Tabori Preis 2026
© Dorothea Tuch
In diesem Jahr verleiht der Fonds Darstellende Künste zum 17. Mal den Tabori Preis. Damit ehrt er eine herausragende künstlerische Position und macht die Freien Darstellenden Künste als weitere wichtige Säule der Theaterlandschaft im Bundesgebiet sichtbar.
Tabori Preisträger*innen 2026
© Amelie Losier
raumlaborberlin
Der mit 100.000 Euro dotierte Tabori Preis des Fonds Darstellende Künste geht in diesem Jahr an raumlaborberlin. Damit ehrt die Jury eine künstlerische Position, deren langjährige und herausragende Arbeit sowohl im bundesweiten als auch im internationalen Kontext prägend wirkt. Die Vergabe des diesjährigen Preises begründete die Jury wie folgt:
„Die Projekte von raumlaborberlin greifen aktuelle gesellschaftliche Fragestellungen auf, sprechen bewusst auch Menschen außerhalb klassischer Theaterkontexte an und erreichen damit eine breite Aktivierung von Stadtgesellschaft. […] raumlaborberlin steht exemplarisch für eine künstlerische Haltung, die Räume öffnet, Strukturen schafft und die Formate und Besucher*innen der darstellenden Künste kontinuierlich erweitert.“
raumlaborberlin ist eine Kollektiv von neun Mitgliedern, die einen gemeinsamen Hintergrund in Architektur haben. Als Architekt*innen, Künstler*innen, Perfomer*innen, Erfinder*innen und Kurator*innen haben sie sich unterschiedliche Handlungsräume erschlossen. Die Gruppe entwickelte sich ab 1999 aus dem gemeinsamen Interesse an einem erweiterten Verständnis von Architektur, das sich inzwischen als Urbane Praxis etabliert hat. Die Arbeitsweise von raumlabor ist situativ und handlungsorientiert, ein inhaltlicher Schwerpunkt dabei ist die gemeinschaftliche Raumproduktion, als ergebnisoffener Prozess. Weitere Infos zur Company gibt es auch auf ihrer Webseite.
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Was bedeutet die Auszeichnung für Euch?
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Was zeichnet Deine Arbeit besonders aus?
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Welches Projekt würdet Ihr gern umsetzten, wenn Geld keine Rolle spielt?
Preisverleihung
Die bundesweit höchste Auszeichnung für die Freien Darstellenden Künste wird am 17. April 2026 im Rahmen des „Theaterpreis des Bundes” im Haus der Berliner Festspiele vergeben.
Jury
Die Vergabe erfolgt auf Basis eines Juryentscheids, der neben Vorstands- und Kuratoriumsmitgliedern des Fonds auch ausgewiesene Expert*innen der Freien Darstellenden Künste angehören. In beratender Funktion begleitet Holger Bergmann als Geschäftsführer des Fonds Darstellende Künste die Arbeit der Jury.
Die Jurymitglieder sind Amelie Deuflhard, Matthias von Hartz, Anne-Cathrin Lessel, Dan Thy Nguyen, Prof. Dr. Wolfgang Schneider, Anna Wagner.
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Amelie Deuflhard
Intendantin Kampnagel, Vorstandsmitglied des Fonds | Hamburg
© Marcelo Hernandez
Amelie Deuflhard
Intendantin Kampnagel, Vorstandsmitglied des Fonds | HamburgAmelie Deuflhard ist seit 2007 Intendantin von Kampnagel, der größten freien Bühne für internationale Performing Arts in Deutschland. Zuvor war sie künstlerische Leiterin der Sophiensæle und des Volkspalasts in Berlin. In ihrer Arbeit beschäftigt sie sich u.a. mit der Wechselwirkung zwischen Kunst, Kulturproduktion und Stadt sowie mit Fragen der Diversität, Dekolonisierung und Inklusion. Sie hat Kampnagel in einen Ort der Begegnung verwandelt, der internationale künstlerische Perspektiven in einen kontinuierlichen Austausch mit Aktivist*innen, Wissenschaftler*innen, lokalen Künstler*innen und diversen Stadtgesellschaften bringt. Amelie Deuflhard war Teil des Viererkuratoriums von Theater der Welt 2017. Sie ist Autorin zahlreicher Publikationen und hat regelmäßig Lehraufträge an Hochschulen inne. Für ihr Schaffen wurde sie 2012 mit dem Caroline-Neuber Preis und 2013 mit den Insignien des Chevaliers des Arts et Lettres ausgezeichnet. 2018 erhielt sie die Auszeichnung Europäische Kulturmanagerin des Jahres, 2021 den Berliner Theaterpreis.
