Allgemein, Förderprogramme

Sonderprogramm KONFIGURATION

DAS SONDERPROGRAMM
In den vergangenen Jahren rückten die Zusammenhänge zwischen den Phänomenen der Digitalisierung und den über Jahrhunderte gewachsenen künstlerischen Praktiken des Figuren- und Objekttheaters immer mehr in den Fokus. Mensch-Maschine-Hybride, Drohnen, Roboter, Avatare, 3D-Druck, Virtual oder Augmented Reality u.a. – alles Techniken oder Phänomene, die für eine Stellvertreterschaft des Menschen als kreatives, wissendes, soziales und intelligentes Wesen stehen, genauso wie das „unbelebte Objekt“ in den Erzählungen des Figurentheaters.

Neben diesen recht augenscheinlichen Verbindungen auf der Ebene von technischen Spielmaterialien bringt die Digitalisierung aber auch Veränderungen in gesellschaftlichen Strukturen und philosophischen Bezugssystemen mit sich, die gerade für das Figuren- und Objekttheater produktiv sein können und den Standort und die Rolle des Menschen in einem digitalisierten Umfeld stetig neu verhandeln. Um die große Frage, was den Menschen als Individuum oder soziales Wesen ausmacht auf der Folie der ihn umgebenden Dinge zu erforschen und zu reflektieren, ist gerade das Figuren- und Objekttheater mit seiner besonderen Spielform wie geschaffen, da dieser die Wechselbeziehung von menschlichen Akteur*innen und leblosen Objekten bereits inhärent ist.

Mit dem neu initiierten Sonderprogramm KONFIGURATION nimmt der Fonds Darstellende Künste daher gerade Vorhaben aus dem Figuren- und Objekttheater mit dem Schwerpunkt Digitalisierung in den Blick und befördert künftig Projekt- und Inszenierungsvorhaben, die

mehr ...

auf der Ebene der Spielmaterialien digitale Technik und Dinge/Devices einbeziehen und/oder gesellschaftliche Fragen der Digitalisierung thematisieren. Neben klassischen Projekt- und Inszenierungsvorhaben ist das Sonderprogramm offen für eine ästhetische Forschung, Erweiterung der Ästhetik durch den Einsatz digitaler Technologien und Neuanschaffungen oder Updates der Kommunikation mit ästhetischen Zielsetzungen, um auch strukturelle Aspekte der künstlerischen Arbeit im Figuren- und Objekttheaterbereich digital zu befördern.

Im Wissen um eine Anzahl von Künstler*innen im ländlichen Raum hat der Fonds ein gestaffeltes Antragsvolumen mit jeweilig differenzierter Kofinanzierung aufgestellt, um auch in kleineren Gemeinden und Regionen mit geringer Kulturförderung die Antragsvoraussetzungen zu erleichtern.

Mit KONFIGURATION möchte der Fonds Darstellende Künste den Künstler*innen bundesweit gezielt Freiräume eröffnen, um das Engagement im oben skizzierten Feld und die künstlerische Arbeit mit neuen Technologien zu erproben, zu realisieren und zu verstetigen. Das Sonderprogramm soll dabei professionellen Künstler*innen und Figurentheatergruppen die Möglichkeit bieten, einen gesellschaftlichen Diskurs über Zukunftsfragen und über das eigene Genre hinaus zu initiieren und lädt die bestehenden Akteur*innen ein, mit  Kooperationen und neuen künstlerischen Zusammenschlüssen einen Transfer von Wissen und Erfahrung zu gestalten.

Das Sonderprogramm auf einen Blick.

 

ANTRÄGE UND FORMULARE
Die Antragsstellung erfolgt über das Online-Formular. Zur Antragstellung können Sie sich dazu jederzeit registrieren, sich mit Ihren Log-In Daten einloggen und den Antrag stückweise bearbeiten. Sie können jederzeit den aktuellen Stand ihres Antrages abspeichern und bis zur Frist endgültig bearbeiten. Lesen Sie sich vor Antragstellung die ausführlichen Regularien und Richtlinien für geförderte Projekte durch und kontaktieren Sie uns gerne bei Nachfragen.

