, was und wie ihre Großeltern erlebt haben?

Homo Sapiens X haben leicht andere Körper als wir und deshalb andere Fähigkeiten und andere Modi des Miteinanders entwickelt – und andere Blicke auf die Welt. Fünf kurze phantastische Geschichten über weitere menschliche Arten, geschrieben im Frühjahr 2020, sind die Grundlage von Penelope Wehrlis künstlerischer Recherche, in der sie für diese performativ-installative Umsetzungsmöglichkeiten sucht.

„Ein Standpunkt.“: Eine Recherche über historische Bürgerkriege und deren Verarbeitung in literarischen Dystopien in Romanen und Theaterstücken. Wie verhalten sich Menschen, die einst Freunde waren und nun Feinde sind? Wie entstehen gesellschaftliche Spaltungen, in denen „Standpunkte“ nur noch durch einen gewaltsamen Ausdruck Gehör finden? Das Ziel: die Entwicklung theatraler Konzepte.

TeatreBLAU produziert das multilinguale Stück „Home“ von Noura Hubo. Im Zentrum steht eine junge Mutter, die sich die Frage stellt, ob ihre Entscheidung, ihr Heimatland zu verlassen anstatt gegen die Diktatur zu kämpfen, der richtige Weg war. Sie tritt in den Dialog mit sich selbst und ihrer Vergangenheit und wirft damit allgemeingültig die Frage nach der Verantwortung in einer Gesellschaft auf.

„Zeitgemäße Moritaten“ ist eine Recherche- und Kompositionsprojekt zum Thema Trauerlied.

Im Zuge der #metoo-Debatte, der Black Lives Matter-Bewegung und der weiteren Betrachtung diskriminierender Aussagen prominenter Persönlichkeiten entsprang der Begriff der Cancel Culture. Dieser ruft über soziale Medien zum Boykott und öffentlichen Ächtung von Künstler:innen und ihren Werken auf. Handelt es sich bei diesem Vorgehen um eine nötige political correctness oder eine Kulturzensur?

„Logistik“ ist eine Recherche zur Ästhetik und Systematik von logistischen Strukturen. Sie kundschaftet nicht gesehene Orte der Logistik aus und versucht sich an einer Ästhetisierung. Dokumentation anhand von Fotos, Zeichnungen, Grundrissen, Texten, Tonaufnahmen. Visualisierung in einem Katalog per Postwurfsendung.

Recherchearbeit über das Kurdische Theater in Deutschland. Das geplante Projekt soll eine Recherche werden, welche sich auf das Kurdische Theater in Deutschland fokussiert. Viele kurdische Theatermacher:innen aus dem Iran, Irak, Syrien und der Türkei leben schon seit Jahrzehnten in Deutschland, oft bedingt durch Fluchtmigration. Diese Recherche soll ihre Arbeiten archivieren und sichtbar machen.

Die Recherche hinterfragt psychoanalytische Vorstellungen über den Körper der Mutter als verfügbares Land und sucht den blinden Fleck in diesen auf: das Begehren der Mutter. Was passiert mit unseren Vorstellungen dieser endlosen Landschaft der mütterliche Gabe, wenn sie sich plötzlich aufbäumt, sich verformt, zu einem begehrenden, verschlingenden Sog wird?

„HerzReich“ ist ein Recherchevorhaben, das neue Möglichkeiten von analog interaktiven Theaterformen für das Kindertheater sucht. Es werden über das Medium von klassischem Märchentheater und Maskenspiel Wege erforscht, partizipative Teilhabe (ähnlich dem Forumtheater Augusto Boals) effektiv und nachhaltig auch in Kindertheaterproduktionen wirksam werden zu lassen.

Der Chor entwickelt seine Individualität und Identität aus einem Gruppenbewusstsein.
Kann er unter immunologischen Anforderungen, die es der Gemeinschaft unmöglich machen, zur gleichen Zeit am gleichen Ort zu sein, Sprache teilen? In dieser Recherche konzentriert Gotthard Lange sich auf Begrifflichkeiten von Individuum und Gemeinschaft im Akt des Sprechens, wenn die gemeinsame Präsenz unmöglich ist.

Ausgehend von Maxie Wanders Kultbuch „Guten Morgen, du Schöne“ (Interviews, DDR, 1977) eignet Mareike Hein sich Techniken an, um mit Frauen, deren Biografien (post)sozialistisch sind, ins Gespräch über Alltag, Utopien, Sexualität zu kommen. Besonders interessiert sie die Frage nach der eigenen Emanzipation. Recherchegrundlage sind Interviewpublikationen. Ziel: Materialsammlung für eine Theaterarbeit.

Das Recherchevorhaben „Akzentfreie deutsche Bühne?!“ untersucht die Repräsentation von nicht-muttersprachlichen Schauspieler:innen auf deutschen Bühnen. Das im Rahmen der Recherche gesammelte Material soll die wissenschaftliche Grundlage für eine geplante Inszenierung sowie ein begleitendes Symposium zum Thema „Akzentfreie deutsche Bühnen?!“ bilden.

„Critical Whiteness/Black Lives Matter“ ist ein Rechercheprojekt von Olga Feger zu dem Thema Macht, Herrschaft, Machtstrukturen und Machtverhältnisse und die Entwicklung eines passenden Formates und Konzeption für eine künstlerische Umsetzung dieses Themas mit Tänzer:innen und Schauspieler:innen aus Deutschland und Burkina Faso.

„Das Haus ist leer.“ Ausgehend von der Situation, dass seine Eltern letztes Jahr gestorben sind und er gerade das Haus meiner Kindheit ausräume, möchte Martin Heesch eine Recherche zum Thema Darstellbarkeit von biographischem Material machen. Wie universell sind seine individuellen Erfahrungen? Ist das interessant für einen Theaterabend? Er wird inhaltlich, körpersprachlich und choreographisch forschen.

„Der Baron auf den Bäumen und wie ich mir die Freiheit nehme“: Eine Recherche für eine Theaterinszenierung mit Figuren und Objekten für Kinder ab zehn Jahren. Cosimo widersetzt sich seinem Vater und geht in die Bäume, die er nicht wieder verlässt. Was ist die Freiheit und was bedeutet sie uns? Wie klingt Deine Freiheit? Eine bunte Collage aus Bildern, Texten, Klänge und Objekten als Stückvorlage.

Mobiles Theaterhaus / Kindertheater / Haus-im-Haus / Digitalübertragung
Recherchearbeit: Konzeption, Planung und Kalkulation eines mobilen Theaters für Kinder (Theaterhaus in Miniatur, als Bau im Inneren von Gebäuden aufbaubar und transportabel), mit IT-Equipment zur Aufnahme und gleichzeitiger Ausstrahlung (Live-Übertragung) von Performances.

„Alpen“ von Yorgos Lanthimos: Wie umgehen mit dem Wunsch, die verstorbene Tochter möge wieder zur Tür hereinkommen? Wie das Versäumte nachholen? Hier weiß die Firma „Alpen“ Rat. Die „Alpen“ sind ein Dienstleistungsunternehmen für Trauernde. Ihr Angebot: Das Spielen der Verstorbenen. Wer zahlt bekommt auf diese Weise die Möglichkeit, einige Stunden mit dem schmerzhaft vermissten Menschen zu verbringen.

Theater beginnt meist mit einem Stück. Oder einer existierenden Musik. In sogenannten Stückentwicklungen kann es passieren, dass alle an einer Produktion Beteiligten gemeinsam starten und noch nichts richtig festgelegt ist außer einem Thema. Meist ist jedoch die Regiebesetzung das erste, was feststeht. Selten oder nie beginnt eine Produktion mit einem fertigen Bühnenmodell. Das will Lars Unger ändern!

Der Mensch ist dem Menschen kein Wolf! Davon ausgehend wird nach einem neuen, krisentauglicheren Menschenbild geforscht und wie man das am besten sofort in die Tat umsetzt. Strategien für Solidarität auf der Bühne, im Zuschauer:innenraum und darüber hinaus wollen (wieder-) gefunden werden. Der Erfahrung der Isolation etwas entgegenzusetzen, das uns wieder zusammenbringt, ist Ziel dieser Recherche.

The breathing lab is a laboratory where we either meet online or in person at a site-specific place outdoors. In this research lab we will explore the magnitude and unknown territories of our breathing patterns. By using techniques of the ancient yoga methods, body mind centering and breathwork we descend together and open our awareness to the realm of the vegetal world.

„The Falling Monument“ ist eine Recherche für die Idee von einer textbasierten Solo-Performance, in welcher ein einzelner Körper über neoliberale und faschistische Grundsätze reflektiert. Göksu Kunak nimmt die morgendlichen Varieté-Fernsehshows als ein Format und fragt: Wie erinnert man an die Opfer der staatlichen Gewalt und schafft es, ein queeres Denkmal zu errichten?

Während in Theatern fertig geprobte Stücke auf Eis liegen, taucht in Lea Burkhalters Kopf eine schwimmende Spielstätte aus dem Wasser der Alster auf. „Aqua Alta Drama“ ist ein amphibisches Theater zwischen Schilf und Schwänen, dessen feste Anordnung von Bühne, Szene, Zuschauer:innenrang, Kantine, Beginn und Ende, Foyer und Technik sich im Wasser auflöst.

Was verraten die Szenen über eine populäre Wahrnehmung von performativer Kunst? Was sagt der Zuschauer:innen-Cast, der so tut, als betrachte er Kunst, über ein vom Mainstream her gedachtes Bild von avantgardistisch motivierten Zuschauer:innen? Warum verirren sich die Protagonist:innen der Serien und Filme in aller Regel nur an jene Performance-Orte? Und: Wieso eigentlich wollen sie fast immer fliehen?

„dialogue of space sensors and self“ ist eine Untersuchung der Beziehung zwischen Bewegung und Raum und der Interaktion zwischen Tanz und Off-Theaterräumen.

Anhand von biografischen Recherchen in Form von Interviews und Improvisationen mit den Schauspieler:innen des Theater Inklusiv Ludwigsburg soll ein Geschichtenpool gesammelt werden, dessen innere Dramaturgie Fragen auf unser Menschsein und unser Miteinander sichtbar macht. Das reizvolle beim Umsetzen dieser Geschichten sind der Rollentausch und die Erkenntnisse des Perspektivwechsels auf dem Hintergrund der Inklusion.

„EIN COMEBACK“ (AT) ist eine Dystopie und Zeitreise zurück in die Zukunft, in der die Performancekünstler:in Simon(e) Jaikiriuma Paetau die Frage stellt nach der (Un)Möglichkeit einer Rückkehr in eine Heimat, die sich inzwischen gesellschaftlich und politisch verändert hat, die erschreckend verloren erscheint oder die es nie gab.

Das Theremin legt 1920 den Grundstein zur elektronischen Musik. Als einziges Instrument wird es ohne Berührung gespielt und verwandelt Elektrizität in eine sinnliche Live-Erfahrung: Dem Klang der Zukunft. Die Lebensgeschichte seines Erfinders Lev Termen, der auch für den KGB Spionagetechnik erfindet, ist so unglaublich und umfangreich, dass sie für die Bühne erschlossen werden soll.

Jacqueline Reddingtons Arbeit baut auf ihrem Interesse für digitale/technologische Themen und Formen auf und setzt diese im analogen Kontext des Theaters ein. Hierfür sammelt sie erste Erfahrungen mit der Programmiersprache Python. Dieses Ziel deckt sich mit einem ihrer aktuellen Forschungsinteressen: K.I. Technologien auf ihre menschlichen Qualitäten und theatralischen Potenziale zu untersuchen.

Im Rahmen von „UMGESTALTUNG“ möchte Silvia Jedrusiak ihre künstlerischen Arbeitsweisen der neuen Realität anpassen und optimieren. Ziel dabei ist, die eigene künstlerische Handschrift trotz veränderter Sprache weiter sichtbar zu machen und die (inter)nationale Zusammenarbeit zu wahren. Neue (digitale) Arbeitsformate und Kommunikationsstrukturen werden während des Vorhabens entwickelt.

„Seid doch laut“ ist eine site-specific Performance in der Stasi-Zentrale über die Oppositionsgruppe „Frauen für den Frieden“ in Ost-Berlin der 80er Jahre. Die Entmachtung der SED war keine Männergeschichte! Die Ideen, Gedanken und Konzepte, die die Frauen damals bewegten, sind heute noch für uns bedeutend: Frieden, atomares Aufrüsten, Umweltzerstörung, Zivilcourage, Solidarität und Gerechtigkeit.

Anja Willutzki untersucht, exemplarisch an den Corona Protesten 2020/21, Bewegungen, welche in ihrer Struktur verschwörungs- und rechtsgesinnte Ideologien vertreten. Ziel ist es, diese Proteste mit den Mitteln des Straßen- und Performancetheaters künstlerisch zu verarbeiten und dies in einem Projektentwurf zu skizzieren.

Kochrezepte bilden die Grundlage der Dramaturgie einer Performance. Neue Formen des Austauschs kultureller und kuratorischer Praktiken werden erforscht. „Cooking a Drama“  dokumentiert die Genealogie der Ideen, Werkzeuge und Methoden von Lalo Gomes mittels einer hybriden Video- und E-Zine-Serie zu seiner Performance Cooking Show „LaLoVe’s Kitchen“.

Karin Frommhagens Forschungsinteresse gilt der unsichtbaren weißen Norm in der deutschen Gesellschaft. Wie kann Weißsein im Theater sichtbar gemacht und weiße Dominanz kritisch reflektiert werden? Ausgehend von Theorieaneignung, Anti-Rassismus-Trainings und Erinnerungsorten begebe ich mich auf eine reflexive Suche. Wie lassen sich bei den beteiligten Zuschauer:innen neue Formen der Aneignung provozieren?

„Bae“ ist eine Fallstudie über zwei Frauen unterschiedlicher Generationen – die Künstlerin und ihre Mutter – darüber, wie die Erfahrung von Immigration ihre Körper geprägt hat.
Die Untersuchung nutzt die Medien Bewegung, Klang und Schrift. Es geht auch um die Beobachtung, wie andere Immigrantinnen aus verschiedenen Kulturen ihre Erfahrungen verkörpern.

„Das sprechende Tukul“: ein Bilder- und Hörtheater / Forschungsprojekt mit äthiopischen und deutschen Schulkindern. Die für Kinder weltweit ähnlichen Erlebnisse des vergangenen Jahres setzen das Thema für diese Recherchearbeit. In Planung steht ein internationaler Austausch im virtuellen Raum mittels Storytelling, Bild und Tonerzählung zur Entwicklung einer interaktiven Hörtheater-Produktion.

Ausgehend von ihren bisherigen Erfahrungen mit der Gestaltung unvorhersehbarer Körperzustände möchte Michelle Moura performative Situationen für Video/Foto-Performances schaffen, die von den im Tibetischen Totenbuch beschriebenen Todeszeichen, die der Körper im Prozess des Sterbens von sich gibt, inspiriert sind. Diese Forschung wird Material und Partituren für eine zukünftige „Live“-Kreation generieren.

Larissa Jenne begibt sich auf eine theoretische und praktische Forschung zum Thema „WANDELn“. Im Sommer 2021 pilgert sie durch menschenleere Gegenden Brandenburgs und untersucht Ein- und Auswirkungen des Wanderns, wobei sie künstlerische Interaktionen mit dem Weg eruiert. Theoretisch verknüpft sie sozial-politische Aspekte von Migration und die Spannung zwischen Nomadismus und Sesshaftigkeit.

Digitalisierung der Videodokumentation von Aufführungen und Workshops für die Online-Veröffentlichung. Recherche und Produktion von Videoaufnahmen für den Online-Unterricht und die Aufführungen.

Alle Kindertheaterstücke des Buchfink-Theaters sind selbst geschrieben und im Laufe von hunderten von Auftritten weiter gereift. Immer wieder hieß nach den Aufführungen: „Gibt es das auch als Buch?“ – Bislang noch nicht, aber hoffentlich jetzt. Nun möchte das Buchfink Theater die Besten davon transkribieren und als Theaterbuch herausbringen, ähnlich wie es das zuvor mit seinen Improvisationstheater-Geschichten schaffte.

Ziel ist, ein Werkzeug zu erarbeiten, Darsteller:innen in Spiel- und Ausdrucksmöglichkeiten zu unterstützen. Es gilt also zu untersuchen, was die symbolische, dramaturgische oder historische Farbpsychologie als visuelle Kraft mit uns anstellt, wie wir uns dem entziehen können oder wie wir das nutzen können.

Mit dem Stipendium möchte Michael Kleine das Genre „inszenierte Konzerte“ für sich weiter erschließen. Wie können „inszenierte Konzerte“ als Genre im Konzertbetrieb strukturell und ökonomisch besser etabliert werden? Welche künstlerischen Möglichkeiten können in diesem Format noch entfaltet werden? In der Recherche möchte ich im Austausch mit Musiker:innen neue Konzepte und Programme entwickeln.

Cassandra, die Prinzessin von Troja, hat die Gabe zu sehen, sie sieht das Unheil Voraus, aber niemand hört ihr zu. Die Verzweiflung am Unvermögen sich mitzuteilen erleben aktuell zahlreiche Menschen. „Hear- I am“ beschäftigt sich mit den ungehörten Stimmen während der Pandemie. Was sind ihre Visionen? Und vor allem: wie können sie hörbar gemacht werden?

Mit dem Forschungsvorhaben „tiny&tall“ setzt die Performancekünstlerin und Tänzerin Jennifer Hoernemann eine intensive Recherche über die Arbeit des bildenden Künstlers Erwin Wurm um. Mit den Studien seiner Werke strebt sie eine konzeptionelle Bereicherung ihres tanzkünstlerischen Schaffens an, sowie Inspiration für das Generieren von neuem choreografischen und tänzerischen Material.

Im Studium von Leben und Wirken Maria Montessoris hofft Claudia Hann Anregungen für die Theaterarbeit zu finden.

Performative Weisen radikaler Infragestellung der Kategorien Identität und Binarität sowie die Konzepte von Diffraktion und Intraaktion stehen im Zentrum der Forschung von Ynez de Zilón zum Agentiellen Realismus Karen Barads. Barads Ansätze sollen mit künstlerischen Mitteln fortgeschrieben und intraaktiv-diffraktive Prozesse als Praxisfeld in Sound, Text, Performance und Tanz erprobt werden.

Recherchearbeit des Elke Neckepen Theaters über das Leben der Gertrud Schädla. Anhand ihrer Tagebücher (1913-1929), in denen sie über den Alltag dieser Zeit berichtet, werden Anekdoten, Geschichten und Spuren aus dem Umfeld der jungen Lehrerin gesammelt und reflektiert. Das Weltgeschehen von damals wird greifbar.

„Das Ende der Welt – right to be unhappy“: Materialrecherche von historischen Ereignissen, Personen, Plätzen und Konzeptentwicklung für ein performatives #DystopischesStorryTelling. Dystopisch spekulative Gesellschaftsentwürfe als Spielräume, die sich mit potenziellen Bedrohungen/Erosionen gesellschaftlicher Wertsysteme auseinandersetzten und zur imaginären Neuordnung der Gesellschaft inspirieren.

„SPACE IS ONLY NOISE“ ist eine inhaltliche Bildrecherche und versucht durch Licht generierte Bildsequenzen in künstlich angelegten Räumen auf abstrakte Weise zu reproduzieren. Die temporären Freiräume für Assoziationen sollen vor allem zum Reflektieren einladen. Die Abstraktion der Lichtzeichnung wird von den Besucher:innen zu einer neuen Bildkomposition zusammengefügt, interpretiert und aktiviert.

Die Bekleidungsindustrie steht an dritter Stelle der Umweltsünder weltweit. Während man an anderen Orten der Welt bei der zunehmenden Zerstörung der Ökosysteme zusieht, erschafft das Phänomen in unseren Breiten aber auch beachtlichen sozialen Druck z.B. unter Peergroups. In einem Experiment stellt Rixa Rottonara die Auswirkungen, welche sich für Produktionsland und Verbraucher ergeben, auf eine Ebene.

Joel Vogel erkundet die Möglichkeiten individuellen Erinnerns als soziale Praxis. Dabei wird Familiengeschichte zu einem Ausdruck eines kollektiven sich fortschreibenden Prozesses. Schweigen wird sprechbar. Im Rahmen der Förderung untersucht sie konzeptionelle Möglichkeiten, konkrete und persönliche Geschichte im Rahmen einer Klanginstallation zu einer politischen Erzählung zu machen.

Innerhalb ihrer Recherche erforscht Alina Rohde, was es braucht, um ein feministisches Musical zu entwickeln. Im Fokus steht die experimentelle musikalische Auseinandersetzung des Genres Musical mit der humorvollen Dekonstruktion unseres gesellschaftlichen Konzeptes von heteronormativen Liebesbeziehungen und der romantischen Liebe.

Wir müssen uns ändern, damit die Welt sich ändert! Wenn wir als Theaterkünstler:innen weiter proklamieren wollen, die Welt zu einem besseren Ort machen zu können, dann sollten wir in Sachen Klimaschutz nicht hinterherhinken. Konstanze Grotkopp möchte mittels einer Umfrage herausbekommen, was möglich und nötig ist, um zusammen mit den Institutionen und Häusern in ein nachhaltiges Arbeiten zu kommen.

„felt“ ist ein künstlerisches Recherchevorhaben, in dem Ana Laura Lozza die Beziehung zwischen dem Gesehenen und dem Gefühlten in der Aktivität des Zuschauens untersucht. Ziel ist es, aus einer choreografischen Perspektive das Potenzial des Sehens als eine andere Art der Berührung zu entfalten, und umgekehrt die Berührung als eine neue Art des Sehens zu erforschen.

Bernhard Siegl untersucht, wie er als praktizierender Bühnen- und Kostümbildner und gelernter Theatermaler das Gestaltungsmedium der Theatermalerei als klimafreundliches und Ressourcen schonendes Gestaltungsmittel neu beleben und vor allem in virtuellen Formen zeitgenössisch übertragen, anwenden und diese gewonnenen Erkenntnisse in einem interdisziplinäres Projekt umsetzen kann.

