Tabori Preis 2025
In diesem Jahr verlieh der Fonds Darstellende Künste zum 16. Mal den Tabori Preis. Der Preis ist mit 100.000 Euro dotiert. Der Fonds Darstellende Künste ehrte damit nicht nur eine künstlerische Position, sondern die Freien Darstellende Künste als weitere wichtige Säule der Theaterlandschaft neben den vielfältigen Theatereinrichtungen und ihren ästhetischen Handschriften und Profilen im bundesdeutschen Raum. Mit dem Preis fördert der Fonds Darstellende Künste die Sichtbarkeit und öffentliche Wahrnehmung der ausgezeichneten künstlerischen Arbeiten als bedeutende Positionen der Freien Darstellenden Künste ihrer Zeit.
Tabori Preisträger*innen 2025
© Dorothea Tuch
pulk fiktion
Der Tabori Preis 2025 des Fonds Darstellende Künste ging an pulk fiktion. Die bundesweite höchste Auszeichnung in den Freien Darstellenden Künsten war auch in diesem Jahr mit 100.000 Euro dotiert. Die Vergabe des diesjährigen Preises begründete die Jury wie folgt:
„Die Theatergruppe pulk fiktion setzt mit ihren künstlerischen Arbeiten für junges Publikum seit Jahren Maßstäbe: formal eigenwillig, politisch wach, ästhetisch herausragend. […] Mit der Auszeichnung würdigt die Jury eine Gruppe, die es versteht, Kreativität und Kritik, Kunst und Verantwortung in produktive Spannung zu setzen. Ein Theater, das der Gegenwart nicht ausweicht – und das jungen Menschen eine Bühne gibt: als Publikum, Mitgestaltende und Zukunftsträger*innen. pulk fiktion ist Theater für heute. Und für morgen.“
Über die pulk fiktion
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Gewinner*innen 2025
Was macht die Arbeiten von pulk fiktion aus? Mit welchen Themen setzen sie sich auseinander? Dieser Clip über die Tabori Gewinner*innen gibt kurze Einblicke in ihre vergangenen Produktionen.
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#introducing
„Was habt ihr gedacht, als ihr erfahren habt, dass ihr den Tabori Preis erhalten habt?“, „Was macht euer künstlerisches Profil aus?“ Wir haben pulk fiktion gefragt – und sie haben geantwortet. In kurzen Statements teilen sie ihre Gedanken.
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© pulk fiktion
pulk fiktion Kosmos
Immer noch neugierig? Alle, die noch mehr über das Kollektiv pulk fiktion erfahren wollen, laden wir ein, auf der Webseite der Company weiter in den Kosmos des pulks einzutauchen.
Preisverleihung
© Dorothea Tuch
Die bundesweit höchste Auszeichnung für die Freien Darstellenden Künste wurde am 25. September 2025 im Rahmen von „The Show Must Go On. BUNDESTREFFEN25 der Freien Darstellenden Künste” am HAU Hebbel am Ufer vergeben.
Jury
Die Vergabe erfolgte auf Basis eines Juryentscheids, der neben Vorstands- und Kuratoriumsmitgliedern des Fonds auch ausgewiesene Expert*innen der Freien Darstellenden Künste angehören. In beratender Funktion begleitet Holger Bergmann als Geschäftsführer des Fonds Darstellende Künste die Arbeit der Jury. Die Jurymitglieder waren Aljoscha Begrich, Amelie Deuflhard, Anne-Cathrin Lessel, Dan Thy Nguyen, Prof. Dr. Wolfgang Schneider, Anna Wagner.
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Aljoscha Begrich
Dramaturg, Kurator | Berlin
© Abraham
Aljoscha Begrich
Dramaturg, Kurator | BerlinAufgewachsen im ländlichen Raum der DDR, bevor er 1989 nach Berlin kam. Sein Interesse für außergewöhnliche Formen und Probleme des Alltags führten ihn seit 2010 zur Zusammenarbeit mit Rimini Protokoll. Zwischen 2014 und 2019 Dramaturg am Maxim Gorki Theater Berlin, wo er den interdisziplinären Berliner Herbstsalon betreute. Er interessiert sich für expanded theatre und realisierte unter anderem Projekte im öffentlichen Raum in Chisinau, Tehran und Buenos Aires. Wiederholte Zusammenarbeit mit raumlaborberlin. Zwischen 2020 und 2022 Dramaturg bei der Ruhrtriennale (2020-2022). Mitbegründer des Festival OSTEN in Bitterfeld-Wolfen, was er 2022 und 2024 künstlerisch mitleitete.
