Produktionsförderung (05/2025)
Datum der Jurysitzung: 26. Juni 2025
Geförderte Vorhaben: 28
In ,,…und tschüss!” erkunden Theater Thikwa und Turbo Pascal mit einem mixed-abled Ensemble Flucht- und Bleibefantasien in Zeiten globaler Krisen. Zwischen Reality-TV-Parodie, Greenscreen-Trips und realen Barrieren entsteht eine interaktive Performance über Auswanderung, Utopien – und die Frage, wie ein solidarisches Bleiben aussehen kann.
Mit ,,Fidelio” widmet sich das Musiktheater-Kollektiv [in]operabilities erstmals einem echten Klassiker. Ausgehend von ihren Lebenswirklichkeiten befragt das interdisziplinäre Ensemble Beethovens idealistische Oper zu Unterdrückung, Subversion und Freiheit. Dabei entfaltet sich eine musiktheatrale Formensprache, die die Möglichkeiten des Genres neu auslotet - eine barrierefreie “Befreiungsoper”!
„Alpha“ ist eine Objekttheaterinszenierung für Menschen ab 6 Jahren, die Klischees von Männlichkeit hinterfragt. In einem co-kreativen Forschungsprozess mit Kindern und Jugendlichen beschäftigen sich Prinzip Rauschen mit stereotypen Geschlechterdarstellungen und suchen nach Alternativen. Ergänzt wird die Inszenierung durch ein begleitendes Vermittlungsangebot.
,,Anatomy of Words" ist eine Tanzperformance, die alltägliche Gesten als gemeinsame, transformative Erfahrungen neu interpretiert. Mit 15 Tänzer*innen mit Parkinson verbindet das Stück Bewegung, Musik und Text, um Wahrnehmung, Zugänglichkeit und kollektiven Ausdruck in der Live-Performance zu erforschen.
„Ātmæn“ ist das erste Projekt eines neuen gegründeten Hamburger Tanz-Kollektivs. Der Titel bezieht sich auf das deutsche Wort „Atmen“ und das Sanskritwort „Ātman“ (Seele). Aus einer dekolonialen Perspektive geht es uns um das Recht auf saubere Luft. In unseren Herkunftsländern leiden wir unter Vergiftungen und der Erfahrung eines Lebens im Smog. Diese biografische Kopplung prägt unser Vorhaben.
Die Choreografen Pau Aran und Helge Letonja erforschen mit dem Ensemble Of Curious Nature die Bedeutung von Körpererfahrungen für die Persönlichkeitsentwicklung und Identität. Das Projekt reagiert auf aktuelle gesellschaftliche Debatten rund um Körperlichkeit, Gender und Identität und nutzt dabei eine körperbasierte Kunstpraxis als Strategie der Auseinandersetzung.
In „Acts of Violence“ bringt Fabrice Mazliah menschliche und künstliche Körper zusammen, um die Mechanismen von Gewalt und Macht zu erforschen, denen beide ausgesetzt sind. Dabei untersucht er die Beziehung zwischen Technologien und Menschen als auch die Spannungen zwischen Modernität und altem Wissen, Kontrolle und Widerstandsfähigkeit sowie Technologie und menschlicher Zerbrechlichkeit.
Inspiriert von der Lebensgeschichte einer hundertjährigen Frau, verbindet ,,Ella" Tanz, Text, Perkussion und dokumentarische Audioaufnahmen zu einer fein pulsierenden Performance über die Kraft von Großmüttern. Welche Vorstellungen von Weiblichkeit, Herkunft, Familie oder Heimat haben sich in unsere Körper eingeschrieben? Und wie wollen wir die Geschichte weiter erzählen?
,,FURY" setzt sich mit Streit als performativer Kommunikationsform auseinander und transformiert die Energie von Konflikten, Body Art-Formaten und Elementen brutalistischer Ästhetik in ein bildgewaltiges Bühnenkunstwerk. SKART & MOTU kooperieren dazu mit Mitgliedern von Meine Damen & Herren, dem Seniorenheim Epiphanienhaus, der Stadtteilschule Altona, Gob Squad’s Sarah Thom und Günter Reznicek.