Ein vollständiger Antrag umfasst neben dem ausgefüllten Online Formular:
Die ausführliche Konzeptionsbeschreibung, in der der bundesweit bemerkenswerter Ansatz Ihres Projektvorhabens klar benannt und herausgearbeitet wird.
Einen ausgeglichenen Kosten- und Finanzierungsplan, der in dem vom Fonds Darstellende Künste zur Verfügung gestellten Muster vorgelegt wird.
Alle Vorlagen für den Kostenfinanzierungsplan, Verwendungsnachweis, etc. finden sich hier.

 

DIE JURY
Die Jury, die über die Anträge im Sonderprogramm entscheidet, setzt sich wie folgt zusammen:

Bodo Birk
Leiter Internationales Figurentheaterfestival Erlangen, Comic-Salon, Poetenfest – Erlangen

mehr ...

Foto: Erich Malter

Bodo Birk leitet die Abteilung „Festivals und Programme“ im Kulturamt der Stadt Erlangen und ist stellvertretender Amtsleiter. Mit seinem Team ist er unter anderem für das Internationale Figurentheater-Festival Erlangen, den Internationalen Comic-Salon Erlangen und das Erlanger Poetenfest verantwortlich. Das Internationale Figurentheater-Festival zeichnet sich durch seinen spartenübergreifenden Ansatz aus, der zeitgenössisches Puppenspiel, Objekttheater und Bildertheater ebenso umfasst wie Tanz, Performance und den Einsatz neuer Medien und interaktiver Technologien. Geboren 1968 in Nürnberg, studierte Bodo Birk Theater- und Medienwissenschaft, Germanistik und Politikwissenschaft in Erlangen und Wien. Er war Mitbegründer des Studententheater-Festivals ARENA und verantwortete nach dem Studium einige Jahre die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Theater Erlangen, bevor er ins Kulturamt wechselte. Von 2014 bis 2017 war Bodo Birk Mitglied des Kuratoriums des Fonds Darstellende Künste, seit 2004 ist er Jurymitglied des Max und Moritz-Preises.

Dr. Manfred Jahnke
Theaterwissenschaftler, freier Publizist und Dramaturg, Lehrbeauftragter in Stuttgart und München; Mitglied im Kuratorium des Fonds Darstellende Künste – Elchingen bei Ulm

mehr ...

Foto: Tobias Metz

Aufgewachsen in Holstein. Studium der Theaterwissenschaft, Germanistik und Philosophie an den Universitäten Hamburg, LMU München und FU Berlin. Nach Lehrjahren in der schwäbisch-badischen Provinz als Dramaturg und Regisseur und im Kultuamt Offenbach freies theaterpädagogisches Arbeiten in verschiedenen Institutionen. Daneben Kritiker und Publizist mit zahlreichen Veröffentlichungen zum Thema Kinder- und Jugendtheater. Redaktion: Reclams Kindertheaterführer. Leiter der Dramaturgieabteilung an der Theaterakademie Spielstatt in Ulm, in gleicher Funktion, sowie Leitung der Theaterpädagogik und Szenisches Schreiben an der Theaterakademie adk-ulm (bis 2014). Szenische Arbeiten in Ulm und Stuttgart mit Studenten, dramaturgische Mitarbeit und Inszenierungen bei freien Gruppen in Österreich und der Schweiz (Figurentheater und Schauspiel). Träger des ASSITEJ-Preises. Juror, bzw. Kurator bei „Augenblickmal“, dem nationalen Treffen für ein junges Publikum (1981 und 2011), sowie langjähriger Juror bei dem Kindermusiktheaterfestival „Traumspiele“ in NRW bis zu deren Auflösung, in der LAFT-Jury Baden-Württemberg.

Ute Kahmann
Schauspielerin, Kulturwissenschaftlerin, Figurentheaterspielerin, Regisseurin; Mitglied im Kuratorium des Fonds Darstellende Künste – Berlin

mehr ...

Foto: privat

Ute Kahmann studierte Kulturwissenschaft und Schauspiel in Berlin. Puppenspiel erlernte sie extern an der Schauspeilschule „Ernst Busch“ sowie im Figurentheaterkolleg Bochum. Sie erhält Regieaufträge für Theater und Tanz und bringt seit 1988 eigene Inszenierungen für Kinder und Erwachsene in enger Zusammenarbeit mit Künstler*innen aus der Bildenden Kunst und der Musik auf die Bühne oder spielt im Ensemble u.a. im Konzerthaus Berlin. Ute Kahmann ist 1. Vorsitzende des Verbandes Deutscher Puppentheater und Art Coach.

