Vorwort

Das Jahr 2025 stand im Zeichen tiefgreifender politischer und kulturpolitischer Veränderungen. Der Regierungswechsel auf Bundesebene ging mit einer Neufindung kulturpolitischer Prioritäten einher und markierte zum Jahresende einen Einschnitt für viele Akteur*innen der Freien Darstellenden Künste. In dieser Übergangsphase war der Fonds Darstellende Künste gefordert, Orientierung zu schaffen und Kontinuität zu sichern. Nach der Umstrukturierung der Geschäftsstelle 2024 ging es auch um Stabilität in der Mitarbeiter*innenschaft und Fortentwicklungen im Bereich der Nachhaltigkeit und der Digitalisierung.

Räume für Dialog und Austausch  

2025 feierte der Fonds Darstellende Künste sein 40-jähriges Bestehen in den Sophiensælen Berlin. Die Jubiläumsveranstaltung fand in Anwesenheit der ehemaligen Staatsministerin für Kultur und Medien, Claudia Roth, statt und bot Anlass, die Geschichte des Fonds ebenso wie seine gegenwärtige Rolle zu reflektieren und den Blick auf die Premiere des Films DIE KUNST, VIELE ZU BLEIBEN zu richten. Der Film knüpft an die gleichnamige bundesweite Reihe an und verdichtet die in zahlreichen Orten geführten künstlerischen und gesellschaftlichen Debatten zu Kunstfreiheit, Demokratie und gesellschaftlicher Verantwortung. Die Jubiläumsfeier war ein Moment der gemeinsamen Standortbestimmung und eine festliche Zusammenkunft mit unseren Partner*innen, Wegbeleiter*innen und vor allem den Künstler*innen.  

Mit dem BUNDESTREFFEN 25 setzte der Fonds im Verlauf des Jahres einen zentralen inhaltlichen Akzent und ein bundesweites Angebot für Vernetzung unter dem Titel „The Show Must Go On“. Die Zusammenkunft von Künstler*innen, Produktionshäusern, Netzwerken sowie Vertreter*innen aus Politik und Verwaltung – darunter Konrad Schmidt-Werthern, Sven Lehmann, Ottilie Klein, Nancy Faeser und Martin Rabanus, bot Raum für Austausch, Positionsbestimmung und gemeinsame Perspektivenentwicklung. In einer Förderlandschaft, die zunehmend unter finanziellem Druck steht, war es von besonderer Bedeutung, verlässliche Orte des Dialogs, der Verständigung und einer weitreichenden kulturpolitischen Reflexion zu schaffen.  

Zu den weiteren Aktivitäten des Fonds im Jahr 2025 zählten der kontinuierliche Austausch mit der Ad-hoc-Gruppe Darstellende Künste der Kultusministerkonferenz (KMK) sowie kulturpolitische Tätigkeiten im Rat für Darstellende Künste und Tanz, im Sprecher*innenrat des Deutschen Kulturrats und in weiteren bundesweiten Fachverbänden.

Förderung neu justiert?

Gegen Ende des Jahres verschärfte sich vor allem die haushälterische Lage jedoch erheblich, da Förderungen für bundesweit relevante Netzwerke und Produktionsorte wegbrachen. Für den Fonds bedeutete dies eine strategische Neujustierung der Förderinstrumente. Ziel war es, unter veränderten finanziellen Bedingungen weiterhin wirksam zu fördern, Prioritäten transparent zu setzen und die vorhandenen Mittel so einzusetzen, dass sie größtmögliche Stabilität für das Feld entfalten. Zentral ist hier die Kofinanzierung durch die Länder und Kommunen, die die Bundesförderung in allen Programmen ergänzt.  

Gerade in Zeiten politischer und finanzieller Unsicherheit kommt der Arbeit des Fonds eine besondere Bedeutung zu. Auch 2025 stand der Fonds Darstellende Künste für Verlässlichkeit und fachliche Expertise – an der Seite von Künstler*innen. Die Förderprogramme boten Orientierung in einem Umfeld, in dem Planbarkeit zunehmend zur Ausnahme wird.  

Die Erfahrungen des Jahres 2025 bilden eine zentrale Grundlage für die Weiterentwicklung der Förderstrukturen in den kommenden Jahren – mit dem Anspruch, die Freien Darstellenden Künste auch unter schwierigen Bedingungen nachhaltig zu stärken. Auch im Jahr 2026 wird der Fonds Darstellende Künste zeigen: „The show will go on“ – mit klarer Haltung, verlässlichen Strukturen und dem Anspruch, künstlerische Arbeit möglich zu machen. 

Holger Bergmann
Geschäftsführer Fonds Darstellende Künste

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