André Pires Sequeira de Abreu stellt sich die Frage, welche Verantwortung er als Choreograph hat, Tanz zugänglicher zu machen und wie das bewerkstelligen zu ist. Anhand einer simplen choreografischen Struktur möchte er einen (virtuellen) Möglichkeitsraum, sowie den Austausch zwischen Performenden mit und ohne Behinderung eröffnen. Neben der Bewegungs- und Methodologie-Recherche ist es ihm auch ein Anliegen, ein inklusives Netzwerk aufzubauen.

Für „EIN HAUS OHNE GÄSTE oder WO SIND WIR, WENN IHR NICHT DA SEIN DÜRFT?“ – Ein LIFE-POST untersucht die Tänzerin Kristin Schuster, wie ein Theater analog senden, posten, Kontakt aufnehmen, Leuchtturm sein kann, wenn es kein Publikum willkommen heißen darf? Wenn das Publikum nur der:die Passant:in sein kann. Wie kann es da Kontakt aufnehmen, in der Begegnung bleiben, einen Lufthauch senden und mitgeben?

„Stand Up Sit Down“ ist ein Comedyprogramm, das die Bedeutung des Humors in Krisenzeiten beleuchten will. Wie viel dürfen wir lachen? Wo beginnt unsere humoristische Bürgerpflicht? Stärken wir unser gesellschaftliches Immunsystem durch eine gesunde Portion Lustigkeit! Ein deutschlandweit theatral und multimedial verwendbares Rechercheprojekt.

„Das ist man nicht, das wird man!“ ist eine Recherche zum Frauenbild der DDR. Über Zeitzeug:inneninterviews findet eine Spurensuche nach dem Konzept „Frau“ in der DDR und wie es gelebt wurde statt. Elisa Ueberschär möchte erfahren, wie sich das sozialistische Frauenbild in nachfolgende Generationen weitergetragen hat. Die Recherche soll aufzeigen, ob ein Theaterstück zum Thema entwickelt werden kann.

Corona hat das Leben vieler Frauen verändert. Lösen die „drei Hs“ (Haushalt, Homeoffice, Homeschooling) die „drei Ks“ (Kinder, Küche, Kirche) ab? Was ist mit häuslicher Gewalt? Darüber müssen wir reden! Mit der Förderung wird das frauenbewegte Kabarettprogramm „Zur Sache Frau!“ von Marlies Blume aktualisiert und damit ein Beitrag zur Sache Frau geleistet.

„Reziprok“ startet mit der intensiven Einarbeitung in die Videobearbeitung, um eigenständig und nach eigenen Vorstellungen Videos bereitstellen zu können. Ziel: Stärkere Präsenz in den Social Media Kanälen. Teil zwei besteht aus Experimenten mit Kamera und Bewegung: Die Choreografin als Kamerafrau. Die wechselseitige Beziehung von Kamera und Tänzerin. Die Kamera als Beobachterin. Ziel: Künstlerische Tanzkurzfilme.

In „Schreibtisch I: get it together“ (Recherche) lädt die Dramaturgin Klara Kroymann Kolleg:innen aus der freien Szene zu Gesprächen über ihre Schreibtische ein. Welche Legenden lassen sich damit über den Arbeitsalltag freischaffender Theaterkünstler:innen bilden – in Zeiten der Covid 19 Pandemie? Die Recherche ist notwendige Vorbereitung für die Entwicklung eines virtuellen Erzählformats.

„Erschöpfung und Überschwang“ ist eine Serie ortsspezifischer performativer Untersuchungen, in denen mit Hilfe von Reenactments kollabierte Körperpositionen aus vier Kunstwerken nachgestellt und durch Rezitation zum Sprechen gebracht werden. Die Forschung exploriert die Verkörperung statischer Figuren und die Politik der Rede als performativen Modus des Widerstandes im Stadtraum Berlins.

1212 machten sich Tausende Kinder und Jugendliche auf, um Jerusalem für die Christenheit zurückzuerobern. Seit 2018 demonstrieren Kinder und Jugendliche bei „Fridays for Future“ für eine (klima)gerechte Zukunft. Damals wie heute ist der Ausgang ungewiss. Diese beiden Massenbewegungen möchte ich künstlerisch adaptiert zu einem zeitgenössischen Tanztheater entwickeln.

Unter dem Titel „Sichtbar – Unsichtbar“ wird Rosemarie Eberl eine Recherche für ein Tanzstück für junges Publikum durchführen, das lesbische Lebenswelten in den Vordergrund rückt. Dabei steht die Auseinandersetzung mit der Sichtbarkeit von queeren Weiblichkeiten im Fokus, die sie mittels Archivarbeit, dem Austausch mit queeren Mädchen* und Frauen* sowie durch körperbasierte Methoden des Tanzes untersucht.

In ihren Recherchen konzentriert Karina Liutaia sich auf die Konzipierung einer Universalen BürgerBühne: Wie kann ein dezentraler Ort für kulturellen Austausch kostengünstig für Veranstalter*innen und attraktiv für theaterferne Zuschauer*innen gestaltet werden? Entwickelt wird so eine mobile Freilichtbühne, die Kreative selbständig bedienen, verwalten und an diversen Orten der Stadt installieren können.

In dem Rechercheprojekt soll es um die Ergründung eines potentiell neuen performativ-musikalischen Genres gehen. Im letzten Jahrzehnt haben insbesondere in der Bildenden Kunst performative Arbeiten zugenommen, die einen sehr spezifischen Charakter aufweisen: Sie sind nicht Klangkunst, nicht Musiktheater, kein Konzert und auch keine Performancekunst – es sind vielleicht „Musik Installationen“.

Anhand des Attentats auf die Tennisspielerin M. Seles durch den fanatischen Steffi Graf Fan G. Parche hinterfragt D. Duran, inwiefern Medien parallele Realitäten erschaffen.
Parches Geschichte steht dabei im Mittelpunkt. Er kündigt seinen Job, isoliert sich und nimmt die Welt fortan nur noch durch seinen TV wahr. Graf ist seine persönliche Königin. Wenn sie verliert, möchte er nicht mehr leben.

„Ich bin dann mal raus…“: eine Recherche und Entwicklung von Möglichkeiten, den öffentlicher Raum als Zufluchtsort und Interaktionsfläche für die darstellende Kunst mit ihrem Publikum zu nutzen. Wie können wir als Theatermacher:innen Austausch und Kommunikation stiften durch Intervention im Alltag?

Erzählkunst verknüpft, dramaturgisch raffiniert, Märchen und Mythen, Schmetterlingskunde und Lebensgeschichte der Maria Sybilla Merian, sodass eine neuartige, intensive, bunte Performance entsteht. Die Inszenierung spricht für sich und die Rezipient:innen verinnerlichen und verstehen, wie kostbar und schützenswert das Leben der zarten Geschöpfe ist, als Stellvertreter für alle Naturprozesse.

Im zweiten Weltkrieg war Leon Frischs Großvater bei der Rettungsmission von Mussolini beteiligt. Inwiefern treten in dieser Konstellation Weltgeschichte und persönliche Anekdote in einen Dialog? Wie lässt sich über Geschichte weniger als feste Kette von Begebenheiten erzählen, sondern vielmehr als Raum der Möglichkeiten, in denen die Dinge nicht unbedingt so kommen mussten wie sie kamen?

„Sidekick“: Wenn die Nebenrolle zur Hauptrolle wird. Was passiert, wenn man die Figur der Assistent:innen, Handlanger:innen und Kumpan:innen von ihren Partner:innen isoliert? Die Funktion und Rolle des Sidekicks wird analysiert, erforscht und in neue Zusammenhänge gesetzt. Dadurch werden traditionelle Rollenbilder aufgebrochen und so neue dramaturgische und szenische Ansätze gesucht.

Edouard Glissants Archipel- und Spuren-Denken und von ihm verwendete Begriffe wie Schaum schaffen neue Denkräume und aktivieren. Seine Poetik drängt zum Überschwappen in eine performative und gemeinschaftliche Praxis. Die Dramaturgin Johanna Ziemer betrachtet Glissants sprachliche und gedankliche Schöpfungen und lotet dabei das dekoloniale Potential von Ästhetiken in der darstellenden Kunst aus.

Die Forschung konzentriert sich auf Drag als Strategie der Dekolonialisierung, um hegemoniale westliche Narrative von Queerness und die heteropatriarchalen Normen der chinesischen Queer-Kultur zu konfrontieren. Ich versuche, eine Drag-Persona zu schaffen, die auf einer feministischen Version von Nan Dan (男旦) basiert, einer Kunstform, in der Männer weibliche Rollen in der chinesischen Oper spielen.

Strukturen schaffen für Nachhaltigkeit: Die Berliner Theaterschaffende Sonja Keßner erforscht im Zeichen postanthropozäner Theorien, auf welche Weise das Theater bereits vorhandenes Wissen über sozial-ökologische Transformationsprozesse sowohl intellektuell als auch emotional erfahrbar machen und auch in die eigenen Strukturen hinein übersetzen kann.

Eine Recherche zum Thema Frauen im Eiskunstlauf. Das Leben mit dem Leistungssport und seinen Opfern. Schein und Scheitern liegen nah beieinander. Es fängt mit einem Traum und einer Begabung an, doch wo führt das hin? Ist das Bild der Frau im Eiskunstlauf zeitgemäß und findet ein Wandel bei jungen Frauen und Mädchen in der Eislaufszene statt? Auf der Suche nach performativer Übertragbarkeit.

Der afro-brasilianische Tänzer und Choreograph Murah Soares entwickelt in seinem Vorhaben eine neue Tanz-Theater-Produktion auf Grundlage der uralten afrikanischen Weisheitsgeschichten aus dem afro-brasilianischen Götter-Pantheon. „Kreuzungen, Die Begegnung der Wege“ ist eine mythologische Geschichte über den Orixá Exú, den Herrn der Wege und Kommunikation zwischen geistiger und materieller Welt.

„Seabirds Calling“ – eine Recherche als theoretische und tänzerische Vorbereitung für eine Tanzperformance zum Klimawandel am Beispiel der Seevögel.

Als Grenzgängerin zwischen den verschiedenen Tanzwelten Bühne und Eis erforscht Elisa Siegmund das Potenzial von Kunststoff-Eis als ökologisch nachhaltigeren Boden für künstlerische Arbeit rund um das Thema Gleiten. „Eis durch Kunststoff ersetzen“ eröffnet völlig neue somatische Forschungsebenen und künstlerische Gestaltungsmöglichkeiten. Hier schafft sie eine Basis für weitere spartenübergreifende Arbeit.

Ein Recherche- und Konzeptionsvorhaben zum Thema öffentliche Emotionen: Wie äußern sich kollektive Wut, Trauer, Angst, Freude, Ekstase, Verzweiflung, Zärtlichkeit unter den medizinischen und medialen Bedingungen der Pandemie? Wie verschränken, verstärken und verändern sich diese öffentlichen Emotionen gegenseitig? Und: Was machen diese Emotionen und Affektdynamiken mit dem Künstler, vor seinem Screen?

Das Rechercheprojekt „SUMMT“ dient zur Recherche und Fertigstellung eines eigens geschriebenen, neuen Kindertheaterstücks für Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren. Das entwickelte Stück erzählt über die bunte Welt der Insekten, das Zusammenspiel zwischen Mensch und Natur, das große Bemühen und Stolpern bis zum Erwachsenwerden und den unbedingten Zusammenhalt, wenn es in großer Krise darauf ankommt.

Das Vorhaben umfasst die Recherche und Stücktextentwicklung für ein Inszenierungsprojekt über Child Survivors der NS-Konzetrationslager Bergen-Belsen und Auschwitz. Als Zeitzeug:innen trugen sie dazu bei, dass die gezielte Verfolgung und Ermordung von Kindern als beispielloses Verbrechen gegen die Menschlichkeit ein Gegenstand der Holocaust-Forschung wurde und in den Medien Beachtung fand.

Amy Benkenstein wünscht sich, dass die Recherchen zu George Balanchine in einem Tanztheaterstück enden. Die Geschichte ihrer Eltern könnte vielleicht sogar in einem Drehbuch münden.

Covid-19 zwingt uns, körperlichen Kontakt aufs Minimum zu beschränken. Im Umgang mit anderen Menschen reagieren wir zunehmend verkrampft. Wir werden unsicher. Was könnten gesellschaftliche, soziale Folgen davon sein? Oder fungiert die Pandemie vielleicht nur als Lupe und vergrößert lange Bestehendes? Die Bedeutung von Körperkontakt in der Gesellschaft und im theatralen Kontext möchte Laila Weber Nielsen untersuchen.

The era of climate catastrophes started when sacred mountains, rivers and other entities of nature were invaded by mercury and other toxicities. At that same time, a colonial regime turned human-bodies into carving machines. “Becoming the Mountain” is a performative and poetic invocation, that gathers several fragments of the legacy of 16th century European colonialism.

In „into another relation(ship)“ erforscht Kathrin Herm, was eine horizontale Beziehung zwischen Mensch und (Um)welt ausmacht und wie sie sich einüben lässt. Was verändert sich dadurch im Alltag? Im Vorstellungs- und Möglichkeitsraum? Und in der künstlerischen Arbeit?

Felix Mathias Otts möchte in seiner Recherche zu dem Orchesterstück das Orchester als Metapher einer harmonischen Gesellschaft untersuchen, Choreograf soll dabei das „Hören“ selbst sein. Diese Symphonie soll als ein Spielort der Stille betrachtet werden. Dort können wir die „Nichtaktivität“ als den Grund unseres Daseins erleben: „das Hören des Nichthörens“, wie man im Zen sagen würde.

Die darstellenden und performativen Künste im öffentlichen Raum sind künstlerische Formate, die sich speziell in das städtische Leben einbringen. Im Zusammenwirken von syrischen künstlerischen Perspektiven und dem Raum bilden und verändern sich künstlerische aber auch soziale Wirkungsräume. Die Kunst bewegt sich auf die Menschen zu und erreicht auch die, die sonst selten Berührung mit Kultur haben.

Das Vorhaben möchte die Prinzipien analysieren, derer man sich als Theaterschaffende:r üblicherweise in der Realisierung einer Aufführung bedient. Welche Raumauffassung, welches Bildkonzept, welches Subjektverständnis wird hier hegemonial fortgeschrieben? Es sollen Ansätze entwickelt werden, die Aufführungskonstituenten im Dialog mit aktuellen Wissensformen anderweitig zu praktizieren.

„Voice_over!“ Der Klang der Sprache, die Sprache des Klangs. In seinem Forschungsvorhaben geht es Christoph Hamann um gemeinsame erzählerische Aspekte von Sprache und Klang allgemein und deren mögliche Relevanz für die Theater-Bühne. Sprache und Klang als gleichberechtigte erzählerische Mittel zu erforschen, sie in einer Versuchsanordnung performativ zu verweben, ineinander aufzulösen oder zu potenzieren.

Die Recherche an Weiblichkeitskonzepten im Hip Hop Tanz analysiert die originäre Bewegungssprache des Hip Hop und fragt nach Repräsentation und Emanzipation von Frauen im Hip Hop Tanz jenseits ihrer häufig durch den Mainstream kommerzialisierten Weiblichkeit in der männerdominierten Hip Hop Tanzszene. Die im Rap bereits begonnene Infragestellung des Patriachats steht im Hip Hop Tanz noch aus.

Marlene Denningmann legt in ihrer „Youtube-Drag“-Performance offen, was sonst verborgen bleibt: Die Person, die vor dem Rechner sitzt und Bilder arrangiert; die Person, die in ein Mikrofon spricht und Bilder in ein Narrativ verwebt. Die verschleierte Identität der Stimme hinter Verschwörungsvideos wird gelüftet und der Zweifel am neutral/wissenschaftlich/aufklärenden Gestus unumgänglich.

Mit den Mitteln des Volkstheaters und einer Überschreibung der Orestie soll das Motiv der Rache und das Verhältnis von Justiz, Geschlecht, antifaschistischen Widerstand und Erinnerungskultur untersucht werden. Im Zentrum der Überschreibung steht die Geschichte der jüdischen Partisan:innen-Gruppe Nakam und ihre Racheaktion an SS-Gefangenen im Nürnberger Gefangenenlager Stalag XIII-D im April 1946.

Das Rechercheprojekt „Wehrwolfkommandos“ untersucht ausgehend vom Frankfurter Lübcke-Prozess die Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der prozessualen Aufarbeitung rechtsextremer Morde der letzten Jahre in Deutschland. Mit welcher künstlerischen Sprache lässt sich der rechtsideologischen Überzeugungen der Angeklagten und der gerichtlichen Sprache der Prozessbeteiligten begegnen?

“The Bad The Ugly The Abject” proposes a trifold research plan (theory, concept development, practice) revolving around the aesthetic category of „the abject“ – a personal „no go“ place – with the aim of situating it within the feminist and queer perspective and exploring its liberating potential. It is motivated by the desire to probe what kinds of freedom can ugliness afford us.

Die Recherche unter #TakeCare dient der Archivierung, der Dokumentation und dem Sortieren rund um das Feld der Contact Improvisation, der Instant Composition und des Partnering. Gesammeltes Material aus Workshops, Jams, Festivals und Aufzeichnungen aus Crystal Schüttlers choreografischen und pädagogischen Arbeit werden in Karteikarten organisiert, archiviert sowie in Kurz-Videos dokumentiert und analysiert.

„X Geister“: Nora Decker befragt ihre vier Wände und ihre Geister. Ihre Vormieter:innen und sie. Eine Pandemie macht sie zur Archäologin ihres eigenen Wohnraums. Eine Berliner Altbauwohnung wird liebevoll skelletiert, die Funde erleb- und erfahrbar gemacht. Schockierende Erkenntnisse, langweilige Begebenheiten, schöne Banalitäten. Alles ist es wert, an die Oberfläche geholt und betrachtet zu werden.

Take care? Who cares? KI-Kapitalismus verspricht, sich um alles zu kümmern, während er sich um nichts und niemanden sorgt, weder sozial noch ökologisch. „KI verzaubern“ heißt dem KI-Kapitalismus buchstäblich aufs Maul zu schauen: In welchen Zungen spricht KI-Kapitalismus? Welches Wording hinsichtlich der Zukunft der Arbeit erhält Einzug in die Politik? Und (wie) werden wir ihn überhaupt noch los?

In der Pandemie ist unser Körper zugleich gefährdet und Gefährder. In ihrer Recherche möchte Fiona Metscher sich daher mit seiner Beziehung zum Anderen und zum Raum beschäftigen – und zwar im Kontext der Ausnahmesituation des Protestierens. Sie möchte den Körper untersuchen, der sich aussetzt, der eingesetzt wird, kommuniziert, alleine steht, sich mit der Masse bewegt oder gegen den Strom.

Es gibt keine musikalisch-performativen Erzählungen über trans* Sein und die Vielfalt von trans* Identitäten in Deutschland. Das Musik-Performance-Projekt „RAGE CONSTITUTES ME IN MY PRIMAL FORM“ macht es sich zur Aufgabe, das radikal zu ändern. Das Projekt eröffnet neue Perspektiven für die vielen möglichen Vergangenheiten und Zukünfte von trans* Menschen sowie von cis Menschen in Deutschland.

Tanzrecherche im digitalen Raum zu der Frage: Welchen Ausgrenzungs- und Isolationsprozessen ist der Körper von Müttern im Allgemeinen und in der Pandemie im Speziellen ausgesetzt? Wie kann man mit Mitteln des Digitalen, künstlerisch forschend, diese Isolation durchbrechen und ihren spezifischen Charakter und Beschaffenheit begreifen und Darstellungsformen für eben dieses finden?

Danse macabre. Der Schock, der von Totentänzen des Mittelalters ausging, war nicht die Totengestalt, sondern dass sie tanzt. Wie half und hilft die Kunst, den Schock zu erleben und zu bannen? La danse macabre, Dotendantz mit Figuren, Baseler Totentanz – was steckt in ihnen, welchen Schrecken und möglichen Trost könnten sie heute verbreiten, welche Rituale gibt es, sind die zentralen Fragen dieses Vorhabens.

„Feminist Manhood“ zielt auf die Entwicklung einer theoretischen Grundlage und einer choreografischen Praxis rund um „alternative Männlichkeiten“ ab. Es strebt den Aufbau der Gruppe „Patriarchs anonymous“ an, als eine künstlerische Übernahme der Methoden der AA. Analog zur AA unterstützt diese Gruppe Männer, die ihre Abhängigkeit/Privilegierung vom patriarchischen System bekämpfen/ablegen wollen.

In „Dancepaint“ verschmelzen Tanz und Malerei – Der Raum ist die Leinwand, Bewegung ist Farbe. Diese Fusion aus Tanz-Improvisation & Live-Painting wird Fuuko Shimazaki mit diesem Stipendium als Tänzerin und Choreographin physisch weiter vertiefen, um daraus eine Methode für Performances sowie ein Konzept zur Vermittlung (Workshops & Unterricht) entwickeln.

Im Rahmen der Förderung möchte Mirjam Schollmeyer sich sowohl mit der Recherche von Grundlagen, Vorgehensweisen und Materialien verschiedener Puppenbautechniken befassen, diese verschiedentlich ausprobieren und ihre Fertigkeiten diesbezüglich erweitern, einen Klappmaulpuppenkopf bauen und ihre Großpuppe umfassend reparieren.

Wie können wir beim Publikum große Emotionen erzeugen, ohne lange Geschichten zu erzählen, ohne manipulative Mittel einzusetzen? Wie kann eine Performance emotional berühren nach der kontaktlosen Corona-Zeit? Mit Empathie? Ist Empathie Kitsch? Diesen Fragen soll Eric Trottiers Recherche in den Künsten und „auf der Straße“ mit konsequenter Selbstreflexion eigener Gefühle auf den Grund gehen.

