Entscheidung #TakeCareResidenzen (Februar 2021)

Geförderte Vorhaben Bündnis internationaler Produktionshäuser

„Fetter Fisch“ nutzt den Ausnahmemoment, um neue Formen der Begegnung, der Vernetzung und des Spiels zu erproben. Cornelia Kupferschmid lotet Möglichkeitsräume aus und stärkt die Verbindungen zu Schulen und zu Akteur*innen der kulturellen und politischen Bildung. Eine neue Ausgangsbasis wird geschaffen – sichtbar, kraftvoll und richtungsweisend – für zukünftige Arbeiten im noch unerklärbaren Morgen.

Was haben Pen&Paper, Choose-Your-Own-Adventure-Bücher, Games und Gametheater gemeinsam? Die Narration entfaltet sich erst wenn die Spieler*innen mit dem Stoff interagieren. Was also können Theaternerds von Gamenerds lernen und umgekehrt? Sarah Fartuun Heinze bringt sie an einen (Rollenspiel-) Tisch, um genau das herauszufinden. Als Theatermacherin, Gamedesignerin, Ästhetische Forscherin: Als Weltenwandlerin.

Derzeit beschränkt das Format der Videokonferenz Probenprozesse überwiegend auf sprachliche Interaktion. Wie können andere Gegenstände als Tastatur und Maus zu Schnittstellen werden, über die wir haptische, körperliche, klangliche oder Bewegungselemente in digitale oder hybride Arbeitsprozesse implementieren können? „When I’m with you, I’m all alone“ ist eine Recherche zu neuen Strategien der künstlerischen Zusammenarbeit auf Distanz.

Es gibt diese skulpturalen Gebilde, die nichts weiter sind als Materialhaufen aus Abfällen, Stoff und Fäden. Doch unsere Erwartungen an das Sichtbare können sie für kurze Zeit figürlich anmuten lassen und wir imaginieren bereitwillig Wesenhaftes. Frauke Berg untersucht diese Kippmomente und fragt, inwiefern ein Modell unsere Wahrnehmung so zu irritieren vermag, dass wir sowohl das entsprechende Objekt als auch unsere eigene Wahrnehmung zu überdenken beginnen.

Ein Wunder ist nicht nur das, was den Naturgesetzen und unserer Erfahrung widerspricht, sondern wird auch dann als solches erlebt, wenn zwischen Phänomen und deren Erklärung eine Lücke zum Staunen verbleibt. Die Recherche „Wunder“ widmet sich in performativen Versuchen der Verbildlichung des Unfassbaren durch Kunst und Naturwissenschaft und der Beziehung der beiden Disziplinen zueinander.

„(Im)possibilities“ ist der Versuch eine hybride Welt zu kreieren, in der sich Performance und digitale Realität verbinden, um sich in deren Widersprüchlichkeit zu vereinen oder auch nicht. Es ist die Suche nach neuen Formaten der Interaktion und Verbundenheit in Zeiten der Distanz und Abstand. Es ist die Reflexion über die Zukunft, die unsere Gegenwart generiert.

Ausgehend von dem Begriff der personalen Vergesellschaftung, der die besondere Organisationsform sozialer Beziehungen unabhängig von offizieller Infrastruktur in Ostdeutschland ab den 1970er Jahren beschreibt, befragt Eva Lochner – ‚Nachgeborene‘ aus dem Südwesten – Ex-Kolleginnen aus der Semperoper Dresden. Was sind ihre Erinnerungen an ihr Beziehungsnetzwerk und wie transformierte sich dies Anfang der 1990er?

Virtuelle Reisen im Bühnenraum ermöglichen Benjamin Schindler die Arbeit mit dokumentarischem Videomaterial und seiner Aufbereitung für ein digitales Publikum. Er wird den Fragen nachgehen, wie man mittels VR und 360°-Video ein adäquates immersives Kunsterlebnis herstellen und inwiefern man sich dabei als Künstler*in unabhängig von bspw. Reisebeschränkungen während des Lockdowns machen kann.

Gärten und Parks sind angelegte und inszenierte Natur und werden dadurch auch zur Kulisse. Welche unterschiedlichen Auffassungen des Mensch-Natur-Verhältnisses artikulieren sich in verschiedenen Raumkonstellationen in diesen zivilisierten Naturräumen, wenn sie theatral genutzt werden? Mit „Am Ende des Gartens“ erforscht Doris Dziersk szenografische Perspektiven auf den HELLERAUER Festspielhausgarten.

Angeregt durch die Beschäftigung mit Raumtheorien recherchiert Leonie Graf zu der Frage, was passieren würde, wenn Räume begännen menschliche Verhaltensweisen anzunehmen. Wie kann ein Raum choreografisch dazu gebracht werden, sich zu verschlucken, sein langes Haar zu bürsten oder den Müll runter zu bringen?

Gemeinsamkeiten finden, statt in Unterschieden feststecken. Im Interview-Projekt „WISSENS.WERT – eine Erfahrungen – Sammlung“ sollen Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen in der Dresdner Johannstadt zusammengebracht werden. Durch persönlichen Austausch und Interviews wird erforscht, was aus Menschen wird, die in ihrer Diversität einen Kontaktpunkt finden.

Was verbindet uns als unterschiedliche Generationen von Frauen* im Osten? In „Performing Belonging“ führt Therese Koppe mit Künstlerinnen Gespräche, die sich einer festgelegten Dramaturgie entziehen. Über das Medium Film formt sich aus den Gesprächen eine Materialsammlung: Erfahrungsbericht, performative Nuancen von Gesten, Arten des Sprechens und der Versuch einer Annäherung an eine gemeinsame Erfahrung.

Harriet Meining geht der Frage nach, was mit den eigenen moralischen Überzeugungen passiert, wenn sich gesellschaftliche Rahmenbedingungen ändern. „Messer, Jodtabletten und Elektroschocker“ ist eine Recherche über Ausnahmesituationen, Failling Areas, Apokalyptische Propheten, Prepper und den moralischen Kompass.

„Kampf für das Gute“ ist eine Spurensuche Peter Meinings, die in der sowjetischen Besatzung im Festspielhaus Hellerau beginnt, die politische Instrumentalisierung der Darstellenden Kunst befragt und bei der Verleihung eines Ordens an Vladimir Putin in der Semperoper endet.