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Amelie Deuflhard
Intendantin Kampnagel, Vorstandsmitglied des Fonds | Hamburg
© Marcelo Hernandez
Amelie Deuflhard
Intendantin Kampnagel, Vorstandsmitglied des Fonds | HamburgAmelie Deuflhard war von 2000 bis 2007 künstlerische Leiterin der Sophiensæle (Berlin). 2004/05 war sie Teil der Künstlerischen Leitung von „Volkspalast“, einer festivalartigen Bespielung des dekonstruierten Palastes der Republik. Seit 2007 ist sie Intendantin von Kampnagel (Hamburg), Europas größtem Produktionszentrum für die Freien Darstellenden Künste. Mit EcoFavela Lampedusa Nord initiierte sie 2014 einen Lebens- und Aktionsraum für Geflüchtete. Das Projekt hat auf Kampnagel seine Verlängerung in dem preisgekrönten Begegnungsort Migrantpolitan gefunden. Amelie Deuflhard war Teil des Viererkuratoriums von Theater der Welt 2017. Sie ist Autorin zahlreicher Publikationen und hat regelmäßig Lehraufträge an Hochschulen inne. Für ihr Schaffen wurde sie 2012 mit dem Caroline-Neuber Preis und 2013 mit den Insignien des Chevaliers des Arts et Lettres ausgezeichnet. 2018 erhielt sie die Auszeichnung Europäische Kulturmanagerin des Jahres.
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Anne-Cathrin Lessel
Künstlerische Leiterin LOFFT – DAS THEATER, Vorstandsmitglied des Fonds | Leipzig
© Tom Dachs
Anne-Cathrin Lessel
Künstlerische Leiterin LOFFT – DAS THEATER, Vorstandsmitglied des Fonds | LeipzigAnne-Cathrin Lessel, geboren 1987, studierte Theaterwissenschaft, Psychologie und Kulturwissenschaften an der Universität Leipzig. Bis 2011 arbeitete sie unter anderem freischaffend in künstlerischen Projekten mit Kindern und Jugendlichen, vordergründig am Theater an der Parkaue Berlin. Ab 2011 Programm- und Produktionsleiterin am LOFFT – DAS THEATER, dessen Künstlerische Leitung und Geschäftsführung sie 2019 übernahm. Seit 2013 ist sie Vorstandsmitglied des Bundesverbandes Freie Darstellende Künste und seit 2020 Vorstandsmitglied im Landesverband der Freien Theater in Sachsen. Seit vielen Jahren ist sie Mitglied verschiedener Fachjurys u.a. bei der Stadt Leipzig, Kulturstiftung des Freistaates Sachsen, Studienstiftung des deutschen Volkes, beim Nationalen Performance Netz und beim Fonds Darstellende Künste.
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Dan Thy Nguyen
Theaterschaffender, Leitung fluctoplasma Festival, Studio Marshmallow | Hamburg
© Nico Scagliarini
Dan Thy Nguyen
Theaterschaffender, Leitung fluctoplasma Festival, Studio Marshmallow | HamburgDan Thy Nguyen ist freier Theaterregisseur, Schauspieler, Schriftsteller und Sänger in Hamburg. Er arbeitete an diversen Produktionen u.a. im Ballhaus Naunynstraße, Mousonturm Frankfurt, auf Kampnagel, beim MDR und an der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen. 2014 entwickelte und produzierte er das Theaterstück „Sonnenblumenhaus“ über das Pogrom von Rostock -Lichtenhagen, das 2015 in seiner Hörspielversion die „Hörnixe“ gewonnen hat und bis heute noch an diversen Institutionen gespielt wird. Seit 2020 leitet er mit seiner Produktionsfirma Studio Marshmallow das Hamburger Festival „fluctoplasma – 96h Kunst Diskurs Diversität“ und er ist stellvertretender Vorstand der LAG Kinder- und Jugendkultur Hamburg. 2021 erhielt er zusammen mit dem Gesamtensemble den Deutschen Hörspielpreis für seine schauspielerische Leistung. 2022 veröffentlichte er u.a. seinen ersten Gedichtband „Über Wasser und Tote“ und kokuratierte 2023 die Ausstellung „Wer wir sind“ in der Bundeskunsthalle Bonn.
