XZLLNZ
In Zeiten großer Fragilität in Künsten und Gesellschaft, bei freien Künstler*innen/-gruppen wie auch Stadt- und Staatstheatern, drohen die notwendige Planungssicherheit und der künstlerische Freiraum geringer zu werden, die herausragende Kunst auch abseits bereits fest etablierter Produktionszusammenhänge und ästhetischer Formsprachen benötigt. Daher setzt der Fonds Darstellende Künste ein Förderprogramm auf, das gezielt herausragende Kunstproduktion in den performativen Künsten in den Blick nimmt:
Ästhetische Wagnisse abseits der Nische, für große Bühnen und Räume und für zahlreiche Menschen.
Mit dem Sonderprogramm XZLLNZ ermöglicht der Fonds Darstellende Künste professionell frei produzierenden Künstler*innen/-gruppen, die in den vergangenen Jahren herausragende künstlerische Handschriften und wegweisende ästhetische Formsprachen in den bundesweit und international strahlenden Freien Darstellenden Künsten entwickelt haben, eine größere Neuproduktion bzw. Inszenierung in Koproduktion mit bzw. an einem deutschen Stadt- oder Staatstheater.
XZLLNZ wird realisiert unter Einbindung der Fachexpertise des Deutschen Bühnenvereins.
Was wird gefördert?
Befördert werden projektbezogene, künstlerische Prozesse, in deren Mittelpunkt die Erarbeitung einer künstlerisch exzellenten Neuproduktion in den Darstellenden Künsten steht. Die Premiere (und ggf. auch zeitnah daran anschließende weitere Aufführungen am Ort der Premiere) an einem deutschen Stadt- oder Staatstheater mit Ensemble- und/oder Repertoirebetrieb ist in der Regel Bestandteil eines Vorhabens im Programm XZLLNZ. Darüber hinaus können Gastspiele an anderen Orten Bestandteil des Vorhabens sein.
Wer kann beantragen?
Langjährig (mind. 5 Jahre) professionell frei produzierende Künstler*innen/-gruppen aus den Darstellenden Künsten (u. a. Performance, Schauspiel, Tanz, Musiktheater, Figuren- und Objekttheater, Theater im öffentlichen Raum, Zeitgenössischer Zirkus sowie spartenübergreifend/interdisziplinär) mit Sitz und Arbeitsschwerpunkt in Deutschland bzw. deutsche Stadt- und Staatstheater, die mit ebensolchen Künstler*innen/-gruppen eine Kooperationsabsicht vorweisen können.
Wie viel kann beantragt werden?
Die Antragssumme beträgt mindestens 125.000 € und maximal 200.000 €.
Kofinanzierungen aus öffentlichen Mitteln (bundesdeutsche Länder und/oder Kommunen) in Höhe von mind. 100% der Antragssumme sind für das beantragte Vorhaben bereits zur Antragstellung nachzuweisen. In der Regel sind Eigenmittel der Stadt- und Staatstheater öffentliche Mittel, die als notwendige Kofinanzierung eingebracht werden können.
Sollte ein Theater bzw. Produktionshaus oder Festival der Freien Darstellenden Künste mit Sitz in Deutschland die beantragte Produktion als Gastspielort mit mind. 2 Aufführungen präsentieren und/oder koproduzieren, so kann sich im Rahmen des Projekts zur Realisierung dieser weiteren Aufführungen die Maximalantragssumme auf 250.000 € erhöhen.
Antragstellung und Förderfristen
Die Antragstellung beim Fonds Darstellende Künste erfolgt ausschließlich online.
Antragsfrist(en):
- 15. Juli 2025
Der mögliche Projektzeitraum für bewilligte Vorhaben beginnt am 01.10.2025 und endet spätestens am 31.07.2027.
Vollständige Verwendungsnachweise sind bis drei Monate nach Ende des Bewilligungszeitraums, spätestens aber bis zum 30.09.2027 einzureichen.
Für alle weiteren Informationen lesen Sie bitte vor Antragstellung, bzw. auch vor einer telefonischen Beratung durch die Geschäftsstelle des Fonds Darstellende Künste, die Regularien. Weitere Hilfestellungen bieten die FAQs und das Förderglossar. Im Verlauf des Antragszeitraums wird es zwei digitale Info-Veranstaltungen zum Programm geben. Wir bemühen uns, die Antragstellung barrierearm und zugänglich zu gestalten. Wenden Sie sich an beratung@fonds-daku.de, um eine individuelle Beratung zu vereinbaren.