Wie kann das Potenzial einer Künstlichen Intelligenz die Theaterpraxis erweitern, wie digital die Videoarbeit eigentlich sein und wie können die technischen Features einer KI-Kamera ästhetisch gedacht werden? Für Lukas Friedrich gilt es, diese Fragen am Beispiel der Obsbot, der weltweit ersten KI-Kamera, in hybriden Formaten zu erforschen und exemplarisch künstlerische Annäherungen an zukünftige Videodesigns zu versuchen.

In jedem Objekt stecken Codes, die klar definierbar sind und die in Frequenzen übersetzt und damit wiedergegeben werden können. Jarii van Gohl setzt sich mit der Transformation dieser statistischen Daten in audiovisuelle, wahrnehmbare Ebenen auseinander. Kann man ein Gebäude statistisch zerlegen, und dann akustisch und visuell wieder aufbauen? Eine synästhetische Erfahrung entsteht.

Zur Grundlage einer textilen Installation als Bühne im Öffentlichen Raum werden drei Raumkonzepte: die biomorphen, organischen Architekturen Frei Ottos, Yona Friedmans erstes Manifest „Mobile Architektur“ und eine Untersuchung Gottfried Sempers, die annimmt, Architektur sei textilen Ursprungs. Wenn Textilien als zweite Haut unserer Körper angesehen werden können, kann eine Struktur wie ein Haus eine dritte bilden?

In ihrer Residenz nähert sich Julia*n Meding antiken Figuren über den Deadname. Dabei handelt es sich um den Namen, den queere Personen bei ihrer Geburt erhalten und später ablegen. Davon ausgehend erprobt sie komplexere Darstellungen von Identitäten durch Dekonstruktion psychologischer Schauspieltechniken und dokumentarisch-biografischer Figurenentwicklung.

Es gibt verhältnismäßig wenige ‚mixed race couples‘ auf der Welt, fast keine Menschen mit Behinderungen auf Dating-Apps, und wenn Zwei aus verschiedenen sozialen Klassen miteinander schlafen, ist es oft eine Dienstleistung. Weshalb begehren ‚wir‘ wen? Und wo liegen die Grenzen dieses Begehrens? In Interviews fragt Olivia Wenzel, wie Ethnie, Klasse, Geschlecht, Alter und der Blick auf sie die eigene Sexualität prägen.

Charlotte Eifler geht in ihrer Residenz dem Thema Theaterpraxen im Militär nach. Inszenierungsstrategien finden nicht nur im Theater statt, sondern werden auch von Polizei und Militär angewendet. So werden Möglichkeiten der Machtausübung öffentlich in Manövern demonstriert. Welche Geschichte und welches Potential stecken in der Form einer Übung zur politischen Einflussnahme?

Chez Company schickt sein Kerntool – performative Avatare – back to the roots. Mit klassischen Spiel- und zeitgenössischen Gaming-Formaten entwickelt das Kollektiv digital-analoge Spielformate für den öffentlichen Raum und im Theater. Kollektiv gesteuerte Spielfiguren als Startpunkt für offene Flash-Mob-Spiele? Avatare in Spielwut auf dem Weg in die Transhumanität?

Chez Company schickt sein Kerntool – performative Avatare – back to the roots. Mit klassischen Spiel- und zeitgenössischen Gaming-Formaten entwickelt das Kollektiv digital-analoge Spielformate für den öffentlichen Raum und im Theater. Kollektiv gesteuerte Spielfiguren als Startpunkt für offene Flash-Mob-Spiele? Avatare in Spielwut auf dem Weg in die Transhumanität?

„Kontakthof“ von Pina Bausch gilt als ikonische Arbeit der Tanzgeschichte und als ihr einziges Stück, das von anderen sozialen Gruppen aufgeführt werden kann. In einem Team aus Tanzschaffenden mit und ohne Behinderung widmen sich Saša Asentić und Alexandre Achour der Frage, warum es keine Version mit behinderten Künstler*innen gegeben hat und wie eine solche aussehen könnte.

„Kontakthof“ von Pina Bausch gilt als ikonische Arbeit der Tanzgeschichte und als ihr einziges Stück, das von anderen sozialen Gruppen aufgeführt werden kann. In einem Team aus Tanzschaffenden mit und ohne Behinderung widmen sich Saša Asentić und Alexandre Achour der Frage, warum es keine Version mit behinderten Künstler*innen gegeben hat und wie eine solche aussehen könnte.

Jonathan Yony Leyser betreibt eine Recherche zu den queeren Verbindungen der beiden Häfen Hamburg und New Orleans und dem Zusammenhang von queeren Migrationen in beiden Städten. Hafenstädte waren in der Geschichte Orte, an dem die Demimonde und das schwule oder queere Leben vermehrt existierte. „Queer Harbor“ untersucht die vergangenen, gegenwärtigen und zukünftigen Möglichkeiten von Queerness in den beiden Hafenstädten.

Maria Zimpel beobachtet und erforscht die transformativen Möglichkeiten eines tanzenden Körpers. Vorstellungskraft und Empfindungen werden zu Forschungsinstrumenten. Körper bilden Assemblagen im Kontakt mit den Naturelementen. Körperliche Prozesse spiegeln die Natur wider. In der Verbindung von theoretischer Reflexion und praktischen Experimenten wird das Bewegungsrepertoire um neue Qualitäten erweitert.

„Corpus dividitur“ – geteilter Körper im Raum. Lagos und Hamburg: zwei Metropolstädte am Puls der Zeit. Welcher Beat bestimmt das Leben? Was bringt uns in Schwung? Israel Akpan Sunday unternimmt eine tänzerische und musikalische Recherche über reziproke Beziehungen zwischen Musik und Körper, zwischen Individuum und Gesellschaft, zwischen hier und dort. Eine Nachforschung mit Mut zum Experimentieren.

Sind unsere Zukunftsideen in instabilen Umgebungen mehr als hoffnungsvolle Träume? Spielt gesellschaftliche Stabilität eine Rolle in der Wahrnehmung und Konstruktion von persönlichen Zukunftsszenarien? Der Choreograf Ashkan Afsharian beschäftigt sich künstlerisch mit der Frage, wie Menschen in unterschiedlichen Systemen ihre gesellschaftliche Situation wahrnehmen und welche Ideen, Pläne und Träume sie für ihre persönliche Zukunft haben.

Die Länge, der Rhythmus und die Vektoren der Gedanken von Anna Semenova-Ganz haben sich im Laufe der Pandemie verändert. Der Unterschied zwischen der Eigenschaft der Gedanken vorher und heute macht die Phänomene der choreografischen Qualitäten der Gedanken sichtbar. Anna Semenova-Ganz zeichnet diese Bewegungen im Bewusstsein nach und entwickelt ein System, um die Formen der Gedanken zu erfassen und in Bewegung zu übersetzen.

