Wiederaufnahmeförderung (03/2025)
Datum der Jurysitzung: 29. April 2025
Geförderte Vorhaben: 15
"ANASTASIA - Auf der Spur völkischer SiedlerInnen" ist eine dokumentarische Stückentwicklung über die neurechte Anastasia-Bewegung. Im ländlichen Raum kaufen Anhänger:innen Grundstücke, um Siedlungsprojekte im Sinne ihrer Blut-und-Boden-Ideologie zu entwickeln. Auf Basis einer intensiven Recherche entsteht eine interaktive Performance, die spielerische, informative und immersive Elemente vereint.
Wie kommt das Thema Künstliche Intelligenz humorvoll und aufregend auf die Bühne? Im Setting eines immersiven Labors erlebt das junge Publikum die Entwicklung zweier KI-gesteuerter Wesen hautnah mit: wie sie optimiert und mit Daten und Bewegungen gefüttert werden, aber auch, wie ihr Drang nach Unabhängigkeit und Freiheit immer mehr wächst. Wird es ihnen gelingen, den eigenen Code zu knacken?
ABGELEHNT! Welche Erfahrungen machen Menschen mit und ohne Behinderung im Verwaltungsdschungel? glanz&krawall und Theater Thikwa beackern einen Themenkomplex directly from hell: die deutsche Bürokratie. Gegen die Verwaltung, für die Verwaltung, als „Tüten“, vor allem aber als Menschen, deren Leben so viel komplexer und vielfältiger ist, als dass es sich mithilfe von Verordnungen einhegen ließe.
Der Mensch und Komponist Hanns Eisler steht im Zentrum der neuen Produktion der Compagnie Freaks und Fremde: gewitzt, kämpferisch und voller Widersprüche.
In einer Collage ausgewählter Lieder und überraschender szenischer Elementer, animierter Video-Projektionen, Diskurs, Schauspiel und Puppentheater entsteht das vielschichtige Porträt eines außergewöhnlichen Komponisten.
Hendrik Quasts Haare haben ihn verlassen. Eine volle Mähne, so hat er vom „König der Löwen“ gelernt, symbolisiert Status und Klasse. Er unterzieht sich einer Haartransplantation und verwandelt diese Umstrukturierung in eine skurrile Performance. Im Mix von Stand-up, Musical und Body-Art beleuchtet er seine schamvollen Erfahrungen und enthüllt einen Klassenwechsler zwischen Zu- und Hairkunft.
„Hörst du mich? - Über viet-deutsche Sprachlosigkeit“ ist eine Stückentwicklung im Bereich Schauspiel mit Musik und Tanz und verhandelt das Scheitern der Kommunikation von viet-deutschen Menschen aus der zweiten Generation zu ihren Eltern. Es geht um die Identitätsfindung zwischen zwei Kulturen und die Frage, wie man sich zwischen diesen Welten orientieren kann.
In Berlin und im thüringischen Schwarzburg wird aus Texten und Musiken des Engländers Chris Thorpe eine mobile interaktive Trio-Performance weiterentwickelt. Autor und Performance inspirieren potentiell alle Menschen dazu, jetzt um die Dinge zu trauern, die sie aufgrund der katastrophalen Klimaveränderungen der nahen Zukunft verlieren werden - um dann miteinander solidarisch sein zu können.
KAKAO ist die erste Kinderproduktion des KMZ KOLLEKTIV. Die interaktive Performance verbindet historische und soziale Aspekte des Kakaos mit Materialrecherche und persönlichen Biografien. Ursprünglich für die Jahrhunderthalle Bochum entwickelt, wird sie nun für Theaterbühnen adaptiert. In Kooperation mit dem Mousonturm (Frankfurt) feiert sie am 28. Juni 2025 Premiere, gefolgt von einer Vorstellung
Klingsau ist eine immersive Opernperformance von Theater Thikwa und Hauen und Stechen und eine antifaschistische Auseinandersetzung mit Wagners braunem Vermächtnis. Der naive Tor Parsifal wurde verarscht, die Nazis haben fast gewonnen. Doch Klingsau, der Bösewicht, besinnt sich eines besseren und macht einen anarchischen Raum des Widerstands auf.
NON+ULTRAS war bei der Premiere ein großer Erfolg. Sämtliche Vorstellungen waren ausverkauft. Aufgrund der gesellschaftlich relevanten Thematik besteht hohe Nachfrage nach weiteren Vorstellungen in München und international. Eine Wiederaufnahme würde nicht nur diesem Interesse gerecht werden, sondern auch internationale Veranstalter*innen zur Tanzwerkstatt Europa einladen
In einer interaktiven Konzertperformance tauchen wir in die Unterwasserwelt der Oder– ein multisensuales Erlebnis aus Neuer Musik und Field Recordings,Videoprojektion und Publikumsgesprächen.
In dem zukunftsweisenden Format senSONICtalk© diskutiert FrauVonDa multiperspektivisch die aktuellen transnationalen,gewässerökologischen Fragen– zwischen wissenschaftlichen Fakten und künstlerischer Fiktion.
OPERA OF HOPE erzählt die Geschichte einer jungen Schwarzen Frau auf dem Weg in eine ungewisse Zukunft, die für so viele ähnliche Geschichten steht. Täglich machen sich Menschen auf den beschwerlichen, oft lebensbedrohlichen Weg nach Europa, wo sie nicht nur ihre Migration, sondern ihre Menschlichkeit begründen müssen. Wie weitermachen, wenn alles noch schlimmer zu werden droht?
Wie wir das Leben vergangener Zeiten erinnern, ist geprägt durch die Geschichten, die wir darüber erzählen. hannsjana lädt das Publikum ein, auf dem Gelände der ehemaligen Filmfabrik nach verschütteten Erzählungen zu suchen. Sie finden Spuren von weiblicher Arbeit und politischen Bewegungen und treffen auf einen besonderen Dinosaurier, der eine feministische Rekonstruktion erfordert.
In dem performativen Diavortrag „Über das Unbehagen zu wohnen“ sucht Eleonora L. Herder nach den verschwiegenen Echos ihrer Familiengeschichte. Anhand von Dokumenten und Objekten präsentiert sie eine alternative Perspektive auf deutsch-jüdische Identität, in der die Grenzen zwischen Politik und Privatem sowie Opfer- und Täterrollen verschwimmen.
Das Stück "Zusammenarbeit mit einem Toten/Współpraca ze zmarłym" verhandelt auf spielerische und poetische Weise Fragen über das Kennenlernen einer Person. Dabei wird mit unterschiedlichen theatralen Mitteln versucht, dem unbekannten Vater näher zu kommen: durch Interviews mit Verwandten, durch musikalische Interventionen oder aber durch das bespielen übriggebliebener aufgefundener Dokumente.