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Prof. Dr. Wolfgang Schneider
Vorstandsvorsitzender Fonds Darstellende Künste & Wissenschaftliche Leitung Forschungsprogramm
© PAP Branchentreff des LAFT Berlin Foto Mathias Voelzke
Prof. Dr. Wolfgang Schneider
Vorstandsvorsitzender Fonds Darstellende Künste & Wissenschaftliche Leitung ForschungsprogrammWolfgang Schneider war Gründungsdirektor des Instituts für Kulturpolitik der Universität Hildesheim und Inhaber des UNESCO-Lehrstuhls „Cultural Policy for the Arts in Development“ (2014 – 2020). Er war der erste Leiter des Kinder- und Jugendtheaterzentrums in der Bundesrepublik Deutschland, Vorsitzender des Theaterbeirates Niedersachsen, Mitglied des Beirates Tanz und Theater des Goethe-Instituts und als Sachverständiges Mitglied der Enquete-Kommission „Kultur in Deutschland“ des Deutschen Bundestages Berichterstatter u.a. für das Kapitel Theater. Er ist Vorsitzender des Fonds Darstellende Künste e.V., persönliches Mitglied der Deutschen UNESCO-Kommission, Vertrauensdozent der Friedrich Ebert-Stiftung, Mitglied des Bundesvorstandes des Kulturforums der Sozialdemokratie, Mitglied des Vorstandes der Initiative für die Archive des Freien Theaters e.V., Mitglied des Internationalen Theater-Instituts, Mitglied des Rates für darstellende Kunst und Tanz im Deutschen Kulturrat, Ehrenmitglied der ASSITEJ Deutschland und der Schweiz, sowie Ehrenpräsident der Internationalen Vereinigung des Theaters für Kinder und Jugendliche. 2018 wurde er wegen seines ehrenamtlichen internationalen Engagements vom Bundespräsidenten mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse ausgezeichnet. Zahlreiche Veröffentlichungen zur Theaterpolitik, Herausgeber u.a. von „Theater und Schule. Handbuch zur kulturellen Bildung“ (2009), „Theater und Migration. Herausforderungen für Kulturpolitik und Theaterpraxis“ (2011), „Theater entwickeln und planen. Kulturpolitische Konzeptionen zur Reform der Darstellenden Künste“ (2014), „Theatermachen als Beruf. Hildesheimer Wege“ (zusammen mit Julia Speckmann, 2017); „Partizipation als Programm. Wege ins Theater für Kinder und Jugendliche“ (zusammen mit Anna Eitzeroth, 2017), „Performing the Archive. Studie zur Entwicklung eines Archivs des Freien Theaters“ (zusammen mit Henning Fülle und Christine Henniger, 2018), „Theater in der Provinz. Künstlerische Vielfalt und kulturelle Teilhabe als Programm“ (zusammen mit Katharina Schröck und Silvia Stolz, 2019); „Theater in Transformation. Artistic Processes and Cultural Policy in South Africa“ (zusammen mit Lance Lebogang Nawa, 2019).
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Anna Wagner
Intendantin und Geschäftsführerin Künstler*innenhaus Mousonturm | Frankfurt am Main
© Maximilian von Lachner
Anna Wagner
Intendantin und Geschäftsführerin Künstler*innenhaus Mousonturm | Frankfurt am MainAnna Wagner ist seit September 2022 zusammen mit Marcus Droß Intendantin und Geschäftsführerin des Künstler*innenhaus Mousonturm in Frankfurt. Nach einem Studium der Theaterwissenschaft war sie als Assistentin der Tanzkuratorin am Hebbel am Ufer in Berlin tätig und leitete die Tanzsparte am Theater Freiburg, die sie von einem Ensemblebetrieb in eine Produktionsplattform für freie Choreograf*innen und Tänzer*innen verwandelte. 2014 wechselte sie als Dramaturgin an den Frankfurter Mousonturm. Dort etablierte sie kontinuierliche Arbeitsbeziehungen mit Tanz-, Theater- und Performanceschaffenden der nationalen und internationalen freien Szene wie Paula Rosolen, Eisa Jocson, Helgard Haug/ Rimini Protokoll, Jetse Batelaan und Eisa Jocson u.a.. Sie ist außerdem Mitbegründerin der Tanzplattform Rhein-Main und entwickelte zahlreiche Sonderprojekte und Festivals wie „Indonesia LAB“ (2015) „Oper Offenbach“ (2018) und „This is Not Lebanon“ (2021).