Als Mitglied im Bündnis Internationaler Produktionshäuser verpflichtet sich Kampnagel dem Antifaschismus. Aktives und präventives Vorgehen gegen jegliche Form der Diskriminierung bedeutet auch die Aufarbeitung der ortspezifischen Geschichte und historischen Bedeutung des Kampnagelgeländes. Im Rahmen der #TakeCare-Residenz sollen diese recherchiert, aufbereitet und künstlerisch vermittelt werden.

In der Recherche „even in silence – we rise!“ sammelt Miriam Ibrahim die Stimmen und Erlebnisse rassistischer Erfahrungen im Theaterbetrieb und gibt ihnen Raum und respektvolles Gehör. Sie lässt diese Stimmen Stellung beziehen und in den Dialog treten zur der Frage: Wie wirkt Rassismus im Theater – auf und hinter der Bühne?

Angelehnt an aktuelle kritische Diskurse in der Migrations- und Rassismusforschung und in der postmigrantischen Literatur untersucht das Recherchevorhaben „Was ist mit uns?!“ performancekünstlerische Darstellungskonzepte des postmigrantischen Widerstands und entwickelt weitere, neuartige Formen der Darstellenden Kunst und Performance.

Mobile Albania nutzt flüchtiges Material, das sich in ihren performativen Umgebungsdurchstreifungen zeigt für eine Zuspitzung ihrer Theatersprache des sich-Ereignens im Moment der Zusammenkunft. Dazu bedienen sie sich der beiden Praktiken des Archivierens und der Formulierung von Handlungsanweisungen.

Angesichts (neu-) rechter Strukturen in Deutschland und Europa liefert das performativ-wissenschaftliche Rechercheprojekt „Gefährliche Raumproduktionen (in Hamburg)“ einen Beitrag zur Re-Politisierung des Architektur-, Kultur- und Raumdiskurses und zur Spatialisierung des Politikdiskurses.

Die Komponistin und Performancekünstlerin Nika Son befasst sich mit der Resonanz zwischen der Bewegung des eigenen Körpers und des gleichzeitigen Akts des Hörens. Gehen als das Erkennen der Welt durch den Körper und des Körpers durch die Welt. Es entstehen neue Soundwalks, die eine Recherche zu weiblichen ‚Flaneuren‘ vertiefen und sich explizit mit der derzeitigen Ausnahmesituation der Corona-Pandemie beschäftigen.

„THE RADICAL SOFTNESS OF DECAYING MATERIAL“ ist ein Recherchevorhaben ausgehend von Beobachtungen und Experimenten mit organischen Naturmaterialien und einer choreografischen Praxis, die den Körper auch als organisches Material denkt. Es stellt Fragen nach dem Verhältnis von Vergänglichkeit, Zerfall und Tod und dem im technischen Narrativ entstandenen Mythos vom unsterblichen virtuellen Körper.

In ihrer Rechercheresidenz „(UN)DOING GENDER“ beschäftigt sich die Kostümbildnerin Imke Paulick mit historischen und aktuellen Beispielen der De- und Re-Konstruktion von Geschlecht in der Mode, im Pop, in den Massenmedien und auf den Theaterbühnen, und entwirft Kostümskizzen, die Sehgewohnheiten und Bewegungsqualitäten in Bezug auf die Geschlechter-Performanz herausfordern.

„being toghether alone“ ist eine choreografische Studie, in der die ‚Einheit‘ des sozialen und physischen Körpers des Menschen hinterfragt wird. Es werden körperliche Zustände, Gesten und Bewegungsformen gefunden, die den menschlichen Körper als Teil eines großen Organismus in Korrelation zu seinen Umwelten erkennbar machen.

„SCREEN(ED)“ ist eine choreografische Recherchearbeit mit jungen Nachwuchstänzer*innen, die ausschließlich im digitalen Raum stattfindet. Sie lotet die Möglichkeiten des choreografischen Arbeitens auf Distanz aus und erlaubt Nachwuchstänzer*innen eine zugleich kritische und zugewandte künstlerische Auseinandersetzung mit den aus der Pandemie resultierenden sozialen Veränderungen.

Benjamin van Bebbers befragt das Musiktheater auf allen Ebenen der Produktion und Rezeption auf eine Pluralität von Wahrnehmungsweisen. Welche Körper dürfen was singen und warum? Wann ist etwas für wen ein ‚Gesamtkunstwerk‘ und welche Sinne braucht man für ein sinnvolles Erleben von Musiktheater? Eine künstlerische und theoretische Forschung zu ästhetischen Praktiken der Inklusion im Musiktheater.

Kunst ist nicht nur die Erfahrung des Schönen. Kunst ist auch der Raum, in dem die Wehrlosen wehrhaft werden. Diese Widerstandsgeschichte kann einen Beitrag zu einer veränderten Perspektive auf Kunst als einer wehrhaften Praxis sein. Das Rechercheprojekt sucht nach den Wegen zu einer Sichtbarkeit der Gegenstrategien und die möglichen Antworten, die sie uns auf die Herausforderungen der Gegenwart geben könnten.

In Anbetracht einer sich differenzierenden inklusiven Theaterszene gewinnen Fragen der Vermittlung und Übersetzung an Dringlichkeit. Welche poetischen Möglichkeiten bieten Texte in Leichter Sprache? Wie kann die Arbeit mit Gebärden-Dolmetscher*innen Teil von Probenprozessen werden? Eine künstlerische Forschung zu Fragen der (Un)Übersetzbarkeit von Theater.

„Ghost Embodiements and Cycles of Erasure“ ist ein Rechercheprojekt, das die systematische Auslöschung behinderter Menschen während des Nationalsozialismus untersucht. Es hinterfragt, was eine Verkörperung dieser Geschichte für eine*n behinderte*n Künstler*in bedeuten kann.

Das prozessuale Rechercheprojekt durchleuchtet und analysiert die Willkommenskultur und was davon übriggeblieben ist. Antirassismusklausel und Diversity-Konzepte sind im Theater-Mainstream angekommen. Aber was hat sich an der Repräsentation der diasporischen Künstler*innen verändert? Anas Aboura sichtet in einer machtkritischen Analyse den Status Quo, um Forderungen für die Zukunft abzuleiten.

Der Shutdown der Kulturszene birgt die Gefahr, Kunst und Kultur ins Abseits zu drängen und aus vormals anwesenden Künstler*innen und Publika Abwesende zu machen, die einander nicht mehr begegnen. Das Recherchevorhaben von Martina Mahlknecht und Martin Prinoth greift diese Problematik auf und forscht nach neuen Möglichkeiten digitaler Remote-Technik und nach neuen Potentialen der Inszenierung im real-digitalen Raum.