Ramadan. Digital Detox. Kontaktreduktion. Verzicht – ein Begriff, tausend Varianten. In Zeiten von Corona und Klima-Erwärmung scheint dieser alte Brauch nötiger denn je zu sein. Müssen wir in Zukunft mehr verzichten? Ist Verzicht ein Privileg? Was macht die Politik? Shitstorm Unicorn taucht ein in den Kosmos des Reizbegriffs und fragt sich, ob es weniger braucht, damit wir mehr voneinander haben.

Die Solo-Recherche „360° of me“ erforscht das Spannungsfeld zwischen Privatem und Öffentlichem im eigenen Wohnzimmer. In der Auseinandersetzung mit den inszenatorischen Möglichkeiten einer 360°Kamera, sucht die Regisseurin/Choreografin Iris Meinhardt neue Methoden im Grenzbereich von Theater, Tanz und Technik.

Der Waki ist der pilgernde Mönch im japanischen Nô Theater, dessen Träume eine Bühne für die Geister von Orten, Pflanzen oder verstorbenen Menschen bieten. Er selbst zeigt auf den ersten Blick keine besonderen Fähigkeiten oder Eigenschaften. Doch welches Verhältnis zum Fremden unterhält der Waki, dass er ihm so furchtlos begegnen kann – und das Unbekannte sich ihm ohne Scheu nähert?

Die Theatermacherin Meriel Brütting erforscht als Soloperformerin ihre Faszination an zwischenmenschlichen Beziehungen. Mit Bewegung und Stimme beschäftigt sie sich mit mikrosoziologischen Aspekten. Inspirieren lässt sie sich hierbei von Wegbereiterinnen, Künstlerinnen und Expertinnen wie ihrer Mutter, Patti Smith und Eva Illouz.

„Venus is rising“ ist die Idee eines hellsichtigen, selbstermächtigten Körpers, der als zeitgenössisches Future Oracle fungiert – ein Körper, der vielschichtig ist und Materien miteinander verknüpft. Er kreiert Zugänge, die Räume aufmachen, die eine Durchlässigkeit, Offenheit und Weichheit entstehen lassen, in denen angenommene Grenzen und Hierarchien aufgelöst werden.

„on the horizon“ ist ein Forschungsprojekt rund um die Peripherie von Tanz und zeitgenössischer Performance, das nach inklusiven und ökologischen Arbeitsweisen innerhalb von Licht-, Ton- und Bühnendesign sucht. Diese Forschung vertieft das Verständnis dafür , wie man im Rahmen von Theaterstücken gewissenhaft mit Zugänglichkeit und Sichtbarkeit umgehen kann.

Recherche für die Reihe „WORDS DON’T COME EASY“
Thema: Wirkungsweisen von Sprache
Teil Eins, „Dreckstück“, behandelt menschenfeindliche Sprache im deutschen Rap. Teil Zwei, „L.T.I.“, untersucht, wie die Sprache des Nationalsozialismus immer noch unsere Gesellschaft beeinflusst. Teil Drei, „Demo vs. Pop“, beleuchtet den zukünftigen Systemkonflikt zwischen Demokratie und Populismus.

Das Rechercheprojekt „Laura and the Bird“ befasst sich multisensorisch mit unterschiedlichen Wahrnehmungen und Zugängen von Mensch und Tier zur Welt, sowie deren Beziehung zueinander. Es denkt über die Zentralität des menschlichen Subjekts hinaus und stellt Fragen zu Beziehung und Wahrnehmung verschiedener Lebewesen in der Welt. Diese werden theoretisch, choreografisch und szenisch betrachtet.

„Screendance/AD“ ist eine künstlerische Recherche, die die Wahrnehmungsmöglichkeiten von Tanz im Videoformat über die übliche visuelle Zuschauer:innen-Erfahrung hinaus erweitern möchte.

„Kosmische Symphonie“: Ein interdisziplinäres Kunst- und Forschungsprojekt von Julia Dillmann zum Thema ‚Beschreibung von Realitäten‘ anhand von Theorien aus der Quantenphysik an der Schnittstelle von Performing Arts und Wissenschaft.

Ein Vordenker Europas, Harro Harring, hinterließ mit seinem umfassenden Werk, Gemälden, Gedichten und Theaterstücken ein Zeugnis der bürgerlichen Revolution 1948. Verfehmt, verboten und vergessen möchte Uwe Dag sein (Bühnen-)Werk sichten und durch seine Recherchen dieser schillernden norddeutschen Figur zwischen Dichtung, Malerei und Revolution einen Weg zurück auf deutsche Bühnen ebnen.

Vom Plumpsklo zu Instagramposts: Vom Verschwinden bäuerlichen Dorflebens im letzten Jahrhundert und dem Versuch, neue Wege zu finden, das kulturelle Brauchtum, die hessische Tracht, in unserer „Instantan-Kultur“ künstlerisch präsent zu halten. Den Ausgangspunkt der Arbeit von Caroling Schogs bildet der umfassende Fotonachlass ihres Großvaters, der seit der Nachkriegszeit als Fotograf und Dokumentarist bereits darum bemüht war.

Merel Roozen wird den Arbeitsprozess mit Bildern auf ihrer Website dokumentieren und Videos des Forschungsprozesses sowie Tanzmaterial, das entwickelt wird, präsentieren.

“THE MULTIPLICITY OF THE OTHER” is a solo movement research: The body fluctuates slowly through amorphous and recognizable images, revealing them in an enigmatic way to the observer. Playing with our system of recognition and categorization, it attempts to construct and deconstruct known codes, opening a space of contemplation: A multiplicity of the other, that reminds us and questions the self.

Künstlerische Resilienz in der Krise. Recherche für ein künstlerisches Projekt, das den aktuellen Balanceakt der Artist:innen in der Coronakrise widerspiegelt und durch eine Darstellung erlebbar macht. In den Seilen hängend oder schwebend. Abstürzen und sich selbst wieder fangen. Neu orientieren und ausbalancieren. Die eigene Mitte finden. Oben wird unten und unten wird oben, Perspektiven ändern sich.

Oliver Bedorf untersucht den Garten als identitätsstiftenden Ort. Ob öffentlicher Erholungsort, Zukunftsgarten oder Schrebergarten – wie gehen wir als Gesellschaft mit dieser kulturellen Errungenschaft um? Wie regen Gärten die Fantasie an, wie funktionieren sie als Bühnen, wie als Orte mit einer eigenen, spannenden Geschichte? Das Mysterium des Gartens trifft auf das Mysterium des Theaters.

Sara Simeoni fokussiert sich darauf, vom Akt des Tanzens zum Akt des Gehens überzugehen bzw. den Tanz im Gehen zu enthüllen, um Details zu intensivieren. Sie ist daran interessiert, das Gehen als tänzerischen Akt tiefer zu untersuchen.

Diese Recherche widmet sich dem site-specific Musiktheater, der künstlerischen Forschung und Auseinandersetzung mit dem Raum im Musiktheater und Performance. Sie greift dabei die Wechselwirkung zwischen der bildenden Kunst, Theater und Musik auf und vergleicht diese im Hinblick auf die jeweiligen Raumkonzepte. Welche Rolle spielen Cyber Space oder virtueller Raum im (zukünftigen) Theater?

Das Stipendium dient der Recherche und Entwicklung eines Konzepts, bei dem Künstler:innen aller Disziplinen in der Berliner Musikbrauerei zusammenkommen, um eine Performance-Installation zu entwickeln und in Workshops von den Erfahrungen der anderen zu profitieren.

„Der Mob auf der Opernbühne“– Außenseiter und Ausgrenzungs-Mechanismen in Werken des Musiktheaters. Herausfinden, was DAS Musiktheater der Stunde ist. Info-Blasen, Ausgrenzung, Massenhysterie – die gesellschaftlichen Veränderungen der Gegenwart sind auch der Opernliteratur nicht fremd. Welche Opern könnten gerade jetzt emanzipatorische Impulse geben? Oder hilft nur eins: Neue Stoffe, neue Werke?

Um ein Projekt mit der gehörlosen Tänzerin Kassandra Wedel vorzubereiten, welches sich mittels der Poesie der Gebärdensprache und der Struktur einer HipHop Jam mit den Themen Inklusion und Kommunikation auseinandersetzt, möchte Rosalie Wanka sich Grundkenntnisse der Gebärdensprache und der mit ihr einhergehenden Kultur aneignen, um im Vorfeld der Proben Ausgangspunkte für den kreativen Prozess zu erarbeiten.

Was hat Medea eigentlich mit Hillary Clinton zu tun? Martha Pinsker untersucht die Zusammenhänge unserer kulturellen Stereotype von Frauen in Führungspositionen zwischen Antike, Heute und ferner Zukunft.

Eine Recherche im Bereich des Gaming. Auf Grundlage von Interviews und theoretischer Referenzen sollen die soziologischen, philosophischen und ästhetischen Aspekte von Video-Games untersucht werden. Ziel ist es, dramaturgische Grundlage für das Tanz-Projekt „Game Over“ zu schaffen.

„Atemberaubend“ ist eine explorative, tänzerisch-physische sowie inhaltliche Recherche zu Atem und Bewegung, die die Möglichkeiten des tanzenden Körpers bei eingeschränktem Atemvolumen und Atemschwierigkeiten untersucht.

Wo würden Sie hingehen, um zu trauern? Oder: Was wäre für Sie ein geeigneter Ort, um mit dem fundamentalen Gefühl des Schmerzes in Verbindung zu treten? Ausgehend von diesen Fragen beschäftigt sich das Vorhaben mit dem Phänomen des Schmerzes und dem performativen und räumlichen Umgang mit ihm. Dabei wird der individuelle Schmerz ins Verhältnis zur gesamt-gesellschaftlichen Sphäre gesetzt.

Eine Recherche über Stimmen, die bislang zu leise sind. Wo sind die Stimmen der „muted voices“, die schweigen, um keinen Unfrieden zu stiften. Wie könnte ein performativer Raum aussehen, in dem diese Stimmen zu Wort kommen? Kann man die Stimmen so ausbalancieren, dass alle zu Wort kommen? Und wollen wir wirklich nur Harmonie oder sind Dissonanzen darin nicht auch interessant?

Das beantragte Stipendium soll dafür genutzt werden, die künstlerisch-kreative Arbeit aufrechtzuerhalten und während der pandemiebedingten Schließzeit der Theater fortsetzen zu können. Insbesondere möchte Nanda Ben Chaabane für ein geplantes Projektkonzept zum Thema koloniales Erbe und historische Verantwortung recherchieren und sich mit der Tendaguru-Expedition in Deutsch-Ostafrika 1909–1913 beschäftigen.

Das Rechercheprojekt „تتشابك – Verflechten – tatashabak“ verbindet den ländlichen Raum (Eberswalde, brandenburgisches Umland) und den urbanen Raum (Berlin). Ein Rechercheprojekt zum Thema Flucht und afro-europäischen-Perspektiven. Der thematische Fokus liegt dabei auf Kolonialismus und Neokolonialismus und ist immer im Mittelpunkt der Aktivitäten.

Wie macht man künstlerische Arbeitspraxis transparent und mit welchem Nutzen? Julia Klockow startet eine intensive Recherche zum Thema Tanzvermittlung. Ziel ist es, Informationen zu sammeln und ein erstes Konzept für ein Vermittlungsformat zu entwickeln. Für Klockow liegt im künstlerischen Prozess selbst eine enorme transformative Kraft – eine Erfahrung, an der noch mehr Leute teilhaben sollten.

This project investigates non-offending pedophiles, the cyber communities within which they exist, their lives in the shadows of society and their ability to access treatment in Germany, US, UK and Australia. The research aims to understand pedophilia as a diagnosis and as a sexuality. This research is conducted as a means of exploring how treating pedophiles can prevent child sexual abuse.

Jo van Nelsen möchte einen Podcast zu seinem Herzensthema „Geschichte des deutschen Chansons und Kabaretts“ produzieren, auch um ein jüngeres Publikum zu gewinnen. Angedacht sind ca. 50 Folgen à acht Minuten, die chronologisch ab 1901 je ein Musikstück und herausragende Interpret:innen, mal bedeutende Autor:innen oder Komponist:innen oder historisch wichtige Kabaretts und Stilformen präsentieren.

Das Thema ist schon lange brisant, doch spätestens nach aktuell drei Dürrejahren in Deutschland wird es gesellschaftspolitisch und künstlerisch nicht nur Theatermacherin und Biologin Lena Kußmann in Zukunft beschäftigen: Verteilung, Umgang und Abhängigkeit von Wasser auf der Erde. Eine ergebnisoffene Forschung und interdisziplinäre Annäherung von Scientists und Artists zum Thema Wasser.

Das Recherchevorhaben strebt einen interdisziplinären Austausch zwischen Dr. Alexander Steen, Post-Doc auf dem Gebiet der Künstlichen Intelligenz an der Universität Luxemburg und dem Theatermacher Benedikt Grubel an. Wie lassen sich K.I.-gesteuerte Prozesse und Vorgänge des Wahrnehmbarmachens im Medium des Theaters zusammendenken? Welche gemeinsame Sprache lässt sich finden?

Ausgehend von J. S. Bachs Kaffeekantate und der Analyse seiner konkreten Produktionsbedingungen wird eine investigative Oper entwickelt, in der diese Komposition erweitert und mit Musik aus den fernen Kaffeeplantagen interveniert wird. Es geht nicht nur um eine Konfrontation mit der Geschichte unseres Lieblingsgetränks, sondern auch des vorherrschenden ökonomischen und kulturellen Paradigmas.

In der Recherche möchte das 5elefants tanzkollektiv sich tänzerisch und choreografisch mit der Rolle und dem Potenzial von Objekten für Tanzproduktionen für junges Publikum auseinandersetzten und so die bisherigen Ansätze weiter ausbauen. Im Mittelpunkt steht das Erforschen verschiedener Objekte hinsichtlich ihrer Physikalität und Eigenschaft als Partner:in sowie Fragen zur Komposition von Objekt und Körper im Raum.

„I’m Going In“ sucht anhand von Interviews, Literatur- und Musikrecherche nach Worten, Texten und Liedern, die Menschen während ihres natürlichen Sterbeprozesses ausgesprochen, aufgeschrieben oder gesungen haben. Claudia Graue will so Einblicke finden in die verschiedenen Erlebensräume des Sterbens, die Menschen an ihrem Lebensende durchlaufen und aus denen ihre Worte entspringen.

Lior Shneiors Ziel ist die Entwicklung einer digitalen Variante seines Tanzmischpultkonzepts. Choreografische Mittel sollen in einer App fragmentiert dargestellt werden, damit diverse Gruppen frei zugänglich eigene Choreografien entwickeln können. Das ist für Laien und Profitänzer gleichermaßen geeignet und macht die Grundzüge von Tanz für alle zugänglich.

Researchprojekt zur Erforschung von Körpergeräuschen im Performance-Kontext. Wie können unbewusste Geräusche reproduziert werden und was lösen sie in Rezipient:innen aus?

Soundkomposition im Kontext einer Tanzproduktion ist das Recherchethema. Konzeptentwicklung: Entwicklung eines Leitfadens, der sich mit der Frage beschäftigt, welche Aspekte für produktive und effiziente Zusammenarbeit zwischen Choreograf:in und Komponist:in wichtig sind. Digitale Komposition: Souveränität im Umgang mit Ableton. Traditionelle Komposition: Recherche zur Charakteristik der Orgel.

Die menschlichen Körper verhalten sich in der Gesellschaft wie Ionen: Sie ziehen sich an, stoßen sich ab, laden sich auf, entladen sich oder verhalten sich neutral zueinander. Welche choreografischen Strukturen lassen sich auf soziale Beziehungen im miteinander abbilden? Wo entstehen Hierarchien und Abhängigkeiten im mehrdimensionalen Raum? Was ist Freiheit? Wo steht unsere Toleranzgrenze?

Aufbau einer zweiten Existenz als Autor neben der eigenen praktischen Theaterarbeit. Entwicklung eines Theaterstückes basierend auf einer familiären Recherche zum Leben zweier Brüder in BRD und DDR vor und nach der Mauer im Spiegel der gesellschaftlichen Entwicklung und der Volten in der demokratischen Selbstfindung in unserem Land bis zum heutigen Tag.

“Blurred Realities” is a research project based on the idea of delirium and its causes. Sonia Rodríguez is interested in contrasting two phenomena that touch her current life: the onset of my mother’s Alzheimer’s disease and associated psychopathologies, and the rise of conspiracy theories. The project will focus on generating a small archive and the theoretical content for a future contemporary dance piece.

Machtspiele, Machtphantasien, Ohnmachtsgefühle und Bemächtigungen. – Eine künstlerische Recherche über Machtstrukturen zwischen Menschen und Dingen. Anhand von Foucaults beschriebenen Machtbewegungen findet eine performative und stimmliche Annäherung an das Thema „Macht“ statt.

„How to inhabit the cæsura?“ skizziert als Erforschung angepasster Workshopmethoden von körperbasierten Kunstpraktiken unter Einhaltung von Pandemievorschriften nachhaltige Wege zur Einrichtung von sicheren Lern- und Praxisumgebungen für Tutor:innen und Studierende.

Nach dem Lockdown für die kulturellen Einrichtungen stellt sich die Frage, wie die Kulturschaffenden in der Region zwischen Weser und Elbe diese Krise überstanden haben. Was ist übriggeblieben, an welchen Orten gibt es neue Ansätze? In einer Recherchearbeit sollen die aktiven Kulturpunkte und Freien Theaterakteur:innen erfasst werden und nach ihren Bedarfen und Vernetzungsmöglichkeiten befragt werden.

In dem Researchprojekt „Finding Spaces for Care“ geht es um die Frage, wie wir mit Tanz einen kritisch-inspirierenden Beitrag zu einer inklusiven Welt des Miteinanders leisten können. Care Collective glaubt, dass das radikale Praktizieren von Liebe, Fürsorge und Verletzbarkeit heutzutage eine subversive Handlung ist, die hilft, patriarchale Strukturen zu unterwandern und die Selbstermächtigung ermöglicht.

An ins Deutsche übersetzte Texte aus Osteuropa (Bulgarien, Nordmazedonien, Serbien und Kroatien) zu gelangen, die relevant für die deutsche Bühne sind, ist nicht immer einfach. Die Vielzahl von übersetzten Erzählungen, Märchen, Sagen und Liedern ist schwer überschaubar. Eine Bestandsaufnahme und Sammlung der vorhandenen Literatur für die eigene weitere Theaterarbeit soll das Ziel dieser Recherche sein.

Lena Thelen sucht nach Formen, in denen sich das Wort im Raum materialisiert – und nach dem, was in den vergangenen Monaten öffentlich gesagt oder geschrien und dem, was bloß gedacht und erträumt wurde. Dazu experimentiert sie mit manuellen Druckverfahren. In ihrer Entschleunigung widersetzen sie sich dem spontanen Kommentar und verbinden Protestinhalt und physisches Handeln zu einem neuen Framing.

Untersucht werden die körperlichen Prozesse der lähmenden und der panischen Angst mit der Frage, ob die Wechselwirkung der Angst von der Psyche auf den Körper und dem Körper auf die Psyche als Kreislauf von Spannung und Entspannung verstanden werden kann. Für die körperlichen, als auch die psychischen Anteile wird nach einer abstrakten Verkörperungsform gesucht, die filmisch dokumentiert wird.

Geliebt, Geächtet, Vogelfrei – „Interaktive Kunst Gestern – Heute – Morgen“.
Die traditionelle Kunst der „Gaukelei“ und ihr gesellschaftlicher Wertewandel im Laufe der Jahrhunderte…. The show must go on!!!

Bis heute gibt es immer wieder Menschen, die um die Freiheit kämpfen und dafür bereit sind, ihr Leben aufs Spiel zu setzen. In dieser Recherche geht es um die Fragen, wieviel Freiheit möglich und notwendig ist und was ein lebbarer Freiheitsbegriff ist. Basierend auf Texten aus Schillers Dramen und den Ideen von politischen Freiheitskämpfer:nnen unserer Gegenwart sucht Caner Akdeniz nach Antworten.

Thomas Seher möchte die omnipräsente Energie des modernen Finanzkapitalismus nicht erklären, er möchte sie sinnlich erfahrbar machen. Die Recherche umfasst die Suche nach einer geeigneten künstlerischen Sprache in Form von Sonifikation von Aktienkursen, Film und Tanz. Ziel ist die Konzeption einer Installation im Jahr 2022.

Maik Priebe fragt, wie im Theater produziert werden soll; Wie können und wollen wir erzählen, wie können und wollen wir das uralte Medium „Theater“ ins 21. Jahrhundert führen? Können wir die Kraft des Theaters, die Poesie, den Zauber, den es bietet, neu definieren? Kann man das Live-Erlebnis mit Augmented Reality erweitern? Kann das Verschmelzen von Livemoment und Vorproduziertem neue ästhetische Impulse setzen?

Das Phänomen „Po Hu“, der am wenigsten sichtbare und berührbare Teil unseres Rücken. Genau zwischen unseren Schulterblättern, wo das Denken sich selten hinverirrt. Die Augen gelangen dorthin nicht, wohl aber Intuition und Instinkt. Der Fokus der Erforschung des Po Hu gibt Raum für Berührung, Geruch und Klang. Authentizität, Präsenz, und Risikobereitschaft sollen durch Entdecken des Unbekannten intensiviert werden.

Eine Imbissstube im Nirgendwo in den Alpen, ein verlassenes Einkaufszentrum, ein leeres Schwimmbad, ein verwilderter Friedhof. Was macht eine Bühnenbildnerin, wenn das Publikum ausbleibt, wenn die Bühnen leer bleiben? Die Bühnenbildnerin Hanna Naske geht mithilfe eines persönlichen Kataloges gefundener Räume auf die Suche nach erzählenden Räumen und der Grenze zwischen Realität und Fiktion.

„Quietus“ ist ein interdisziplinäres Forschungsprojekt, das sich mit der Frage beschäftigt, wie der menschliche Körper Teil der Natur, und wie Natur Teil des menschlichen Körpers ist und sein kann. Ausgehend von der Kunstform des Memento Mori entsteht eine choreografisch-visuelle Installation, in der die Hierarchisierung von Mensch und Natur, sowie die Kunst des Sterbens thematisiert wird.

