XZLLNZ (07/2025)

Datum der Jurysitzung: 10. September 2025

Geförderte Vorhaben: 7

Offenbach ist Garant für schöne Melodien, Politsatire und populäre Ästhetik. Mit dem Musiktheater Freiburg bringt die transnationale Gruppe La Fleur eine spektakuläre Auseinandersetzung mit seinen Operetten auf die Große Bühne und verknüpft sie mit urbanem Tanz und kritischer Analyse. Wie Offenbach am Puls der Zeit, flechten sie Gesellschafts- und Herrschaftskritik in das Unterhaltungsgenre ein.

Post Paradies, Wunderbaum und das inklusive Ensemble der Münchner Kammerspiele entwickeln zum 100-jährigen Jubiläum des Theaters ein Stück über Erinnerungskultur und politische Ermüdung. Eine fiktive Theatergruppe fragt sich bei den Proben zu Dantons Tod, mit dem 1926 das Theater eröffnete: Was bedeutet Revolution heute? Wie lässt sich Geschichte erzählen, wenn Perspektiven unsichtbar bleiben?

Zum 100. Jubiläum des Mahagonny-Songspiels und dem lang erwarteten Ende des Urheberrechts auf Brechts Werk entsteht eine neue Oper. Das Kollektiv andcompany&Co und das Theater Magdeburg begeben sich auf eine Reise zwischen LA und Magdeburg, zwischen Brechts „Sieben Todsünden“ und den (Alb-)Träumen des Plattformkapitalismus – zwischen Remix, Pop, Clubkultur, Opernchor und Orchester.

FATMA DIE STARKE – QUEEN OF POLAND ist ein grenzüberschreitendes Musiktheaterprojekt der Marc Sinan Company und des Staatstheaters Cottbus, das hochaktuelle politische Fragen von Migration, Zugehörigkeit und Identität ins Zentrum rückt. In einer Zeit wachsender nationalistischer und identitätspolitischer Spannungen versteht sich FATMA als künstlerisches Plädoyer für ein transkulturelles Europa.

Ein semi-fiktionales Musical über einen deutschen Star of Color, der – zunächst als antirassistisches Idol gefeiert – unter den Einfluss rechter Verschwörungsideologien gerät. Anhand der Biografien von Ye (Kanye West) und Xavier Naidoo fragt FREISEIN, wie rechte Ideologien mit Schwarzen Identitäten kollidieren und sich diese gefährliche Verbindung in der medialen Öffentlichkeit manifestiert.

Rimini Protokoll lädt ins House of Hopes: 140 Delegationen begeben sich mit Expert*innen durch das ganze Haus auf eine performative Spurensuche nach vergessenen Umbruchmomenten und Zukunftsvisionen. Theater als bewegte Versammlung.

Will the revolution not be AI scripted? untersucht sprachbasierte künstliche Intelligenzen, Large Language Models, im Hinblick auf ihre emanzipatorischen Potentiale in der situativen Interaktion mit Nutzer*innen sowie der Entwicklung von gesellschaftlichen Narrativen. Zentral für das Projekt sind technisch avancierte Publikumsinteraktion – zwischen spielerischem Erproben und immersiver Erfahrung.