Der Shutdown der Kulturszene birgt die Gefahr, Kunst und Kultur ins Abseits zu drängen und aus vormals anwesenden Künstler*innen und Publika Abwesende zu machen, die einander nicht mehr begegnen. Das Recherchevorhaben von Martina Mahlknecht und Martin Prinoth greift diese Problematik auf und forscht nach neuen Möglichkeiten digitaler Remote-Technik und nach neuen Potentialen der Inszenierung im real-digitalen Raum.

Die Recherche „Jetzt rede ich“ untersucht Deutungshoheit, Zuhören und Stimme im Kontext der App Clubhouse. Welche künstlerischen und diskursiven Interventionen sind über das Erheben der eigenen Stimme und das Aushebeln hegemonialer Machtgefälle des Sprechens und Gehörtwerdens möglich? Als Schauspielerin untersucht Idil Baydar das neue Medium auf seine Potenziale für die performative Arbeit.

Die Choreografin Dorothea Ratzel hinterfragt mit ihrer Recherche „tanzt ihr noch? ich suche euch!“ Normen innerhalb des zeitgenössischen Tanzes, der Menschen aufgrund ihres Alters ausschließt. Gemeinsam mit und auf der Grundlage von Erfahrungsberichten von Ex-Tänzer*innen, möchte sie herausfinden, was Tanz im Alter ausmacht.

Rassismus im Kulturbetrieb ist nicht nur eine Ausnahme, sondern Alltag. Gestützt durch die eigenen Erfahrungen führt Maya Alban-Zapata Interviews mit BIPoC aus dem Theaterbetrieb, um Menschen, die von Diskriminierung und strukturellem Rassismus betroffen sind, eine Stimme zu geben und sie zu empowern, diese Erfahrungen sichtbar zu machen und ein Forum für diese Narrative zu schaffen.

Die Szenografin Saskia Stoltze geht der Frage nach, wie analoge Theaterräume und immersive Formate in den digitalen Raum übersetzt werden bzw. einander berühren und überlappen können. Wie lassen sich diese Prozesse vereinfachen und welche Chancen für mehr digitale Barrierefreiheit lassen sich finden?

Philipp Khabo Koepsell führt eine zeitgeschichtliche Recherche durch, die die Geschichte Schwarzer Kunstproduktion und kultureller Praxis in den 1970er und 1980er Jahren dokumentiert. Die Recherche nimmt Performance, Aktivismus und öffentliche Orte in den Blick, um Schwarze kulturelle und widerständige Praxis aus anderen Augen zu sehen und damals aktive Berliner*innen partizipativ einzubinden.

Das Recherchevorhaben befasst sich mit der von der europäischen Rechten propagierten „Bedrohung des Abendlandes“ durch den Islam. Inspiriert vom Film „Die Belagerung“ (R. Martinelli 2012), einem christlich-martialischen Pamphlet über die Türken vor Wien im Jahr 1683, geht es der Historie und unserer heutigen Erinnerungskultur auf die Spur, um die neuerliche Beschwörung des Mythos ‚Abendland‘ zu untersuchen.

Das Recherchevorhaben befasst sich mit der von der europäischen Rechten propagierten „Bedrohung des Abendlandes“ durch den Islam. Inspiriert vom Film „Die Belagerung“ (R. Martinelli 2012), einem christlich-martialischen Pamphlet über die Türken vor Wien im Jahr 1683, geht es der Historie und unserer heutigen Erinnerungskultur auf die Spur, um die neuerliche Beschwörung des Mythos ‚Abendland‘ zu untersuchen.

Das Recherchevorhaben befasst sich mit der von der europäischen Rechten propagierten „Bedrohung des Abendlandes“ durch den Islam. Inspiriert vom Film „Die Belagerung“ (R. Martinelli 2012), einem christlich-martialischen Pamphlet über die Türken vor Wien im Jahr 1683, geht es der Historie und unserer heutigen Erinnerungskultur auf die Spur, um die neuerliche Beschwörung des Mythos ‚Abendland‘ zu untersuchen.

Das Projekt widmet sich der Erforschung der individuellen Selbstwahrnehmung und potentiell divergierenden Kunstbegriffen von Kunstschaffenden und Zuschauer*innen sowie Nicht-Publikum. Die daraus resultierenden Gräben zwischen allen Beteiligten werden einer genauen Betrachtung unterzogen und auf mögliche künstlerische Überbrückungsstrategien abgeklopft.

Unbeantwortete Fragen prägen diese Zeit. Die Zukunft ist unbekannt. Das Normale ist nicht mehr normal. Sakurako Awano betrachtet die Auswirkungen von An- und Abwesenheit des Publikums für den aktuell isolierten Tanz. Drei Themenfeldern stehen dabei im Zentrum der Recherche: Beschaffenheit und Ausdruck des eigenen sich bewegenden Körpers, der Zusammenhang zwischen physischen und akustischen Komponenten und das neue Verhältnis zu einem abwesenden Publikum.

Aufgrund der aktuellen, pandemiebedingten Lage brechen herkömmliche Probenorte weg, bisher bekannte Arbeitsräume und Situationen sind nicht mehr existent, Außenräume bekommen eine stärkere Bedeutung – auch für die Kunst. In der Residenz recherchiert Kristina Veit zu den Verhältnissen und Bedingungen neuartiger Probenräume sowie den Einflüssen des Außenraums auf den Tanz und die Veränderungen durch externe Elemente.

„SUSPEND“ handelt von der Assoziation von Körper und Grenzerfahrungen, von einer körperlichen Erkundung emotionaler, spiritueller und existenzieller Zustände der Unsicherheit. Max Levy erforscht einen Körper in Zeiten des Übergangs, die Wahrnehmung von Zeit und die subtilen Wellen unausweichlicher Veränderungen. Ziel der Recherche ist, einfache physische Ideen zu nutzen, um einen persönlichen Leitfaden der choreografischen Methodik zu entwickeln.

In der #TakeCareResidenz „Outside-In“ beschäftigt sich Camilla Fiumara mit Beschränkungen. Im Rechercheprozess untersucht sie die Erfahrungen des letzten Jahres in Bezug auf Körper und Raum näher, um diese für ihre weitere performative Praxis nutzbar zu machen. Die Recherche bietet dabei die Gelegenheit, die Pandemie-bedingten Limitationen positiv konnotiert zu erforschen.

