Kunst in überhitzten Zeiten
Brennende Landschaften, zündelnde Extreme, siedende Ressentiments. Wie kann in überhitzten Zeiten eine lebendige Kunst aussehen, die Menschlichkeit, Vielfalt und Schönheit feiert, Lust auf Zukunft weckt – und trotzdem kritisch bleibt?
Welche Theaterformen eignen sich, um Gefühlen der Überforderung, Erschöpfung und Sorge zu begegnen? Welche Gemeinschaftserfahrungen braucht es gerade und wie lassen sie sich künstlerisch gestalten? Welche anderen Ästhetiken lassen sich gegenüber der in Sozialen Medien zirkulierenden Bildpolitiken, die Stärke und Häme feiern, in Stellung bringen?
- Impulsvortrag: Eva von Redecker (Philosophin, Autorin)
- Speaker*innen Podiumsgespräch: Signa Köstler (Installationskünstlerin und Performerin), Brigitta Muntendorf (Komponistin und Leiterin der KunstFestSpiele Herrenhausen), Wolfgang Ullrich (Kulturwissenschaftler, freier Autor)
- Moderation: Janis El-Bira (Kulturjournalist)
- Format: Podiumsgespräch
- Lautsprache: Deutsch
- Dolmetschung: Englisch, DGS
- Ort: HAU1, Bühne
Impulsvortrag
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Eva von Redecker
Philosophin, Autorin
© Sophie Brand
Eva von Redecker
Philosophin, AutorinEva von Redecker, geboren 1982, ist Philosophin und freie Autorin. Von 2009 bis 2019 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Humboldt-Universität und als Gastwissenschaftlerin an der Cambridge University sowie der New School for Social Research in New York tätig. 2020/2021 hatte sie ein Marie-Skłodowska-Curie-Stipendium an der Universität von Verona inne, wo sie zur Geschichte des Eigentums forschte; 2023/2024 war sie „Metropolschreiberin Ruhr“.
Eva von Redecker beschäftigt sich mit Kritischer Theorie, Feminismus, Kapitalismuskritik und Autoritarismus, sie schreibt Beiträge für u.a. „Die ZEIT“, veröffentlicht im »Philosophie Magazin« die Kolumne „Ohne Geländer“ und ist regelmäßig in Rundfunk- und TV-Interviews zu hören. Im Schauspiel Köln richtete sie die philosophische Gesprächsreihe »Eva and the Apple« aus, im Deutschen Schauspielhaus Hamburg spricht sie im »Maschinenraum der Zukunft« mit ihren Gästen über Zukunftsvisionen und Künstliche Intelligenz.
Aufgewachsen auf einem Biohof, lebt sie heute im ländlichen Brandenburg.
Im Gespräch
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Signa Köstler
Installationskünstlerin und Performerin | Kopenhagen
© Signa Koestler
Signa Köstler
Installationskünstlerin und Performerin | KopenhagenSigna Köstler (geb. Sørensen) wurde 1975 in Åarhus geboren. Nach ihrem Abschluss an der Universität Kopenhagen mit einem Doppelstudium in Kunstgeschichte sowie Film- und Medienwissenschaften begann Sørensen, mit dem Medium der Installation zu experimentieren, wobei sie ihre Arbeit zunächst durch ihre Tätigkeit als „Champagner-Girl“ in Nachtclubs finanzierte. Wie sie in verschiedenen Interviews erklärt hat, inspirierten die Erfahrungen und das Umfeld dieses Berufs ihr späteres künstlerisches Schaffen – und prägten es entscheidend. Sørensen lotete die Grenzen von Nähe und Intimität aus und begann, sich selbst in die Installationen und inmitten des Publikums zu platzieren. Ihre oft thematisch kontroversen und formal radikalen Performances brachten ihr Anerkennung als eine der führenden Performancekünstlerinnen und Regisseurinnen Europas ein. Im Jahr 2004 schloss sich Arthur Köstler ihr an, und gemeinsam gründeten sie das Performance-Kollektiv SIGNA.
