Produktionsförderung (04/2026)

Datum der Jurysitzung: 17. Juni 2026

Geförderte Vorhaben: 26

"Münchhausen" POUR ENSEMBLE Mixed-abled Theater Wuppertal Regie: Jakob Fedler, Kenji Takagi & Lioba Ullrich Dramaturgie: Katharina Weishaupt & Jonas Relitzki Bühne und Kostüm: Oliver Kostecka Spiel: Tim Alberti, Lilith Bernhard,Dorothea Brandt, Gunda Gottschalk, Luise Kinner, Leo Nitas, Jonas Relitzki, Kenji Takagi, Diana Treber, Lioba Ullrich & Ute Völker Musik: Gunda Gottsc

Zwei Schauspielerinnen und eine Comic-Künstlerin entwickeln ein interdisziplinäres Theaterformat für Jugendlich zum Thema „Cybermobbing- Gewalt im digitalen Raum“, das dieses ernste Thema lustvoll und spielerisch aufgreift und das sowohl in freien Spielstätten wie auch an Schulen im östlichen Vorpommern, in der Region Vorpommern- Greifswald und deren Umgebung angeboten wird.

„1000 Gesichter“ ist der zweite Teil der Reihe #Transgressing Bodies, in der Overhead Project Vertrauen, Körperlichkeit und kollektive Verantwortung erforscht. Ausgangspunkt ist die Frage: Wie viele Menschen braucht es, um einen Körper zu tragen? Die interaktive Performance lädt dazu ein, loszulassen, Verantwortung zu teilen und eigene Grenzen im Zusammenspiel mit anderen Körpern neu zu verhandeln

Tanzstück für Kinder im Grundschulalter über Konzentration, Impulsivität und kreative Energie. Seit 2023 befassen wir uns mit Neurodiversität und richten den Blick nun auf den Schulalltag, in dem Konzentration, soziale Dynamiken und Selbstwahrnehmung täglich gefordert sind. Man folgt drei Charakteren, die einen unordentlichen Klassenraum aufräumen sollen und sich dabei in Ablenkungen verlieren.

BACKSTAGE EUROPE ist Figurentheater für Erwachsene über Arbeit, Herkunft und die unsichtbaren (Arbeits-)Kräfte, die Europa zusammenhalten. In einer Kantine zwischen Ost und West treffen Puppen, Objekte und Performende aufeinander und erzählen von (Wirtschafts-)Migration, Zugehörigkeit, Klassismus und Enttäuschung – poetisch, politisch, eigensinnig und mit trockenem Humor.

BIG BANGING ist eine Aufklärungsstunde als Gegenentwurf zu aufkommendem Neo-Eugenik. Das Ensemble des Theater Thikwa tritt als Expert*innen auf und zeigt: Sex ist vielfältig und Vielfalt sexy. Inspiriert von Queerer Ökologie und dem Ecosexual Manifest von Sprinkle und Stephens konfrontiert das Stück klassische Sexualkunde mit der Erotik der mehr-als-menschlichen Welt – water makes us wet!

Deepfakes. Screenshots. Ghosting. Cybermobbing für junge Menschen zum Alltag. In Chats geht es manchmal übel zu. Wann springt der die Nachricht, die Beleidigung, die Drohung in die Realität? Chats (AT) widmet sich dem Themen Cybermobbing und online Kommunikation und erforscht wie sich Sprache, Dialog und Gruppendynamik durch den digitalen Alltag verändert.

Circus Bauhaus untersucht den Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart durch zeitgenössischen Zirkus, Tanz und Sound. Ausgehend von drei Bauhaus-Biografien zwischen Widerstand, Kollaboration und Exil fragt die Performance danach, wie Entscheidungen über Zeit hinweg nachwirken.