„Volumetric Dancing“ ist eine Recherche von Wahrnehmungswissen des Hüft- und unteren Rückenbereichs. Im Fokus stehen Tanz- und Bewegungspraktiken, bei denen das Volumen in unseren Hüften eine ganz eigene Ästhetik ergibt: Hüften, die gezeigt werden, ausgelassen sind und sich als wichtige Basis für Bewegung manifestieren. Es gilt, Wege zu erforschen, die das Konzept des ‚Innervolumens‘ in die Bewegungsforschung bringen.

Audiodeskription (AD) macht Sichtbares für blinde und sehbehinderte Menschen zugänglich, wobei Sehende alle Entscheidungen über die Form der Beschreibung treffen. Sophia Neises sucht nach Beispielen von AD, die eine Auseinandersetzung mit Machthierarchien, antiableistischem Handeln und diversitätspolitischen Beschreibungen einbeziehen, um ein Instrumentarium zu schaffen, das Audiobeschreibende beraten kann und eine Ko-Autor*innenschaft auf Augenhöhe ermöglicht.

Rabih Mroué untersucht die Grenzen des akademischen Diskurses und der performativen Praxis – von der Akademia im antiken Griechenland bis zu Powells Rede vor dem UN-Sicherheitsrat über das irakische Massenvernichtungswaffenprogramm. Zwischen Hörsaal und Theater befindet sich die „Non-Academic Lecture“ und birgt ein widerständiges Potenzial, das institutionelle Konventionen aufbrechen und Hierarchien, methodischen Regeln und Beschränkungen hinterfragen kann.

Texte der mündlichen Tradition – Märchen, Mythen und die Thora –, die als Aufzeichnungen kollektiver Erfahrung metaphorisch dazu einladen einen Vertrauenssprung ins Unbekannte zu wagen, dienen als Grundlage der Erforschung gemeinschaftlichen Träumens. Anna Nowicka recherchiert, wie gemeinschaftliche Bilder einzelne Körper beeinflussen und wie sich kollektive Imaginationen mit individuellen Erinnerungen und aktuellen Assoziationen verflechten.

Klang beeinflusst den menschlichen Körper auf vielfältige Art und Weise. Er wirkt unmittelbar auf menschliche Verhaltensweisen und somit auch auf das gesellschaftliche Gefüge. Toben Piel setzt sich mit dem funktionalen und alltäglichen Aspekt von Klang auseinander und untersucht seine Auswirkung auf den menschlichen Körper und soziale Situationen. Wie lassen sich aus dem Klang performative Handlungsanweisungen extrahieren?

Rita Mazza erforscht die Verschmelzung zweier Elemente zu einer neuen Bewegungsform: Tanz und visuelle Gebärden. Ist es möglich, in der Fusion beider Ausdrucksmittel eine Geschichte für ein taubes und hörendes Publikum zu erzählen, ohne dabei gesprochene oder gebärdete Worte zu verwenden? Verschiedenen Ansätze der Bewegungsanalyse werden auf ihre Anwendbarkeit auf ‚Visual Vernacular‘ überprüft.

„Implanting Realities“ ist ein Recherchevorhaben mittels körperlicher Praxis und Lektüre, in dem sich Lea Martini mit parallelen Realitäten in fiktionalen und gesellschaftlichen Kontexten beschäftigt. Das Aushalten von Differenz, Dissonanz und der Erschütterung vertrauter Perspektiven bildet dabei den Ausgangspunkt, von dem aus erst zukünftige Handlungsoptionen entwickelt werden können.

Florence Ruckstuhl versteht #TakeCare als explizite Aufforderung. In der Residenz untersucht sie Self-Care als künstlerische Praxis. Dabei geht es ihr nicht um die Kunst ein Schaumbad zu nehmen, sondern darum vom Lustprinzip gesteuert zu erproben, was es bedeutet, sich – abseits von Vermarktbarkeit – künstlerisch um sich selbst zu kümmern. Warum? Weil sie Lust darauf hat.

Mit dem Recherchevorhaben „Bock auf Pop“ (AT) bringt Hannah Dewor die Spielarten der Genres zeitgenössischer Tanz und Popmusik in einen Raum und Körper. Sie untersucht, wie sich die Form der Popmusik – innerhalb von circa vier Minuten eine Idee oder Aussage zu inszenieren und mit dem Publikum zu teilen – und die Praxis des zeitgenössischen Tanzes gegenseitig bereichern können.

„Ambiguität und Alltag“ ist eine Untersuchung performativer Drahtseilakte. Früh lernen wir: Wer lückenlos und linear voranschreitet, wird wertgeschätzt und hat Erfolg. Diesem deterministischen Blick setzt Liljan Halfen theatrale Räume entgegen, die die Eindeutigkeit von Welt, Identität und Sprache anzweifeln und die damit auf spielerische Weise Machtsysteme in Frage stellen und Emanzipationsstrategien anbieten.

Lina Majdalanie lässt einen Etymologie-basierten Ideenkorpus entstehen: Die arabische Theaterterminologie ist reich an Begriffen, die sich entweder auf traditionelle Formen oder auf zeitgenössische Praktiken beziehen. Die Recherche der Wurzeln dieser einzelnen Begriffe ermöglicht es, Konzepte zu identifizieren, die herkömmlich nicht mit Theater in Verbindung stehen und so Wege für die Erneuerung theatraler Praktiken eröffnen können.

Was wäre, wenn wir auf der Bühne nur das machen, was wir unmöglich finden? Was, wenn wir nur nach dem suchen, was uns nicht gefällt, nur mit Menschen arbeiten würden, mit denen wir nicht einer Meinung sind? Wie sähe unsere Arbeit aus, wenn ein Konsens von Anfang an ausgeschlossen wird? Mit Theorien und Praktiken des Dissens erforscht Filomena Krause, wie sie mit sich selbst und ihrer Umwelt uneins sein kann.

2020, back to the ruins! Die Ruine zeigt und materialisiert die porösen kapitalistischen Strukturen. Mit diesen Ruinen neoliberaler, kapitalistischer Weltvorstellungen setzt sich Marja Christians in ihrer Residenz samt Körper und Stimme auseinander. Eine performative und dramaturgische Recherche zu den Ruinen unseres Systems und den politischen Visionen, die sie mit sich tragen.