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Matthias von Hartz
Kurator, Künstlerischer Leiter Zürcher Theater Spektakels | Zürich
© Kira Barlach
Matthias von Hartz
Kurator, Künstlerischer Leiter Zürcher Theater Spektakels | ZürichMatthias von Hartz studierte Wirtschaftswissenschaften und Regie in London und Hamburg. Nach Inszenierungen an Stadttheater und internationalen Produktionshäusern, entwickelte er Reihen mit Künstlern, Wissenschaftlern und Aktivisten für Museen und Theater. 2007 hat er mit europäischen Partnern das EU-Netzwerk IMAGINE 2020 zu Kunst und Klimawandel gegründet und sich seitdem mit ökologischen Fragen in der Kunst inhaltlich und strukturell beschäftigt. Von 2007-2011 leitete er mit Tom Stromberg das Festival Impulse und bis 2012 das Internationale Sommerfestival Hamburg auf Kampnagel. Nach Leitung des Festivals Foreign Affairs / Berliner Festspiele arbeitete ab 2016 als Artistic Advisor des Manchester International Festival MIF und kuratierte das internationale Programm des Athens und Epidauros Festivals. Seit 2018 ist er Co-Leiter und Künstlerischer Leiter des Zürcher Theater Spektakels.
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Anne-Cathrin Lessel
Künstlerische Leiterin LOFFT – DAS THEATER, Vorstandsmitglied des Fonds | Leipzig
© Tom Dachs
Anne-Cathrin Lessel
Künstlerische Leiterin LOFFT – DAS THEATER, Vorstandsmitglied des Fonds | LeipzigAnne-Cathrin Lessel studierte Theaterwissenschaft, Psychologie und Kulturwissenschaften an der Universität Leipzig. Bis 2011 arbeitete sie unter anderem freischaffend in künstlerischen Projekten mit Kindern und Jugendlichen, vordergründig am Theater an der Parkaue Berlin.
Ab 2011 Programm- und Produktionsleiterin am LOFFT – DAS THEATER, dessen Künstlerische Leitung und Geschäftsführung sie 2019 übernahm.
Anne-Cathrin Lessel engagiert sich seit vielen Jahren kulturpolitisch auf verschiedenen Ebenen: 12 Jahre lang war sie Vorstandsmitglied des Bundesverbandes Freie Darstellende Künste, seit 2020 ist sie Vorstandsmitglied im Landesverband der Freien Theater in Sachsen, seit 2023 Vorstandsmitglied im Fonds Darstellende Künste und ab 2025 Vorstand des
Bundesverband Zeitgenössischer Zirkus.
Sie ist unter anderem auch Mitglied verschiedener Fachjurys u.a. bei der Stadt Leipzig, Kulturstiftung des Freistaates Sachsen, Studienstiftung des deutschen Volkes, beim Nationalen Performance Netz und bei unterschiedlichen Festivals. -
Dan Thy Nguyen
Theaterschaffender, Leitung fluctoplasma Festival, Studio Marshmallow | Hamburg
© Nico Scagliarini
Dan Thy Nguyen
Theaterschaffender, Leitung fluctoplasma Festival, Studio Marshmallow | HamburgDan Thy Nguyen ist freier Theaterregisseur, Schauspieler, Schriftsteller und Sänger in Hamburg. Er arbeitete an diversen Produktionen u.a. im Ballhaus Naunynstraße, Mousonturm Frankfurt, auf Kampnagel, beim MDR und an der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen. 2014 entwickelte und produzierte er das Theaterstück „Sonnenblumenhaus“ über das Pogrom von Rostock -Lichtenhagen, das 2015 in seiner Hörspielversion die „Hörnixe“ gewonnen hat und bis heute noch an diversen Institutionen gespielt wird. Seit 2020 leitet er mit seiner Produktionsfirma Studio Marshmallow das Hamburger Festival „fluctoplasma – 96h Kunst Diskurs Diversität“ und er ist stellvertretender Vorstand der LAG Kinder- und Jugendkultur Hamburg. 2021 erhielt er zusammen mit dem Gesamtensemble den Deutschen Hörspielpreis für seine schauspielerische Leistung. 2022 veröffentlichte er u.a. seinen ersten Gedichtband „Über Wasser und Tote“ und kokuratierte 2023 die Ausstellung „Wer wir sind“ in der Bundeskunsthalle Bonn.