Die installative Performance ,,Hammerschlag" reinszeniert die ,,Hamburger Spiegelaffäre", ein Meilenstein queerer Geschichte in der BRD. Im Juli 1980 zerschlug ein queeres Kollektiv mehrere zur Überwachung von Männern auf Toiletten genutzte Spiegel und beendete damit, zumindest in Hamburg, widerrechtlich von der Polizei geführte "Rosa Listen". Es bleibt die Frage: Wie sieht Überwachung heute aus?
Das Theaterkollektiv Panzerkreuzer Rotkäppchen (PKRK) produziert für das 70. Jubiläum des Friedrich-Wolf-Theaters in Eisenhüttenstadt die Revue ,,Hüttenstadt Elegie". PKRK inszeniert diese Jubiläumsshow als einen rauschenden Festakt: mit ostalgischen Rückblicken, mutiger Melancholie, und glanzvollen Aussichten in die Zukunft. Das Theaterhaus soll nach außen strahlen an seinem 70. Jahrestag!
,,Energie" ist ein auf den Hamburger Hafen zugeschnittenes Performanceprojekt zum Thema Koks (Kohlekoks und die Droge). Koks: zwei Stoffe mit blutigen Spuren. Eine Geschichte von indigener Kultur, missglücktem Kohleausstieg, Partys und Drogen, dem Hafen als Umschlagplatz und einem Spannungsfeld zwischen Aktivismus und Hedonismus. Hafenrundfahrt, Straßenperformance und Clubbesuch inklusive.
Ausgehend von der Figur des Krabat begeben sich schoenbrodtkuerschner auf die Suche der Bedeutung von Wahrheit in einer sich in Einzelrealitäten zersplitternden Welt. In Kooperation mit dem Figurentheaters Osnabrück wird anknüpfend an die Idee des Wandermarionettentheaters ein zeitgenössisches deutsch-sorbisches Musiktheaterwerk geschaffen.
,,MAMI WATA" ist eine hybride Musik- und Tanz-Performance über Sirenen, Unterwasserwelten und hydrofeministische Zukünfte. Ausgangspunkt ist die Erzählung einer Rettung durch eine Mami Wata auf dem kamerunischen Fluss Wouri. Künstlerinnen aus drei Kontinenten gestalten eine immersive Installation aus Klang, Ritualen, VR und doku-fiktionaler Narrationen.
,,Mission Impossible - Wer rettet die Innenstadt?" ist ein App-basiertes Spiel, in dem das Theaterpublikum in den Straßen rund um die Frankfurter Zeil miteinander agiert, den Konsumraum als Spielraum entdeckt und praktisch die Frage nach der Zukunft der Innenstädte stellt. Die Performance erkundet den innenstädtischen Raum auf eine spielerische und utopische Nutzung jenseits des Konsums hin.
Ein leeres Freibad nach Schließung am Abend: Wasserbecken. Kiosk. Rutsche. Die audiovisuelle Performance ,,FREIBAD ZWEITAUCHEN" (AT) ergründet in zwei Bädern in Ost- & Westdeutschland die feinen Unterschiede der persönlichen Erzählungen deutsch-deutscher Identität. Freibadstimmung auf den Ohren, aufblasbare Schwimmobjekte auf dem Rasen und Wasserballett im großen Becken: Abtauchen inklusive!
„Negotiating Power“ (AT) ist ein körpergewordener Aufstand, roh und vibrierend. In der Verbindung von Zeitgenössischem Tanz und Krump entsteht eine eindringliche Performance über Macht, Widerstand und Ermächtigung. Ausdrucksstark und direkt verhandelt das Stück gesellschaftliche Unterdrückung – und bleibt dabei immer nah an unserer heutigen Realität.
Soziale Medien und Künstliche Intelligenz verändern unser Leben, unser Miteinander – uns. Neue Werkzeuge – Neuer Mensch? erforscht mit 16 Laien- und Profitänzer*innen, Bild und Klang das Wechselspiel zwischen Mensch und Technologie. Die interdisziplinäre Performance erzeugt einen immersiven Erlebnisraum, dem Sog des Internets nachempfunden und gleichzeitig auch ein Appell an die Menschlichkeit.