Der Performer Walbrodt recherchiert zu dem Tonkunstwerk von Joseph Beuys „Jajajaja_nenenene“ (1968). Ausgehend von der einstündigen Audio-Performance wird er Form, Inhalt und emotionale Qualität in Beziehung zum aktuellen Pandemiegeschehen, den veränderten zwischenmenschlichen Ritualen und der durch die Digitalität neu entstandenen Kommunikationskultur setzen.

Durch das Spekulative Szenische Schreiben werden Schreibtechniken gesammelt und entwickelt, die einen Weg eröffnen sollen aus den vorherrschenden linearen Erzählformen. Was bedeutet dies für die konkrete Schreibpraxis? Welche Ansätze helfen, die Enge des eigenen Blicks zu verlassen? Wie schreibt man allein und wie kollaborativ? Am Ende soll eine öffentlich zugänglich Sammlung entstehen.

Roman Lemberg möchte mit der Recherche das Format „Musik-Performances in Museen“ aufführungspraktisch und konzeptuell erweitern. Welche inszenatorischen Mittel können den Blick auf das jeweilige Ausstellungskonzept verändern? Wie kann das Musikprogramm inhaltliche Bezüge zur Ausstellung schaffen, sie neu kontextualisieren und die in ihr transportierten Weltbilder hinterfragen?

Die Gender Performance Legende Bridge Markland möchte für eine neue Performance zu folgenden Fragen recherchieren: Was bedeutet Alter für Weiblichkeit, Schönheit, Attraktivität, Partnerwahl; Wie sichtbar sind Frauen jenseits der Menopause; Kosmetik gegen Falten, Botox, Schönheits OP’S; Wie sieht es für Männer aus? Der Mann mit den grauen Schläfen entspricht einem Ideal. Haben Männer im höheren Alter mehr Macht?

In „Strong Women“ soll die Wahrnehmung der Frauen im Artistik-/ Zirkusbereich beleuchtet werden. Mit Hilfe von Interviews mit verschiedenen Gewerken im Theater sollen Erfahrungswerte herausgearbeitet werden, die schriftlich in einer Zeitung veröffentlicht werden. Darüber hinaus soll es dieser Kunstsparte Gehör verschaffen. Das große Künstler:innennetzwerk von Katharina Huber ermöglicht die Umsetzung.

Michael Ruf hat sich zum Ziel gesetzt, seine Theaterarbeit mit selbst entwickelten Songs wirkungsvoll zu ergänzen, indem er sich mit folgenden Fragen befasst: (1) Grundlagen des Schreibens von Songtexten, (2) Praxis der Umwandlung der Theatertexte in Lyrics, (3) Integration der Songs in Bühnenwerke, (4) Kollaboratives Songwriting. Der entstehende Mix kann aufregend und berührend sein sowie neue Zielgruppen erreichen.

„Stay@Home, Rapunzel“ – Das Stück verbindet alte Märchen mit einem neuen Lebenszustand und zeigt eine alte Technik (herkömmliches Marionettentheater) im neuen Kleid: überdimensionale Marionetten outdoor in offener Spielweise!

„Trick-Lasso im zeitgenössischen Kontext“ ist eine Recherche, bei dem das Lasso mit zeitgenössischer circensischer Bodenakrobatik und tänzerischen Elementen kombiniert wird. Ziel ist es, neue Möglichkeiten zu finden, nicht klassisch die ganze Zeit mit zwei Füßen auf dem Boden zu stehen, sondern sich mit allen Körperteilen auf dem Boden in Harmonie mit dem sich rotierenden Lasso bewegen zu können.

In dem Rechercheprojekt „Zuhören als Aktivismus“ geht es um die Aufarbeitung und Aktualisierung künstlerischer Konzepte der amerikanischen Komponist:innen-Avantgarde der Fünfziger- bis Siebzigerjahre und die Entwicklung neuer potenzieller Rezeptionsformen und -formate von Kunstmusik mit Fokus auf den digitalen Raum.

Recherche: „FAGGOT FOR FUTURE“: Wie wollen wir die Klimakrise durchleben? Richtung Dystopie oder Utopie? Für eine körper- und klimagerechte Zukunft sollen Hymnen geschrieben sowie Fakten gesammelt werden, um für ein heterogenes Publikum Klimathemen zugänglicher zu machen – Anstoß zu sein und Spaß daran zu entwickeln, für eine gerechtere, regenerativere Welt einzustehen: Sie zu besingen!

Rike Greusing setzt sich mit den vermeintlichen Gegensätzen Luftartistik und Schwangerschaft auseinander. Inwiefern lässt sich eine körperlich so anspruchsvolle und risikoreiche Kunstform wie die Luftartistik mit dem sich stets verändernden und unberechenbaren schwangeren Körper zusammenbringen? Eine zirzensische Auseinandersetzung.

In Auseinandersetzung mit einer Grundfrage der postcolonial studies – „Can the subaltern speak?“ – und mit einem von dieser angeleitetem aktuellen anthropologischen Forschungsprojekt zum Politischen Bewusstsein von Kindern versucht Ingo Tomi eine Workshopskizze zu entwerfen. Diese soll in ein Theaterprojekt mit Kindern (www.10children.org), die als subaltern bezeichnet werden können, eingebunden werden.

„Embodied Story“ ist eine explorative Recherche über neue Formate des Geschichtenerzählens ohne visuelle Eindrücke und ohne Text. Wie stark kann man den performativen Fokus auf das körperliche Erleben der Zuschauer:innen einschränken? Kann der Körper eine Dramaturgie aus haptischen, olfaktorischen, auditiven und vielleicht sogar gustatorischen Elementen zu einer Geschichte verknüpfen?

„Von Mansplaining zu Bropropriating – Eine intermediale Recherche“ zu (non)verbalen Choreografien und Dramaturgien vor allem männlicher Kommunikationen in (selbst)darstellerischen Formaten mit und ohne Publikum – auch in künstlerischen Arbeitszusammenhängen.

„Mit dem Fahrrad übers Stoppelfeld!“ (AT) Eine holprige Angelegenheit! Genau wie der Blick in die Vergangenheit der Mutter, und der (Ur-)Großmütter. Frauen, die von Gewalt, Vergewaltigungen und Migration in Osteuropa erzählen können und auch sollten! Die Regisseurin Friederike Förster wird anhand der Geschichte ihrer Mutter diese Frauen in der Erarbeitung eines szenischen Textes zu Wort kommen lassen.

In der Recherche-Arbeit „Résistance und Widerstand“ geht es um die Biografie des Widerständlers Eberhardt Finckh. Die Erkenntnisse aus Befragungen der nächsten Familienangehörigen sollen in ein Theaterstück eingeflochten werden, in dem es um das Mit- und Gegeneinander der Deutschen und Franzosen in ihrer gemeinsamen Geschichte, von Karl dem Großen bis in die Gegenwart, geht.

Inwieweit sind Dinge im Stande, menschliche Bewegungen zu strukturieren und zu organisieren? Was passiert wenn ein ,menschlicher’ Körper mit anderen (artifiziellen) Be-ding-ung-en verschaltet wird, wer bewegt oder be-dingt wen? Die Theatermacherin Franziska Burnay Pereira beschäftigt sich im Zuge ihrer Recherche mit performativen Objekten und Strategien und Formen des Cirque Nouveau.

„Raubkunst – Back to the roots“: Skulpturen aus Benin, Masken aus Alaska, „Schrumpfköpfe“ vom Amazonas, oder ein Kriegertuch aus Indien… Zu einer Figurentheater-Inszenierung für Erwachsene, in der solche kolonialen Raubkunstschätze in einem Museum lebendig werden, möchte Bodo Schulte recherchieren. Wo kommen die Artefakte her und wo gehören sie hin?

„Bras ill / I’ll” – is a research to denounce and bring new perspectives into the current and alarming situation of a country that has become the laboratory of necropolitics in contemporary time. Three concepts will lead this research: exuberance, immensity and brutality that for Tizo All as a native express so well the contradictions which we live on and suffer from. But we will change it.

The transfer of dance to the digital/audiovisual became a mandate during the last months. The understanding of Dance as Ritual, of its dramatic character and collective experience, poses new challenges in this new context. To approach this transfer Silvia Ospina will research on the film work of director Maya Deren, exploring in the performative and technical tools for new possible formats.

Eine 30-jährige Objekte-Sammlung: von DDR-Spielzeug, Puppenarmen und -beinen, über ein gold-glitzerndes Einhorn bis hin zu den Lockenwicklern der Großmutter aus den 40er-Jahren. In dieser Recherche möchte die Puppenspielerin Sophie Bartels ihre Objekte (um)ordnen und Ordnungssysteme mit einer eigenen Logik entwerfen, um daraus eine Gebrauchsanweisung für das Objekttheater zu entwickeln.

„Schattenboxen – Eine Geistergeschichte“ entwickelt durch Choreographie, verkörpertes Gespräch und seanceartige Anrufungen von Zoom Meetings eine sound- und videogeleitete Performance, die danach sucht, die verschleierte Verbundenheit des einzelnen Selbst und die verschwiegene Isolation in einer heteropatriarchalen, kapitalistischen Gesellschaft aufzudecken und mit ihr zu ringen. Zudem soll in der Recherche ein Workshopformat entstehen, welches zu Kampfsport, Theorie und Abhängigkeitsbeziehungen ermuntern soll.

„Ich bin Jamila!“ – Eine Hoffnung in Deutschland- Die junge Afghanin Jamila ist vor fünf Jahren mit Ihrer Familie aus dem Iran geflohen. Dort führte sie ein Leben zweiter Klasse. Ihre Flucht war eine Odyssee über Land und Meer, bis sie in einem kleinen rheinland-pfälzischen Ort landete. Dort versucht sie, sich unter dem Damoklesschwert Abschiebung ein Leben aufzubauen.

„Von Mansplaining zu Bropropriating – Eine intermediale Recherche“ zu(non)verbalen Choreografien und Dramaturgien vor allem männlicher Kommunikationen in (selbst)darstellerischen Formaten mit und ohne Publikum – auch in künstlerischen Arbeitszusammenhängen.

Die Recherche erforscht Dynamik und Zufallsgeschehen an Berliner U- und S-Bahnhöfen, um Bewegungsmuster choreografisch aufzunehmen und künstlerisch auszubauen. Durch flüchtige Verfremdungselemente, die dem alltäglichen Szenario vor Ort hinzugefügt werden, sucht „passersby“ Verwirrung und Aufmerksamkeit zu stiften und Passant:innen auf Bewegung zu sensibilisieren.

Steffen/ Sandra Süßmilch (*27.3.1966; †20.1.2005), Musiker:in, Künstler:in, Performer:in und in späteren Lebensjahren transsexuell, zu einer Zeit, als die Akzeptanz und Öffentlichkeit hierfür noch weitestgehend im Dornröschenschlaf war, hat einen umfassenden, bisher ungeordneten Nachlass hinterlassen, der zur Grundlage zu einer zukünftigen (Musik-)Theaterproduktion aufbereitet werden soll.

„AXT“ ist eine intensive körperliche Recherche der Performerin Juliana Oliveira. Sie widmet sich ausschließlich der männlich besetzten Körperlichkeit des Holzhackens. Durch eine feministische Linse untersucht sie verschiedene Aspekte der Praxis des Holzhackens: Wettbewerbe, Holzwirtschaft, Försterei, Zuhause. Performativ werden Sorgfalt und Virtuosität kontrastiert mit Brutalität und Gewalt.

„Behind Black Mirrors“ ist ein Vorhaben, das Praktiken des Programmierens und Praktiken der performativen Künste verknüpft. Ziel ist es, neue, hybride Formen des Improvisierens und der künstlerischen Produktion zu erforschen, die den digitalen und den realen Raum verbinden. Dazu werden interdisziplinäre Austauschformate für Künstler:innen, Programmierer:innen, Forscher:innen organisiert.

Exploring real time technologies for the development of digital virtual performers for the performing arts.

Welche Kraft kann innerhalb einer Gesellschaft entstehen, wenn eine (politische) Elite entscheiden würde, die abstrakten Folgen eines Klimawandels in aller Konsequenz zu bekämpfen, auf dessen Menschengemachtheit es sich demokratisch kaum einigen lässt? Im Rechercheprojekt „social overshoot“ untersucht Christiane Holtschulte die Dynamiken einer Welt, die die wahre Krise erst vor sich hat.

Ein Experiment. Stadt der Frauen. Ausgehend von ihrer Arbeit in Bühnen-Räumen untersucht Ruth Marie Kröger, wie der gestaltete (Stadt-)Raum Handlungen bestärken oder auch beschränken kann. Ausgehend von den realen Entwürfen der Expertin für frauengerechtes Bauen, Eva Keil, geht sie auf die Suche: Welches Handeln bestärkt die Stadt um sie herum? Und wie muss die Stadt sich ändern, um Ruth selbst zu stärken?

In seinem Rechercheprojekt „Baba is Who?“ will Tobias Tönjes die dramaturgischen Schnittpunkte von Videospiel und Theater begutachten. Wann braucht Theater nicht-lineare Narrative? Warum scheint es einen Zusammenhang zwischen dem Spiel „Baba is you“ und abstrakten Theaterformen zu geben? Und was genau ist eigentlich das Theaterpendant zu der ludonarrativen Dissonanz? Finden wir es heraus.

„Perceptual Dining“ ist inspiriert von den berühmten theatralischen futuristischen Dinners des italienischen Dichters und Regisseurs Filippo Tommaso Marinetti. Das Projekt wird entwickelt, um Menschen, die durch die Symptome von Covid-19 eine Art sensorische Beeinträchtigung erlitten haben, neue sensorische Antworten zu geben.

Es geht um ein Forschungsprojekt zum Thema „Hexe als Vorbild“ und ihr Potenzial der Vorbildfunktion für Kinder bzw. für Mädchen. Die böse und hässliche Hexe als Gegenentwurf zur lieben, schüchternen und schönen Prinzessin? Die Forschung konzentriert sich auf einschlägige Märchenbücher und Disneyadaptionen. Um sich der Frage praktisch zu nähern, finden Workshops mit Kindern statt.

Das Projekt „tracking the authentic repertoire“ verfolgt das Thema des gemeinsamen musikalischen Erbes benachbarter Länder des Balkans, Anatoliens und Kaukasus, die grenzüberschreitend imaginäre öffentliche – jedoch aufgrund antagonistischer politischer Realität nicht anerkannte – Räume teilen. Eine Sammlung dieses Repertoires soll erstellt und auf der Bühne wieder zusammengeführt werden.

Die Gegenwart der singenden Körper scheint einen Teil der starken affektive Wirkung der Oper auszumachen. Was der Film kann, ist die Welt in einer haptischen Echtheit an uns heran zu bringen. Wie können wechselseitige Affektbeziehungen zwischen beiden Medien entstehen? Wie kann ein experimenteller Opernfilm zu Luigi Nonos Oper „Unter der großen Sonne von Liebe beladen“ konzipiert werden?

„Wiedergeburt eines Künstlers“ ist ein Projekt, in dem der Künstler die aktuelle Job-Situation nicht mehr als „Standby“, einem Warten auf Weiterführung von bereits Etabliertem, begreift sondern als vorübergehendes „Off“ annimmt: Ein Stillstand, der für Retrospektive auf Vergangenes, künstlerisch-körperliche Reflexion der Gegenwart und Reformation der Arbeit in der Zukunft genutzt werden kann.

Solidarität. Ein Wort, welches uns seit dem ersten Lockdown begleitet. „#trust #nofear #moresolidarity“ ist bundesweit auf der Suche nach Menschen, sowohl im städtischen als auch ländlichen Raum, die über ihre Erfahrungen mit Angst, Vertrauen und Solidarität in Zeiten der Pandemie sprechen wollen. Lasst uns näher zusammenkommen. Dieses Projekt schafft einen Raum der Begegnung und des Austauschs.

Der Komponist und Performance-Künstler Silas Eifler beschäftigt sich unter dem Titel „Waldgeflüster“ mit den Auswirkungen des Klimawandels auf die heimischen Wälder in NRW, insbesondere im Sauerland. Er wird Kontakt zu Expert:innen aufnehmen und seine daraus gewonnenen Eindrücke in Form von selbst komponierter Musik künstlerisch zum Ausdruck bringen.

Order of the Cosmic Anus: HP Loveshaft is a mad scientist from the turn of the century, who has traveled through time. In his journey across the universe, he came eye-to-eye with the Cosmic Anus and he comes bearing Bad News: no one is coming to save us. We must save ourselves, so we can then save each other. Join his queer congregation for sermons, meditations & satirical spirituality.

Die Kostümbildnerin Elena Gaus arbeitet in künstlerischer Recherche zum Themenkomplex Haare und Frisur: Zur Geschichte des Haars, Identitäts- und Biopolitik, Mode, gesellschaftspolitische Bedeutung, zur Variabilität, Manipulierbarkeit und Signalfunktion des Haarkleides und natürlich zu Haar/ Perücke explizit in Bezug zum Kostümbild.

„United History Rehearsal“ ist ein hybrider Raum zur Repräsentation von Künstler:innen und ihrer Arbeiten zur kollektiven Erinnerung Gesamtdeutscher Geschichte. Die Recherche schafft ein verbindliches Netzwerk zwischen Institutionen der freien darstellenden Künste und bisher wenig erzählter Expertisen, ist pluralistisches Archiv der Gegenwart und soll neue Arbeitsbeziehungen ermöglichen sowie stabilisieren.

In dieser Recherche möchte Etta Streicher das unbedarfte „Buden bauen“ von Kindern in der Natur als Basis zur Entwicklung eines temporären Aufführungsortes unter freiem Himmel erforschen. Außerdem will sie zu traditionellen Bühnen-Formen des fahrenden Theater-Volkes recherchieren. Die Parallelen möchte sie im Hinblick auf die Gegebenheiten der heutigen Zeit auf Machbarkeit untersuchen.

Wie hat sich die Einsamkeit während Corona auf Menschen in Alters- und Pflegeheimen ausgewirkt? Was hat sich für sie verändert und was davon bleibt? Mit Texten aus „Der kleine Prinz“ erarbeitet Kristin Hansen einen inklusiven musikalisch-theatralen Nachmittag für Senior:innen. Auf hoch- und plattdeutsch weckt sie Erinnerungen der letzten Jahrzehnte an vergangene Kindheitstage.

Grigory Kofman wird über ein seltenes künstlerisches Duo forschen: E.T.A. Hoffmann – A.Tarkowski / Mystische Literatur – realistisches Kino. Im Mittelpunkt der Recherche steht das Drehbuch von Andrei Tarkowskis „Hoffmanniana“. E.T.A. – sowohl seine Texte als auch seine spezifische Lebensphilosophie – stand Tarkowski extrem nahe: Darstellungen der Welt, die sich je nach Drehwinkel des „Spiegels“ verändern.

Die Schauspielerin Sophie Krauss möchte arbeiten und Mutter sein. Das ist kompliziert.
In ihrem Rechercheprojekt beschäftigt sie sich mit der Vereinbarkeit von Mutterschaft und Arbeit und sucht nach einem theatralen Format, mit welchem sich die Absurdität dieses Themas auf humorvolle Weise darstellen lässt.

Mit dieser Untersuchung möchte Jonathan Prösler sich von seinem pädagogisch-therapeutischen Blick auf seinen Sohn lösen, ihn zum Künstler erklären, der ihn inspiriert, einlädt, die Welt aus seinen Augen zu betrachten, herausfinden, was passiert mit der Mittelsuche, wenn wir uns als Künstler begegnen? Was kann von ihm lernen? Viel, hauptsächlich einen Perspektivwechsel auf die Welt.

Wie wird ein Kostümbild zum Ausstellungskörper und Kunstwerk im digitalen Raum und dient nicht mehr nur dazu, eine Figur zu erschaffen und deren Eigenschaften zu unterstreichen? Die gewohnte Hierarchie zwischen Kostümbild und Figur wird so umgekehrt, dass eine Dominanz des Kostümbildes über die Performance entsteht.

Wenn die Welt die Instabilen wirklich braucht, wie können sie sich ihr zeigen? Wie wollen sie sich zeigen? Eine theoretische und praktische Recherche zur Depression in der darstellenden Kunst mit skizzenhaften Figuren, Masken und Bühnenbildern.

„Böwie in Berlin“, erzählt und vorgetragen von Devid Böwie selbst. Böwie stellt sein Album „Achtsamkeit, Baby!“ vor und erzählt, wie es dazu gekommen ist und warum mit so einem Album im rauen West-Berlin der 80er Jahre für ihn kein Platz war. Ein Solo-Theaterstück für einen Schauspieler mit selbst geschriebenen Songs, das allerdings nur in Clubs und Bars stattfindet. Eine theatrale Clubtour.

Schauspiel, Co-Autorenschaft, Regie – Jeanette Arndt agiert seit kurzer Zeit auf allen drei Gebieten und benötigt Tools, diese Arbeitsfelder noch besser miteinander zu verbinden. Mit dem Studium der Anleitung der „Heldenreise“ nach Paul Rebillot will sie erforschen, wie sie sowohl im eigenen Spiel als auch in der Anleitung eines kreativen Prozesses das Gestaltungspotential noch besser herausfordern kann.

„Der Versuch als Form. Die Probe als Haltung.“ sucht danach, performative Probetechniken auf den Kontext des Kuratorischen zu übertragen. Könnte dadurch eine kuratorische Praxis entwickelt werden, die den Moment des Zeigens als eine sich fortlaufende, stetig selbst befragende Forschung begreift, die Wissensproduktion als Instant Composition imaginiert und Ausstellung als Verb denken lässt?

„Nähe und Distanz“ frei nach Judith Hermanns „Nichts als GESPENSTER“: Cristiana Garba macht aus den Kurzgeschichten ein Theaterstück und beleuchtet im Inszenierungskonzept die zwischenmenschlichen Beziehungen zwischen Nähe und Distanz.

