Wiederaufnahmeförderung (08/2025)
Datum der Jurysitzung: 16. Oktober 2025
Geförderte Vorhaben: 12
In der Kriegs-Berichterstattung bleiben die Fixer im Krieg gegen die Ukraine häufig unsichtbar: Wie erleben sie die Entstehung von Geschichten, hin- und hergerissen zwischen der eigenen Loyalität und der Agenda der Medien, die „Storys” wollen? Die Wiederaufnahme wird mit Fokus Barrierefreiheit adaptiert – mit Audiodeskription und Touch-Tour für blindes und seheingeschränktes Publikum.
Alles Mögliche ist ein Training der gemeinsamen Imagination, der individuellen Initiative und der Kollaboration. Und eine Feier der einzigartigen Gegenwart im Theater.
Alles Mögliche ist eine improvisierte Performance mit äußerst überschaubaren Mitteln. Die Bühne ist leer und es gibt nur eine Regel: Alles, was auf der Bühne gleich passieren soll, muss vorher öffentlich angekündigt werden.
Diese True-Crime-Performance behandelt den ungelösten Fall einer aufgelösten Frau: Simone Dede Ayivi geht es nicht gut. Doch wer oder was ist dafür verantwortlich? Ist der Kapitalismus schuld oder fehlt einfach die richtige Atemtechnik? Der Fall ist komplex. Denn im Laufe der Ermittllungen wird klar: Simone Dede Ayivi ist nicht das einzige Opfer.
Mit ihrer wiederaufgenommenen Produktion „CRASH! Deal with it“ widmen sich HARTMANNMUELLER erneut dem Thema Wut: gewohnt ungewöhnlich, noch persönlicher – und diesmal für ein junges Publikum. Was entsteht, ist eine nicht weniger kraftvolle Erfahrung mit dieser menschlichen Grundemotion. Die Bühne wird dabei zum Austragungsort, an dem die tänzerische Performance sie auf der Bühne erwachsen lässt...
Swoosh Lieu laden zu einer cyberfeministischen Séance in Form eines Audio-Video-Walks. Ausgerüstet mit Smartphone und Kopfhörern, begleitet durch ein digitales Medium können die Zuschauer*innen Kontakt zu Gespenstern aufnehmen: Im Kontakt mit den Gespenstern spinnen sich so Fäden zwischen Vergangenheit und Gegenwart, aus denen sich die Möglichkeiten anderer Zukünfte eröffnen.
Das Stück „Four Non Blondes“ nimmt einen Essay der US-amerikanischen Autorin Claudia Rankine zum Anlass, sich mit dem Phänomen der „Blondness“ auseinanderzusetzen. Inspiriert durch diesen Essay beschäftigt sich das Projekt mit den vielfältigen Nuancen von Blondheit. Dabei werden sowohl die Kulturgeschichte blonder Haare mit einbezogen, als auch die persönlichen Erfahrungen der Performer*innen.
BOYS* IN SYNC nimmt die erfolgreiche Inszenierung "InterEuroVision" wieder auf - mit Vorstellungen am TNT Marburg und der Residenz Schauspiel Leipzig. Seit ihrer Premiere Anfang 2025 wurde die Arbeit über den vergessenen osteuropäischen Musikwettbewerb Intervision u.a. zu den Berliner ATT eingeladen. Für aktuelle und zukünftige Vorstellungen finden Umbesetzungen und Technik-Überarbeitungen statt.
Wer bist du, wenn alle mitreden? Die Inszenierung Macht endlich das Licht an! – Eine Rothschild Variation erzählt die Geschichte der berühmten jüdischen Familie jenseits von Mythen und Propaganda. Vier Geschwister kämpfen zwischen Natur, Kunst, Jazz und Politik um Selbstbestimmung – eine choreografierte Familiensaga über Verantwortung, Zerwürfnisse und Solidarität über Generationen hinweg.
Die Metapher des Jungbrunnens führt das Kollektiv BKM Performance ins Schwimmbad der Senior*innenresidenz am Dom Köln – einen Ort der Vergänglichkeit. Mit Seniorinnen, Tänzer*in und Sänger*in entsteht ein intergenerationales queerfeministisches Universum im Wasser, das Longevity-Kultur, Schönheits- und Jugendideale poetisch, spielerisch und berührend hinterfragt.
In der Objekttheaterperformance „Silicon Dreams“ trifft dokumentarisches Material auf eigene Soft- und Hardware. Zwischen historischen Fundstücken und spekulativen Szenarien entsteht ein vielschichtiger Raum, der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Mikrochips in Ostdeutschland verschränkt. Die Wiederaufnahme ist an historischen Orten in Magdeburg und Dresden im Frühsommer 2026 geplant.
Für Entropiewicht TIPPO ist das höchste Ziel, Dinge der Menschenwelt altern zu lassen und Gebrauchsspuren hinzuzufügen. Dies trifft bei den Menschen nicht auf Gegenliebe. In einem installativen Setting mit verschiedenen Materialien und Soundobjekten begegnen sich 4 Spieler*innen und 30 junge Gäste ab 8 Jahren zwischen Zerstörungslust und der Angst vor Veränderungen.
Mit "War Diaries", basierend auf ihren Tagebüchern, die in den Monaten nach dem 7.10.2023 in Israel und Gaza entstanden, legen Migdal und Fahndrich persönliche und gesellschaftliche Traumata offen und kreieren eine Performance über Liebe, Verlust und die Suche nach Normalität in einer durch Krieg zerrütteten Welt. Das Stück bietet eine zutiefst menschliche Einsicht jenseits ideologischer Debatten.