5. Events und Diskurs
© Sebastian Bolesch
Begleitend zu seinen Förderaktivitäten schafft der Fonds immer wieder Räume für kritischen Austausch und Dialog – innerhalb der bundesweiten Freien Darstellenden Künste aber auch zwischen Kunst, Politik und Gesellschaft. Fachveranstaltungen geben neue Impulse für Förderaktivitäten und gewährleisten den bundesländerübergreifenden Austausch der Kunstschaffenden. Preisverleihungen schaffen Aufmerksamkeit für herausragende künstlerische Positionen. Thematische Events öffnen aktuelle Diskurse für die Öffentlichkeit.
DIE KUNST, VIELE ZU BLEIBEN
Zwischen Mai und September 2024 realisierte der Fonds bundesweit Foren an neun Stationen – mit Kunst, Aktion und Debatte. Von Berlin aus ging die Reise nach Leipzig und weiter über Düsseldorf, Bitterfeld-Wolfen, Potsdam, Erfurt und Weimar bis nach Dresden. Überall hielt der mobile Theater-Truck und wurde Plattform, Diskursraum, Kino und Schauplatz. Dabei verband er Theater, Festivals und Freie Produktionsorte dieser und zahlreicher weiterer Städte im In- und Ausland. Panels, Impulse, Workshops, internationale Performances und vielfältige Zusammenkünfte luden zu Debatten über Kunst, Freiheit und Demokratie ein, um aktuelle Herausforderungen auszuloten, Widersprüche auszuhalten und sich im vielstimmigen Austausch der wohl drängendsten Aufgabe der Gegenwart zu stellen: Der Kunst, Viele zu bleiben. Jede*r für sich – und gemeinsam in Heterogenität, Pluralismus und Akzeptanz unserer vielfältigen Gesellschaft.
BLICKWECHSEL – Publika und Politiken der Darstellenden Künste
Die Kultur ist eines der wichtigsten Angriffsziele rechtsextremer Kräfte. Der ideologische Feldzug gegen die Künste wurde dabei zuletzt immer offener ausgetragen. „BLICKWECHSEL“ untersucht diese Entwicklung im Dialog mit Rimini Protokoll, CHICKS*, Katharina Warda, Sibylle Peters, Julia Wissert und vielen weiteren Persönlichkeiten.
Einblicke in Performances und Stücke aus der Breite der Darstellenden Künste zeigen nicht nur, wie diese der Polarisierung entgegenwirken: Wenn in der Bürgerjury im Harz das queerfeministische Stück diskutiert und ausgewählt wird, im Rathaus Hanau die Chronologie der rassistischen Attentate als performative Anklage nachgezeichnet wird und Kinder vor den Theatertüren in Ost-Berlin über Stereotype und Klassenunterschiede sprechen, dann zeigt sich ganz konkret, wie die Darstellenden Künste tagtäglich zum gemeinsamen Nach- und Weiterdenken einladen. Und damit die Demokratie nachhaltig stärken. Ein Film von Janina Möbius im Auftrag des Fonds Darstellende Künste – seit Mai 2024 auf Tour durch Deutschland.
Tabori Preis 2024
Am 02. Oktober 2024 verlieh der Fonds Darstellende Künste zum 15. Mal den Tabori Preis, die bundesweit höchste Auszeichnung für die Freien Darstellenden Künste – erstmals im Rahmen der Verleihung des Theaterpreises des Bundes am Haus der Berliner Festspiele. Der mit 100.000 Euro dotierte Preis ging in diesem Jahr an die Choreografin und Regisseurin Joana Tischkau für ihre „so mitreißende wie widerständige Ästhetik der Verfremdung […], die Repräsentationsverfahren und Identitätskategorien aus aktuellen Erstarrungen löst und mit den Ambivalenzen der Aneignung spielt.“
Theaterpreis des Bundes
Bereits zum zweiten Mal verantwortete der Fonds für die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien den Theaterpreis des Bundes – von der Ausschreibung, über das Juryverfahren bis hin zur Preisverleihung am Haus der Berliner Festspiele am 02. Oktober 2024. Der mit 200.000 Euro dotierte Theaterpreis des Bundes ging an die Schwankhalle in Bremen. Weitere Auszeichnungen zu je 100.000 Euro lobte die interdisziplinär besetzte Jury für das Hessische Landestheater Marburg, das FELD Theater für junges Publikum in Berlin-Schöneberg und das Ernst-Barlach-Theater in Güstrow aus.
Die Schauspieler*innen Selma Buabeng und Daniel Zillmann führten Abend der Preisverleihung (Programm: Tucké Royale) u.a. mit chorischen Interventionen von Texten zeitgenössischer Autor*innen wie Sivan Ben Yishai, Boris Nikitin, dem Kollektiv 1pp1 und Olivia Wenzel im Spiel mit Klassikern der Theater- und Kulturgeschichte – unter der Leitung von Christine Groß und Roman Ott. An das künstlerische Bühnenprogramm schloss sich ein Empfang zum DJ-Set von That Fucking Sara an.
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