GLOBAL VILLAGE KIDS Ländlich (10/2025)

Datum der Jurysitzung: 13. November 2025

Geförderte Vorhaben: 12

Das Projekt knüpft an das Märchen Dornröschen an. Die 13. Fee wurde nicht eingeladen – ausgeschlossen vom Fest, vom großen Fressen. Was, wenn man nicht dazugehört, obwohl man Teil der Gruppe ist? Ein Versehen, Pragmatismus – oder eine gezielte Attacke? Warum wurde ich aus der Chat-Gruppe entfernt, obwohl ich doch auch eine Fee bin? Wer ist eigentlich der Admin? Fragen wie diesen, Fragen nach gesellschaftlichen Ein- und Ausschlüssen und Möglichkeiten zur Teilhabe, will sich kollektiv:proton gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen zwischen 6 und 14 Jahren in Luckenwalde (Brandenburg) stellen.

Das Projekt ,,Kunst AM FLUSS!“ bietet Kindern und Jugendlichen zwischen 9 und 17 Jahren in Demmin (Mecklenburg- Vorpommern) verschiedene Workshops (Parcours Training, Contemporary Hip Hop, Physical Theatre und Performance) an und bildet sie in Video-, Sound- und Kompositionstechniken weiter. Inhaltlich werden geschichtliche Ereignisse des Ortes aufgegriffen. Die Ergebnisse werden in einer abschließenden Präsentation und einem selbstproduzierten Film gezeigt.

Im Projekt „Das Seerosengeflüster“ begeben sich junge Menschen zwischen 8 -16 Jahren im Jerichower Land (Sachsen-Anhalt) in einem Theater-Zirkus- Feriencamp auf die poetische Reise in die Welt der Wesen am Seerosenteich. In verschiedenen künstlerischen Laboren verwandeln sie sich in Pflanzen, Kobolde und andere Charaktere. Hierfür werden die Mittel des zeitgenössischen Zirkus, Musik, Bewegung und Theaters eingesetzt.

Über 1,5 Jahre sollen ein künstlerisch-dokumentarisches Filmprojekt und eine begleitende Social-Media-Präsenz entstehen, bei dem junge Menschen zwischen 7 -18 Jahren aus Elsterwerda (Brandenburg) ihren Alltag erzählen. Die meisten Teilnehmer*innen haben einen Migrationshintergrund. Der Landkreis Elbe-Elster ist geprägt von einer ausgeprägten rechtsextremen Szene. In den Medien wird der ländliche Raum Ostdeutschlands häufig als eine überwiegend weiße, alte Gesellschaft dargestellt. Das Projekt soll den Teilnehmer*innen die Möglichkeit geben, das Bild ihres eigenen Alltags dem öffentlich und medial geprägten Bild der Region gegenüberzustellen. Sie verhandeln dabei auf kreativer Weise wie sie mit der politischen Gemengelage umgehen und das, was sie selbst ausmacht – was sie teilen möchten.

Der Zirkus-Carnival „Große Leute“ ist ein Projekt für Kinder von 5 bis 11 Jahren in Zeitz (Sachsen-Anhalt), dessen Ziel es ist, vielfältige Möglichkeiten für kreativen Ausdruck, Selbstentfaltung und persönliche Entwicklung zu schaffen und eine eigene Stimme zu entwickeln. Alle Gruppen arbeiten regelmäßig in kreativen Werkstätten und Zirkus-trainings über mehrere Monate hinweg. Den Höhepunkt bildet der städtische „Carnival" im Juni 2026. Die Kinder wählen das Thema selbst, entwerfen Kostüme und Objekte, bereiten ihre eigenen Auftritte vor und werden so zu vollwertigen Autor*innen des Festes.

Das Gesamtprojekt verbindet drei Bildungseinrichtungen (Kita, Grundschule, Hauptschule) in Velbert (Nordrhein-Westfalen) zu einem gemeinsamen kulturellen Vorhaben. Ziel ist es, Kindern und Jugendlichen zwischen 4 – 16 Jahren aus unterschiedlichen Altersgruppen und kulturellen Hintergründen eine Bühne zu geben, auf der sie ihre Kreativität entfalten, Verantwortung übernehmen und Gemeinschaft erleben können. Den Höhepunkt bildet eine große Zirkusshow, in der alle Kinder gemeinsam auftreten und ihre Ergebnisse vor Angehörigen, Nachbarschaft und Stadtteil präsentieren.