Formulare
Alle wichtigen Unterlagen stehen im Bereich Formulare zur Verfügung.
Entscheidung
Die Entscheidung der Fachjury wird voraussichtlich Mitte September 2025 bekanntgegeben.
Jury
-
Beate Baron
Professorin für Musiktheater, HfM Saar, Regisseurin | Saarbrücken
© Detlef Eden
Beate Baron
Professorin für Musiktheater, HfM Saar, Regisseurin | SaarbrückenBeate Baron ist seit 2021 Professorin für Musiktheater an der HfM Saar. Sie lehrte an der HfM Hanns Eisler Berlin, der MH Lübeck und der HMT Rostock. Beate Baron studierte Regie bei Götz Friedrich Hfmt Hamburg sowie Regie und interdisziplinäre Komposition an der HfM „Hanns Eisler“ Berlin und arbeitet als Regisseurin für Musiktheater und Oper, sowie als Kuratorin. Ihre künstlerischen Arbeiten entstehen im Spannungsfeld von Musiktheater, Installationen, Oper und Video. So entwickelte sie Ihre preisgekrönten Produktionen für sehr unterschiedliche Spielorte und Festivals wie u.a. die Ruhrtriennale, Festspielhaus Hellerau, Radial System, Staatsoper Berlin, Deutsche Oper Berlin, Oper Frankfurt, Theater Freiburg, u.v .m. Eine lange und intensive künstlerische Zusammenarbeit verband sie mit Götz Friedrich, Hans Neuenfels und Jürgen Flimm.
-
Janis El-Bira
Kulturjournalist | Berlin
© privat
Janis El-Bira
Kulturjournalist | BerlinJanis El-Bira, geboren 1986 in Braunschweig, studierte Philosophie und Geschichtswissenschaften in Berlin und arbeitet seither als Journalist und Moderator mit Theaterschwerpunkt. Er ist Redakteur beim Theaterportal nachtkritik.de und Moderator und Redakteur für die Sendung "Rang 1 - Das Theatermagazin" im Deutschlandfunk Kultur. Daneben Texte und Beiträge für verschiedene Zeitungen und Rundfunksender. Von 2016 bis 2021 leitete er das journalistische Nachwuchsprojekt "Theatertreffen-Blog" bei den Berliner Festspielen. Jury-Tätigkeiten u.a. beim Mülheimer Dramatikpreis 2021, beim Festival Fast Forward 2021 in Dresden und für das Festival Politik im Freien Theater 2022 in Frankfurt am Main.
-
Alexander Kerlin
Dramaturg | NRW, Wien
© Marcel Urlaub
Alexander Kerlin
Dramaturg | NRW, WienAlexander Kerlin arbeitete als Dramaturg in der Freien Szene NRW, im Schauspiel Dortmund, am Burgtheater und als Leitender Dramaturg am Volkstheater Wien. Er wurde sowohl in der Rolle des Dramaturgen als auch des Autors mit Produktionen mehrfach zum Theatertreffen eingeladen. Das Postdramatische mit dem Drama versöhnen – das ist für ihn auch die Herausforderung beim Schreiben. Zuletzt wurde sein Stück „Bullet Time – Die Geburt des Kinos aus dem Geiste eines Mörders“ am Volkstheater Wien in der Regie von Kay Voges uraufgeführt. Ab der Spielzeit 25/26 ist Alexander Kerlin Chefdramaturg am Schauspiel Köln.
-
Matthias Pees
Intendant der Berliner Festspiele | Berlin
© Berliner Festspiele, Foto: Marlena Waldthausen
Matthias Pees
Intendant der Berliner Festspiele | BerlinMatthias Pees, born in Georgsmarienhütte in 1970, has worked as artistic director and managing director of the international production company Künstlerhaus Mousonturm in Frankfurt am Main (2013-2022), chief dramaturge of the Vienna Festival (2010-2013), founder and co-managing director of the international production office prod.art. br in São Paulo (2004-2010), program dramaturg at the Ruhrfestspiele Recklinghausen (2003-2004), theater dramaturg at schauspielhannover (2000-2003) and at the Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz (1995-2000), and previously as a cultural journalist and theater critic, gaining experience in various areas and on several sides of the performing arts. A change of perspective, cooperative work, and “transformative practices” were the declared focus of his interest; topics such as global solidarity and postcolonialism, the connection and future of internationality and diversity shaped his programs and projects.
