Kunst und Ästhetik in Zeiten von KI: Künstlerische Techniken im Fokus
Neben Experimenten mit augmentierten, virtuellen und gamifizierten Realitätserweiterungen finden auch generative und assistierende KI-Systeme Anwendung in künstlerischen Produktionsprozessen. Biases von Algorithmen, Large Language Models oder Motion Capture-Tools werden nicht nur dekonstruiert, sondern auch kreative Alternativen entwickelt und Strategien subversiven Promptings, Glitchens und Umkodierens erprobt. Auf diese Weise intervenieren die Freien Darstellenden Künste kritisch-gestaltend in unsere postdigitalen Lebenswirklichkeiten.
- Speaker*innen: Theresa Reiwer ((post)digitale Künstlerin), Michael von zur Mühlen (Regisseur), Rosa Wernecke (Performance- und Medienkünstlerin), Christoph Winkler (Choreograf)
- Moderation: Boussa Thiam
- Format: Impulse und Präsentationen
- Lautsprache: Deutsch
- Dolmetschung: Englisch, DGS
- Ort: HAU1, Bühne
Im Gespräch
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Theresa Reiwer
(Post)digitale Künstlerin
© Kristina Kast
Theresa Reiwer
(Post)digitale KünstlerinTheresa Reiwer ist eine (post)digitale Künstlerin aus Berlin, die in begehbaren, oft interaktiven Mehrkanal-Video- und Rauminstallationen den Grenzbereich von physischer und digitaler Welt erkundet. Ausgehend von soziopolitischen wie popkulturellen Ereignissen entwickelt sie Narrationen, die Realität und Fiktion verschränken. Lecture-Elemente werden von fiktionalen Charakteren dialogisch vermittelt, Recherchen künstlerisch stilisiert und in spekulative Szenarien überführt.
Ihr Fokus liegt auf Künstlicher Intelligenz, die Reiwer sowohl als Spiegel gesellschaftlicher Paradigmen als auch als Projektionsfläche für alternative Zukunftsentwürfe untersucht. Ihre Arbeiten wurden mit internationalen Preisen wie dem Lumen Prize Gold Award (London) ausgezeichnet und weltweit präsentiert, darunter Ars Electronica Who Owns The Truth in Linz, Aargauer Kunsthaus Künstliche Kreativität, Today is A Good Day to Discuss Digital Rights in Madrid, After The Algorithm Festival Zürich, Chengdu Biennale, Schauspielhaus Graz, Next Level Dortmund sowie in Städten wie Basel, Beijing, Eindhoven, Istanbul, Kassel, Miami und Stockholm. 2025 war sie Teil der Jury des KI-Kurzfilmwettbewerbs AIsolation des Goethe-Institut China in Kooperation mit dem HAU Hebbel am Ufer.
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Michael von zur Mühlen
Regisseur | Berlin
© Swen Reichold
Michael von zur Mühlen
Regisseur | BerlinMichael v. zur Mühlen inszeniert seit 2004 Theater, Oper, zeitgenössisches Musiktheater und immersive audiovisuelle Formate, unter anderem für die Münchner Biennale, das Kunstfest Weimar, das NextLevel Festival Essen, das PAD Festival Wiesbaden, HELLERAU Dresden, das Forum Neues Musiktheater an der Staatsoper Stuttgart, Impulstanz Wien, DNT Weimar, DT Göttingen, Staatsoper Berlin und das Theater Freiburg.Von 2016 bis 2021 war er als Regisseur und Chefdramaturg im Leitungsteam der Oper Halle tätig, deren innovatives Programm große Beachtung fand und mit zahlreichen Preisen und Auszeichnungen gewürdigt wurde, darunter der Theaterpreis des Bundes 2019. Sein Musiktheaterfilm „Im Stein“ wurde für den Deutschen Theaterpreis DER FAUST 2022 nominiert und im Jahrbuch 2021 der „Opernwelt“ als „wichtiger Strang der Spielzeit“ gewürdigt. Seine Videospiel-Essay„opera - a future game“ wurde mit dem Deutschen Theaterpreis DER FAUST 2023 in der Kategorie „Klang und Medien“ ausgezeichnet und für den Explorer Award beim internationalen AMAZE Festival for Playful Media nominiert.
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Rosa Wernecke
Performance- und Medienkünstlerin
© privat
Rosa Wernecke
Performance- und MedienkünstlerinRosa Wernecke ist Performance- und Medienkünstlerin. Sie studierte Angewandte Theaterwissenschaft in Gießen und Mediale Künste an der Kunsthochschule für Medien Köln.
Im Zentrum ihrer Performances, Installationen und Videoarbeiten steht ein queer-feministischer Zugriff auf Technologie und Medien. Ihre jüngeren Arbeiten beschäftigen sich unter anderem mit KI-Bias, Techno-Feudalismus, Queer Hauntings und Glitches.
Ihre Arbeiten wurden unter anderem in der Kulturakademie Tarabya Istanbul, im Center for the Holographic Arts New York, an der Cité internationale des arts Paris und im Rahmen der Berlin Art Week gezeigt. Mit dem feministischen Performance- und Medienkunstkollektiv Swoosh Lieu wurde sie unter anderem zur Tanzplattform Deutschland, zum Stückemarkt des Berliner Theatertreffens und zum Impulse Festival eingeladen. Neben ihrer künstlerischen Praxis lehrt sie an Kunsthochschulen zu feministischen Perspektiven auf neue Technologien und Medien. -
Christoph Winkler
Choreograf | Berlin
© Christoph Winkler Company
Christoph Winkler
Choreograf | BerlinChristoph Winkler gilt als einer der vielseitigsten Choreografen Deutschlands. Seine Arbeit umfasst ein weites Spektrum von Formaten und reicht von sehr persönlichen bis hin zu politischen Themen. Mit seinen Arbeiten schafft er es immer wieder Themen zu finden, die ganz innerhalb seiner Kunstform stehen, aber darüber hinaus auch auf momentan in der Gesellschaft stattfindende Diskurse hinweisen.
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Boussa Thiam
Kulturjournalistin, Moderatorin und Sprecherin
© Neda Rajabi
Boussa Thiam
Kulturjournalistin, Moderatorin und SprecherinBoussa Thiam ist Kulturjournalistin, Moderatorin und Sprecherin. Bis 2021 steht sie als Reporterin für die „rbb Abendshow” vor der Kamera und leitet mehrere Jahre das gesellschaftspolitische Diskussionsformat „Urania Kontrovers”. Als Host des Podcasts „Gamechanger – Wie digitaler Wandel die Kultur verändert“ beschäftigt sie sich bis 2024 mit dem Einfluss neuer Technologien auf Kunst und Kulturpraxis.
Boussa präsentiert regelmäßig das Kulturprogramm bei WDR COSMO und das Popkultur-Magazin „Kompressor“ für Deutschlandfunk Kultur und moderiert Veranstaltungen, darunter die Human Rights Night, frauenpolitische Fachtagungen wie die UN Women-Konferenz sowie den Unternehmerinnentag für Frauen in der Wirtschaft.