In ,,Notes of Self" verwebt James Batchelor Ausdruckstanz, Kindheitserfahrungen und zeitgenössische Bewegung zu einem vielstimmigen Solo. Entstanden im intergenerationellen Dialog, wird das Stück zu einem poetischen Spiel zwischen Anarchie, Struktur und radikalem Selbstausdruck.
,,ONES UPON ZEROS" reflektiert die gesellschaftlichen Folgen von Quantencomputing und KI durch Tanz, Technologie und Körper. Das multimediale Tanzprojekt macht erfahrbar, wie Realität heute entsteht – zwischen Beobachtung, Daten und Identität. Ein sinnlicher Denkraum über Verantwortung, Teilhabe und die Zukunft in einer digital geprägten Welt.
Dieses Stück lässt sich von ökologischen Veränderungen, sozialen Bewegungen, persönlichen Entscheidungen und der Ungewissheit von Zukunft inspirieren und erforscht, wie solche Schwellenwerte erreicht werden und welche transformatorischen Folgen sie haben können – mit dem Medium des Tanzes, der Bewegung von lebendigen und gestalteten Körpern im Raum.
ψύχω, psycho altgriechisch für „ich atme/ hauche/ blase/ lebe“.
,,PSYCHO" setzt sich mit dem Atem als auch der Apnoe und deren Einfluss auf Körper und Emotionen und im Besonderen auf Körperblockaden auseinander, da die Performer*innen diese als Trigger ansehen, aus denen weitere Körperimpulse bzw. Blockaden, also eine Form von Nicht-Bewegung, Bewegungsunterbrechung oder Dysmorphien entstehen.
Wodurch werden die Dinge uns wertvoll? Mit ihrer Stückentwicklung ,,kaputt" (Altersempfehlung 3+) setzt sich die freie Theatergruppe die exen mit dem Umgang mit Dingen und ihrem Kaputtgehen auseinander. Wegwerfen ist heute die gängigste Lösung für das Problem des Kaputtgehens. Doch die Frage, wie mit Gütern umgegangen wird, ist unter dem Aspekt der knapper werdenden Ressourcen immer brisanter.
Raus aus dem Monolog und verbinde dich mit deiner Stadt!
In der STORY KARAOKE BAR werden echte Geschichten aus Dresden lebendig: Besucher*innen performen Interviews aus der Nachbarschaft live am Mikrofon – wie Karaoke, nur mit Erzählungen statt Songs. Eine inszenierte Begegnung zwischen einer Gruppe von Fremden entsteht und entwickelt sich zu einer kollektiven Übung des Zuhörens und Erzählens.
In ,,THE GHOST IN THE GLITCH" verschmelzen Tanz, Tech und Rebellion: Zwischen digitalen Fragmenten und glitchender Körperlichkeit kämpfen posthumane Wesen um Autonomie. Eine Cyberpunk-Choreografie, in der jede Bewegung Widerstand ist – und jeder Fehler ein Aufschrei.
Es geht um unsere Freiheit – politisch, individuell und musikalisch. Das 14. Jahrhundert, seine Geschichte und seine Musik dient uns als Spiegel, um Gegenwart und Zukunft in Punkto Freiheit in den Blick zu nehmen. Text, Musik, Aktion, Bild, Szene sowie die in partizipativen Aktionen gesammelten Stimmen aus unserer Stadtgesellschaft schaffen einen vielschichtigen performativen Denkraum.
„Wenn die rote Sonne glüht“ ist eine Tanzproduktion zwischen Deutschland und Argentinien, die indigene Guaraní-Weltanschauungen und ihre Beziehung zur Natur erforscht. Inspiriert von „yvy marãey“ der Legende vom „Land ohne Übel” und der eigenen Familienbiografie kreieren zwei Schwestern mit einem interdisziplinären PoC Team bewegte Narrative zwischen ökologischem Kollaps und kolonialem Erbe.
Kaum melden sich Überlebende rechter Gewalttaten zu Wort, taucht die Behauptung auf, es handele sich nur um „Krisendarsteller*innen“. Was bitte sind „Krisendarsteller*innen“? In der realen Welt sind es Statisten bei Katastrophenschutzübungen. andcompany&Co. melden sich freiwillig. Als ausgebildete „Krisendarsteller*innen“ sind sie bereit, die „Spiegelwelt“ faschistischer Doppelgänger zu betreten.