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Prof. Dr. Wolfgang Schneider
Vorstandsvorsitzender Fonds Darstellende Künste
© PAP Branchentreff des LAFT Berlin Foto Mathias Voelzke
Prof. Dr. Wolfgang Schneider
Vorstandsvorsitzender Fonds Darstellende KünsteWolfgang Schneider war Gründungsdirektor des Instituts für Kulturpolitik der Universität Hildesheim und Inhaber des UNESCO-Lehrstuhls „Cultural Policy for the Arts in Development“ (2014 – 2020). Er war der erste Leiter des Kinder- und Jugendtheaterzentrums in der Bundesrepublik Deutschland, Vorsitzender des Theaterbeirates Niedersachsen, Mitglied des Beirates Tanz und Theater des Goethe-Instituts und als Sachverständiges Mitglied der Enquete-Kommission „Kultur in Deutschland“ des Deutschen Bundestages Berichterstatter u.a. für das Kapitel Theater. Er ist Vorsitzender des Fonds Darstellende Künste e.V., persönliches Mitglied der Deutschen UNESCO-Kommission, Vertrauensdozent der Friedrich Ebert-Stiftung, Mitglied des Bundesvorstandes des Kulturforums der Sozialdemokratie, Mitglied des Vorstandes der Initiative für die Archive des Freien Theaters e.V., Mitglied des Internationalen Theater-Instituts, Mitglied des Rates für darstellende Kunst und Tanz im Deutschen Kulturrat, Ehrenmitglied der ASSITEJ Deutschland und der Schweiz, sowie Ehrenpräsident der Internationalen Vereinigung des Theaters für Kinder und Jugendliche. 2018 wurde er wegen seines ehrenamtlichen internationalen Engagements vom Bundespräsidenten mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse ausgezeichnet. Zahlreiche Veröffentlichungen zur Theaterpolitik, Herausgeber u.a. von „Theater und Schule. Handbuch zur kulturellen Bildung“ (2009), „Theater und Migration. Herausforderungen für Kulturpolitik und Theaterpraxis“ (2011), „Theater entwickeln und planen. Kulturpolitische Konzeptionen zur Reform der Darstellenden Künste“ (2014), „Theatermachen als Beruf. Hildesheimer Wege“ (zusammen mit Julia Speckmann, 2017); „Partizipation als Programm. Wege ins Theater für Kinder und Jugendliche“ (zusammen mit Anna Eitzeroth, 2017), „Performing the Archive. Studie zur Entwicklung eines Archivs des Freien Theaters“ (zusammen mit Henning Fülle und Christine Henniger, 2018), „Theater in der Provinz. Künstlerische Vielfalt und kulturelle Teilhabe als Programm“ (zusammen mit Katharina Schröck und Silvia Stolz, 2019); „Theater in Transformation. Artistic Processes and Cultural Policy in South Africa“ (zusammen mit Lance Lebogang Nawa, 2019).
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Anna Wagner
Intendantin und Geschäftsführerin Künstler*innenhaus Mousonturm | Frankfurt am Main
© Maximilian von Lachner
Anna Wagner
Intendantin und Geschäftsführerin Künstler*innenhaus Mousonturm | Frankfurt am MainAnna Wagner ist seit September 2022 zusammen mit Marcus Droß Intendantin und Geschäftsführerin des Künstler*innenhaus Mousonturm in Frankfurt. Nach einem Studium der Theaterwissenschaft war sie als Assistentin der Tanzkuratorin am Hebbel am Ufer in Berlin tätig und leitete die Tanzsparte am Theater Freiburg, die sie von einem Ensemblebetrieb in eine Produktionsplattform für freie Choreograf*innen und Tänzer*innen verwandelte. 2014 wechselte sie als Dramaturgin an den Frankfurter Mousonturm. Dort etablierte sie kontinuierliche Arbeitsbeziehungen mit Tanz-, Theater- und Performanceschaffenden der nationalen und internationalen freien Szene wie Paula Rosolen, Eisa Jocson, Helgard Haug/ Rimini Protokoll, Jetse Batelaan und Eisa Jocson u.a.. Sie ist außerdem Mitbegründerin der Tanzplattform Rhein-Main und entwickelte zahlreiche Sonderprojekte und Festivals wie „Indonesia LAB“ (2015) „Oper Offenbach“ (2018) und „This is Not Lebanon“ (2021).