Allgemein

GLOBAL VILLAGE PROJECTS

Ein Sonderprogramm für Darstellende Künste in ländlichen Räumen​

Nach den erfolgreich aufgelegten Programmen GLOBAL VILLAGE LABS mit sieben Laborvorhaben, bei denen der Austausch im Mittelpunkt stand, sowie GLOBAL VILLAGE VENTURES mit 61 Recherchen zur Generierung von künstlerischen Inhalten und zukünftigen Konzeptentwicklungen fördert der Fonds Darstellende Künste nun künstlerische Produktionen. Unter dem Titel GLOBAL VILLAGE PROJECTS sollen Projekte von Künstler*innen(-gruppen) aus ländlichen Räumen entstehen, die dort realisiert werden und sich mit globalen Fragestellungen wie Klima, Migration, Rechtsruck oder Digitalisierung unter dem jeweiligen örtlichen Blick und ggf. den lokalen Symptomen auseinandersetzen.

Das Programm GLOBAL VILLAGE PROJECTS richtet sich gezielt an Akteur*innen in ländlichen Räumen, die ein künstlerisches Projekt mit globaler Perspektive realisieren möchten. Dabei kann z.B. die Verbindung von globalen Themen mit örtlichen Erfahrungen und Gegebenheiten unter Einbeziehung oder auch aktiver Mitwirkung von inter- bzw. transkulturellen Kompetenzen und/oder Zielgruppen vor Ort untersucht werden.

Mit GLOBAL VILLAGE PROJECTS werden Erfahrungsräume, Themenfelder und Expertisen von Kunstproduzent*innen in ländlichen Räumen und Kleinstädten bundesweit sichtbar gemacht und gefördert. Die daraus hervorgehenden Projekte mit ihrer spezifisch lokalen Realität sind immer in Relation zu den sie umgebenden Gegebenheiten zu betrachten und können so wiederum auch Impulse für städtische Kunstproduktionen geben.

Gefördert werden Projektzeiträume – mit oder ohne anschließende Aufführungen – zur Erarbeitung von Produktionen der Darstellenden Künste in ländlichen Räumen. Regional vorhandene inter- bzw. transkulturelle Perspektiven können einbezogen und weiterentwickelt werden. Bereits durchgeführte Recherchen, in denen globale Fragen anhand lokaler Symptome in ländlichen Räumen aufgegriffen und Vernetzungen von Akteur*innen in ländlichen Räumen geschaffen wurden, können ebenfalls in die neu zu entwickelnden Projekte einfließen. Darüber hinaus sind öffentlich zugängliche Formate (digital oder analog) im Rahmen der aktuellen pandemiebedingten Möglichkeiten für die oder mit den Bewohner*innen der Region gewünscht.

Auf die GLOBAL VILLAGE PROJECTS können sich langjährig tätige Ensembles, Künstler*innen(-gruppen), künstlerische Einrichtungen aus ländlichen Räumen oder Akteur*innen aus Kleinstädten (bis 20.000 Einwohner*innen) unter besonderer Einbeziehung ländlicher Räume bewerben.

Für die Realisierung können Förderungen in Höhe von 8.000 bis 20.000 Euro beantragt werden. Eine Kofinanzierung aus weiteren Mitteln (beispielsweise öffentliche Mittel von Ländern und Kommunen, nicht-öffentliche Mittel oder Eigenmittel, nicht aber unbare Eigenleistungen) in Höhe von 30% der beim Fonds Darstellende Künste beantragten Summe muss zur Antragstellung gesichert und nachgewiesen sein.

Der Antragszeitraum ist vom 01. Dezember 2020 bis zum 01. Februar 2021. Eine Fachjury entscheidet darüber, welche Vorhaben befördert werden (die Jurymitglieder werden im Laufe der Antragsfrist auf der Homepage des Fonds bekannt gegeben). Die Vorhaben müssen bis zum 01. Oktober 2021 durchgeführt und abgerechnet werden und an Orten in ländlichen Räumen stattfinden.