Würden die Sterne nicht in Explosionen verglühen, gäbe es uns nicht, denn wir bestehen aus Sternenstaub. Astronaut*innen beschreiben, dass beim Blick aus dem Weltraum auf die Erde politische Grenzen verschwinden und die Zerbrechlichkeit der Erde deutlich wird. In Kooperation mit Astroteilchenphysikern vom DESY erleben wir im Theater unser Verhältnis zum All und erkunden dabei Sonne und Neutrinos.

Komm in den Pop-Up-Garten! Das Projekt „Das Nest – Spekulative Biotope als widerständige Räume“ fragt, wie sich widerständige Praktiken nicht-menschlicher Wesen zeigen und was können wir von ihnen über Fürsorge und Sabotage lernen können? Es verbindet Recherche mit Environmental Storytelling und schafft hybride Erfahrungsräume, wo sich biologische Prozesse und digitale Spekulationen überlagern.

„Das Wohnzimmer meiner Eltern“ ist eine poetische, intime und zugleich gesellschaftlich relevante Auseinandersetzung mit Herkunft, Generationenbeziehungen und postmigrantischen Perspektiven. In der Inszenierung verschränken sich Vergangenheit und Gegenwart, Biografie und Inszenierung, individuelle Erlebnisse und kollektive Erfahrungen.

Das Wintermärchen „Der Schneekönig“ ist ein musiktheatrales Kooperationsprojekt von Prinzip Rauschen und dem treppenhausorchester Hannover. Die Inszenierung verbindet Live-Musik, performatives Theater und partizipative Situationen zu einer poetischen Wintergeschichte über eine Welt im Umbruch. Die Inhalte entstehen gemeinsam mit Schüler*innen aus Hannover.

Der Wald verspricht (AT) Menschen spazieren durch einen Wald – und rezitieren. Sie erinnern an beinahe Vergessene: Geflüchtete, Holocaust-Opfer, Gastarbeiter*innen. Ein Bürger*innenbühnen-Projekt der Schwankhalle Bremen, das Laien aller Altersgruppen einlädt, selbst zu entscheiden, wessen Geschichte sie weitertragen wollen. Musikalisch begleitet vom Schwankcore

Das Projekt GHOSTS soll unbekannte Zeugnisse teilen und die Bedingungen offenlegen, unter denen Menschen im Schatten leben. Es geht um Migrant*innen, politische Dissident*innen, Menschen, die in Transitzentren auf der ganzen Welt festgehalten werden, illegale Arbeiter*innen-Gruppen in wachsenden Parallelgesellschaften. Eine gemeinsame Produktion mit der Kompanie Fix+Foxy (Kopenhagen).

Das Ensemble DieOrdnungDerDinge und der Chor des Jungen Ensembles Berlin laden zu einer immersiven Performance im Grunewald ein. Ausgestattet mit Funkkopfhörern durchwandert das Publikum Klangstationen, die den Wald vom Hintergrund zum aktiven Partner machen. Zwischen Chorgesang, Soundscapes und visuellen Filtern entsteht eine neue Beziehung zur Umwelt.

„I am the (authy) way“ ist eine interaktive, partizipative Audio-Tanzperformance über Sprache, Gesten und Bewegungsmuster von Autorität und Macht. 40 Besucher:innen und 3 Performer:innen teilen sich einen Raum, gesteuert durch Audio-Impulse via Kopfhörer. Zwischen Führung und Eigenverantwortung entsteht eine live modulierte Choreografie, die Autorität körperlich erfahrbar und hinterfragbar macht.

Die Idee zu Maman Ghanoush entstand aus der Sehnsucht, eine Form von radikaler Freude durch Tanz sichtbar zu machen; jene, die ich aus der deutschen Hip Hop Kultur durch Cyphers, aber auch aus der persischen Festkultur kenne. Eine Freude, die trotz Unterdrückung, Exil und Schmerz überlebt haben und uns als Kollektiv am Leben erhalten.

kopróchoma bricht in MOLD ME MEDEA mit Verwertungslogiken von Körper und Natur: Die interaktive Video-Performance verschwestert Medea und die Wahner Heide mit mehr-als-menschlichen Akteur*innen. Pilzkulturen wachsen auf dem Kostüm, Medea tötet Kreon, die Zuschauer:innen bestimmen über den weiteren Verlauf. Begeben wir uns immer wieder in diesselben Loops der Reproduktion von Macht und Ausbeutung?