Welcher umfassendere Blick auf die Welt und auf das menschliche (Zusammen-)Leben entsteht, wenn die bisher ignorierten Schwarzen Perspektiven integriert werden? Wie verändert es unser Verhältnis zueinander und zur Welt, wenn wir uns von der weißen Dominanz verabschieden? Und wie kann diese Blick-Erweiterung künstlerisch umgesetzt und vom Publikum aufgenommen und mitgestaltet werden?

Anke Retzlaffs Rechercheprojekt „Kleine Wunder“ sucht jenseits der Leistungsgesellschaft und krisenbedingten Stagnation nach wertvollen persönlichen Momenten während des Pandemiejahres. Ausgehend von der Annahme, dass es uns Energie verleiht, wenn wir etwas zum allerersten Mal tun, untersucht Anke Retzlaff in Gesprächen mit acht Düsseldorfer:innen, welche kleinen Wunder sie während der Krise erstmalig vollbracht haben.

Bewegen Erinnerungen? Erinnerungen enthalten bildhafte Elemente, Szenen, wie im Film, Geräusche, Klangfarben, oft auch Gerüche, vor allem Gefühle. In einer ersten Recherche begibt Marcelo Omine sich auf die Suche nach einer Praxis des Erinnerns zur Vermittlung einer künstlerischen Herangehensweise über persönliches und kollektives Gedächtnis – die Vermittlung einer Körperlichkeit der Erinnerungen.

Jochen Pöschko sucht in dieser Recherche die Verbindung zwischen den visuellen und auditiven Aspekten der Bouncing-Ball Jonglage. Originelle Jongliermuster werden für die:den Betrachter:in nachvollziehbar zu einem Klangerlebnis umgewandelt. Neben der kreativen Aufgabe, sowohl visuell als auch akustisch interessante Jongliermuster zu finden, geht es darum, zuverlässige Techniklösungen zu erarbeiten.

„Fake News Kasperletheater – Kasperletheater Fake News“
Wie entstehen Fake News – Wer macht sowas – Wie macht man das? – K(l)eine Anleitung!
Recherchen zu dem leidigen Thema „Fake News“, um sie auf der Kasperlebühne zu entlarven.

Als Dramaturgin versteht Nina Rühmeier sich immer auch als Mittlerin zwischen Forschung und Kunst. Wie aber kann sie umgekehrt meine Kompetenzen aus der künstlerischen Praxis in der Forschung nutzen? Das möchte sie anhand von Recherchen zum Thema Lobbyismus, der in seiner gegenwärtigen Form diejenigen benachteiligt, die über weniger Ressourcen oder Zugänge verfügen, herausfinden.

Durch eine recherche-basierte Praxis wird Chris Scherer eine unvollständige Tanzarbeit wieder aufgreifen und ihre Form/ ihren Inhalt mit Werkzeugen, die es erlauben, konzeptionelle Ideen in künstlerische Arbeit zu übersetzen, umsetzen. Indem sie das Rückgrat ihrer ursprünglichen Arbeit zur Recherche verwende, wird sie damit in eine neue Praxis eintauchen, welche ihre aktuellen Interessen widerspiegelt.

So instabil wie Wolken sind die Empfindungen des Einzelnen und einer Gesellschaft während einer Pandemie. Was erwartet uns morgen, was nächste Woche? Der Himmel und seine Wolkenformationen werden im Projekt „Wolken“ als Projektionsfläche für gesellschaftliche Hoffnungen und Ängste erforscht und eine performative Praxis der spekulativen Zukunftsvorhersagen erprobt.

„Essay über einen potentiellen Körper“ ist eine choreographische, filmische und skulpturale Recherche über Perspektiven auf den schwangeren Körper. Es ist ein Experiment, das versucht, mit filmischen Mitteln eine Berührbarkeit des Körpers ähnlich der physischen Erfahrung herzustellen. Dabei steht das Spannungsfeld zwischen Künstlichkeit und Natur des weiblichen Körpers im Mittelpunkt der Suche.

In dem Recherchevorhaben „Ich will kommen/will es/me/no para pasaj“ soll der Moment des Stillstands aus künstlerischer Perspektive untersucht werden. In Form des Stillstands selbst, in Form von Wiederholung, in Form von Prokrastination, in Form von Mikrobewegungen, in Form des Protests. Kann durch Stillstand etwas gezeigt werden, was sonst übersehen wird?

Die Performance Künstlerin Amélie Haller recherchiert in ihrem Projekt „a hole – a space – a place for stories“, wie die augenscheinliche Leere eines Lochs zum Potenzial in Form von Narrativen eines möglichen anderen Jetzts umgedeutet werden kann. Hierfür forscht sie zu performativem Storytelling und der Möglichkeit eines sammelnden und arrangierenden Erzählens für die Bühne.

Ziel des Projekts ist es, für den Performancekünstler durch Prozessdigitalisierung (Software und DMX) einen musiksynchronen und verlässlichen Rahmen aus dramaturgischen Elementen wie Licht, Videomapping, Nebel-, Seifenblasen- und Flamm-Effektmaschinen auf der Bühne zu schaffen.

Das Recherchevorhaben untersucht den Einsatz von AR/VR-Technologien als co-performatives Element in Live-Performances und forscht an seinem ästhetischen und narrativen Potential. Im Fokus liegt die 3D-Erkennung von mehreren sich im Raum bewegenden Körpern, deren digitale Wiedergabe in Echtzeit und die daraus resultierenden Auswirkungen auf choreografische und dramaturgische Arbeitsprozesse.

Mittlerweile hat sich die Körper- und Bewegungskultur enorm entwickelt, davon hat aber das klassische Ballett und Tanzen wenig integriert. Um eine längere und gesunde Tanzkarriere zu ermöglichen, wäre die Aufnahme von neuen Methoden und Techniken notwendig.

Putzen ist nicht nur eine Frage von Gender, sondern hat neben praktischen auch philosophische und politische Dimensionen: Was bedeutet es, sich im ewigen Kampf gegen den „Dreck“, gegen das „Böse“ zu befinden? Rituale von Reinigung sind gekoppelt an das Verständnis einer „reinen“ Welt. Liliane Koch recherchiert für ein neues Performance-Projekt, das diese wahnsinnige Sisyphosaufgabe beleuchtet.

„EXIT.BR“ ist eine Plattform für die Verbindung zwischen brasilianischen Künstler:innen, die in Europa leben und überleben. „EXIT.BR“ will die Gemeinschaft kennenlernen, die Geschichten sichtbar machen, um Bedürfnisse zu erkennen. Was haben wir gemeinsam und was nicht? „EXIT.BR“ ist ein Raum für Austausch, wo Künstler:innen eine Chance haben, zusammen zu sein und sich gegenseitig zu unterstützen.

„FREILEGEN. EINE ALLGEMEINE ABSAGE“ ist eine Recherchearbeit, die sich aus feministischer Perspektive der allgemeinen (Geschichte der) Geschichtsschreibung widmet und auf gesellschaftlicher und persönlicher Ebene der Frage nachgeht, wer und was in der Geschichte vorkommt und wer nicht. Eine theatrale Forschung dazu, wie sich das Unerzählte in die Geschichte/Biografie zurückschreiben lässt.

Im Rahmen des Projekts beschäftigt sich Jens Heitjohann mit verschiedenen Techniken des raumorientierten Erzählens und überträgt diese aus dem Gaming-Bereich stammenden Ansätze auf eine Mixed-Reality-Performance-Situation. Auf diese Weise erforsche er neue hybride Erzählformen zwischen virtuellem und analogem Raum, zwischen virtuellen und leibhaftigen Performer:innen und Besucher:innen.

Zur Vorbereitung des Tanzfilmprojektes „The Rite“, einem modernen Remake des Klassikers von Strawinsky, werden animalische Bewegungsmuster im sozialen Verhalten von Menschen untersucht.

Ein Rechercheprojekt über die Facetten von Privilegien anhand der Figur Karlheinz. Im Schatten unserer aufgeklärten Selbstbilder wächst und gedeiht ein Schleimpilz namens Karlheinz. Niemand darf wissen, dass wir einen Karlheinz haben. KH ist das generische Maskulinum, die Erzählerstimme in unseren Köpfen, der innere Widerstand, wenn uns jemand auf unsere rassistische Aussage hinweist.

Recherche, wie Video-Visualisierungen aus dem Schatten der gefühlt 2-Dimensionalen Bild-Projektion und der Streamingplattformen heraustreten können und stattdessen ein gleichberechtigter, eben auch nicht „allmächtiger“ Perfomer werden können, mit dem reale Performer:innen interagieren können AUF DER BÜHNE! Interdisziplinär und  grenzüberschreitend, da auch Live Performer:innen von überall mitmachen können.

Aus 15 Jahren Arbeit mit Bildern in performativen Zusammenhängen in oft verschwenderischen Prozessen ist eine große Sammlung ungenutzen Materials zurückgeblieben: Verworfene Ideen, aus Zeitgründen gestrichenes, gekillte Darlings. In einer „ReVision“ will Benjamin Krieg dieses Material sichten, (ein)ordnen, auf Nachhaltigkeit prüfen, zugänglich archivieren und sein Potenzial für neue Visionen erforschen.

Gefördert wird die Erweiterung einer Performance. Die Live Kamera soll ausgebaut werden, sodass die Aufführung auch Produktion eines Videos wird; Dies soll die Recherche visuell übersetzen: Wie kann Erinnerungsarbeit als Schichtung von gefilmten und (wieder)gestreamten Videos erzählt werden? Wie kann Theater, auch virtuell, als ein eigenständiges Streaming Format mit Live-Charakter funktionieren?

Dicksein betrifft uns alle. Denn wir leben in einer Welt voller Dicken-Feindlichkeit.
Diese Recherche sucht nach den Mechanismen der Stigmatisierung, den Wünschen und Ängsten von dicken Menschen. Wie nehmen sie sich selbst wahr? Welche Erfahrung gibt es mit Diskriminierung? Langfristiges Ziel ist es, aus dem recherchierten Material eine begehbare Audio-Installation zu entwickeln.

“I look into the mirror and see last year’s traces.” – “THE WAY I SEE YOU” is a series of self-portraits – still, moving, digital, non-digital. It’s an account, a reflection of my interior life and the period we are currently living in. A confrontation with our loneliness and our yearning for connection highlighted so much by this pandemic. A meeting with the other one that is me.

„Brave Spaces“ – Recherchevorhaben zu den Möglichkeiten, Chancen und Grenzen „sicherer Räume“ im Kontext kooperativer und inklusiver Diskursansätze.

Als Künstler:innen mit Musik, Tanz und Malerei im digitalen Raum „spürbar werden“:
Die sinnliche Verbindung unterschiedlicher Kunstformen bildet die Basis für unsere Recherche von Wahrnehmungs- und Erlebnisebenen im digitalen Medium. Im Zentrum steht die Art der Kommunikation zwischen den beteiligten Künstler:innen und das Erleben der Zuschauer:innen über die digitale Grenze hinweg.

„Biomechanik: Etüden des 21. Jahrhunderts oder Der Kampf gegen den Inneren Schweinehund“. Der Anti-Stanislawski Mythos lebt und analysiert die körperliche Expressivität des digitalisierten Heute: Tinder-Swipen, News-Scrollen, Facebook-Messagen, Instagram-Selfien. Doch schon morgens im Bett ist der Innere Schweinehund bereit für Etüde 1 „Der Versuch Aufzustehen“. Also los: Otkas, Posyl, Stoika – HOP!

Die Recherche „Männer-Posen-Bilder“ ist eine Auseinandersetzung mit den Bildern und Posen von historischer und aktueller rechter Männlichkeit. Zwischen Nazi-Erbe, QAnon, und Männerrechtlern fragt sie nach deren Macht und Symbolen. In einem performativen Fotoalbum sollen diese Bilder zusammengetragen und mit Mitteln des Comics und Posings übersetzt, befragt, subvertiert und verqueert werden.

„Generationen im Austausch“ ist eine Recherche, die sich mit intergenerationellen Tanzprojekten anhand von Good Practice Beispielen hinsichtlich Chancen, Herausforderungen und Beteiligungsstrategien im analogen und digitalen Raum auseinandersetzt. Auf dieser Basis wird im Austausch mit sozialen Einrichtungen ein (den Bedürfnissen entsprechendes) Format erarbeitet.

„Krimi im Kiez“ ist ein hybrides interaktives Spiel, das aus einer skriptbasierten und improvisierten Struktur bestehen wird und durch die Interaktion von Live-Zuhörer:innen als Komissar:innen und Performer:innen als Verdächtigen lebt. Die Geschichte ist inspiriert durch Interviews mit Menschen aus den unterschiedlichsten sozialen Milieus rund um das Aufbau Haus am Moritzplatz in Berlin.

Wie kann die Überführung/ der Austausch/ die Überlagerung von Illusionsraum und öffentlichem Raum dargestellt werden? Sandra Fox recherchiert fotografisch zu dieser Fragestellung. Es entsteht eine Fotoreihe, die in nachfolgenden Theaterprojekten vom Zweidimensionalen in das Dreidimensionale übertragen und in der kollektiven Zusammenarbeit mit weiteren Künstler:innen weiterentwickelt wird.

„STAND JETZT. Kabarett im Stillstand.“ – Die Gesellschaft steht unter Schock: Pandemie. Eine Naturkatastrophe ungeahnten Ausmaßes. Gelegenheit, sich zu hinterfragen und neu aufzustellen? Nein. Politik und Verwaltung improvisieren wie gewohnt. Oder blockieren, je nach Gusto. Und der Konsum brummt, mehr denn je. Nur Künstler:innen reflektieren in diesem Dunkel. Und stellen die Frage: Wie wollen wir leben?

„who runs the world“ spiegelt eine Gesellschaft, in der immer alles schneller, weiter und besser entwickelt wird und in der die einzelne Person perfekt funktionieren muss. Ein Wettrennen auf einem Laufband und ein Kampf bis zur Erschöpfung oder bis zur Erkenntnis. Ein neugieriger Blick auf die Ausdauer einer höchst ehrgeizigen Gesellschaft und den Wahn der Selbstoptimierung.

Erzählt werden soll eine Geschichte mit Musikinstrumenten, von Banjos über Kaffeemühlen zu Singenden Sägen. Instrumente, die nicht nur Töne und Klänge von sich geben, sondern zu eigenständigen, lebendigen Figuren werden, Instrumente, die uns Geschichten erzählen und nicht mehr nur bloße Begleiter dieser sind. Willkommen in einer neuen unerwarteten Welt!

Mit „Discovering Diễm xưa“ (AT) widmet sich Lina O. Nguyen in ihrer Recherche dem musikalischen Erbe vietnamesischer Pop- und Musikkultur der Kriegs- und Nachkriegsjahre (60er/70er). Mit Fokus auf Möglichkeiten der künstlerischen Narration soll untersucht werden, inwieweit ein performativ-musikalischer Raum geschaffen werden kann, um generations- und kulturübergreifende Brücken zu schlagen.

„Sueños“ inszeniert Grete Sterns Bilder, die von ihrer Gesellschaftskritik und feministischem Blick zeugen sowie der Tatsache, dass Grete Stern den Frauen einen Zugang zum Surrealismus eröffnet. Ihr Zyklus „Sueños“ zeigt weibliche Traumbilder, in denen sie Freuds Regeln des Traums anwendet: die Verschmelzung des Gegenteils, die Verkehrung des Sinns, die Umkehrung der Wahrnehmung.

Mit „ROOTS OF RAP CULTURE“ möchte die Regisseurin Ute Bansemir, die an der Grenze von Kunst und sozialem Experiment arbeitet, ein großangelegtes Theaterprojekt in Frankfurt vorbereiten, an dem unterschiedliche Akteure wie Theater und Musiklabels beteiligt sind und nach den Wurzeln der RAP Kultur suchen, mit besonderem Fokus auf die Thematisierung von Armut, Klassismus und der Haltung zum Kapitalismus.

Recherche zu der Frage, wie sich die Arbeit von Künstler:innen aus verschiedenen Ländern verändert hat, seitdem sie in Deutschland sind. Künstler:innen verschiedenster Sparten aus verschiedensten Ländern werden über ihre Lebensrealität und Kreativität in Deutschland interviewt. Was ist anders? Welche Herausforderungen haben sie hier erlebt und wie hat es sie verändert, sowohl künstlerisch als auch menschlich?

„Transitory body – Female blackness in the public spheres“ ist eine Video-Performance, im kommerziellen Zentrum der Stadt Frankfurt/ Main erstellt. Zwischen dem Ansturm der Menschen, bewegt sich die Performerin auf der Einkaufsmeile. Ihr Körper wandelt zwischen weißen Körpern und offenbart Alltagserfahrungen und konfrontiert mit ihrer Hautfarbe und einer Performance in einer ambivalenten Zeit.

Monika Wiedemer hat Theater im öffentlichen Raum gespielt, in Einkaufspassagen, mit vierter Wand und ohne und mit Life Video in den Zuschauerraum. Mit ihrer Expertise über äußere und innere Räume möchte sie in einer Zeit, in der Theater im digitalen Raum stattfindet, diesen auf seine Möglichkeiten untersuchen, der künstlerischen Aussage die bestmögliche Umgebung zu schaffen.

Lara M. Tacke wird sich mit drei Expertinnen im Bereich von unternehmerischer Führungskultur auseinandersetzen. Außerdem wird sie zu „Themenzentrierter Interaktion“ und „New Work“-Bewegung recherchieren. Ziel der Recherche ist es, eigene Arbeitsweisen als Regisseurin zu überprüfen und durch hilfreiche, zeitgenössische Führungsansätze weiter zu entwickeln.

Die Recherchearbeit „Suche Suff“ befasst sich mit Themen der Sucht, Identität und Selbstregulierung. Einhergehend steht dabei im Kern die Entwicklung eines Theaterstücks für den schulischen Rahmen, dass sich an der Biografie des Schauspielers Oliver Konietzny orientiert. Das Stück soll als Klassenzimmerstück seinen Weg in die Schulen finden.

Das RAUSCH-RESERVOIR ist ein recherchehaftes Auffangbecken für die Faszination am Rausch. Mit Mitteln aus Musik, Theater und Bildender Kunst will Aurelia Lampasiak sich ins RAUSCH-RESERVOIR hineinbegeben. Was sie dort vorfindet, davon will sie dann in einer Performance erzählen – durch Musik und Text, durch Geräusch und Geruch, durch Licht, Showeinlagen und Farben.

Im Zeitalter der Digitalisierung und durch die in Corona-Zeiten weitere Distanzierung voneinander merkt Marion Sparber, wie wichtig Berührung und Körperkontakt für Tanzschaffende, aber für uns Menschen sind. Die letzten vier Jahre hat Sparber sich auf die Gründung und Entwicklung der sogenannten „Shared Levitation Partnering Technik“ berufen, die sie gerne mit Tänzer:innen und Choreograph:innen teilen möchte.

Eine neue „KinderOper“ für Kinder ab 5 Jahren soll entstehen mit viel Liebe fürs Detail, wunderschönen Opernarien und vielen kindgerechten Texten.

Theatermacherin Lucy Flournoy erarbeitet das künstlerische Konzept für ein neues Theaterstück mit Masken über kulturelle Identität für die internationale Physical Theatre Nachwuchskompanie HUFFSTREET3. Das Stück wird künftig in Zusammenarbeit mit der renommierten Maskenkompanie Familie Flöz aus Berlin als Pilotprojekt für ein neues Mentoring-Programm entwickelt.

Auf der Folie von Heines „Deutschland. Ein Wintermärchen“ soll an der eigenen Verwundung Deutschlands gekratzt werden, auf dass sie wieder eitrig wird:
Was ist so ungeheuer schief gelaufen beim Versuch, Nationalstaat zu werden und welche emotionalen Implikationen trägt dies heute noch mit sich? Eine Recherche deutscher Realitäten soll dem gefühlten ewigen Winter zu etwas Tauwetter verhelfen.

Eine musikalische und textliche Performance, die die gesellschaftliche Entwicklung in Lockdowns und Ausgangssperren, Homeoffice und Homeschooling mit Schärfe, analytischem, sezierenden und gleichzeitig virtuosen Text untersuchen wird, der anhand von Interviews über Monate hinweg mit Familien, Ärzt:innen und sozialpsychiatrischen Diensten entstehen soll. Sind Coronazeiten die Blütezeit des Patriachats?

Es gibt kaum Positionen am Theater, die die Perspektiven von geflüchteten Frauen in einer selbstermächtigten Art und Weise wiedergeben. Mateja Meded möchte daher in diesem Vorhaben einen Monolog für eine Performance schreiben, in der ein Alien nach einem Sabbatical auf dem Merkur nach Berlin zurückkommt und anfängt, Bombenbauworkshops zu geben.

Die Bühne schwarzweiß, 150 cm breit und 20 cm tief und hat Platz für 10 Darsteller.
In diesem konzentrierten Rahmen möchte Clemens Hund-Göschel Fingertheater, Puppen- und Klavier- und Schauspiel künstlerisch zu einer besonderen „Kammerspiel“-Erfahrung verbinden und dabei auch Elemente aus Stummfilmbegleitung und 3D-Mapping aufgreifen.

In „GIVE ME A HUG“ setzt sich Anja Zihlmann mit dem Bedürfnis nach Körperkontakt in einer Ferngesellschaft, wie wir sie mit den Lockdowns erleben, auseinander. Sie entwickelt Berührungsmaschinen und geht der Frage nach, ob wir das Bedürfnis nach körperlicher Nähe und Berührung in Abwesenheit eines Gegenübers mit selbst gebauten Berührungsmaschinen befriedigend imitieren können.

Bei dem Vorhaben „Hybride Texte“ geht es um die Suche nach neuen Formen zur Umsetzung von Theatertexten. Das kann ein filmisches Experiment mit Sounds und Animation sein, aber auch der Genrewechsel zum Hörspiel, die Umwandlung in einen erzählerischen Text oder die bildnerische Gestaltung als Graphic Novel.

