Kulturetat 2026: Massive Verluste für Freie Darstellende Künste

20. Nov. 2025

Die Zuwendung an den Fonds Darstellende Künste wird im Bundeshaushalt 2026 mit 8,59 Mio. Euro annähernd stabilisiert. Gleichzeitig fallen zahlreiche bundesweit relevante und strukturell wirkende Netzwerke und Projekte aus der Bundesförderung – trotz Rekord-Etat von 2,57 Mrd. Euro im Kulturbereich. Die bundesweiten Freien Darstellenden Künste stehen vor einer kritischen Zäsur.

Mit dem Haushaltsbeschluss für 2026 wird die Zuwendung an den Fonds Darstellende Künste voraussichtlich auf 8,59 Mio. Euro festgesetzt (2025: 9,18 Mio. Euro). Der Fonds dankt ausdrücklich den engagierten Kultur- und Haushaltspolitiker*innen der Regierungsparteien für dieses wichtige Signal in Richtung Stabilisierung.

Doch die Situation für die bundesweiten Freien Künste bleibt herausfordernd: Zahlreiche zentrale Netzwerke wie das Bündnis Internationaler Produktionshäuser, das Bundesnetzwerk flausen+/flukks+ und das Netzwerk Freier Theater (NFT), spartenspezifische Vorhaben wie explore dance im Tanz, kompleXX für das Objekt- und Figurentheater oder FestivalFriends als Zusammenschluss regionaler Festivals u.a. fallen trotz großen Engagements des Fonds und vieler Partner*innen aus der Bundesförderung heraus.

„Wir sehen uns als Förderer der bundesweiten Freien Darstellenden Künste mehr denn je in der Verantwortung, gemeinsam mit den Ländern relevante Künstler*innen und Strukturen zu fördern und die Vielfalt des freien Produzierens in Tanz, Theater und Performance zu sichern – trotz begrenzter Mittel“, erklärt Holger Bergmann, Geschäftsführer des Fonds Darstellende Künste.

„Die vollständige Streichung der Förderung für bundesweit wichtige Netzwerke ist ein kulturpolitischer Rückschritt. Dies gilt einmal mehr für die Streichung des Bündnis internationaler Produktionshäuser, die schwerwiegende Folgen haben wird: eine Schwächung von künstlerischer Innovationen und nationaler wie internationaler Strahlkraft“, so Amelie Deuflhard, Vorstandsmitglied des Fonds und Intendantin von Kampnagel Hamburg im Bündnis internationaler Produktionshäuser.

Die im Koalitionsvertrag festgeschriebene „Systematisierung der Kulturförderung“ ist eine eindeutige Zielvorgabe für die Bundesregierung und ihren Beauftragten für Kultur und Medien: Die Freien Künste sollen gestärkt und zukunftsfähig aufgestellt werden. Mit dem Rekordetat für Kultur 2026 wird diese politische Zusage bislang nicht eingelöst – im Gegenteil: Die ersatzlose Streichung von Netzwerken und Projekten stellt die bundesweiten Freien Darstellenden Künste erneut vor große Herausforderungen. Der Fonds Darstellende Künste als Bundesförderer steht damit unter deutlich erhöhtem Druck: Er muss im kommenden Jahr mit begrenzten Mitteln wesentliche Strukturen und zentrale Förderprogramme gewährleisten.

Damit die im Koalitionsvertrag zugesagte Stärkung der Freien Künste Realität wird, appelliert der Fonds an den Kulturstaatsminister und bittet um eine Kurskorrektur im Haushaltsvollzug.