In Moonlight Sonata of Virgin Ghosts (AT) interpretiert Sujin Lee mit drei Tänzerinnen und einer Sound-Performerin die Figur des koreanischen Jungfraugeists neu. Zwischen Jenseits und Gegenwart verbinden sich Tanz, Klang und feministische Perspektiven zu einer poetischen Horror-Komödie über Identität, unterdrückte Emotionen und die Frage nach Stillstand und Ruhe in einer Leistungsgesellschaft.

Es tritt ein virtuelles Wesen in Erscheinung, das sich von dem digitalen Hass ernährt, der unsere Welt durchseucht. Jeder Hasskommentar macht sie stärker. Eine KI-Vampirin zieht dich in ein transformatives Game Theater, in dem nicht nur der Hass in Stärke, sondern auch du in ein Magical Girl verwandelt wirst. Gemeinsam mit Gleichgesinnten trittst du in einen Kampf für Liebe und Gerechtigkeit.

generation abcxyz (AT) ist eine partizipative Lecture-Choreografie, in der ein Kind und ein Erwachsene sich dem Thema Adultismus performativ und choreografisch widmen. Das intergenerationelle Stück bringt vom Entstehungsprozess bis auf die Aufführung Perspektiven von unterschiedlichen Generationen zusammen, in einem unermüdlichen und humorvollen tour de force zwischen Jung und Alt.

The Unseen von der Hamburger Choreografin Monique Smith-McDowell ist eine Tanzproduktion für drei Performer*innen mit schwarzen, migrantischen und queeren Perspektiven. Bewegung, Klang und Audiodeskription werden zu Ausdruck von Resilienz und Widerstand. Im ehemaligen Recyclingzentrum in Rothenburgsort entsteht ein immersiver Raum kultureller Sichtbarkeit und Selbstermächtigung.

UNICORN ist das, was man nie findet, egal wie lange man sucht: jener mythische Zustand der Ankunft, den das Schaffen einem fast nie gewährt. Ein neues Duett von Landerer&Company: zwei Künstler*innen, ein Zaun, Textfragmente aus zwei Karrieren – andere, die versucht haben, sie in Worte zu fassen. UNICORN ist ein Zustand. Eine Abrechnung. Das, was einen trotz allem weitertreibt.

Jamie und Ari mögen sich. Karin und Tom auch. Sie sind zwar auf zwei verschiedenen Partys, aber ihre Geschichten sind identisch. Bis sie es nicht mehr sind. YES YES YES - eine interaktive Lecture Performance, die sich ernsthaft, humorvoll und persönlich fragt, was gesunde Beziehungen ausmacht, welche Kraft Begehren haben kann und warum beiderseitiges Einverständnis die einzig mögliche Grundlag ist

„Zeitenwende – Mit Waffen leben“ geht auf Recherche an Orten der Waffenproduktion in Deutschland: Wie leben Menschen, deren Jobs durch Kriege gesichert sind? Brauchen wir Waffen zur Verteidigung von Demokratie und Freiheit? Poetische Verdichtung trifft auf reale Stimmen, O-Töne auf Texte von Zweig und Suttner. Theater zwischen globaler Aufrüstung und lokalem Überleben, Sicherheit und Zweifel.

Zimt und Zinnober ist ein weihnachtliches Objekttheaterspektakel, in welchem die beiden Figurenspielerinnen Sarah Wissner und Lara Epp zwischen Mehl und Schneebesen Wesen und Welten entstehen lassen, die eine besondere Perspektive auf das Thema Freundschaft und Zusammenhalt eröffnen - mal zum kaputtlachen komisch, mal zart und poetisch.