-
Esther Slevogt
Autorin, Redakteurin, Kritikerin, nachtkritik.de
© Jessica Brauner
Esther Slevogt
Autorin, Redakteurin, Kritikerin, nachtkritik.deEsther Slevogt ist Autorin, Kritikerin und Chefredakteurin des Theaterportals nachtkritik.de, das von ihr mitgegründet wurde. Sie schreibt über theaterhistorische Themen im Kontext von Politik und Ästhetik im 20. Jahrhundert. Zuletzt erschien 2023 im Ch.-Links-Verlag ihr Buch über das Deutsche Theater Berlin "Auf den Brettern der Welt". Darüber hinaus steuerte sie einen Beitrag für den von Matthias Naumann 2024 herausgegebenen Band "Judenhass im Kunstbetrieb. Reaktionen nach dem 7. Oktober 2023" bei. 2024 wurde sie mit dem Willms-Neuhaus-Preis ausgezeichnet.
-
Lily Sykes
Regisseurin, Dozentin | Dresden
© Felix Grünschloss
Lily Sykes
Regisseurin, Dozentin | DresdenLily Sykes studierte Germanistik und Philosophie in Oxford und 2006 - 2008 an der Clown-Schule bei Philippe Gaulier in Paris. 2009 - 2012 war sie Regieassistentin am Schauspiel Frankfurt, wo sie regelmäßig eigene Regiearbeiten aufführte. Für ihre Frankfurter Inszenierung von „Die Bürgschaft“, eine Ko-Produktion mit den Ruhrfestspielen Recklinghausen, wurde sie in der Kritikerumfrage 2011 von Theater heute zur Nachwuchsregisseurin des Jahres nominiert. Seit 2012 arbeitet sie als freie Regisseurin u.a. am Schauspielhaus Zürich, Deutschen Theater Berlin, Schauspielhaus Graz, Berliner Ensemble, Schauspiel Köln und am Burgtheater Wien. In 2021 gewann ihre Inszenierung von Isobel McArthurs „Stolz und Vorurteil *oder so“ den STELLA-Preis als „herausragende Inszenierung“. Seit 2018 ist Lily Sykes Gastdozentin an der HKB Bern. Seit der Spielzeit 2022/23 ist sie Hausregisseurin am Staatsschauspiel Dresden.
-
Anna Wagner
Intendantin und Geschäftsführerin Künstler*innenhaus Mousonturm | Frankfurt am Main
© Maximilian von Lachner
Anna Wagner
Intendantin und Geschäftsführerin Künstler*innenhaus Mousonturm | Frankfurt am MainAnna Wagner ist seit September 2022 zusammen mit Marcus Droß Intendantin und Geschäftsführerin des Künstler*innenhaus Mousonturm in Frankfurt. Nach einem Studium der Theaterwissenschaft war sie als Assistentin der Tanzkuratorin am Hebbel am Ufer in Berlin tätig und leitete die Tanzsparte am Theater Freiburg, die sie von einem Ensemblebetrieb in eine Produktionsplattform für freie Choreograf*innen und Tänzer*innen verwandelte. 2014 wechselte sie als Dramaturgin an den Frankfurter Mousonturm. Dort etablierte sie kontinuierliche Arbeitsbeziehungen mit Tanz-, Theater- und Performanceschaffenden der nationalen und internationalen freien Szene wie Paula Rosolen, Eisa Jocson, Helgard Haug/ Rimini Protokoll, Jetse Batelaan und Eisa Jocson u.a.. Sie ist außerdem Mitbegründerin der Tanzplattform Rhein-Main und entwickelte zahlreiche Sonderprojekte und Festivals wie „Indonesia LAB“ (2015) „Oper Offenbach“ (2018) und „This is Not Lebanon“ (2021).