Was ist Spielen? Was hat das (Musik-) Spiel mit Traditionen von Talmudinterpretationen gemeinsam? Die Recherche „Resurrection Games“ erforscht eine neue, queere, jiddische Lied- und Texttradition. In einem utopischen, digitalen sowie analogen Theater- und Konzertraum werden hierbei Möglichkeiten gesucht, durch ritualisiertes Spielen, Trauern, Arbeiten und ‚Sich-Kümmern‘ die Toten wiederzubeleben.

Tanz hat die Fähigkeit, bestimmte Probleme sichtbar zu machen. Dies erkundet Kasia Kania in der Residenz durch das Einrichten und Herausfordern verschiedener performativer und choreografischer Parameter und deren verschiedenen Richtungen: um politische (Forschungs-) Fragen zu definieren, künstlerische Probleme anzugehen und Bewegungswünsche zu verwirklichen.

Innerhalb einer theoretischen Recherche erforscht Gregor Praml neue Klangmöglichkeiten und -experimente für den Einsatz bei Theaterproduktionen. Er begibt sich dazu auf eine „Zeit_Reise“: Die Erforschung neuer Klangmöglichkeiten für einen utopischen Theaterraum schließen sowohl historisch bedingte Entwicklungen als auch eine aktuell geforderte Komplexität in der Darstellenden Kunst mit ihrer Interdisziplinarität ein.

„Theater und Revolution“ ist eine Recherche, die das wechselseitige Verhältnis beider Phänomene ausgehend von Theaterstücken zu der Revolution von Haiti untersucht. Ließe sich das Theater als Probebühne revolutionärer Praxis vorstellen? Welche Gesten, Handlungen und Performative könnten dazu dienen?

Was ist ein Körper im virtuellen Raum? In der Forschung „Screen Dance“ untersucht Challenge Gumbodete die Beziehung zwischen Kinematografie und Choreografie. Dem andauernden ästhetischen und auch persönlichen Kampf, Tanz auf der Leinwand darzustellen, begegnet der darstellende Künstler und Tänzer mit Experimenten und Forschung als den effektivsten Methoden, um einen choreografischen Code für diese Aufgabe zu finden.

Sandra Li Maennel untersucht mit der Form des Audiowalks die Schnittstelle zwischen Materialität und Nicht-Materialität und forscht zu immateriellen Denkräumen und verschiedenen Kommunikations- und Erzählformen. Welche Rolle spielt das Erzeugen von Gefühlen bei der Wahrnehmung? Welche Rolle eine konkrete Ortsverordnung? Ab wann entsteht das Gefühl von Wirklichkeit?

Im Französischen zeigt sich die Doppeldeutigkeit des Begriffs Journal: die Zeitung, das Tagebuch. Immer wieder sind es persönliche Dokumentationen, die Geschehnisse medial transportieren und neue Debatten lostreten. Sharon Jamila Hutchinson begibt sich auf die Suche nach Beispielen des ‚Journaling‘ im theatralen Raum und begreift diese in all ihren Facetten vom Dokumentieren eines privaten Erlebens hin zum Gegenstand öffentlicher Diskurse.

Die späten 1980er und frühen 1990er Jahre sind aufgeladen von einer ambivalenten Energie der Globalisierung. Der Zeitgenössische Tanz und die Elektronische Musik spiegeln die explosive Energie des Wandels, die Schnelllebigkeit, den Charakter des Neuen wider. Vor dem historischen und künstlerischen Kontext dieser Zeit arbeitet Paula Rosolen an Tanz, der die Vergangenheit versteht, aber in die Zukunft blickt.

„Die Background-Challenge“ ist eine Grundlagenrecherche zum dynamischen Wechselverhältnis von Vordergründen und Hintergründen, raumsetzenden Blickwinkeln und Bild-im-Bild-Bezügen. Nicht erst seit der Pandemie drängt sich die Frage nach Hierarchien in Bildern auf, bei denen eine Hauptsache im Vordergrund durch einen bestimmten Hintergrund wirksam aufgeladen wird. Niels Wehr forscht zu komplexen Raum-, Strategie- und Bildfragen.

Die Recherche von YRD.Works beschäftigt sich mit Kulturinstitutionen und deren (nachhaltigen) Umgang mit Baumaterialien in Produktionen. Das Kollektiv erforscht, wie Produktionshäuser mit nicht mehr benötigtem Material umgehen und ob hierfür bereits zukunftsorientierte Konzepte existieren. Welches ungenutzte Potenzial steckt in dem Material? Wie kann dieses nachhaltig(er) genutzt werden?

Die Recherche von YRD.Works beschäftigt sich mit Kulturinstitutionen und deren (nachhaltigen) Umgang mit Baumaterialien in Produktionen. Das Kollektiv erforscht, wie Produktionshäuser mit nicht mehr benötigtem Material umgehen und ob hierfür bereits zukunftsorientierte Konzepte existieren. Welches ungenutzte Potenzial steckt in dem Material? Wie kann dieses nachhaltig(er) genutzt werden?

Die Recherche von YRD.Works beschäftigt sich mit Kulturinstitutionen und deren (nachhaltigen) Umgang mit Baumaterialien in Produktionen. Das Kollektiv erforscht, wie Produktionshäuser mit nicht mehr benötigtem Material umgehen und ob hierfür bereits zukunftsorientierte Konzepte existieren. Welches ungenutzte Potenzial steckt in dem Material? Wie kann dieses nachhaltig(er) genutzt werden?

Die Rolle von weiblichen Autorinnen bei der Entwicklung des Genres Science-Fiction wird häufig verkannt. Dabei erzeugt feministische Science-Fiction beispielhafte Denk-Szenarien, die gesellschaftliche Fragen mithilfe von ‚Was-Wäre-Wenn‘-Setzungen in veränderten Parametern untersuchen. ScriptedReality untersuchen die Geschichte feministischer Science-Fiction und deren kritisch-poetisches Potential für die Performance.

Die Rolle von weiblichen Autorinnen bei der Entwicklung des Genres Science-Fiction wird häufig verkannt. Dabei erzeugt feministische Science-Fiction beispielhafte Denk-Szenarien, die gesellschaftliche Fragen mithilfe von ‚Was-Wäre-Wenn‘-Setzungen in veränderten Parametern untersuchen. ScriptedReality untersuchen die Geschichte feministischer Science-Fiction und deren kritisch-poetisches Potential für die Performance.

Wer denkt das „Exil“? Und wie? Wer gebraucht dieses Wort auf welche Weise? David Guy Kono untersucht die Assoziationsräume des Wortes „Exil“ und erforscht Möglichkeiten, die weit verbreiteten Verknüpfungen mit größtenteils negativen und klischeebehafteten Bildern zu durchbrechen. Lässt sich Exil weitaus größer, universeller oder sogar als menschlich denken, kommunizieren – inszenieren?