Signa Köstler hat im Laufe ihrer Karriere zahlreiche Auszeichnungen erhalten, darunter das Ehrenstipendium für ihr Lebenswerk des Dänischen Kunstrats (2025), das „Aksel og Marta Fuhr Legat“ (2025), den Faust-Preis für das beste Bühnenbild (2024) für „Das 13. Jahr, die Teilnahme am Berliner Theatertreffen (2023) für „Die Ruhe“ und zuvor im Jahr 2008 für „Die Erscheinungen der Martha Rubin“, den Reumert-Preis (2018) für „Det Åbne Hjerte“, den Nestroy-Preis (2016) für „Wir Hunde“, den Rolf-Mares-Preis für das beste Bühnenbild (2015) für „Söhne & Söhne“ sowie den Bisballeprisen (2005). Der dänische Kunstrat hat ihre Inszenierungen während ihrer gesamten Karriere durch zahlreiche Fördermittel und Stipendien kontinuierlich unterstützt. Signa ist mit Arthur Köstler verheiratet, und das Paar lebt in Kopenhagen.
Weitere Informationen: www.signa.dk
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Brigitta Muntendorf
Komponistin │Hannover
© Johann Sebastian Haenel
Brigitta Muntendorf
Komponistin │HannoverDie deutsch-österreichische Komponistin Brigitta Muntendorf spürt in ihrer Arbeit der Fragilität unserer technosozialen und gesellschaftspolitischen Wirklichkeit nach und entwickelt in instrumentalen Settings bis hin zu 3D-Audioproduktionen, AI-Voice Cloning und transdigitalem Musiktheater neue Konzepte des Radical Listening, Environmental Storytelling oder des Immersiven Theaters. Künstlerresidenzen führten sie u.a. nach Kyoto und Paris, ihre Werke werden bei internationalen Musik- und Kunstfestivals präsentiert wie Kyoto Experiment, Wiener Festwochen, Donaueschinger Musiktage, TIME:SPANS New York oder Hollandfestival. Brigitta Muntendorf ist Professorin für Komposition an der Hochschule für Musik und Tanz Köln, ordentliches Mitglied der Akademie der Künste Berlin sowie der Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften und der Künste. Seit 2026 ist sie Intendantin der KunstFestSpiele Herrenhausen.
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Wolfgang Ullrich
Kulturwissenschaftler, freier Autor | Leipzig
© Neven Allgeier
Wolfgang Ullrich
Kulturwissenschaftler, freier Autor | LeipzigWolfgang Ullrich lebt als Kulturwissenschaftler und freier Autor in Leipzig. Von 2006 bis 2015 war er Professor für Kunstwissenschaft und Medientheorie an der Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe. Er publiziert zur Geschichte und Kritik des Kunstbegriffs sowie zu bildsoziologischen und bildpolitischen Themen. Seit 2019 ist er Mitherausgeber der Buchreihe „Digitale Bildkulturen“ im Verlag Klaus Wagenbach. - Jüngste Buchpublikation: Memokratie. Soziale Medien und autoritäre Bildpolitik (2026). - Mehr unter: www.ideenfreiheit.de.
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Janis El-Bira
Kulturjournalist | Berlin
© Hanna Wiedemann
Janis El-Bira
Kulturjournalist | BerlinJanis El-Bira, geboren 1986 in Braunschweig, studierte Philosophie und Geschichtswissenschaften in Berlin und arbeitet seither als Journalist und Moderator mit Theaterschwerpunkt. Er ist Redakteur beim Theaterportal nachtkritik.de und Moderator und Redakteur für die Sendung "Rang 1 - Das Theatermagazin" im Deutschlandfunk Kultur. Daneben Texte und Beiträge für verschiedene Zeitungen und Rundfunksender. Von 2016 bis 2021 leitete er das journalistische Nachwuchsprojekt "Theatertreffen-Blog" bei den Berliner Festspielen. Jury-Tätigkeiten u.a. beim Mülheimer Dramatikpreis 2021, beim Festival Fast Forward 2021 in Dresden und für das Festival Politik im Freien Theater 2022 in Frankfurt am Main.