Das neue Programm der Kabarettistin Amelie Diana (ehm. Liesl Weapon) wird eine bespaßende und berührende Betrachtung der Verschmutzung von Luft und Liebe, besucht von kontroversen Figuren und durchzogen von versöhnender Akkordeonmusik. Ein Abend, den die Zuschauer:innen mit je einem lachenden und einem weinenden Auge, sowie zwei brennenden Händen, von fünf Zugaben wundgeklatscht, verlassen werden.

“Oracle” is a dance research on the importance of meditative movement practices by looking to history. Inspired by the Oracle of Delphi the dancer will perform in a haze of smoke with computer generated graphics linked to the dancer’s movements projected on to the smoke, creating a holographic illusion. The projections visually represent the shifting states of consciousness of the dancer.

„Oper in der Nachbarschaft – Das große Gefühl das uns allen gehört“ ist eine Recherche nach den Grundsätzen der Oper: Was will und kann diese Kunstform? Darf sie als Protest eingesetzt werden? Wie kann aus Berührungsängsten und Vorurteilen ein genuines Interesse für die Kunstform und künstlerisches Selbstverständnis auch bei Laien entstehen? Wie wird ein Kiez zu Opernkenner:innen?

Anleitung zum Umgang mit der Angst aus der Perspektive einer Clownin.

Recherche und Konzeptentwicklung für die Performance „I Love EU?: Eine Stellungnahme zur EU“ aus den Perspektiven des globalen Nordens, des globalen Südens und der EU-Bevölkerung selber.

Auf der Suche nach der Ästhetik ihrer psychotischen Episoden stellt Juliana Piquero sich diese Arbeit als eine Reise vom Paradies in die Hölle und wieder zurück vor, ein Ort, an dem die Normen der menschlichen Wahrnehmung vollständig demontiert werden. Ausgehend von der visuellen Ebene ihrer Erinnerungen fragt sie, ob es möglich ist, dieses sehr persönliche Ereignis in eine gemeinsame Erfahrung zu verwandeln.

In der Recherchephase sollen Potenziale einer Weiterentwicklung von Audiowalks und Hörspielen in Bezug auf Interaktivität und auf eine coronagerechte Kunstform ausgelotet werden. Die Recherche soll technische Voraussetzungen beleuchten sowie inhaltliche Form und Stoff für interaktive Audioformate prüfen. Weiter werden verschiedene Klangatmosphären für interaktive Audiowalkproduktionen komponiert.

In der Provinzstadt Demminn, nördlich von Berlin, hat sich einer der „größten Massenselbstmorde der Geschichte“ zugetragen. Von etwa 15.000 Menschen haben sich hier im Inferno des 2.Weltkrieges etwa 1000 Menschen das Leben genommen, die Dunkelziffer liegt bei über 2000 Menschen. Warum weiß kaum einer davon? Transgenerationaler Traum. Teresa Zschernig möchte vor Ort recherchieren.

Das Theater Maren Kaun recherchiert mit „Alternative Aufführungsmöglichkeiten und -orte“ über Veranstalter:innen und ihre räumlichen Gegebenheiten. Das Theater beschäftigt sich mit der Frage, wie die eigene Flexibilität verändert werden kann. Ob ein Stillstand oder ein Umdenken im Inszenieren stattfinden soll. Es fragt, wie gleichbleibende vorhandene Architektur für anderes Erzählen genutzt werden kann.

Inwieweit führt traumatische Erfahrung zu Erstarrung? Wie gibt Sprachlosigkeit Überlebensangst weiter? Christiane Klatt fragt sich: Kann sie mit einem alten Spielzeug das Systemische aufzeigen? Ist sie die größte Figur und alle anderen in ihr? Oder die kleinste und die anderen um sie herum? Kann sie über die Recherche an alten Wunden Resilienz-Ansätze für die jetzige Pandemie-Ausnahmesituation finden?

Recherche und Weiterbildung zum Thema Mensch und seine Selbstoptimierung durch künstliche Modifizierungen vor dem Hintergrund seiner eigenen Vergänglichkeit. Diese Vorbereitung soll münden in dem Figurentheaterprojekt mit dem Arbeitstitel „Menschmaschine“, worin Matthias Hänsel gezielt das Verhältnis von Puppen, Menschen und Objekten im genannten Kontext untersuchen will.

Die Recherche „Der Thrill“ untersucht die Rolle des Tanzes in den unterschiedlichen Subgenres des Kriminalromans sowie die Auswirkungen der Kriminalliteratur auf die allgemeine Wahrnehmung der Realität. Neben der inhaltlichen Auseinandersetzung beschäftigt sich „Der Thrill“ mit der Entwicklung und Wiederholbarkeit vermeintlich gefährlicher Bewegungsabfolgen.

„objects of power 2021“ soll neue Dimensionen des Objekttheaters untersuchen, hauptsächlich im öffentlichen Raum. Auf der Grundlage des aktuellen gesellschaftspolitischen Weltgeschehens sollen Objekte der Macht explizit für das Jahr 2021 dokumentiert werden. Bei einem offenem Online-Voting kann das Publikum über ein Ranking der Objekte entscheiden.

Ein recherchebasiertes Projekt, das Improvisationsformen im theatralen Bereich erforscht. Der Prozess soll zum Produkt werden, radikal als Bühnenimprovisation. Es soll Bezug auf das Thema Arbeit nehmen und einen kritischen Blick auf die neoliberalistische Definition der Lohnarbeit werfen. Weg vom Produktionszwang hin zum Prozess der schöpferischen Auseinandersetzung.

Fassade als Aufführungsort im öffentlichen Raum, als vertikale Bühne, dringt als Irritation in urbanen Alltag, Diffusion zwischen Drinnen und Draußen. Heute gewinnt diese Schnittstelle zwischen Privat und Öffentlich an Aktualität. Die Recherche vertieft das Thema theoretisch, sortiert die bisherige künstlerische Arbeit und knüpft internationale Netzwerke für eine künstlerische Weiterentwicklung.

Große Führer haben Konjunktur. In der Weltpolitik wie in bürgerlichen Bewegungen sind Figuren an der Spitze, deren grenzenlose Verherrlichung oder hasserfüllte Verachtung an die irrationale Erhöhung von Gurus und Sektenführern erinnert. Was bewegt „das Volk“? Dieser Frage geht Marco Mlynek in der Recherche „Macht und Masse“ musikalisch nach.

„Der deutsche Traum“ – Sie können erfolgreiche Europäer:innen sein. Doch zu welchem Preis? Welche Tabus gibt es unter den neuen erfolgreichen Akademiker:innen aus Europa, die nach Deutschland gekommen sind? Mit Hilfe von Interviews will Heda Bayer eine Materialsammlung von Texten, Fotos und Videos schaffen, aus der ein dokumentarisches Theaterstück entstehen soll.

Das rassistische Grundverhalten im Alltag ist salonfähiger geworden. Wann hat dieser Wandel begonnen, woran kann man ihn fest machen? Wie äußert sich interfamiliärer Rassismus in interkulturellen Ehen? Wie gehen Kinder aus interkulturellen Ehen damit um? Könnte mehr Toleranz und eine Genesung durch diese Kinder initiiert werden? Welche Wege wären möglich?

Das Stück „Woman meets President“ zeigt die Geschichte mehrerer Generationen von Frauen, repräsentiert durch zwei Schauspielerinnen. Die eine Frau bewegt sich aus der kolonialen Vergangenheit in die Zukunft, die zweite Frau ist als 1. Woman of Color die Präsidentin einer Weltmacht geworden. Ihre Geschichte wird von der Gegenwart in die Vergangenheit erzählt.

„Apocalypse Clock“ (AT) – ein Klangstück für Kopfhörer – ohne visuelle Komponente. Während der Pandemie sind wir von Bildschirmen beschworen worden, an unsere Laptops gekettet und von Theatern und Live-Performances entfernt. Catalina Fernandez möchte die Gelegenheit nutzen, um unsere auditiven Fähigkeiten zu erforschen: Mit einem Hörspiel, das in Science-Fiction der Frauen eintaucht.

Wie sehr schränkt eine Korsage den:die Träger:in wirklich ein? Wird die Atmung flacher und eine Ohnmacht unausweichlich? Und hatten wirklich alle eine Taille von 55 Zentimetern?
(Die Künstlerin behauptet: Nein.)
Aber genau das gilt es herauszufinden.
Im Selbstexperiment.

Der Bühnenpoet Nikita Gorbunov erzählt von seinem Urgroßvater Lew Kopelew, der im Krieg seine halbe Familie an die Nazis verlor und doch für deutsche Zivilist:innen eintrat. In einer Versuchsreihe kurzer Performances stellt er Lew seine eigene Geschichte als „Kontingentflüchtling“ entgegen und sucht nach neuen Mittel, in dieser Spannung eine Perspektive auf das jüdische Leben in Deutschland zu finden.

Souhail Jalti nimmt uns in seiner Recherche mit in den Maghreb. Ein mystischer Ort voller Magie, Kunst und Musik. Gemeinsam mit dem Wind reisen wir von den Meeren über die Wüste bis hin zu den massiven Gebirgsketten und schmecken auf der Reise das Gefühl von Freiheit in der Einfachheit. Wir orientieren uns an den Zyklen der Natur, den Sternenbildern und den Gezeiten.

In Moabit erhebt sich über einem alten Exerzierplatz ein Trümmerberg. Die von den Bomben zerstörten Häuser wurden hier „entsorgt“. Stadtpläne weisen die Hänge als Rodelberg aus. In Recherchen, die von zwei unterschiedlichen Häusern ausgehen und an reale und imaginäre Orte führen, verhandeln Adler und Gössel die Frage nach den Spuren der Vergangenheit. Gibt es für uns eine Zukunft ohne Katastrophe als Initial?

Der finanzielle Druck auf die Theater steigt stetig. Als Folge schrumpfen u.a. die Kostümetats der Produktionen. Dabei ist der Kostümfundus vieler Theater oft gut gefüllt. Monika Frenz fragt sich: Kann sie als Kostümbildnerin diese Ressource nicht nachhaltig und kreativ nutzen, ohne dass immer neu gekauft und geschneidert werden muss? Darum möchte sie unter den Theatern ein übergreifendes Kostüm-Verleih-Netzwerk aufbauen.

Auf der Suche nach einer dramaturgischen Praxis, die soziale Infrastrukturen und emanzipative, solidarische Räume gestaltet, erforscht „Performing Buchladen“, wie das Medium Buch und die Institutionen Buchladen, Verlag, Archiv und Bibliothek performativ gedacht und erweitert werden können – als dissidente, poetische Praktiken, die Begegnungen herstellen und (unterdrücktes) Wissen weitertragen.

After 25 years in dance the last year has offered Marten Spangberg the chance to reflect. Parallel to dance he has engaged in education, curating and with reflective writing. He wishes to use this moment of reflection to document his practice into a publication consisting of a practical part and an orientation into the theoretical landscape in which the practice has been embedded, in particular concerning ecology.

Felix Audus Ziel ist es, ein Dossier zu erstellen, in dem der aktuelle Stand von interdisziplinärer akrobatischer Bewegungskunst unter dem Titel „Dynamic Movement“ zusammengefasst wird. „Dynamic Movement“ soll das Phänomen der energetischen Bewegungsverkettung verdeutlichen und eine Sammlung an grundlegenden Transitionen sowie bereichsspezifischer Kombinationen bieten.

Am 13.08.1961 wurde die innerdeutsche Grenze erbaut. Durch diese bis 1989 existierende Todesgrenze wurden Familien getrennt, Leben zerrissen und Schicksale geprägt. Das Ausloten von Einzelschicksalen ehemaliger politischer DDR-Gefangener und aktuellen Biographien von Flüchtlingen soll als Basis für eine spätere Inszenierung am 13.08.2021 werden und darüber hinaus Stoff für weitere Stücke liefern.

„FloraBox“ ist inspiriert von der Intelligenz der Pflanzen, ihrer Fähigkeit, sich zu verändern und an die Umstände anzupassen und der gegenseitigen Vereinbarung, gemeinsame Ressourcen zu teilen. Die Tänzerin leiht sich Verhalten von Pflanzen aus, um das Zusammenleben des Menschen neu zu betrachten und Regeln und Aufgaben für ihren Körper zu entwickeln, um diese respektvolle Sensibilität zu erlangen.

Zärtlichkeit, Brutalität und direkte Körperlichkeit sind wesentliche Impulse im Zusammenspiel zweier Schauspieler:innen. Ersetzt Nina Schopka eine:n Spieler:in durch eine lebensgroße Puppe, entsteht möglicherweise eine reizvolle Mischung aus Künstlichkeit und Realität. Wie weit kann sie diese ungleiche Kommunikation treiben? Eine Recherche über die Beziehung Mensch und Abbild in Zeiten der Isolation.

Immaterielles Erbe lässt sich nicht ins Museums sperren. Praktiken, Wissensbestände und Kulturtechniken bleiben durch ständige Re-Inszenierung in ihren Communities lebendig.
Welche Rolle kann das Freie Theater in der Koproduktion postmigrantischer Communities spielen, deren Erbe bisher unsichtbar bleibt? Recherche zu Möglichkeiten von Kollaborationen zwischen Performance, Ethnographie und Archiv.

Wie äußern sich Spuren des Sozialismus und seiner Erziehung heute noch in der Folgegeneration „Nachwendekinder“? Was für ein Kunstverständnis wurde ihnen vermittelt und warum wird so wenig darüber gesprochen, was in der DDR produziert wurde? „Echo DDR“ wird eine Recherche zum Kollektiv, dem Ausbruch und der Uneitelkeit des eigenen Tuns.

„Pjöngjang/Berlin“ ist eine Recherche zu nordkoreanischen Gastarbeiter:innen der DDR, die rassistischen Angriffen ausgesetzt waren. Wie setzt sich dies ins Verhältnis zur Selbstdarstellung der Bruderstaaten? Und welchen Ausdruck kann es im Umgang mit den zugleich massenproduzierten und sakralen Büsten von Honecker und Kim Jong-un finden, die für den Alltag der Regime so bedeutsam waren bzw. sind.

„Risiko/ Pink Elephant“ ist die Recherche zu einem grotesk-absurden Tanztheatersolo mit Mitteln der Kontaktimprovisation. Es widmet sich Menschen in Blasen und der Herausforderung von außen, Selbstoptimierungsprogramme infrage zu stellen. „Pink Elephant“ ist ein blauer Brief in einem rosa Universum.

Der Zauber einer kleinen Inszenierung beginnt, wenn aus einem einzigen Material Landschaft, Kostüm und Figuren entstehen, während des Spiels vor den Augen der zuschauenden Kinder. Martina Couturier wählt als Materialrecherche „Tyvek“: einen Kunststoff, weiß, leicht, reißfest, bemalbar und bedruckbar. Er kann gleichzeitig zu Kostüm, Bühne und Figur werden, sodass Bilder entstehen und sich ständig verwandeln.

Moss Beynon Juckes präsentiert ihr Forschungsprojekt „Strange Speech“. Durch die Verkörperung historischer Reden, die den Lauf der Menschheitsgeschichte veränderten, wird sie über die menschlichen Werte nachdenken, die unser intimes Verhalten prägen. Kann Bewegung Semantiken unterbrechen, um alte soziale Paradigmen neu zu kontextualisieren?

Als Theaterkollektiv hält antagon TheaterAKTion einen Schlüssel in der Hand, für eine Tür, die vom Coronavirus für Viele geschlossen wurde. Dem antagon Ensemble in Lebensgemeinschaft ist es so möglich, im Frühjahrs-Lockdown 2021 ZUSAMMEN zu produzieren, was im Sommer dann im öffentlichen Raum mit kreativem Hygienekonzept sicher für Publikum sichtbar ist.

Gruppen, Ringe, Körper sind drei zentrale algebraische Strukturen. Zwar versucht die Mathematik, sich dem sinnlich Wahrnehmbaren zu entziehen, ist aber dennoch auf Sprache, Symbole und Diagramme angewiesen. Norbert Pape behauptet sogar, dass mathematischem Denken ein kinetischer Moment innewohnt: jüngste mathematische Sprachen (z.B. Kategorien Theorie) bestehen fast nur noch aus mit Pfeilen verbunden Symbolen.

In dieser Recherche möchte Kanade Hamawaki einerseits praktisch untersuchen, wie die Kunst näher an Menschen kommen kann, wie z.B. durch online-basierte Formen von Performances. Andererseits soll sich wissenschaftlich mit dem „Probe“-Charakter des Theaters auseinandergesetzt werden und daraus eine eigene Serie von Exercises entwickelt werden, die ein Training zum Überleben dieser schwierigen Zeit anbietet.

Kunst verbindet! Durch Kunst können wir uns erleben und verstehen lernen! Kunst überwindet Grenzen! Gilt das auch im deutsch-chinesischen Kontext? Mit chinesischen und deutschen Kunststudierenden gehen Die Happy Few auf die Suche nach dem Stoff, aus dem die Träume sind: Wie wollen wir leben und wie wollen wir arbeiten? Von was Träumen wir? Und (wie) können unsere Träume Realität werden?

Was wäre, wenn unser heutiges soziales Miteinander viel deutlicher durch Pandemien geprägt wäre, als wir annehmen und spüren? Welche Pandemien haben in der Vergangenheit die Architekturen unserer Umwelten nachhaltig verändert und wie? „PLAGOCHRONOS“ ist ein Name für ein interaktives Archiv innerhalb von virtual reality, das diese Fragen in einem kollektiven Prozess ästhetisch aufzeichnen will.

„Die Hummerstrategie“ ist der Kern eines ganzen künstlerischen Konzepts, einer Semantik der Entwicklung. Weil es Zeit ist, mutig und inspirierend zu sein. Um das Band zwischen der persönlichen und der universellen Erfahrung wiederherzustellen, die uns allen gemeinsam ist. In den Worten des englischen Dichters John Donne: „Wir sind keine Inseln.“

Kann das selbstoptimierte, überstrapazierte Selbst Teil eines kollektiven Körpers werden? „Posture Correction“ bezeichnet einen Trend tragbarer Bandagen, um den menschlichen Körper zu transformieren. Anhand selbst entwickelter Bandagen werden Choreografien erarbeitet, die die Idee der Selbstheilung als Oberbegriff einer neoliberalen Gesellschaft aufgreifen und nach kollektiven Antworten suchen.

Ziel des Projektes ist die unkomplizierte Vermittlung von Inhalten der Wissenschaft durch Puppenspiel über einen YouTube Kanal. In dieser Form kann wissenschaftliches Wissen an junges Publikum (6+) vermittelt werden. Inhalte wie: Viren, Bakterien, Moleküle, Aminosäuren etc. werden erklärt und erläutert. In diesem Format soll wissenschaftliches Wissen als einfaches Allgemeinwissen geteilt werden.

„Like a Man“ ist ein Forschungsprojekt über Screendance und den tanzenden männlichen Körper. Davide De Lillis wird eine historische Studie durchführen und Werke von Künstler:innen analysieren, deren Ansätze die geschlechtlichen Stereotypen ihrer Zeit transzendierten. Er wird eine Bewegungsforschung durchführen, um choreografische Strategien für eine neue Screendance-Arbeit zu diesem Thema zu entwickeln.

Wo finden laut Statistik die meisten Unfälle statt? Wo fallen die meisten Menschen herunter? Wo ereignen sich Zufälle? Fallen bedeutet einen Kontrollverlust, im Fallen gibt man seinen Körper auf. Je höher der Punkt, von dem man fällt, desto tiefer und länger der Fall, und umso schmerzhafter der Aufprall. Choreografin und Tänzerin Jessica Nupen unternimmt im Stadtraum Hamburgs eine Fallstudie.

Beim Puppenbau greift Josephine Hock häufig auf die bereits bewährten Gelenke und Materialien zurück. Diese Verbindungen sind in der Gestaltung wichtig, um jeden emotionalen Ausdruck über die Körperhaltung der Puppe darstellen zu können. Josephine Hock möchte ihr Repertoire an Verbindungen erweitern und bauend herausfinden, was etwa ein Hüftgelenk braucht, um auch die zwanzigste Doppelvorstellung in Folge auszuhalten.

Julia Krause verspricht Ihnen und sich hiermit: Sie nimmt Sie und dieses Programm beim Wort und kümmert sich mal. Und zwar mal auf die lange Bank gedacht. Projekte kann ja jeder. Aber jetzt: an die Zukunft denken. Mal ganz ohne blaue Augen. 5000,00 Euro haben und einfach mal wieder weggeben. Spekulieren auf später. Welche Chance haben wir denn?

In the sense of poetry “Über_Leben” is the beginning of the creative process for the research with objects in everyday life which are getting a new focus, far away from theaters and audiences as the content of this dance project. Ahmed Soura is making a research in a virtual reality way, using lids to find a new way of living.

Künstler:innen-Gruppen

Die aktuelle politische Situation erfordert dringend eine klare Position in der künstlerischen Praxis. Seit 14 Jahren sind Antirassismus/Dekolonisierung Grundkomponenten unserer Arbeit. Der „Get Physical Process“ ist das Herzstück und Nährboden von Grupo Oito, in welchem wir dieser Frage physisch und theoretisch nachgehen wollen, um unsere Aussagekraft auf allen Ebenen zu vertiefen.

Mit der Recherche will das Team von Recherchepraxis den Zustand der Landschaften am Ende des fossilen Zeitalters befragen. Wo der Abbau fossiler Brennstoffe die Erde großflächig verwüstet hat, legen sie das Ohr an, um evolutionäre Prozesse und postapokalyptische Visionen abzuhorchen und notwendige Entwürfe für die menschengemachten Nachfolgelandschaften zu untersuchen.

Das Rumpel Pumpel Theater recherchiert für seine neue Intervention im öffentlichen Raum. Nach „Loli Jackson auf der Suche nach dem Sinn von Allem“ und einem zur Bühne umgebauten Marktwagen soll nun ein Karussell auf Reisen gehen.

Mit der Recherche will das Team von Recherchepraxis den Zustand der Landschaften am Ende des fossilen Zeitalters befragen. Wo der Abbau fossiler Brennstoffe die Erde großflächig verwüstet hat, legen sie das Ohr an, um evolutionäre Prozesse und postapokalyptische Visionen abzuhorchen und notwendige Entwürfe für die menschengemachten Nachfolgelandschaften zu untersuchen.