„HEILEN / TÄUSCHEN / DEMOKRATIE“ ist eine Recherche, die dem seltsamen Ineinandergreifen von Wissen, Spiritualität und demokratischen Prozessen nachgeht. Im Angesicht der Corona-Pandemie als Katalysator dieses ambivalent schillernden Dreigespanns untersucht die Düsseldorfer Choreografin Chikako Kaido Rituale staatlicher Strukturen und gesellschaftliche Wissensweitergabe auf ihr tänzerisches Potential.

Christine Sun Kim arbeitet in ihren Performances mit Zeichnungen, die spezifische Inhalte nahebringen und zu einer Auseinandersetzung einladen. In der Residenz erweitert Kim ihr Vokabular im Bereich von Infografiken und sucht passende Formate zum Thema Traumata. Die Ergebnisse baut sie in ihre performative Praxis ein und erarbeitet neue Formate, die neue Spielräume eröffnen und es einem Publikum ermöglichen, neue Inhalte in visuell vertrauten Formen zu finden.

Naoko Tanaka stellt neue Bezüge der immer gewaltsamer werdenden Verflechtung von Natur und Kultur her. Sie recherchiert zu nicht-menschlichen Lebewesen in Großstädten: Bäumen, Insekten und Vögeln, die an das Mit- und Überleben im urbanen Raum angepasst sind. Darüber hinaus betrachtet sie ‚Naturfunktion-Wesen‘ im Volksglauben und mündlich überlieferten Geschichten verschiedener Kulturkreise. Tanaka entwirft hypothetisch imaginative (urbane) Landschaften, die eine Perspektive außerhalb des Anthropozentrismus öffnen.

Lucie Schroeder arbeitet grenzenübergreifend in den Bereichen Performance, Text, Audio und Installation. Die Narrative, die sich dabei ergeben, nennt sie soziale Imaginative. Für „Stories of Unruly Edges“ porträtiert sie, wie Brennnesseln physiognomische Reaktionen auf Geräusche ausbilden und inwiefern diese mit den territorialen Gegebenheiten ihrer Wachstumsorte zusammenhängen können.

Silke Z. betreibt eine „Intergenerative Dramaturgie Recherche“, die den ursprünglichen Radius von dramaturgischer Arbeit erweitert. Wie ändert sich der dramaturgische Output und die Interaktion mit dem Ensemble, wenn ein intergenerationelles Dramaturgie-Team selbst ins körperliche Spüren und Erfahren kommt und ein Perspektivwechsel, von der Theorie in die Praxis, vollzogen wird? Welches gemeinsame Vokabular entsteht?

Paula Pau sieht in queeren Körpern aufgrund ihrer wandelbaren und schöpferischen Eigenschaft das Potenzial, die Komplexität und Fluidität der Natur besser zu begreifen. Indem sie das traditionelle Verständnis der Biologie und cis-heteronormative Ansichten hinterfragt, sucht sie in „Eco Queerness“ nach der Schnittstelle zwischen Natur und Queerness.

Nicht-westliche Ansichten von Geschlecht, Trans-Humanismus und das ständige Chaos des anthropozänen Zeitalters: In „After Present“ versucht Igor Meneses Sousa, Fragen zur Entmenschlichung queerer Transkörper und ihrer Beziehung zur historischen Dämonisierung von Queerness durch den Kolonialismus zu hinterfragen.

„Der Buchstabe mit 5 Strichen, das ist meine schreibende Identität, von der der Apparat nichts weiß. Ich unterschreibe. Meine Signatur. Im Apparat eine ganze Akte. Hundert Mal kopiert. Hell und Dunkel. Die Frage, was der Apparat noch unternommen haben mag, um jene Schrift zu entziffern. Offen, was der Apparat gedacht haben mag. Sein poetisches Potential. Mein Ereignis.“ (Fanti Baum)

Juan Felipe Amaya Gonzalez erforscht den Körper als rhythmische und akustische Einheit, die sich in ständiger Transformation befindet. Wie können sich Atem, Sound und Bewegung zu einer zyklischen Dramaturgie verweben? Die verschiedenen Rhythmen und Schichten durch den Einsatz digitaler Technik werden analysiert und eine natürliche und digitale Perspektive auf akustische Phänomene wird entwickelt.

Deva Schubert führt eine Untersuchung des Atems durch, die aus „Stimmfeldern“ (wie Chören und Bewegungen) erzeugt werden. Sie entwickelt verschiedene Atemmuster, Zyklen und Sequenzen auf der Suche nach kollektiven und gemeinsamen Rhythmen. Menschliche Stimmen und tänzerische Bewegungen werden in ihrem performativen Potenzial erweitert.

Hubert Machniks Recherche zielt auf die unmittelbaren Interaktionen zwischen verschiedenen Akteur*innen aus Tanz, Performance, Text, Medienkunst und Musik, basierend auf Strategien der gemeinsamen Arbeit mit Richard Siegal. Wie lassen sich Musiker*innen auf der Bühne unmittelbar in die Entstehung einer Choreografie einbinden und umgekehrt? Wie lassen sich Konventionen der Aufführung und der Partitur aufbrechen und ein Zusammenwirken fließend gestalten?

In „close-ups with wide-angle lenses“ erforscht Foteini Papadopoulou die (Ko-) Relation von Detail und ‚großem Ganzen‘. Über ein interdisziplinäres Studium und die Reibung mit anderen Kunstformen wie Literatur und Bildende Kunst untersucht die Choreografin, in welchem Verhältnis Details und das Ganze zueinander stehen und wie dies die Gestaltung und Wirkung eines Kunstwerks prägt.

„*abbildung ähnlich“ ist ein kollektives Rechercheprojekt von Lisa Danulat über die Deutungskräfte und Interdependenzen von historischem Ereignis und individueller Biografie – oder: Welche Form und Sprache brauchen wir für die Abbildung eines kollektiven Gedächtnis-Netzwerks in der Zukunft?

Ein kollektives Rechercheprojekt von Till Wyler von Ballmoos über die Deutungskräfte und Interdependenzen von historischem Ereignis und individueller Biografie – oder: Wie lassen sich durch die Erforschung unserer individuellen Erzählungen Impulse für ein kritisches Anders-Denken von gesamtgesellschaftlichen Erinnerungen entwickeln?