Die Anträge sehen eine Konzeptionsbeschreibung für die Gestaltung und Durchführung eines Projekts sowie Angaben zu den Antragsteller*innen und ihrer bisherigen Tätigkeit vor. Des Weiteren sind ein ausgeglichener Kosten- und Finanzierungsplan und Nachweise über bereits gesicherten weitere Mittel einzureichen.

Anträge können ausschließlich online auf unserer Homepage gestellt werden. Zum Antragsformular gelangen Sie hier. Weitere Informationen finden Sie in den Regularien. Bitte schauen Sie auch in die FAQs.

Jury

Fonds Darstellende Künste, Christine Bossert, #TakeThat
Foto: Ingrid Theis

Künstlerische Betriebdirektorin Bad Hersfelder Festspiele, Regisseurin, Dramaturgin, Dozentin, Kuratoriumsmitglied des Fonds | Bad Hersfeld, Hessen

Nach der Schauspielausbildung in München und vielen Jahren auf der Bühne u.a.: Württembergische Landesbühne Esslingen, Prinzregententheater München, Komödie Kassel, Tribüne Berlin, bei Rundfunk und Fernsehen, nahm die Liebe zur Regie und zur Leitung eigener Projekte überhand.

Stationen als Regieassistentin und Spielleiterin an verschiedenen Opernhäusern u.a.: Staatsoper Stuttgart, Theater Nordhausen, Wilhelma-Theater, Stuttgart.
2009 Gründung des Seniorentheaters „Die Silberdisteln“ am Theater Nordhausen.
Seit 2010 ist sie freischaffende Regisseurin und Dozentin. Inszenierungen u.a.: Studio Theater, Stuttgart, Burgfestspiele Freudenberg, Theater Nordhausen, OST-freie Szene im Depot, Stuttgart.

Als Dozentin u.a.: Staatliche Hochschule für Musik und Darstellende Kunst,Stuttgart; Junge Akademie Stuttgart; Workshops und Seminare für Firmen, Theater und Vereine.

2013 Gründung des Theaterlabels WIR.Jetzt!. Für dieses Spartenübergreifende Theaterlabel entstanden bisher fünf Produktionen.
2018 entstand das preisgekrönte Musiktheaterprojekt „Der fliegende Holländer“ für das Klang!Festival in Bielefeld.
2015 schrieb Christine Bossert ihr erstes Theaterstück “Talk Talk- Reise ohne Flucht“, eine Bearbeitung des Romans Talk Talk von T.C.Boyle.
In der Spielzeit 2015/16 war sie Künstlerische Leiterin des Theaterhaus TiG 7 in Mannheim.
In der Spielzeit 2017/2018 inszeniert sie u.a. bei Theater und Philharmonie Altenburg/ Gera, den Uckermärkischen Bühnen Schwedt, dem Theater Oliv und dem Theater Felina Areal in Mannheim.
In der Spielzeit 2018/2019 folgten Inszenierungen u.a.: für das Fitz! Stuttgart und die Uckermärkischen Bühnen Schwedt .
Seit 2019 Kuratorin für den Fonds Darstellende Künste.
2020 war Christine Bossert Projektleiterin und Dramaturgin für das Projekt „Stadtgeschichten“ an der Badischen Landesbühne.
Mit dem Theaterlabel WIR.Jetzt! folgt in der Spielzeit 20/21 die ÖEA des Monologs „Die Frau, die in einen Baum verwandelt wurde“ für das theater prAEsent in Innsbruck .
Als Regisseurin folgt 2020/21 an den Landesbühnen Radebeul die Inszenierung „Zuhause bin ich Darling“.
Ab Februar 2021 ist Christine Bossert Künstlerische Betriebsdirektorin der Bad Hersfelder Festspiele.