In der Forschungsphase unserer a/v-Werk, „Extraction“, erforschen wir Extraktion in der Kunstwelt. Unsere Forschung will ein Beitrag zur aktuellen Diskussion darüber sein, wie Künstler:innen ihre Ressourcen abbauen, um einen Markt zu bedienen, sowie darüber, wie extraktive Prozesse innerhalb aller künstlerischen Prozesse existieren. Wir werden uns auf die Praktiken der Rechenschaftspflicht konzentrieren.

Wir wollen die nächsten Monate dafür nutzen, unser künstlerisches Repertoire zu erweitern und den Focus kommender Produktionen auf das Thema „physical theatre“ mit all seinen Facetten zu lenken. Eine Mischung aus körperbetontem Spiel und sinnlicher Erzählweise, um Geschichten für ein internationales Publikum erlebbar zu machen.

Dürfen wir vorstellen: Gussy Holl, Schauspielerin, Diseuse und Parodistin. Wir wollen sie die Geschichte ihrer Zeit (1908-1923) erzählen lassen. (Klein-)Kunst als Spiegelkabinett der Gesellschaft. Zu Holls Zeiten: Spanische Grippe, Inflation und Gender – Heute: Pandemie, Umweltzerstörung und es gendert noch. Die Kraft der Komik hilft uns verstehen und wachsen, damals wie heute.

Praktisch und Theoretisch wollen wir erforschen, wie sich Gendering, Emanzipation, Chancengleichheit und Sexismus entwickelt haben. Was hat das Ganze mit uns zu tun und wie gehen wir damit auf der Bühne um? Wie offen sind wir für Veränderungen und wie bewerten wir diese? Die Ergebnisse werden die Grundlage für unser nächstes Bühnenstück bilden.

Was haben das Theater und das Kabarett gemeinsam? Was können sie voneinander lernen, was besser nicht? Friedolin Müller und Wiebke Eymess sind seit vielen Jahren ein Kabarett-Duo. Beide haben zudem Erfahrungen in Theaterprojekten und anderen Kunst-Disziplinen gesammelt! Nun wollen sie ein Unterhaltungstheater entwickeln, das zwischen den Sparten und Genres steht.

Hans, der Dummling mit der Ziehharmonika! Wer so arm ist wie er sollte eine goldene Gans doch eher rupfen, als sie liebevoll auf dem Arm spazieren zu tragen.

Narren und Tiere sind märchenhafte Mittel, die herrschende Ordnung in Frage zu stellen oder ihr Versagen vorzuführen. Wir werden zeigen, wie und warum der Narr gerade dafür belohnt wird.

Das echtzeit-theater entwickelt seine inhaltliche wie ästhetische Ausrichtung für einen dreijährigen Produktionszeitraum ab Herbst 2022. Ziel ist es, ein förderfähiges Konzept auszuarbeiten. Die hierfür anvisierte zweimonatige Recherche- und Konzeptionsphase gliedert sich in zwei Arbeitsschwerpunkte: Die Exploration von Inhalten und Formen im Team sowie die Arbeit und den Austausch mit der Zielgruppe.

Wir dürfen nicht spielen, die Theater sind geschlossen, nichts geht mehr! Unter welches Patronat werden/müssen wir uns stellen, wo suchen wir nach neuen Arbeitsmöglichkeiten? Welche Risiken nehmen wir dabei in Kauf? Ab welchem Punkt verkauft man als Künstler:in seine Seele? Welche „rote Linien“ sind wir nicht bereit zu überschreiten? „Wes Brot ich ess, des Lied ich sing.“ – Und wes´ Lied sing´ ich?

„360° Theater“ ist ein theatralisches Forschungsprojekt, das die Möglichkeiten der 360°-Kameratechnik für die Verwendung als dramaturgisches Mittel im Theaterbereich erforscht.
Welche Auswirkungen hat diese Technologie auf Dramaturgie und Erzählweise, aber auch auf Darbietungsform und Vermarktung? Wie kann Theater in Zeiten einer Pandemie (und danach) aussehen? Ist dies eine geeignete Form?

Die 3 Performer Karl-Heinz Ahlers, Thomas Esser und Hartmut Fiegen erforschen in ihrer Recherche „Worauf wartest Du?“ den „Zustand der Ereignislosigkeit“ und erarbeiten auf der Basis ihrer Rechercheergebnisse ein Performancekonzept für Kinder und Jugendliche [10+]. Geplant ist u. a. die Schaffung eines „Wunschwartesaals“, in dem eigene „Wartefakte“ kreiert werden können.

Die Akteure von Theater Matz erforschen ihre Rolle als Künstler:innen im pädagogischen Kontext in und auch außerhalb pandemischer Bedingungen, um sinnvolle ergänzende altersgerechte digitale und hybride Formate zu entwickeln, die es ermöglichen, zukunftsfähige Programmangebote machen zu können und in kritischen Zeiten in Kitas und Grundschulen „präsent“ zu sein.

„RAUM+ZEIT“ sucht nach neuen Möglichkeiten der filmischen Abbildung theatraler Aktionen für analog-digitale Streaming-Vorstellungen in Pandemie-Zeiten. Mit Fokus auf die Film-Ikone Leni Riefenstahl wird untersucht, wie die Wahl der Perspektive die Wahrnehmung bestimmt. „RAUM+ZEIT“ reflektiert damit formal die Frage der Verantwortung von Künstler:innen für die Wirkung der von ihnen geschaffenen Bilder.

Was passiert im Moment des Sterbens, der Auflösung des Ichs? Aus Interviews mit Überlebenden, Todkranken, Hinterbliebenen und Dienstleister:innen entsteht ein Fundus über das Sterben, seine Vermarktung und den (spirituellen) Umgang damit. Erforscht wird die Ästhetik des Profanen, Sakralen, Naiven – der Versuch eines multiperspektivischen Blicks mit allen Sinneseindrücken, Erfahrungen und Ängsten.

Das Duo PRAGMATA möchte ein Recherchevorhaben über den Zusammenhang von Vaterfiguren und erlernten Männlichkeitsbildern realisieren. Wir wollen Diskurse über männliche Sozialisationsweisen, Trauerstrategien und Bindungsmuster recherchieren und Fragen zur Umsetzung des Themas im Objekttheaterkontext bearbeiten. Zudem sollen private VHS-Bänder, die als Ausgangsmaterial dienen, bearbeitet werden.

„Women in Labour“ ermöglicht es uns als künstlerisches, feministisches Performance-Kollektiv, das seit 2016 kontinuierlich zusammenarbeitet, strukturelle, konzeptionell-visionäre und öffentlichkeitsgerichtete Arbeit zu entlohnen – alles Dinge, die wesentliche und tragende Basis unserer künstlerischen Arbeit sind, jenseits von Projekten aber größtenteils unentlohnt stattfinden müssen.

Judy Ladivina opens the scars of her life to tell a story about self care, love and the integration of the contradictions we are forced to live with. A testimony of transformation, of everything that brought them to where they are at today. For the first time ever she steps away from the illusion that is Judy to share the story of what created her, what fuels her work, what inspires her to be.

Kann ein Bühnenraum die Zeit erzählen, die schon in ihm vergangen ist, auch wenn sie fiktiv ist? Anhand von Modellen erzählen wir eine oder mehrere Geschichten nur durch den Ort, an dem sie vielleicht stattgefunden haben. Der Raum wird zum Gedächtnisspeicher, jede Verschiebung, Dopplung, jede Lücke, jeder Spalt zeigt vielleicht auch den Weg in eine mögliche Zukunft.

Zu langsam, zu schnell, zu viel, zu wenig – die kurzen Momente, in denen die Zeit genau richtig ist, wo sind die eigentlich?
In der Crossover-Performance „and time.“ spielen Palmer&Lein Performances mit Ihrer Wahrnehmung der Zeit. Mittels Live-Musik, Sprechtheater und multi-disziplinärer Artistik reflektieren die beiden Künstler:innen wie das Jahr 2020 unser Erleben der Zeit veränderte.

Eine leere Fabrik. Keine Arbeit mehr. Aber ein paar Angestellte kommen dennoch jeden Tag pünktlich zur Arbeit. Was machen sie da? Das Drehbuch „Der Letzte macht das Licht aus“ umreißt in fiktiven Episoden skurril und anrührend zugleich das Verschwinden von Arbeit. Die Kulisse ist real: das leerstehende Opel-Altwerk in Rüsselsheim, das symbolträchtig sichtbar macht, was „strukturschwach“ bedeutet.

Das neue gemeinsame Projekt von Katia Guedes (Komposition, Gesang) und Pedro Kadivar (Text, Regie) ist nach dem ersten Projekt in Avignon (2015) entstanden und untersucht in einem Musiktheaterstück die Verbindungen und Differenzen zwischen der gesungenen und gesprochenen Sprache. Auch wenn die Worte ihr gemeinsames Grundelement bilden, unterscheiden sie sich durch komplexe und diverse Ebenen.

PEPPER’s GEIST ist ursprünglich ein Theatertrick aus dem 18. Jh. Etwas, das nicht da ist – oder ganz woanders – wird zu einer scheinbar greifbaren Theaterillusion. FILM RISS THEATER „beamt“ zwar mit moderner Technik seit 2017 Menschen und Gegenstände im analog-digitalen Überbandespiel in neue Zusammenhänge, gerade im jetzigen Lockdown jedoch wird vor allem eins heraufbeschworen: das Publikum!

Das Vorhaben der Schauspielerin Claudia Schwartz und des Musikers und Performers Shaul Bustan ist, Inhalte für eine neue Performance zu recherchieren und dafür ein Konzept zu erarbeiten. In der zu entwickelnden Inszenierung „Mein Opa, dein Opa“ geht es um die beiden Großväter der Performer:innen, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Der eine Wehrmachtssoldat, der andere Holocaustüberlebender.

Heelemann/Fennert entwickeln seit 2016 gemeinsam performative Recherche-Projekte. Höchste Zeit für eine Neuformatierung ihrer künstlerischen Erkundungen im öffentlichen Raum: Inhaltlich im Sinne einer Recherche und Konzeptentwicklung für potenzielle (Spiel-)Orte, zukünftige Themenfelder und Biografien sowie ästhetisch in Hinblick auf Struktur, Interaktion und Nachhaltigkeit des besonderen Formats.

In Zeiten umgekrempelter Arbeitswelten blickt die AG Arbeit aus intersektional-feministischer Perspektive auf Geschichte, Bedingungen und Kämpfe rund um Arbeit. Im Zentrum steht der Körper, der durch Arbeit generiert wird oder umgekehrt ein ihr widerständiges Potenzial darstellt. Ziel der Recherche-AG ist eine Publikation mit eigenen Texten, Gesprächsnotizen und Gastbeiträgen von FLINT*-Personen.

Wer oder was ist gute Gesellschaft? Wer liegt auf wessen Kosten in der sozialen Hängematte? Wer darf auf wen wütend sein? Wer ist Weiß, wer Schwarz? Was darf Kunst und was kann sie? Was können wir uns zumuten? Schaffen wir den Aufbruch aus Happyland? Und was kommt dann? Wir haben auf alles eine Frage. 
WER IST JACK

Art Border Control’s main structure is built upon performance, theater, music and visual art. Art Border Control investigates phenomena of exclusion and inclusion, border experiences and transgression in their social, political, psychological and aesthetical aspects. Its core members are influenced by living through migration, breakdown of political systems and crumbling walls.

„AUCH NOCH LAUTER“ ist eine Performanceanordnung zwischen Digital und Draußen, die einen Resonanzraum schafft für die großen Gedanken, die wir uns in kleinen Kreisen machen: ein Austauschraum, Denkanstoß, und ein Archiv vielstimmiger Meinungsbilder, die der Vereinzelung in Corona-Zeiten „temporary contact zones“ für Begegnungsräume entgegensetzt

„B.R.A.Z.D.A“ – Recherchevorhaben in Kooperation mit SZENE 2WEI und BAALNOVO THEATER: Brazda, Träger eines rosa Winkels, ist die Brücke zwischen der Queer Thematik und dem Tanz als Kunstform. Das Rosa-Winkel-Symbol ging weit über den sexuellen Diskurs hinaus, es wurde zu einem „normalen“ Diskurs gemacht, der Menschen nach ihrer Sexualität spaltet. Eine Hommage für die Gemobbten, die Missbrauchten…

„The following movie is based on true events“. In ihrem Rechercheprojekt „based on a true story“ untersuchen Maren Küpper und Herbert Graf, wie sich die filmische Strategie vorangestellter, wirklichkeitsbehauptender Statements auf performatives Bühnengeschehen übertragen lässt und wie ein behaupteter Wirklichkeitsbezug die Wahrnehmung von alltäglichen Handlungen auf der Bühne beeinflussen kann.

Eine musikalisch-theatrale Recherche zu Erotik und Sinnlichkeit. Welche Rolle spielt die Sinnlichkeit, in einer durchtechnologisierten, auf Effizienz und Leistung getrimmten Welt? Was sind die Folgen von Corona für Paare, für Singles und vor allem für Jugendliche? Wie können Sinnlichkeit und Erotik heute auf der Bühne thematisiert werden, jenseits ihrer Problematisierung?

Inspiriert von Spiegel-, und VR-Therapie zur Behandlung von Phantomschmerzen, versucht Kawaguchi mit Hilfe von Spiegeln und VR-Sets bei sich selbst ein Gefühl von Phantomgliedern zu erzeugen. Dabei untersucht sie welchen Einfluss diese Erfahrungen auf ihre Körperempfindungen haben. Die Erkenntnisse daraus überträgt sie auf „Phantomglied/-schmerzen“ in unserer heutigen Gesellschaft.

Die Diva – Wunder und Wunde zugleich. Das Performance-Duo Çakey Blond sucht seine innere Diva und begibt sich in ein „Charisma-Training“. Destilliert aus den Biografien und wissenschaftlichen Annäherungen großer Diven formulieren sie ihre persönlichen Manifeste, um diese in performativen Handlungen zu überprüfen. Sind Çakey Blond mehr Montserrat Caballé, Ke$ha oder Peggy Guggenheim?

Die Theatergruppe Show and Tell will sich mit den Begriffen „white fragility“ (weiße Zerbrechlichkeit), kritisches Weißsein, und Antirassismus über zwei Monate intensiv auseinandersetzen. Ziel dieses Projektes ist, unser Bewusstsein für die Voraussetzungen für eine gleichberechtigte, anti-rassistische Kommunikation zwischen Personen unterschiedlicher Herkunft und Identität im Theater zu erweitern.

Das Künstler:innen Trio D’Aprile, Kwon und Lorenz wird sich auf Basis der Exosoziologie mit der Imagination von Begegnungsszenarien mit außerirdischen Lebensformen beschäftigen. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse fließen in eine bestehende künstlerische Praxis ein, in der die „Aliens“ eine Chance darstellen, bestehende Machtstrukturen und anthropozentrische Perspektiven kritisch zu hinterfragen.

„Dance_l@b“ ist eine dreiteilige Modulreihe mit dem Fokus neue Arbeitsweisen, Präsentationsformen und die Sichtbarkeit im Tanz zu stärken. Es werden digitale Wege ausgelotet, ausprobiert und erstmals eingeführt. Im Prozess wird ergebnisoffen mit den Potenzialen und Chancen des Tanzes im digitalen Kontext experimentiert. Die Ergebnisse werden Tanzschaffenden und Künstlern:innen zugänglich gemacht.

Als Audio-Performance setzen Panse/Enderle ihren Neuentwurf der Göttlichen Komödie nach Dante Alighieri in Szene. Mit „Dante. Reloaded“ erforschen sie die letzten 700 Jahre der Weltgeschichte in einem atemlosen Reigen. In albtraumhaften Sequenzen zieht dieses Sounderlebnis den Zuhörer hinab in die Tiefe, durch die neun Höllenkreise, nimmt ihn mit auf eine außergewöhnliche Reise durch die Zeit.

Mit der Recherche „Absolutes Vakuum“ wollen wir unsere immersiv-performativen Theaterspielwelten in einem Ausstellungs- bzw. Museumskontext weiterentwickeln. Gegenstand der Recherche wird eine fiktive Ausstellung zum 100. Geburtstag des Science-Fiction Autoren Stanisław Lem im Museum für Naturkundemuseum Berlin.

Thermoboy FK fragen sich in ihrer Recherche, ob und wo sich Beispiele finden, wo Männer zu Sexualobjekten werden. Und wie könnte diese Objektifizierung aussehen, wenn wir patriarchale Strukturen nicht einfach vertauscht kopieren möchten? Dem Grundanliegen von Thermoboy FK, verbreitete Männerbilder zu verdrehen und konterkarieren, soll so eine mögliche neue Versuchsanordnung gegeben werden.

Im Wohl-stand fühlen wir uns wohl und bleiben doch wortwörtlich stehen.
Getrieben von Zielen und Wachstum vergessen wir schnell die kleine Schwester der Geschwindigkeit: die Langeweile. Sie ist ein seltener Gast geworden, denn für sie braucht es ein kostbares Gut: Zeit. Diese will neu entdeckt werden, mit all ihren verborgenen Potenzialen.

Das Vorhaben bildet den Rahmen für eine fachliche und kommerzielle Performance. Es handelt sich um eine Recherche für eine Darbietung, in der wissenschaftliche Erkenntnisse verfremdet, reflektiert und – unterstützt durch das Aufzeigen experimenteller und faktischer Validität und mit unterschiedlichen Show-Elementen der darstellenden Künste – vermittelt und verknüpft werden sollen.

Das Zusammenführen von Bild- und Textebene, sowie die Erweiterung um eine Raumebene mit darin befindlichen Akteur:innen ermöglicht es, Referenzen neu zu kontextualisieren und kann im besten Falle neue Gedankenräume öffnen. Das Schema des Meme wird zum Werkzeug, das wir uns für die Produktion von Rauminszenierungen zu Nutzen machen wollen.

Das Zusammenführen von Bild- und Textebene, sowie die Erweiterung um eine Raumebene mit darin befindlichen Akteur:innen ermöglicht es, Referenzen neu zu kontextualisieren und kann im besten Falle neue Gedankenräume öffnen. Das Schema des Meme wird zum Werkzeug, das wir uns für die Produktion von Rauminszenierungen zu Nutzen machen wollen.

Moderne Kriegsführung tötet anonym – doch es sind gewöhnliche Menschen, die die Waffen dazu konstruieren, beauftragen, verkaufen. Wie verhalten sich diese zu Drohnen und anderen Waffen? Die Recherche zu „DIFFERENT WARS“ soll in eine musikalisch-performative Anti-Kriegs-Show münden, die komplexe Zusammenhänge mit dem aberwitzigen Tempo einer Revue präsentiert.

Mit persönlichem Bild-, Text- und Audio-Material aus ihrer Freundschafts- und Arbeitsbeziehung geben Mahn/Schassner auf einer mitwachsenden Webseite Einblicke in die Fragen, für die es in diesem System keine befriedigende Antwort gibt: Wie schaffen wir es, unsere politischen Ichs in einer Freundschaft weder zu negieren noch zu benutzen, um Gefühle entweder ungeschehen oder unentschuldbar zu machen?

Das Ensemble am Plötzensee will gemeinsam recherchieren!
Planung, Konzeptentwicklung, Finanzierungsmodell, Erarbeitung der Festspiele am Plötzensee. Um die Festspiele am Plötzensee weiter durchführen zu können, bedarf es einer gesicherten, inhaltlichen, finanzierten Recherche-, Konzeptions-, und Planungsphase. In einem kleinen Team will sich das Ensemble am Plötzensee dieser Aufgabe stellen! Kultur trotz Corona!

In der Recherche werden Ausstiegsszenarien aus dem digitalen K. – AFKA.OFF.BUREAU zurück in den realen Theaterraum erforscht. In Zoom-Sprechstunden hat das Publikum die Möglichkeit, aktiv an der Projektrecherche teilzunehmen. Aus den Gesprächen, Ideen und Geschichten entstehen on- und offline neue Kunsträume, die aus der virtuellen Welt zurück in die Realität der Bühne transferiert werden sollen.

Als Folge zunehmender Einsamkeit entstehen mehr und mehr Angebote käuflicher Zuneigung, vom Booking neuer Familienmitglieder bis zu Freundschaften mit KI-Apps. In einer intensiven Recherche möchten die Künstler:innen simulierte Beziehungen als Grundlage und Inspiration für ihr nächstes Langzeit-Immersionsprojekt untersuchen.

„Ever tried. Ever failed. No matter. Try again. Fail again. Fail better.“ – Samuel Beckett. Die Pandemie verurteilt uns an allen Ecken zum Scheitern, bremst uns und lässt uns verzweifeln. Wir nehmen die Miseren unserer Zeit genau unter die Lupe und recherchieren nach der Möglichkeit einer komödiantischen Radikalisierung des digitalen Scheiterns, bis zum Grande Fiasko!

Wenn ein Knochen bricht, dann aufgrund einer kurzzeitigen Überbelastung, einer akuten Gewalteinwirkung oder einer permanenten Überanstrengung. Der Bruch ist Zeugnis und Symptom. Er ist sowohl Symbol für Wunde als auch für Heilung. Er konstituiert ein Davor und ein Danach. In ihrer interviewbasierten Recherchearbeit untersuchen Wiebel/Zielinski den Knochenbruch als Erzählung des Umbruchs.

Der Roman „Geek Love“ von Katherine Dunn soll für das Figurentheater bearbeitet werden. Er eignet sich besonders, um das Phänomen des Populismus und der Verführung von Menschenmassen zu erforschen. Das Thema der selbstgewählten Amputation ist dabei eine starke Chiffre für aktuelle Phänomene wie Leugnung und Opferdiskurs. Ziel des Projektes ist es, eine Stückfassung zu entwickeln.

Pandora Pop erforscht und präzisiert die eigens entwickelte Darstellungsform der Live-Animation, sowie Szenen-Elemente mit Greenscreen-Technik, welche als visuell prägende Bestandteile bei vorangegangenen Produktionen bereits Teil ihrer Inszenierungen waren. Sie entwickeln dabei zwei neue Konzepte für Formate, bei denen diese im Vordergrund stehen. Geplant ist eine LIVE-FILM-PERFORMANCE und ein WALK.