Dörte Kiehn
Gründerin Tandera Theater, Geschäftsführerin LAFT Mecklenburg-Vorpommern, Puppenspielerin, Regisseurin, Dozentin – Testorf

mehr ...

Foto: Michael Sturm

Dörte Kiehn ist Gründerin des Tandera Theaters, hat am Lübecker Marionettentheater und der Augsburger Puppenkiste das Figurenspiel erlernt und ist auch kulturpolitisch aktiv: Von 2008 bis 2012 war sie Mitglied im Kuratorium des Fonds Darstellende Künste und saß mehrfach in der Jury des Freisprung Theaterfestivals. Darüber hinaus war sie Mitglied im Kulturrat Mecklenburg-Vorpommern und ist seit 2018 erneut Geschäftsführerin des dortigen Landesverbands Freier Theater. An der Hochschule für Darstellendes Spiel in Berlin und Stuttgart war sie als Dozentin tätig und ist als Workshopleiterin u.a. nach Kenia und Ruanda gereist. Außerdem ist sie immer wieder als Regisseurin in der Figurentheaterszene gefragt.

Prof. Friedrich Kirschner
Professor für Digitale Medien im Puppenspiel, Leiter MA-Studiengang Spiel & Objekt an der HFS „Ernst Busch“ – Berlin

mehr ...

Foto: Jörn Hausner

Friedrich Kirschner ist Regisseur, visueller Künstler und Software-Entwickler. Er nutzt Computerspiele und Echtzeit-Animationstechniken als Grundlage für animierte Kurzfilme, interaktive Installationen und partizipative Performances. Seit Februar 2012 ist er Professor für digitale Medien an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch, seit 2018 leitet er den Masterstudiengang Spiel und Objekt (www.spielundobjekt.de).

 

 

Tim Sandweg
Dramaturg, Künstlerischer Leiter der Schaubude Berlin und des internationalen Festivals „Theater der Dinge“ – Berlin

mehr ...

Foto: Kai Wido Meyer

Tim Sandweg studierte Theaterwissenschaft und Deutsche Philologie an der Freien Universität Berlin, bevor er 2009 als Dramaturg ans Puppentheater der Stadt Magdeburg ging; dort auch Co-Künstlerische Leitung des internationalen Figurentheaterfestivals „blickwechsel“. Seitdem diverse Stückentwicklungen, Bühnenadaptionen, Formatentwicklungen, Arbeiten als Dramaturg, Veröffentlichungen und Performances in unterschiedlichen Produktions- und Arbeitskontexten. Seit 2009 gehört Tim Sandweg der Redaktion des Magazins für Puppen-, Figuren- und Objekttheater „double“ an und ist aktuell Vorstandsmitglied des Deutschen Forums für Figurentheater und Puppenspielkunst. Diverse Dozenten- und Jury-Tätigkeiten. Seit Beginn der Spielzeit 2015/16 ist Tim Sandweg Künstlerische Leiter der Schaubude Berlin und des internationalen Festivals Theater der Dinge.

Katja Spiess
Leiterin des FITZ! – Zentrum für Figurentheater und des internationalen Festivals „Imaginale“ – Stuttgart

mehr ...

Foto: Max Kovalenko

Nach einem literatur- und geschichtswissenschaftlichen Studium findet Katja Spiess durch die programmatische und organisatorische Mitarbeit bei verschiedenen Kulturfestivals (u. a. „Theater der Welt“, „Natur im Kopf – Kongress zum Naturbegriff der Gegenwart“) Eingang in die Stuttgarter Kulturszene. Dem FITZ! Zentrum für Figurentheater gehört sie seit 1993 an. In den ersten Jahren zuständig für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, übernimmt sie ab 1998 in Zusammenarbeit mit Helmut Pogerth, ab 2001 alleinverantwortlich, die Theaterleitung des FITZ. Katja Spiess ist außerdem künstlerische Leiterin des Internationalen Figurentheaterfestivals IMAGINALE und Redaktionsmitglied der Theater-Fachzeitschrift „double“.

 

KONTAKT

Christina Röfer
Projektleitung • Sonderprogramm „Konfiguration“

Fonds Darstellende Künste
Lützowplatz 9
10785 Berlin
030 26392950-14
christina.roefer@fonds-daku.de
www.fonds-daku.de

(in der Geschäftsstelle Mo-Do 10.00-16.00 Uhr erreichbar)