Angelika ist Mitglied in der Jury GLOBAL VILLAGE PROJECTS des Fonds Darstellende Künste.
Foto: Stiftung Genshagen

geschäftsführender Vorstand der Stiftung Genshagen, Leitung des Bereichs „Kunst- und Kulturvermittlung in Europa“ | Genshagen

Angelika Eder ist seit 2017 geschäftsführender Vorstand der Stiftung Genshagen und leitet dort den Bereich „Kunst- und Kulturvermittlung in Europa“. Von 2002 bis 2017 hat sie beim Goethe-Institut gearbeitet, zunächst als Referentin im Bereich „Wissenschaft und Zeitgeschehen“ in der Münchner Zentrale, 2005 bis 2009 als Institutsleiterin in Krakau, 2009 bis 2013 als Leiterin der Programmarbeit mit regionalem Fachauftrag am Goethe-Institut Prag (Regionalinstitut für Mittelosteuropa) und anschließend bis 2017 als Institutsleiterin in St. Petersburg. Davor war sie sechs Jahre wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg und davor, 1994-96, DAAD-Lektorin am German Department der University of Liverpool.

Foto: Paula Rieker
Foto: Paula Rieker

Bildungsreferent Bund Deutscher Amateurtheater, Regisseur, Theaterpädagoge, Dozent und Kulturmanager | Berlin

Dominik Eichhorn studierte Medienwissenschaft mit dramaturgischem Schwerpunkt an der Philipps-Universität-Marburg und schloss sein Studium an der Humboldt-Universität zu Berlin (M.A.) ab. An der Theaterwerkstatt Heidelberg erlernte er theaterpädagogische Prozesse zu begleiten. Seit 2009 ist er als Regisseur, Theaterpädagoge und Dozent aktiv und arbeitet in unterschiedlichen Kontexten der Theatervermittlung, u.a. seit 2012 für das Theater STRAHL Berlin, gründete 2016 das kollekTivRAUM – Theater im Stadtraum für partizipative Projekte mit Jugendlichen in urbanen Räumen und ist Künstlerischer Leiter/Regisseur in Mehrgenerationen-Projekten des Amateurtheaters für verschiedene kulturelle Träger. Hier erarbeitete er sich eine besondere Expertise in der Durchführung sozialräumlicher Projekte, die u.a. in Freilichtproduktionen auf der Bühne münden.

Seit 2017 ist er Bildungsreferent im Bund Deutscher Amateurtheater e. V. (BDAT). Er betreut das bundesweite Fortbildungsprogramm „Spielleiter*in im Amateurtheater“ (BuT), den Deutschen Amateurtheater Preis amarena sowie die Arbeitsbereiche „Mundart und Sprachen“ und „Projekte in ländlichen Räumen“. Seit 2020 ist er zudem Projektkoordinator für das BDAT-Programm „Land in Sicht! Förder- und Netzwerkprogramm für Amateurtheater in ländlichen Räumen“.

Carena Schlewitt, Hellerau, Fonds Darstellende Künste, Kuratorium
Foto: Eleni Kougionis

stellvertretende Vorsitzende des Kuratoriums, Dramaturgin, Kuratorin, Intendantin HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste | Dresden

Carena Schlewitt wurde 1961 in Leipzig geboren. Seit 2018 ist sie Intendantin von HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste in Dresden.
Sie war von 2008-2018 Direktorin der Kaserne Basel und Künstlerische Leiterin des internationalen Theaterfestivals Basel (seit 2012). Sie studierte Theaterwissenschaft an der Humboldt Universität Berlin und arbeitete von 1985 bis 1993 an der Akademie der Künste in Ost-Berlin. Sie wirkte als Dramaturgin, Kuratorin und stellvertretende Künstlerische Leiterin an verschiedenen freien Produktionshäusern (Podewil Berlin; FFT Düsseldorf; HAU Berlin) und bei internationalen Festivals (Theater der Welt; HAU Berlin).
Schwerpunkte ihrer Arbeit waren unter anderem die Transformationsprozesse in Ostdeutschland, Osteuropa und China und die Entwicklung des Theaters in Polen, Frankreich und Italien sowie der Live Art und Performance-Kunst. Sie war in diversen Jurys tätig, u.a. für das Festival „Impulse“; für das deutsch-polnische Expertengremium der Kulturstiftung des Bundes sowie für das Programm «Doppelpasse» der Kulturstiftung des Bundes; sie war Mitglied der Fachkommission der Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia.