Im Projekt „KreativRaum Bühne – Kinder gestalten Geschichten“ arbeiten Kinder im Alter von 6-10 Jahren über drei Ferienphasen hinweg in kreative Erfahrungsräumen, in denen sie durch Theater und künstlerisches Gestalten ihre Fantasie entfalten, Selbstvertrauen entwickeln und Gemeinschaft erleben können.

Im inklusiven und non-verbalen Theaterprojekt für junge Menschen zwischen 12 – 18 Jahren in Schwerte (Nordrhein-Westfalen) steht neben der Theaterrezeption das eigene Theaterspiel mit Techniken des Physical Theatre, Objekttheaters und improvisierten Theaters im Mittelpunkt.

In den vergangenen zwei Jahren hat das Theater am Rand mit dem TheaterJugendClub erfolgreich ein soziokulturelles Projekt für die Jugend zwischen 11 und 18 Jahren im Oderbruch (Brandenburg) etabliert. Aus der Erfahrung der letzten beide Jahre haben die Kinder und Jugendlichen klare Wünsche für die Zukunft formuliert. In regelmäßigen Abständen trifft sich ein altersübergreifender Jugendclub und möchte zwei Projekte angehen: eine Stückentwicklung mit dem Titel ,,Eve und Adam“ mit einer heutigen Perspektive auf das Stück ,,Der zerbrochene Krug“ von Heinrich von Kleist sowie eine Stückentwicklung zum Thema ,,Träumen für die Landschaft“, in der Kinder reflektieren, was ihnen fehlt an ihrem Umfeld, an der Region, in ihrem Alltag, und wie sie diese Lücken mit kreativen Ideen füllen können.

Im Zentrum des Projekts „REWE Royal“ steht ein Ort, den alle kennen, aber wer würde ihn ins Zentrum einer Theateraufführung stellen? Der REWE-Parkplatz in Anklam. Seit der Supermarkt gegenüber des Theater Anklam eröffnet wurde, hat sich sein Parkplatz zu einem inoffiziellen, aber sehr lebendigen sozialen Treffpunkt entwickelt – ein „Dritter Ort“. Jugendliche treffen sich dort nach der Schule, begegnen ihren Lehrer*innen privat beim Einkauf, trinken heimlich Alkohol, beobachten das Stadtleben, werden aber auch regelmäßig weggeschickt – von Erwachsenen, von der Polizei, von Mitarbeitenden. Mit der Rahmung dieses Orts sollen die Sehnsüchte und Wünsche der Jugendlichen zwischen 13 und 18 Jahren in Anklam (Mecklenburg-Vorpommern) in den Mittelpunkt gestellt werden.

Was hält Menschen zusammen, wenn vieles auseinanderdriftet – und was könnte künftig verbinden? Aufgrund der besonderen geografischen Lage des Projektortes in Benneckenstein (Sachsen-Anhalt) an der ehemaligen innerdeutschen ost-/westdeutschen Grenze stellen sich Fragen nach Rissen, Verklebungen und neuen Verbindungen. Wo sind wir so verklebt, dass nichts Neues entstehen kann? Was muss neu verklebt werden – und wo dürfen Brüche bleiben? Projektteilnehmer*innen im Alter von 14 bis 18 Jahren gehen diesen Fragen nach und entwickeln daraus und ausgehend von persönlichen Gegenständen eine Theaterperformance mit Texten, Kostümen, Bühne und Musik.

Wer hat eigentlich alles Wurzeln? Was sind Wurzeln für mich? Was bedeuten sie für dich? Wie klingt mein Wurzel-Song und wie deiner? Und vor allem: Was entsteht, wenn unsere Wurzeln sich verflechten und gemeinsam Musik machen und erzählen? In einer Serie von Workshops beschäftigen sich Kinder und Jugendliche zwischen 9 und 16 Jahre in Lehsten (Mecklenburg-Vorpommern) mit dem Thema Wurzeln als Metapher für Identität, Herkunft, Austausch und Gemeinschaft. Sie bringen ihre Stimmen, Sprachen, Erinnerungen, Lieder und Fantasien mit und entwickeln zusammen in Workshops zu Theater, Musik und Storytelling eine vielstimmige Radio-Musical-Show.