Das Künstlerkollektiv Transparence Theatre auskundschaftet, als das weltweit erste trans* geführte projektbezogene Theaterensemble, den Einfluss von Gender-Normativen in der Identität, dem Körper(-Bewusstsein), dem Selbstwertgefühl und dem Rollenverhalten in Verbindung mit Sprache und Körper.

„Gestisches Leben“ wird als Überlebensstrategie und performatives Stilmittel theoretisch und praktisch untersucht.

Glückslabor – Recherche für ein Klassenzimmerstück – Was macht uns glücklich? Was brauchen Kinder, um glücklich zu sein? Was, um es ein Leben lang zu bleiben? Die Suche nach dem Glück beschäftigt uns alle, ob groß oder klein. Die Künstler:innen möchten ein Konzept für ein interaktives Klassenzimmerstück für Kinder im Grundschulalter entwickeln, bei dem die Kinder gemeinsam mit ihnen das Glück erforschen können.

„Das ist kein Breakdance!“
„Du kannst nicht Tanzen, bleib lieber bei deinem Zrkus!“
Ausrufe, die den Künstler:innen in der Vergangenheit begegnet sind und verunsichert haben; doch warum sind die beiden Welten so unterschiedlich? Haben wir vergessen, dass Hip Hop und Zirkus einen gemeinsamen friedlichen Ursprung haben?

„HumusART“ ist eine künstlerische Recherche zu Kreisläufen in der Natur als Vorbild für gesellschaftliche, nachhaltige Gestaltung. Quartett PLUS 1 forscht zu den Prinzipien der Permakultur und experimentiert mit musiktheatralen und performativen Mitteln an deren ästhetischer Übersetzung, um Selbstregulation und Vielfalt sinnlich erlebbar zu machen und wertzuschätzen.

Dieses Projekt des OpusXX Orchestra ist ein lebendiger musikalischer Kommentar. Wir möchten den Mechanismus untersuchen, der ein Stück kontextualisiert. Der Wechsel zwischen den komponierten und improvisierten Sätzen wird durch Beleuchtungswechsel ergänzt; um seine einzigartigen Inhalte zu präsentieren. Mit Vanessa Chartrand-R., Fidan Aghayeva-Edler, und Sylvia Hinz.

„[K]1-Zimmer Wohnung“ ist ein experimentelles, recherchebasiertes Musiktheaterstück, das mit einer explizit weiblichen* Perspektive kritisch auf das Thema Wohnen und Wohnraumknappheit in Frankfurt blickt. Als performatives Chor-Konzert wird es von der Unteren Reklamationsbehörde zusammen mit einem Frauen* Chor aus Frankfurt für die historischen Räumlichkeiten des Ernst May Musterhauses entwickelt.

THE BEAUTIFUL MINDS (TBM) setzt sich in Karl Küpper – „Dreck im Keller“ mit der Frage nach dem Sagbaren in der Kunst auseinander. In der Recherche zu dem berühmten Kölner Karnevalisten Karl Küpper, der sich in seinen Büttenreden in der NS-Zeit offen gegen das Nazi-Regime stellte, sucht das Kollektiv nach Antworten auf die Frage wie politisch und widerständig Kunst heute sein kann und muss.

Königinnen der Lüfte im Interview – Artistinnen der Nachkriegsgeneration. Artistinnen werden oft bewundert und bestaunt, wenn sie in den Lüften schweben und uns mit ihrer Anmut und Schönheit beeindrucken. All die vielen Künstlerinnen, die damals Erfolge feierten, was bedeutete es für sie, damals und was bedeutet es für sie heute? Ohne Absicherung, sowohl im artistischen als auch im sozialen Sinne?

Anhand von Interviews mit Menschen mit kulturellen Veränderungserfahrungen und mit der offenen, individuellen Form des Ausdruckstanzes erforschen MS Schrittmacher in „KULTURLABOR“ die inneren Veränderungsprozesse, die bei kultureller Begegnung durch Inspiration, Beeinflussung, Reibung entstehen, untersuchen die Möglichkeit, diese in Bewegung umzusetzen und so eine neue Tanzsprache zu finden.

Recherche zur künstlerisch-medialen Interventionen im öffentlichen und/oder digitalen Raum zu einer aktionskünstlerischen Auseinandersetzung zum Thema Erbschaftssteuer.

Gesellschaftliche Themen und Zusammenhänge werden in einer Art „Laborsituation“ dargestellt und erforscht. Über kleine Puppenstuben-artige Szenen und Situationen werden als Modellcharakter gesellschaftliche Themen wie Leben mit CORONA, Vergangenheit/Zukunft, Angst und Furcht, Freundschaft und Liebe dargestellt. Suche nach neuen Formen und Inhalten im Bereich Objekt- und Figurentheater.

„Musical Spaces“ ist ein Recherche-Projekt von den kollaborativ arbeitenden Theatermusik-Komponisten Moritz Anthes und Rasmus Nordholt-Frieling. Zwischen ihren heterogenen Arbeitsweisen, Schriften, Techniken und zwischen Theorie und Praxis arbeiten sie an musikalischen Theaterräumen und imaginären Szenen, bewegen begriffliche Fragen ihres Tuns und vertiefen das Verständnis ihrer (Zusammen-)Arbeit.

Recherche über neue Formen musikalisch-szenischer Interaktionen in der darstellenden Kunst. Kinbom/Brandenburg suchen dabei einen Weg, den musikalischen Parametern wie u.a. Tonhöhe, Tonlänge, Lautstärke eine relative Zuordnung zu der szenischen Performance der Schauspieler:innen/Tänzer:innen herzuleiten. Das Ergebnis ihrer Arbeit ist eine Videopräsentation der Interaktionsmodelle.

Cirque Artikuss widmet sich recherchierend den Wurzeln des Butoh mit speziellem Fokus auf eine Kompatibilität mit der Bewegungskunst des Stelzen-Theaters. Kann die Ästhetik des Butoh mit grotesken Bildern und einer bizarren Ausdruckskraft den Stelzentanz beflügeln? Kann dadurch die Grundlage für eine spätere Stückentwicklung gelegt werden?

Entwicklung einer partizipativen Performance, die Alltagsmaterialien musikalisiert und Laien, Zuschauer:innen und Passant:innen mit einbezieht. Ein Schwerpunkt sind dabei Kulissen und Instrumente aus Pappe. Daraus soll ein Stück entwickelt werden, das Beziehungen zu klassischen Werken oder historischen Ensembles herstellt wie zum Beispiel Beethovens Violinkonzert oder der Bauhauskapelle.

Willkommen in der Welt des Professional Wrestling.
Ein Beruf, bestehend aus übermenschlichen Idealbildern und Arbeitsverhältnissen, der von der breiten Masse nur belächelt wird. Die Shows werden als Kasperletheater, die Berufsringer:innen als Zirkusclowns abgestempelt, weil alles mühelos und eindimensional erscheint. Ein netter Zeitvertreib ohne gesellschaftliche Relevanz, oder Shakespeare mit Muskeln?

Die gruppe tag durchstreift coronaleere Schulgebäude und begeht die Schauplätze des bürgerlichen Leistungsideals. Sie will Ästhetiken der Leistungmessung in digitalen Räumen nachgehen und die Wege der Leistungsbewertung umkehren. Sie fragt: Welches Singen, Tanzen, Spielen und Bewegen lässt keine Leistungsmessung mehr zu?

Die Recherche befasst sich mit Böden und den lebendigen Kreisläufen und Netzwerken, die sie ausmachen. Pilz-Netzwerke z.B., auf die ca. 90% der Pflanzen angewiesen sind. Auch wird es um Regenwürmer, unbezahlte Arbeit, Pestizide und neoliberale Pflanzen gehen. Und zentral darum, wie die Beobachtung lebendiger Erde neue Denkbilder für menschliches und nichtmenschliches Zusammenleben ergeben könnte.

PLAYme ist eine Periode der technisch/klanglichen Forschung zwischen dem Choreographen Matteo Carvone und der Sound Designerin Josy Friebel. Ziel ist die Entwicklung einer Technik, die durch den Einsatz von schwingungsempfindlichen Piezo-Mikrofonen und kapazitiven Sensoren nachträglich in einer Theaterproduktion umgesetzt werden kann.

Wir wollen die Gelegenheit nutzen, diese radikal neue Landschaft nach Covid mit den veränderten Bedürfnissen und Wünschen unserer Kolleg:innen in diesem Moment neu zu beurteilen, initiiert durch die Frage: wenn wir Euch das jetzt etablierte Format geben, was würdet ihr machen wollen und wo? Es geht um Möglichkeiten, Inspiration und Verknüpfungen, die das Gesamtbild für eine neue Mindmap bilden soll.

Research on movement triggered sound design. Through the use of instruments in direct contact with the body sounds that are otherwise inaudible to the human ear are amplified. Recordings of the heartbeat, blood flow, or the breath create a new experience of proximity between the human body in movement and the audience.

Welche Rolle spielt in Zukunft ein Theater im ausgebauten Kuhstall? Das Ziel von „PUBLIC SPACE“ ist es, eine Form von Kommunikation zu pflegen, die Zugänge schafft und auf dem Land ein Theater zum öffentlichen Raum erklärt. Wir wollen die über Jahrhunderte gewachsene europäische Idee des identitätsstiftenden Gemeinwesens: Wir wollen den selbstverständlichen „PUBLIC SPACE in Bostelwiebeck“.

Während einer Zeitreise durch Köln, mit der Musikerin und Puppenspielerin Antje von Wrochem und dem stadtbekannten Kölner Straßenmusiker Klaus der Geiger, begegnen die Zuschauer:innen Kölner Geschichten, Liedern, Legenden und Gestalten, die eine Anekdote aus ihrem Leben am Ufer der Stadt erzählen.

Als Grundlage und Recherche zu dem künftig geplanten Projekt „Klimarealitäten“ treten die Künstler:innen mit journalistischen, künstlerischen sowie politischen Akteur:innen in Kontakt, die sich in ihrer Arbeit mit der Wahrnehmbarkeit von Klimawandelfolgen beschäftigen, um daraus individuelle Ansätze für die Darstellbarkeit von Klimawandelfolgen zu finden.

In dieser Recherche untersuchen die Künstler:innen das Potential von autonomen Lichtkonzepten für die Bespielbarkeit neuer Aufführungsorte. Es geht ihnen ausschließlich um die Gestaltung von Licht ohne Netzstrom im Einsatz in Nicht-Theaterräumen. Unter dieser Prämisse befragen sie die Erzeugung, Handhabung und Inszenierung von Licht und erforschen die Lichtwirkungen im Zusammenspiel von Kunst- und Naturlicht.

The Chinese experimental theatre group Paper Tiger, based in Berlin since 2019, want to use a 18th-century painting in the Museum für Asiatische Kunst as a starting point for a research about revolution strategies and colonization. By analyzing the topology and iconology of foe and vengeance they search how to move from a two-dimensional image to an installative research-intensive performance.

Nach zehn Jahren vieler intensiver internationaler Kooperationen kreiert die Kernkompanie suite42 einen virtuellen supranationalen interaktiven Raum, um dort ohne klimaschädliches Reisen und trotz Einschränkungen durch neue Viren weiterhin frei und interdisziplinär mit Kolleg:innen in der Nähe und Ferne arbeiten zu können. Hier wird für alle Künste ein neues Vokabular und Instrumentarium erstellt.

Mit „SAND“ führen Kötter/Israel/Limberg ihre Arbeit zu globalen Prozessen der Transformation von Lebensräumen und seinen Folgen fort. Für „SAND“ werden vier Fallstudien recherchiert, in deren Zentrum der Rohstoff steht, der einerseits massiv global abgebaut und insbesondere in der Bauwirtschaft vermarktet wird; und andererseits als feinteilige Materie folgenschwere Desertifikationsprozesse bedingt.

Mit „Schuld“ möchten die Artisanen auf Basis der Romane von Grit Poppe zu Schicksalen von Jugendlichen recherchieren, die in der DDR in Werkhöfen und Erziehungsheimen Missbrauch erfahren haben. Die persönlichen Geschichten werden zum Ausgangspunkt des Projektes, welches in einer Inszenierung für Jugendliche münden soll und einen wichtigen Beitrag zur Verarbeitung der jüngeren Geschichte darstellt.

Ziel des Forschungsprojektes ist es, die theatralen Möglichkeiten videobasierter sozialer Medien (vor allem Instagram, TikTok und YouTube) zu erproben, um die Bühnenwelt zu erweitern. Es sollen (halb) fiktive Profile und Inhalte produziert werden, mit denen das Publikum aktiv interagieren kann.

Das Thema Schwein spielt in der Umgangssprache, in der Zeitgeschichte und auf dem Teller für unsere Gesellschaft eine wichtige Rolle. Die Künstler:innen möchten das Spannungsfeld, das sich aus diesem (Nutz-)Tier ergibt, für ihre Arbeit erforschen.
Um zukünftig auch corona-tauglich oder vor fremdsprachigem Publikum auftreten zu können, untersuchen sie außerdem die Möglichkeit einer Inszenierung ohne Worte.

Wer spricht, wann, wie und wo, über was und über wen? Und wer spricht nicht? Wie spricht man das Ungesagte aus? Was passiert, wenn afrikanische, afrikanisch-diasporische und Menschen afrikanischer Abstammung aus der Perspektive der Mehrheitsgesellschaft sprechen? Einladung zur Reise einer Kultureinrichtung der Zukunft.

In dem Rechercheprojekt „TANZ, Kind“ von Kristina Beck, René Rothe und Alexander Rupflin fragen die Theatermacher:innen, welchen Wert Kinder in der Gesellschaft gegeben wird – sowohl heute, als auch früher. Dazu recherchieren sie die Geschichte der Talentsucher der DDR, die nicht nur Sportler, sondern auch künstlerisch begabte Kinder sichteten, um sie zum Stolz der Republik zu machen.

In dieser Recherche widmen sich die Künstler:innen den Ereignissen vom 11.09.2001 in New York, der Katastrophe von Fukushima am 11.03.2011 und der Covid-Pandemie in 2021. Ziel ist es herauszufinden, was diese Ereignisse persönlich und gesellschaftlich bedeuten und welche Auswirkungen sie auf die Wahrnehmung von Zeit selbst haben. Die Umsetzung der Geschichten erfolgt sowohl live als auch in VR.

Kann der Monarchfalter uns davon abbringen zu denken, wir seien die Spitze der Schöpfung? Das HOR-Künstlerkollektiv recherchiert zu Symbiosen zwischen Mensch, Tier und Maschine.
Geschichten und Mythologien vom artenübergreifenden Miteinander, umgesetzt mit Video, Performance, Skulptur und Musik. Eine Suche nach Praktiken des Überlebens in den Ruinen des Kapitalismus.

Die Gruppe DAS ÜZ möchte ihr Konzept der „Absent Performers“ hinsichtlich einer gesteigerten Partizipation und (Mit-)Autorenschaft durch das Publikum konzeptionell weiterentwickeln. Dabei will sie eine Testreihe konzipieren, um verschiedene offene Erzählstrategien auszuprobieren und schließlich eine Methode für kommende Aufführungen entwerfen.

Die Wechselwirkung zwischen technischem Fortschritt und dem menschlichen kognitiven Verhalten soll erforscht und theatral angewandt werden. Welche Werkzeuge benötigen Theaterschaffende jetzt, um ein sinnliches Theater-Erlebnis für ihre Zuschauerschaft zu kreieren? Digitale Möglichkeiten auf performative Möglichkeiten testen, um die Sterilität einer „abgefilmten“ Inszenierung zu überwinden.

LiCHTPiRATEN & Klausthaler Puppenbühne produzieren das multimediale Puppenspiel „EXCALIBUR 2.0“:
Jedes Objekt des Bühnenbilds wird durch den kompositorischen Einsatz von Sensoren und Steuerung erfasst und durch visuelle Projektionen lebendig – multimediale Ergänzungen, Verräumlichungen und Assoziationen erweitern auf spektakuläre Weise den Bühnen- und Möglichkeitsraum des Puppenspielers.

Das soziale und kulturelle Potenzial von Trost zur Bewältigung von Abschied, Trauer und Einsamkeit stößt in Zeiten globaler Pandemie an seine Grenzen. Wie lassen sich (noch) intime, gemeinsame, theatrale Räume schaffen, die ein Trösten über pandemische Regeln hinweg zulassen? Mithilfe der Recherche wollen wir eine eigene performative Sprache und eine neue Methodik des Tröstens generieren.

Ausgangpunkt ist das Thema Zensur. Um das Thema inhaltlich bearbeitbar zu machen, recherchiert das Krux-Kollektiv nach Adaptionsmöglichkeiten von Zensurmechanismen für das Theater, um sie als Werkzeug und Ästhetik nutzen zu können. Zusätzlich steht die Konzeption neuer Formate zum Thema Zensur im Fokus, die ins Bühnenstück integriert oder auch isoliert in neuen Kontexten aufgeführt werden können.

Mit „Fragmente | digital Freischütz“ ist ein weltweit neues Musiktheater-Format entstanden: Repertoire-Oper als interaktive VR-Erfahrung in Episodenform. Die erfolgreich tourende Produktion ist aber nur ein erster Schritt, weitere Grundlagenforschung ist wichtig.
In drei Bereichen entwickeln die Künstler:innen das Format weiter: Räumlicher Ton, komplexere musikalische Konstellationen und Repertoire-Auswahl.

In „Visitations“ nutzen zwei weiße südafrikanische Künstlerinnen das Zuhören und Besuchen als generative Strategien für eine bedeutungsvolle Transformation. Indem sie das Konzept „Haunting“ nutzen, besuchen die Künstlerinnen den Ort, an dem einst die Berliner Konferenz von 1884 stattfand, und verpflichten sich selbst und ihre Vorfahren, den Gespenstern mit Neugierde und Mut zu begegnen.

Angesichts immer augenfälliger werdender ökologischer Katastrophen ist es notwendig, das Theater zu verlassen, um sich mit der dritten, durch kapitalistische Aneignung transformierten, ruinenhaften Natur auseinanderzusetzen.
Erforscht werden die Überlebensstrategien dessen „was trotz des Kapitalismus zu leben schaffe“ – auf der Suche nach neuen Handlungsmöglichkeiten und „unerwarteten Genoss:innen“.

Projekt zum Verhältnis zu den Dingen, die das Verhältnis zur Welt definieren (ein winziges Ding – ein Virus – macht es deutlich). Eine Welt, in der das Nahe und das Ferne, das Erreichbare und das Unerreichbare, das Notwendige und das Entbehrliche neu definiert werden. Die Ding-Umwelt, die Vielstimmigkeit der Objekte, ihre vielfältigen Verbindungen zur Zeit bedürfen des Gewinnens einer neuen Übersicht.

In einer umfassenden Recherche mit praktischen Versuchen untersucht die Künstler:innengruppe KOMMANDO HIMMELFAHRT die Möglichkeiten für ein neues Format, das die Grenzen des Theaters sprengt. Sie bereiten eine terrestrische Sendung vor, die sich Themen um der Frage widmet, wie man eine kritischere und differenzierte Phase der Aufklärung als gemeinsames gesellschaftliches Projekt einläuten kann.

Blind Date Collaboration untersucht digitale Neuformatierungen von Leben im Kapitalismus und ihre analogen Konsequenzen. Wer sind die Handarbeiter:innen von morgen, wenn Maschinen das Denken übernehmen sollen? Anhand der Plattform Amazon Mechanical Turk, leerstehender Büros im Steuerparadies und einer Sprache, die Wertschöpfung fantasiert, versuchen sie einen grundsätzlichen Reality-check.

In unserer Recherche suchen die Künstler:innen nach Wegen der künstlerischen Zweckentfremdung, Umfunktionierung und Erweiterung von Social Media. Welche performativen Potentiale bieten Social Media für zukünftige Projekte? Wo gibt es Ansatzpunkte für neue, postpandemische Formen von Solidarität und Gemeinschaft? Welche neuen künstlerischen Arbeitsweisen lassen sich aus sozialen Netzwerken entwickeln?

„Wisdom shouts in the streets“ ist ein Podcast-Projekt über Zukunftsvisionen. In fünf bis sieben Folgen führen die drei Künstlerinnen Julie Stearns, Bianca Künzel und Miriam Michel Gespräche mit Menschen, die Zukunft denken und gestalten. Zusammen mit dem Audio- und Raumkünstler Philipp Blömeke schaffen sie Podcast-Hörstücke, die digital auf der ganzen Welt angehört werden können: zweisprachig.

In Krisen tut der Mensch gut daran, Haltungen und Lebensweisen zu hinterfragen. Das gilt auch für die Ernährung. In der Auseinandersetzung mit den aktuellen gesellschaftlichen Eckdaten hierzu liegt der Fokus auf dem Auffinden bühnenrelevanter Szenarien, der Auswahl der beteiligten Figuren und Charaktere, der Gestaltung von Handlungssträngen und den Möglichkeiten einer konkreten Inszenierung.

Das Kollektiv Barnay ist ein Zusammenschluss darstellender Künstler:innen. Das professionelle Team erarbeitet genreübergreifende Arbeitstechniken, Strategien und Perspektiven, um mit Theater- und Kunstprojekten die künstlerische und soziale Utopie der Künstlerkolonie Berlin weiterleben zu lassen und die attraktiven Spielorte „KunstRaum“ und „OpenKunstRaum“ für die freie Szene zu etablieren.

FrauVonDa entwickelt einen digitalen XR-Partizipationsraum, der das Publikum proaktiv in das Bühnengeschehen integriert und mit den Bühnenschaffenden in Interaktion bringt. Demokratische Prozesse wie Abstimmungen und Meinungsäußerungen bestimmen die Dramaturgie des Abends und beeinflussen die inszenatorisch-musikalischen Inhalte. Die konzeptionelle Hermetik öffnet sich ergebnisoffenen Prozessen.