Foto: privat
Foto: privat

Geschäftsführerin NRW Landesbüro Freie Darstellende Künste e.V. | Dortmund

Ulrike Seybold ist seit Januar 2020 Geschäftsführerin des NRW Landesbüro Freie Darstellende Künste. Seit Oktober 2015 ist sie Beisitzerin im Vorstand des Bundesverbands Freie Darstellende Künste und von 2013 bis Ende 2019 war sie Geschäftsführerin des Landesverbands Freier Theater in Niedersachsen. Vor ihrer Verbandstätigkeit arbeitete sie viele Jahre freiberuflich als Produktionsleitung und Pressemitarbeiterin für verschiedene Kultur- und Theaterprojekte. Sie studierte an der Ruhruniversität Bochum Publizistik, Geschichte und Politikwissenschaft, absolvierte eine Weiterbildung zur Kulturmanagerin in Neuss und ging parallel journalistischen Tätigkeiten u.a. für die taz und den WDR nach.

Ella_Steinmann, Fonds Darstellende Künste, #TakeThat
Foto: privat

Zukunftsakademie NRW, Agentin für Diversitätsentwicklung im Rahmen des Programms „360° – Fonds für Kulturen der neuen Stadtgesellschaft“ | Bochum, Oberhausen

Ella Steinmann studierte Philosophie und Religionswissenschaften in Bochum. Nach ihrer Tätigkeit als Projektreferentin im Bereich Kulturelle Bildung bei der Stiftung Mercator in Essen wechselte sie 2016 zur Zukunftsakademie NRW, einem Verein für Diversität in Kunst, Kultur und Kultureller Bildung. Neben der Beratung und Begleitung von Kulturinstitutionen gestaltete sie dort Weiterbildungs- und Austauschformate. Im Master Szenische Forschung in Bochum beschäftigt sie sich mit den Möglichkeiten der Wissensgewinnung durch performative Kunstformen.
Seit Juli 2019 ist sie eine der beiden Agentinnen für Diversitätsentwicklung im Rahmen des Programms „360° – Fonds für Kulturen der neuen Stadtgesellschaft“ der Kulturstiftung des Bundes am Theater Oberhausen.

Jonas Zipf, JenaKultur, #TakeThat, GLOBALVILLAGE PROJECTS, Fonds Darstellende Künste
Foto: Tina Peißker

Leiter JenaKultur, Regisseur, Kurator, Dramaturg, Lehrbeauftragter | Jena

Gebürtiger Odenwälder, Jahrgang 1982. Studium der Psychologie in Berlin und Paris sowie der Sprech- und Musiktheaterregie an der Theaterakademie „August Everding“ in München. Promotion (laufend) „Der laufende Wolkenkratzer“ bei Friedrich von Borries, HfBK Hamburg. Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes, der Gabriele-Oehmisch-Stiftung und der Akademie Musiktheater Heute der Deutschen Bank Stiftung.
Als freier Dramaturg arbeitete er für eine Vielzahl von Produktionen in In- und Ausland (u.a. kampnagel Hamburg, Schaubühne Berlin, Schauspielhaus Zürich, Theater Basel, Alfortville Paris). Als Gründer, Regisseur und Dramaturg entwickelte er mit der freien Gruppe O-Team eine Reihe von ortsbezogenen Produktionen (u.a. „HermannSchlachten“ in den Stuttgarter Wagenhallen, „Blaupause“ im ehemaligen Redaktionsgebäude der Süddeutschen Zeitung oder „Kirschgärten“ auf dem Hofgut Oberfeld Darmstadt) sowie zuletzt „Flüchtlinge“ am Thalia Theater Hamburg.
Von 2011 bis 2013 war er leitender Dramaturg/Mitglied der künstlerischen Leitung am Theaterhaus Jena und in der Spielzeit 2014/15 Schauspieldirektor am Staatstheater Darmstadt. Er arbeitete als Festival-Kurator und -Dramaturg (Rodeo-Festival München, Datterich-Festival Darmstadt, Wiesbaden Biennale) und Lehrbeauftragter (LMU und HfMT München, HfMT Leipzig, TU Darmstadt, JGU und HfMT Frankfurt, JGU Mainz, EAH und FSU Jena). Seit Juli 2016 leitet er JenaKultur (Eigenbetrieb der Stadt Jena).