See! Kollektiv untersucht in dieser Recherche den Körper auf seine aktuelle dekonstruierte Leiblichkeit. A. Knieps, A. Huma und F. Willens begeben sich in Unruhe, als Aufforderung, die Balance in einer sich wandelnden Realität nicht mehr zu sichern, sondern die Offbalance als Chance zu antizipieren. Der performative Körper, als ein gesellschaftliches Artefakt befindet sich in Transition.

See! Kollektiv untersucht in dieser Recherche den Körper auf seine aktuelle dekonstruierte Leiblichkeit. A. Knieps, A. Huma und F. Willens begeben sich in Unruhe, als Aufforderung, die Balance in einer sich wandelnden Realität nicht mehr zu sichern, sondern die Offbalance als Chance zu antizipieren. Der performative Körper, als ein gesellschaftliches Artefakt befindet sich in Transition.

See! Kollektiv untersucht in dieser Recherche den Körper auf seine aktuelle dekonstruierte Leiblichkeit. A. Knieps, A. Huma und F. Willens begeben sich in Unruhe, als Aufforderung, die Balance in einer sich wandelnden Realität nicht mehr zu sichern, sondern die Offbalance als Chance zu antizipieren. Der performative Körper, als ein gesellschaftliches Artefakt befindet sich in Transition.

Das Künstlerinnenduo aus Franziska Pierwoss und Sandra Teitge recherchiert die Geschichte industrieller Umweltverschmutzung im Ruhrgebiet und überprüft die soziale, wirtschaftliche und politische Relevanz dieser sogenannten Ewigkeitslasten auf ihre Aktualität hin. Eine künstlerische Recherche als notwendige alternative Betrachtung der gegenwärtigen ökologischen Krise.

Das Künstlerinnenduo aus Franziska Pierwoss und Sandra Teitge recherchiert die Geschichte industrieller Umweltverschmutzung im Ruhrgebiet und überprüft die soziale, wirtschaftliche und politische Relevanz dieser sogenannten Ewigkeitslasten auf ihre Aktualität hin. Eine künstlerische Recherche als notwendige alternative Betrachtung der gegenwärtigen ökologischen Krise.

Die Choreografin Miriam Jakob erforscht zusammen mit Felix Classen Brüche, Echos und Latenzen der menschlichen Stimme im Wandlungsprozess von analogen Schallwellen zu binären Datenpaketen. Die fehleranfällige digitale Übertragung selbst wird dabei als Instrument verstanden und mit der mythischen Sage von Echo und Narziss in Beziehung gebracht.

Die Choreografin Miriam Jakob erforscht zusammen mit Felix Classen Brüche, Echos und Latenzen der menschlichen Stimme im Wandlungsprozess von analogen Schallwellen zu binären Datenpaketen. Die fehleranfällige digitale Übertragung selbst wird dabei als Instrument verstanden und mit der mythischen Sage von Echo und Narziss in Beziehung gebracht.

Einsamkeit beschreibt einen mentalen, inneren Zustand, der auch unter Mitmenschen, in einem Kollektiv, in einer großstädtischen Wohnsiedlung, unter Freunden oder Familienangehörigen existiert. Man kann sich auch einsam fühlen ohne allein zu sein. Daniel Luka beschäftigt sich mit Fragen zur Position des Individuums in einer Gesellschaft, dem subjektiven Erleben von Einsamkeit und dem selbstgewählten Alleinsein auf der Bühne.

In der Recherche „noise as touch“ befasst sich Franziska Schneeberger mit der Frage, in welcher Weise Schallwellen (ihren) Körper bearbeiten. Sei es in Gestalt von gewaltigem Lärm, sozial verbindender Ekstase oder der Sensibilisierung auf Mikro-Bewegungen im Muskelgewebe: welche Bewegungsformen können Körper als Antwort auf den noise der Umgebungen formulieren und was hat das mit Berührung zu tun?

Ausgangspunkt der Recherche der deutsch-brasilianischen Tänzerin Joana Kern ist der Begriff der „Ginga“. Er bezeichnet den Grundschritt der Capoeira, deren Wurzeln in Angola liegen und beschreibt gleichzeitig ein Lebensgefühl, das als elementar für die brasilianische Identität gilt. Die „Ginga“ ist eng verbunden mit der Kolonialgeschichte und berührt zentrale Fragen kultureller Identität.

Kofie Boachie erforscht gemeinsam mit Flockey Ocscor Afro-Deutsche Kultur und die Weiterentwicklung des eigenen Bewegungsvokabulars im interdisziplinären Bereich (Bildende Kunst, Tanz, Poetry, Design) zusammen mit Jugendlichen unterschiedlicher Hintergründe und Künstler*innen in Düsseldorf. Sie sind ein Zusammenschluss von Düsseldorfer*innen mit Afro-deutschen und anderen Wurzeln, die sich für Kultur positionieren. „Together we push“ für mehr Kultur und Bildung.

Als junge Schauspielerin und Tänzerin mit einer Körperbehinderung, einer linksseitigen Hemiparese, ist Camilla Pölzer auf der Suche nach einem eigenen künstlerischen Ausdruck, der von dem abweicht, was erwartet wird. Wie muss sich die Darstellende Kunst weiterentwickeln, damit jeder Körper so individuell sein darf, wie er ist? Welche neue Ästhetik entsteht daraus?

„Give Yourself a Fade Out“ ist ein Projekt, das sich mit dem Handwerk des Geschichtenerzählens im zeitgenössischen Konzerttanz beschäftigt. Eine der Quellen ist das bekannte „Rite of Spring“. Bei der Untersuchung von Erzählungen wie dieser stellt sich die Frage, wie wir auswählen, wer welche Rolle spielt und wer ausgeschlossen wird.

„An Elemental research in bodymovement“ versucht durch Bewegung ein Gleichgewicht zwischen den fünf Elementen im menschlichen Körper zu finden. Das Zusammenwirken von Wasser, Erde, Feuer, Luft und Äther korrespondiert auf die Art und Weise, wie wir unseren Körper als negativ oder positiv empfinden und erkennen. Das Ziel ist es, einen Hohlraum zu finden, in dem die Bewegung frei und ohne Grenzen stattfinden kann.

Für viele Tänzer*innen mit einer körperlichen Beeinträchtigung sind wesentliche Voraussetzungen, um ihre Kunst zu praktizieren nicht gegeben: Räume, Verständnis für die individuelle Beeinträchtigung und entsprechende Ausbildungsplätze für professionelle Anerkennung. Die Rahmenbedingungen für Künstler*innen mit Behinderung zu beleuchten und fehlende Strukturen aufzuzeigen, ist Ausgangspunkt dieses Recherchevorhabens.